Skip to content Skip to left sidebar Skip to footer

Schlagwort: Ehrenamt

30 Jahre Bürgerverein Gohlis e. V.

30 Jahre Bürgerverein Gohlis – ein Jubiläumsjahr: Gohlis Forum 1/2022

von Tino Bucksch

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit über zwei Jahren halten uns Covid19 und die damit verbundenen Einschränkungen des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Schach. Auch wir als Bürgerverein mussten dies schmerzlich erfahren. Veranstaltungen und Projekte, die wir mit viel ehrenamtlichem Engagement während der letzten Jahre durchgeführt haben und die auf große Resonanz bei den Gohliserinnen und Gohlisern gestoßen sind, konnten in der altbekannten Form nicht stattfinden oder mussten ganz abgesagt werden – sei es unser Büchercafé im Rahmen der Leipziger Buchmesse oder das interreligiöse Fußballturnier, Advent in den Gärten und Höfen von Gohlis oder das interkulturelle Dankfest. Dennoch haben wir auch in den letzten zwei Jahren viel Unterstützung aus der Gohliser Bevölkerung erfahren und sind froh, dass uns trotz des eingeschränkten Vereinsangebots keines unserer Mitglieder den Rücken gekehrt hat. Für diesen Beistand können wir uns nur bedanken!

Da wir grundsätzlich Optimistinnen und Optimisten sind, wollen wir auch in diesem Jahr nicht verzagen und planen Großes für den Stadtteil. Damit komme ich zu einem Thema, das mit dem neuen Logo verbunden ist, welches Sie bestimmt schon auf der Titelseite entdeckt haben und sich fragen, was wohl dahinterstecken mag: 2022 feiert der Bürgerverein Gohlis sein 30-jähriges Bestehen und dies wollen wir mit den Bürgerinnen und Bürgern im Stadtteil feiern! Wir werden nicht nur auf die letzten drei Jahrzehnte des Vereins zurückblicken. Wir möchten auch schauen, wie sich der Stadtteil in dieser Zeit verändert hat und an welchen Stellen diese Veränderungen durch oder mit dem Bürgerverein vollzogen wurden. Denn so, wie sich unsere Mitgliederzusammensetzung gewandelt hat, wie sich die Strukturen und Arbeitsfelder veränderten und die Themen, mit denen sich der Verein beschäftigte, hat sich auch das Gesicht von Gohlis gewandelt. So hat sich die Bevölkerungszusammensetzung verändert, maßgeblich geprägt von einem positiven Trend der letzten zehn Jahre. Aber auch das Wohnumfeld des Stadtteils ist durch das Schließen von Baulücken oder das Sanieren der bestehenden Bausubstanz nicht mehr zu vergleichen mit dem von Anfang der 1990er Jahre. Veränderungen in den Ansprüchen der Gohliserinnen und Gohliser an Lebens- und Wohnqualität haben das Angebot der Verkehrs- und sozialen Infrastruktur maßgeblich geprägt. Diese Entwicklung dokumentieren wir seit Jahren im Gohlis Forum u.a. mit festen Rubriken. So finden sich auch in dieser Ausgabe erneut ein Bericht aus dem Baugesehen aber auch mit einer ausführlichen Darstellung der geplanten Sanierung des Spielplatzes im Schillerhain zeichnen wir diesen Wandel von Gohlis in vielen Ausgaben des Gohlis Forums nach.

vier Schwerpunkte werden das Jubiläumsjahr prägen:

Sommer- und Familienfest

Wir planen auch dieses Jahr unser Sommer- und Familienfest. Am 25. Juni werden wir in dessen Rahmen mit allen Gästen unseren Geburtstag feiern und gemeinsam einen großen Kuchen anschneiden. Ein Kulturprogramm für Groß und Klein, eine Tombola, Kaffee und Kuchen sowie Stände mit Akteuren und Initiativen aus dem Stadtteil werden ebenso feste Programmteile sein und dazu einladen, den Stadtteil und die Menschen, die diesen bunt und vielfältig gestalten, kennenzulernen.

Ausstellung

Wenn möglich, so wollen wir auch schon auf dem Sommer- und Familienfest eine Ausstellung bestehend aus Rollups präsentieren, die den Wandel von Gohlis und den Beitrag des Bürgervereins dazu in den letzten drei Jahrzehnten dokumentieren wird. Anschließend soll diese Ausstellung dann über das Jahr verteilt bei befreundeten Akteuren und Einrichtungen in Gohlis gezeigt werden.

Gohlis Kalender 2023

Auf 12 Kalenderblättern werden wir für das Jahr 2023 die markantesten und prägendsten Veränderungen in Gohlis präsentieren und mit viel Bildmaterial aufzeigen, wie sehr sich doch unser schöner Stadtteil gewandelt hat. Wie durch die letzten Gohliser Fotokalender gewohnt, wird die AG Stadtteilgeschichte des Bürgervereins einen besonderen Anteil an diesem leisten – die interessierten Leserinnen und Lesern werden nämlich auf den Rückseiten der Kalenderblätter mit kurzen, kommentierenden Texten zu den Bildern auf eine Zeitreise zu den jeweiligen Monatsmottos mitgenommen.

Sonderpublikation

Wer dann immer noch mehr über die Entwicklung von Gohlis seit 1990 erfahren will, Beiträge und Kommentare von Zeitzeugen und Beteiligten lesen möchte, dem können wir die Sonderpublikation ans Herz legen, die mit vielen Details aufwarten wird, welche im Gohlis Kalender oder der Ausstellung keinen Raum mehr gefunden haben. Ebenso das Interview mit Werner Schneider im Rahmen unserer Reihe „Ein Gohliser Jubiläum“ auf in dieser aktuellen Ausgabe des Gohlis Forums wird sich in dieser Sonderpublikation wiederfinden, wie die vorangegangenen Interviews.

Bei all diesen Vorhaben freuen wir uns natürlich über alle, die uns dabei helfen wollen oder Ideen und Hinweise zur Geschichte des Stadtteils der letzten 30 Jahre beisteuern. Fotos, Bildmaterial oder Dokumente können daher jederzeit dem Bürgerverein zur Verfügung gestellt werden. Wer tatkräftig bei den geplanten Projekten mit anpacken möchte oder als ideeller Unterstützer dem Verein den Rücken stärken will, der kann jederzeit bei uns einen Mitgliedsantrag stellen. Es lohnt sich!

Ich kann Sie abschließend nur herzlich dazu einladen, Gast oder Unterstützerin und Unterstützer einer unserer vielen Projekte und Veranstaltungen in diesem Jahr zu sein. Einige Terminankündigungen finden Sie schon hier im aktuellen Heft. Alle weiteren Termine werden auf unserer Homepage oder in unserem Schaukasten am Eingang des Budde-Hauses veröffentlicht.

Viel Spaß beim Lesen!

Die vollständige Ausgabe kann hier im Archiv gelesen werden.

 

Gründungsveranstaltung AG Umwelt und Klima beim Bürgerverein Gohlis e.V.

Mittwoch, den 9. Februar 2022 ab 20:00 Uhr. Vorerst nur digital. Den Zugangslink erhalten interessierte Teilnehmer unter umwelt@gohlis.info.
Wie können wir Informationen zum Thema Umwelt und Klima den Gohliserinnen und Gohlisern näherbringen? Wie können wir auf kommunale Projekte in ökologischer Hinsicht Einfluss nehmen? Welche Aktionen wollen wir durchführen? Erste Ideen für die neue AG sind Klima-Quiz, Themen-Spaziergänge, Müll sammeln oder Parking Day. Womit sie sich dann tatsächlich beschäftigt, darüber können alle Interessierte mitentscheiden.

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 4 – Prof. Werner Schneider

von Peter Niemann

Am 22. April 2022 ist es soweit. Wir feiern Geburtstag und zwar nicht irgendeinen Geburtstag! Entsprechend emsig sind wir schon seit einem Jahr dabei dieses Jubiläum vorzubereiten. Es gibt schließlich, und wie Sie dem Editorial entnehmen konnten, viel zu feiern. Wenn man dreißig wird und als Verein auf ein paar Jahrzehnte des Engagements im Stadtteil zurückblicken möchte, darf man natürlich nicht die Menschen vergessen, die in dieser Zeit Großes geleistet haben und ganz entscheidend zu unserer Entwicklung beigetragen haben.
In dieser Ausgabe möchte ich Ihnen Prof. Werner Schneider vorstellen. Viele kennen diesen Namen bestimmt durch die Leipziger Notenspur. Ein tolles Projekt, dessen Ideengeber und Initiator er ist und welches er bis heute als Vorsitzender des Leipziger Notenspur e.V. begleitet. Dieser unermüdliche Einsatz für musikalische Bildung und Erinnerungskultur wurde 2018 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Im Jahr 2020 erhielt Prof. Schneider zudem einen Bundesverdienstorden als Anerkennung seines Engagements für das Gemeinwohl.
Wir würden ihn an dieser Stelle allerdings nicht vorstellen, wenn es nicht in seiner Biographie Bezüge zu unserem Stadtteil und sogar zu unserem Bürgerverein gäbe. Ich habe mich Anfang Januar mit ihm zu einem virtuellen und wie ich finde sehr freundlichen Interview zusammenfinden können.

Ich bat Prof. Schneider zunächst um eine kurze Vorstellung und einen Einblick in seinen interessanten Lebenslauf.

