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Schlagwort: Mobilität

2. Workshop zum Verkehrskonzept rund um den A.-Bretschneider-Park

Mittwoch, 07. September 2022
Zweiter Workshop zum Verkehrskonzept rund um den A.-Bretschneider-Park
17.00 Uhr Ortsbegehung: Treffpunkt: Ecke Gottschall-/ Geibelstraße
18.00 Uhr Diskussion: Seniorenbüro Nord Parkbühne GeyserHaus, Kleiststraße 52 – 04157 Leipzig

Der erste Maßnahmeentwurf für das Verkehrskonzept ist fertig! Nach der erfolgreichen ersten Bürger*innenwerkstatt im Juni konnte ein erster Maßnahmenkatalog zusammengestellt werden. Bei einem öffentlichen Spaziergang sollen die Standorte einzelner Vorhaben besichtigt werden. In einer anschließenden Diskussionsrunde im Seniorenbüro Nord werden alle vorgeschlagenen Maßnahmen gemeinsam diskutiert und konkretisiert. Dazu laden wir Sie herzlich ein und freuen uns auf Ihre Ideen, Ergänzungen und Vorschläge!
Fragen und Informationen: verkehrskonzept@geyserhaus.de

Eine Kooperationsveranstaltung mit dem GeyserHaus und dem Stadtlabor Leipzig

Zukunftsmusik!

Herzliche Einladung an alle zur „Zukunftsmusik!“ rund um die Gohliser Friedenskirche am Samstag, dem 17. September von 14 bis 18 Uhr.

Anwohner/-innen, Neugierige, Interessierte, Feinschmecker und Musikbegeisterte,
Sie alle sind eingeladen, gemeinsam zukunftsfähige Ideen nicht nur zum Thema Verkehrswende zu spinnen, auszutauschen, Zukunftsmusik zu komponieren.

Zusammen verwandeln wir den öffentlichen Raum an diesem Tag in eine Spielstraße, eine Zukunftswerkstatt, einen Picknickplatz, einen Fahrradweg und eine Bühne für Live-Musik.

Im Sinne des Mottos der Europäischen Mobilitätswoche „Besser verbunden“ freuen wir uns auf neue Verbindungen! Mit dabei sind: die Michaelis-Friedenskirchgemeinde, die PAX Jugendkirche, die Musikschule Neue Musik Leipzig, der Bürgerverein Gohlis, die Initiative „Gegen Schall und Rauch“, „Omas for future“, der „BIO Kaufmannsladen“, „Hennas Unverpackt-Laden“ und viele mehr.

 

Stadtradeln und Energie sparen!

von Matthias Reichmuth

Von Freitag, den 09.09. bis Donnerstag, den 29.09. findet in Leipzig wieder das Stadtradeln statt. Wie schon in den Vorjahren geht der Bürgerverein wieder mit dem Team „Bürgerverein Gohlis – besser radeln in Gohlis!“ an den Start. In diesem Jahr zeigt sich, dass das Radfahren nicht nur umweltfreundlich und gesundheitsfördernd ist: Radfahren ist auch die energiesparendste und gemeinsam mit dem Fußverkehr billigste Art der Fortbewegung. Gerade wenn Sie sonst öfter im Auto unterwegs waren, können Sie durch einen Umstieg aufs Fahrrad Gutes in mehrfacher Hinsicht tun.

Nutzen Sie also die drei Wochen, um so viele Kilometer wie möglich mit dem Fahrrad unterwegs zu sein und tragen Sie diese als Teammitglied des Bürgervereins im Internet ein! Wenn unser Team groß genug ist (deutlich mehr als 40 radelnde Personen), dann haben wir erfahrungsgemäß als Verein zudem noch die Chance auf einen der Preise.

Sie können sich jederzeit unserem Team anschließen, indem Sie bei www.stadtradeln.de unter „Mitmachen“ auf „Radelnde registrieren“ klicken, dort Namen etc. angeben, als Stadt „Leipzig“ und als Team „Bürgerverein Gohlis – besser radeln in Gohlis!“ auswählen. Wir freuen uns auf Sie!

Radverkehrsverbindung Bahnbogen Nord

von Robert Seehawer

Wer heute durch Gohlis mit dem Fahrrad fährt, dem geht es nicht viel besser als in anderen Leipziger Stadtteilen. Es gibt zwar zunehmend Fahrradwege, allerdings sind diese meistens auf breiten Straßen wie der Gohliser- oder der Coppistraße zu finden. Dann hören diese Radwege vielmals einfach mitten auf der Straße auf, wie an der Kreuzung Georg-Schumann-Straße/ Lützowstraße oder Georg-Schumann-Straße/ Lindenthaler Straße. Vielfach sind sie allerdings gar nicht zu finden, wie auf der Breitenfelder Straße entlang des Kauflands. Warum soll es in Gohlis den Radfahrern auch anders ergehen? Die Aufschrift „Fahrradstraße“, wie man sie aus einigen anderen Stadtteilen Leipzigs kennt, sucht man allerdings vergebens und das, obwohl wir in Gohlis eine prädestinierte Strecke dafür haben.

Die Radverkehrsverbindung entlang des „Bahnbogen Nord“ hat der Bürgerverein Gohlis schon frühzeitig seit Bestehen und regelmäßig im Zusammenhang mit zwei großen Bauprojekten im Stadtteil thematisiert. Mitte der 90er Jahre schon haben sich Mitglieder in der AG „Umwelt, Verkehr und Ordnung“ für sichere und zusammenhängende Radwege in Gohlis eingesetzt. In der Ausgabe vom August 1998 titelte der damalige „Gohliser“ (Vorläufer des Gohlis Forums) „Wem’s zu wohl ist, der radelt durch Gohlis“ und wollte damit auf die schlechte Situation für Radfahrer hinweisen.

