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Schlagwort: Haltestelle

Stellungnahme Bürgerverein Gohlis zur Ausbauvariante der Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus

2024 planen die Stadt Leipzig und die LVB die Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus in einer Komplexmaßnahme umzubauen. Dazu fand am 23.11.2020 eine digitale Bürgerinformationsveranstaltung mit der Detailvorstellung der Varianten des Ausbaus statt. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung sind unter www.leipzig.de/schumann-strasse zu finden.

Kurz zusammengefasst haben beide Varianten folgende Merkmale:

Variante 1: Variante mit komplettem besonderem Bahnkörper für die Straßenbahn (Grobkostenschätzung: – ca. 5,1 Mio €). Vorteil an dieser Variante wäre, dass die Beschleunigung des ÖPNV optimal realisiert werden könnte und es könnte eine sehr gute Lärmreduzierung durch Rasengleis für gesamten Gleisbereich erfolgen. Leider hat die Variante 1 auch schwerwiegende Mängel. So ist die Straßenraumgestaltung unbefriedigend, indem nur schmale Gehwege und wenige neue Bäume (nur 7 neue Bäume im Zuge G.- Schumann-Str., bei 20 neue Bäume gesamt) eingeplant sind. Auch die Haltestelle mit angehobener Fahrbahn und relativ schmalem Wartebereich mit Engstellen erhöht nicht die Aufenthaltsqualität des Straßenabschnitts. Sehr negativ fällt ins Gewicht, dass die Situation der Andienungsmöglichkeiten und Stellflächenanzahl unbefriedigend ist. Eine Einordnung von Andienungsflächen ist nur in den Nebenstraßen möglich. So sollen am Ende nur 6 Stellflächen in Längsrichtung im Zuge der G.-Schumann-Str. entstehen. Im Bestand sind aktuell 82!

Variante 2: Variante mit halbseitigem besonderem Bahnkörper für die Straßenbahn – versetzt, wechselseitig jeweils in Fahrtrichtung nach der Haltestelle Ehrensteinstraße (Grobkostenschätzung: – ca. 5,4 Mio €. Vorteil dieser Variante wäre die gute Straßenraumgestaltung u.a. in Form einer beidseitigen Einordnung einer Baumreihe. Dabei sollen 45 neue Bäume im Zuge G.-Schumann-Str. gepflanzt werden (gesamt: 57 neue Bäume). Auch der Haltestellen-Wartebereich ist breiter ausgestaltet und mit Bäumen versehen. Geplant sind insgesamt 49 Stellflächen in Längsrichtung. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Straßenbahnbeschleunigung nicht optimal ist.

Im Nachgang zu dieser Veranstaltung hat sich der Bürgerverein Gohlis für eine Realisierung der Variante 2 ausgesprochen. Als grundsätzlich positiv sieht die Arbeitsgemeinschaft „Mobilität und Verkehr“ des Bürgervereins die in beiden Varianten vorgesehene Straßenbahnhaltestelle an, die in diesem Teil von Gohlis für eine deutliche Verbesserung der Erreichbarkeit sorgt.

Die AG sieht das Interesse der LVB und ihrer Fahrgäste an einer durch Pkw nicht verzögerte pünktliche Fahrt als berechtigt an, welches scheinbar in der Variante 1 am ehesten realisiert werden könne. Es wird aber davon ausgegangen, dass dieses Ziel auch bei Umsetzung der Variante 2 weitestgehend erreicht wird, da genau die kritischen Abschnitte in beiden Varianten vom Pkw-Verkehr freigehalten werden. Auch die Einführung von Rasengleisen als Instrument der Lärmminderung sieht die AG positiv. In der Variante 2 bietet die Kapform der Haltestelle zudem mehr Komfort für die Fahrgäste und stört den Fußgängerverkehr nicht so wie in Variante 1.

Für die Variante 2 spricht in den Augen der AG besonders der darin auf beiden Seiten vorgesehene Streifen mit Bäumen und Pkw-Parkplätzen. Die Bäume sind für die Aufenthaltsqualität von hoher Bedeutung. Die Parkplätze werden in Variante 2 in vertretbarem Umfang vermindert. In Variante 1 hingegen lässt der fast vollständige Verzicht auf Parkplätze dagegen Ausweichreaktionen befürchten, z.B. vermehrte Falschparker auf den Radstreifen oder Fußwegen sowie das Ausweichen des Parkdruckes in Anliegerstraßen, was am Ende nur eine Verlagerung des Problems darstellt. Eine so massive Reduzierung der Parkmöglichkeiten würde auch gegen die weitere gewerbliche Entwicklung der Magistrale sprechen.

Als Fazit sieht der Bürgerverein in der Variante 2 am ehesten die Entwicklungsziele der Georg-Schumann-Straße als wohn- und lebenswerte Magistrale in Leipzig realisiert und hat dies auch gegenüber dem Verkehrs- und Tiefbauamt in einer Stellungnahme kommuniziert.