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Schlagwort: Corona

Gastbeitrag: Kulturhof im Lockdown

von Michael Plättner

Wie an so vielen anderen Orten in Leipzig herrscht auch im Kulturhof Gohlis Stille. Der Hof, der unter anderem die Musikschule „Neue Musik Leipzig“ und das Werkcafé beherbergt, liegt weitestgehend ruhig. Zum dritten Mal seit März letzten Jahres verharrt alles: der Musikunterricht, das Café, der Konzert- und Veranstaltungsbetrieb.

Lediglich einige wenige Lehrer*innen kommen in die Musikschule, um von hier online zu unterrichten. Wir grüßen uns mit entsprechendem Abstand, schwatzen kurz – meist mit Mundschutz auf dem Hof.
Die Stimmung meiner Kolleg*innen ist dabei in der Regel ein wenig besser als meine eigene. Es herrscht ein gesunder Pragmatismus. Der Online-Unterricht funktioniert als Einzelunterricht soweit. Das ist gut. Die Schüler*innen und Eltern haben sich darauf eingestellt. Wir sind dankbar über die Möglichkeit, aber sie ersetzt nicht annähernd den Unterricht vor Ort oder die Stimmung auf dem Hof. Weder für uns, noch für die Schüler*innen. Und es wird zunehmend schwerer, Instrumentalist*innen und Sänger*innen – egal welchen Alters – online zu motivieren. Auch das ist verständlich.

Jeder von uns, der seine Kinder derzeit beim häuslichen Lernen betreut, kennt die Grenzen der digitalen Lernvermittlung. Und der erwachsene Schüler, dessen Unterricht eine willkommene Zäsur im wöchentlichen Arbeitsrhythmus war, versucht nun im Homeoffice zwischen Kindern und kochen am digitalen Endgerät die Lehrer*innen zu verstehen. Ein Zusammenspiel und Musizieren ist bei einer Übertragungsverzögerung von einer halben Sekunde ohnehin kaum möglich.
Für die jungen Musiker*innen fehlen zudem die weiteren Anreize: in den letzten 12 Monaten gab es kaum Ensembleproben, die Bigband oder das Orchester haben keinen Ton zusammen gespielt. Bei den großen Besetzungen und dem Chor beginnt man nahezu von vorn. Die Wettbewerbe „Jugend musiziert“ und „Jugend jazzt“ sind zwar derzeit als Präsenzveranstaltungen geplant, aber ich ertappe mich, dass ich nicht so richtig daran glaube…

Noch einer der Gründe, warum ich nach dem Lockdown im letzten Frühjahr diesen als deutlich schwieriger empfinde: Das Frühjahr war geprägt von der Energie, sich neu zu erfinden. Wir haben Videotechnik angeschafft, online Konzerte und Vorspiele veranstaltet – später, sobald es ging, „hybrid“ mit kleinem Publikum. Jetzt, wo wir wissen, dass wir die Lockdowns nummerieren müssen, herrscht eine Onlinemüdigkeit bei Publikum und meinen Musikerkolleg*innen vor. Kaum jemand mag noch reine Streamingkonzerte machen. So mischt sich in eine gewisse „Lockdown-Routine“ eine Portion Resignation.
Neben den wirtschaftlichen Sorgen stellt sich dabei wie in vielen anderen Kulturstätten in Leipzig auch bei uns die Frage: ab wann macht es wieder Sinn zu planen?

Zum Glück ist es auch hier unter anderem die Energie unserer Musiker*innen und Kolleg*innen, die mich aus meinem winterlichen Tief holen und die Antwort geben: sobald wie möglich. Wenn wir ein Konzert wieder verschieben müssen, dann ist es halt so. Aber es geht weiter – noch lange mit Einschränkungen, da machen wir uns nichts vor – aber wir werden wieder öffnen und planen konkret Konzerte ab Ende März. So weicht die Resignation langsam einem fast schon trotzigen Tatendrang.

Michael Plättner ist Gründer und Leiter der Musikschule Neue Musik Leipzig und des Kulturhof Gohlis

Jürgen Schrödl leitet das Budde-Haus und freut sich über dessen Entwicklung

Das Budde-Haus im Abstandsmodus

Von Peter Niemann

Für alle Kultureinrichtungen in Deutschland war das Jahr 2020 ein außergewöhnliches Jahr. Ein Jahr zwischen Auf und Ab, und Ab und Auf. Ein Jahr mit zeitweisen Schließungen, mit Hygienekonzepten und gegensätzlichem Publikumsverhalten. Auch das Budde-Haus wurde davon nicht verschont. Wir haben nachgefragt beim Leiter Jürgen Schrödl.

