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Schlagwort: Gohlis

DIPAT Vorstellungsbild

Neue Genossenschaft in Gohlis bietet wirksame Patientenverfügungen für Jeden

von Sabine Staps

Es herrscht feierliche Stimmung im Ladengeschäft in der Franz-Mehring-Straße 1. Die Vorbereitungen für das Fest zum Geburtstag der DIPAT Vorsorgegenossenschaft eG laufen. “Wir sind stolz, heute unser erstes Jahr und tolle Erfolge feiern zu können.” sagt Jeanette Baudach, Gründerin der Genossenschaft.

Wirksame Patientenverfügungen für alle Menschen – Mit dieser Mission wurde die Online-Patientenverfügung DIPAT von Ärzten und Anwälten entwickelt. Im Herbst des vergangenen Jahres bezog die neu gegründete DIPAT Vorsorgegenossenschaft eG ihr Büro am Coppiplatz. “Wir möchten in Gohlis eine Anlaufstelle für Menschen schaffen, die die Frage: Was passiert, wenn? selbstbestimmt für sich beantworten wollen.” so die gebürtige Leipzigerin.
Wer zum Beispiel durch Schlaganfall oder Herzstillstand plötzlich in die Situation kommt, nicht mehr selbst für sich entscheiden zu können, sollte vorsorgen – mit einer wirksamen Patientenverfügung, einer Betreuungsverfügung, ggf. auch einer Vorsorgevollmacht.

DIPAT bietet eine wirksame Lösung: Mit Hilfe eines ausführlichen Online-Fragebogens kann Jede(r) eine individuelle & medizinisch präzise Patientenverfügung erstellen – ganz ohne Notar! Das Besondere: Das Dokument wird digital hinterlegt. Über einen Abrufcode auf der Gesundheitskarte kann somit jederzeit & überall darauf zugegriffen werden.

Die DIPAT-Experten beraten Sie gern – immer di. & do. von 10-14 Uhr vor Ort in der Franz-Mehring-Straße 1. Alle Infos zu DIPAT finden Sie auch online unter www.dipat.de.

Schillergymnasium Turmbote

Turmbote

Wir, die Redaktion des „Turmboten“, heißen Sie herzlich willkommen. Seit nunmehr drei Jahren sind wir stolz darauf, unsere Schülerzeitung „Turmbote“ aufrechtzuerhalten und Ihnen interessante Einblicke in unser schulisches und alltägliches Leben zu bieten. Unser digitales Zuhause ist die Website turmbotefsg.de, wo Sie regelmäßig neue Artikel finden können, die von unseren engagierten Schülerinnen und Schülern verfasst werden.
Unsere Redaktion setzt sich aus rund 15 talentierten Schülerinnen und Schülern zusammen, die mit Leidenschaft und Hingabe einmal pro Woche zusammenkommen, um frische Ideen zu entwickeln und spannende Themen auszuwählen. Jeder von uns trägt dazu bei, den „Turmboten“ zu einem informativen und unterhaltsamen Medium zu machen. Unsere Artikel decken eine breite Palette von Themen ab – von schulischen Angelegenheiten über aktuelle Trends bis hin zu gesellschaftlichen Fragestellungen. Wir möchten nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken anregen und Diskussionen anstoßen.

Wenn Sie also neugierig geworden sind und die Stimmen unserer Schülerinnen und Schüler hören möchten, besuchen Sie unsere Website unter turmbotefsg.de. Hier finden Sie eine Fülle von Artikeln, die von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben wurden, aber auch für Erwachsene interessant sein können. Vielleicht möchten Sie ja sogar selbst ein Teil des „Turmbote“-Teams werden oder haben Ideen für zukünftige Artikel, dann kommentieren Sie gerne unsere Artikel. Wir freuen uns über Feedback, Anregungen und Mitwirkung. Schließlich leben wir von der Vielfalt der Perspektiven.
Bleiben Sie informiert, inspiriert und am Ball mit dem „Turmboten“! Wir laden Sie herzlich ein, unsere Website zu besuchen und sich von unserer Begeisterung für Journalismus und Wissen mitreißen zu lassen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse!
Ihre „Turmbote“-Redaktion

Was macht die Kunst (Foto Peter Petzka)

Werkstatt für Figurenbau

von Peter Petzka

Das Atelier „creature-feature“ entwirft und baut Figuren für den professionellen Einsatz auf der Bühne. Theaterbühnen, Bauchredner, Alleinunterhalter und Freizeitparks gehören seit vielen Jahren zu den zufriedenen Kunden von Stefanie Czapla. Seit 2003 in Leipzig als Illustratorin tätig, baut sie nun seit 2009 hauptsächlich ihre Theaterfiguren. Bei meinem Besuch in ihrem Atelier wähnte ich mich in eine Theaterkulisse mit ganz vielen kleinen und lebensgroßen Puppen versetzt.

Als gelernte Schauwerbegestalterin baute Stefanie Czapla in ihrer Freizeit Marionetten und andere Figuren für den privaten Gebrauch und besuchte verschiedene Fortbildungen im Bereich Theaterfigurenbau. Den ersten großen Auftritt mit ihren Theaterpuppen hatte sie auf der internationalen Kulturbörse Freiburg, einer Fachmesse für Theater, Show und Event, wo sich erste Kontakte mit den anwesenden Künstlern ergaben.