Werner Schneider ist 70 und von Beruf Physiker. Seinen DDR-Lebenslauf bezeichnet er als „etwas abgeknickt.“ Er ist nach dem Abitur Christ geworden und es war ihm dadurch nicht möglich, unter dem damaligen Regime einfach nur in Ruhe an der Universität Halle zu studieren. Eine in das Physikstudium integrierte Armeeausbildung verlangte nach einem Gelöbnis, welches er nicht abzulegen bereit war. Über viele Umwege, Wehrersatzdienst, Einsatz bei den Bausoldaten und dergleichen folgte 1976 endlich der Studienabschluss. Als Diplom-Physiker war der eigentliche Plan, an der Akademie der Wissenschaften am Institut für Elektronenmikroskopie im Bereich theoretische Physik zu forschen. Wieder einmal kam das System dazwischen und verwehrte ihm diese Chance. Der Weg führte stattdessen in eine Stahlgießerei bei Gera. Ende der 70er Jahre brauchte es zunächst die Anschlussstelle als Statiker bei Polygraph in Leipzig (Anger-Crottendorf), bevor die Wohnung der Schwester übernommen und der Umzug nach Leipzig angegangen werden konnte. Zuletzt war er dort Betriebsratsvorsitzender. Nach der Wiedervereinigung kann er, mit ca. 15 Jahren Verspätung, seine akademische Laufbahn endlich fortsetzen, die schließlich in der Habilitation an der Universität Leipzig, nebst Lehrstuhl (2003) mündet. 2008 wurde er zum Professor für Statik und Dynamik der Tragwerke an der TU Dresden berufen, wo er bis 2016 forschte und lehrte. Mittlerweile ist er emeritiert und kümmert sich mit gewohntem Eifer um sein Lieblingsprojekt, die Notenspur mit allem was dazu gehört.

Was war eigentlich damals Ihre ganz persönliche Motivation, sich im Bürgerverein zu engagieren?

Wir sind 1992 nach Gohlis, an den Coppiplatz gezogen. Ich bin dem Bürgerverein etwa ein halbes Jahr nach der Gründung beigetreten und habe das erstmal interessiert aus der Ferne beobachtet. Als Einzelperson kann man viel weniger verändern und beeinflussen. Ein Verein hat mehr Gewicht. In der DDR haben wir Mitwirkungsmöglichkeit eingefordert und ich hätte es komisch gefunden, nach der Wende dann zu sagen „ich mache es nicht.“ Parteien kamen für mich nicht in Frage. Da hatte ich einfach zu viele Erfahrungen während meiner Arbeit im Betriebsrat und mit Gewerkschaften gesammelt. Ich wollte nicht, dass meine eigenen Entscheidungen durch ein Programm oder eine Agenda eingeschränkt werden. Verkehr hat mich schon zu dem Zeitpunkt sehr interessiert. Ich bin damals bereits viel Rad gefahren und habe die Entwicklung nach 1990 beobachtet. Es kamen massenhaft Autos dazu und keiner hat sich um Radfahrer Gedanken gemacht. Da wollte ich mich stark engagieren. Zwar waren die anderen Themen des Bürgervereins auch interessant aber die der Arbeitsgemeinschaft Ordnung, Umwelt, Verkehr waren am verlockendsten. Ich bin da damals einfach rein. Als der AG-Vorsitz vakant wurde, habe ich dann gerne die Leitung übernommen. Später bei Projekten mit der Notenspur konnte ich sozusagen auch sehr von der Zeit im Bürgerverein profitieren, da ich auf viele Kontakte zur Stadtverwaltung, zum VTA, den verschiedenen Dezernenten usw. zurückgreifen konnte. Mein Engagement für den Bürgerverein musste ich spätestens mit dem Wechsel an die TU Dresden aufgeben. Seit ca. 2004 trat die Notenspur mehr und mehr in den Vordergrund und hat einen Großteil meiner freien Zeit beansprucht. Als dem Bürgerverein Gohlis dann im Jahr 2014 kurzzeitig die Auflösung drohte, trat ich aus. Seit 2016 wohne ich nun schon im Musikviertel.

An der Stelle muss darauf verwiesen werden, dass natürlich noch heute Arbeitsgemeinschaften mit den entsprechenden, thematischen Schwerpunkten im Bürgerverein aktiv sind. So gibt es die sehr emsige AG Mobilität und Verkehr sowie die gerade erst gegründete AG Umwelt und Klima.

Wenn Sie nun auf Ihre Zeit im Bürgerverein, in der Arbeitsgemeinschaft zurückblicken, welche Projekte liegen bzw. lagen Ihnen denn besonders am Herzen?

Der Coppiplatz. Dort herrschte am Anfang, nach der Wende absolutes Chaos. Es gab keine Insel für die Straßenbahn. Die Verkehrsteilnehmer konnten aus allen 7 Richtungen überallhin abbiegen. Dort haben wir dann Bürgerforen mit den zuständigen Dezernenten initiiert und unsere Vorstellungen geäußert. Wir haben in Eigeninitiative Pläne angefertigt und diese dann an die Verwaltung gegeben. Es gab sogar eine Pressekampagne wo wir dafür gekämpft haben, dass keine Mittel für eine, zu dem Zeitpunkt und ohne erkennbaren Nutzen, geplante Neugestaltung des Liviaplatzes (Waldstraßenvierel) investiert wurden. Mit Erfolg. Das Geld wurde dann stattdessen und sinnvoller Weise in den Umbau des Coppiplatzes investiert. Ebenfalls ein großer Erfolg war die Realisierung einer Ampelanlage an der Haltestelle Stallbaumstraße. Hier war die Stadtverwaltung zunächst gleichgültig und sah keinen Sinn in einer Fußgängerampel. Obwohl Bedarf bestand, da zu der Zeit auch sehbehinderte Menschen diese Haltestelle stark nutzten und eine Überquerung grundsätzlich schwierig und gefährlich war. Bürgerversammlungen und Aktionen haben die Verwaltung schließlich zum Umdenken bewegt. Ein weiteres Thema, welches im Stadtteil zu meiner Zeit kontrovers diskutiert wurde, wo es auch Bürgerforen gab, war der sog. Durchbruch der Linie 4 hin zur Gohliser Straße. Das Projekt wurde ja zum Glück fallengelassen. Bis zum heutigen Tag nicht zu Ende gebracht wurde leider die verkehrsarme Radachse entlang des Gohliser Bahnbogens. Hier wurden bloß Teilstücke realisiert, etwa zwischen Lützowstraße und Sasstraße bzw. Sasstraße und Lindenthaler Straße und hin zur Breitenfelder Straße.

Nehmen Sie die Tätigkeit des Bürgervereins heute noch wahr? Gibt es noch einen Bezug zum Stadtteil Gohlis?

Auch wenn ich jetzt nicht mehr in Gohlis wohne, gibt es noch einen Bezug. Ich bin schon sehr lange in der ev.-methodistischen Bethesdakirche bzw. in der Gemeinde. Schon zu DDR-Zeiten (seit den 70er Jahren) war ich dort mit meiner Frau lange Jahre für die Jugendarbeit verantwortlich.

In diesem Zusammenhang stellen wir auch fest, dass wir uns bereits begegnet sind. Damals im Frühjahr 2017 und im Keller des Gemeindehauses der Röm.-Kath. Pfarrei St. Georg in der Hoepnerstraße 17. An diesem Tag waren wir beteiligt an der Entscheidung über den genauen Ort für das Nordcafé, gemeinsam mit VertreterInnen der verschiedenen Gohliser Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften und Aktiven der Initiative Weltoffenes Gohlis. Die Wahl fiel an diesem Tag auf die Bethesdagemeinde in der Blumenstraße. Das Nordcafé öffnet genau an diesem Ort noch immer (wenn die pandemische Lage es zulässt) jeden Dienstag seine Pforten und Frau Schneider engagiert sich dort regelmäßig für die Besucherinnen und Besucher.

Herr Schneider. Vielen Dank!

Vereinsleben 2021 – Jahresrückblick in Bildern

Die Leipziger Buchmesse konnte 2021 leider nicht stattfinden. Unser Büchercafé mit Lesungen von Günter Gentzsch und Gerhard Pötzsch wurde deshalb per Livestream übertragen – auch ein Novum für uns. Hier ein Blick hinter die Kulissen.

   

Tino Bucksch und Peter Niemann konnten im Mai einen beachtlichen Spendenscheck an die Erich Kästner-Schule übergeben. Es war die eine Hälfte der 18.224 €, die bei einem gemeinsamen Spendenlauf
der Grundschüler*innen zusammengekommen war. Die andere Hälfte ist für die Instandsetzung der Handschwengelpumpe aus der Fritz-Seger-Straße gedacht. Hier zu sehen die Begleitausstellung, die
mehrere Monate an der Schule zu sehen war.

    Foto: Andreas Reichelt

Auch bei der Nacht der Kunst am 4. September waren wir wieder dabei. Im gut besuchten Budde-Haus und unter strenger Beachtung der Corona-Regeln zeigten wir in unserem Vereinsraum Fotografienvon Bernd Heyne sowie Malerei und Skulpturen von Michael Schreckenberger

Unsere Mitgliederversammlung am 1. Oktober fand in der Westarkade des Gohliser Schlösschens statt. Vielen Dank an Herrn Roßdeutscher, der uns dies als neuer Geschäftsführer der Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gGmbH ermöglichte.

   

Ende September veranstalteten wir bereits zum 6. Mal das Interkulturelle Dankfest. Im letzten Jahr hatten wir coronabedingt absagen müssen. Die gemeinsame Veranstaltung mit verschiedenen
Religionsgemeinschaften aus dem Leipziger Norden zog wieder viele Gäste an.

   

Gohlis Forum – Ausgabe 5 für 2021 erschienen

von Agnes und Peter Niemann

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser 5. Ausgabe des Gohlis Forums informieren wir wieder über aktuelle Ereignisse in unserem Stadtteil. Auch diesmal gibt es viel zu erzählen: Gohlis entwickelt sich an allen Ecken und Enden. In der Rubrik Geschäftsleben auf Seite 3 berichten wir über neue Geschäfte. Auch gibt’s einen ausführlichen Bericht zum Makerspace – einer Mitmachwerkstatt im Herzen unseres Stadtteils.

Weitere Bauprojekte stehen für das nächste Jahr an: lesen Sie auf Seite 8 einen Ausblick auf die längst überfällige Sanierung der Landsberger Straße. Auch der historische Gohliser Anger in der Menckestraße soll neu gestaltet und als historische Stätte gewürdigt werden (S. 10).