P. Niemann: Wie geht Kulturarbeit in Corona-Zeiten?

J. Schrödl: Es ist quasi wie „Kultur auf Abstand“. Und das ist anstrengend, in vielerlei Hinsicht. Es erfordert für uns als Veranstalter mehr Kommunikation, mehr Organisation, mehr Umdenken. Vor allem die Einsicht, dass gewohnte Planungen und Veranstaltungsabläufe nun anders sein müssen. Dafür haben wir aber auch viel Verständnis von unseren Besuchern und Partnern erfahren. Und Dankbarkeit, dass wir die Dinge, die möglich waren, auch ermöglicht haben.

P. Niemann: Was haben Sie denn ermöglicht?

J. Schrödl: Das Budde-Haus hat ein wunderschönes Außengelände mit einem wunderschönen Garten. Dadurch konnten in den Sommermonaten einige Angebote, die sonst drinnen stattfinden nach draußen verlegt werden. Wir hatten zusätzliche Raumanfragen, die ebenfalls im Garten stattfinden konnten. Und wir haben zusätzliche Veranstaltungen in unser Programm aufgenommen. Zum Beispiel unsere Sommertheaterwoche. Dadurch sind auch neue Formate entstanden, die wir künftig fortsetzen wollen. Das meine ich mit dem Umdenken. In Krisen ist man stärker gezwungen dazu. Das kann man auch als etwas Positives verbuchen.

P. Niemann: Das Budde-Haus musste von Mitte März bis Ende Mai schließen. Nun fällt auch der November aus*. Was bedeutet das?

J. Schrödl: Das war und ist für alle Beteiligten hart. Für die vielen Anbieter von Kursen, die abgesagt werden müssen. Für die Künstler, die nicht auftreten können. Für die Chöre und Theatergruppen, die nicht proben dürfen. Für andere Veranstalter, die zum Beispiel ihre Seminare oder Treffen bei uns nicht durchführen können. Das sind finanzielle Verluste, aber auch enorme Hemmnisse für unsere und ihre Arbeit. Nicht zu vergessen dabei sind die vielen Nutzer dieser Angebote, die auf gemeinschaftliches Freizeiterleben und soziales Miteinander verzichten müssen. Die Einschränkungen unter Corona-Bedingungen haben den Wert kultureller Angebote für die Gesellschaft noch einmal bewusster gemacht.

P. Niemann: Wie haben denn die Besucher auf die coronabedingten Einschränkungen reagiert?

J. Schrödl: Insgesamt mit viel Verständnis, und auch Mitverantwortung. Abstand halten, auf Abstand sitzen, Kontakte zur Nachverfolgung angeben. Leider konnten wir durch die begrenzten Platzkapazitäten nicht immer alle Kartenwünsche erfüllen. Viele haben ihren Eintritt dafür mit einem Soli-Beitrag großzügig aufgerundet.

P. Niemann: Wie wird es weitergehen?

J. Schrödl: Corona wird uns noch eine Weile begleiten. Wir haben gelernt und sind darauf eingestellt, auch wenn es mental nicht einfach ist, und es schwer wird die Finanzierung zu sichern. Wir müssen 2021 auf jeden Fall Abstriche machen. Aber was wir ermöglichen können, werden wir ermöglichen. Immer mit dem Blick auf das was wir in Bezug auf den Infektionsschutz verantworten können und was der jeweiligen Situation angemessen ist. Wir hören jedenfalls nicht auf, weiter zu denken.

Bürgerverein Gohlis bereitet sich auf die Zeit nach Corona vor – Alter Vorstand im Amt bestätigt

Auf ihrer Versammlung am Freitag, den 11. September, haben die Mitglieder des Bürgervereins Gohlis e.V. die Arbeit für 2020 und 2021 besprochen. Gleichzeitig standen turnusgemäß die Vorstandswahlen an.

Dabei wurde der alte Vorstand im Amt bestätigt. Alter und neuer Vorsitzender ist der 39-jährige Personalleiter Tino Bucksch. Ihm zur Seite stehen Historiker Peter Niemann als Stellvertreter sowie Verwaltungswirt Hannes Meißner als Schatzmeister. Komplettiert wird der Vorstand durch die pensionierte Studiendirektorin Ursula Hein und den Volkswirt Michael Wagner. Die bisherigen Beisitzer Günter Krap und Wolfgang Leyn schieden aus dem Vorstand aus, natürlich nicht ohne für ihre zurückliegende Arbeit Dank zu erhalten.