Auch vom Belantis Freizeitpark wurde sie in Freiburg entdeckt und arbeitet seitdem für den Park. Weitere Auftraggeber sind in ganz Deutschland oder Nachbarländern zu finden. Für die Arbeit im Atelier sind einfache Werkzeuge wie Cutterklinge, Nähnadel und Klebstoffe genauso wichtig wie Nähmaschine, Bandsäge und Thermokunststoff.

Die ganz große Nummer sind Laufkostüme für Theater, Vereine und Firmenmaskottchen. Auf der Bühne, beim Straßentheater oder beim Messeauftritt hinterlassen diese Großfiguren einen garantiert bleibenden Eindruck. Sie suchen ein Maskottchen für Ihre Firma oder Ihren Verein? Hier gibt es sie. Diese Figuren gibt es nicht von der Stange. Jede Puppe wird individuell hergestellt. Vom Entwurf bis zum Messeauftritt alles aus einer Hand.

stefanie@creature‐feature.com
https://creature-feature.com

 

 

Graffitti Erich Kästner-Grundschule

Sprühende Europäer aus Gohlis

„Der Erich Kästner sieht ja total echt aus“ staunte Clara aus der 3. Klasse. Auch Ausrufe wie „Bow“, „Wow“ und „Cool“ hörte man diese Woche häufig auf dem Schulhof der Erich Kästner-Grundschule, angesichts des in nur vier Tagen entstandenen 20 m langes Graffitos. Zusammen mit den Profis vom Graffitiverein Leipzig nahmen auch 30 Viertklässler unter deren Anleitung die Spraydose in die Hand und gestalteten das Kunstwerk mit ihren eigenen Ideen mit. Es entstand an der Mauer zum Nachbargrundstück und soll den Weg von Gohlis nach Europa nachzeichnen. „Auf diesen Weg haben wir uns in den letzten Jahren begeben und uns auch durch Corona nicht davon abbringen lassen“, berichtet Lehrerin und Initiatorin Katharina Krell am Freitag, dem 29.09.2023, an dem das Kunstwerk frei-gegeben wurde.

Seit 2017 beteiligt sich die Gohliser Bildungseinrichtung am Erasmus-Programm und führte in diesem Rahmen vielfältige Projekte auch mit Partnerschulen aus Europa durch. „Mit dem Graffitiverein Leipzig sind wir in einem Workshop u.a. auf die Suche gegangen, welche europäische Wurzeln in Gohlis liegen könnten“, erklärt Krell weiter. „Dabei führten uns die Spuren zum früheren Verlagswesen. Die Kinder haben festgestellt, wie wichtig Schrift und Sprache als Kommunikationsmittel seither für alle Menschen sind. Und diese waren schließlich auch Mittel für Erich Kästner, seine literarischen Ideen für uns festzuhalten.“ Zum anderen sollten die Kinder auch darüber nachdenken, was unser europäischer Kontinent für sie bedeutet. „Denn schließlich sind sie es, die bald selbst unser aller europäisches Haus mitgestalten sollen“, so Krell abschließend.

Die Mittel für das Graffito kamen aus dem Programm Erasmus+ und gehörten zum Projekt „Childhood in a box“, für das der Erich Kästner-Schule 2022 der Europäische Preis für innovativen Unterricht verliehen wurde.

Möckernsche Ecke Wiederitzscher Straße (Foto Matthias Reichmuth)

Gohliser Baugeschehen – Bevölkerungsprognose bis 2040

von Matthias Reichmuth

Das Amt für Statistik und Wahlen hat in diesem Jahr eine neue Bevölkerungsvorausschätzung für Leipzig und alle seine Ortsteile in drei Varianten veröffentlicht. Damit liegen jetzt auch Schätzungen vor, wie sich die Einwohnerzahl von Gohlis von 2022 bis 2040 entwickeln könnte. Konkret wird für diesen Zeitraum für Leipzig insgesamt ein Zuwachs um 6,6 % auf ca. 664.000 Einwohner erwartet, darin enthalten ist ein Zuwachs für Gohlis um 8,8 % auf mehr als 51.000 Einwohner. Wir haben dazu den Leiter des Amtes für Statistik und Wahlen, Herrn Dr. Christian Schmitt, befragt.

Herr Dr. Schmitt, Ihr Autorenteam hat ja für die Prognose zahlreiche Faktoren berücksichtigt, darunter die Altersstruktur in den Ortsteilen und daraus die Erwartung von Geburten und Sterbefällen, also die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Dazu kommen dann die möglichen Zu- und Wegzüge, wo es wegen der größeren Unsicherheiten drei Varianten gibt. Ist es richtig, dass für die erwarteten Wanderungsbewegungen in den Ortsteilen die Frage wesentlich ist, wo noch wie viel Wohnraum gebaut werden könnte?

Antwort: Wir gehen davon aus, dass der zu erwartende Neubau von Wohnungen entscheidende Weichen für die zukünftige Einwohnerentwicklung stellt. Wenn die Stadt wie prognostiziert weiterwächst, werden die Ortsteile, in denen wir künftig ein Mehr an Wohnraum erwarten, einen relevanten Teil des Einwohnerwachstums anziehen. In der städtischen Prognose werden diese zusätzlich entstehenden Wohnkapazitäten in erster Linie durch Zu- und Umzüge gefüllt, bevor eine weitere Verdichtung von bestehendem Wohnraum erfolgt. Während wir uns bei anderen Annahmen an der Bevölkerungsstruktur der Stadt orientieren, ist die Neubautätigkeit die wichtigste vorausschauende Komponente der Bevölkerungsvorausschätzung.

