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Schlagwort: Leipzig

Sport in Gohlis

von Matthias Reichmuth und Peter Niemann

Starkes Gohliser Team zum Stadtradeln

Für den diesjährigen Wettbewerb „Stadtradeln“ in Leipzig sucht das Team des Bürgervereins Gohlis „Besser radeln in Gohlis“ noch aktive Mitwirkende, die bereit sind, vom 10.09. bis 30.09. ihre mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer ins Internet einzutragen. Unser Team plant auch gemeinsame Ausflüge, zu denen wir die Teammitglieder über E-Mail einladen werden. Wenn wir deutlich über 40 Personen werden, haben wir auch die Chance, unter die ersten 50 Leipziger Teams zu kommen, unter denen Preise verlost werden.

Und so können Sie mitmachen:
Wählen Sie im Internet unter www.stadtradeln.de zuerst unten „Leipzig“ als Kommune aus. Sie können sich unten auf dem grünen Feld registrieren, dann werden Sie durch das Menü geführt. Bei der Auswahl des Teams, entscheiden Sie sich bitte für „Besser radeln in Gohlis – Bürgerverein Gohlis“.
Wir freuen uns auf alle, die dabei sind!

Lauftreff Gohlis

Seit ein paar Wochen findet jeden Dienstag der Lauftreff Gohlis statt. Eine gute Gelegenheit, um gute Vorsätze in die Tat umzusetzen oder einfach nur und in wirklich freundlicher Gesellschaft durch den beschaulichen Norden zu rennen.
Jede und jeder kann mitmachen!
Als Laufzeit sind 30 Minuten angedacht. Pace so um 6:30 min/km.
Los geht es immer dienstags um 19:00 Uhr. Treffpunkt ist am Tor vom Budde-Haus.

In eigener Sache – Gohlis Kalender 2022

von Peter Niemann 

Wir suchen weiterhin nach tollen Motiven von Spielplätzen in Gohlis für unseren Gohlis Kalender 2022. Bis zum 31. August können Sie uns noch Ihre Bilder schicken. Am einfachsten geht dies per Mail an geschichte@gohlis.info. Schafft es ihr Foto in den Kalender, findet dies natürlich Erwähnung im Kalender und Sie erhalten ein Exemplar gratis.

Neues aus der Arbeitsgemeinschaft Stadtteilgeschichte

Auch beim letzten Treffen der Arbeitsgemeinschaft Stadtteilgeschichte ging es um den Kalender. Wir haben schon viele AutorInnen gewinnen können, und sind davon überzeugt, wieder an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen zu können.

Ein weiteres ganz wichtiges Thema für uns ist das sich zügig nähernde 30-jährige Jubiläum unseres Bürgervereins! Wir planen schon fleißig an einer Jubiläums-Publikation sowie einem speziellen Jubiläums-Kalender für das Jahr 2023. Es geht dann u.a. um die großen und kleinen Projekte des Bürgervereins, die noch heute im Stadtteil erfahrbar sind.

Darüber hinaus haben uns der Fairbund e.V. und der Montbertus Verlag um die Mitwirkung bei einem sehr spannenden Buchprojekt gebeten. Es geht dabei um ein sehr geschichtsträchtiges und vielfältig genutztes Gebäude im Leipziger Norden: Das Budde-Haus. Wir freuen uns auf jeden Fall!

Wenn Sie sich für die Geschichte unseres tollen Stadtteils interessieren, schauen Sie doch einmal bei unseren monatlichen Treffen im Budde-Haus vorbei! Jede und Jeder ist herzlich eingeladen. Alle Termine finden sich in der Terminübersicht auf der Rückseite des Heftes.

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 3 – Irmgard Gruner

von Peter Niemann

Bereits in den vergangenen Ausgaben haben wir darauf hingewiesen, dass wir am 22. April 2022, ein sehr wichtiges Jubiläum begehen werden. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! In der letzten Ausgabe des Heftes haben wir begonnen, Ihnen besondere Personen vorzustellen, die sich bereits seit sehr langer Zeit in unserem Verein engagieren und dabei Großes geleistet haben. Diesmal möchte ich Ihnen eine ganz besondere Frau vorstellen, die von Anfang an dabei ist und den Bürgerverein noch immer nach Kräften unterstützt. Ihr Name ist Irmgard Gruner und ich habe mich am 8. Juli auf eine Tasse Kaffee und ein kurzes Interview mit ihr verabreden können:

Hallo Irmgard. Ich freue mich sehr, dass es heute trotz des eher mäßigen Wetters mit einem Treffen im Garten geklappt hat. Vielleicht fangen wir einfach mit einer kurzen Vorstellung an.

Ich bin 81 Jahre alt, geboren in Leipzig, und wohne mit meinem Mann seit 1968 in der Hoepnerstr. 4a in Gohlis-Mitte. Wir haben 2 Kinder und 5 Enkel. Ich bin diplomierte Wirtschaftsmathematikerin und habe vor der Wende lange Jahre im VEB Rechenzentrum, später DVZ (Datenverarbeitungszentrum) Leipzig, danach kurz in der Universität als Programmiererin und Problemanalytikerin gearbeitet. Nach kurzer Arbeitslosigkeit ging ich ab 1992 zu der Beschäftigungsgesellschaft ABW. Dort wurden Arbeitslose von Orsta-Hydraulik aufgefangen und in ABM-Maßnahmen gebracht. Die letzten Arbeitsjahre habe ich im sog. Ostraumprojekt gearbeitet. Mein politisches Engagement begann mit dem Mauerfall. In der DDR habe ich mich auf dem Gebiet verweigert. Jetzt wollte ich mitmachen. Es war Zufall, dass ich beim Neuen Forum landete, wo ich gleich Gruppenleiterin für Gohlis bzw. Leipzig Nord wurde. Im Neuen Forum lernte ich Gert Klenk kennen, wir liefen gemeinsam mit vielen anderen um den Ring. Wir hatten konkrete Vorstellungen, wie ein neues Deutschland aussehen könnte. Das war eine super-tolle Zeit. Da war eine Aufbruchstimmung, sag‘ ich Dir. Wir haben da was geschafft, über die Parteigrenzen hinweg und zum Wohle der Stadt. Dort kam ich auch auf die Liste für das Stadtparlament. Und es gab ja so viel zu tun, das ist heute kaum vorstellbar: Trotz des hochtrabenden Progamms der Partei „Alle Dächer dicht“ waren so gut wie alle Dächer kaputt, der Putz bröckelte von den Wänden, es war feucht in vielen Wohnungen, du hast Dich in der eigenen Stadt nicht wohl gefühlt. Die Schönheit unserer Stadt wurde erst nach und nach erfahrbar. Der Bürgerverein Gohlis wurde nicht nur wegen des Budde-Hauses gegründet, wir wollten mit dazu beitragen, unseren Stadtteil wieder lebenswert zu machen Zum Glück wurde Gohlis bald förmlich festgelegtes einfaches Sanierungsgebiet, dann erweitertes Sanierungsgebiet, inklusive des Budde-Hauses.

Das klingt nach einer Menge Freizeit, die da ins Ehrenamt investiert wurde. Wie passte das mit der Familie bzw. deinem Mann zusammen? Hat das gut funktioniert?

Klar. Die Kinder waren ja schon raus. Mein Mann hat trotz vieler Arbeit als reprivatisierter Salzgroßhändler jede Gelegenheit genutzt , mich zu unterstützen. Er hat nie groß was gesagt, Sitzungen und langes Palaver sind nicht seine Welt. Er hat aber immer fotografiert, für den Bürgerverein, für den Seniorenbeirat, für die Grünen. Er hat nie was dafür verlangt. Er hat das gerne gemacht. Mein Mann kommt fast immer mit und ich finde das sehr, sehr schön.

Der Bürgerverein war also ein wichtiger Ausgangspunkt für Dein Bemühen um den Stadtteil. Wann ging das los? Wie muss man sich das vorstellen?

Ihr habt ja darüber berichtet, dass das Jubiläumsfest der Aufhänger für die Gründung des Vereins im Gemeindehaus am Kirchplatz war. Ich kannte die Leute teilweise vorher schon. Gerd Klenk und Pfarrer Passolt natürlich. Wir haben uns in der Anfangszeit oft getroffen, nicht nur, um das Jubiläumsfest vorzubereiten, sondern auch, um zu überlegen was dann wird. Das Fest, das hättest Du erleben müssen! Die ganze Menckestraße war voll von Menschen. Die Verwaltung war da, das Planungsamt, das ASW. Bürgerinnen und Bürger konnten an Tafeln ihre Wünsche für Gohlis äußern und die Stadt war ehrlich daran interessiert, dass hier was passiert.

