Skip to content Skip to left sidebar Skip to footer

Schlagwort: Kunst

DIY in Gohlis – Makerspace – Gemeinschaftswerkstatt für SELBER-MACHER:innen

von Peter Niemann

Es ist das Ende einer ganz kleinen Straße in Gohlis Mitte, wohin es mich an jenem Freitag im September verschlägt. Denn vor etwa einem Jahr hat sich in der Stoye-Straße ein Projekt angesiedelt, von dem ich schon viel Spannendes gehört habe und welches ich mir unbedingt live anschauen wollte: Der Makerspace. Genau so steht es auch auf dem Schild über der kleinen Tür im Eingangsbereich. Mit dem Übertreten der Schwelle öffnet sich eine weitläufige Halle und ich werde dort unmittelbar und sehr herzlich von Claire Fabian empfangen. Sie ist an jenem Tag Ansprechpartnerin für alle Anliegen der fleißig werkelnden Mitglieder des Makerspace und für interessierte Menschen, wie mich. Wobei es egal ist, ob man sich zum Arbeiten angemeldet hat oder spontan hereinschneit – man bekommt eine Führung durch die ausgedehnten Hallen sowie die Gelegenheit, alle möglichen Fragen loszuwerden.
Während meines Rundgangs war ich ziemlich beeindruckt von den vielen verschiedenen Gewerken und den unzähligen Möglichkeiten, die sich dem kreativen Menschen hier auf rund 600qm bieten: So gibt es einen Textilbereich mit Industrienähmaschinen, Dampfbügeleisen und großem Zuschneidetisch. Daneben gut ausgestattete Bereiche für Keramikherstellung und Metallbau. Auch ein sogenanntes FabLab (Fabrikationslabor) ist zu finden, wo der Zugang zu modernen Fertigungsverfahren ermöglicht wird. Hier findet man einen Laser, für Gravuren auf Werkstücken etwa oder für den Beschnitt von selbigen. Derzeit wird die Anschaffung einer CNC-Fräse sowie eines 3D-Druckers vorangetrieben. Im südlichen Teil bieten lichte Räume Platz für Workshops und die technischen Voraussetzungen für professionelle Videokonferenzen. Weiter hinten in der Halle entstehen derzeit eine (mobile) Fahrradwerkstatt, eine Siebdruckanlage sowie ein Fotostudio nebst Dunkelkammer. In dem sehr gemütlichen Bar- und Aufenthaltsbereich im Zentrum des Makerspace treffen sich die Mitglieder gerne in den Pausen.

Claire selbst ist Biologin, im Makerspace für den Keramik-Bereich zuständig und unterstützt das Projekt schon seit Jahren ehrenamtlich. Dabei ist es nicht nur Leidenschaft fürs Handwerk, sondern das soziale Gefüge, welches Claire anspricht. Die Mitglieder stammen aus allen möglichen Altersgruppen und sozialen Schichten. Und so begegnen ihr immer wieder Menschen, mit denen sie sonst vermutlich nie in Kontakt kommen würde. Die Mitglieder seien grundsätzlich sehr hilfsbereit und viele von ihnen widmen ihre Freizeit nicht nur den eigenen Projekten, sondern sind auch an der Weiterentwicklung des Gesamtprojekts interessiert. Der neue Standort in Gohlis gefällt ihr ziemlich gut. Er ist größer als die Halle in der Bitterfelder Straße, die dem Makerspace von 2015 bis 2020 ein Zuhause bot. Zudem sei man im Herzen von Gohlis gut angebunden und es blieben so (fast) keine Wünsche offen.
Probleme bleiben selbstverständlich nicht ganz aus. Dabei reicht die Bandbreite von kleineren „WG-Problemen“ um Abwasch und Aufräumen von Arbeitsplätzen etwa, hin zu echten Herausforderungen. Völlige Barrierefreiheit, die Ausstattung mit sanitären Anlagen sind hier zu nennen sowie auch der eher träge Kontakt zur Hausverwaltung. Man wartet schon lange auf den Ausbau des Stromnetzes sowie eigentlich sogar vertraglich zugesicherte Heizmöglichkeit im Winter. Das ist v.a. auch hinsichtlich der teuren und teilweise sehr kälteempfindlichen Maschinen wichtig. Von der Stadtverwaltung und den Multiplikatoren vor Ort wünscht sie sich, dass man jetzt schon den Blick auf die Zukunft richtet. Der bestehende Festvertrag zwischen der Stadt und dem Eigentümer des Gebäudekomplexes hat nämlich nur eine Laufzeit von 10 Jahren. Ihr größter Wunsch ist Sicherheit für den Standort in Gohlis. Schließlich sei der Makerspace ein zeitloses Projekt, von dem die Menschen im Stadtteil und darüber hinaus immer profitieren können.

Wie kann man im Makerspace mitmachen?

Ganz grundsätzlich ist jede und jeder herzlich im Makerspace willkommen. Eine Mitgliedschaft kostet rund 25€ pro Monat und ein Antrag kann ganz einfach online ausgefüllt werden. Die Einnahmen fließen in die Wartung und Reparaturen von Maschinen sowie die Neuanschaffung von Geräten. Bevor man loswerkeln kann, bekommt man eine ebenso fundierte wie freundliche Einweisung in die Geräte und die Abläufe vor Ort. Außerdem braucht es immer engagierte Leute, die eigene Ideen in den Makerspace einbringen und weiterentwickeln, sei es als Workshopleiter/in oder Verantwortliche/r für ein bestimmtes Gewerk.

Gibt es Angebote für Kinder?

Auch wenn es für Kinder (leider!) gerade keine Workshops gibt und eine Mitgliedschaft erst ab 14 Jahren möglich ist, sind diese gerne gesehen. So bietet der bequem eingerichtete Aufenthaltsbereich genug Raum zum Warten, Spielen und Lesen. Natürlich können die Kleinen auch – unter den wachsamen Augen der Eltern und mit ein paar nachvollziehbaren Einschränkungen – fleißig mitwerkeln.

Wie kontaktiert man den Makerspace?

Ganz einfach im Rahmen der Öffnungszeiten vorbeikommen. Geöffnet ist der Makerspace täglich, außer sonntags und montags. Man kann sich auch via info@makerspace-leipzig.de anmelden. Sämtliche Informationen und aktuelle Termine finden sich ansonsten auf der Website https://makerspace-leipzig.de

Wo ist denn nun eigentlich diese Stoye-Straße?

Da selbst vielen gestandenen Gohliserinnen und Gohlisern ‚Stoye-Straße‘ erst einmal nichts sagen wird und auch Google Maps die Straße (noch) nicht zu kennen scheint, hier noch einige Hintergrundinfos zur erfolgreichen Verortung:
Im Mai 2018 nämlich, und analog zur Beschlussvorlage VI-DS-05361-NF-05 sprach sich die Ratsversammlung für die Teilumbenennung eines Straßenabschnittes der Halberstädter Straße aus. Eine genutzte Chance! Denn spätestens mit der feierlichen Einweihung vor ziemlich genau drei Jahren und der Installation von Straßen- und Zusatzschild wurde so ein Stück Gohliser Stadtteilhistorie transparent gemacht: Erinnert wird seitdem an den Leipziger Seitenwagen-Konstrukteur und -Hersteller Walter Stoye (1893-1970), dessen 1925 gegründetes Unternehmen ab 1944 an eben jenem Ort saß.
Das kleine Areal zwischen der Lindenthaler Straße, den beiden S-Bahnlinien und der Stoye-Straße entwickelte sich beständig weiter. Besonders markant ist der Gebäudekomplex des ehemaligen Autohauses. Dieser beherbergt seit September 2019 mit dem Kunsttanker den Ort mit der wohl größten Dichte an Kultur- und Kunstschaffenden im Leipziger Norden. Im September 2020 siedelte sich schließlich mit dem Makerspace ein wirklich tolles Projekt in der Straße an, das unseren Stadtteil hoffentlich noch viele Jahre bereichern wird.