Gohlis ist ja ein recht dicht bebauter Stadtteil, besonders Gohlis-Mitte zählt zu den am dichtesten bewohnten Ortsteilen Leipzigs. Nun ist die Einwohnerzahl in Gohlis in den zurückliegenden 18 Jahren von 2004 bis 2022 ja bereits um 34 % auf rund 47.000 Einwohner angestiegen, wobei ja viel Zuzug auf nach langer Leerstandszeit sanierte Gebäude und auch in neue Wohngebiete wie etwa das Quartier Siebengrün und die Kaisergärten erfolgt ist. Wenn in den nächsten 18 Jahren noch einmal knapp 9 % dazu kommen sollen, liegt dieser Zuwachs höher als im Leipziger Mittel. Wie kommt es dazu und haben Sie dafür bestimmte Neubauprojekte berücksichtigt?

Antwort: In der Prognose berücksichtigen wir zwei Arten von Neubau: Größere Projekte, die aus mindestens 100 Wohnungen bestehen, z.B. im Rahmen von Einzelprojekten, aber auch in Gebieten mit Bebauungsplänen, berücksichtigen wir direkt. Daneben betrachten wir in enger Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt, welche weiteren Potenziale für Wohnungsneubau im Ortsteil existieren, etwa in Form von Lückenschlüssen, Bebauung von brachliegenden Flächen oder durch Umbau oder Erweiterung im Bestand. Ob, wann und in welchem Ausmaß diese Potentiale genutzt werden, hängt natürlich von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Deshalb gehen wir auch nur von einer teilweisen Bebauung, vorrangig gegen Ende der 2020er und bis Mitte der 2030er Jahre aus.

In Gohlis-Nord soll ja noch an der Bremer Straße ein größeres Gebiet erschlossen werden, zudem bestehen noch größere Lücken etwa im Bereich der Witzlebenstraße. In Gohlis-Mitte wird sicherlich der Kleisthof mit seinen 132 Wohnungen noch zu Buche schlagen, aber in Gohlis-Süd sind uns kaum noch anstehende größere Bauprojekte bekannt. Wie kommt es, dass trotzdem für Gohlis-Süd mit fast 15 % der stärkste Zuwachs prognostiziert wird, während in Gohlis-Nord 2040 in der Hauptvariante weniger Einwohner als 2022 leben werden?

Antwort: Das stimmt, in Gohlis-Nord haben wir mit dem Gebiet „Stadtquartier östlich der Bremer Straße“ ein Gebiet mit signifikantem Einfluss auf die künftige Einwohnerentwicklung im Ortsteil. Im dicht bebauten Gohlis-Mitte ist der Großteil der von uns identifizierten Neubaupotentiale bereits in den vergangenen Jahren realisiert worden, anders als in Gohlis-Süd, wo wir noch relevante Potentiale für kleinere Bauprojekte und vergleichsweise geringe Bautätigkeit in den vergangenen Jahren sehen. Hauptgrund für den erwarteten Einwohnerrückgang in Gohlis-Nord ist aber tatsächlich die Altersstruktur im Ortsteil: Das Durchschnittsalter der Einwohner/-innen in Gohlis-Nord liegt zwischen 2 und 3 Jahren höher als in den beiden anderen Gohliser Ortsteilen. Deshalb sehen wir in Gohlis-Nord in den kommenden Jahren schrumpfende Haushalte, wenn etwa Kinder den Elternhaushalt verlassen oder – im höheren Alter – Partner versterben. Der neu entstehende Wohnraum, den nach unserer Prognose vor allem jüngere Menschen beziehen werden, wird diesen Effekt abschwächen, aber nicht umkehren. In Gohlis-Mitte und -Süd, wo wir heute mehr junge Familien sehen, wird das heute relativ niedrige Durchschnittsalter bis 2040 dagegen ansteigen, während sich Gohlis-Nord durch den Neubaubezug leicht verjüngen wird.

In Wohnungen, aus denen erwachsen gewordene Kinder ausziehen, nimmt die Wohnfläche pro Einwohner ja in der Regel ab, während Einfamilienhäuser, die von älteren Ehepaaren an junge Familien verkauft werden, zum umgekehrten Effekt führen. Schätzen Sie, dass die Wohnflächen in Gohlis 2040 dichter bevölkert sein werden als heute, oder eher, dass pro Einwohner mehr Platz da sein wird, weil der Zuwachs an Quadratmetern noch größer als der an Einwohnern sein wird?

Antwort: Diese Frage ist schwer zu beantworten und hängt natürlich in hohem Maße davon ab, welche Wohnungen konkret wo entstehen. In der Bevölkerungsvorausschätzung betrachten wir die Wohnfläche überhaupt nicht und gehen davon aus, dass heute von einer Person „belegter“ Wohnraum künftig auch anderen Personen zur Verfügung stehen wird. Im Rahmen der Kommunalen Bürgerumfrage beobachten wir aber, dass die pro Kopf zur Verfügung stehende Wohnfläche in Leipzig über das vergangene Jahrzehnt leicht angestiegen ist.

Demokratien unter Druck – Südosteuropa und der Ukrainekrieg

Die im Zuge des politischen Aufbruchs nach 1989 entstandenen Demokratien Südosteuropas haben mit Armut, Abwanderung und oligarchischen Strukturen zu kämpfen. Gleichzeitig gewinnen an autoritären Mustern orientierte nationalistische und populistische, teils von Russland unterstützte Bewegungen an Zulauf. Diese treten gegen die Einbindung ihrer Länder in europäische Strukturen entgegen und stellen sich gegen eine liberale Gesellschaft. Dies verschärft sich unter den Bedingungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Diese Themen stehen im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Björn Opfer-Klinger, der sich besonders mit der Situation in Moldova, Rumänien und in Bulgarien beschäftigen wird.