Und dann ging es ja emsig weiter mit dem Verein. Es musste ja schließlich das Budde-Haus gerettet werden und im Stadtteil gab es viel zu tun. Wo hast Du in den ersten Jahren deinen Platz im Verein gefunden?

Ich war immer im Vorstand des Vereins, oft auch stellvertretende Vorsitzende. Man wollte mich oft überreden, den Vorsitz zu übernehmen, aber ich war damals schon Mitglied im Stadtparlament und ich hatte ja zur Wendezeit an der Uni neu angefangen. Dann noch die Arbeit bei den Grünen, das reichte. Ich war jedenfalls immer froh, dass ich nicht Vorsitzende war.

[lacht] Das kann ich gut nachvollziehen. Ich fühle mich ja auch ganz wohl als Stellvertreter. Was waren eigentlich so Deine persönlichen Lieblingsprojekte des Bürgervereins?

[Lacht] Grünes Zeug. Zum Beispiel die Umsetzung des leider kaum bekannten und wenig genutzten Rabenparks. Der heißt so, wegen der großen Rabenskulpturen. Schräg gegenüber von Käse Lehmanns führt da ein kleiner Weg rein. Da gab es damals sogar ein Fest zur Einweihung. Ein weiteres, großes Projekt, von dem Du bestimmt noch nie gehört hast, ist der Rosentalpark. Aus dem ist leider nie was geworden. Dabei ging es um den Zusammenschluss aller Kleingartenvereine vom Schillerhain ganz im Osten, über Westgohlis, Volksgesundung, Brandts Aue, Neuer Weg, KGV Elstertal, Marienweg, Froschburg und wie sie alle heißen. Letztendlich sollte ein durchgängiges Wegenetz geschaffen werden mit neugestalteten Eingangsbereichen am nördlichen Ende des Heuwegs und in der Kirschbergstraße. Das Projekt fand viel Zuspruch bei den Kleingartenvereinen, geriet aber dann ins Stocken, weil eine Erbengemeinschaft ein Grundstück hinter der Schwimmhalle Mitte nicht veräußern wollte. Du kannst ja mal den Herrn Zech vom Grünflächenamt anrufen und fragen, was eigentlich aus dem Projekt geworden ist. Vielleicht lohnt es sich, das mal weiter zu verfolgen.

Wie siehst Du den Bürgerverein heute, mit ein wenig mehr Abstand und als ‚normales‘ Mitglied? Kannst Du dich mit dem identifizieren was wir ‚jüngeren’ Vereinsmitglieder so verzapfen?

Ehrlich gesagt bin ich positiv überrascht. Ich hätte uns das nicht zugetraut, nachdem wir 2014 vor dem Ende standen und nun auch keine ABM-Kräfte mehr haben, wieder so viel im Stadtteil zu bewegen. Auch die Frauen meiner Sportgruppe (AG Seniorensport) sind echt begeistert vom Gohlis Forum, von den Kalendern und dem, was ihr so macht. Ich wünschte mir, dass der Zuspruch der Bevölkerung größer wäre und sich noch mehr Menschen für die Arbeit des Vereins interessierten und auch spenden würden, um die Projekte des Vereins voranzutreiben. Das Problem ist ja, die Menschen, wenn sie selber betroffen sind, dann engagieren sie sich und spenden, aber es geht leider viel zu Wenigen um das große Ganze hier im Stadtteil.

Was mich abschließend noch brennend interessieren würde, was der Bürgerverein denn in Zukunft besser machen kann? Schließlich wissen wir ja beide, dass es immer auch ein wenig Luft nach oben gibt…

Es ist schade, dass immer nur so wenige unserer Mitglieder zu den Versammlungen kommen. Wir haben ja schließlich viele Mitglieder. Aber das war immer so. Im Verein wollen immer viele Menschen über Projekte reden. Die Realisierung der Projekte schultern letztendlich Arbeitsgruppen und auch immer der Vorstand. Wenn ich daran denke, wie viele Stunden ich beim Bürgerverein in Sitzungen verbracht habe oder beim Organisieren von Festen. [lacht] Ich selber kann mich ja jetzt leider alters- und gesundheitsbedingt nicht mehr so viel engagieren. Versucht weiter, die Bevölkerung zu aktivieren und auch an den Verein zu binden.

Irmgard. Vielen Dank!

In eigener Sache – Bericht AG Mobilität und Verkehr

von Tino Bucksch

In ihrer Juni-Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr des Bürgervereins wurden drei zentrale Themen besprochen:

Rückblick Popup-Radweg-Aktion

Das Fazit des zweiten stadtweiten Popup-Radweg-Aktionstages, in diesem Jahr am 3. Juni, fiel umfänglich positiv aus. In der zwei Stunden dauernden Aktion stadteinwärts auf der Gohliser Straße konnten über 350 Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt werden, die den temporär eingerichteten Radweg nutzten. Die Rückmeldungen waren durchgängig erfreut über die klare Trennung zwischen Fahrbahn für den Kfz- und den Radverkehr. Für die Zukunft wird sich die AG vornehmen, die Lücken im Radwegenetz in Gohlis weiter zu thematisieren und Möglichkeiten, diese zu schließen auch mit den politischen Entscheidungsträgern und -trägerinnen im Stadtrat zu diskutieren.

Sanierungsmaßnahme Landsberger Straße

Die Sanierungskomplexmaßnahme der Landsberger Straße zwischen Coppiplatz und Max-Liebermann-Straße wird eine der wichtigsten Maßnahmen im Stadtteil in den kommenden Jahren. Die Vorplanungen sind schon beendet und die Entwurfsplanungen in der finalen Phase, so dass der Bau- und Finanzierungsbeschluss im Herbst im Stadtbezirksbeirat Nord vorgestellt werden kann. Die AG wird versuchen, in dem anstehenden Planungsprozess noch weitere Ideen zur Verkehrssicherheit und zur Aufenthaltsqualität in dem Straßenabschnitt einzubringen.

Europäische Mobilitätswoche und Park(ing) Day am 17. September

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche und anlässlich des Park(ing)Day am Freitagnachmittag wird auf der Sperrfläche zwischen Virchowstraße und Lützowstraße ein Pavillon in wohnzimmerähnlicher Atmosphäre eingerichtet. Mit einem Bußgeldquiz soll der Parkdruck im Stadtteil unterhaltsam thematisiert werden sowie anhand einer Karte Vorschläge für den Ausbau des lückenhaften Radwegenetzes im Viertel aufgenommen und diskutiert werden. Darüber hinaus wird unser „Gehzeug“ für Aktionen rund um die Sperrung des Innenstadtrings für den Autoverkehr genutzt werden. Scheinbar hat die AG damit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Gohliser Baugeschehen – Eine große Straßenbaustelle und einige kleinere Häuser

von Matthias Reichmuth

Seit Ende Juni bestimmt eine Baustelle die öffentliche Diskussion in Gohlis: Die Sperrung der Gohliser Straße. Da die LVB die Sanierung ihrer Straßenbahngleise erst in einigen Jahren planen, hatte niemand damit gerechnet, dass Mitte 2021 rund um die Friedenskirche die nördliche Gohliser Straße für acht Monate gesperrt werden könnte – aber bei einem Regen- und Abwasserkanal unter der Gohliser Straße zeigte sich bei einer Routineprüfung ein sofortiger Reparaturbedarf, und damit nahm das unerwartete Geschehen seinen Lauf. Unser Bild zeigt, wo mit den Arbeiten begonnen wurde, nämlich an der Straßenbahnweiche der Einmündung zur Menckestraße. Die Parallelstraßen, v. a. die Richterstraße, die für die Umleitung des Radverkehrs vorgesehen ist, füllten sich schlagartig mit Autos, die in den engen Nebenstraßen versuchten, in beiden Richtungen aneinander vorbei zu kommen, anstatt die als Pkw-Umleitung ausgeschilderte Georg-Schumann-Straße zu nutzen. Kritisch ist dies v. a. für die Sicherheit der Schul- und Kindergartenkinder, die zur Erich Kästner-Schule und den angrenzenden Kindergärten unterwegs sind.

Die neu entstehenden Häuser sind dagegen weniger spektakulär. Da sie meist in den Nebenstraßen liegen, fallen sie beim schnellen Durchqueren von Gohlis auch kaum auf, wir wollen aber genau dorthin unseren Blick lenken und berichten darüber von Gohlis-Nord bis Gohlis-Süd.