Das erste Projekt in der damaligen Zeit war der Umbau der Georg-Schumann-Straße. Mit mehr als fünf Kilometern ist die Trasse durch den Leipziger Nordwesten nicht nur die längste in der Stadt. Diskutiert wurden die Umbaumaßnahmen mit Beteiligung des Bürgervereins, welcher unter anderem regelmäßig Bürgeranhörungen in der Planungsphase veranstaltete. Frühzeitig wurden die misslichen Zustände des Radwegs auf der Straße angesprochen und die daraus resultierenden Gefahren für Radfahrer. Interessanterweise waren damals die Problemstellen entlang der Georg-Schumann-Straße schon die gleichen wie heutzutage. Für die Autofahrer wurde mit der Fertigstellung der B6 (Max-Liebermann-Straße) eine akzeptable Lösung gefunden. Was blieb für die Radfahrer?

Das zweite Projekt war die Festlegung von Gohlis-Süd als Sanierungsobjekt zum Erhalt der Altbauten in diesen Gemarkungen. Auf der Karte kann man leicht erkennen, dass der Bahnbogen Nord (oder auch „Gohliser Bogen“) die nördliche Grenze des Sanierungsgebietes Gohlis – Zentrum Nord II darstellt.

Die Strecke durch Gohlis mit dem Start direkt am Budde-Haus und Sitz des Bürgervereins, entlang der S-Bahn ist vielen Ortskundigen ein Begriff. Guckt man allerdings auf das heutige Resultat, erkennt man leicht, dass der Bahnbogen Nord nicht in eine Fahrradstraße oder ähnliches transformiert wurde. Natürlich lassen sich aus heutiger Sicht die Dinge einfacher bewerten. Zumal, und das wird auch in den älteren Ausgaben des Gohlis-Forums deutlich, es vermutlich keine einheitliche Planung für die Radstrecke (analog der B6 für Autofahrer) gegeben hat. Beispielsweise gab es zur Fertigstellung des Sportplatzes an der Sasstrasse die erfreuliche Meldung der Fertigstellung im Gohlis Forum vom November 1999. Folgen Radfahrer der Strecke, gilt es jetzt viele sehr befahrene Straßen zu überqueren, bevor man über die Lindenthaler-, Breitenfelder- und Wiederitzscher Straße auf das heute noch unwegsamste Teilstück kommt. Am Gartenverein Schreber-Hauschild vorbei, gelangt man schließlich über den Fußweg an der S-Bahn entlang auf die Georg-Schumann-Straße.

Wo das letzte Teilstück an der Stadtteilgrenze zu Möckern auf die Georg-Schumann-Straße mündet, kann man heute der Laubestraße und dem Heuweg folgen und ist direkt auf dem Luppedamm. Die Übergänge an den Straßen und Kreuzungen zwischen den Teilstücken muss man allerdings ohne gute Ausschilderung und ohne Radwegmarkierungen meistern.

Hieraus lässt sich schließen, dass eine einheitliche Planung des Radweges (noch) nicht umgesetzt wurde. Aus heutiger Sicht ist dieses sicherlich sehr bedauerlich, denkt man nur an den geplanten Radschnellweg Halle-Leipzig, größtenteils entlang der S-Bahnlinie 3 nach Halle (radschnellweg.org). Der Bahnbogen Nord wäre ein idealer Zubringer oder Weiterverteiler dieses Weges. Der Radschnellweg soll in verschiedenen Bauabschnitten realisiert werden. Erst wenn der finale Streckenverlauf klar ist, die formellen Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind und die Mittel für den Bau bereitstehen, wird die Umsetzung des Projektes beginnen. Ein konkreter Zeitpunkt oder -plan ist derzeit allerdings noch nicht benannt.

Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung: Verkehrskonzept rund um den A.-Bretschneider-Park

Gemeinsam mit dem Bürgerverein Gohlis organisiert der GeyserHaus e.V. ein Beteiligungsverfahren zur Entwicklung des Arthur.-Bretschneider-Parks. Im Fokus stehen dabei Fragen zur Gestaltung der Verkehrssituation rund um den Park und damit zur Erhöhung der Sicherheit und Lebensqualität im Viertel.

Als erster Termin findet am Mittwoch, 22. Juni ab 18 Uhr auf der Parkbühne GeyserHaus die Auftaktveranstaltung zum Projekt statt. Dort wird das Vorhaben vorgestellt und Bürger*innen haben die Möglichkeit, erste Ideen und Vorschläge einzubringen.

Mögliche Themen sind neben der Sicherheit von Kindern und Familien im Straßenverkehr, die Entwicklung eines gelungenen Miteinanders im Straßenverkehr zwischen Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr, sowie die Stell- und Parkplatzsituation rund um den Park.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung von geeigneten Maßnahmen, um die Verkehrsbelastung für die Anwohner*innen zu reduzieren und bestehende Probleme zu lösen. Dazu haben die Kooperationspartner Gelder aus dem Budget des Stadtbezirksbeirats erhalten und werben dafür, mögliche Folgemaßnahmen ebenfalls dort zu beantragen.

Weitere Veranstaltungen sind für den 07.09. und 23.11. geplant – dann sollen in Anwesenheit von Vertreter*innen von Verwaltung und Stadtrat konkrete Maßnahmen entwickelt und Wege gefunden werden, um diese kurzfristig umzusetzen.

Stadtradeln erfolgreich: Neuer Teilnehmerrekord

von Matthias Reichmuth

Zum alljährlichen Stadtradeln schickte der Bürgerverein Gohlis unter dem Motto „Besser radeln in Gohlis“ zum sechsten Mal in Folge ein Team ins Rennen. Dabei gelang es, mehr Menschen als zuvor zu motivieren, ihre Kilometer bei uns einzutragen: 48 Personen umfasste das Team, bei weitem nicht nur Vereinsmitglieder.

Ein Teil der Mitradelnden hatte auch Zeit für einen Ausflug (oder für beide). Bei bestem Wetter fuhren wir am 12. September über Seehausen nach Krostitz und von dort weiter mit weitem Blick über Nordsachsen bis Zschettgau und über Liemehna, Pönitz und Plaußig wieder zurück nach Gohlis, wo wir uns noch in Eutritzsch ein Eis gönnten.