Dr. Björn Opfer-Klinger, ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er lehrte am Zentrum für Europa- und Nordamerika-Studien der Universität Göttingen sowie am Institut für Politikwissenschaften an der TU Dresden und arbeitet als Redakteur beim Ernst Klett Verlag Leipzig.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um einen Beitrag der Initiative Weltoffenes Gohlis und des Bürgerverein Gohlis e.V. im Rahmen der Interkulturellen Wochen in Leipzig 2023.

Der Eintritt ist frei.

Bernd Heyne - Selbstgenuß

Nacht der Kunst 2023

Aktuell sind es nur noch wenige Tage bis zur Nacht der Kunst 2023. Zum 14. Mal findet im Stadtteil DAS Kunst- und Kulturfestival statt, welches für Gohlis aber auch über dessen Grenzen hinaus eines der Hauptevents im Eventkalender darstellt. Auch dieses Jahr konnte der Bürgerverein wieder zwei Künstler für die Ausstellungsflächen im Budde-Haus gewinnen. Zum einen stellt der Fotograf Bernd Henye traditionell seine Bilder bei uns aus. Dieses Jahr stehen diese unter dem Motto „Selbstgenuß“ und sind im Musikzimmer zu bestaunen. Zum anderen konnte der Verein den Gohliser Autoren und Künstler Fabian Williges gewinnen. Dieser zeigt im Foyer des Budde-Hauses eine Sammlung von Porträts in Zeitungscollagen. Die Menschen, die er porträtiere, sind die Übersetzer seines kleinen Büchleins „Wenn du nicht da bist …“. Es handelt vom Verliebtsein und Vermissen. Beide Künstler präsentieren ihre Werke am 02. September ab 16 Uhr im Budde-Haus.

Fabian Williges - Wenn du nicht da bist

Gohlis Forum – Ausgabe 5 für 2023 erschienen

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie die aktuelle Ausgabe des Gohlis Forums in der Hand halten, ist es nur noch wenige Tage bis zur Nacht der Kunst 2023. Zum 14. Mal findet im Stadtteil DAS Kunst- und Kulturfestival statt, welches für Gohlis aber auch über dessen Grenzen hinaus eines der Hauptevents im Eventkalender darstellt. Auch dieses Jahr konnte der Bürgerverein wieder zwei Künstler für die Ausstellungsflächen im Budde-Haus gewinnen. Zum einen stellt der Fotograf Bernd Henye traditionell seine Bilder bei uns aus. Dieses Jahr stehen diese unter dem Motto „Selbstgenuß“ und sind im Musikzimmer zu bestaunen. Zum anderen konnte der Verein den Gohliser Autoren und Künstler Fabian Williges gewinnen. Dieser zeigt im Foyer des Budde-Hauses eine Sammlung von Porträts in Zeitungscollagen. Die Menschen, die er porträtiere, sind die Übersetzer seines kleinen Büchleins „Wenn du nicht da bist …“. Es handelt vom Verliebtsein und Vermissen. Beide Künstler präsentieren ihre Werke am 02. September ab 16 Uhr im Budde-Haus.

Der September ist immer ein starker Veranstaltungsmonat. Neben der Nacht der Kunst wird die 2. Zukunftsmusik! auf dem Kirchplatz stattfinden. An dieser werden wir mit unserer AG Umwelt und der AG Verkehr teilnehmen. Zum 9. Mal findet das interreligiöse Dankfest statt, dass die Initiative Weltoffenes Gohlis mit den Glaubensgemeinschaften des Leipziger Nordens im Rahmen der Interkulturellen Wochen veranstaltet.

Mit dem Tag des offenen Denkmals und dem Tag der Industriekultur am 10. September sowie 15. September bietet der Bürgerverein zwei Führungen durch das ehemalig Bleichert Werk an. Eingebettet sind diese in die Wanderausstellung „30 Jahr in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“, welche in dem Zeitraum im Budde-Haus besichtigt werden kann, bevor die Ausstellung im Stadtbüro (Burgplatz 1) Station macht.

Mit einer kleinen Verschnaufpause im Oktober wird es dann Ende November hoffentlich mit der 3. Veranstaltungsreihe „Advent in den Gärten und Höfen von Gohlis“ weitergehen. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen der aktuellen Ausgabe! Die einzelnen Beiträge können Sie hier lesen oder die komplette Ausgabe im Archiv herunterladen.

 

ehemaliges Bleifenster Bleichertwerke

Tag des offenen Denkmals / Tag der Industriekultur

Der Bürgerverein Gohlis nimmt dieses Jahr am Tag des offenen Denkmals und am Tag der Industriekultur mit zwei Veranstaltungen bzw. Führungen teil.

Tag des Offenen Denkmals, 10. September

Gestatten: Budde-Haus. Ein besonderes (Kultur-)Denkmal stellt sich zum Tag des Offenen Denkmals vor.