Mit der 11. Nacht der Kunst Anfang September liegt eines der großen kulturellen Highlights des Leipziger Nordens hinter uns. Mehr als 1.500 Menschen haben an jenem Abend bspw. den Weg ins Budde-Haus gefunden. Aus unserer Sicht ein gutes Zeichen und wir freuen uns schon sehr auf einen Herbst voll gut besuchter Veranstaltungen in unserem Lieblingsstadtteil!

Die vollständige Ausgabe kann hier im Archiv gelesen werden.

Gohliser Adventskalender 2021

von Ulrike Gehre

Auch in diesem Jahr wird der Förderverein Michaelis-Kirche e.V. wieder eine Advents-Spendenaktion für die Sanierung der Michaeliskirche auf dem Nordplatz durchführen. Als kleines Dankeschön wird eine neue Ausgabe des Gohliser Adventskalenders für Spenden ab 10 € verschenkt. Die Spenden werden in den Wochen vor dem 1. Dezember nach Veranstaltungen der Ev.-Luth. Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde sowie in ausgewählten Gohliser Geschäften und Vereinen gesammelt.

Der diesjährige Adventskalender wurde von der Gohliser Malerin und Leiterin der Kreativitätswerkstatt im Budde-Haus Uta Schlenzig gestaltet. Aufgrund seiner Größe (ca. 24 x 34,5 cm) lässt sich der Adventskalender auch sehr gut als Brief in einem DIN-B4-Umschlag versenden.

Die Kosten für die bereits begonnenen Sanierungsmaßnahmen an der Fassade und im Kircheninneren belaufen sich auf ca. 1,5 Mio. €. Neben verschiedenen Fördermöglichkeiten werden ca. 450.000 € Eigenmittel der Kirchgemeinde benötigt. Der Förderverein Michaelis-Kirche e.V. unterstützt die Kirchengemeinde dabei, diesen Eigenanteil einzuwerben. Weitere Informationen zur geplanten Sanierung und zum Stand der Arbeiten finden Sie auf der Homepage der Ev.-Luth. Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde.

Logo der Initiative clean up Leipzig für den Frühjahrsputz in Gohlis Mitte

Cleanup Leipzig: Müllsammelaktion in Gohlis-Mitte

+++ wetterbedingt auf den 11.09. verschoben +++

Veranstaltung von Bürgerverein Gohlis e.V. und Cleanup Leipzig

Ort: Lehmbau Jugendtreff (UFO)

Wir treffen uns am Samstag, 11.09.2021 ab 14 Uhr an der Sasstraße/Ecke Weg zur Lindenthaler Straße (Lehmbau Jugendtreff UFO). Gemeinsam wollen wir den zahlreichen Müll entlang des Bahndamms und auf dem Sportplatz beseitigen. Haltet einfach nach unserem roten Bollerwagen und unserem Cleanup-Leipzig-Banner Ausschau. Dort erhaltet ihr die Ausrüstung zum Müllsammeln.
Jede und Jeder kann mitmachen! Bringt gerne eure Familie, Freund:innen, Nachbar:innen oder Kolleg:innen mit.

Beachtet bitte das zum Donwload bereitgestelltes Hygienekonzept, da wir zusätzliche Schutzmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie getroffen haben, und macht euch vor der Aktion damit vertraut:
Wer lieber allein Müll sammeln möchte, kann dies schon am Vortag tun. Bitte kontaktiert uns vorab, damit wir mit euch abstimmen können, wo ihr den gesammelten Müll zur späteren Abholung durch die Stadtreinigung deponieren könnt.

Hinweise
Zieht euch festes Schuhwerk an, nehmt euch ein Paar Handschuhe sowie eine Mund-Nasenbedeckung mit und denkt an passende Kleidung sowie Getränke. Bringt auch gerne eigene Ausrüstung mit. Ihr nehmt freiwillig teil, wir übernehmen keine Haftung.
Wir haben Greifzangen sowohl für Erwachsene als auch Kinder und frisch gewaschene Handschuhe vorrätig, falls ihr keine eigene Ausrüstung besitzt. Zur Reinigung haben wir Desinfektionsmittel bzw. Hygienehandgel dabei. Vor Ort gibt es keine Möglichkeit sich die Hände zu waschen. Bringt daher bei Bedarf weitere eigene Reinigungsutensilien für eure Hände mit.
Falls die Witterungsbedingungen nicht optimal sind, z.B. Windböen oder Niederschlag, sagen wir die Aktion spätestens 2h vorher ab oder verschieben diese. Bitte informiert euch online.

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 3 – Irmgard Gruner

von Peter Niemann

Bereits in den vergangenen Ausgaben haben wir darauf hingewiesen, dass wir am 22. April 2022, ein sehr wichtiges Jubiläum begehen werden. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! In der letzten Ausgabe des Heftes haben wir begonnen, Ihnen besondere Personen vorzustellen, die sich bereits seit sehr langer Zeit in unserem Verein engagieren und dabei Großes geleistet haben. Diesmal möchte ich Ihnen eine ganz besondere Frau vorstellen, die von Anfang an dabei ist und den Bürgerverein noch immer nach Kräften unterstützt. Ihr Name ist Irmgard Gruner und ich habe mich am 8. Juli auf eine Tasse Kaffee und ein kurzes Interview mit ihr verabreden können:

Hallo Irmgard. Ich freue mich sehr, dass es heute trotz des eher mäßigen Wetters mit einem Treffen im Garten geklappt hat. Vielleicht fangen wir einfach mit einer kurzen Vorstellung an.

Ich bin 81 Jahre alt, geboren in Leipzig, und wohne mit meinem Mann seit 1968 in der Hoepnerstr. 4a in Gohlis-Mitte. Wir haben 2 Kinder und 5 Enkel. Ich bin diplomierte Wirtschaftsmathematikerin und habe vor der Wende lange Jahre im VEB Rechenzentrum, später DVZ (Datenverarbeitungszentrum) Leipzig, danach kurz in der Universität als Programmiererin und Problemanalytikerin gearbeitet. Nach kurzer Arbeitslosigkeit ging ich ab 1992 zu der Beschäftigungsgesellschaft ABW. Dort wurden Arbeitslose von Orsta-Hydraulik aufgefangen und in ABM-Maßnahmen gebracht. Die letzten Arbeitsjahre habe ich im sog. Ostraumprojekt gearbeitet. Mein politisches Engagement begann mit dem Mauerfall. In der DDR habe ich mich auf dem Gebiet verweigert. Jetzt wollte ich mitmachen. Es war Zufall, dass ich beim Neuen Forum landete, wo ich gleich Gruppenleiterin für Gohlis bzw. Leipzig Nord wurde. Im Neuen Forum lernte ich Gert Klenk kennen, wir liefen gemeinsam mit vielen anderen um den Ring. Wir hatten konkrete Vorstellungen, wie ein neues Deutschland aussehen könnte. Das war eine super-tolle Zeit. Da war eine Aufbruchstimmung, sag‘ ich Dir. Wir haben da was geschafft, über die Parteigrenzen hinweg und zum Wohle der Stadt. Dort kam ich auch auf die Liste für das Stadtparlament. Und es gab ja so viel zu tun, das ist heute kaum vorstellbar: Trotz des hochtrabenden Progamms der Partei „Alle Dächer dicht“ waren so gut wie alle Dächer kaputt, der Putz bröckelte von den Wänden, es war feucht in vielen Wohnungen, du hast Dich in der eigenen Stadt nicht wohl gefühlt. Die Schönheit unserer Stadt wurde erst nach und nach erfahrbar. Der Bürgerverein Gohlis wurde nicht nur wegen des Budde-Hauses gegründet, wir wollten mit dazu beitragen, unseren Stadtteil wieder lebenswert zu machen Zum Glück wurde Gohlis bald förmlich festgelegtes einfaches Sanierungsgebiet, dann erweitertes Sanierungsgebiet, inklusive des Budde-Hauses.

Das klingt nach einer Menge Freizeit, die da ins Ehrenamt investiert wurde. Wie passte das mit der Familie bzw. deinem Mann zusammen? Hat das gut funktioniert?

Klar. Die Kinder waren ja schon raus. Mein Mann hat trotz vieler Arbeit als reprivatisierter Salzgroßhändler jede Gelegenheit genutzt , mich zu unterstützen. Er hat nie groß was gesagt, Sitzungen und langes Palaver sind nicht seine Welt. Er hat aber immer fotografiert, für den Bürgerverein, für den Seniorenbeirat, für die Grünen. Er hat nie was dafür verlangt. Er hat das gerne gemacht. Mein Mann kommt fast immer mit und ich finde das sehr, sehr schön.

Der Bürgerverein war also ein wichtiger Ausgangspunkt für Dein Bemühen um den Stadtteil. Wann ging das los? Wie muss man sich das vorstellen?

Ihr habt ja darüber berichtet, dass das Jubiläumsfest der Aufhänger für die Gründung des Vereins im Gemeindehaus am Kirchplatz war. Ich kannte die Leute teilweise vorher schon. Gerd Klenk und Pfarrer Passolt natürlich. Wir haben uns in der Anfangszeit oft getroffen, nicht nur, um das Jubiläumsfest vorzubereiten, sondern auch, um zu überlegen was dann wird. Das Fest, das hättest Du erleben müssen! Die ganze Menckestraße war voll von Menschen. Die Verwaltung war da, das Planungsamt, das ASW. Bürgerinnen und Bürger konnten an Tafeln ihre Wünsche für Gohlis äußern und die Stadt war ehrlich daran interessiert, dass hier was passiert.

Und dann ging es ja emsig weiter mit dem Verein. Es musste ja schließlich das Budde-Haus gerettet werden und im Stadtteil gab es viel zu tun. Wo hast Du in den ersten Jahren deinen Platz im Verein gefunden?

Ich war immer im Vorstand des Vereins, oft auch stellvertretende Vorsitzende. Man wollte mich oft überreden, den Vorsitz zu übernehmen, aber ich war damals schon Mitglied im Stadtparlament und ich hatte ja zur Wendezeit an der Uni neu angefangen. Dann noch die Arbeit bei den Grünen, das reichte. Ich war jedenfalls immer froh, dass ich nicht Vorsitzende war.

