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Schlagwort: Gohlis-Nord

Gohliser Baugeschehen: Neues vom Hoch- und Tiefbau

von Matthias Reichmuth

Erinnern Sie sich, welcher Eindruck sich im Umfeld des S-Bahnhofs Gohlis vor 10 Jahren bot, wenn der Blick aus dem von Südwesten nach Leipzig einfahrenden ICE auf die linke Seite fiel? Eine große Industrieruinenlandschaft, erst die ehemaligen Bleichertwerke, daran anschließend die Ruine der Wagenfedernfabrik Engelmann. Im September 2008 war in der LVZ erstmals zu lesen, dass die 2,5 Hektar der Bleichertwerke saniert werden sollten.

Sanierung der Bleichertwerke endet
Nach langer Bauphase ist nun das Ergebnis zu bewundern, die Bleichertwerke mit sanierten Teilen und ergänzenden Neubauten sollen im Mai 2020 fertiggestellt werden und die federführende CG-Gruppe (neuerdings: Consus RE AG) war im März auch zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Acht von neun Gebäudeteilen sind inzwischen schon bezogen. Für die noch freien Stadthäuser direkt an der Bahn (95,5 m² Wohnfläche auf 3 Ebenen) wurden in den Immobilienportalen bis zu 14 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, was für Gohlis-Mitte weit über dem Preisniveau der letzten Jahre und Monate liegt (für Neubauten lag das bisherige Maximum in Gohlis eher bei 11,- €/m²). Auch direkt am Bahndamm wurden Pkw-Stellflächen und die neue Kindertagesstätte integriert, die im Mai bezugsfertig sein soll. Der spektakulärste Teil des Komplexes sind aber Neubauten, die innerhalb der historischen Fabrikhallen mit großen Glasfassaden entlang der Wilhelm-Sammet-Straße errichtet wurden.

Auf der anderen (Eutritzscher) Seite der Geibelstraße wurden die Industrieruinen 2019 abgerissen und sollen bis 2021 einigen Blöcken mit 80 Wohnungen Platz machen.

Inzwischen sind es zwar nur noch Regional- und S-Bahnen, die hier durch Gohlis fahren, aber der Blick aus dem Zugfenster hat sich nun fundamental gewandelt.

Neue Modulbauten in Gohlis-Nord
Das zweitgrößte Bauprojekt befindet sich in Gohlis-Nord an der Maria-Grollmuß-Straße (Ecke Landsberger Straße). In moderner Fertigbauweise wurden hier in den letzten Monaten zwei größere Wohnblöcke hochgezogen. Die Hälfte der Wohnungen soll mit Mietpreisbindung (6,50 Euro) vermietet werden. Über die Baustelle auf der anderen Seite der Krochsiedlung hatten wir im Märzheft bereits berichtet. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Bevölkerung in Gohlis-Nord in nächster Zeit am stärksten zunehmen wird, wenn man sieht, was besonders nördlich der Max-Liebermann-Straße zuletzt gebaut wurde und noch wird.

Drei neue Mehrfamilienhäuser in Gohlis-Süd
Aber auch in Gohlis-Süd bewegt sich einiges: In der Magdeburger Straße 50 ist das neue Mehrfamilienhaus fast fertig, Ende März standen allerdings noch die Bauzäune bis zur Straßenmitte und Verkehrsschilder, die diesen Teil der Magdeburger Straße zur Einbahnstraße machten. Am anderen Ende der Magdeburger Straße fällt der Blick auch auf eine Baustelle: In der Lindenthaler Straße 48-50 wird nun das Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage gebaut, das 2018 genehmigt worden war. Die bisher ausgegrabene Baugrube an der Lindenthaler Straße 48 entspricht allerdings offenbar noch nicht der endgültigen Dimension des Bauprojekts.

Bei anderen Bauprojekten hat die Zeit von Planungsbeginn bis zur Realisierung noch länger gedauert: Ein sehr exponiertes Beispiel dafür ist die Schorlemmerstraße 2. Ende März begannen Bagger mit den Arbeiten, nachdem die dortige Vegetation seit 2015 dreimal gerodet worden war. An der Ecke zur Berggartenstraße wird dieses Gebäude die letzte noch fehlende Ecke des aufgeweiteten Straßenraumes darstellen – die viel diskutierte Frage nach der Gestaltung der Straßenfläche am Kirchplatz hatte die Stadt Leipzig auf den Tag vertagt, an dem diese Baustelle abgeschlossen sein würde.

Sanierungsfortschritte in Gohlis-Mitte
Um Gohlis-Mitte nicht zu vergessen, werfen wir noch einen Blick auf die Sanierungsfortschritte in der Wustmannstraße: Hier schreitet die Sanierung von Süd nach Nord voran, im März war die Wustmannstraße 3 bereits mit neuem Dach und neuen Fenstern ausgestattet, am anderen Ende war nur die Entfernung des früheren Putzes erkennbar.

Tiefbauthemen
Was stellen Sie sich vor, wenn die Zeitungsschlagzeile lautet: „Bahnbrücke in Gohlis wird saniert“? Es geht um die Brücke der Wiederitzscher Straße über die Bahnstrecke nach Möckern und Weißenfels, die seit Jahrzehnten in einem beklagenswerten Zustand ist: Da die Fußwege nicht mehr standfest waren, wurden diese auf die Fahrbahn verschwenkt, dadurch wurde diese so schmal, dass kein Begegnungsverkehr mehr möglich ist. Die alten Geländer sind verrostet, aber noch zu erkennen – kurzum ein Notbehelf seit mehr als 20 Jahren. Nun teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt mit, dass die Brücke wegen massiver Rostschäden gesperrt und saniert werden muss. Aber siehe da: Nach zwei Wochen war die Sanierung abgeschlossen: Es waren nur quer über die Brückenfahrban drei schmale Gräben mit dem Bagger gezogen worden, um offenbar stabilere Stahlträger einzusetzen. Seit Anfang März rollt der Verkehr wieder – auf dem ansonsten unveränderten Provisorium.

Zuletzt noch ein Blick in die Kasseler Straße: Hier haben die Mittel der Stadtsanierung gereicht, um nach dem Westabschnitt (Bothestr. bis Mottelerstr.) auch den Rest des Straßenraums umzugestalten, aktuell wird im Bereich Mottelerstraße bis Wiederitzscher Straße gearbeitet. Bis zum Jahresende wird dann das Ostende an der Kasseler Straße gegenüber dem größten Gohliser Einkaufszentrum erreicht, in allen Abschnitten sind Baumpflanzungen vorgesehen.