In der Oldenburger Straße, wo ein Einfamilienhaus mit steilerem Dach und größerem Garten verschwand, gab es inzwischen Richtfest für ein Zweifamilienhaus mit weniger steilem Dach und kleinerem Garten, durch den zudem die Einfahrt zu zwei Autostellplätzen im Untergeschoss führt.
In der Schlotterbeckstraße 2 sind inzwischen die Fundamente eines Hauses mit acht Eigentumswohnungen entstanden, es soll nicht das einzige Neubauprojekt bleiben, das den Charakter dieser bislang idyllischen Nebenstraße sehr verändern wird.

In Gohlis-Süd wird derzeit eine Baulücke in der Wolfner Straße gefüllt, d.h. gut sichtbar aus der vorbeifahrenden Straßenbahn. Anstelle eines Großkrans kommt kleineres Gerät zum Einsatz – anders als gleich um die Ecke in der Lüderstraße 10, wo ein Kran die ganze Fahrbahnbreite einnimmt, um das Wohnhaus zu bauen, das auf dem Gelände des abgerissenen Sanitärgroßhandels entsteht.

Für eines der derzeit noch nicht bebauten Grundstücke in Gohlis ist 2020 ein Konzeptverfahren eingeleitet worden: In der Gothaer Straße 42 (Ecke Lindenthaler Straße) vergibt die Stadt Leipzig das 580 m² große Grundstück an eine private Baugemeinschaft, die als Gruppe ein entsprechendes Wohnbaukonzept verwirklichen möchte. Angewandt wird dafür das Erbbaurecht zu einem marktgerecht verminderten Zinssatz. Zur Jurysitzung über die vorgelegten Konzepte wurde der Bürgerverein eingeladen, sie fand im Juli nach Redaktionsschluss dieses Heftes statt, wir werden dazu berichten. Für fünf andere Leipziger Grundstücke laufen parallele Verfahren.

12. Nacht der Kunst – das KUNST – und KULTURFESTIVAL des Leipziger Nordens

vom Organisationsteam der Nacht der Kunst

04. September 2021 von 16.00 – 24.00 Uhr
Die Vorbereitungen zur 12. Nacht der Kunst laufen auf Hochtouren – auch in diesem Jahr wird das Kunst- und Kulturfestival im Leipziger Norden tausende Besucher in seinen Bann ziehen. Die begehrten NdK-Postkarten, die bereits in ganz Leipzig ausliegen, zeugen davon.
Ca. 200 Künstler werden wieder an interessanten Ausstellungsorten ihre Kunstwerke präsentieren.

Für die Besucher wird es somit spannende Ausstellungen an bekannten und neuen Standorten geben. So wird in diesem Jahr die Nacht der Kunst mit einem Pleinair im romantischen Park des Gohliser Schlösschen starten. Neugierige Zuschauer können vom 30. August bis 02. September live erleben, wie Gemälde entstehen, welche im Anschluss in den Westarkaden des Gohliser Schlösschens ausgestellt werden.

Das neue Familiencafé Rudolf & Regine in der Stockstraße lädt zum Schauen, Spielen und Chillen im schönen Garten ein. Bei Kallenbach – dem Sitz von Pro Gohlis in der Gohliser Straße – wird neben einer interessanten Musikskulpturenausstellung Max Laube Musik aus seiner Schellackplattensammlung auflegen. Die Naturdrogerie in der Gohliser Straße ist ebenso neuer Standort, wie auch das Taschenbier in der Coppistraße. Die Nacht der Kunst hat sich räumlich erweitert und breitet sich vom Zentrum der Georg-Schumann-Straße im gesamten Leipziger Norden aus.

Neben den traditionellen Großstandorten wie dem Kunsttanker in der Lindenthaler Straße, dem Glashaus am Viadukt, dem Kaufland Gohlis-Süd, dem Anker oder dem Buddehaus bieten viele kleinere Standorte wie das Eiscafé Florenz, Gromke Hörzentrum, das (w)einstein 13 oder die Klavierschule Olbrich den Künstlern Platz für ihre Ausstellungen, die die Besucher der 12. Nacht der Kunst begeistern werden. Dazu kommen Aktionen für die ganze Familie, wie die beliebte Kinderrallye oder der Mitmachzirkus Klatschmohn, der Groß und Klein auf dem Huygensplatz zum selbst aktiv werden einlädt. Es locken aber auch Aktionen wie orientalischer Tanz, eine Feuershow und viele Konzerte und Liveacts an den Standorten und auf der Straße.
Der Bronzegießer Klaus Cenkier wird bei einem Schaugießen am Kunsttanker Einblick in seine Arbeit geben und wer sich von den Besuchern handwerklich ausprobieren möchte, hat dazu bei Makerspace Gelegenheit.

Eine besondere Aktionen startet der Standort des Nachbarschaftszentrums „Die Tür“. Dort soll unter dem Motto „Blumen für die Schumi“ eine riesige Wand mit künstlichen Blumen gestalten werden. Alle sind aufgerufen, sich mit selbst gestalteten Blumen zu beteiligen. Zur Nacht der Kunst können Besucher diese erwerben. Der Erlös kommt zum Teil der Nacht der Kunst und dem Nachbarschaftszentrum zugute.
Es wird wieder viel Neues und Spannendes zu sehen und zu erleben geben – von großer Kunst bis zu Mitmachaktionen. Die Schüler der International School werden mit künstlerischen Arbeiten und musikalischen Darbietungen den Abend bereichern und der Judoverein Stahmeln wird in der eigenen Halle Interessenten Einblicke in das Training geben.

Für das leibliche Wohl werden ausgewählte Streetfoodstände wie der Georgier, der Mexikaner, die Spätzlemädels und viele mehr nicht nur entlang der Schumi sorgen.

Alle Akteure laden interessierte Besucher zum Bummeln, Schauen und selbst aktiv werden ein und freuen sich auf einen unvergesslichen Abend zur 12. Nacht der Kunst im Leipziger Norden.

Neues aus der Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forum,

 und schon heißt es wieder: „School is out for summer…“! Die Sommerferien stehen vor der Tür und viele sächsische Bibliotheken laden die Kinder und Jugendlichen ihres Einzugsgebietes zu einer neuen Ausgabe des Buchsommers ein. Und natürlich ist die Bibliothek Gohlis „Erich Loest“ wieder mit von der Partie. Wie in den vergangenen Jahren wird es dabei zwei getrennte Ferienleseaktionen geben. Beide, der „Buchsommer Junior“ für Grundschüler und der „Buchsommer Sachsen“ für Schüler ab der 5. Klasse, beginnen jeweils am 12. Juli und gehen bis zum Ende der Sommerferien. Die Anmeldung ist denkbar einfach. In der Bibliothek erhalten alle Teilnehmer einen Clubausweis und ein Logbuch. Auch diesmal ist es das Ziel, 3 Bücher aus einer speziell dafür gekauften Auswahl brandneuer Titel bis zum Ende der Ferien zu lesen und zu bewerten. Egal, ob Fantasy, Liebesgeschichten, spannende Romane oder Sachbücher – beim Buchsommer ist auch für den größten Lesemuffel etwas dabei. Wer sein Logbuch mit mindestens drei Stempeln für drei gelesene Bücher gefüllt hat, erhält ein tolles Zertifikat.

Und wer Lust hat, kann sich zusätzlich auch an unserem Buchsommer-Kreativwettbewerb beteiligen. Lies ein Buchsommerbuch und werde kreativ. Illustriere die Geschichte, gestalte ein alternatives Buchcover oder „bewerbe“ es in einer tollen Zusammenfassung. Egal, ob mit Zeichnungen, Basteleien oder kleinen Texten, lass deiner Phantasie einfach freien Lauf und mit etwas Glück, und dem Wohlwollen der Jury (Bibliotheksbesucherinnen und -besucher), kannst du tolle Preise gewinnen. Mitmachen lohnt sich!

Eine ganz besondere Begleitaktion findet dieses Jahr erstmalig zum „Buchsommer Junior“ statt. Für jedes von unseren jungen Teilnehmern gelesene Buch, spendet „Der Verein zur Förderung der Leipziger Städtischen Bibliotheken“ 50 Cent an ein nachhaltiges, klimafreundliches Projekt in Leipzig. Von der „erlesenen“ Gesamtsumme werden im Anschluss an den Buchsommer

Baumpatenschaften der Stadt Leipzig übernommen. Nach dem Motto: „Lesen für ein grünes Leipzig“ sorgt diese tolle Aktion sicherlich noch für einen weiteren Motivationsschub bei unseren Bücherwürmern und Leseratten! Also…an die Bücher, fertig, los!

 Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Die Anmeldung für LeipzigPass-Inhaber ist ermäßigt.
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr können die Bibliothek kostenlos nutzen.