[lacht] Das kann ich gut nachvollziehen. Ich fühle mich ja auch ganz wohl als Stellvertreter. Was waren eigentlich so Deine persönlichen Lieblingsprojekte des Bürgervereins?

[Lacht] Grünes Zeug. Zum Beispiel die Umsetzung des leider kaum bekannten und wenig genutzten Rabenparks. Der heißt so, wegen der großen Rabenskulpturen. Schräg gegenüber von Käse Lehmanns führt da ein kleiner Weg rein. Da gab es damals sogar ein Fest zur Einweihung. Ein weiteres, großes Projekt, von dem Du bestimmt noch nie gehört hast, ist der Rosentalpark. Aus dem ist leider nie was geworden. Dabei ging es um den Zusammenschluss aller Kleingartenvereine vom Schillerhain ganz im Osten, über Westgohlis, Volksgesundung, Brandts Aue, Neuer Weg, KGV Elstertal, Marienweg, Froschburg und wie sie alle heißen. Letztendlich sollte ein durchgängiges Wegenetz geschaffen werden mit neugestalteten Eingangsbereichen am nördlichen Ende des Heuwegs und in der Kirschbergstraße. Das Projekt fand viel Zuspruch bei den Kleingartenvereinen, geriet aber dann ins Stocken, weil eine Erbengemeinschaft ein Grundstück hinter der Schwimmhalle Mitte nicht veräußern wollte. Du kannst ja mal den Herrn Zech vom Grünflächenamt anrufen und fragen, was eigentlich aus dem Projekt geworden ist. Vielleicht lohnt es sich, das mal weiter zu verfolgen.

Wie siehst Du den Bürgerverein heute, mit ein wenig mehr Abstand und als ‚normales‘ Mitglied? Kannst Du dich mit dem identifizieren was wir ‚jüngeren’ Vereinsmitglieder so verzapfen?

Ehrlich gesagt bin ich positiv überrascht. Ich hätte uns das nicht zugetraut, nachdem wir 2014 vor dem Ende standen und nun auch keine ABM-Kräfte mehr haben, wieder so viel im Stadtteil zu bewegen. Auch die Frauen meiner Sportgruppe (AG Seniorensport) sind echt begeistert vom Gohlis Forum, von den Kalendern und dem, was ihr so macht. Ich wünschte mir, dass der Zuspruch der Bevölkerung größer wäre und sich noch mehr Menschen für die Arbeit des Vereins interessierten und auch spenden würden, um die Projekte des Vereins voranzutreiben. Das Problem ist ja, die Menschen, wenn sie selber betroffen sind, dann engagieren sie sich und spenden, aber es geht leider viel zu Wenigen um das große Ganze hier im Stadtteil.

Was mich abschließend noch brennend interessieren würde, was der Bürgerverein denn in Zukunft besser machen kann? Schließlich wissen wir ja beide, dass es immer auch ein wenig Luft nach oben gibt…

Es ist schade, dass immer nur so wenige unserer Mitglieder zu den Versammlungen kommen. Wir haben ja schließlich viele Mitglieder. Aber das war immer so. Im Verein wollen immer viele Menschen über Projekte reden. Die Realisierung der Projekte schultern letztendlich Arbeitsgruppen und auch immer der Vorstand. Wenn ich daran denke, wie viele Stunden ich beim Bürgerverein in Sitzungen verbracht habe oder beim Organisieren von Festen. [lacht] Ich selber kann mich ja jetzt leider alters- und gesundheitsbedingt nicht mehr so viel engagieren. Versucht weiter, die Bevölkerung zu aktivieren und auch an den Verein zu binden.

Irmgard. Vielen Dank!

Herzlich willkommen im Nordcafé – Raum für Begegnung, Gespräch, Unterstützung wöchentlich dienstags 16 – 18 Uhr

von Ricarda Berger

Das Nordcafé öffnet wieder seine Türen für alle Nachbarn, alle Neugohliser, alle Bewohner des Stadtteils und darüber hinaus.
Wir treffen uns ab 06.07.2021 jeden Dienstagnachmittag ab 16 Uhr in der Blumenstraße 74 in Gohlis. Solange es der Sommer zulässt, werden wir im Garten zusammen kommen. In der kalten Jahreszeit oder bei Regenwetter verweilen wir in den gemütlichen Kellerräumen. Bei Kaffee, Tee und Kuchen wollen wir miteinander ins Gespräch kommen. Dabei möchten wir alle Interessierten einladen, ob neu oder schon lange in Gohlis ansässig.

Unsere Ehrenamtlichen geben Unterstützung bei Behördenangelegenheiten, bieten Hilfe bei Hausaufgaben und beim Erlernen der Sprache. Unser Angebot richtet sich jedoch auch an alle, die sich lediglich mit anderen austauschen möchten.

Parallel zu unserem Café startet ab Juli unter dem gleichen Dach der Seven4Kids-Club für Kinder und Jugendliche. Die Eltern können währenddessen das Café genießen.

Unsere Veranstaltung richtet sich nach der Corona Schutzverordnung des Landes Sachsen. So ist eine Kontakterfassung nötig. Auch die Abstandsregeln gelten. Die Testpflicht für den Außen- und Innenbereich entfällt.

 

Erste Namensideen für den Platz beim Sommerfest 2018

Erfolgreiche Benennung Fritz-Riemann-Platz in Gohlis

Bürgerverein Gohlis ruft zur Namensgebung weiterer unbenannter Plätze und Parks auf

In seiner Sitzung am 23. Juni hat der Stadtrat dem Antrag des Bürgervereins zugestimmt, den Platz zwischen der Virchowstraße, Wilhelm-Plesse-Straße und dem Viertelsweg zukünftig als Fritz-Riemann-Platz im Straßenverzeichnis zu führen. Parallel dazu hat der Bürgerverein einen Vorschlag zur Finanzierung einer Info-Tafel mit Hintergrundinformationen für die Auswahl des Namens für den Platz über das Stadtbezirksbudget beim Stadtbezirksbeirat Nord beantragt.

Diese Aktion reiht sich in die Bemühungen des Bürgervereins ein, unbenannte Plätze und Parks in Gohlis zu benennen. So konnte auch schon die Reaktivierung der Bezeichnung des Schillerhains im Straßenverzeichnis Leipzigs erreicht werden. Auch hier wird in der ersten Hälfte des kommenden Jahres im Zuge der Spielplatzsanierung eine Info-Tafel installiert. Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern wird der Bürgerverein die inhaltliche Gestaltung dieser Tafel betreiben.

Gleichzeitig ruft der Verein Gohliserinnen und Gohliser auf, namenlose Plätze anzuzeigen und Namensvorschläge einzureichen. Diese können beim Bürgerverein Gohlis e. V., Lützowstraße 19 04157 Leipzig, per Telefon 0341 20018556 oder per E-Mail unter buergerverein@gohlis.info eingereicht werden.

Auszug aus der Begründung: Fritz-Riemann-Platz – warum dieser Name? Riemann entwarf die den Platz umgebenden Wohnhäuser aus den 30er-Jahren. Darüber hinaus wurden nach Riemanns Plänen in Gohlis, Connewitz, Eutritzsch und Leutzsch Wohnanlagen mit fast 2.000 Wohnungen gebaut. Als freier Architekt entwarf Riemann für verschiedene Bauherren über 500 weitere Wohnungen und zahlreiche Einfamilienhäuser, in Gohlis u. a. an der Ludwig-Beck-Straße sowie der Hoepnerstraße. Allein durch die Zahl der von ihm entworfenen Häuser und Wohnanlagen prägte Riemann also das Gesicht Leipzigs und des Stadtteils Gohlis.

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 2 -Hansgeorg Herold

von Peter Niemann

Bereits in den vergangenen Ausgaben haben wir darauf hingewiesen, dass wir am 22. April 2022, ein sehr wichtiges Jubiläum begehen werden. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! In der letzten Ausgabe des Heftes haben wir begonnen, Ihnen besondere Personen vorzustellen, die sich bereits seit sehr langer Zeit in unserem Verein engagieren und dabei Großes geleistet haben. In dieser Ausgabe möchten wir Ihnen Hansgeorg Herold vorstellen. Ich habe mich Anfang Mai mit ihm in unserem Büro im Budde-Haus für das folgende Interview treffen können.

Herr Herold. Ich freue auf jeden Fall, dass wir uns heute treffen können, um ein kleines Interview zu führen. Beginnen wir mit einer kurzen Vorstellung.

Mein Name ist Hansgeorg Herold, Renter im ‚Unruhestand‘, fast 79 Jahre alt und seit 1992 Mitglied des Bürgervereins. Zunächst einmal wohnte ich seit meiner Geburt und für die ersten 28 Jahre meines Lebens in der Nähe von Gohlis: In der Nordvorstadt, dem heutigen Zentrum-Nord. 1970 zog ich dann in die Springerstraße, dann in den Schillerweg und schließlich in die Menckestraße.

Zeigt seinen alten Mitgliedsausweis aus den 90ern, der die Nummer 20 trägt. Dieser gibt ihn als Gründungsmitglied zu erkennen. Der damalige Schatzmeister Hajo Hannes quittierte dort noch händisch die Beitragszahlung.

Schön, dass Sie solche Dinge aufheben! Das sind ja letztendlich alles Zeugnisse unserer Vereinsgeschichte. Was haben Sie noch?

Ja es ist schade, dass es solche Mitgliedsausweise nicht mehr gibt. Ich sammle was mir wichtig erscheint. Einzelne Zeitungs- oder Zeitschriftenausschnitte zu Projekten, an denen ich mitgewirkt habe, hebe ich auf. Ansonsten sind die meisten Unterlagen der letzten Jahrzehnte im Archiv des Bürgervereins zu finden. Ich habe am Ende meiner Tätigkeit im Vorstand dafür gesorgt, dass sämtliche Dokumente in die richtigen Ordnern gelangen und alles verzeichnet und nachvollziehbar ist.

Was war bzw. ist eigentlich Ihre ganz persönliche Motivation, sich im Bürgerverein zu engagieren?