Der Vorstand konnte nach zwei Jahren erneut positive Bilanz ziehen: Der Verein gehört einfach zum Stadtteil, ist dort fest verankert und hat sich längst als Verbindungsglied zwischen Stadtteilangelegenheiten und Stadtpolitik im Rathaus und überhaupt als Sprachrohr der hier lebenden Menschen etabliert. Jüngst herrschte große Freude, als das Engagement für den Stadtteil durch die Stadtverwaltung honoriert wurde, indem der Vorsitzende Bucksch als Vertreter des Vereins in die Auswahljury, um die Suche nach einem neuen Betreiber des Gohliser Schlösschens, berufen wurde.
„Eine noch bessere Koordinierung des kulturellen Geschehens im Stadtteil in Form eines ‚Runden Tisches Kultur in Gohlis‘, die Sanierung des Budde-Hauses aber auch die kritisch-konstruktive Begleitung der städtebaulichen Wachstumsprozesse in Gohlis stehen auf der Agenda des Vereines für die kommenden zwei Jahre weit oben“, so Vorsitzender Bucksch.

Optimistisch und in Hoffnung einer baldigen Entspannung der coronabedingten Auflagen werden eifrig Veranstaltungen geplant. Dieses Jahr soll die Reihe ‚Advent in den Höfen und Gärten von Gohlis‘ 2020 regulär stattfinden. Für 2021 stehen u.a. das traditionelle Sommerfest, das 5. interkulturelle Fußballturnier, Veranstaltungen in Kooperation mit CleanUp Leipzig, Beträge zur Nacht der Kunst oder Leipzig liest auf dem Programm. Auch die ehrenamtlich Engagierten der Arbeitsgemeinschaften Mobilität & Verkehr und Stadtteilgeschichte sowie der Initiative Weltoffenes Gohlis können nun ihre geplanten Projekte wie gewohnt fortführen.

Bucksch dazu abschließend: „Mit unserer regelmäßig erscheinenden Stadtteilzeitschrift dem Gohlis Forum und dem Gohlis Kalender wollen wir natürlich weiterhin möglichst vielen Gohliserinnen und Gohlisern anbieten, sich ein Stück ihres Stadtteils nach Hause zu holen. Für 2021 stehen ein Stadtteilgarten, die Begrünung von Baumscheiben, mehr Bänke im Stadtteil und die Benennung unserer namenlose Plätze ganz oben auf der ToDo-Liste. Gerade mit solchen Projekten wollen wir zeigen, dass zielgerichtetes ehrenamtliches Engagement vor Ort schnell zu sichtbaren Veränderungen und spürbaren Verbesserungen der Lebensqualität in Gohlis führen kann. Dafür suchen wir jederzeit Unterstützerinnen und Unterstützer. Mitglied unseres Vereins zu werden und sich zu beteiligen, ist unkompliziert!“

Rückblick: Die AG Stadtteilgeschichte in Corona-Zeiten

Von Ursula Hein

Ende Februar haben wir uns zum letzten Mal im Budde-Haus getroffen, dann kam Corona, und nichts war mehr wie vorher. Aber es gab genug zu tun, und alle Mitglieder der AG Stadtteilgeschichte versuchten vor sich her zu werkeln. So viele Themen gab es ja zu bearbeiten: den Kalender für 2021 zur Gohliser Verkehrsgeschichte, das Zeitzeugen-Projekt an der Schillerschule, die Geschichte der Handschwengelpumpen, die Zukunft des Gohliser Schlösschens, Gohlis und die Spieldosen-Industrie (anlässlich des Jahres der Industriekultur) oder das Online-Lexikon, nicht zu vergessen die Ergänzungen zur Broschüre über die Gohliser Straßennamen. Herzlichen Dank dafür an Herrn Kullick und an Herrn Hüne!

Herr Pätzold war wieder unterwegs und hat uns mit vielen Fotos beglückt, die wir für den Kalender und für viele andere Themenbereiche brauchen. Herr Kullick hat sich auch an einer erneuten inhaltlichen und formalen Überarbeitung des Online-Lexikons beteiligt. Hier werden wir aber erst nach der Neugestaltung der Homepage wirklich weiterkommen.

An der Entstehung des Kalenders sind viele beteiligt, federführend Herr Leyn. Der Fotograf Karl Detlef Mai hat wie im letzten Jahr die Vorauswahl der Bilder getroffen, und der Vorstand hat anhand der Vorgaben endgültig ausgewählt. Zur Verfügung gestellt wurden sie von Museen, Archiven, Vereinen und privaten Sammlern. Bis September soll der Kalender gedruckt sein, das ist unser ehrgeiziges Ziel.