Am 26.09. waren wir dann – wieder bei bestem Wetter – an der Luppe entlang unterwegs, vorbei am Schlosspark Lützschena und weiter bis Kleinliebenau, wo extra für uns die Pilgerkirche geöffnet und gezeigt wurde, die ein Verein im letzten Jahrzehnt durch sein Engagement sanieren konnte. Auf dem Rückweg gab es in der Domholzschänke eine gemütliche Pause. So konnten sich auch die Teilnehmer besser kennenlernen, die bunt zusammengewürfelt waren, vom Ökonomen im Ruhestand bis zur Fachübersetzerin, vom Geographen bis zum Zerspanungsmechaniker. Weit auseinander leben wir ja nicht, aber ohne das Stadtradeln hätten wir uns sicher nicht einfach kennengelernt.

Unser eifrigster Radler, Gerd Zimmermann, brachte es in den drei Wochen vom 10. bis 30. September sogar auf über 1.000 km. Aber auch die vielen Kleinbeiträge haben uns geholfen, diesmal Platz 37 zu erreichen. Das klingt nicht so großartig, man sollte aber wissen, dass 643 Teams unterwegs waren, und nur die besten 50 zur Preisverleihung eingeladen werden. An dieser Preisverleihung im feierlichen Rahmen der Alten Handelsbörse am 27.10. nahmen wir dann auch teil, wobei die vier ausgelosten Preise leider nicht an uns gingen. Immerhin war unter den vier Gewinnern mit „fairFahren“ auch ein Verein (der FAIRbund e. V.) mit Sitz in Gohlis. Zudem erreichte der Michaeliskindergarten den zweiten Platz in der Wertung der Kindergartenteams.

Ansicht auf die leere Kreuzung der Landsberger Straße. Im Zentrum steht ein Baum, rechts und links davon Gebäude.

[Stellungnahme] Entwurfsplanung zu den Baumaßnahmen südliche Landsberger Straße

von Katja Roßburg

In 2022/23 wird die Sanierung der Landsberger Straße zwischen Coppiplatz und Hans-Oster-Straße mit einem Investitionsvolumen von fast 10 Mio. Euro eine der wichtigsten Baumaßnahmen im Stadtteil sein. Die LVB beabsichtigen die Aufweitung der Gleisanlagen für den Einsatz von breiteren Straßenbahnen. Parallel ist seitens des VTA der zum Teil grundhafte Ausbau der Fahrbahn vorgesehen. Die Pläne dazu wurden Ende April in der Sitzung des SBB Nord vorgestellt und Ende August im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens veröffentlicht. Die Vorplanung wurde bereits 2017/18 ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Die AG Mobilität und Verkehr hat sich die Entwurfsplanung einmal genauer angeschaut:

Neuerungen: Fahrbahnsanierung, Gleisaufweitung, Parkstellflächen und Gehwegnasen
Die Gohliser:innen können sich nach Abschluss der Bauarbeiten über mehr als 20 Baumneupflanzungen und eine Reduzierung des Straßenlärms freuen. Zwischen Coppiplatz und Viertelsweg wird die Fahrbahn komplett saniert und Parkstellflächen werden baulich eingefasst. Durch Abmarkieren von Radfahrstreifen erfolgt ein wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz. Die Sanierung auf diesem Abschnitt wurde bereits 2011 im Rahmen „Mach’s leiser“-Projekt des Ökolöwen mit Bürger:innen als Maßnahme zur Lärmminderung identifiziert.

Die LVB wird das Wendegleis im Viertelsweg modernisieren und das separate Gleisbett bis zur Hans-Oster-Straße verbreitern. Stadteinwärts soll ein lärmreduzierendes Rasengleis angelegt werden. Auf der gleichen Straßenseite wird außerdem eine Deckensanierung durgeführt. Der schmale Radweg wird dort auf die Fahrbahn verlegt. Der bisherige gemeinsame Geh- und Radweg bleibt zukünftig dem Fußverkehr vorbehalten. Parkstellflächen werden auch hier baulich eingefasst und befinden sich nach dem Umbau zwischen Radfahrstreifen und Gehweg. Für den Kfz-Verkehr ergeben sich damit keine besonderen Veränderungen, die bisherige Verkehrsführung und der Parkraum bleiben laut den Plänen erhalten.

Im Zuge der Bauarbeiten gibt es für den Fußverkehr einige Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit. An den Einmündungen fast aller Nebenstraßen werden Gehwegvorstreckungen angelegt, die das Überqueren erleichtern und für die Verlangsamung des abbiegenden Kfz-Verkehr sorgen. Dort sowie an den Ampelanlagen und Haltestellen werden Bodenleitsysteme installiert. Außerdem sollen Poller und Radbügel an den Gehwegnasen errichtet werden, damit Querungshilfen und Sichtachsen für den fließenden Verkehr frei bleiben.

Kritikpunkte: Mindeststandards für den Radverkehr nicht erfüllt – Chance für Verdichtung des Haltestellennetzes vertan
Aufgrund der Gleisaufweitung sind an den Haltestellen Anpassungen notwendig. Hier wäre wünschenswert, dass stattdessen die Inselhaltestelle zwischen Hölderlin- und Breitenfelder Straße zu einer Kaphaltestelle umgebaut wird, wie es in einer der Varianten der Vorplanung angedacht war. Ein Kap am Gehweg würde den Ein-/Ausstieg für LVB-Fahrgäste erleichtern. Diese müssten dann nicht auf einem schmalen Streifen mit schnell fahrendem Kfz-Verkehr im Rücken auf die Straßenbahn warten. Ebenso könnte das Passieren für Radfahrende an der derzeitigen Engstelle deutlich sicherer gestaltet werden, da die Anlage eines breiten Radfahrstreifens vor der Haltestelle auf dem Kap realisierbar wäre.

Wenn man bedenkt, dass die grundhafte Erneuerung auf die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgerichtet ist, wird für die kommenden Jahrzehnte mit dem aktuellen Planungsstand ebenfalls die Möglichkeit vertan, das Haltestellennetz zu verdichten. So bietet sich an, die LVB-Haltestelle am Umstiegsknoten Coppiplatz zwischen die beiden Bahntrassen näher an den S-Bahn-Haltepunkt zu rücken und eine weitere Haltestelle auf Höhe Stauffenberg-/Matthissonstraße zu legen. Eine schnelle Erreichbarkeit von Haltestellen trägt deutlich mehr zur Attraktivität des ÖPNV bei als kürzere Fahrzeiten durch wenige Stopps.

