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Schlagwort: Baugeschehen – Featured

fertige Baumaßnahme Eisenacher Straße

Spaziergang im Gohliser Süden

Im Gohliser Süden entstehen derzeit mehrere Neubauprojekte: Eine neue Kita im Poetenweg, das „Mencke-Quartier“ mit Wohn- und Gewerbeflächen sowie fertiggestellte Stadthäuser an der Eisenacher Straße. Die Baustellen prägen den Stadtteil und bieten Einblicke in zukünftige Wohn- und Lebensräume.

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Neubauschwerpunkt Blumenstraße

Nachdem sich 2022 abzeichnete, dass in der Blumenstraße einige Veränderungen anstehen (vgl. Baugeschehen Gohlis-Forum 1/2022), sind jetzt östlich der Lützowstraße alle Baustellen im Gang und unterschiedlich weit vorangekommen. Zunächst wurde das Eckhaus zur Lützowstraße gebaut, das nun Blumenstraße 68 heißt.

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Sanierung in der Etkar-Andre-Straße

Fertige und geplante Baustellen

In dieser Ausgabe gibt es einen Blick auf einige Gebäude in Gohlis, die schon einmal als angefangene Baustellen erwähnt worden waren und auf Baustellen, mit denen in diesem Jahr noch zu rechnen ist.

Weiterhin hohe Aktivität in Gohlis Mitte – Fertigstellung zweier Baustellen

Wir beginnen in Gohlis-Mitte. Wir hatten über das Projekt „Etkar“ (Etkar-André-Straße 37) schon mehrfach berichtet. Vor 2 Jahren war dort die tiefste Gohliser Baugrube. Inzwischen sind die Eigentumswohnungen weitestgehend bewohnt, das Foto zeigt den Blick von der Gottschallstraße aus.

Ebenfalls in Gohlis-Mitte erwähnten wir vor zwei Jahren einen ehemaligen Kindergarten in der Eduard-von-Hartmann-Straße. Dessen Grundstück war in Erbbaupacht zu vergeben. Mittlerweile wurden die Bauherren dafür nicht nur ausgewählt, sondern auch tätig: inzwischen erstrahlt das Doppelhaus runderneuert, mit Dämmung und in frischen neuen Farben. Vermutlich wird es noch in diesem Jahr bezogen.
In Gohlis-Süd hat inzwischen die Magdeburger Straße 1 bis 3 ihre vorgesehene Bauhöhe erreicht und schließt eine jahrzehntealte Lücke. Das Foto entstand kurz vor dem Jahreswechsel auf der Baustelle in Gohlis.

Bevölkerungsentwicklung in Gohlis

Insgesamt ist aber zu beobachten, dass weniger neue Bauprojekte begonnen werden. Dies kann vorwiegend mit gestiegenen Zinsen und Preisen erklärt werden. Die Zahl der Gohliser Einwohner war 2023 trotzdem noch einmal leicht angestiegen. Sie lag zum Jahresende 2023 bei 47.097 (ein Jahr zuvor: 47.058). Der stärkste relative Zuwachs (+0,74%) fand dabei in Gohlis-Nord statt. Dort leben jetzt 10.328 Einwohner. Gohlis-Süd hatte dagegen mit 18.931 Einwohnern zum Jahresende eine leicht rückläufige Einwohnerzahl, war aber immer noch der bevölkerungsreichste Gohliser Ortsteil. Zur Entwicklung der Kaltmieten hat die Stadt Leipzig nur Daten bis 2021 veröffentlicht. In den Vermietungsportalen ist aber seit letztem Jahr wieder ein deutlicher Aufwärtstrend sichtbar.