Bibliothek Gohlis „Erich Loest“
Stadtteilzentrum Gohlis
Georg-Schumann-Str. 105
04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 123 5255
E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10 – 19 Uhr; Mi 15 – 19 Uhr

Kinder haben Rechte! …nicht nur auf dem Papier, sondern im realen Leben

von Maria Köhler

Kinderrechte sind keine Modeerscheinung, kein nice to have. Sie sind bereits seit über 30 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention verankert und wurden aktuell politisch in Deutschland intensiv diskutiert. Wird dabei oft verwiesen auf das Papier, auf dem sie stehen (sollen), zeigt sich die wahre Kraft erlernt und erlebt im Alltagsleben der Kinder, in der Schule und am Küchentisch zu Hause.
Der Weg dahin ist ein gemeinsamer, denn es braucht dafür nicht nur das Bewusstsein der Kinder, dass ihre Stimme zählt, sondern auch, dass die Erwachsenen ein Verständnis dafür entwickeln, mitlernen und anerkennen.

In Gohlis gibt es seit dem 1. Juli 2021 eine „Kinderrechteschule“, ausgezeichnet vom Deutschen Kinderhilfswerk, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und von der Kultusministerkonferenz unterstützt. Als eine von 13 bundesweit ausgezeichneten Kinderrechteschulen hat die Geschwister-Scholl-Grundschule erfolgreich am Modellprojekt teilgenommen und seinen bisher bereits gelebten Ansatz „Gemeinsam Vielfalt leben“ intensiviert und fest verankert. Eine Beteiligung der Kinder steht dabei an oberster Stelle, sei es durch den regelmäßig stattfindenden Klassenrat und einen klassenübergreifenden Kinderrat, oder durch intensive Projektarbeit zum Thema Kinderrechte – im Fokus steht, die Kinder zu stärken und demokratisch zu befähigen.

Alle Kinder sind gleich! Was den genannten Artikel 2 der UN-Kinderrechtskonvention umfasst, haben sich die Kinder der Klasse 2-2 im Rahmen einer Projektarbeit zum Thema Kinderrechte gemeinsam erarbeitet. Sie haben Kinder gemalt, die trotz ihrer sichtbaren und unsichtbaren Unterschiede gleiche Rechte haben. Die gemeinsame Erkenntnis, die Klassenlehrerin Frau Schubert sehr berührt: Es ist egal wie Kinder aussehen, sprechen, was sie können oder mögen: sie alle haben u.a. ein Recht darauf in die Schule zu gehen, Zeit zum Spielen zu haben, ohne seelische und körperliche Gewalt aufzuwachsen und darauf, dass ihre Stimme gehört wird. Und diese Rechte gelten für alle Kinder, für jede:n einzelne:n und somit auch im Umgang untereinander und miteinander. In der Schule, auf der Straße und zu Hause.

Infobox:
Hier gibt es alles zum Thema Kinderrechte
https://www.kinderrechte.de/
Kinderrechteschule in Gohlis
https://www.geschwister-scholl-grundschule-leipzig.de/

Schillerhaus – Ein- und Ausblicke

von Wilma Rambow (Koordinatorin Schillerhaus und Abt. Bildung und Vermittlung, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig mit seinem charmanten Standort Schillerhaus setzt auch in diesem Jahr wieder verstärkt auf das Potential der attraktiven Außenflächen und öffnet die Gartentore für seine Gäste. Gerade unter den aktuellen Umständen ist der Schillerhaus-Garten von unschätzbarem Wert.

Die in den 1960er Jahren als Bauerngarten angelegte Freifläche mit Kräuter-Obst- und Gemüsebeeten, bunter Blumenpracht und Obstbaumbestand lädt zum Erholen, Verweilen und zum Naturgenuss inmitten des Großstadttrubels ein. Hier können die Gäste Kleingartenatmosphäre, die für jeden offen ist, erleben. Und, was viele noch nicht wissen: es ist ein Nasch- und Bürgergarten. Während der regulären Öffnungszeiten können Gäste kostenfrei in den Garten und das reichhaltige Obst- und Blumenangebot bestaunen und genießen. So können sie in den Sommermonaten – natürlich mit der nötigen Vorsicht – über die Buchsbaumhecken in die Beete steigen, um sich an unseren Beerensträuchern zu laben – so lange der Vorrat der Natur reicht! Trauen Sie sich bei ihrem nächsten Schiller-Garten – Besuch!

Den Vorgarten des Schillerhauses bereichert seit einigen Monaten ein bronzenes Tastmodell der Leipziger Bronzegießerei Noack. Zusammen mit einem Audioguide für Blinde und Sehbeeinträchtigte wurden so neue, attraktive und vor allem inklusive Zugänge zum Haus und seiner rund 300-jährigen Geschichte geschaffen.

Seit Juni werden Haus und Garten wieder von „Wiederholungstätern“ und „Neulingen“ frequentiert. Zum bewährten abendlichen Veranstaltungsprogramm mit Theater, Kabarett und musikalischen Darbietungen, u.a. vom Kulturbeutel e.V., TheaterPACK oder der MUSIKSCHULE Leipzig, gesellen sich neue Angebote. So konnte Die Kulturfabrik Leipzig e.V. – Werk II mit einem Kindertheaterprojekt gewonnen werden. Durch den Kontakt zur Naturschutzstation Parthenaue nahm das Schillerhaus dieses Jahr auch erstmalig am Tag der offenen Gartenpforte im Juni teil.

Der idyllische Bauerngarten lockt in diesem Sommer außerdem vom 20. 7. bis 12. 9. mit einer besonderen Präsentation der GEDOK Mitteldeutschland e.V.. Zwölf kleinplastische Keramik-Büsten der Bildhauerin Ute Hartwig-Schulz erinnern an bedeutende Frauen der Leipziger Kulturgeschichte. Mit diesem kleinen Garten-Highlight ist das Schillerhaus diesjährig zum ersten Mal auch Standort für das Gohliser Kunst- und Kulturfest „Nacht der Kunst“ am 4.9. Dabei wird nicht nur die Ausstellung zu sehen sein, auch für die Ohren können musikalische Genüsse angekündigt werden.

Die museumspädagogische Arbeit mit Schulklassen der Grundschule bis Oberstufe läuft in den Wochen vor den Sommerferien auch wieder auf vollen Touren. Es ist eine große Freude, kleine und große Besucher*innen wieder durch Haus und Garten zu führen. Und selbst die Jugend, der oft mangelnden Interesses an Museumsbesuchen und kulturhistorischen Themen nachgesagt wird, verlässt nach dem Besuch froh und sich bedankend das Schillerhaus. Die Lust auf gemeinsame Erlebnisse, Aktion und Interaktion ist nach der langen Durststrecke bei allen zu spüren!

Für die Sommerferien laden wir insbesondere kleinere Kinder zu Workshops im Garten ein. Dabei können die Teilnehmer*innen vom Fächerbau, über Schreiben wie zu Schillers Zeiten und bei Kräuterkunde-Angeboten kreativ sein, Wissen sammeln und Spaß haben.

Die Vorbereitungen für eine Neukonzeption der mittlerweile 30 Jahre alten Dauerausstellung im Schillerhaus sind derzeit in vollem Gange. Und so erwartet die Besucher*innen im Verlauf 2022 die neue Dauerausstellung „Götterfunken“, in der uns Friedrich Schiller als junger Mann in den Alltagsfacetten seiner Zeit begegnen wird und eine Nähe zu diesem großen Dichter und Denker auf eine zeitgemäße Weise hergestellt werden soll. Sie dürfen gespannt sein auf die erhellende Wirkung der „Götterfunken“.

Nicht zuletzt sei auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Gohlis e.V. selbst hingewiesen. Stadtteilgeschichte und das Interesse an deren lebendigen, bürgernahen Vermittlung ist der große gemeinsame Nenner für die Zusammenarbeit beider Einrichtungen

So wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche gemeinsame Projekte realisiert und wird in 2021 eine Lesung und die Beteiligung des Schillerhauses beim Gohliser Advent in den Höfen und Gärten durch den Verein mit realisiert.

Die Museum-Team sieht der Zukunft des Schillerhauses mit Freude und Elan entgegen! Wir hoffen, sie beim Rundgang durchs Haus, beim Naschen an den Sträuchern, einem Konzert an lauem Sommerabend, an der Feuerschale im Advent oder einfach zu einem Plausch zwischen den Beeten begrüßen zu können!