Wie ich schon in anderen oder ähnlichen Interviews in den Jahren immer wieder gesagt habe, gehört das ‚Einmischen‘, im positiven Sinne, zu den Grundsätzen meiner Lebensauffassung. Ich bin überzeugt davon, dass Veränderung im Stadtteil nur durch Mitwirkung von einem selbst zu erreichen ist. Ich wollte, nachdem ich Gohliser geworden war einfach hier im Stadtteil mitwirken. Als Gründungsmitglied des Bürgervereins, Mitglied in verschiedenen AGs sowie später auch als Schatzmeister (Diplom-Wirtschaftler) im Vorstand.

Wenn Sie nun auf die letzten Jahrzehnte der Vorstandsarbeit zurückblicken, welche Projekte liegen bzw. lagen Ihnen denn besonders am Herzen?

Es gibt eine Sache, die mir wichtig ist und die leider Gottes immer wieder in Vergessenheit gerät: Die Tatsache, dass über viele Jahre hinweg ABM-Kräfte bzw. später dann die AGH-Kräfte einen ganz wesentlichen Teil dazu beigetragen haben, dass der Bürgerverein heute existiert und einen so großen Wirkungsgrad hat. Nach der Wende gab es zahlreiche arbeitslose Akademiker, die beim Bürgerverein, zumindest zeitweilig ein herausforderndes und interessantes Betätigungsfeld finden konnten. Dadurch konnten teilweise bis zu drei Personen im Büro des Vereins anwesend sein. Der Vorstand konnte so bei seiner Arbeit enorm entlastet werden, bei bürokratischen Arbeiten wie dem Schreiben von Einladungen, von Protokollen, Korrespondenz mit Ämtern usw. Das Büro konnte täglich für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtteils geöffnet sein. Anliegen konnten aufgenommen und zeitnah beantwortet werden. Das alles wäre heute undenkbar.

Zeigt ein A4-Blatt mit einer langen Auflistung aller jemals in Bürgerverein beschäftigen ABM/ AGH-Kräfte. Frau Petra Kramer verließ als letzte Mitarbeiterin den Bürgerverein Ende 2014.

Wo waren Ihre persönlichen Anknüpfungspunkte für ein Engagement im Bürgerverein?

Ich habe damals die Arbeitsgruppe Verkehr und Umwelt geleitet, seit 1999 dann die AG Stadtteilentwicklung. Noch Ende der 90er Jahre war die Bausubstanz in Gohlis in einem bedauernswerten Zustand. Da galt es geplante Sanierungsmaßnahmen und Bauvorhaben im Stadtteil zu begleiten. Wir haben in dieser Zeit als Bürgerverein viel erreicht.

Projekte, die der Bürgerverein initiiert bzw. begleitet hat: Der Radweg Eutritzsch-Wahren, den Bau der Gohlis Arkaden, der Bebauung des Geländes der ehemaligen Stadtwäscherei in der Herloßsohnstraße, die Realisierung der Lichtsignalanlage am Schillerhain, der Mediencampus in der Menckestraße, der Bebauungsprozess des Areals der alten Mühle sowie die langjährige Begleitung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Gohlis-Süd (Brauerei Gohlis/Kaufland).

Sie sind zwar seit einigen Jahren nicht mehr im Vorstand des Vereins tätig, Sie haben haben aber auch nie aufgehört sich im Stadtteil ‚einzumischen‘. Wie können wir uns das konkret vorstellen.

Ich nehme zwar nach wie vor an den Treffen der heutigen AG Mobilität und Verkehr teil, allerdings habe ich mich etwas zurückgezogen und bringe mich nur noch bei den Themen ein, die mir wirklich am Herzen liegen. Dazu gehört vor allem der alte Gohliser Ortskern. Leider tut sich hier seit Jahren nicht wirklich etwas. Es gab zwar einige Initiativen und Veranstaltungen des Bürgervereins aber niemand stößt nach. Man muss da beharrlich sein und Antworten einfordern.
Darüber hinaus engagiere ich mit seit dessen Gründung im Förderverein Georg-Schumann-Straße. Dort organisiere ich jedes Jahr, anlässlich der Buchmesse ‚Leipzig liest an Leipzig längster Straße‘. Darüber hinaus bin ich als Vertreter des Bürgervereins im Magistralenrat und engagiere mich bei der ‚Denkwerkstatt Leipzig für das Gemeinwohl‘. Die Denkwerkstatt ist ein kreativer Ideen-Entwickler zur Förderung der Gemeinwohlarbeit in unserer freiheitlich-demokratischen Wirtschaftsordnung, wo jeder Bürger das Recht, aber auch die Pflicht hat, einen Beitrag zum Wohlstand zu leisten.

Was kann der Bürgerverein in Ihren Augen zukünftig noch besser machen?

Ich will mal so sagen: ein Augenmerk in früheren Jahren, was sicher auch mit dem Vorhandensein der ABM-Kräfte zusammenhängt, lag früher auf Veranstaltungen, Zusammenkünften und Ausflügen mit Seniorinnen und Senioren. Auch wenn viele von diesen nicht Mitglieder des Bürgervereins waren, haben sie doch sehr dabei geholfen, das Engagement des Vereins in die Breite zu tragen und darüber zu berichten. Wenn man heute SeniorInnen trifft, sagen die, im Bürgerverein ist nichts mehr los. Beim Gohlis Forum würde ich mir wünschen, dass mehr darüber berichtet würde, was im Verein selbst passiert. Mit Blick auf das Baugeschehen in Gohlis wäre es schön, wenn häufiger über die Planungen selbst berichtet würde und der Verein sich noch stärker in Planungsprozesse einbringen würde. Probleme im Stadtteil sollen proaktiv angesprochen werden. In Gremien wie ‚Leipzig weiter denken’ sollte der Verein stärker aufgestellt sein. Ansonsten bin ich mit der Arbeit des Vorstandes, des Vereins im großen und ganzen zufrieden. Gerade auch in Anbetracht der Tatsache, dass nun alles ehrenamtlich gemacht wird.

Herr Herold. Vielen Dank!

Hoffnung für Hügel im Rosental

von Peter Niemann

Am 2. März 2021 führte mich ein Termin, für Bürgerverein und Stadtbezirksbeirat gleichermaßen ins Rosental. Neben anderen Mitgliedern des SBB Nord, waren sogar ein paar BürgerInnen da, um den Ausführungen von Herrn Opitz (Stadtforstamt und Forstbehörde der Stadt Leipzig) zu lauschen. Das Thema: Der Besorgnis erregende Zustand des Hügels im Rosental. Dabei ist es noch garnicht so lange her, dass die Stadt sich in angemessener Weise um den Hügel gekümmert hat. Erst in den Jahren 2002/ 2004 wurde er ertüchtigt: Es wurde bepflanzt, Geländer wurden installiert, mit Bündeln aus Reisig die Böschungen gesichert und im oberen Bereich der Weg sogar mit einem Rotgranit-Pflaster gesichert. Herr Opitz präsentierte die entsprechenden Karten und Planungsdokumente. Die Kosten damals: 50.000 €. Der Zustand des Hügels heute: deutlich schlechter als der Ausgangszustand vor der letzten Teilsanierung. Ein offensichtlicher Umstand, dachte sich auch Rick Ulbricht (Stadtbezirksbeirat CDU), der die Begehung initiiert hatte und mit der Begehung für die Problematik sensibilisieren möchte.

Herr Opitz führt an, dass die Verkehrssicherheit von Turm und Hügel zwar regelmäßig kontrolliert würden und diese auch derzeit uneingeschränkt genutzt werden können. Allerdings ist der Rosentalhügel derzeit in seinem Bestand gefährdet. Die Gründe dafür sind vielfältig: Bevölkerungswachstum, ein positiver Trend, was den Sport im Freien anbelangt und eine damit einhergehende Übernutzung. Vor allem aber die illegale Nutzung, abseits der vorgesehenen Wege durch LäuferInnen und Downhill-BikerInnen hat zu erheblichen Abtragung von Substanz und Erosion geführt.

Seit März ist das Thema immer wieder auf der Tagesordnung, der Kontakt mit dem Forstamt wird gepflegt. Perspektivisch wird es zudem Abstimmungen mit SBB Mitte geben, schon wegen der geographischen Lage des Hügels. Mittlerweile hat es auch amtsinterne Abstimmungstreffen gegeben, sodass bei der Mai-Sitzung ein neuer und durchaus positiver Sachstand von den Vertretern des Forstamts vermittelt werden konnte: Herr Opitz und Herr Wilke (Abteilungsleiter Freiraumentwicklung) berichten, dass es voran geht. So sind Sofortmaßnahmen zur Sicherung geplant, um sowohl illegaler Nutzung als auch Erosion vorzubeugen. Schon in den nächsten Wochen werden dafür insgesamt 166m Stahlrohrgeländer verbaut.

Laut Herrn Willke ist die Stadt geneigt, das Projekt auch grundlegend anzugehen, da die Erlebbarkeit, die Sicherung und der Erhalt des Hügels Priorität haben. Selbstverständlich müssen denkmalpflegerische Zielstellungen mitgedacht werden. Bereits 2021 sei ein Beginn der Planungsmaßnahmen denkbar. Ab Mitte 2022 werden konkrete Planungen vorliegen, sodass aller Voraussicht nach im Doppelhaushalt 2023/24 Mittel für die Umsetzung eines solchen Vorhabens eingestellt werden können. Kostengrößen bis zu einer Million Euro sind dann denkbar. Wir bleiben auf jeden Fall am Thema dran.

In eigener Sache – Nachruf Reinhard Wohlfahrt

von Tino Bucksch

mit Bestürzen haben wir erfahren, dass Reinhard Wohlfahrt am 07.04.2021 von uns gegangen ist. Reinhard Wohlfahrt war jahrelang ein aktiver und geschätzter Mitarbeiter des Bürgervereins. Gerade die Seniorinnen und Senioren lagen ihm am Herzen. So hat er zahlreiche Veranstaltungen für uns mit diesen durchgeführt. Noch tiefere Spuren hat er in seiner 14jährigen Arbeit als Layouter des Gohlis Forums hinterlassen. Kreativ und mit einem hohen Maß an Engagement hat er mit seinem ehrenamtlichen Einsatz dazu beigetragen, dass der Bürgerverein mehrfach im Jahr den Gohliserinnen und Gohlisern eine kostenfreie Stadtteilzeitschrift zur Verfügung stellen konnte. Aber auch bei der Gestaltung zahlreicher Publikationen des Vereins wie den Gohliser Kalendern, Sonderhefen oder den Gohliser Historischen Hefte hat er Maßstäbe für spätere Layouter vorgegeben. Wir trauern um einen Menschen, der mit seinem Engagement und seinem Einsatz die Arbeit des Vereins ein Jahrzehnt lang geprägt hat.