Die Tage der Industriekultur leiden natürlich auch unter Corona, aber der Gohliser Aspekt wird, in angemessener Form, weiterverfolgt (siehe Artikel „Gohlis und die Spieldosen-Industrie“). Neben der Arbeit am Kalender war das Zeitzeugen-Projekt gemeinsam mit dem Schiller-Gymnasium das Hauptbetätigungsfeld der AG im ersten Halbjahr 2020 (siehe Artikel „Schüler fragen Zeitzeugen – im Garten“).

Auch zur Zukunft des Gohliser Schlösschens hat sich die AG viele Gedanken gemacht, die dann auch in die Stellungnahme des Bürgervereins eingeflossen sind. Wir plädieren für eine Dauerausstellung zur Geschichte von Gohlis und des Gohliser Schlösschens, denn so etwas fehlt in Gohlis. Und wo könnte man besser eine solche Ausstellung präsentieren als in einem Flügel des Gohliser Kleinods. Es gibt dort genügend Platz.

Außerdem: Namensgebung für Gohliser Plätze wie den fast vergessenen Schillerhain (hier sind erste Erfolge in Sicht, auch dank der aktiven Arbeit des Vorstandes). Neue Gedenktafeln und Stolpersteine sind angedacht. Sicher habe ich noch einiges vergessen, aber dies sollte ja ein kurzer Rückblick auf unsere Tätigkeit sein.

Am 24. Juni haben wir uns dann in kleiner Runde im hinteren Pavillon des Budde-Hauses getroffen. Ein hübscher Platz, bei dem das Corona-Virus kaum Chancen hatte, sich auszubreiten. Wir haben uns sehr gefreut, alle gesund und munter wieder zu treffen. Und freuen aus auf das nächste Zusammensein am 29. Juli, entweder im hinteren oder im vorderen Pavillon des Budde-Hauses.

In eigener Sache: Wie weiter mit der Bürgervereinsarbeit unter den Bedingungen der Corona-Auflagen?

von Tino Bucksch

Der Vorstand des Bürgervereins hat sich darauf verständigt, den Jahresplan für 2020 den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen. Dies führt dazu, dass einige Veranstaltungen und Termine verschoben werden bzw. einige sogar für 2020 komplett ausfallen. Im Detail sieht dies folgendermaßen aus:

Die traditionellen und beliebten Lesungen zu Leipzig liest wurden abgesagt und der Bürgerverein wird erst wieder 2021 an dieser Veranstaltungsreihe teilnehmen. Das geplante Interreligiöse Abendessen sowie das Dankfest werden in die zweite Jahreshälfte verschoben und im Rahmen der Interkulturellen Wochen stattfinden. Geplant ist, sich auf einen Termin zu konzentrieren und eine kombinierte Veranstaltung aus beiden Projekten durchzuführen. Der Frühjahrsputz im April wurde ebenfalls abgesagt. Dazu wird es in der zweiten Jahreshälfte einen Nachholtermin geben, der dann unter einem anderem Titel aber mit der gleichen Intention veranstaltet wird – nämlich mit ehrenamtlicher Hilfe der Gohliserinnen und Gohliser sogenannten Dreckecken im Stadtteil zu Leibe zu rücken. Die Wiederholung unserer sehr erfolgreichen Teilnahme am Jane´s Walk im Mai konnte leider nicht erfolgen. Der zweite Anlauf wird stattdessen am 19. September dieses Jahres erfolgen. Die geplante Kooperation mit dem Schillerhaus in Form des KIEZgrillen und der Lesung im Schillerhaus muss darauf reduziert werden, dass die Lesung am 25. Juli weiterhin unter den coronabedingten Hygieneauflagen geplant wird, das KIEZgrillen aber abgesagt wurde. Ebenfalls fortgesetzt wird die Planung zum Jahr der Industriekultur. Hier soll ebenfalls anhand der Auflagen das Programm angepasst werden aber daran festgehalten werden, das ambitionierte Programm am 29. und 30. August zu realisieren. Ebenfalls festhalten wird der Bürgerverein an der Durchführung des gemeinsamen Spendenlaufs mit der Kästner-Schule. Dieser wird nun auf den September und somit ins neue Schuljahr verschoben. Die damit verbundene Ausstellung zu den Handschwengelpumpen wird ebenfalls im neuen Schuljahr durchgeführt. Der genaue Zeitraum ist noch in Planung. Leider komplett für 2020 ausfallen wird das traditionelle Sommerfest im Juni sowie das Interreligiöse Fußballturnier im Juli. Gerade letzteres schmerzt umso mehr, als dass für 2020 das fünfte Jubiläum geplant war. Die AG- und Termine der Initiativen werden je nach Lage der Auflagen neu bewertet. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich zeitnah über die homepage und den Facebook-Auftritt, das Gohlis Forum und die direkte Ansprache über die Alternativtermine informieren.