Auftakt zur Mosaikgalerie

von Jürgen Schrödl

Ein Samstagvormittag Anfang August. Ein bunter Menschenmix von jung bis älter versammelt sich im Einfahrtsbereich des Budde-Hauses vor einer güldenen Plane. Ein Saxophon bläst „Over the rainbow“. Kurze Ansprachen und dann wird der erste Teil der Mosaikgalerie feierlich enthüllt.

Zehn Jugendliche zwischen 18 und 22 Jahren hatten dieses Kunstwerk vom 26. Juli bis zum 6. August unter Anleitung der Leipziger Mosaikkünstlerin Jana Beerhold geschaffen. Vier Jugendliche kamen aus Italien und Frankreich, sechs waren Auszubildende des Berufsbildungswerkes Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH. Alle waren von den Entwurfsideen bis zur finalen Anbringung und Verfugung der vielen bunten Mosaiksteine beteiligt. Was dabei entstand, ist nicht nur etwas Bleibendes, an dem sich die Besucher*innen des Budde-Haus-Geländes künftig erfreuen werden, sondern es war ein inklusives Projekt, bei dem Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und sozialer Schichten, mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen gemeinsam kunsthandwerklich tätig waren und voneinander lernten.

Partner des Projektes waren das EU-Austauschprojekt des FAIRbund e. V., das Budde-Haus und das Berufsbildungswerk Leipzig. Finanziert wurde es durch den Europäischen Solidaritätskorps und die Deutsche Organisation für Mosaikkunst e. V. (DOMO). In den nächsten zwei Jahren sollen zwei weitere Mosaike die Galerie vervollständigen.

Nacht der Kunst mit dem Bürgerverein Gohlis

von Peter Niemann

Auch in diesem Jahr haben wir wieder zwei feine Ausstellungen anlässlich des wohl größten Sächsischen Kunstfestivals am 4. September geplant. Beide Ausstellungen finden sich, neben ganz vielen anderen, im Budde-Haus, Lützowstraße 19, 04157 Leipzig.

Michael Schreckenberger | Konstrukt Freiraum

Budde-Haus | Musikzimmer | 16 – 24 Uhr

Frühjahr 2020. Lockdown. Umdenken für den Leipziger Künstler Michael Schreckenberger. Zwar nicht zwangsläufig, jedoch rückt mit der vorübergehend geschlossenen Galerie am Brühl für ihn zunächst auch die Arbeit im Atelier in den Hintergrund. Er setzt Prioritäten, widmet sich dem, was geht: den Auftragsarbeiten, der Fassadengestaltung an der frischen Luft. Er schafft Raum für sich und seine Kunst.

Die thematische Ausrichtung seiner neuesten Malereien verwundert so nicht. Schließlich sind wir in den letzten Monaten sehr sensibel für unsere individuellen Freiräume geworden. Eigentlich setzen wir sie ja voraus, sie erscheinen uns höchst plausibel, wir verspüren geradezu ein Anrecht auf sie. Einschränkung und Entzug hingegen enttäuschen, ärgern, schmerzen, frustrieren und fühlen sich unschön an. Schreckenberger spielt mit Freiräumen, bannt diese auf die Leinwand – so paradox dies auch klingen mag.

Auf begrenztem Bildraum wird die Stimmigkeit zwischen den durchaus diversen Bildgegenständen dann zur Herausforderung. Er muss mit gestalterischen Mitteln nachhelfen, in Komposition zwängen. Das bewährte Absperrband hilft. Es zurrt aber nicht nur zusammen, was eigentlich nicht so recht passen will. Er konfrontiert bewusst damit. Das Absperrband feierte jüngst und unweigerlich Konjunktur, ist uns unangenehm vertraut, da es in unsere Realität eingreift und Freiräume umgestalten oder gar nehmen kann.
Schreckenberger fordert ganz bewusst Abstand ein. Schließlich ist es der Abstand zum Bildgegenstand, der ein Erleben überhaupt ermöglicht. Erst ein Zurücktreten erlaubt es uns, Freiräume als unnatürlich wahrzunehmen. Es ist der Perspektivwechsel, der sie entlarvt, sie bald absurd und egoistisch erscheinen lässt.

Unsere Ausstellung zur Nacht der Kunst ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in diesem Jahr. Es wird vor allem Malerei zu sehen sein: fantastisch, realistisch und 100% zeitgemäß.

Die Ausstellung wird durchgängig betreut. Der Künstler selbst wird ab 20:00 Uhr vor Ort sein.

Bernd Heyne | Hass-Liebe Georg-Schumann-Straße

Budde-Haus | Büro des Bürgervereins | 16 – 24 Uhr

Georg-Schumann-Straße. Die Magistrale begreift der Leipziger Künstler Bernd Heyne seit Jahren als eine Art Lebensader, welche den Menschen im Norden wie auch ihn in erster Linie und recht zweckmäßig mit all dem versorgt, was man eben so braucht. Etwaige Gründe zum Verweilen, oder gar für längere Aufenthalte sieht Heyne normalerweise nicht. Das ändert sich schlagartig in den ersten Monaten des Jahres 2021 und mit den, für Leipziger Verhältnisse zumindest, Unmengen an Schnee. Unerwartet sieht er sich nämlich mit einer Vielzahl an Motiven für seine Fotografie konfrontiert. Es gelingt ihm, in diesen Tagen die Magistrale als hell, freundlich und sauber zu dokumentieren, in einem gänzlich neuen Gewand.

Der Künstler ist durchgehend vor Ort, um von seinem winterlichen Abenteuer auf der Georg-Schumann-Straße zu berichten und Fragen zu seinen Fotografien zu beantworten.

12. Nacht der Kunst – das KUNST – und KULTURFESTIVAL des Leipziger Nordens

vom Organisationsteam der Nacht der Kunst

04. September 2021 von 16.00 – 24.00 Uhr
Die Vorbereitungen zur 12. Nacht der Kunst laufen auf Hochtouren – auch in diesem Jahr wird das Kunst- und Kulturfestival im Leipziger Norden tausende Besucher in seinen Bann ziehen. Die begehrten NdK-Postkarten, die bereits in ganz Leipzig ausliegen, zeugen davon.
Ca. 200 Künstler werden wieder an interessanten Ausstellungsorten ihre Kunstwerke präsentieren.

Für die Besucher wird es somit spannende Ausstellungen an bekannten und neuen Standorten geben. So wird in diesem Jahr die Nacht der Kunst mit einem Pleinair im romantischen Park des Gohliser Schlösschen starten. Neugierige Zuschauer können vom 30. August bis 02. September live erleben, wie Gemälde entstehen, welche im Anschluss in den Westarkaden des Gohliser Schlösschens ausgestellt werden.

Das neue Familiencafé Rudolf & Regine in der Stockstraße lädt zum Schauen, Spielen und Chillen im schönen Garten ein. Bei Kallenbach – dem Sitz von Pro Gohlis in der Gohliser Straße – wird neben einer interessanten Musikskulpturenausstellung Max Laube Musik aus seiner Schellackplattensammlung auflegen. Die Naturdrogerie in der Gohliser Straße ist ebenso neuer Standort, wie auch das Taschenbier in der Coppistraße. Die Nacht der Kunst hat sich räumlich erweitert und breitet sich vom Zentrum der Georg-Schumann-Straße im gesamten Leipziger Norden aus.