 

 

Beitrag zum Parking Day

Zeit: am Freitag, den 17.09.2021, 17 Uhr bis 20 Uhr

Ort: Einmündungsbereich Lützowstraße / Virchowstraße

Aktion: zum Parking Day Umwandlung von Parkplätzen in Lebensraum, mit Quiz zum neuen Bußgeldkatalog (z. B. was Falschparken so kosten kann…)

Veranstalter: Bürgerverein Gohlis e. V., AG Mobilität und Verkehr in Gohlis

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 2 -Hansgeorg Herold

von Peter Niemann

Bereits in den vergangenen Ausgaben haben wir darauf hingewiesen, dass wir am 22. April 2022, ein sehr wichtiges Jubiläum begehen werden. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! In der letzten Ausgabe des Heftes haben wir begonnen, Ihnen besondere Personen vorzustellen, die sich bereits seit sehr langer Zeit in unserem Verein engagieren und dabei Großes geleistet haben. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen Hansgeorg Herold vorstellen. Ich habe mich Anfang Mai mit ihm in unserem Büro im Budde-Haus für das folgende Interview treffen können.

Herr Herold. Ich freue auf jeden Fall, dass wir uns heute treffen können, um ein kleines Interview zu führen. Beginnen wir mit einer kurzen Vorstellung.

Mein Name ist Hansgeorg Herold, Renter im ‚Unruhestand‘, fast 79 Jahre alt und seit 1992 Mitglied des Bürgervereins. Zunächst einmal wohnte ich seit meiner Geburt und für die ersten 28 Jahre meines Lebens in der Nähe von Gohlis: In der Nordvorstadt, dem heutigen Zentrum-Nord. 1970 zog ich dann in die Springerstraße, dann in den Schillerweg und schließlich in die Menckestraße.

Zeigt seinen alten Mitgliedsausweis aus den 90ern, der die Nummer 20 trägt. Dieser gibt ihn als Gründungsmitglied zu erkennen. Der damalige Schatzmeister Hajo Hannes quittierte dort noch händisch die Beitragszahlung.

Schön, dass Sie solche Dinge aufheben! Das sind ja letztendlich alles Zeugnisse unserer Vereinsgeschichte. Was haben Sie noch?

Ja es ist schade, dass es solche Mitgliedsausweise nicht mehr gibt. Ich sammle was mir wichtig erscheint. Einzelne Zeitungs- oder Zeitschriftenausschnitte zu Projekten, an denen ich mitgewirkt habe, hebe ich auf. Ansonsten sind die meisten Unterlagen der letzten Jahrzehnte im Archiv des Bürgervereins zu finden. Ich habe am Ende meiner Tätigkeit im Vorstand dafür gesorgt, dass sämtliche Dokumente in die richtigen Ordnern gelangen und alles verzeichnet und nachvollziehbar ist.

Was war bzw. ist eigentlich Ihre ganz persönliche Motivation, sich im Bürgerverein zu engagieren?

Wie ich schon in anderen oder ähnlichen Interviews in den Jahren immer wieder gesagt habe, gehört das ‚Einmischen‘, im positiven Sinne, zu den Grundsätzen meiner Lebensauffassung. Ich bin überzeugt davon, dass Veränderung im Stadtteil nur durch Mitwirkung von einem selbst zu erreichen ist. Ich wollte, nachdem ich Gohliser geworden war einfach hier im Stadtteil mitwirken. Als Gründungsmitglied des Bürgervereins, Mitglied in verschiedenen AGs sowie später auch als Schatzmeister (Diplom-Wirtschaftler) im Vorstand.

Wenn Sie nun auf die letzten Jahrzehnte der Vorstandsarbeit zurückblicken, welche Projekte liegen bzw. lagen Ihnen denn besonders am Herzen?

Es gibt eine Sache, die mir wichtig ist und die leider Gottes immer wieder in Vergessenheit gerät: Die Tatsache, dass über viele Jahre hinweg ABM-Kräfte bzw. später dann die AGH-Kräfte einen ganz wesentlichen Teil dazu beigetragen haben, dass der Bürgerverein heute existiert und einen so großen Wirkungsgrad hat. Nach der Wende gab es zahlreiche arbeitslose Akademiker, die beim Bürgerverein, zumindest zeitweilig ein herausforderndes und interessantes Betätigungsfeld finden konnten. Dadurch konnten teilweise bis zu drei Personen im Büro des Vereins anwesend sein. Der Vorstand konnte so bei seiner Arbeit enorm entlastet werden, bei bürokratischen Arbeiten wie dem Schreiben von Einladungen, von Protokollen, Korrespondenz mit Ämtern usw. Das Büro konnte täglich für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils geöffnet sein. Anliegen konnten aufgenommen und zeitnah beantwortet werden. Das alles wäre heute undenkbar.

Zeigt ein A4-Blatt mit einer langen Auflistung aller jemals in Bürgerverein beschäftigen ABM/ AGH-Kräfte. Frau Petra Kramer verließ als letzte Mitarbeiterin den Bürgerverein Ende 2014.

Wo waren Ihre persönlichen Anknüpfungspunkte für ein Engagement im Bürgerverein?

Ich habe damals die Arbeitsgruppe Verkehr und Umwelt geleitet, seit 1999 dann die AG Stadtteilentwicklung. Noch Ende der 90er Jahre war die Bausubstanz in Gohlis in einem bedauernswerten Zustand. Da galt es geplante Sanierungsmaßnahmen und Bauvorhaben im Stadtteil zu begleiten. Wir haben in dieser Zeit als Bürgerverein viel erreicht.

Projekte, die der Bürgerverein initiiert bzw. begleitet hat: Der Radweg Eutritzsch-Wahren, den Bau der Gohlis Arkaden, der Bebauung des Geländes der ehemaligen Stadtwäscherei in der Herloßsohnstraße, die Realisierung der Lichtsignalanlage am Schillerhain, der Mediencampus in der Menckestraße, der Bebauungsprozess des Areals der alten Mühle sowie die langjährige Begleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Gohlis-Süd (Brauerei Gohlis/Kaufland).

Sie sind zwar seit einigen Jahren nicht mehr im Vorstand des Vereins tätig, Sie haben haben aber auch nie aufgehört sich im Stadtteil ‚einzumischen‘. Wie können wir uns das konkret vorstellen.

Ich nehme zwar nach wie vor an den Treffen der heutigen AG Mobilität und Verkehr teil, allerdings habe ich mich etwas zurückgezogen und bringe mich nur noch bei den Themen ein, die mir wirklich am Herzen liegen. Dazu gehört vor allem der alte Gohliser Ortskern. Leider tut sich hier seit Jahren nicht wirklich etwas. Es gab zwar einige Initiativen und Veranstaltungen des Bürgervereins aber niemand stößt nach. Man muss da beharrlich sein und Antworten einfordern.
Darüber hinaus engagiere ich mit seit dessen Gründung im Förderverein Georg-Schumann-Straße. Dort organisiere ich jedes Jahr, anlässlich der Buchmesse ‚Leipzig liest an Leipzig längster Straße‘. Darüber hinaus bin ich als Vertreter des Bürgervereins im Magistralenrat und engagiere mich bei der ‚Denkwerkstatt Leipzig für das Gemeinwohl‘. Die Denkwerkstatt ist ein kreativer Ideen-Entwickler zur Förderung der Gemeinwohlarbeit in unserer freiheitlich-demokratischen Wirtschaftsordnung, wo jeder Bürger das Recht, aber auch die Pflicht hat, einen Beitrag zum Wohlstand zu leisten.

Was kann der Bürgerverein in Ihren Augen zukünftig noch besser machen?

Ich will mal so sagen: ein Augenmerk in früheren Jahren, was sicher auch mit dem Vorhandensein der ABM-Kräfte zusammenhängt, lag früher auf Veranstaltungen, Zusammenkünften und Ausflügen mit Seniorinnen und Senioren. Auch wenn viele von diesen nicht Mitglieder des Bürgervereins waren, haben sie doch sehr dabei geholfen, das Engagement des Vereins in die Breite zu tragen und darüber zu berichten. Wenn man heute SeniorInnen trifft, sagen die, im Bürgerverein ist nichts mehr los. Beim Gohlis Forum würde ich mir wünschen, dass mehr darüber berichtet würde, was im Verein selbst passiert. Mit Blick auf das Baugeschehen in Gohlis wäre es schön, wenn häufiger über die Planungen selbst berichtet würde und der Verein sich noch stärker in Planungsprozesse einbringen würde. Probleme im Stadtteil sollen proaktiv angesprochen werden. In Gremien wie ‚Leipzig weiter denken’ sollte der Verein stärker aufgestellt sein. Ansonsten bin ich mit der Arbeit des Vorstandes, des Vereins im großen und ganzen zufrieden. Gerade auch in Anbetracht der Tatsache, dass nun alles ehrenamtlich gemacht wird.

Herr Herold. Vielen Dank!