Da die Sprechstunden aktuell nicht stattfinden, ist das Telefon des Bürgervereins umgeleitet, so dass eine Erreichbarkeit gegeben ist. Wer also ein Anliegen oder eine Idee hat, der kann den Bürgerverein auch telefonisch unter 0341-20018556 erreichen.

Das Theater im Globus: Audio- und Video-Clips gegen den Corona-Blues

von Jost Braun

Das Theater im Globus kümmert sich um all jene, die momentan wegen der Einschränkungen nicht an Vorstellungen teilnehmen können und präsentiert in wechselnder Auswahl muntere Audio- und Video-Clips gegen den Corona-Blues – in der Hoffnung auf baldige gemeinsame und öffentliche Theatererlebnisse.

Zur Zeit abrufbar:

Theater im Globus
„Der Froschkönig“
(Sprung in den Brunnen / Ausschnitt)
www.theatreart.de/frosch-sprung.mp4

Hanne Braun präsentiert:
„Neues von Onkel Hahnemann“
(aus „Auerbach‘s Deutscher Kinder-Kalender“,
44. Jahrgang, Leipzig 1926)
www.theatreart.de/hahnemann.mp3

Programminformationen wie immer:
www.theatreart.de

„Das schöne Märchen-Theater-Ausmalbuch“gegen den Corona-Blues für „Zuhausebleiber“

Momentan können wegen der Corona-Pandemie kaum öffentliche oder geschlossene Theatervorstellungen mit dem Theater im Globus stattfinden. Allein von Mitte März bis Ende Juni müssen rund 45 Vorstellungen storniert werden. Einige wenige davon sollen eventuell später nachgeholt werden, viele andere fallen allerdings leider ersatzlos aus.
Das ist sehr schade für die vielen Familien, welche sich auf die beliebten Wochenendangebote freuen und besonders hart für tausende Kinder, die zur Zeit nicht mit ihren Kindergarten- oder Schulgruppen an gemeinsamen Theatererlebnissen teilnehmen können. Und in einer schwierigen Situation befinden sich die Theaterleute und deren Familien, denen nun für lange Zeit wichtige Einnahmen fehlen.
Für die „Zuhausebleiber“ bietet das Theater im Globus ein schönes „Märchen-Theater-Ausmalbuch“ an, entstanden in Kooperation mit dem Verlag Edition Lebensretter nach der international erfolgreichen „Kult“-Inszenierung „Der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel“. Viele Stammbesucher, welche sich an die rasant-amüsante Vorstellung erinnern, sowie Kinder, die nun erst einmal nicht ins Theater gehen können, werden sich beim Anschauen und Ausmalen in eine phantasievolle Welt begeben – diesmal auch ohne das greifbare Theatervergnügen.
Der Erlös aus dem Verkauf der „Märchen-Theater-Ausmalbücher“ kann den Theatermachern ein wenig beim Überstehen der Corona-Zeit helfen – und dann sehen sich alle munter wieder.

KUMON: Kreativer Umgang mit dem Lockdown

von Sylvia Harms

In unserem Team im KUMON-Lerncenter in der Lindenthaler Straße 15 haben wir schon Ende Februar begonnen, uns Gedanken über das herannahende Virus zu machen. Wir haben die Verantwortung für über 100 bei uns lernende Kinder und deren Familien – wann ist der Moment, an dem wir sicherheitshalber schließen müssen? Schon vor der Schulschließung beschlossen wir, vorerst keine Kinder mehr zu uns in die Lernräume zu holen, sondern einfach nur Lernmaterial vor Ort auszugeben und kurz einzeln mit den Kindern über ihr bearbeitetes Material zu sprechen.

Grundsätzlich ist KUMON ein Selbstlernkonzept für Kinder, bei dem die Kinder für jeden Tag individuell zusammengestellte Lernunterlagen bekommen und sich ganz in ihrem eigenen Tempo die Welt der Mathematik oder des Englischen erschließen können. Im Lerncenter beobachten und begleiten wir, ermutigen die Kinder zu analysieren, zu probieren und einfach an sich selbst zu glauben. Wir machen also im Wesentlichen motivierendes Lerncoaching mit fachlicher Unterstützung. Manche Kinder sind noch dabei, ganz solide bekannten Schulstoff aufzuarbeiten und zu festigen, andere lernen bereits ein oder zwei Schuljahre im Voraus und schaffen sich somit ein bisschen Luft für die Schule. Einige kleine Mäuse gehen noch in den Kindergarten und haben einfach Lust, sich spielerisch mit Zahlen oder einer spannenden Fremdsprache zu beschäftigen.