Neben den traditionellen Großstandorten wie dem Kunsttanker in der Lindenthaler Straße, dem Glashaus am Viadukt, dem Kaufland Gohlis-Süd, dem Anker oder dem Buddehaus bieten viele kleinere Standorte wie das Eiscafé Florenz, Gromke Hörzentrum, das (w)einstein 13 oder die Klavierschule Olbrich den Künstlern Platz für ihre Ausstellungen, die die Besucher der 12. Nacht der Kunst begeistern werden. Dazu kommen Aktionen für die ganze Familie, wie die beliebte Kinderrallye oder der Mitmachzirkus Klatschmohn, der Groß und Klein auf dem Huygensplatz zum selbst aktiv werden einlädt. Es locken aber auch Aktionen wie orientalischer Tanz, eine Feuershow und viele Konzerte und Liveacts an den Standorten und auf der Straße.
Der Bronzegießer Klaus Cenkier wird bei einem Schaugießen am Kunsttanker Einblick in seine Arbeit geben und wer sich von den Besuchern handwerklich ausprobieren möchte, hat dazu bei Makerspace Gelegenheit.

Eine besondere Aktionen startet der Standort des Nachbarschaftszentrums „Die Tür“. Dort soll unter dem Motto „Blumen für die Schumi“ eine riesige Wand mit künstlichen Blumen gestalten werden. Alle sind aufgerufen, sich mit selbst gestalteten Blumen zu beteiligen. Zur Nacht der Kunst können Besucher diese erwerben. Der Erlös kommt zum Teil der Nacht der Kunst und dem Nachbarschaftszentrum zugute.
Es wird wieder viel Neues und Spannendes zu sehen und zu erleben geben – von großer Kunst bis zu Mitmachaktionen. Die Schüler der International School werden mit künstlerischen Arbeiten und musikalischen Darbietungen den Abend bereichern und der Judoverein Stahmeln wird in der eigenen Halle Interessenten Einblicke in das Training geben.

Für das leibliche Wohl werden ausgewählte Streetfoodstände wie der Georgier, der Mexikaner, die Spätzlemädels und viele mehr nicht nur entlang der Schumi sorgen.

Alle Akteure laden interessierte Besucher zum Bummeln, Schauen und selbst aktiv werden ein und freuen sich auf einen unvergesslichen Abend zur 12. Nacht der Kunst im Leipziger Norden.

Schillerhaus – Ein- und Ausblicke

von Wilma Rambow (Koordinatorin Schillerhaus und Abt. Bildung und Vermittlung, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig mit seinem charmanten Standort Schillerhaus setzt auch in diesem Jahr wieder verstärkt auf das Potential der attraktiven Außenflächen und öffnet die Gartentore für seine Gäste. Gerade unter den aktuellen Umständen ist der Schillerhaus-Garten von unschätzbarem Wert.

Die in den 1960er Jahren als Bauerngarten angelegte Freifläche mit Kräuter-Obst- und Gemüsebeeten, bunter Blumenpracht und Obstbaumbestand lädt zum Erholen, Verweilen und zum Naturgenuss inmitten des Großstadttrubels ein. Hier können die Gäste Kleingartenatmosphäre, die für jeden offen ist, erleben. Und, was viele noch nicht wissen: es ist ein Nasch- und Bürgergarten. Während der regulären Öffnungszeiten können Gäste kostenfrei in den Garten und das reichhaltige Obst- und Blumenangebot bestaunen und genießen. So können sie in den Sommermonaten – natürlich mit der nötigen Vorsicht – über die Buchsbaumhecken in die Beete steigen, um sich an unseren Beerensträuchern zu laben – so lange der Vorrat der Natur reicht! Trauen Sie sich bei ihrem nächsten Schiller-Garten – Besuch!

Den Vorgarten des Schillerhauses bereichert seit einigen Monaten ein bronzenes Tastmodell der Leipziger Bronzegießerei Noack. Zusammen mit einem Audioguide für Blinde und Sehbeeinträchtigte wurden so neue, attraktive und vor allem inklusive Zugänge zum Haus und seiner rund 300-jährigen Geschichte geschaffen.

Seit Juni werden Haus und Garten wieder von „Wiederholungstätern“ und „Neulingen“ frequentiert. Zum bewährten abendlichen Veranstaltungsprogramm mit Theater, Kabarett und musikalischen Darbietungen, u.a. vom Kulturbeutel e.V., TheaterPACK oder der MUSIKSCHULE Leipzig, gesellen sich neue Angebote. So konnte Die Kulturfabrik Leipzig e.V. – Werk II mit einem Kindertheaterprojekt gewonnen werden. Durch den Kontakt zur Naturschutzstation Parthenaue nahm das Schillerhaus dieses Jahr auch erstmalig am Tag der offenen Gartenpforte im Juni teil.

Der idyllische Bauerngarten lockt in diesem Sommer außerdem vom 20. 7. bis 12. 9. mit einer besonderen Präsentation der GEDOK Mitteldeutschland e.V.. Zwölf kleinplastische Keramik-Büsten der Bildhauerin Ute Hartwig-Schulz erinnern an bedeutende Frauen der Leipziger Kulturgeschichte. Mit diesem kleinen Garten-Highlight ist das Schillerhaus diesjährig zum ersten Mal auch Standort für das Gohliser Kunst- und Kulturfest „Nacht der Kunst“ am 4.9. Dabei wird nicht nur die Ausstellung zu sehen sein, auch für die Ohren können musikalische Genüsse angekündigt werden.

Die museumspädagogische Arbeit mit Schulklassen der Grundschule bis Oberstufe läuft in den Wochen vor den Sommerferien auch wieder auf vollen Touren. Es ist eine große Freude, kleine und große Besucher*innen wieder durch Haus und Garten zu führen. Und selbst die Jugend, der oft mangelnden Interesses an Museumsbesuchen und kulturhistorischen Themen nachgesagt wird, verlässt nach dem Besuch froh und sich bedankend das Schillerhaus. Die Lust auf gemeinsame Erlebnisse, Aktion und Interaktion ist nach der langen Durststrecke bei allen zu spüren!

Für die Sommerferien laden wir insbesondere kleinere Kinder zu Workshops im Garten ein. Dabei können die Teilnehmer*innen vom Fächerbau, über Schreiben wie zu Schillers Zeiten und bei Kräuterkunde-Angeboten kreativ sein, Wissen sammeln und Spaß haben.

Die Vorbereitungen für eine Neukonzeption der mittlerweile 30 Jahre alten Dauerausstellung im Schillerhaus sind derzeit in vollem Gange. Und so erwartet die Besucher*innen im Verlauf 2022 die neue Dauerausstellung „Götterfunken“, in der uns Friedrich Schiller als junger Mann in den Alltagsfacetten seiner Zeit begegnen wird und eine Nähe zu diesem großen Dichter und Denker auf eine zeitgemäße Weise hergestellt werden soll. Sie dürfen gespannt sein auf die erhellende Wirkung der „Götterfunken“.

Nicht zuletzt sei auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Gohlis e.V. selbst hingewiesen. Stadtteilgeschichte und das Interesse an deren lebendigen, bürgernahen Vermittlung ist der große gemeinsame Nenner für die Zusammenarbeit beider Einrichtungen

So wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche gemeinsame Projekte realisiert und wird in 2021 eine Lesung und die Beteiligung des Schillerhauses beim Gohliser Advent in den Höfen und Gärten durch den Verein mit realisiert.