Wir wünschen seiner Familie und den Angehörigen viel Kraft in dieser für sie so schweren Zeit.

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 1 – Gerd Klenk

von Peter Niemann 

Bereits in der vergangenen Ausgabe haben wir darauf hingewiesen, dass uns am 22. April 2022, also ziemlich genau in einem Jahr, ein sehr wichtiges Jubiläum ins Haus steht. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! Weil so viel Geschichte aber schwer verdaulich ist und kaum in einem einzigen Heft Platz finden könnte, fangen wir einfach schon in diesem Jahr an, Sie mit Informationen aus der Historie des Vereins zu versorgen. Schwerpunktmäßig soll es dabei zunächst einmal um ein paar besondere Menschen gehen, die sich nicht nur bereits seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten im Verein tummeln, sondern in all dieser Zeit auch noch dazu beitragen konnten, dass unser Stadtteil so lebenswert ist… wie er eben ist.

In dieser Ausgabe des Gohlis Forums beginnen wir mit einem der ersten Vereinsmitglieder. Sein Name ist Gerd Klenk und ich habe mich Ende März zu einem kurzen Interview mir ihm treffen können.

Hey Gerd. Ich freue mich natürlich sehr, dass es so kurzfristig mit einem Interview geklappt hat. Die Umstände sind ja Dank Corona nicht ganz so günstig für die zwischenmenschliche Kommunikation. Vielleicht fangen wir mit einer kurzen Vorstellung an.

Ich bin der Gerd, 72 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Söhne. Ich wohne seit 1980 in Gohlis. Zuerst in der Breitenfelder Straße, dann in der Lindenthaler und seit 1996 im Schillerweg in Gohlis Süd. Ich habe in verschiedenen Berufen gearbeitet. Zum einem war ich als Elektriker, als Ingenieur in der Projektierung und als Abteilungsleiter in einer Färberei tätig. Später dann Projektleiter bei Beschäftigungsprojekten und am Ende Migrations- und sozialer Schuldnerberater bei der Caritas. Jetzt bin ich aber im Ruhestand. (lacht)

Eine kleine Familie und reichlich Arbeit also. Trotzdem warst Du ja in Deiner Freizeit recht emsig und hast Dich engagiert. Wann ging das los? Warum?

Das ging eigentlich schon früh los vor der Friedlichen Revolution. War da aktives Mitglied des Friedenskreises Gohlis, weil ich das Geschehen in der DDR so nicht akzeptieren konnte. Dann [war ich] auch im Neuen Forum. Das mit dem Engagement wurde dann viel über die Jahre, wechselte aber auch immer mal. Die Tätigkeit im Bürgerverein war dabei sozusagen auch der Ausgangspunkt, sich für die Menschen im Stadtteil zu engagieren, Gohlis mitzugestalten und hier zunächst einmal Bürgerbeteiligung einzufordern und zu leben. Friedliches Zusammenleben aller Menschen, die hier le-ben ist mir schon immer sehr wichtig gewesen. Ich habe später dann den Flüchtlingsrat Leipzig und auch das Netzwerk Integration-Migranten in Leipzig mit gegründet, das man vielleicht durch die Leipziger Integrationsmessen kennt, welche auch durch die Stadt Leipzig (Referat für Migration und Integration) gefördert werden.

Der Bürgerverein war also ein wichtiger Ausgangspunkt für Dein Bemühen um den Stadtteil. Wann ging das los? Wie muss man sich das vorstellen?

Was die Gründung des Bürgervereins anbelangt war Initiatorin die Frau Dr. Heide Steer, seinerzeit zuständig für Stadtteilkultur im Kulturamt Leipzig. Frau Steer hatte mitbekommen, dass 1992 die Ersterwähnung von Gohlis sich zum 675 mal jährte und suchte nun nach Wegen, ein passendes Jubiläumsfest auf die Beine zu stellen. Die Idee war es unter anderem, dafür einen Verein als Träger zu gründen. Es gab dann ein Gründungstreffen im November 1991 im Gemeindehaus der Friedenskirche. Da bin ich mit Irmgard Gruner, die ja auch heute noch aktives Mitglied ist und die ich vom Neuen Forum her kannte, hin. Wir waren ja beide sehr interessiert an dem Potential von Bürgerbewegungen, von Möglichkeiten der Mitwirkung für uns Bürger in der schnelllebigen Nachwendezeit. Die Gründungsveranstaltung zum Verein fand dann im April 1992 in der Aula der Geschwister-Scholl-Grundschule statt. Die war gut besucht und so haben wir den Bürgerverein Gohlis mit immerhin 39 Mitgliedern gegründet. Pfarrer Gerhard Passold war der erste Vorsitzende. Ich selber war 1992 bis 1998 im Vorstand und dann von 1998 bis 2014 Vorsitzender.

Das war dann sicher ein tolles Jubiläumsfest?

Das auf jeden Fall. Es gab ja damals von der Stadt viel Geld. Manch einer kennt vielleicht das Video vom Jubiläumsfest. Vielleicht sollten wir das mal veröffentlichen. Wir haben die gesamte Menckestraße für das Straßenfest abgesperrt. Höhepunkt für mich war der Auftritt von Peter „Cäsar“ Gläser und seiner Band auf der MDR-Bühne vor dem Gohliser Schlösschen.

Und dann ging es ja offenbar weiter mit dem Verein?

Ja. Eigentlich kann man sagen, es ging bereits auf dem Jubiläumsfest weiter mit dem Verein. Da haben wir ja schon angefangen als Bürgerverein Unterschriften für den Erhalt des Budde-Hauses zu sammeln. Wir wollten verhindern, dass die Stadt das verkauft und dort stattdessen ein soziokulturelles Zentrum etablieren.

Das hat ja auch geklappt, wenn auch mit ein paar Jahrzehnten Problemen.

Hör bloß auf. Die Diskussion mit dem Verkauf gab es ja zwischendurch immer wieder. Wir haben anfänglich den Trägerverein ‚Förderverein Heinrich Budde-Haus e.V.‘‚ mit gegründet, um so den Er-halt des Hauses als soziokulturelles Zentrum zu sichern. Durch eine Kooperation mit dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung Leipzig konnte das Gebäude mit in das Gebiet der verstärkten Sanierung einbezogen werden. Das Nötigste konnte so gemacht werden und vor allem das Garten-haus wieder aufgebaut und der Garten dahinter gestaltet werden. Zwischendurch gab es auch Probleme mit dem Förderverein und den Mietern, die zum Ende der Trägerschaft führten. Ich bin froh, dass nun ein Verkauf schon seit ein paar Jahren ein Verkauf nicht mehr ansteht und sich mit dem FAIRbund nun ein verlässlicher Träger für das Budde-Haus gefunden hat. Auch die Sanierung wird ja weiter vorangetrieben und ist meines Wissens nach im nächsten Haushalt der Stadt Leipzig ein-geplant. An all diesen, ich sage mal jüngsten Entwicklungen hat der Bürgerverein ja auch seinen Anteil.

Was hat der Bürgerverein in den ersten Jahren noch so gemacht?

Eine der ersten Aktionen und wie ich finde auch wichtigsten Aktionen von uns war es auch, alle denkmalgeschützten Häuser in Gohlis zu erfassen und die Mieter/ Vermieter entsprechend zu informieren. Wir wollten ja, dass Gohlis so erhalten bleibt. Wir haben letztendlich auch dafür gesorgt, dass das Schlösschen und das Schillerhaus erhalten bleiben.

Ein großer Erfolg der ersten Jahre war ansonsten die Realisierung der Ampelanlage an der Stallbaumstraße. Besonders interessiert hat mich persönlich aber schon immer die – nicht nur scheinbare – Bürgerbeteiligung. Am Anfang fühlten wir uns nicht immer ernst genommen. Das Handeln der Verwaltung war nicht immer transparent genug. Es gab auch zeitweise den Sprecherrat der Bürgervereine, der die Lokale Demokratiebilanz förderte, dann aber feststellen musste, das es keine konkrete Umsetzung seitens der Stadt gab, zumindest in dieser Zeit nicht. Wir wurden entweder zu spät in den Planungsstand von wichtigen Bauprojekten eingebunden oder es gab dann keine Berücksichtigung der Einwände. Ich finde es auch schade, dass die Bürgerbeteiligung oft nur an konkrete Projekte gebunden war. Allerdings muss man auch sagen, dass sich da in den letzten Jahren was getan hat. Es gibt ja auch verbindliche Regelungen, die ab einem bestimmten Projektumfang Bürgerbeteiligung vorschreiben. Für Bürgervereine gibt es auch eine Förderrichtlinie, die diese finanziell unterstützt.

Wie siehst Du den Bürgerverein heute, mit ein wenig mehr Abstand und als ‚normales‘ Mitglied? Kannst Du dich mit dem identifizieren was wir ‚jüngeren’ Vereinsmitglieder so verzapfen?