Zwei weitere Baustellen in Gohlis

Es gibt aber nicht nur den Wohnungsbau. So möchte ich zwei Bauprojekte erwähnen, für die die Baugenehmigung an Religionsgemeinschaften erteilt wurde: Auf dem Grundstück der Ahmadiyya-Gemeinde in der Georg-Schumann-Straße 27 wurden ja bereits im Februar 2023 die Bäume gefällt. Warum wurde dann mit der Baustelle nicht gleich begonnen? Auf Anfrage teilte die Gemeinde mit, dass ein Nachbar gegen die Stadt geklagt habe, weil diese die Baugenehmigung erteilt hatte. Da die Baugenehmigung aber bisher weiter gilt, kann wohl doch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Eine weitere Baugenehmigung gab es für die katholische Pfarrei St.-Georg am Platz des 20. Juli 1944. Was hier direkt neben dem Kirchgebäude geplant ist, soll in der nächsten Ausgabe berichtet werden.

Sanierung der Wiederitzscher Brücke und Landsberger Straße

Zum Abschluss noch etwas vom Tiefbau: Die Breitenfelder Straße wird in diesem Jahr wohl mehr Schleich- und Umleitungsverkehr aufnehmen müssen als in anderen Jahren: Seit 12.02.2024 ist die Brücke der Wiederitzscher Straße über die S-Bahn-Gleise für Kraftfahrzeuge gesperrt, weil diese abgerissen und bis Ende 2025 neu gebaut wird. Nur für den Fußverkehr gibt es einen Steg über die Schienen. Parallel dazu läuft das Bauvorhaben in der Landsberger Straße an, über das ein eigener Artikel in diesem Heft berichtet.

Autor: Matthias Reichmuth

 

Baustelle Linie 4

Blick auf den Gleisbau

von Matthias Reichmuth

Von Sommer 2022 bis Dezember 2023 war die Haltestelle „Stallbaumstraße“ der Linie 4 baustellenbedingt ohne Nahverkehrsanbindung, weder die Straßenbahn noch ein Schienenersatzverkehr waren unterwegs.
Wenn Sie dieses Heft in Händen halten, fährt die Linie 4 wieder auf ihrem gewohnten Weg. Das Foto zeigt den Bauzustand vom 25. November 2023 mit Blick über die Parthebrücke in die Waldstraße hinein. Hier wurden nicht nur alle Gleise erneuert, auch der Geh- und Radweg neben dem Gleis wurde vollständig neu gebaut. Zugleich kehrt 2024 wieder Ruhe in der Menckestraße ein, die dann nur noch bei Unfällen, aber nicht mehr dauerhaft von der Straßenbahn befahren wird.

Der Regelbetrieb auf der Linie 4 bleibt allerdings nicht lange bestehen – die um ein Jahr verschobene Baustelle in der Landsberger Straße soll 2024 Wirklichkeit werden, dazu können Sie im nächsten Heft mehr lesen.

Wiederitzscher Brücke @Matthias Reichmuth

Bilder von neuen Perspektiven

von Matthias Reichmuth

In den Sommermonaten hat sich Gohlis an einigen Stellen weiter verändert, besonders dort, wo Neubauten mit ihrer Kulisse das Straßenbild verändert haben.

Architektonisch interessant ist beispielsweise der neue Baukomplex in der Benedixstraße 9-11 ausgefallen, der sowohl eine Kindertagesstätte als auch Wohnungen umfasst. Neben der auf dem Foto erkennbaren Fassadenbegrünung im Erdgeschoss folgt auf der Innenseite des L-förmigen Gebäudes noch eine weitere über drei Etagen, und auch sonst ist die Fassade nicht eintönig geworden.
Rasch emporgewachsen ist das Eckhaus an der Möckernschen Ecke Wiederitzscher Straße, das für die Blicke aus verschiedenen Richtungen die Horizontlinie verändert hat. Im Juli wurden gerade die Fenster eingesetzt, nachdem der Baukran im Juni abgezogen war.

An der Magdeburger Straße 1-3 war man im gleichen Zeitraum gerade nur bis zum Erdgeschoss gekommen, hier bringen wir ein Bild, wenn es mehr zu sehen gibt.
Sehr verändert hat sich die Schlotterbeckstraße, nachdem in der kurzen Sackgasse in Gohlis-Mitte insgesamt 4 Wohngebäude entstanden, die Mehrfamilienhäuser Nr. 6 und Nr. 2 (links im Bild) sowie die Einfamilienhäuser Nr. 5 und 7 (rechts im Bild), die mittlerweile bewohnt sind, früher waren dort größere Gartenflächen.