Programm
14.00 bis 18.00 Uhr Ausstellung “30 Jahre in Gohlis – 30 Jahre Bürgerverein”
14.30 & 16.00 Uhr Führungen durchs Budde-Haus
15.30 Uhr Führung durch die ehemaligen Bleichertwerke mit dem Bürgerverein Gohlis (Eingang Bleichert-Werke, Lützowstraße 34)
17.30 Uhr Filmvorführung “Seilbahnkönig & Tagebaugigant” (mdr-Dokumentation über die Bleichertwerke)

Eintritt frei!
Einlass: ab 14.00 Uhr

Tag der Industriekultur, 15. September

14.00 bis 18.00 Uhr Ausstellung “30 Jahre in Gohlis – 30 Jahre Bürgerverein” ”
17.00 bis 18.30 Uhr Führung durch die ehemaligen Bleichertwerke mit dem Bürgerverein Gohlis ” (Eingang Bleichert-Werke, Lützowstraße 34)

Die Ausstellung “30 Jahre in Gohlis – 30 Jahre Bürgerverein” ist im Zeitraum vom 10. bis 15. September zu den Öffnungszeiten des Budde-Haus zugänglich.

Zukunftsmusik!2

Zukunftsmusik! geht in die zweite Runde.

von Matthias Walther

Zukunftsmusik 2 – Initiativen für eine lebenswertere Stadt. Ein Fest für Begegnung, Ideen und Vernetzung

Am Freitag, dem 1.9.2023, werden der Gohliser Friedenskirchplatz und umliegende Straßen wieder verwandelt in einen Ort des fröhlichen Miteinanders: Musikbeiträge unterschiedlichster Art, Spiele für Kinder und ein exklusives kulinarisches Angebot erwarten alle Bewohner der Nachbarschaft und Interessierte aus ganz Leipzig.

Wir sind ein Bündnis verschiedenster Akteure und Gruppierungen aus Leipzig, die ihre Ideen und Visionen einer nachhaltigeren, umwelt- und damit menschenfreundlicheren Stadt teilen und ihre Arbeit vorstellen wollen. Es gilt Engagement sichtbar zu machen, Mitstreiter für Zukünftiges zu finden und Lust auf aktive Veränderung zu machen.

Mit dabei sind u.a.:
Die Bürgerinitiative Gegen Schall und Rauch, Omas for furture, Leipzig pflanzt, Verkehrswende Leipzig e.V., die AG Umwelt und Klima des Bürgervereins Gohlis, das Zeitkaufhaus, die Aktive Schule Leipzig, die Unverpackt-Läden Alma Verde und Hennas Vegan Unverpackt und die Musikschule Neue Musik Leipzig.

Ort: An der Friedenskirche, Kirchplatz 1

Tram 12, Haltestelle Fritz-Seger-Str. o. Tram 10, 11, Haltestelle G.-Schumann-/ Lützowstraße

Zeit: Fr, 1.9.2023, 15-18Uhr

Leipzig-ueber-den-Daechern-©-Dawid-Chmielewski

Neues aus der Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forum,

auch 2023 verwandelt sich am ersten Wochenende im September die Georg-Schumann-Straße wieder zum Epizentrum der Leipziger Kunstszene. Mit etwa 7.000 Besuchern hat sich die „Nacht der Kunst“ zu einer festen Größe im Leipziger Kulturbetrieb entwickelt. Am 2. September ist es wieder soweit und die Bibliothek Gohlis „Erich Loest“ ist erneut Bestandteil dieses besonderen Kulturfestes.

In diesem Jahr freuen wir uns, die Werke des Leipziger Fotografen Dawid Chmielewski präsentieren zu dürfen. Dawid Chmielewski wurde 1992 in Polen geboren. Seit 2001 lebt er in Leipzig. Seinen ersten digitalen Fotoapparat bekam er als Vierzehnjähriger. Von da an sah er die Welt durch den Sucher unzähliger Kameras, Fotografie wurde zu seinem ständigen Begleiter. Nach vielversprechenden Teilnahmen an Fotowettbewerben folgte die erste Einzelausstellung im Alter von 18 Jahren. Zu dieser Zeit reifte auch der Entschluss, einen Berufsweg im Bereich Grafik/Grafikdesign anzustreben. Der Fokus sollte natürlich auch hierbei auf der Fotografie liegen. In den folgenden Jahren arbeitete Dawid Chmielewski als Grafiker und Motion Designer. Zu seinen Auftraggebern zählten u.a. der MDR, Abellio und die Allianz AG. Außerdem war er als Produktfotograf für verschiedene Magazine tätig. Seit 2020 widmet sich Dawid Chmielewski wieder zu einhundert Prozent seiner langjährigen Leidenschaft. Der Fotografie. Zunächst lag sein Schwerpunkt auf Hochzeits- und Tierfotografie. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Chmielewski wollte die Welt aus ganz neuen Perspektiven betrachten. Als lizenzierter Drohnenpilot der Kategorie A2, entdeckt und fotografiert er Leipzig aus unzähligen neuen Blickwinkeln.

Die Ausstellung „Leipzig: Über den Dächern“ legt den Fokus auf bedeutende Bauwerke und Sehenswürdigkeiten in und um Leipzig. Bekannte Motive eingefangen in neuen, spannenden Sichtweisen.

Der Abend steht unter dem Motto: Reinschauen, Informieren, Ausleihen. Die Bibliothek ist von 16:00 – 24:00 Uhr geöffnet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Woche der Nachhaltigkeit

Im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit der Leipziger Städtischen Bibliotheken möchten wir Ihnen zwei informative Veranstaltungen ans Herz legen.