Obwohl der Straßenabschnitt auch im „Aktionsprogramm für den Leipziger Radverkehr 2021/2022“ aufgeführt ist, kann bis auf den schon erwähnten Lückenschluss im Radwegenetz nur begrenzt von Radverkehrsförderung gesprochen werden. An den vorliegenden Plänen gibt es zahlreiche Kritikpunkte, die typisch für Leipzigs Radverkehrsplanung der letzten Jahre sind:

  • Die neuen Radfahrstreifen (durchgezogene Linie) im südlichen Abschnitt unterschreiten die Mindestbreite von 1,85 m gem. den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA), die als eine Art „DIN-Norm“ den aktuellen Stand der Technik darstellen. Aufgrund der Zunahme von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern, wäre gem. ERA sogar eine Breite von 2 m geboten.
  • Die bereits existierenden Radschutzstreifen (gestrichelte Linie) mit teils nur 1,25 m Mindestbreite auf Höhe der Inselhaltestellen sind nicht StVO-konform, da ein Überholen von Radfahrenden durch einen Pkw oder Lkw mit 1,5 m Sicherheitsabstand nicht möglich ist. Abhilfe lässt sich hier durch eine leicht verengte Fahrbahnführung und entsprechende Beschilderung schaffen. Baulich wäre die Umgestaltung zu Kaphaltestellen die bessere Lösung.
  • Durch die Verlegung des Radwegs zwischen Hans-Oster-Straße und Viertelsweg auf die Fahrbahn ist auf Höhe der Konsum-Filiale ein sog. Radfahrstreifen in Mittellage („Angstweiche“) geplant, d.h. Radfahrende, die geradeaus auf der Landsberger Straße weiterfahren wollen, werden an die Ampel zwischen zwei Kfz-Spuren geleitet. Diese Art der Verkehrsführung wird u.a. vom ADFC abgelehnt, da sie von vielen Radfahrenden als gefährlich empfunden wird und wissenschaftlich nicht belegt ist, dass sie zu einer Verringerung von Unfällen beiträgt. Auch hier war in einer Vorplanungsvariante die Führung am rechten Fahrbahnrand vorgesehen.
  • An den Kreuzungen Coppiplatz und Viertelsweg fehlen Möglichkeiten zum sog. indirekten Linksabbiegen, dies ist aufgrund der Gleisanlagen und des damit verbundenen erhöhten Unfallrisikos zwingend erforderlich. Anstatt z.B. von Norden kommenden in die Coppistraße mit dem Kfz-Verkehr direkt nach links abzubiegen, fährt man zunächst mit einem Schwenk nach rechts in die Ludwig-Beck-Straße und wartet dort an der Ampel um anschließend geradeaus in die Coppistraße einzufahren.
  • Vor den Ampeln enden Radfahrstreifen weiterhin im Nichts. Hier waren ebenfalls in den Vorplanungsvarianten zwar nicht optimale, aber sichere Lösungen erarbeitet wurden. In den jüngsten LVZ-Interviews betonen sowohl OBM Burkhard Jung und VTA-Leiter Michael Jana zwar, dass man sich diesen Gefahrenstellen bewusst ist und diese entschärfen müsste, aber auch in dieser Planung ist nicht zu erkennen, dass die Verantwortlichen die Lösung derartiger Probleme in Angriff nehmen.

Die Maxime scheint auch weiterhin zu sein, die Leichtigkeit des Kfz-Verkehrs zu Lasten der Sicherheit aller am Verkehr Teilnehmenden zu gewährleisten. Die Planungen sind bereits weit fortgeschritten und die Einbindung der Öffentlichkeit ist erst auf Anfrage durch Stadtbezirksbeirat und Bürgervereinsvorsitzenden Tino Bucksch über den SBB Nord im Nachgang zur ersten Pop-Up-Radweg-Aktion der AG Mobilität und Verkehr im März 2021 erfolgt. Die AG versucht sich auch weiterhin im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens und über den SBB Nord bis zum Bau- und Finanzierungsbeschluss mit Anregungen und Einwendungen einzubringen.

Rock-e-Roller

von Katrin und Lutz Förster

Rock-e-Roller – wir sind der e-Roller Store am Chausseehaus. Seit nun schon zwei Jahren beleben wir hier diese bei allen Leipzigern bekannte „Ecke“ der Stadt. Der alte Laden direkt in der Georg-Schumann-Straße 2 wurde zu einem Schmuckstück ausgebaut und den historischen Räumen wieder Leben eingehaucht! Unsere Leidenschaft ist die Elektromobilität auf zwei Rädern. Wir, das sind Katrin und Lutz Förster, kümmern uns mit unserem Team voll Herzblut und Engagement nachhaltig um Elektro-Roller und Elektro-Motorräder. Neben dem Verkauf von e-Rollern und passendem Zubehör bieten wir natürlich auch den Service und Reparatur der elektrisch fahrenden Zweiräder in unserer integrierten Fachwerkstatt an und helfen bei lockeren Schrauben und Plattfüßen immer gern.

Wir sind Leipziger, kulturell interessiert, regional und überregional gut vernetzt und einfach umtriebig. Deshalb stand von Anfang an fest, in unserem eigenen Laden muss mehr passieren, als einfach nur e-Roller zu verkaufen. Wir wollten außerdem die historischen Räumlichkeiten des Chausseehauses der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen. Und genauso haben wir das auch umgesetzt. Wir geben Künstlern regelmäßig Raum für die Ausstellung ihrer Arbeiten, für Autoren-Buchlesungen, für Vorträge von Weltenbummlern oder organisieren auch mal kulinarische Sprachlern-Abende a la DOLCE VITA. Wir sind von Beginn an bei der „Nacht der Kunst“ als Akteur dabei. Nebenbei und mittendrin bereiten wir leckeren italienischen Kaffee oder frischen Tee zu in unserem Rock-e-Roller Café, bei schönem Wetter auch auf unserem kleinen Freisitz! Wir engagieren uns ehrenamtlich in der Region und haben mit unserer Lipsia-e-motion Elektromobilitätsrallye fünf Jahre hintereinander internationale Elektrofahrzeuge und ihre Fahrer oder Besitzer nach Leipzig geholt. Als IHK-Vollversammlungsmitglied hat Lutz Förster auch ein besonderes Auge für die Entwicklung der Leipziger Unternehmer und kennt ihre Sorgen und Nöte. Natürlich ist er in der Stadt und der Region gut vernetzt und versucht so immer die passenden Leute miteinander zu verknüpfen. Und hier schließt sich der Bogen zum Chausseehaus. An diesem Verkehrsknotenpunkt bündelten sich schon zu allen Zeiten die Verkehrsströme in die Stadt und Bündeln, Verknüpfen, Synergien schaffen und nutzen, das treibt auch uns von Rock-e-Roller an. Wir geben Raum für Ideen und gute Gespräche. Kommen Sie doch einfach auf einen Tee oder Espresso vorbei! Termine für die ab Herbst geplanten Veranstaltungen findet ihr demnächst auf unserer Homepage.