Meiner Meinung nach genießt der Bürgerverein noch immer ein hohes Ansehen. Und es engagieren sich ja noch immer so viele unterschiedliche Charaktere hier. Es findet sich in der Arbeit des Vereins weiterhin eine soziale Komponente, die Seniorenarbeit spielt immer noch eine Rolle. Es erfolgen Reaktionen auf wichtige Bauvorhaben etwa. Die Vernetzung mit den Akteuren im Stadtteil und dem Stadtbezirksbeirat ist nach wie vor sehr gut. Im Rahmen seiner Möglichkeiten ist der Verein sehr aktiv, heute macht ihr ja alles ehrenamtlich und habt keine ABM-Kräfte als Mitarbeiter mehr. Es ist in jedem Fall auch gut, dass es die Initiativen wie das Weltoffene Gohlis noch gibt und ihr das Nordcafé weiterhin unterstützt. Was ich besonders wichtig finde, ist, dass der Bürgerverein aufgeklärt ist und schon immer Stellung bezieht und sich zu wichtigen Themen im Stadtteil eine Meinung bildet. Wir sehen natürlich keine Probleme beim Bau der Moschee und haben auch eine klare ablehnende Position zu Corona-Leugnern und den sog. Querdenkern und sagen bzw. schreiben das auch.

Ja. So ist das! Allerdings interessiert mich nun noch was der Bürgerverein denn in Zukunft besser machen kann? Schließlich wissen wir ja beide, dass es immer auch ein wenig Luft nach oben gibt…

Mmh. Manchmal sollte sich der Bürgerverein vielleicht noch mehr öffnen. Das ist gerade schwierig wegen Corona, aber es braucht mehr Gelegenheiten für Bürgerinnen und Bürger, um Anliegen vorzutragen. Sprechstunden reichen da vielleicht nicht immer. Regelmäßige Bürgerforen und ein Bürgerstammtisch wären vielleicht keine schlechte Idee. So kann man bestimmt noch mehr Menschen bewegen, sich vor Ort einzubringen und Gohlis letztendlich mitzugestalten.

Gerd, vielen Dank!

Interview: Thomas Roßdeutscher, „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“

Das Gohliser Schlösschen hat nun offiziell einen neuen Betreiber. Der Leipziger Stadtrat stimmte in seiner Sitzung vom 25.3.2021 für die „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“ mit dem Team um Thomas Roßdeutscher und Michael Plättner.

Das Interview mit dem Geschäftsführer Thomas Roßdeutscher führte Peter Niemann

Vielleicht können Sie kurz erzählen wie Sie Michael Plättner kennengelernt haben und wie genau die Idee entstanden war, sich mit einem gemeinsamen Konzept als zukünftige Betreiber des Gohliser Schlösschens zu bewerben.

Ich kenne Michael Plättner schon, seit er die „Neue Musik Leipzig“ gegründet hat. Was er hier in privater Initiative auf die Beine gestellt hat, hat mich schon damals stark beeindruckt. Auch die Idee zur gemeinsamen Bewerbung um das Gohliser Schlösschen kam von ihm. Der konkrete Entschluss zur Erarbeitung eines Konzeptes wurde Ende Juni gefasst. Wir saßen im Barockgarten des Schlösschens, es war ein warmer Sommertag. Wir saßen auf einer dieser schönen weißen Holzbänke und beschrieben uns gegenseitig unsere Ideen. Ich weiß nicht mehr, wie lange dieses Gespräch gedauert hat, aber am Ende hatten wir so viel Inspiration und empfanden derart viel Freude, dass wir von diesem Moment an mit voller Energie am gemeinsamen Konzept zur Betreibung des Gohliser Schlösschens gearbeitet haben.

Wie konkret glauben Sie kann das GS mit Ihnen als den neuen Betreibern das Leben der Menschen hier bereichern?

Zum einen schaffen wir mit der Gründung einer gemeinnützigen Betreibergesellschaft Strukturen, die den modernen Erfordernissen an einen regelmäßigen Veranstaltungs- und Spielstättenbetrieb gerecht werden. Damit legen wir die wirtschaftliche und planerische Grundlage für alle Aktivitäten rund um das Gohliser Schlösschen.
Zweitens besitzen Michael Plättner und ich ein sehr breites regionales Netzwerk und ein überregionales Netzwerk vor allem in die Musikszene hinein. Dieses Netzwerk wollen wir aktiv nutzen, um ein frisches, abwechslungsreiches und spannendes Veranstaltungsprogramm zu entwickeln.

Wo liegen die größten Herausforderungen in der Anfangszeit?

Wir wollen Strukturen aufbauen und zeitgleich bestehende und funktionierende Strukturen integrieren. Hierzu müssen viele Gespräche geführt werden. Wir müssen die Menschen von unseren Ideen begeistern und möglichst schnell Vertrauen aufbauen. Wir wollen das Schlösschen zu einem Zentrum bürgerschaftlichen Engagements entwickeln, werden aber nur erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, die Bürgerschaft von unserem Projekt zu überzeugen und zur Mitwirkung zu motivieren.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Die Pflege des Barockgartens ist enorm zeitaufwendig. Vor allem in den Frühling- und Sommermonaten können wir hier Unterstützung gebrauchen. Wenn also jemand Lust, Zeit und etwas Freude an Gartenarbeit hat, so könnte man die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Wir planen auch gemeinsame Arbeitseinsätze zum Beispiel beim „Frühjahrsputz“, wenn unsere Pflanzen aus dem Gewächshaus wieder in den Barockgarten einziehen.

Wie konkret können wir als Bürgerverein behilflich dabei sein?

Vom Bürgerverein wünsche ich mir einen offenen Dialog und einen konstruktiven Austausch. Bei einem so großen Projekt wie dem Gohliser Schlösschen gibt es naturgemäß viele und teilweise auch gegensätzliche Interessen, das ist vollkommen normal. Umso wichtiger ist aber eine sachliche und lösungsorientierte Kommunikation. Ich denke, dass hier der Bürgerverein eine zentrale Rolle einnimmt. Er ist gut vernetzt, versteht die Strukturen des Stadtteils und bringt engagierte Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch.

Wie werden die Menschen im Stadtteil und darüber hinaus darauf aufmerksam gemacht was sich im Schlösschen tut?

Hier haben wir viel vor. Die Website wird aktuell komplett überarbeitet. Wir werden zukünftig regelmäßig über die Social-Media-Kanäle informieren, einen Online-Newsletter erstellen. Auch ein gedrucktes Quartalsprogramm wird es geben, welches man sich kostenlos zusenden lassen kann. Darüber hinaus glauben wir, dass die Medien viel und ausführlich über unsere attraktiven Programme berichten werden.

Wollen Sie wirklich den Zugang von der Menckestraße aus sperren?

Das ist eine falsche Information. Ganz im Gegenteil. Für die neue Betreibergesellschaft ist es ganz wesentlich, den Zugang auch von der Menckestraße zu erhalten. Wir wollen uns dem Stadtteil Gohlis öffnen und möchten den Vorplatz Menckestraße sogar noch attraktiver gestalten. Zusätzliche Pflanzkübel, weitere Sitzgelegenheiten und sogar eine E-Bike-Ladestation sind bereits in Planung.

Wann wird der Veranstaltungsbetrieb im Musenhof eröffnet? Zu Pfingsten mit dem „Gohliser Kunstmarkt“?

Die andauernde Corona-Situation bringt noch einige Unsicherheiten. Zudem können wir ohne Ratsbeschluss noch keine bindenden Verträge abschließen. Den April werden wir sicherlich noch für die Ein- und Umbauarbeiten im Café, zum Einrichten der Büros und für letzten Renovierungsarbeiten benötigen. Hier gibt es noch einige offene Fragen, aber da sind wir dran. Ziel ist es, im Mai das Hauptgebäude mit den attraktiven Festsälen für Veranstaltungen und zumindest den Freisitz im Barockgarten anbieten zu können.
Der Gohliser Kunstmarkt am 24. Juni ist in der Tat eine erste Bewährungsprobe. Er passt perfekt in unser Musenhof-Konzept und mich begeistert, mit wie viel Kreativität der „Kuk Gohlis“ die gemeinsamen Planungen vorantreibt. Der Gohliser Kunstmarkt lädt freischaffende Künstler aus Leipzig und darüber hinaus ein, ihre Arbeiten im Gohliser Schlösschen zu präsentieren – es gibt sogar noch einige freie Plätze.

Für die geplante Dauerausstellung zur Geschichte des Gebäudes und des Ortsteils gibt es natürliche Partner – das Schillerhaus (mit dem Gohliser Dorfmodell), das Stadtgeschichtliche Museum mit Exponaten und Ausstellungs-Know-how, den Bürgerverein Gohlis mit seiner AG Stadtteilgeschichte mit deren Expertise und Netzwerk. Gibt es einen schon Zeitplan für die Ausstellung? In welchen Etappen soll sie realisiert werden? Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie setzen?

In unserem Betreiberkonzept haben wir eine inhaltliche Neugestaltung der Dauerausstellung angeboten und wir haben einige Ideen dazu in den Ring geworfen. Ein solches Projekt entwickelt man seriös aber nicht allein am Schreibtisch. Und Sie haben vollkommen recht, für die Planung und Umsetzung gibt es natürliche Partner vor Ort, deren Expertise maßgeblich sein wird. Mit diesen werden wir uns in den kommenden Monaten austauschen. Selbstverständlich werden wir in diesem Prozess auch die Konzepte und Ideen der genannten Institutionen berücksichtigen. Sobald diese Gespräche geführt wurden, können wir auch einen Zeitplan erarbeiten.

In eigener Sache – Erinnerung „Eine Bank für Gohlis“ / Baumscheibenbepflanzung

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf zwei wichtige Projekte 2021 hinweisen. Wie schon von 2020 in einem Beitrag festgestellt, gibt es in Gohlis kaum Sitzmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Menschen, Seniorinnen und Senioren oder auch junge Familien. Alle möchten sich auf ihren Wegen durch Gohlis gerne einmal ausruhen. Dies ist leider kaum möglich. Der Bürgerverein möchte nun mit dem Projekt „Eine Bank für Gohlis – viele Bänke für Gohlis“ den Ruhebedürftigen helfen. Wir wollen uns gegenüber der Stadtverwaltung stark machen, planungstechnisch und finanziell Mittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um Sitzbänke im Stadtteil aufzustellen. Erster Schritt hierzu ist es, geeignete Standorte zu finden. Der Bürgerverein selbst hat Ideen und möchte in den wärmeren Monaten und frei von Coronaauflagen mit kleinen Testspaziergängen weitere Standorte ausfindig machen. Neben diesem Vorhaben ruft der Verein aber auch die Gohliserinnen und Gohliser auf, uns ihre Hinweise und Vorschläge zu schicken.