Die Museum-Team sieht der Zukunft des Schillerhauses mit Freude und Elan entgegen! Wir hoffen, sie beim Rundgang durchs Haus, beim Naschen an den Sträuchern, einem Konzert an lauem Sommerabend, an der Feuerschale im Advent oder einfach zu einem Plausch zwischen den Beeten begrüßen zu können!

 

 

Rezension: MuZe2021 – Museumszeitung

von Ursula Hein

Noch rechtzeitig vor Redaktionsschluss kam heute mit der Post ein großer Briefumschlag vom Stadtgeschichtlichen Museum mit einer Zeitung, die „MuZe“. Der neue Chef Anselm Hartinger hat die Corona-Pause zusammen mit seinem Team genutzt, um eine tolle Zeitung über Museum und Leipzig herauszubringen. Jeder kann hier etwas Interessantes finden. Gohlis ist mit seinen Bauten sehr wichtig für das Museum: Das Gohliser Schlösschen, das Schillerhaus, die vielen historischen Gebäude wie das Budde-Haus (mit dem Kooperationspartner Bürgerverein Gohlis). Der Museumschef wünscht eine starke bürgerschaftliche Beteiligung an den Vorhaben des Museums. Das Schillerhäuschen wird für das 21. Jahrhundert fitgemacht mit dem jungen Schiller, nicht mit dem Dichterfürsten von Weimar. Das Motto lautet: „Götterfunken – Schillerhaus auf Anfang“.

Es ist eine richtig große Zeitung geworden, auf jeder Seite stellen sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit ihren sehr unterschiedlichen Projekten und Tätigkeiten vor. Die Zeitung ist reich bebildert, alles wird übersichtlich erklärt. Mit einem Wort: Die Zeitung lädt alle ein, die sich für Geschichtliches, Altes oder auch Zeitgenössisches interessieren. Schwierige Themen wie die Sprengung der Paulinerkirche oder Provenienz-Fragen werden ebenso wenig ausgeklammert, wie man sich nicht vor einem Horoskop scheut, das mit Exponaten aus dem eigenen Haus nicht so ganz ernst gemeint ist. Auf der vorletzten Seite gibt es dann noch Rätzel und Karikaturen. Und auf Seite 24, der letzten Seite, sehen wir – wie für einen Verkauf angepriesen – die Immobilien des Museums, unter dem kleinen Völkerschlachtdenkmal das große Schillerhäuschen.

Ausstellungen und Veranstaltungen in der Michaeliskirche am Nordplatz

von Elisabeth Guhr

Die Michaeliskirche ist bis September täglich von 15.00 – 18.00 Uhr geöffnet.

Ab 9. Juni findet mittwochs, 12.00 Uhr, die kleine Orgelmusik mit Studierenden der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig an der Sauerorgel von 1904 statt.

Die Ausstellungen in der Michaeliskirche sind dem Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gewidmet:

Noch bis zum 13. Juni ist die Ausstellung von Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum Berlin „Verschwundene Welt – Aufnahmen, Gedichte und Texte zur verschwundenen Welt des Ostjudentums“ zu sehen.
Die berührenden Aufnahmen von Roman Vishniac aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen ein unverfälschtes Bild der damaligen jüdischen Welt, die durch Krieg und Terror der Nazis untergegangen ist.

Vom 14. Juni bis 30. Juli erinnert die Ausstellung von Elisabeth Guhr
„Ich hatte einst ein schönes Vaterland“ noch einmal an jüdisches Leben in Gohlis und der äußeren Nordvorstadt, das vor hundert Jahren blühte und wenig später ein grausames Ende fand.

Veranstaltungen im Rahmen der Jüdischen Woche, die vom 27 Juni bis 4. Juli stattfindet:
1. Juli, 17.00 Uhr, Beginn vor der Michaeliskirche, Thematische Führung:
„Von Häusern und Menschen – jüdisches Leben in der äußeren Nordvorstadt“ mit Annekatrin Merrem und Elisabeth Guhr
(hierzu das Foto: Nordplatz 6, Geburtshaus Fritz Grübel. Foto: E.Guhr)

3. Juli 19.30 Uhr, Michaeliskirche: Szenische Lesung mit Prof. Friedhelm Eberle
Der Arzt von Wien, Monodrama von Franz Werfel, sowie Texte von Joseph Roth u.a., musikalische Begleitung Ketevan Warmuth
Franz Werfel schrieb sein Drama 1938 unter dem Eindruck des Freitods des bekannten Berliner jüdischen Arztes Ismar Boas. Der Begründer der Gastroenterologie, der in Wien im Exil lebte, setzte seinem Leben beim Einmarsch der Wehrmacht in Wien ein Ende.

4. Juli 14.00 Uhr, Beginn vor der Friedenskirche: Thematische Führung
„Von Häusern und Menschen – jüdisches Leben in Gohlis“ mit Annekatrin Merrem und Elisabeth Guhr

Im Mai gedachten wir mehrerer 100ster Geburtstage. Neben dem jüdischen Dichter Erich Fried, der als Gymnasiast vor den Deutschen nach England floh ist auch die Widerstandskämpferin Sophie Scholl im Mai geboren. Sie starb mit 21 Jahren unter dem Schafott. Nur einen Monat früher als diese beiden ist mein Vater geboren. Er war einer von den vielen verblendeten jungen deutschen Soldaten, die glorreich in den Krieg zogen und als Krüppel wieder nach Hause kamen. Mein Vater studierte nach dem Krieg Theologie. Bis zu seinem Tod hat ihn das Schicksal der Juden, des Gottesvolkes im Alten Testament, nicht losgelassen.

So habe auch ich mich mit diesem Thema immer wieder beschäftigt. Ich bin seit dreißig Jahren Gohliserin. Seitdem ich angefangen habe, nach dem Schicksal der Juden, die in meinem heutigen Wohnumfeld lebten, zu fragen, lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Ich musste feststellen, dass kaum jemand von ihrer Existenz wusste. So gründlich hat die Verdrängung der Schuld nach Kriegsende funktioniert. Mit meinen Forschungen versuche ich, den vertriebenen, geflüchteten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die vor hundert Jahren Tür an Tür mit ihren nichtjüdischen Nachbarn friedlich lebten, wieder ein Gesicht zu geben.

Ich bin froh, dass ich einen Teil meiner Forschungsergebnisse in einer Ausstellung für die Michaeliskirche zeigen konnte. Die Stadtteilführungen, die ich seit ein paar Jahren zusammen mit der Denkmalpflegerin Annekatrin Merrem mache, sind für uns beide eine Bereicherung und wir freuen uns, unser Wissen damit weiter zu geben.

GEDOK Veranstaltungshinweise

Termin: 20.07.- 12.09.2021
Unerzählt und Unbezahlbar
Ein Leipzig-weites Projekt von GEDOK Mitteldeutschland e.V. in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig,
Schillerhaus, Menckestraße 42, 04155 Leipzig (Tel: 0341 5662170)

Plastik im Garten von Bildhauerin Ute Hartwig-Schulz

Mit kleinen Büsten von Leipziger Frauen vergangener und heutiger Tage will Ute Hartwig-Schulz ein Zeichen für die Sichtbarmachung weiblicher Prominenz dieser Stadt setzen.