Und Achtung vormerken: Nacht der Kunst 2021 – wir sind dabei! Am 4. September 2021 öffnen wir ab 16 Uhr unseren Store und Freisitz. Wir begrüßen Künstler, die mit Auge, Hand und Stimme umzugehen und zu verzaubern wissen und freuen uns auf SIE als unsere Gäste! Hereinspaziert!

In eigener Sache – Bericht AG Mobilität und Verkehr

von Tino Bucksch

In ihrer Juni-Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr des Bürgervereins wurden drei zentrale Themen besprochen:

Rückblick Popup-Radweg-Aktion

Das Fazit des zweiten stadtweiten Popup-Radweg-Aktionstages, in diesem Jahr am 3. Juni, fiel umfänglich positiv aus. In der zwei Stunden dauernden Aktion stadteinwärts auf der Gohliser Straße konnten über 350 Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt werden, die den temporär eingerichteten Radweg nutzten. Die Rückmeldungen waren durchgängig erfreut über die klare Trennung zwischen Fahrbahn für den Kfz- und den Radverkehr. Für die Zukunft wird sich die AG vornehmen, die Lücken im Radwegenetz in Gohlis weiter zu thematisieren und Möglichkeiten, diese zu schließen auch mit den politischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen im Stadtrat zu diskutieren.

Sanierungsmaßnahme Landsberger Straße

Die Sanierungskomplexmaßnahme der Landsberger Straße zwischen Coppiplatz und Max-Liebermann-Straße wird eine der wichtigsten Maßnahmen im Stadtteil in den kommenden Jahren. Die Vorplanungen sind schon beendet und die Entwurfsplanungen in der finalen Phase, so dass der Bau- und Finanzierungsbeschluss im Herbst im Stadtbezirksbeirat Nord vorgestellt werden kann. Die AG wird versuchen, in dem anstehenden Planungsprozess noch weitere Ideen zur Verkehrssicherheit und zur Aufenthaltsqualität in dem Straßenabschnitt einzubringen.

Europäische Mobilitätswoche und Park(ing) Day am 17. September

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche und anlässlich des Park(ing)Day am Freitagnachmittag wird auf der Sperrfläche zwischen Virchowstraße und Lützowstraße ein Pavillon in wohnzimmerähnlicher Atmosphäre eingerichtet. Mit einem Bußgeldquiz soll der Parkdruck im Stadtteil unterhaltsam thematisiert werden sowie anhand einer Karte Vorschläge für den Ausbau des lückenhaften Radwegenetzes im Viertel aufgenommen und diskutiert werden. Darüber hinaus wird unser „Gehzeug“ für Aktionen rund um die Sperrung des Innenstadtrings für den Autoverkehr genutzt werden. Scheinbar hat die AG damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Starkes Gohliser Team zum Stadtradeln 2021

Starkes Gohliser Team zum Stadtradeln

Für den diesjährigen Wettbewerb „Stadtradeln“ in Leipzig sucht das Team des Bürgervereins Gohlis „Besser radeln in Gohlis“ noch aktive Mitwirkende für ein starkes Team, die bereit sind, vom 10.09. bis 30.09. ihr Fahrrad verstärkt zu nutzen und die gefahrenen Kilometer ins Internet einzutragen. Radfahren dient dem Klimaschutz und ist gesund für Kreislauf und gegen Infektionen. Außerdem wird es umso sicherer, je mehr Menschen auf dem Fahrrad unterwegs sind, denn die Autofahrer achten dann stärker auf den Radverkehr. Schwachpunkte im Radverkehrsnetz können Sie ebenfalls über die Radar-Funktion beim Stadradeln melden.

Unser Team plant auch gemeinsame Ausflüge, zu denen wir die Teammitglieder über Email einladen werden. Wenn wir deutlich über 40 Personen werden, haben wir auch die Chance, unter die ersten 50 Leipziger Teams zu kommen, unter denen Preise verlost werden.

Und so können Sie mitmachen:
Wählen Sie im Internet unter www.stadtradeln.de zuerst unten „Leipzig“ als Kommune aus. Sie sehen dann u. a., wie viele Teams es schon gibt und können sich unten auf dem grünen Feld registrieren, dann werden Sie durch das Menü geführt. Bei der Auswahl des Teams, dem Sie sich anschließen, entscheiden Sie sich bitte für „Besser radeln in Gohlis – Bürgerverein Gohlis“.

Wir freuen uns auf alle, die dabei sind!

In eigener Sache – Fazit Pop-up-Radweg auf der Landsberger Straße

von Tino Bucksch

Am 10. März folgte der Bürgerverein mit seiner AG Mobilität und Verkehr dem Aufruf des Ökolöwen zur Thematisierung des sicheren Radverkehrs in Leipzig und ließ auf der Landsberger Straße stadteinwärts zwischen Hölderlinstraße und Hoepnerstaße eine Pop-up Radweg aufploppen. Die vielen Dankeschön-Rufe der Radfahrerinnen und Radfahrer, die im Berufsverkehr zwischen 7 Uhr und 9 Uhr den temporären Radweg nutzten, zeigten deutlich, dass auf diesem Teilstück der Landsberger Straße Handlungsbedarf besteht. Das Stück Straßenraum, der inklusive der Fußwege groß genug ist, bedarf dringend einer Sanierung und Neuordnung. Zum einen ist es nicht nachvollziehbar, warum hier auf diesem Stück der Landsberger Straße der abmarkierte Radweg unterbrochen ist – obwohl dieser ober- und unterhalb des Straßenabschnittes existiert und warum es keine alternative Anordnung und Gestaltung des Straßenraums gibt, die der aktuellen Gewerbestruktur und dem veränderten Nutzerverhalten der Anwohnerinnen und Anwohnern entspricht. Dabei ist noch nicht einmal die Rede davon, dass der löchrige Deckenbelag der Straße und der Zustand der Fußwege für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellt.