Hoffnung für Hügel im Rosental

von Peter Niemann

Am 2. März 2021 führte mich ein Termin, für Bürgerverein und Stadtbezirksbeirat gleichermaßen ins Rosental. Neben anderen Mitgliedern des SBB Nord, waren sogar ein paar BürgerInnen da, um den Ausführungen von Herrn Opitz (Stadtforstamt und Forstbehörde der Stadt Leipzig) zu lauschen. Das Thema: Der Besorgnis erregende Zustand des Hügels im Rosental. Dabei ist es noch garnicht so lange her, dass die Stadt sich in angemessener Weise um den Hügel gekümmert hat. Erst in den Jahren 2002/ 2004 wurde er ertüchtigt: Es wurde bepflanzt, Geländer wurden installiert, mit Bündeln aus Reisig die Böschungen gesichert und im oberen Bereich der Weg sogar mit einem Rotgranit-Pflaster gesichert. Herr Opitz präsentierte die entsprechenden Karten und Planungsdokumente. Die Kosten damals: 50.000 €. Der Zustand des Hügels heute: deutlich schlechter als der Ausgangszustand vor der letzten Teilsanierung. Ein offensichtlicher Umstand, dachte sich auch Rick Ulbricht (Stadtbezirksbeirat CDU), der die Begehung initiiert hatte und mit der Begehung für die Problematik sensibilisieren möchte.

Herr Opitz führt an, dass die Verkehrssicherheit von Turm und Hügel zwar regelmäßig kontrolliert würden und diese auch derzeit uneingeschränkt genutzt werden können. Allerdings ist der Rosentalhügel derzeit in seinem Bestand gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bevölkerungswachstum, ein positiver Trend, was den Sport im Freien anbelangt und eine damit einhergehende Übernutzung. Vor allem aber die illegale Nutzung, abseits der vorgesehenen Wege durch LäuferInnen und Downhill-BikerInnen hat zu erheblichen Abtragung von Substanz und Erosion geführt.

Seit März ist das Thema immer wieder auf der Tagesordnung, der Kontakt mit dem Forstamt wird gepflegt. Perspektivisch wird es zudem Abstimmungen mit SBB Mitte geben, schon wegen der geographischen Lage des Hügels. Mittlerweile hat es auch amtsinterne Abstimmungstreffen gegeben, sodass bei der Mai-Sitzung ein neuer und durchaus positiver Sachstand von den Vertretern des Forstamts vermittelt werden konnte: Herr Opitz und Herr Wilke (Abteilungsleiter Freiraumentwicklung) berichten, dass es voran geht. So sind Sofortmaßnahmen zur Sicherung geplant, um sowohl illegaler Nutzung als auch Erosion vorzubeugen. Schon in den nächsten Wochen werden dafür insgesamt 166m Stahlrohrgeländer verbaut.

Laut Herrn Willke ist die Stadt geneigt, das Projekt auch grundlegend anzugehen, da die Erlebbarkeit, die Sicherung und der Erhalt des Hügels Priorität haben. Selbstverständlich müssen denkmalpflegerische Zielstellungen mitgedacht werden. Bereits 2021 sei ein Beginn der Planungsmaßnahmen denkbar. Ab Mitte 2022 werden konkrete Planungen vorliegen, sodass aller Voraussicht nach im Doppelhaushalt 2023/24 Mittel für die Umsetzung eines solchen Vorhabens eingestellt werden können. Kostengrößen bis zu einer Million Euro sind dann denkbar. Wir bleiben auf jeden Fall am Thema dran.

Über die „Sportlichen Damen von Gohlis“ und wie sie durch die Coronakrise balancieren

von Irmgard Gruner

Darf ich vorstellen:
Wir sind 20 gestandene Frauen im Alter von 70 bis 94 Jahren und lieben sportliche Betätigung. Seit dem 1.1.2016 gehören wir als Sportgruppe dem Bürgerverein Gohlis an. Zuvor waren wir ein freier Verein, der sich aus 2 Turngruppen einer Gohliser Physiotherapie zusammenfand, nachdem diese 1992 altershalber geschlossen wurde.

Als Sportgruppe dem Bürgerverein beizutreten war eine sehr gute Entscheidung für beide Seiten. Der Bürgerverein gewann neue Mitglieder und wir profitieren von dem Verein, denn wir werden von ihm seit 2018 finanziell unterstützt, können seine Räume nutzen und erhalten das Gohlisforum. Dadurch werden die Mitglieder auf das Neueste, was in Gohlis geschieht, aufmerksam, gehen mit wacheren Augen durch unseren Stadtteil und besuchen sie interessierende Veranstaltungen.

In „normalen“ Zeiten turnen wir immer montags von 17 bis 18 Uhr in der Turnhalle der Geschwister-Scholl-Schule in der Sasstraße. Fast alle Frauen wohnen in Gohlis bzw. wohnten früher in Gohlis.

In den Schulferien wird pausiert, denn viele haben im Sommer im Garten zu tun, Enkelkinder zu verwöhnen oder sind auf Reisen. In den Frühjahrs- und Herbstferien treffen wir uns zu einer Wanderung durch Gohlis, Eutritzsch, das Rosental und die Kleingärten. Mit einer Tasse Kaffee und 1 Stück Kuchen im Mückenschlösschen, der Goldenen Höhe oder beim Eismann endet der Ausflug. Im Sommer gibt es ein Sommerfest und im Advent eine Weihnachtsfeier, immer mit selbst gemachtem Kuchen bzw. Weihnachtsgebäck. Bei diesen Gelegenheiten wird viel gelacht. Runde Geburtstage werden mit einem selbst gemachten Gedicht, Blumen und einem kleinen Geschenk begangen. Wenn jemand erkrankt, wird sich nach ihr erkundigt oder sie besucht.

Seit einem Jahr sind nun keine normalen Zeiten mehr.
Ab dem 16.3.20 durften wir unsere Sporthalle wegen Corona nicht mehr nutzen. Da sich nichts tat, beschlossen wir, ab dem 15.6. auf den Sportplatz in der Sasstraße auszuweichen und turnten im Freien. Das war eine andere Art von Sport, mit viel Bewegung und Spielen. Auch Kopftraining war dabei.
Ende August kehrten wir in die Sporthalle zurück, ab November kam dann auch für uns der Sport-Lockdown. Alle waren traurig. Wir konnten nicht einmal unsere beliebte Weihnachtsfeier abhalten. Immer in der Hoffnung, uns bald wieder treffen zu können, haben wir den Kontakt untereinander nicht abreißen lassen. In der Adventszeit bekam jede einen Weihnachtsbrief mit den besten Wünschen. Unsere beiden Trainerinnen, die wechselseitig das Training gestalten, überraschten uns mit tollen Ideen und Übungen für zu Hause. Im Januar schrieben sie uns:

„…Wir hoffen, Ihr habt Euch Ziele gesetzt und bleibt weiterhin am Ball. Nun haben wir den nächsten Lockdown und unser montägliches Sporttreffen ist schon lange ausgesetzt.

Wir wünschen uns sehr, dass Ihr nicht Trübsal blast, sondern genügend Ideen und Energie habt, Euch fit und bei Laune zu halten.
Zunächst bekommt Ihr heute wieder einen kleinen Impuls, Euch zu Hause zu bewegen bzw. etwas auszuprobieren und hoffentlich auch Freude dabei zu haben. Anbei findet Ihr ein Trainingsprogramm mit Luftballons…Achtet bitte auch auf eine korrekte Ausführung und Eure Sicherheit. Es soll Euch ja guttun.“

Dann folgten verschiedene Übungen, z .B. Luftballonwanderung, Luftballontanz, Luftballon drücken, Luftballon an die Wand spielen usw. Dazu lagen 3 Luftballons bei, sodass man gleich beginnen konnte.

Von Monat zu Monat trösten wir uns mit dem Gedanken, dass es das gemeinsame Üben bald wieder losgehen könnte.
Durch die schleppende Impf-Kampagne und die Unvernunft einiger weniger, die sich nicht an die Corona-Regeln halten, sind wir im 3. Lockdown angelangt und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Zum Glück hat sich keine von uns angesteckt, es sind aber bis heute noch nicht alle geimpft. Einige warten auf Impftermine beim Hausarzt, denn der Weg zur Messehalle 5 ist sehr beschwerlich und in der Anfangsphase kam das teilweise stundenlange Warten auf einen Termin und das Impfen selbst dazu.

Nein, man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Beschaffung der Impfstoffe, die Art der Einschränkungen und die Organisation des Impfens bisher ein Erfolg ist.

Wir hoffen nun auf die Öffnung der Sportstätten im Mai!
Unser Rat: Beachten Sie die Corona-Regeln, lassen Sie sich impfen, gehen Sie an die frische Luft und bewegen Sie sich. Es ist nie zu spät, mit sportlichen Aktivitäten zu beginnen.