Am Donnerstag, den 21. September präsentiert Philipp Drosky seinen Wildkräuter-Workshop in der Bibliothek Gohlis. Der Biologe und Naturgärtner wird Ihnen allerhand interessante heimische Wildkräuter vorstellen. Dabei geht er auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten ein und erläutert auch die Bedeutung dieser Pflanzen für unsere Tierwelt. Die Wildpflanzen werden zum Vortragsabend mitgebracht und können so mit allen Sinnen erlebt werden. Der Vortrag richtet sich an Laien und ist auch für Kinder (ab 6 Jahren) geeignet. Veranstaltungsbeginn ist 17 Uhr.

Einen Tag später, am 22. September, begrüßen wir die bekannte MDR-Meteorologin Michaela Koschak in unserem Haus. In ihrem aktuellen Buch „Hitze, Flut und Tigermücke“ dreht sich alles um den Klimawandel, der mittlerweile auch vor unserer Haustür angekommen ist. Ob durch Hitzewellen oder Starkregen, ob durch alltägliche kleine Veränderungen wie die Tigermücke in der Regentonne. Leicht verständlich erklärt sie Klimaschutz und Nachhaltigkeit und macht einem breiten Publikum Lösungen für eine klimaneutrale Welt schmackhaft. Die Veranstaltung beginnt 17:30 Uhr.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Die Anmeldung für LeipzigPass-Inhaber ist ermäßigt.
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr können die Bibliothek kostenlos nutzen.

Bibliothek Gohlis „Erich Loest“
Stadtteilzentrum Gohlis
Georg-Schumann-Str. 105
04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 123 5255
E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de

Öffnungszeiten: Mo, Di, Do, Fr 10 – 19 Uhr ; Mi 15 – 19 Uhr

Peter Petzka Fotografie

Kunsttanker Künstler – Zu Besuch bei Heike Schmidt-Duderstedt

von Peter Petzka

Heike ist Dipl. Grafik-Designerin mit fast 40-jähriger Berufserfahrung. Als gelernte Buchbinderin und nach dem Studium an der HGB Leipzig arbeitet sie vielseitig mit Computer, Schere und Papier.
Ihre Arbeiten umfassen Buchgestaltungen, z.B. das Buch „Leipziger Sagen“, Spiele, grafische Gestaltungen im Postkartenformat oder Klappkarten mit Umschlag, Geschenkpapier, Collagen und vieles mehr.
In Ihrem Atelier im Kunsttanker sprechen mich sofort großformatige Kunstwerke an den Wänden an. Monotypie – sagt sie, heißt einfach gesagt „einmal“ und „druck“. Monotypie ist eine seltene Drucktechnik, bei der auf einer Glasplatte mit Ölfarbe gestaltet wird. Bedeckt man dann die Glasplatte mit einem Bogen Papier, der die Ölfarbe aufsaugt, und löst ihn wieder vorsichtig ab, entsteht ein EIN-maliges, nicht reproduzierbares Kunstwerk — ein Unikat.

Ihre Leidenschaft sind „Strukturen“. In digitalen Fotomontagen werden Fotos mit grafischen Elementen am Computer bearbeitet. Das Ergebnis sind spannende Bilder mit vielen versteckten Details. Manchmal verarbeitet Heike auch Monotypien in ihren Collagen.

Kunsttanker_Fotografik
Kunsttanker_Fotografik

So entstehen großformatige Kunstwerke, die es sich lohnt, lange anzuschauen.

Neugierig geworden? Dann besuchen Sie das Atelier von Heike Schmidt-Duderstedt zu diesen Gelegenheiten:
2. September 2023, Nacht der Kunst — 16 bis 24 Uhr — KUNSTTANKER
24. September 2023, Offene-Ateliers-Leipzig — 14 bis 19 Uhr— KUNSTTANKER
3. Dezember 2023, Schönefelder Weihnachtsmarkt — 11 bis 18 Uhr — Schloss Schönefeld
Ihrer Website: www.red-elephant-blue.de

Peter Petzka Fotografie

Willkommen bei Fräulein Miramunkel

von Peter Petzka

Peter Petzka Fotografie
Peter Petzka Fotografie

Ich drücke die alte bronzefarbene Türklinke runter, öffne die Tür, sie quietscht, aber richtig laut, wie im Film. Empfangen werde ich von dezenten französischen Klängen. Die Decke aus bunt bemalten Glasfliesen und das Interieur, in blau gehalten. Ganz ehrlich, wenn ich nicht wüsste, dass ich in Leipzig Gohlis bin, ich würde dieses Café mit französischem Flair sofort in die Bretagne verorten. Die Einrichtung wurde teilweise vom Vorbesitzer schon in blau übernommen und entsprechend dem jetzigen Aussehen liebevoll ergänzt. Seit 15. Februar 2023 betreibt Christin Görlich dieses Kleinod in der Stockstr. 2.

Von Beruf aus Physiotherapeutin wollte sich Christin ihren Lebenstraum erfüllen und ein eigenes kleines Café betreiben. Sie hat angefangen, für Freunde Torten zu backen, kleine und große, bis hin zu dreistöckigen Hochzeitstorten. Christin stand irgendwann vor der Frage: „Was möchte ich im Leben, wo möchte ich hin, weiterhin Therapeutin bleiben oder sich diesen Traum vom Café erfüllen“. Zuvor hat sie in verschiedenen Cafés und Eisdielen gejobbt, um Ideen zu sammeln. Die Leidenschaft zu Kaffee und der Wunsch nach einem eigenen Café ist damit noch grösser geworden. Irgendwann erstand sie einen Bauwagen und betreibt diesen als Kaffee- und Waffelwagen in Plagwitz.