Ab 2022 plant die Stadt gemeinsam mit der LVB, die Landsberger Straße ab Coppiplatz bis zur Kreuzung Max-Liebermann-Straße zu sanieren und umzugestalten. So wird die Straßenraumaufteilung zwischen Viertelsweg und Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße die am deutlichsten sichtbare Veränderung nach der Baumaßnahme sein. Die Straßenbahn wird ihr separates Gleisbett beibehalten. Die parkenden Autos hingegen werden eine Reihe nach hinten verlagert. Das ermöglicht die Abmarkierung eines Radweges zwischen den beiden Fahrbahnen für den fließenden und den ruhenden Verkehr.

Die Gestaltung des Abschnittes der Landsberger Straße, auf dem der Pop-up Radweg stattfand, wollen wir die kommenden Monate in Erfahrung bringen und unsere Erwartungen einbringen. Dies beinhaltet natürlich auch eine ausreichende und umfassende Information der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner der Landsberger Straße.

Aktionstag für Pop-up Radwege

Weltweit schaffen Städte im Eiltempo mehr Platz für Radfahrerinnen und Radfahrer mit sogenannten Pop-up-Radwegen. Die Stadt Leipzig will das bisher nicht. Das wollen wir in der Öffentlichkeit thematisieren.
Verbände und Initiativen haben sich zusammengeschlossen und bieten den Leipzigerinnen und Leipziger jetzt eigenhändig sichere Pop-up Radwege an.
Mit einem Aktionstag am

Mittwoch, den 10. März 2021 von 7 Uhr bis 9 Uhr auf der Landsberger Straße stadteinwärts zwischen Hölderlinstraße und Hoepnerstaße 

soll der Stadtrat und Baubürgermeister Dienberg aufgefordert werden: Machen Sie mehr Tempo! Lassen Sie viele neue Radwege für alle Leipzigerinnen und Leipziger aufploppen!

Mit der Aktion könne Alle an den Stationen testen, wie es sich anfühlt, auf einem sicheren Radweg unterwegs zu sein. Unterstützt werden können die beteiligten Verbände und Initiativen bei ihrem Engagement, damit das Verkehrsamt diese Radwege schnell und dauerhaft einrichtet u.a. mit folgender Petition.

DDR-Garagen, was gibt es Schöneres in Gohlis?

Von Ursula Hein

Einen Parkplatz zu finden, gar einen überdachten ist nicht nur in Gohlis schwer. Wer also eine alte DDR-Garage gemietet hat oder sie gar sein Eigen nennt, kann sich glücklich preisen und gibt sie freiwillig nicht her. Es gibt viele dieser Garagenzeilen, teils versteckt, teils direkt an der Straße. Aber wie sehen sie aus? Hier feiert die graue DDR noch Urstände. Die Garagentore prangen bestenfalls in langweiligem Braun, sind besprayt, keiner scheint sich um ihr Aussehen zu kümmern.

Dass es auch anders geht und die Garagen richtige kleine Schmuckstücke sein können, haben wir jetzt an der Ostsee erlebt. Da gibt man sich richtig Mühe mit seiner Garage, überlegt sich, wie der Anblick der Tore auch anderen Menschen Freude machen könnte.
Foto: Zingst, Strandstraße

Während das Aussehen die Nutzer scheinbar wenig interessiert, jetzt hat sich die Stadt der Garagen erinnert. Diese ca. 5x 2,50 großen Garagen stehen nämlich auf städtischem Grund. Bisher kostete die jährliche Grundpacht 125 € und das seit 22 Jahren! Jetzt möchte die Stadt 250 € haben und die Garagennutzer sind natürlich empört, wie man in der LVZ lesen konnte. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass es sich um den Jahresbeitrag handelt. Was sind 250 € pro Jahr gegen 1.200 € Garagenmiete pro Anno, die man hier in Gohlis Süd für eine solche Garage verlangt und auch bekommt? Es wird also teurer und Parkplätze sind sehr rar.

Vielleicht können sich die Garagenbesitzer trotz dieser Erhöhung dazu überwinden, einen Pinsel in die Hand zu nehmen und ihre Garagen verschönern. Es müssen ja nicht gleich Eulen sein, ein wenig Farbe täte es auch.

Notfallsimulation in der Krochsiedlung

Von Tino Bucksch

Am 22. Oktober war in der Krochsiedlung im Leipziger Norden einiges los – aufgrund vermehrter Beschwerden und Anfragen gegenüber dem Ordnungsamt verursacht durch einen enormen Parkdruck innerhalb der Siedlung, die errichtet wurde zu einer Zeit als die Ahnung über den Bedarf an Abstellflächen für den Individualverkehr noch wie Zukunftsmusik klang, führte das Ordnungsamt der Stadtverwaltung Leipzig eine vor-Ort-Begehung der besonderen Art durch. In einer gemeinsamen Aktion mit dem Polizeirevier Nord und zwei Einsatzwagen der Feuerwache Nord sollten die Anwohnerinnen und Anwohner der Krochsiedlung, durch den simulierten Versuch der beiden Fahrzeuge die Siedlung zu durchqueren, dafür sensibilisiert werden, was das individuelle Parkverhalten für den Fall eines Notfalles in der Siedlung bedeuten würde. Quälende anderthalb Stunden lang dauerte die Vorführung – beding durch mehrfachen Halterermittlungen inklusive des Herausklingelns der Fahrerinnen und Fahrern und dem Unvermögen, um bestimmte Kurven nicht herumfahren zu können, ohne die parkenden Autos zu beschädigen. Damit wurde wohl Jedem und Jeder klar, dass im Notfall in der Siedlung Schlimmeres passieren könnte.