Selbstlernkonzept – da müsste eine kurzzeitige Lerncenterschließung doch verkraftbar sein, oder? Von der Dynamik und dem Tempo der Entwicklungen wurden wir trotzdem völlig überrollt. Auf einmal waren wir von heute auf morgen von der kompletten Ladenschließung betroffen und durften keine Materialausgabe vor Ort mehr durchführen. Wir begannen, hinter den Kulissen riesige Mengen an Päckchen zu packen, alle Kontakte auf e-mail und Videoformate umzustellen. Und das „wir“ hieß: Sicherheitshalber war das Team im Homeoffice, zuständig für die Online-Kontakte mit den SchülerInnen, und Frau Dr. Harms, die Lerncenterleiterin, und einer ihrer Söhne wirbelten hinter verschlossenen Türen im Lerncenter, um weiter zu planen, ausgefülltes und zurückgesandtes Material zu analysieren und aus der Ferne coachend Feedback per e-mail zu geben. Als nach den Osterferien klar war, dass wir immer noch geschlossen bleiben müssen, haben wir weiter professionalisiert und die Onlinekontakte intensiviert, so dass wir wirklich alle SchülerInnen gut im Blick haben und uns niemand verloren geht.

Grundsätzlich waren wir die ganze Zeit über auch offen für die Aufnahme von neuen SchülerInnen – aber das ist gar nicht so einfach, wenn auf einmal die Schule in genau demselben Modus wie wir arbeitet. Einige SchülerInnen fühlten sich deutlich mit ihrem Schulmaterial überfrachtet. Andere waren froh, sich endlich in ihrem eigenen Tempo den Schulaufgaben widmen zu können. Wir merkten aber, dass alle Familien Zeit brauchten, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, und dass allerorten die Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, so groß war, dass nicht der richtige Moment war, neue Dinge anzufangen. Wir freuten uns einfach darüber, dass unsere Lernkinder bei uns blieben und sich die Familien so gut mit unseren neuen Modalitäten arrangieren konnten. Das hat uns sehr viel Kraft für die Arbeit gegeben.

Seit dem 4. Mai dürfen wir offiziell wieder öffnen, haben aber den Neustart vor Ort auf den 25. Mai (nach Himmelfahrt) verschoben. Jetzt schieben wir Tische hin und her, messen Abstände zwischen Stühlen aus, haben ein ausführliches Hygienekonzept geschrieben und werden bei Neustart unter „Corona-konformen Bedingungen“ arbeiten. Wir nehmen das sehr sportlich. Unser Lächeln wird hoffentlich auch durch die Gesichtsmasken hindurch erkennbar bleiben, und unsere Lernbegleitung so entspannt und normal sein, wie sie es immer war. Händewaschen hat schon immer Spaß gemacht. Wir üben einfach ein paar neue Gewohnheiten ein, an die wir uns sicherlich alle schnell gewöhnen werden. Wir schaffen das. Wir wollen keinen Coronafall in unserem Lerncenter haben, und wir möchten mit Freude das ganze Jahr über geöffnet haben, auch in den herannahenden Sommerferien. Wem das Lernen in unseren Räumen aus persönlichen Gründen derzeit noch zu heikel erscheint, der kann auch weiterhin im Fernlern-/Onlinemodus bei uns lernen.

Ein interessanter Nebeneffekt der neuen Hygieneverordnung: Wir werden ab dem 25.5. an allen fünf Nachmittagen der Woche von jeweils 13.30 – 18.30 geöffnet haben. Zwar müssen wir feste Lernzeiten vergeben, damit sich nicht zu viele SchülerInnen gleichzeitig bei uns aufhalten, aber dadurch wird es pro Nachmittag auch wieder ein bisschen kleiner, gemütlicher und ruhiger. Neue Familien sind ab dem 25.5. herzlich willkommen! Gerne vorab per e-mail oder Telefon Kontakt aufnehmen und einen kostenlosen, unverbindlichen Kennenlerntermin vereinbaren: leipzig-gohlis@kumonlerncenter.de / Tel. 0341 92799331. Weitere Informationen zu unserem Lernkonzept auf www.kumon.de/leipzig-gohlis.

Luxe in schwierigen Zeiten

von Antje Bethmann

Uns von der LUX Apotheke wird die Zeit im März 2020 in besonderer Erinnerung bleiben.