„Ihr Café“ hat sie durch Zufall im Internet entdeckt, als dieser Laden von „Rudolf und Regine“ zum Verkauf stand. Damit war ein weiterer Grundstein für ihren Lebenstraum gelegt.

Ursprünglich war es eine Fleischerei, laut Schild am Haus sogar eine Rossschlächterei. Zwischendurch hatte es verschiedene andere Betreiber. Jetzt gibt es hier Kaffee aus einer Leipziger Rösterei sowie hausgemachten Kuchen, der charmant von Fräulein Miramunkel und ihrem Team serviert wird. Gebacken wird zuckerreduziert, zumeist mit Dinkelmehl und bei Anfrage auch glutenfrei. Frisches Brot und Brötchen kommen aus der Bäckerei Heinrich direkt gegenüber.

Von Donnerstag bis Sonntag gibt es eine vielfältige Frühstückskarte mit glutenfreien und veganen Angeboten. Da die Nachfrage aber die Anzahl der Plätze übersteigt ist es sehr ratsam, zu reservieren. Alle Speisen werden frisch zubereitet und das in einer wirklich winzigen Küche. Deshalb sollte man auch ein wenig Zeit mitbringen.

Aber wer ist eigentlich Fräulein Miramunkel? Dieser Name geht auf ein Kinderbuch zurück, dass Christin als Kind gelesen hat. Darin spielte eine Katze eine namensgebende Rolle. Und daraus wurde dann Fräulein Miramunkel.

Seit kurzem werden am Donnerstag und Freitag eine wechselnde Mittagssuppe und Salatvariationen angeboten.

Im Hof lädt ein Gartenbereich zum Genießen und Chillen ein, der im Sommer mit einer Bar ergänzt wurde. Kultur und Flair bei Fräulein Miramunkel bedeutet, es sind im Garten kleine Weinabende geplant, Konzerte oder ein drei Gänge Menü. Im Inneren sollen kleine Wohnzimmer Konzerte stattfinden. Diese und viele weitere Ideen, wie Weihnachtsmarkt und Flohmarkt warten darauf, umgesetzt zu werden. An Ideen mangelt es also nicht. Dennoch sind auch Wünsche für die Zukunft vorhanden: Endlich eine größere Küche!

Aber, nur drei Monate nach Eröffnung ist schon sooo viel erreicht. Gratulation und Chapeau. Definitiv ein verstecktes, aber feines Kleinod unweit vom Schillerhaus.

Peter Petzka Fotografie

Vergessene Zeiten der Industriegeschichte in Gohlis – Einblicke in die Katakomben von Kaufland

von Tino Bucksch

Neues aus der Rubrik „Was bringt eine Mitgliedschaft im Bürgerverein?“ – am 20. Juli konnten die Mitglieder des Vereins zum zweiten Mal nach 2019 an einer exklusiven Führung in den Katakomben des Kauflandes teilnehmen. Es war beeindruckend zu sehen, was aus den alten Brauereikellern geworden ist. Teilweise sind diese für eine Tiefgarage umgebaut worden, teilweise sollen diese gastronomisch-kulturell genutzt werden. Über die Sinnhaftigkeit dieser Idee kann man streiten. Auf jeden Fall hat es allen Teilnehmenden gefallen. Auch der Input von unserem langjährigen Mitglied Hanswerner Herold zur Geschichte der Brauerei und dem Sanierungsprozess hat noch die eine oder andere Erkenntnis und humorvolle Anekdote zu Tage gebracht.

Bürgerverein Gohlis jetzt mit Lastenrad unterwegs

von Tino Bucksch

Am 17. Juli war es endlich soweit – seitdem ist der Bürgerverein mit seinem eigenen Lastenrad mobil im Stadtteil unterwegs. Das hilft uns enorm die Stadtteilzeitschrift in Gohlis Forum schneller und effektiver auszutragen, Material für Veranstaltungen und Infostände von A nach B zu transportieren oder einfach Präsenz in Gohlis zu zeigen. Großen Dank geht dabei an Max-Bike, die uns als Händler enorm bei der Kaufentscheidung durch gute und kompetente Beratung geholfen haben.

Tino Bucksch, Vorsitzender Bürgerverein Gohlis e.V. und Katja Pompe, Bibliothekarin

Ausstellungseröffnung „30 Jahre in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ Bibliothek Gohlis

2022 feierte der Bürgerverein Gohlis sein 30-Jähriges. Dabei schaute der Verein nicht nur auf die letzten drei Jahrzehnte des Vereins zurück, auch wie sich der Stadtteil in dieser Zeit verändert hat und an welchen Stellen diese Veränderungen durch oder mit dem Bürgerverein vollzogen wurden, stand im Fokus.

Auf dem Jubiläumsempfang des Bürgervereins am 23. September 2022 im Gohliser Schlösschen wurde die Ausstellung „30 Jahre in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ – bestehend aus 11 Rollups – präsentiert. Die Ausstellung soll den Wandel von Gohlis und den Beitrag des Bürgervereins dazu in den letzten drei Jahrzehnten dokumentieren.

Als zweite Station wird die Ausstellung nun vom 05. Juli bis 25. August in der Stadtteilbibliothek „Erich Loest“ (Georg-Schumann-Straße 105) Station machen.

Daran wird das Budde-Haus im Rahmen des Tages des offenen Denkmals bzw. dem Tag der Industriekultur (10. September bis 15. September) anschließen.

Den Abschluss wird vom 30. Oktober bis zum 10. November das Stadtbüro, Markgrafenstraße 3 bilden.