Dabei muss die Situation vor Ort differenziert betrachtet werden. Zum einen herrscht Freude darüber, dass Leipzig wächst und dass auch die Krochsiedlung für junge Familien und zugezogene Gohliserinnen und Gohliser attraktiv ist. Zum anderen ist die Siedlung in einer Zeit konzipiert wurden, als die Frage des zur Verfügung stehenden Parkraumes keine Rolle spielte. Diese beiden widerstreitenden Fakten treffen aufeinander und machen es schwer, das Problem zu lösen. Fest steht, dass eine Gehwegseite zusätzlich zu einem Teil der Grünflächen, die beide komplett als Parkplatz genutzt werden, nicht die Lösung sein können. Komplett öffentlichen Raum und Grünflächen aber in Parkplätze umzuwandeln und damit den Charakter der Siedlung nachhaltig zu zerstören, auch nicht.

Am Ende kann eine befriedigende Lösung nur gefunden werden, wenn die Interessen Aller im Areal an einen Tisch gebracht werden – die Anwohnerinnen und Anwohner, die Stadtverwaltung sowie der Immobilienbesitzer. Wobei es schon innerhalb der Mieterinnen und Mieter keine Einigkeit gibt. Die Vorschläge reichen vom Erhalt der alten Siedlungsstruktur bis hin zur Reduzierung der Grünflächen für Parkflächen oder ein Parkhaus. Der Bürgerverein wird weiterhin versuchen, die widerstreitenden Positionen an einen Tisch zu bekommen. Gerade das Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner kann nur Gehör finden, wenn es sich gemeinschaftlich gebündelt gegenüber den anderen zwei Akteuren Gehör schaffen kann.

[Ausverkauft] „Gohlis 2021 – Mobilität einst und jetzt“ – Der neue Kalender ist da!

+++ Ausverkauft +++

Zwölf Monate Gohliser Verkehrsgeschichte in Bild und Text bietet der neue Kalender des Bürgervereins für das kommende Jahr. Der Kalender wird mit einigen Details seine Käufer überraschen – so dürfte nicht jedem bekannt sein, dass 1884 in Gohlis eine der ersten Radrennbahnen Mitteldeutschlands eingeweiht wurde. Oder in den Bleichert-Werken nicht nur Seilbahnen, sondern auch Elektrofahrzeuge produziert wurden, darunter ab 1923 die weltweit patentierte „Eidechse“.

An die Doppelstockbusse, die von Ende der 50er bis Anfang der 70er durch die Max-Liebermann-Straße fuhren, werden sich die Älteren unter den Käufern erinnern, ebenso an das legendäre Fahrzeug „Krause Duo“ für Menschen mit Behinderungen aus der Elsbethstraße oder die Motorrad-Seitenwagen der Firma Stoye in der Lindenthaler Straße.

Die historischen Bilder im Kalender – Ansichtskarten, Archivfotos und Schnappschüsse – stammen aus dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig sowie von Vereinen, renommierten Fotografen und privaten Sammlern.

Der Wandkalender im DIN-A 4-Querformat kostet 9 €. Erworben werden kann dieser – solange der Vorrat reicht – telefonisch oder per Mail (Kontaktdaten siehe oben) sowie in ausgewählten Buchhandlungen wie dem „Bücherwurm“, Gohliser Straße 20 oder der Verlagsbuchhandlung Bachmann, Markt 1.

Bürgerverein mit neuem Rekord beim Stadtradeln 2020 dabei

Das Stadtradel-Team des Bürgerverein hat einen neuen Rekord aufgestellt: Zum Abschluss des diesjährigen Stadtradeln hatten 46 aktiven Personen (nie waren wir mehr!) insgesamt 13.129 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt.

Als der verein 2016 zum ersten Mal ein Gohliser Team gebildet haben, waren es noch 6.756 Kilometer, seither ist diese Strecke (außer 2018) jährlich angewachsen.

Auch die Details im Radlerbereich zeugen davon, was die Einzelnen im Team beeindruckend geleistet haben: Zwei im Team haben jeweils allein mehr als 1.000 km auf dem Rad zurückgelegt, in 14 Fällen waren es mehr als 400 km in drei Wochen (darunter 11 einzeln Fahrende, 3 die Kilometer für zwei Personen eintrugen).
Aber auch wer nur einen kleinen Beitrag geleistet hat – für die Teamleistung waren alle wichtig, denn das Feld der diesmal 575 aktiven Teams liegt eng beieinander. Auch Leipzig selbst hat in diesem Jahr einen neuen Rekord mit über 2,5 Mio. erfassten geradelten Kilometern aufgestellt.

Trotz dieser gewachsenen Konkurrenz hat der Bürgerverein in diesem Jahr den Platz 41 erreicht und kam somit wieder in der Verlosung unter den 50 besten Teams.

Kalender für 2021 Mobil in Gohlis – mit dem Auto

Von Wolfgang Leyn

Den Flughafen beim 1896 eingeweihten Scherbelberg am Rande von Gohlis gab es nur in der Phantasie. Auch ohne Flughafen ist Gohlis verkehrsgeschichtlich interessant. Alte Postkarten, Archivbilder und private Schnappschüsse zeigen im Kalender des Bürgervereins für 2021, wie Gohliser früher unterwegs waren, zu Fuß, mit dem Pferdefuhrwerk, mit Fahrrad, Auto und Motorrad, mit Straßenbahn, Bus oder Eisenbahn.
Auf der Rückseite der Kalenderblätter erfahren Sie in Text und Bild Interessantes darüber. Ab Oktober gibt‘s den Wandkalender im DIN A 4-Querformat für 9 € im Budde-Haus. Sie können vorbestellen unter buergerverein@gohlis.info.
Im Folgenden ein Auszug aus dem Text zum Monatsbild September „Mobil in Gohlis – Auto“:

Intakte Privat-Pkws waren nach Ende des 2. Weltkrieges auch in Gohlis eine Seltenheit. Doch der heute exotisch anmutende Anblick eines Autos mit Kessel im Heck war damals nichts Ungewohntes. Seit 1942 gab es in Deutschland Kraftstoff nur noch fürs Militär; also wurden Lkws und Pkws auf Holzgasbetrieb umgerüstet. […]

Leipzig ist heute wieder ein wichtiger Standort der Autoindustrie. 2002 nahm das hiesige Porsche-Werk die Produktion auf, 2005 folgte BMW. Schon vor rund 100 Jahren wurden in der Stadt Autos gebaut – bei Polyphon in Wahren ab 1904. […] August Horch hatte 1904 seine Motorwagenfabrik ursprünglich in Leipzig gegründet. Weil Zwickau aber günstigere Bedingungen bot, zog die Firma dorthin um.