Bleiben Sie gesund!

Rezension: MuZe2021 – Museumszeitung

von Ursula Hein

Noch rechtzeitig vor Redaktionsschluss kam heute mit der Post ein großer Briefumschlag vom Stadtgeschichtlichen Museum mit einer Zeitung, die „MuZe“. Der neue Chef Anselm Hartinger hat die Corona-Pause zusammen mit seinem Team genutzt, um eine tolle Zeitung über Museum und Leipzig herauszubringen. Jeder kann hier etwas Interessantes finden. Gohlis ist mit seinen Bauten sehr wichtig für das Museum: Das Gohliser Schlösschen, das Schillerhaus, die vielen historischen Gebäude wie das Budde-Haus (mit dem Kooperationspartner Bürgerverein Gohlis). Der Museumschef wünscht eine starke bürgerschaftliche Beteiligung an den Vorhaben des Museums. Das Schillerhäuschen wird für das 21. Jahrhundert fitgemacht mit dem jungen Schiller, nicht mit dem Dichterfürsten von Weimar. Das Motto lautet: „Götterfunken – Schillerhaus auf Anfang“.

Es ist eine richtig große Zeitung geworden, auf jeder Seite stellen sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihren sehr unterschiedlichen Projekten und Tätigkeiten vor. Die Zeitung ist reich bebildert, alles wird übersichtlich erklärt. Mit einem Wort: Die Zeitung lädt alle ein, die sich für Geschichtliches, Altes oder auch Zeitgenössisches interessieren. Schwierige Themen wie die Sprengung der Paulinerkirche oder Provenienz-Fragen werden ebenso wenig ausgeklammert, wie man sich nicht vor einem Horoskop scheut, das mit Exponaten aus dem eigenen Haus nicht so ganz ernst gemeint ist. Auf der vorletzten Seite gibt es dann noch Rätzel und Karikaturen. Und auf Seite 24, der letzten Seite, sehen wir – wie für einen Verkauf angepriesen – die Immobilien des Museums, unter dem kleinen Völkerschlachtdenkmal das große Schillerhäuschen.

Ausstellungen und Veranstaltungen in der Michaeliskirche am Nordplatz

von Elisabeth Guhr

Die Michaeliskirche ist bis September täglich von 15.00 – 18.00 Uhr geöffnet.

Ab 9. Juni findet mittwochs, 12.00 Uhr, die kleine Orgelmusik mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig an der Sauerorgel von 1904 statt.

Die Ausstellungen in der Michaeliskirche sind dem Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gewidmet:

Noch bis zum 13. Juni ist die Ausstellung von Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum Berlin „Verschwundene Welt – Aufnahmen, Gedichte und Texte zur verschwundenen Welt des Ostjudentums“ zu sehen.
Die berührenden Aufnahmen von Roman Vishniac aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen ein unverfälschtes Bild der damaligen jüdischen Welt, die durch Krieg und Terror der Nazis untergegangen ist.

Vom 14. Juni bis 30. Juli erinnert die Ausstellung von Elisabeth Guhr
„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ noch einmal an jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt, das vor hundert Jahren blühte und wenig später ein grausames Ende fand.

Veranstaltungen im Rahmen der Jüdischen Woche, die vom 27 Juni bis 4. Juli stattfindet:
1. Juli, 17.00 Uhr, Beginn vor der Michaeliskirche, Thematische Führung:
„Von Häusern und Menschen – jüdisches Leben in der äußeren Nordvorstadt“ mit Annekatrin Merrem und Elisabeth Guhr
(hierzu das Foto: Nordplatz 6, Geburtshaus Fritz Grübel. Foto: E.Guhr)

3. Juli 19.30 Uhr, Michaeliskirche: Szenische Lesung mit Prof. Friedhelm Eberle
Der Arzt von Wien, Monodrama von Franz Werfel, sowie Texte von Joseph Roth u.a., musikalische Begleitung Ketevan Warmuth
Franz Werfel schrieb sein Drama 1938 unter dem Eindruck des Freitods des bekannten Berliner jüdischen Arztes Ismar Boas. Der Begründer der Gastroenterologie, der in Wien im Exil lebte, setzte seinem Leben beim Einmarsch der Wehrmacht in Wien ein Ende.

4. Juli 14.00 Uhr, Beginn vor der Friedenskirche: Thematische Führung
„Von Häusern und Menschen – jüdisches Leben in Gohlis“ mit Annekatrin Merrem und Elisabeth Guhr

Im Mai gedachten wir mehrerer 100ster Geburtstage. Neben dem jüdischen Dichter Erich Fried, der als Gymnasiast vor den Deutschen nach England floh ist auch die Widerstandskämpferin Sophie Scholl im Mai geboren. Sie starb mit 21 Jahren unter dem Schafott. Nur einen Monat früher als diese beiden ist mein Vater geboren. Er war einer von den vielen verblendeten jungen deutschen Soldaten, die glorreich in den Krieg zogen und als Krüppel wieder nach Hause kamen. Mein Vater studierte nach dem Krieg Theologie. Bis zu seinem Tod hat ihn das Schicksal der Juden, des Gottesvolkes im Alten Testament, nicht losgelassen.

So habe auch ich mich mit diesem Thema immer wieder beschäftigt. Ich bin seit dreißig Jahren Gohliserin. Seitdem ich angefangen habe, nach dem Schicksal der Juden, die in meinem heutigen Wohnumfeld lebten, zu fragen, lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Ich musste feststellen, dass kaum jemand von ihrer Existenz wusste. So gründlich hat die Verdrängung der Schuld nach Kriegsende funktioniert. Mit meinen Forschungen versuche ich, den vertriebenen, geflüchteten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die vor hundert Jahren Tür an Tür mit ihren nichtjüdischen Nachbarn friedlich lebten, wieder ein Gesicht zu geben.

Ich bin froh, dass ich einen Teil meiner Forschungsergebnisse in einer Ausstellung für die Michaeliskirche zeigen konnte. Die Stadtteilführungen, die ich seit ein paar Jahren zusammen mit der Denkmalpflegerin Annekatrin Merrem mache, sind für uns beide eine Bereicherung und wir freuen uns, unser Wissen damit weiter zu geben.

Eindrucksvolles Gedenken trotz ausgefallener Feier

von Dietmar Schulze

„Freude schöner Götterfunken…“. So hätte man ausrufen können bei diesem herrlichen Wetter am Sonntag den 9. Mai, dem 216. Todestag von Friedrich Schiller. Doch leider wurde aus der gemeinsam mit dem Bürgerverein Gohlis geplanten Gedenkveranstaltung an der Schillerlinde im Schillerhain nichts. Wollte doch der Leipziger Schillerverein zu diesem Anlass des Gedenkens an den großen Dichter auch zugleich die Initiative des Gohliser Bürgervereins unterstützen, den Schillerhain als solchen wieder ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Gerade an der genau zum 100.Todestag Schillers gepflanzten Schillerlinde wäre das ein vortrefflicher Ort gewesen. Doch trotz der durch das bestehende Versammlungsverbot bedingten Absage fanden nicht wenige Schillerfreunde und Gohliser den Weg dorthin und viele Blumen dokumentierten doch eindeutig, dass wir mit der geplanten Veranstaltung auf große Resonanz gestoßen wären. So hoffen wir nun im nächsten Jahr auf eine Möglichkeit, das Gedenken an Friedrich Schiller an dieser Stelle durchführen zu können. Ganz im Sinne von Schillers wohl berühmtesten Liedes welches hier ganz in der Nähe entstand „Auch die Toten sollen leben! Brüder trinkt und stimmet ein, allen Sündern sei vergeben und die Hölle nicht mehr sein.“

GEDOK Veranstaltungshinweise

Termin: 20.07.- 12.09.2021
Unerzählt und Unbezahlbar
Ein Leipzig-weites Projekt von GEDOK Mitteldeutschland e.V. in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig,
Schillerhaus, Menckestraße 42, 04155 Leipzig (Tel: 0341 5662170)

Plastik im Garten von Bildhauerin Ute Hartwig-Schulz

Mit kleinen Büsten von Leipziger Frauen vergangener und heutiger Tage will Ute Hartwig-Schulz ein Zeichen für die Sichtbarmachung weiblicher Prominenz dieser Stadt setzen.

Folgende Persönlichkeiten werden dargestellt:
Elsa Asenijeff, Anna Magdalena Bach, Edith Mendelsohn-Bartholdy, Henriette Goldschmidt,
Isolde Hamm, F.C.Neuber, Louise Otto- Perters, Clara Schumann, Lene Voigt, Apollonia von Wiedebach, Wanda Zeigner-Ebel und Clara Zetkin.