Zwei Jahre hintereinander hat der Bürgerverein die Baumscheibe seines gestifteten Baumes in der Lützowstraße direkt vor dem Bürgerverein mit kleinen Blümchen bepflanzt. Es sollte somit erreicht werden, dass die oft sehr trostlosen grauen Baumscheiben – ob nun mit Bäumen bepflanzt oder nicht – kleine Aufwertungen des Stadtteils darstellen. Auch 2021 wird der Bürgerverein seine Baumscheibe wieder begrünen. Damit dies nicht der einzige bunte Flecken in dem oft grauen Asphalt der Straßenzüge im Stadtteil bleibt, möchte der Bürgerverein die Gohliserinnen und Gohliser mit einbinden. Was ist hierbei zu tun? Schlagen Sie uns Standorte oder Straßenzüge vor, die für dieses Projekt in Frage kommen. Der Bürgerverein kümmert sich um die Materialbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung des Näheren Wohnumfeldes. Wichtigster Part kommt am Ende den Gohliserinnen und Gohlisern zu, die sich als „Gießpaten“ darum kümmern, dass dieses tolle Projekt nicht nach den ersten heißen Sommertagen beendet wird – gemeinsam können wir durch viele kleine Farbtupfer unseren Stadtteil aufwerten.

Für beide Projekte kann der Bürgerverein per Mail unter buergerverein.gohlis@gmail.com oder zur telefonischen Sprechstunde montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr unter 0341-20018556 kontaktiert werden.

In eigener Sache – Fazit Pop-up-Radweg auf der Landsberger Straße

von Tino Bucksch

Am 10. März folgte der Bürgerverein mit seiner AG Mobilität und Verkehr dem Aufruf des Ökolöwen zur Thematisierung des sicheren Radverkehrs in Leipzig und ließ auf der Landsberger Straße stadteinwärts zwischen Hölderlinstraße und Hoepnerstaße eine Pop-up Radweg aufploppen. Die vielen Dankeschön-Rufe der Radfahrerinnen und Radfahrer, die im Berufsverkehr zwischen 7 Uhr und 9 Uhr den temporären Radweg nutzten, zeigten deutlich, dass auf diesem Teilstück der Landsberger Straße Handlungsbedarf besteht. Das Stück Straßenraum, der inklusive der Fußwege groß genug ist, bedarf dringend einer Sanierung und Neuordnung. Zum einen ist es nicht nachvollziehbar, warum hier auf diesem Stück der Landsberger Straße der abmarkierte Radweg unterbrochen ist – obwohl dieser ober- und unterhalb des Straßenabschnittes existiert und warum es keine alternative Anordnung und Gestaltung des Straßenraums gibt, die der aktuellen Gewerbestruktur und dem veränderten Nutzerverhalten der Anwohnerinnen und Anwohnern entspricht. Dabei ist noch nicht einmal die Rede davon, dass der löchrige Deckenbelag der Straße und der Zustand der Fußwege für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellt.

Ab 2022 plant die Stadt gemeinsam mit der LVB, die Landsberger Straße ab Coppiplatz bis zur Kreuzung Max-Liebermann-Straße zu sanieren und umzugestalten. So wird die Straßenraumaufteilung zwischen Viertelsweg und Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße die am deutlichsten sichtbare Veränderung nach der Baumaßnahme sein. Die Straßenbahn wird ihr separates Gleisbett beibehalten. Die parkenden Autos hingegen werden eine Reihe nach hinten verlagert. Das ermöglicht die Abmarkierung eines Radweges zwischen den beiden Fahrbahnen für den fließenden und den ruhenden Verkehr.

Die Gestaltung des Abschnittes der Landsberger Straße, auf dem der Pop-up Radweg stattfand, wollen wir die kommenden Monate in Erfahrung bringen und unsere Erwartungen einbringen. Dies beinhaltet natürlich auch eine ausreichende und umfassende Information der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner der Landsberger Straße.

In eigener Sache – Aufruf Fotowettbewerb Gohlis-Kalender 2022 „Spielen in Gohlis – Großes für Kleine“

von Tino Bucksch

[Anmerkung] entgegen vorangegangener Versionen gehört der Spielplatz in der Hedwig-Burgheim-Straße nicht zu den öffentlich zugänglichen Spielplätzen in Gohlis

Auch 2022 gibt es wieder einen Gohlis-Kalender des Bürgervereins. Dieser steht unter dem Motto „Spielen im Stadtteil“. Wir werden in 12 Kalenderblättern und dem Titelblatt die Spielplätze in Gohlis vorstellen und hinsichtlich ihres Nutzungs- und Spaßfaktors beurteilen. Außerdem wird in deren Umfeld auf kind- und familiengerechte Nutzungsmöglichkeiten hingewiesen. Damit wir genügend Fotomaterial für die Auswahl der Monatsblätter haben, freuen wir uns über die Einsendung von jahreszeitlichen Abbildungen der Gohliser Spielplätze – einfach zu schicken an buergerverein.gohlis@gmail.com oder Abgabe per CD bzw. Stick im Briefkasten unseres Büros in der Lützowstraße 19.

Damit es einfacher ist, die jeweiligen Spielplätze zu finden, hier noch einmal eine Liste der Standorte:

  • „Spielplatz Stallbaumstraße“ – Schillerhain (Ecke Stallbaumstraße/Platnerstraße)
  • Spielplatz Marienweg im Rosenthal
  • Freiligrathplatz – Sasstraße/Daumierstraße/Dietzgenstraße
  • „Spielplatz an der Erbse“ – Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße
  • “Spielplatz Wehrmannstraße” – Sylter Straße/Wehrmannstraße
  • „Spielplatz Platz des 20. Juli 1944“ – Jägerstraße/Stauffenbergstraße
  • „Eisenbahn-Spielplatz“ – Ludwig-Beck-Straße/Breitenfelder Straße
  • „Spielplatz auf dem Platz-ohne-Namen“ – Corinthstraße/Heinrich-Budde-Straße
  • “Spielplatz Budde-Haus” – Lützowstraße 19
  • “Spielplatz Kletterburg” – Arthur-Bretschneider-Park
  • Spielplatz in der Gartenanlage „Schreber-Hauschild“

Seven4Kids

Das rosafarbene Gebäude der evangelisch-methodistischen Bethesdakirche in der Blumenstraße 74 in Gohlis-Süd wird vielen von Ihnen gut bekannt sein. Hinter der farbenfrohen Fassade spielt sich ein aktives Gemeindeleben quer durch alle Generationen ab. Etwas aber ist neu: Seit Januar 2021 besteht zwischen der Bethesdagemeinde und der Bethanien Diakonissen-Stiftung eine Kooperation. Gemeinsam soll im Untergeschoss der Kirche eine offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufgebaut werden. Der Träger ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung. Inzwischen hat die Einrichtung auch einen Namen: Seven4Kids.

Aufgrund der Pandemie konnten bisher keine Präsenzveranstaltungen bei Seven4Kids angeboten werden. Stattdessen wurden andere Formen gefunden, um mit den ersten Kindern / Jugendlichen und ihren Familien in Kontakt zu treten. Neben Online-Angeboten bei YouTube (von A wie Anleitung zum Herstellen von Vogelfutter bis Z wie zuckerfreies Bananenbrot-Rezept) erhielten die Kinder Kreativangebote im Schuhkarton. Ausgestattet mit Materialien und Anleitungen konnten die Kinder / Jugendlichen zuhause mit ihren Händen kreativ werden und sich so etwas die Lockdown-Langeweile vertreiben. Über die positiven Rückmeldungen der Kinder / Eltern haben wir uns sehr gefreut!

Nun wächst die Hoffnung, dass wir unsere Türen unter Berücksichtigung der geltenden Auflagen bald vor Ort öffnen können. Da sich die Einrichtung gerade erst im Aufbau befindet, entwickelt sich das Wochenprogramm noch. Wir möchten darauf eingehen, welche Kinder / Jugendlichen zu uns kommen und unsere Angebote an Ihre Interessen und Bedürfnisse anpassen. Soviel sei aber schon verraten: Seven4Kids möchte vielfältig sein! Neben einer Hausaufgabenhilfe soll es Raum zum Freunde treffen, zum Spielen und für kreative Freizeitangebote geben. Ein Kicker wartet darauf, bespielt zu werden. Der große Garten bietet Platz zum Toben und um sportlich aktiv zu sein. Und irgendwann dürfen wir hoffentlich auch wieder gemeinsam kochen, backen und essen. Neben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern möchten wir perspektivisch gerne mit freien Mitarbeitern zusammenarbeiten, die unser Angebot z.B. mit musikpädagogischen, theaterpädagogischen oder sport- und medienpädagogischen Projekten bereichern.

Wir arbeiten eng mit dem Nordcafé, einem Begegnungsangebot für Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Nationalitäten, zusammen und freuen uns darauf, uns auch mit anderen sozialen und kulturellen Akteuren im Leipziger Norden zu vernetzen!

Seven4Kids soll ein Ort sein, an dem alle Kinder / Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrem kulturellen Hintergrund und ihrem Glauben willkommen sind. Wir wollen respektvoll, liebevoll und tolerant miteinander umgehen und gemeinsame eine tolle Zeit verbringen. Neugierig geworden? Dann kommt gerne vorbei!

Aktuelle Informationen zum Programm und zu den Öffnungszeiten von Seven4Kids erhaltet Ihr demnächst auf unserer Website und unserer Seven4Kids-Facebook-Seite.

Ihr möchtet unsere Online-Angebote per E-Mail erhalten, Euch ehrenamtlich in der Einrichtung engagieren oder habt ein anderes Anliegen? Dann wendet Euch gerne an:

Elisa Hamm
(Leiterin Seven4Kids)
E-Mail: juze_seven4kids@bethanien-stiftung.de
Mobil: 0152 27783325
Website: https://www.bethanien-stiftung.de/angebote/kinder-und-jugendhilfe/seven4kids-leipzig/