Folgende Persönlichkeiten werden dargestellt:
Elsa Asenijeff, Anna Magdalena Bach, Edith Mendelsohn-Bartholdy, Henriette Goldschmidt,
Isolde Hamm, F.C.Neuber, Louise Otto- Perters, Clara Schumann, Lene Voigt, Apollonia von Wiedebach, Wanda Zeigner-Ebel und Clara Zetkin.

Termin: 7. Juli bis 26. August 2021
Ausstellung „Die Freiheit frei zu sein“ – Edith Mendelssohn-Bartholdy

Haus des Buches, Foyer, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig
06. Juli 2021, 19:30 Uhr, Ausstellungseröffnung
26. August 2021, 19:30 Uhr, Finissage und Verleihung des 14. ISOLDE-HAMM-PREISES

Termin: 1.Juli bis 11. Juli 2021
„Gespiegelte Zeit“ – Künstler*innen-Symposium

11.07.2021 Präsentation der Arbeiten
Parkfriedhof Leipzig-Plagwitz
Stockmannstr. 13, 04179 Leipzig

Zum 7. Mal treffen sich Künstler:innen auf dem Parkfriedhof Leipzig Plagwitz, an der Via Regia. In diesem Jahr sind es Künstler:innen verschiedener Sparten, die zum Thema „Gespiegelte Zeit“ ihre Idee vortragen, diskutieren, gestalten und zum Abschluss öffentlich präsentieren.

Interessierte finden Details zum Ablauf unter www.gedok-leipzig.de und sind eingeladen, während des Symposiums oder zur Abschlusspräsentation mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.

Die Arbeiten, die seit 2015 entstanden sind in öffentlichen Galerien in der Alten Salzstraße, der Via Regia und auf dem Parkfriedhof, Eingang Stockmannstr. 13, 04179 Leipzig zu besichtigen. Am Eingang und am Via Regia Begegnungsort befinden sich Pläne, die Auskunft über die Orte und Künstler:innen geben.

Weitere Informationen unter: www.gedok-leipzig.de

Was passiert kulturell im Leipziger Norden?

von Kerstin Herrlich

Derzeit laufen die Vorbereitungen zur 12. Nacht der Kunst, die in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Herrn Burkhardt Jung am 4. September stattfinden wird. Das vom Förderverein Georg-Schumann-Str. e.V. beauftragte Organisationsteam um Monika Maywald und Kerstin Herrlich ist dabei, Standorte und Künstler anzufragen, Aktionen für das Rahmenprogramm zu planen, Werbung zu organisieren und die Veranstaltung als solche zu planen.

Durch die gute Zusammenarbeit und Vernetzung mit den verorteten Kunst- und Kulturakteuern ist es gelungen, das Fest, was seinen Ursprung auf der Georg-Schumann-Straße hat, zu einem Kunst- und Kulturfestival des Leipziger Nordens zu entwickeln. Die Organisatoren freuen sich, dass neben den bewährten großen und kleinen Standorten in diesem Jahr neue Standorte wie das Gohliser Schlösschen, das Schillerhaus, der Pro Gohlis e.V. bei Kallenbach und weitere dazu kommen.

In diesem Jahr wird es wieder einen Prolog geben – in der Woche vor der Nacht der Kunst werden Maler*innen im Barockgarten des Gohliser Schlösschens – inspiriert von dem wunderbaren Ambiente, arbeiten. Die fertigen Werke werden zu Nacht der Kunst in der Gartenarkade gezeigt. Das Pleinair wird öffentlich sein – Besucher haben die Möglichkeit, den Künstlern bei der Arbeit zuzuschauen.
Die Besucher können sich zur Nacht der Kunst auf sehr viele interessante Ausstellungen freuen, es wird viele Aktionen geben, wie den Mitmachzirkus, Straßenmusik, die beliebte Kinderralley, eine Feuershow und als besonderes Highlight wird ein Bronzegießer ein Schaugießen vorführen. Weitere Informationen unter www.ndk-leipzig.de

Das ehemalige Autohaus in der Lindenthaler Straße ist inzwischen voll bezogen und hat einen neuen Namen – Kunsttanker – was man auch seit kurzem an der rechten Giebelwand lesen kann.

Aber nicht nur einen neuen Namen und ein entsprechendes Logo haben die „Bewohner“ kreiert, sondern es gibt jetzt auch eine Website. Unter www.kunsttanker.de kann man sich über die Künstler und Kreativköpfe und Aktionen im Haus informieren. Die Website ist im Entstehen – bei mehr als 50 „Bewohnern“ dauert es etwas, bis alle verzeichnet sind. Sofern es die Coronalage erlaubt, wird sich der Kunsttanker am 29.05.2021 ab 15.00 Uhr öffnen und die Besucher können Ateliers und Ausstellungen verschiedenster Künstler und Kreativer besuchen.

Einer der ersten Mieter im Kunsttanker war die galerie k. – geführt von Kerstin Herrlich. In der kleinen Galerie werden im 6wöchigen Rhythmus Malerei, Grafik, Objektkunst, Keramik, Fotografie gezeigt. Derzeit stellt die Leipziger Künstlerin Angela Viain Malerei und Skulpturen aus. Dazu kommt im zweiten Raum Objektkunst des französischen Künstlers Marc-Antoine Petit.

Neben den Ausstellungen organisiert die galerie k. kleinere Veranstaltungen wie u.a. im Rahmen von „Leipzig liest – an Leipzigs längster Magistrale“ zwei Lesungen bzw. Künstlerportraits:

  • 28.05.2021 18.00 Uhr Künstlerportrait Mahmoud Dabdoub, der im Passage Verlag einen Bildband „Augen in der Pandemie“ und gemeinsam mit zwei anderen Fotografen eine Fotoreportage „Menschenleer – Leipzig – eine Stadt im Lockdown“ herausgegeben hat und diese vorstellt.
  • 29.05.2021 17.00 Uhr Lesung von Kati Naumann aus ihrem neunen Roman „Wo wir Kinder waren“ erschienen im Verlag HarperCollins unter Mitwirkung der Puppenbauerin Stefanie Czapla

Für beide Veranstaltungen sollte man sich anmelden, da auf Grund der geltenden Hygienebestimmungen nur eine begrenzte Besucherzahl zugelassen ist. Nähere Informationen findet man unter www.leipziger-buchmesse.de/de/programm/veranstaltungskalender

Aus dem Skulpturengarten wird der Kunstgarten

von Jürgen Schrödl

Viele Besucher*innen des Budde-Hauses kennen das Außengelände rings um die ehemalige Bleichert-Villa mit dem Biergarten, dem mächtigen Ginkgobaum und dem Spielplatz. Aber etwas versteckt (und von vielen oft nicht entdeckt), öffnet sich gleich hinter dem Gartenhaus, vom Hof aus über einen schmalen Zugang zu erreichen, noch ein grünes Areal: Eine fast 1.000 Quadratmeter große parkähnliche Anlage, die bis dato als „Skulpturengarten“ firmierte.

Dieser Name leitete sich vom Projekt „Skulpturengarten“ des KuK Gohlis e.V. ab, das hier seit ein paar Jahren stattfand. Ab diesem Sommer wird das Projekt an einem neuen Standort fortgeführt. Und der Name „Skulpturengarten“ zieht mit.