Termin: 7. Juli bis 26. August 2021
Ausstellung „Die Freiheit frei zu sein“ – Edith Mendelssohn-Bartholdy

Haus des Buches, Foyer, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
06. Juli 2021, 19:30 Uhr, Ausstellungseröffnung
26. August 2021, 19:30 Uhr, Finissage und Verleihung des 14. ISOLDE-HAMM-PREISES

Termin: 1.Juli bis 11. Juli 2021
„Gespiegelte Zeit“ – Künstler*innen-Symposium

11.07.2021 Präsentation der Arbeiten
Parkfriedhof Leipzig-Plagwitz
Stockmannstr. 13, 04179 Leipzig

Zum 7. Mal treffen sich Künstler:innen auf dem Parkfriedhof Leipzig Plagwitz, an der Via Regia. In diesem Jahr sind es Künstler:innen verschiedener Sparten, die zum Thema „Gespiegelte Zeit“ ihre Idee vortragen, diskutieren, gestalten und zum Abschluss öffentlich präsentieren.

Interessierte finden Details zum Ablauf unter www.gedok-leipzig.de und sind eingeladen, während des Symposiums oder zur Abschlusspräsentation mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.

Die Arbeiten, die seit 2015 entstanden sind in öffentlichen Galerien in der Alten Salzstraße, der Via Regia und auf dem Parkfriedhof, Eingang Stockmannstr. 13, 04179 Leipzig zu besichtigen. Am Eingang und am Via Regia Begegnungsort befinden sich Pläne, die Auskunft über die Orte und Künstler:innen geben.

Weitere Informationen unter: www.gedok-leipzig.de

Was passiert kulturell im Leipziger Norden?

von Kerstin Herrlich

Derzeit laufen die Vorbereitungen zur 12. Nacht der Kunst, die in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Herrn Burkhardt Jung am 4. September stattfinden wird. Das vom Förderverein Georg-Schumann-Str. e.V. beauftragte Organisationsteam um Monika Maywald und Kerstin Herrlich ist dabei, Standorte und Künstler anzufragen, Aktionen für das Rahmenprogramm zu planen, Werbung zu organisieren und die Veranstaltung als solche zu planen.

Durch die gute Zusammenarbeit und Vernetzung mit den verorteten Kunst- und Kulturakteuern ist es gelungen, das Fest, was seinen Ursprung auf der Georg-Schumann-Straße hat, zu einem Kunst- und Kulturfestival des Leipziger Nordens zu entwickeln. Die Organisatoren freuen sich, dass neben den bewährten großen und kleinen Standorten in diesem Jahr neue Standorte wie das Gohliser Schlösschen, das Schillerhaus, der Pro Gohlis e.V. bei Kallenbach und weitere dazu kommen.

In diesem Jahr wird es wieder einen Prolog geben – in der Woche vor der Nacht der Kunst werden Maler*innen im Barockgarten des Gohliser Schlösschens – inspiriert von dem wunderbaren Ambiente, arbeiten. Die fertigen Werke werden zu Nacht der Kunst in der Gartenarkade gezeigt. Das Pleinair wird öffentlich sein – Besucher haben die Möglichkeit, den Künstlern bei der Arbeit zuzuschauen.
Die Besucher können sich zur Nacht der Kunst auf sehr viele interessante Ausstellungen freuen, es wird viele Aktionen geben, wie den Mitmachzirkus, Straßenmusik, die beliebte Kinderralley, eine Feuershow und als besonderes Highlight wird ein Bronzegießer ein Schaugießen vorführen. Weitere Informationen unter www.ndk-leipzig.de

Das ehemalige Autohaus in der Lindenthaler Straße ist inzwischen voll bezogen und hat einen neuen Namen – Kunsttanker – was man auch seit kurzem an der rechten Giebelwand lesen kann.

Aber nicht nur einen neuen Namen und ein entsprechendes Logo haben die „Bewohner“ kreiert, sondern es gibt jetzt auch eine Website. Unter www.kunsttanker.de kann man sich über die Künstler und Kreativköpfe und Aktionen im Haus informieren. Die Website ist im Entstehen – bei mehr als 50 „Bewohnern“ dauert es etwas, bis alle verzeichnet sind. Sofern es die Coronalage erlaubt, wird sich der Kunsttanker am 29.05.2021 ab 15.00 Uhr öffnen und die Besucher können Ateliers und Ausstellungen verschiedenster Künstler und Kreativer besuchen.

Einer der ersten Mieter im Kunsttanker war die galerie k. – geführt von Kerstin Herrlich. In der kleinen Galerie werden im 6wöchigen Rhythmus Malerei, Grafik, Objektkunst, Keramik, Fotografie gezeigt. Derzeit stellt die Leipziger Künstlerin Angela Viain Malerei und Skulpturen aus. Dazu kommt im zweiten Raum Objektkunst des französischen Künstlers Marc-Antoine Petit.

Neben den Ausstellungen organisiert die galerie k. kleinere Veranstaltungen wie u.a. im Rahmen von „Leipzig liest – an Leipzigs längster Magistrale“ zwei Lesungen bzw. Künstlerportraits:

  • 28.05.2021 18.00 Uhr Künstlerportrait Mahmoud Dabdoub, der im Passage Verlag einen Bildband „Augen in der Pandemie“ und gemeinsam mit zwei anderen Fotografen eine Fotoreportage „Menschenleer – Leipzig – eine Stadt im Lockdown“ herausgegeben hat und diese vorstellt.
  • 29.05.2021 17.00 Uhr Lesung von Kati Naumann aus ihrem neunen Roman „Wo wir Kinder waren“ erschienen im Verlag HarperCollins unter Mitwirkung der Puppenbauerin Stefanie Czapla

Für beide Veranstaltungen sollte man sich anmelden, da auf Grund der geltenden Hygienebestimmungen nur eine begrenzte Besucherzahl zugelassen ist. Nähere Informationen findet man unter www.leipziger-buchmesse.de/de/programm/veranstaltungskalender

Aus dem Skulpturengarten wird der Kunstgarten

von Jürgen Schrödl

Viele Besucher*innen des Budde-Hauses kennen das Außengelände rings um die ehemalige Bleichert-Villa mit dem Biergarten, dem mächtigen Ginkgobaum und dem Spielplatz. Aber etwas versteckt (und von vielen oft nicht entdeckt), öffnet sich gleich hinter dem Gartenhaus, vom Hof aus über einen schmalen Zugang zu erreichen, noch ein grünes Areal: Eine fast 1.000 Quadratmeter große parkähnliche Anlage, die bis dato als „Skulpturengarten“ firmierte.

Dieser Name leitete sich vom Projekt „Skulpturengarten“ des KuK Gohlis e.V. ab, das hier seit ein paar Jahren stattfand. Ab diesem Sommer wird das Projekt an einem neuen Standort fortgeführt. Und der Name „Skulpturengarten“ zieht mit.

Die Betreiber*innen des Budde-Hauses werden den Garten jedoch weiterhin für Freiluftausstellungen nutzen, weil es ein idealer Ort dafür ist und weil das künstlerische Angebot erhalten bleiben soll. Deshalb wird aus dem „Skulpturengarten“ der „Kunstgarten“. Der Begriff ist weiter gefasst, um Ausstellungsmöglichkeiten für mehr künstlerische Genres zu schaffen. Im „Kunstgarten“ können alle Kunstwerke ausgestellt werden, die unter Freiluftbedingungen möglich sind: Skulpturen, Plastiken, Objekte, Installationen aus Holz, Stein, Metall oder anderen Materialien bis hin zu Großformatfotografien oder -drucken.

Der „Kunstgarten“ wird weiterhin ein multifunktionaler Ort sein und ist wichtiger Bestandteil im soziokulturellen Gesamtensemble Budde-Haus. Er bietet Raum für vielfältige und gleichberechtigte Nutzungen: als grüne Oase für Ruhe und Erholung, als Ort für Begegnungen, für Ausstellungen und für Veranstaltungen, wie zum Beispiel für die bereits geplante Sommertheaterwoche vom 14. bis 22. August. Auch die Gartenanlage selbst wird in den nächsten Jahren weiterentwickelt, verschönert, bepflanzt und ausgestattet.
Die „Kunstgarten-Schau“ wird am Nachmittag, des 3. Juli mit einem begleitenden Programm eröffnet. Die Kuratierung übernimmt Frank Berger (Galerie Kunstkonzil). Zur Premiere werden unter anderem Arbeiten von den Künstler*innen Cornelia Hammans, Gabriele Messerschmidt, Wolfgang KE Lehmann sowie Martin König zu sehen sein.