Alle interessierten Gohliserinnen und Gohliser sind natürlich herzlich eingeladen, an einem der Standorte vorbeizuschauen. Die Roll-Ups beinhalten u.a. das Schillerhaus, das Gohliser Schlösschen, das Budde-Haus, Denkmalschutz in Gohlis, den alten Ortskern, den Radbogen Nord, den Bürgerverein Gohlis, Handschwengelpumpen in Gohlis, Gohliser Plätze

Kulturkalender Juli bis August veröffentlicht

Die warmen Sommermonate brechen an und trotz der Ferienzeit legen die Kulturakteure im Stadtteil noch einmal einen Zahn zu. Der Juli und August sind vollgepackt mit spannenden Angeboten und Veranstaltungen. Details gibt es in unserem Kulturkalender Juli und August zu erfahren. Es gibt unzählige spannende Angebote vom Budde-Haus, dem Gohliser Schlösschen, der Kreativitätswerkstatt,  dem Mediencampus Villa Ida uvm.. Die Kunst- und Kulturlandschaft in Gohlis ist vielfältig und wird immer bunter. Wer möchte, kann jeden Tag etwas erleben.

Anno dazumal: Historie und Histörchen – Die Lehensherren von Gohlis

von Heidrun Zinecker

Gohlis, erstmals urkundlich erwähnt 1317, war im Spätmittelalter ein grundherrschaftliches Lehen des Bischofsstifts Merseburg und dann des Wettin‘schen Lehnsherrn, dem Markgrafen von Meißen. Lehen wurden, etwa von (Kur)Fürsten und Herzogen, im Gegenzug zu militärischer Gefolgschaft und politischer Treue an sog. Vasallen „verliehen“. Im Fall von Gohlis geschah das zunächst dem Ritter und markgräflichen Vogt Johannes Porzk/Porzig (auch Lehensnachfolger der Herren von Wahren) und dann, für mehr als zwei Jahrhunderte, der Adelsfamilie Pflugk (Meißen‘sche Linie). Die Pflugks stammten aus Böhmen/Prag und waren bereits zuvor in Strehla an der Elbe belehnt worden. Gohlis gelangte 1349 in ihre Hände. Insbesondere die Brüder Tham/Thammo/Dam (Damianus) (*ca. 1385 Knauthain – †1426 Aussig) und Otto Pflugk (*ca. 1382 Knauthain – †1426 Aussig) nahmen sich des Lehens an. Beide waren Söhne des Nickel Pflugk auf Knauthain, dem Herrn von Wildenfels, Strehla und Frauenhayn. Während Tham Amtmann von Quedlinburg und als Rat dem Markgrafen von Meißen, Friedrich d. IV. Streitbaren, verpflichtet war, diente Otto Pflugk selbigem als Hofmarschall. Die Brüder fielen in den Hussitenkriegen in der Schlacht bei Aussig, das damals zur Mark Meißen gehörte. Später übernahm Ururenkel Benno Pflugk (*ca. 1510 Zschocher – † vor 1579), seines Zeichens Oberaufseher der Grafschaft Mansfeld, Amtmann bzw. Hauptmann zu Sangerhausen sowie kursächsischer Rat, das Gut Gohlis, das er dann seinerseits seinem Schwiegersohn Carl Dieskau (*1528 Zschocher – †1620 Zschocher) vermachte. Ab 1393 fand die Pflugk‘sche Familiendynastie ihr Grab in einer eigens errichteten Marienkapelle an der Nordwand der Leipziger Paulinerkirche. Beide Familien, die Pflugks wie die Dieskaus, sollen „wenig Sorgfalt“ (Otto Moser) auf Gohlis verwendet haben, zumal sie dort weder Sitz noch Hof hatten. Den Dieskaus schließlich verursachte der Dreißigjährige Krieg, der in den Dörfern des Leipziger Umlands etwa zwei Drittel der Bevölkerung dahinraffte, derart viel Schaden – Gohlis wurde dabei fünfmal niedergebrannt –, dass sie das Gut 1659 an einen Bürgerlichen, den Professor der Medizin Dr. Michael Heinrich Horn, weiterverkauften.

Peter Petzka Fotografie

Gohliser Anger strahlt im neuen Glanz

von Tino Bucksch

Am 17. April wurde es für einige Mitglieder sentimental – ein fast 30 Jahre andauernder Einsatz für die würdevolle Gestaltung und Nutzung des Gohliser Angers in der Menckestraße fand sein vorläufiges Ende.

Seit der Gründung des Bürgervereins setzen wir uns dafür ein, dass der historische Kern des Dorfes Gohlis entsprechend seiner Bedeutung gestaltet und den Gohliserinnen und Gohlisern zur Nutzung übergeben wird. Dies war nun am 17. April nach 6-monatiger Sanierungszeit soweit. Natürlich waren wir als Bürgerverein mit vielen Mitgliedern bei der Eröffnung dabei und durften mit einem Redebeitrag die langjährige Arbeit an diesem Projekt würdigen. In dem Zusammenhang danken wir für die jahrelange gute Zusammenarbeit an diesem so wichtigen Thema Frau Merrem, der Stadtbezirkskonservatorin und Herrn Zech, zuständiger Projektleiter beim Amt für Stadtgrün und Gewässer. Ohne deren fachlichen Einsatz und die Zusammenarbeit mit uns als Bürgerverein wäre die Sanierung nicht in dem Maße erfolgreich zu Ende gebracht worden.

Jetzt heißt es an die Gohliserinnen und Gohliser: Nutzen Sie den neuen öffentlichen Raum!