Die Betreiber*innen des Budde-Hauses werden den Garten jedoch weiterhin für Freiluftausstellungen nutzen, weil es ein idealer Ort dafür ist und weil das künstlerische Angebot erhalten bleiben soll. Deshalb wird aus dem „Skulpturengarten“ der „Kunstgarten“. Der Begriff ist weiter gefasst, um Ausstellungsmöglichkeiten für mehr künstlerische Genres zu schaffen. Im „Kunstgarten“ können alle Kunstwerke ausgestellt werden, die unter Freiluftbedingungen möglich sind: Skulpturen, Plastiken, Objekte, Installationen aus Holz, Stein, Metall oder anderen Materialien bis hin zu Großformatfotografien oder -drucken.

Der „Kunstgarten“ wird weiterhin ein multifunktionaler Ort sein und ist wichtiger Bestandteil im soziokulturellen Gesamtensemble Budde-Haus. Er bietet Raum für vielfältige und gleichberechtigte Nutzungen: als grüne Oase für Ruhe und Erholung, als Ort für Begegnungen, für Ausstellungen und für Veranstaltungen, wie zum Beispiel für die bereits geplante Sommertheaterwoche vom 14. bis 22. August. Auch die Gartenanlage selbst wird in den nächsten Jahren weiterentwickelt, verschönert, bepflanzt und ausgestattet.
Die „Kunstgarten-Schau“ wird am Nachmittag, des 3. Juli mit einem begleitenden Programm eröffnet. Die Kuratierung übernimmt Frank Berger (Galerie Kunstkonzil). Zur Premiere werden unter anderem Arbeiten von den Künstler*innen Cornelia Hammans, Gabriele Messerschmidt, Wolfgang KE Lehmann sowie Martin König zu sehen sein.

Interview: Thomas Roßdeutscher, „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“

Das Gohliser Schlösschen hat nun offiziell einen neuen Betreiber. Der Leipziger Stadtrat stimmte in seiner Sitzung vom 25.3.2021 für die „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“ mit dem Team um Thomas Roßdeutscher und Michael Plättner.

Das Interview mit dem Geschäftsführer Thomas Roßdeutscher führte Peter Niemann

Vielleicht können Sie kurz erzählen wie Sie Michael Plättner kennengelernt haben und wie genau die Idee entstanden war, sich mit einem gemeinsamen Konzept als zukünftige Betreiber des Gohliser Schlösschens zu bewerben.

Ich kenne Michael Plättner schon, seit er die „Neue Musik Leipzig“ gegründet hat. Was er hier in privater Initiative auf die Beine gestellt hat, hat mich schon damals stark beeindruckt. Auch die Idee zur gemeinsamen Bewerbung um das Gohliser Schlösschen kam von ihm. Der konkrete Entschluss zur Erarbeitung eines Konzeptes wurde Ende Juni gefasst. Wir saßen im Barockgarten des Schlösschens, es war ein warmer Sommertag. Wir saßen auf einer dieser schönen weißen Holzbänke und beschrieben uns gegenseitig unsere Ideen. Ich weiß nicht mehr, wie lange dieses Gespräch gedauert hat, aber am Ende hatten wir so viel Inspiration und empfanden derart viel Freude, dass wir von diesem Moment an mit voller Energie am gemeinsamen Konzept zur Betreibung des Gohliser Schlösschens gearbeitet haben.

Wie konkret glauben Sie kann das GS mit Ihnen als den neuen Betreibern das Leben der Menschen hier bereichern?

Zum einen schaffen wir mit der Gründung einer gemeinnützigen Betreibergesellschaft Strukturen, die den modernen Erfordernissen an einen regelmäßigen Veranstaltungs- und Spielstättenbetrieb gerecht werden. Damit legen wir die wirtschaftliche und planerische Grundlage für alle Aktivitäten rund um das Gohliser Schlösschen.
Zweitens besitzen Michael Plättner und ich ein sehr breites regionales Netzwerk und ein überregionales Netzwerk vor allem in die Musikszene hinein. Dieses Netzwerk wollen wir aktiv nutzen, um ein frisches, abwechslungsreiches und spannendes Veranstaltungsprogramm zu entwickeln.

Wo liegen die größten Herausforderungen in der Anfangszeit?

Wir wollen Strukturen aufbauen und zeitgleich bestehende und funktionierende Strukturen integrieren. Hierzu müssen viele Gespräche geführt werden. Wir müssen die Menschen von unseren Ideen begeistern und möglichst schnell Vertrauen aufbauen. Wir wollen das Schlösschen zu einem Zentrum bürgerschaftlichen Engagements entwickeln, werden aber nur erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, die Bürgerschaft von unserem Projekt zu überzeugen und zur Mitwirkung zu motivieren.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Die Pflege des Barockgartens ist enorm zeitaufwendig. Vor allem in den Frühling- und Sommermonaten können wir hier Unterstützung gebrauchen. Wenn also jemand Lust, Zeit und etwas Freude an Gartenarbeit hat, so könnte man die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Wir planen auch gemeinsame Arbeitseinsätze zum Beispiel beim „Frühjahrsputz“, wenn unsere Pflanzen aus dem Gewächshaus wieder in den Barockgarten einziehen.

Wie konkret können wir als Bürgerverein behilflich dabei sein?

Vom Bürgerverein wünsche ich mir einen offenen Dialog und einen konstruktiven Austausch. Bei einem so großen Projekt wie dem Gohliser Schlösschen gibt es naturgemäß viele und teilweise auch gegensätzliche Interessen, das ist vollkommen normal. Umso wichtiger ist aber eine sachliche und lösungsorientierte Kommunikation. Ich denke, dass hier der Bürgerverein eine zentrale Rolle einnimmt. Er ist gut vernetzt, versteht die Strukturen des Stadtteils und bringt engagierte Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch.

Wie werden die Menschen im Stadtteil und darüber hinaus darauf aufmerksam gemacht was sich im Schlösschen tut?

Hier haben wir viel vor. Die Website wird aktuell komplett überarbeitet. Wir werden zukünftig regelmäßig über die Social-Media-Kanäle informieren, einen Online-Newsletter erstellen. Auch ein gedrucktes Quartalsprogramm wird es geben, welches man sich kostenlos zusenden lassen kann. Darüber hinaus glauben wir, dass die Medien viel und ausführlich über unsere attraktiven Programme berichten werden.

Wollen Sie wirklich den Zugang von der Menckestraße aus sperren?

Das ist eine falsche Information. Ganz im Gegenteil. Für die neue Betreibergesellschaft ist es ganz wesentlich, den Zugang auch von der Menckestraße zu erhalten. Wir wollen uns dem Stadtteil Gohlis öffnen und möchten den Vorplatz Menckestraße sogar noch attraktiver gestalten. Zusätzliche Pflanzkübel, weitere Sitzgelegenheiten und sogar eine E-Bike-Ladestation sind bereits in Planung.

Wann wird der Veranstaltungsbetrieb im Musenhof eröffnet? Zu Pfingsten mit dem „Gohliser Kunstmarkt“?

Die andauernde Corona-Situation bringt noch einige Unsicherheiten. Zudem können wir ohne Ratsbeschluss noch keine bindenden Verträge abschließen. Den April werden wir sicherlich noch für die Ein- und Umbauarbeiten im Café, zum Einrichten der Büros und für letzten Renovierungsarbeiten benötigen. Hier gibt es noch einige offene Fragen, aber da sind wir dran. Ziel ist es, im Mai das Hauptgebäude mit den attraktiven Festsälen für Veranstaltungen und zumindest den Freisitz im Barockgarten anbieten zu können.
Der Gohliser Kunstmarkt am 24. Juni ist in der Tat eine erste Bewährungsprobe. Er passt perfekt in unser Musenhof-Konzept und mich begeistert, mit wie viel Kreativität der „Kuk Gohlis“ die gemeinsamen Planungen vorantreibt. Der Gohliser Kunstmarkt lädt freischaffende Künstler aus Leipzig und darüber hinaus ein, ihre Arbeiten im Gohliser Schlösschen zu präsentieren – es gibt sogar noch einige freie Plätze.