Und Gohlis? Leipzigs erstes halbwegs fahrfähiges Automobil hatte 1880 Julius Wilhelm von Pittler entwickelt, der 1886 bis 1904 in Gohlis lebte. Doch wegen der Lärmbelästigung verbot die Polizei das mit einem Schießpulver-Motor ausgestattete Fahrzeug. Ab Mitte der 20er-Jahre wurden dann in den Gohliser Bleichert-Werken Elektroautos gebaut. Ende der 1950er-Jahre entwickelte Joachim Kunsch in Gohlis das Krausemobil, ein Kleinstauto für Menschen Mit Einschränkungen.

Die frühen Automobile waren reparaturanfällige Prestigeobjekte für Wohlhabende. Auch Kraftstoff war teuer. Manche Privathäuser, die nach 1910 in Gohlis-Süd gebaut wurden, verfügen im Souterrain über eine Garage, so im Poetenweg, in der Fechnerstraße oder der Stollestraße. […]

Rund zwei Drittel aller Gohliser Haushalte verfügten 2019 über einen Pkw. Die meisten stehen heutzutage am Straßenrand, täglich im Schnitt 23 Stunden lang. Car-Sharing wäre eine Alternative. Elektroautos haben eine bessere CO2-Bilanz als jene mit Verbrennungsmotor, den knappen Verkehrsraum verstopfen sie auch. In vielen Fällen wäre der Umstieg aufs Fahrrad oder den öffentlichen Nahverkehr problemlos möglich.

Erfolgreiche erste Gehzeug-Parade in Gohlis

Bürgerverein zieht positive Bilanz und erneuert Forderungen Richtung Stadtverwaltung

Der Bürgerverein Gohlis e.V. lud am Freitag, den 18. September zu einer Kundgebung und zur ersten Gohliser Gehzeug-Parade unter dem Motto „Stadt für Menschen- statt für Autos“ zur Gehzeug-Parade ein. Ziel war es dabei, Aufmerksamkeit auf die jahrzehntelange Benachteiligung der Fußgänger im Stadtteil zu lenken.

Aus Sicht des Bürgervereins und der initiierenden AG Mobilität und Verkehr geht Fußverkehr jeden etwas an. Jeder geht zu Fuß, gleich ob er längere Strecken in Leipzig mit dem Auto, Fahrrad oder mit der Straßenbahn zurücklegt. Die täglichen Wege zum Einkaufen, zur Kita, zur Schule, zum Entspannen im Park oder auf dem Spielplatz, zum nächsten Parkplatz oder zu der Haltestelle werden zu Fuß zurückgelegt.

In Leipzig werden 39% der täglichen Wege mit dem Auto zurückgelegt – dennoch beansprucht der Autoverkehr 65% – also fast zwei Drittel – der öffentlichen Verkehrsflächen. Mit der Gehzeug-Parade will der Bürgerverein auf die ungleiche Flächeninanspruchnahme durch Autoverkehr und notwendige Parkplätze in öffentlichen Raum hinweisen. Der Bürgerverein fordert daher, dass dieselbe Aufmerksamkeit für den Fußverkehr wie er für den motorisierten Individualverkehr selbstverständlich ist.

Mit der Gehzeug-Parade wurden noch einmal zentrale Forderungen der letzten Jahre erneuert:

  • Ein sicherer Fußverkehr fördert das Wohlbefinden und die Lebensqualität aller Anwohner im Viertel.
  • Ein sicherer Fußverkehr ist gut für die Schwächsten im Stadtteil – den Kindern und Senioren. Er ermöglicht deren Teilhabe in der Öffentlichkeit und verbessert den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
  • Ein sicherer Fußverkehr ist ein Wirtschaftsförderprogramm für die Läden um die Ecke.
  • Kreuzungen müssen begrünt werden und damit sie zum Verweilen einladen.
  • Kinder müssen ohne Umwege und Gefahrenpunkte zu ihren Bildungsstätten gehen können.
  • Ein- und Aussteigen an den Straßenbahnen muss für Fußgänger sicher sein.

Bürgerverein lädt zur Gehzeugparade ein

Der Bürgerverein Gohlis lädt für Freitag, den 18. September zu einer Gehzeugparade im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche ein. Sie beginnt um 16:30 Uhr an der Kreuzung Virchow-/Lützowstraße und führt durch die Lützowstraße bis zur Höhe Erfurter Straße.

Gehzeuge sind von Fußgängern getragene Gestelle, die etwa den gleichen Platz im Straßenraum einnehmen wie Pkw. Damit soll deutlich werden, wie hoch der Platzbedarf der Autos im Vergleich zu Fußgängern ist. Die Parade steht unter dem Motto „Stadt für Menschen statt für Autos.“

Der Sprecher der AG Mobilität und Verkehr in Gohlis, Matthias Weidel, begründet die Auswahl der Strecke so: „Die Lützowstraße in Gohlis ist ein Beispiel für jahrzehntelange Vernachlässigung von Fußverkehrsinteressen.“ Dies betrifft sowohl die Engstellen der Lützowstraße bis zur Friedenskirche als auch die schlechten Querungsmöglichkeiten an der Ecke zur Virchowstraße oder die nicht barrierefreien Zugänge zur Straßenbahnhaltestelle vor den Gohlis-Arkaden.

Die Gehzeugparade ist als Demonstration angemeldet, Interessierte sind herzlich willkommen.