Plötzlich wollten alle vorbereitet sein: die Menschen deckten sich mit Husten- und Fiebermitteln ein und die Sorge, dass die nicht reichen könnten ging um – so kamen wir kaum zum Luftholen. Wer hätte gedacht, dass durch die Corona-Pandemie plötzlich ein Engpass an Fieberthermometern, Desinfektionsmitteln und Mundschutzmasken auftreten könnte. Trotz Pandemievorbereitung fehlte es plötzlich an medizinischen Grundstoffen und Verpackungsmaterial. Da war unser Improvisationstalent gefragt. Im Zeitzer Industriepark machten wir eine industrielle Abfüllerei für Ethanol ausfindig. Obwohl dort eigentlich nur riesige Tanklaster aus ganz Europa abgefüllt werden, bekam unser Bote über den kurzen Dienstweg sechs Kanister Ethanol zur Herstellung von Desinfektionsmitteln. Ähnlich abenteuerlich stellte sich die Beschaffung von Abfüllflaschen und Dosierspendern dar. Manchmal fühlten wir uns in die Zeiten vor 30 Jahren zurückversetzt. Ein befreundeter Tischler baute uns einen Spuckschutz und unsere Mitarbeiterinnen lernten mit den neuen Gegebenheiten umzugehen. Alle Kunden und Arztpraxen konnten mit Mund-Nasen-Schutz und Handdesinfektionsmitteln versorgt werden. Wenn es doch mal zu stressig in der Offizin wird, haben wir ja genug Beruhigungsmittel im Angebot.

Zum Glück sind unsere Mitarbeiterinnen alle gesund geblieben und haben dazu beigetragen, dass viele Menschen sich optimal schützen konnten.

Ich bin meinen Mitarbeiterinnen und der Pharmaziestudentin, die uns spontan geholfen hat, sehr dankbar für ihren Einsatz. Ebenfalls danke ich allen treuen Kunden, die aus Gohlis oder von weiter her zu uns kommen und die in dieser Zeit auch immer etwas geduldiger sein müssen, ganz herzlich.

DAS ist Leipzig

von Maria Köhler

Es trifft uns derzeit alle, dieser sich ausbreitende, krank machende und allerorts beschränkende Corona-Virus. Er beeinträchtigt uns nicht nur in unserer persönlichen Freiheit, er macht nicht nur unseren KIEZgeschäften zu schaffen, sondern er sorgt auch dafür, dass die Leipziger Kulturlandschaft zusammenbricht und zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, Kultur- und Kreativschaffende sowie Kulturstätten in Leipzig in wirtschaftliche Not geraten.

Die aktuellen Einschränkungen betreffen alle, ich werde es nicht müde zu sagen, die Solidarität untereinander ist in dieser Zeit von enormer Wichtigkeit. So viele Menschen aus wenigen Berufsgruppen sind unaufhörlich im Einsatz, damit wir aktuell im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Freiheit genießen dürfen. Danke dafür! Und trotzdem merken wir – gerade in diesen Tagen, wo wir zwar noch frische Luft schnappen und Sport treiben dürfen (egal ob auf dem Balkon oder im Hinterhof), wo wir in den Garten (falls vorhanden) flüchten können, neue Kochrezepte oder uns als Hilfslehrerin oder Hilfslehrer ausprobieren dürfen oder uns dem Wochenhighlight „Einkaufen“ stellen – der Geist flacht intellektuell ab, derweil er von der Informationsflut systematisch überfordert wird. Ich bringe es mal auf den Punkt: Es fehlt an kulturellem Input jenseits des Geige übenden Nachbarskindes!

Sicher, das kann auch im „normalen“ Alltag passieren, aber hier hat jeder normalerweise die Wahl. Die Wahl, ob, wo und was wir uns gönnen: Ein Konzert, ein Schauspiel, ein Kneipenquiz oder einfach einen gemeinsamen Abend mit Familie und Freunden.

In Gohlis – so will es das Klischee – geht nicht sooo viel kulturell und szenisch gesehen. Aber ganz ehrlich, dies stimmt so nicht! In den letzten Jahren haben sich wundervolle Angebote etabliert, kleine Formate entwickelt und längst klappen die Bürgersteige nicht mehr allerorts 22 Uhr hoch. Wenn ich beginne aufzuzählen, vergesse ich sicherlich die falschen, aber viel Live gibt es inzwischen auf jeden Fall im Budde-Haus, im Kulturhof Gohlis oder bei unseren an der Anzahl überschaubaren, aber großartigen Kulturgastronomen im #Gohliser KIEZ. Ja, und natürlich fahren wir aus dem KIEZ raus und tummeln uns in allen Teilen der Stadt um Kultur zu genießen, logisch. Aber egal ob hier bei uns in Gohlis, oder anderswo in der Stadt: Die kulturproduzierenden Häuser und die Kultur- und Kreativschaffenden sind noch da, auch wenn sie ihre Arbeit nicht tun können, wenn sie ihr Publikum nicht auf gewohntem Wege erreichen und damit ihre Einkünfte sichern können. Und wir, das Publikum, sind auch noch da. Aber wie finden wir in der aktuellen Lage zueinander?