Für die geplante Dauerausstellung zur Geschichte des Gebäudes und des Ortsteils gibt es natürliche Partner – das Schillerhaus (mit dem Gohliser Dorfmodell), das Stadtgeschichtliche Museum mit Exponaten und Ausstellungs-Know-how, den Bürgerverein Gohlis mit seiner AG Stadtteilgeschichte mit deren Expertise und Netzwerk. Gibt es einen schon Zeitplan für die Ausstellung? In welchen Etappen soll sie realisiert werden? Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie setzen?

In unserem Betreiberkonzept haben wir eine inhaltliche Neugestaltung der Dauerausstellung angeboten und wir haben einige Ideen dazu in den Ring geworfen. Ein solches Projekt entwickelt man seriös aber nicht allein am Schreibtisch. Und Sie haben vollkommen recht, für die Planung und Umsetzung gibt es natürliche Partner vor Ort, deren Expertise maßgeblich sein wird. Mit diesen werden wir uns in den kommenden Monaten austauschen. Selbstverständlich werden wir in diesem Prozess auch die Konzepte und Ideen der genannten Institutionen berücksichtigen. Sobald diese Gespräche geführt wurden, können wir auch einen Zeitplan erarbeiten.

KUNSTTANKER in Gohlis-Mitte unterwegs zur Nacht der Kunst

von Kerstin Herrlich

Die Vorbereitungen für die „Nacht der Kunst“ am 4. September 2021 laufen auf Hochtouren. Das Festival, das sein Zentrum auf der Georg-Schumann-Straße hat, wird sich in diesem Jahr mit zwei bekannten Kulturstandorten weiter ausbreiten und somit zu einem Kunst- und Kulturfestival des Leipziger Nordens werden.

Wie im vergangenen Jahr wird es einen Prolog geben, viel Bekanntes aber auch einige neue Aktionen. Unter www.ndk-leipzig.de findet finden Sie jetzt eine Dokumentation der Nacht der Kunst 2020 und zu gegebener Zeit dann Informationen über Aktionen und Termine der diesjährigen „Nacht der Kunst“.

Das ehemalige Autohaus in der Lindenthaler Straße ist mittlerweile mit Künstlern und Kreativschaffenden voll belegt und hat einen neuen Namen. In demokratischer Abstimmung haben sich die neuen „Bewohner“ für KUNSTTANKER entschieden. Es gibt auch schon eine eigene Website. Auf www.kunsttanker.de wird sich nach und nach die ganze Crew vorstellen. Schauen Sie also vorbei und tanken Sie Kunst im KUNSTTANKER!

Kerstin Herrlich ist Galeristin im KUNSTTANKER und Mitorganisatorin der „Nacht der Kunst“

Kunst & Kultur in Gohlis 2021

Seit 10 Jahren veranstaltet der Gohliser Verein für Kunst und Kultur – KuK Gohlis den Gohliser Kunstmarkt mit einer Ausstellung von verschiedenen nicht nur Leipziger Künstler*innen, mit Druckgrafik, Malerei und Skulptur, Keramik, Porzellan, Illustrationen, Literatur, Accessoires u.v.m.

In diesem Jubiläumsjahr findet der Kunstmarkt an neuem Ort statt, im Gohliser Schlösschen – dem Musenhof am Rosental. Könnte es einen passenderen Ort geben für die Bildenden Künstlerinnen, Kunsthandwerker, Autorinnen und Musiker?
KuK Gohlis und der Musenhof am Rosental laden am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2021 ein, den Künstlern ins Repertoire zu schauen und dabei kleine, feine Originale zu erstehen. Auf große und kleine Besucherinnen warten außerdem Musik, Lesungen, Figurentheater und das Gartencafe im Schlossgarten.

Für die folgenden Wochen plant KuK Gohlis den Gohliser Kunstsommer unter der Überschrift „Kultur im Dialog“ mit verschiedenen Veranstaltungen.
Die Begegnung zwischen verschiedenen teils internationalen Künstlerinnen, Kulturen und Publikum soll nach langer Kulturpause neu belebt werden.
Jedes Konzert setzt einen neuen Dialogschwerpunkt und bringt andere Partner miteinander in Kontakt: Musik, Bildende Kunst, Tanz, Literatur, jüdische, orientalische, ost- und mitteleuropäische Traditionen.

Das Leipziger Bildhauer Pleinair 2021 wird vom 3. bis 13. Juni stattfinden, auch dieses angestammte Kunstereignis an neuem Ort.

Lassen Sie sich überraschen und seien Sie schon jetzt herzlich eingeladen zu den Begegnungen mit Kunst, Künstlern und Kulturen.

Konkrete Informationen nach dem jeweils aktuellen Stand der Corona-Schutz-Bestimmungen sind auf unserer Webseite kuk-gohlis.de zu finden.

Ihr Gohliser Verein für Kunst und Kultur e.V.

DDR-Garagen, was gibt es Schöneres in Gohlis?

Von Ursula Hein

Einen Parkplatz zu finden, gar einen überdachten ist nicht nur in Gohlis schwer. Wer also eine alte DDR-Garage gemietet hat oder sie gar sein Eigen nennt, kann sich glücklich preisen und gibt sie freiwillig nicht her. Es gibt viele dieser Garagenzeilen, teils versteckt, teils direkt an der Straße. Aber wie sehen sie aus? Hier feiert die graue DDR noch Urstände. Die Garagentore prangen bestenfalls in langweiligem Braun, sind besprayt, keiner scheint sich um ihr Aussehen zu kümmern.

Dass es auch anders geht und die Garagen richtige kleine Schmuckstücke sein können, haben wir jetzt an der Ostsee erlebt. Da gibt man sich richtig Mühe mit seiner Garage, überlegt sich, wie der Anblick der Tore auch anderen Menschen Freude machen könnte.
Foto: Zingst, Strandstraße

Während das Aussehen die Nutzer scheinbar wenig interessiert, jetzt hat sich die Stadt der Garagen erinnert. Diese ca. 5x 2,50 großen Garagen stehen nämlich auf städtischem Grund. Bisher kostete die jährliche Grundpacht 125 € und das seit 22 Jahren! Jetzt möchte die Stadt 250 € haben und die Garagennutzer sind natürlich empört, wie man in der LVZ lesen konnte. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass es sich um den Jahresbeitrag handelt. Was sind 250 € pro Jahr gegen 1.200 € Garagenmiete pro Anno, die man hier in Gohlis Süd für eine solche Garage verlangt und auch bekommt? Es wird also teurer und Parkplätze sind sehr rar.

Vielleicht können sich die Garagenbesitzer trotz dieser Erhöhung dazu überwinden, einen Pinsel in die Hand zu nehmen und ihre Garagen verschönern. Es müssen ja nicht gleich Eulen sein, ein wenig Farbe täte es auch.

Nacht der Kunst 2020: Kultureller Höhepunkt im Leipziger Norden

Bald ist es wieder soweit – am 05.September 2020 startet nunmehr zum 11. Mal die Nacht der Kunst – eines der größten Kunst- und Kulturfestivals in Sachsen.

Nachdem lange nicht feststand, ob das Event Coronabedingt in diesem Jahr ausfallen muss, gibt es nach Bestätigung eines Hygienekonzeptes und auf Grund der sich entspannenden Infektionslage grünes Licht seitens der Behör-den.
Das Organisationsteam des Fördervereins Georg-Schumann-Straße e.V. ist kräftig am Vorbereiten. Es nehmen in diesem Jahr wieder ca. 180 Künstler an über 50 Standorten teil.

Neu wird in diesem Jahr das Monopol in der Haferkornstraße mit eigenen Ausstellungen teilnehmen und im Atelierhaus – in der Lindenthaler Straße, werden erstmalig dort inzwischen ansässige Künstler ihre Ateliers für die Besucher öffnen.

Einen besonderen Höhepunkt stellt die Jubiläumsausstellung „30 Jahre Mauerfall“ von Mahmoud Dabdoub dar. Der bekannte Leipziger Fotograf, der 1981 zum Studium nach Leipzig kam, hat in diesen fast 40 Jahren die friedliche Revolution, den Mauerfall und die Entwicklung der Stadt hautnah erlebt und fotografisch festgehalten. Die Ausstellung wird am 28.08.2020 um 18.00 mit einer Vernissage im Infozentrum des Magistralenmanagements in der Georg-Schumann- Str. 126 beginnen, über die Nacht der Kunst andauern und danach in andere Städte weiterziehen.

Die Eröffnung der Nacht der Kunst wird traditionell 16.00 Uhr am Kaufland Gohlis Nord (Ecke Breitenfelder Straße) stattfinden. Die Besucher und Ehreng-äste sind geladen, sich im Anschluss an das offizielle Eröffnungsprogramm mit musikalischer Umrahmung, die zentrale Ausstellung in der Kauflandhalle unter der Bücherei anzusehen. Dort zeigt der französische Bildhauer, Maler und Objektkünstler Marc-Antoine Petit seine Meisterschülerarbeit. Dazu wird es eine Ausstellung zu dem Thema Upcycling geben.

Im Atelierhaus Lindenthaler Straße können die Besucher in einer Sonderausstellung zum Thema „Schrott und Seide“ neben Metallskulpturen feine Stoffe und extravagante Outfits bestaunen. Daneben werden weitere Künstler ihre Arbeiten präsentieren und die Besucher teils live einbinden.

Stellungnahme zum Nutzungskonflikt im Skulpturengarten

Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass zwei wichtige kulturelle Akteure aus dem Stadtteil, nämlich der Kunst- und Kulturverein Gohlis sowie das Budde-Haus ihren Interessenkonflikt auf diese öffentliche Weise austragen.
Für den Bürgerverein Gohlis ist es wichtig, dass mit dem Budde-Haus als ein herausragendes Kulturzentrum im Stadtteil weiterhin ein starker Partner das soziokulturelle Angebot im Stadtteil mitgestaltet und bereichert. Auch im Skulpturengarten auf dem Außengelände des Budde-Hauses sehen wir einen wichtigen, längst etablierten Ort von Kultur und Begegnung, dessen Strahlkraft weit über die Grenzen von Gohlis hinausgeht.
Es liegt uns am Herzen, hier einmal festzuhalten, dass dieser Garten auch in Zukunft ein Ort der Kunst und Kultur bleibt! Ebenso, wie auch die Kreativitätswerkstatt und deren Angebote im Gartenhaus erhalten bleiben sollen. In unseren Augen ist dies eine ganz wichtige Botschaft, da über die Mitte Juni initiierte Petition ein anderer Zungenschlag in die Debatte gerät. Den Weg, eine Petition einzureichen und damit den Konflikt öffentlich zu machen und diesen, gerade auch dem Kulturamt und der Kulturbürgermeisterin Skadi Jenicke gegenüber zu artikulieren, halten wir für unglücklich gewählt. Dadurch wird nur einer Seite der Konfliktparteien die Möglichkeit gegeben, Standpunkte zu äußern. Hier hätten andere Mittel der Klärung gewählt werden müssen.

Aus diesem Grunde fügen wir beide Stellungnahmen – die Petition und den offenen Brief des FAIRbund e.V.s – bei, damit Jede und Jeder sich selbst ein Bild machen kann.

Wir hoffen natürlich weiterhin auf eine möglichst einvernehmliche Lösung. Das kulturelle Angebot im Stadtteil soll ebenso reich wie vielfältig bleiben. Das Budde-Haus, ebenso wie der Skulpturengarten können hier jeweils einen wesentlichen Beitrag leisten.

Nacht der Kunst 2020

Auch in diesem Jahr und vor allem in diesem besonderen Jahr wird die Nacht der Kunst – das größte Kunst- und Kulturfestival im Leipziger Norden stattfinden. Nunmehr zum 11. Mal werden am 1. Samstag im September – in diesem Jahr am 05. September – Künstlerinnen und Künstler verschiedenster Genres, Nationen und Grad der Profession ihre Arbeiten an verschiedenen Orten – entlang der Georg-Schumann-Straße und in den angrenzenden Straßen zeigen. Dazu stellen Gewerbetreibende ihre Geschäfte, Gewerberäume, Lagerflächen als Ausstellungsflächen zur Verfügung, aber auch im öffentlichen Raum, in Toreinfahrten, Passagen, auf Plätzen und entlang der Magistrale sind die Besucher*innen zum Schauen, Verweilen, Genießen und Mitmachen eingeladen.

Das Besondere an der Nacht der Kunst ist die Vielfalt der Ausstellungen und Aktionen, die Jung und Alt, Anwohner*innen und Besucher*innen aus der ganzen Stadt und über die Stadtgrenzen hinaus anzieht und zum Mitmachen einlädt.
Während das öffentliche Leben coronabedingt in den letzten Wochen nahezu zum Erliegen gekommen ist, stecken die vom Förderverein Georg-Schumann-Straße e.V. beauftragten Organisatoren der Nacht der Kunst bereits voll in den Vorbereitungen dieses Kunstevents.
Es wurden Gespräche mit den Förderern und den Ämtern der Stadt Leipzig geführt, derzeit wird ein Hygienekonzept erarbeitet und die Anmeldung für Standorte und Künstler ist freigeschaltet.

Alles spricht dafür, dass dieses Kunstevent, das sich über die Stadtteile Wahren – Möckern – Gohlis erstreckt, wie geplant stattfinden kann. In diesem Jahr wird es neben anspruchsvoller Kunst auch viel Platz und Möglichkeiten für Ausstellungen aller Art geben. Das Ganze wird wieder ergänzt durch ein buntes Rahmenprogramm mit vielen Aktionen für die ganze Familie vom Mitmachzirkus, Kinderrallye über Walking Acts, Sport- und Tanzdarbietungen bis hin zu zahlreichen Konzerten und leckerem Streetfood.

Ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr die Internationalität darstellen. So werden neben zahlreichen ausländischen Künstler auch Livedarbietungen dazu dienen, Einblicke in verschiedene Kulturen zu bekommen.

Die Nacht der Kunst wird in diesem Jahr mit einer Sonderausstellung des bekannten palästinensischen Fotografen Mahmoud Dabdoub, der seit fast 40 Jahren in Leipzig lebt, einen weiteren Höhepunkt erfahren.

Wir freuen uns auf ein buntes Fest, das gemeinsam von und mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und Künstlern vorbereitet und veranstaltet wird und rufen nochmal Standorte und Künstler auf, sich unter www.ndk-leipzig.de bis 30.05.2020 anzumelden.
Bleiben Sie gesund und freuen Sie sich auf ein buntes Fest!

Ihre Monika Maywald und Kerstin Herrlich
Organisationsteam der Nacht der Kunst