#DASistLeipzig

Zum 27. März 2020 ging das Portal www.dasistleipzig.de online, initiiert von Verbänden der Kultur- und Kreativschaffenden hier in Leipzig. Die Initiative Leipzig plus Kultur, die IG Livekommbinat Leipzig e.V. und der Kreatives Leipzig e.V. bündeln und zeigen seit Ende März, welche Veranstaltungen es in Leipzig aktuell gibt, welche Kulturstätte, Musikspielstätte, Künstlerinnen und Künstler aktiv Unterstützung benötigt und welche Menschen aus und für Leipzig Hilfsangebote für die Kultur- und Kreativschaffenden organisieren und initiieren.

Nachdem der erste Schock des Veranstaltungsverbotes verdaut ist, finden nicht nur Soziokulturelle Zentren, Clubs und Kunst- und Kulturschaffende wieder zu einander (unter Einhaltung der Vorschriften!) und realisieren, dass wir Konzerte und kulturelle Beiträge online via Youtube, Facebook oder Instagram miterleben dürfen. Auch die etablierten Häuser, wie das Schauspiel Leipzig oder das Gewandhaus zu Leipzig, ermöglichen wieder Kulturgenuss. So stellen sie z.B. ausgewählte und temporär verfügbare Mitschnitte von Konzerten und Theateraufführungen online auf ihren Internetseiten zur Verfügung.

Mein Appell an uns alle: So wie wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn unterstützen, bei unseren Lieblingsläden bestellen um sie lokal zu unterstützen, und so wie wir auf einander in dieser herausfordernden Zeit Acht geben, so schenken Sie den Leipziger Kulturschaffenden in der aktuellen Situation ihre Aufmerksamkeit.
Auf dem Portal www.dasistleipzig.de können wir gezielt Kulturstätten, Künstlerinnen und Künstler und ganz gezielt Kampagnen und Initiativen unterstützen. Und natürlich gibt es hier im Veranstaltungskalender einen Überblick, welche Kulturveranstaltungen wir derzeit online genießen können. Bleiben Sie gesund!

Maria Köhler ist Vorstandsmitglied von Kreatives Leipzig e.V., dem Branchenverband für Kultur- und Kreativschaffende in Leipzig und Region, Einzelunternehmerin, Initiatorin des Stadtteilblogs Gohliser KIEZgeflüster, Mutter einer schulpflichtigen Tochter und wahnsinnig gerne in Gohlis lebend.

Neues aus der Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forums,

die Leipziger Stadtbibliothek, alle Stadtteilbibliotheken sowie die Fahrbibliothek bleiben ab Montag, den 16. März, bis einschließlich 20. April 2020 geschlossen. Ob und wie lang die Schließung über den 20. April hinaus andauert, ist derzeit nicht absehbar. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der Leipziger Städtischen Bibliotheken (http://www.stadtbibliothek.leipzig.de). Die Leipziger Städtischen Bibliotheken werden täglich von bis zu 5.000 Menschen aufgesucht. Die Schließung ist notwendig, um auch hier die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verlangsamen. Alle zurzeit ausgeliehenen Medien bleiben auf dem Leserkonto, bis eine Rückgabe wieder möglich ist. Es entstehen keine Versäumnisgebühren.
Die wichtigsten Informationen für Bibliotheksbenutzer:

Rückgabetermine werden „eingefroren“
• Entliehene Medien bleiben auf dem Konto, bis eine Rückgabe wieder möglich ist. Dazu ist durch die Entleiher nichts weiter zu veranlassen.
• bitte Medien nicht per Post zurückschicken

Keine neuen Säumnisgebühren
• In der Schließzeit fallen keine neuen Säumnisgebühren an.
• Bereits angefallene Säumnisgebühren können erst bezahlt werden, wenn die Bibliotheken wieder geöffnet haben.

Vormerkungen und Bestellungen
• Vormerkungen und Bestellungen bleiben erhalten. Die Bereitstellung der Medien erfolgt je-doch erst ab Wiedereröffnung.
• Vorgemerkte/bestellte Medien, die bereits vor der Schließzeit abholbar waren, gehen nicht verloren und können ab Wiedereröffnung abgeholt werden.
• Neue Vormerkungen sind während der Schließung nicht möglich.

Wir danken für Ihr Verständnis. Bleiben Sie gesund!

Bibliothek Gohlis „Erich Loest“
Stadtteilzentrum Gohlis
Georg-Schumann-Str. 105
04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 123 5255
E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de