An anderer Stelle bringt die Sanierung als Bausubstanz wieder zum Glänzen: Am „Kleisthof“ (wir berichteten im Märzheft über das Projekt) sind an der Ecke zur Coppistraße die ersten Gerüste gefallen, während auf der Innenseite des Carrés noch länger gearbeitet wird.

Auch die Sanierung der Gohliser Straße 32 (Ecke Fritz-Seger-Straße) macht erkennbare Fortschritte. Das Dach wurde komplett abgetragen und neu gebaut und hat dabei neue Aufbauten und große Fenster erhalten – obwohl das alte Dach erst vor gut 10 Jahren ohne Fenster neu gedeckt worden war, um die alte Bausubstanz vor Regen zu schützen. Angesichts des Verkehrslärms und der verwinkelten Bauform werden aber die Dachwohnungen nun sicher die attraktivsten werden.

Zum Abschluss noch ein Blick unter die seit rund einem Jahr gesperrte S-Bahn-Unterführung in der Wiederitzscher Straße: Wie zu sehen ist, wurde die Fahrbahn jetzt so vertieft, dass zukünftig auch Baufahrzeuge hindurch passen, lediglich der Fußweg hat sein Niveau behalten.

Baufortschritt in der Etkar-Andre-Straße

Neue Wohnungen in Sicht

von Matthias Reichmuth

Gohlis hat sich in den letzten 12 Jahren deutlich verdichtet, denn die Einwohnerzahl ist um fast 22 % gestiegen, während die Siedlungsfläche kaum zugenommen hat. Das verdeutlicht diese tabellarische Übersicht zur Zahl der Einwohner, die das Leipziger Amt für Statistik und Wahlen jeweils zum Jahresende der betreffenden Jahre mit Hauptwohnsitz in Gohlis erfasst hatte:

Ortsteil 2010 2015 2020 2021 2022 Ew. je km² 2022
Gohlis-Süd 16.185 17.963 18.770 18.750 19.058 9.577
Gohlis-Mitte 14.240 15.937 17.393 17.543 17.748 13.758
Gohlis-Nord 8.167 8.703 9.761 10.128 10.252 5.025
ganz Gohlis 38.592 42.603 45.924 46.421 47.058 8.845

Die Einwohnerdichte je Quadratkilometer war jeweils in Gohlis-Mitte am höchsten, was auch daran liegt, dass zu Gohlis-Nord und zu Gohlis-Süd mehr Kleingartenanlagen und Grünflächen zählen.

Im Jahr 2022 ist die Einwohnerzahl fast nur im ersten Halbjahr gestiegen, was direkt mit dem Zustrom von Geflüchteten aus der Ukraine erklärt werden kann, die teils von Menschen aufgenommen wurden, die Ihre Wohn- oder Gästezimmer dafür bereitgestellt haben, denn die Wohnfläche konnte in diesem kurzen Zeitraum nicht im gleichen Maß steigen. So konnte auch mit weniger Beton etwas zur Verminderung der Wohnungsknappheit beigetragen werden.

Aber auch ohne das Zusammenrücken können in Gohlis-Mitte bald noch mehr Menschen wohnen, denn einige Bauprojekte sind in vollem Gang:

Das derzeit größte laufende Bauprojekt in Gohlis ist ein Sanierungsvorhaben der Vereinigten Leipziger Wohnungsgenossenschaft eG (VLW): Zwischen Coppistraße, Kleiststraße, Dinterstraße und Lützowstraße ist es mit dem „Kleisthof“ fast ein gesamter Baublock mit insgesamt 132 Wohnungen, der seit etwas über einem Jahr saniert wird. Zunächst wurden die Dächer längs der Coppistraße und längs der Kleiststraße saniert, darunter wurde innen viel entkernt, um modernere Grundrisse für alle Zielgruppen zu schaffen. Im Innenhof entstanden inzwischen 97 Tiefgaragenstellplätze für rund 5 Millionen Euro, die Einfahrt ist von der Dinterstraße aus schon klar zu erkennen. Einer der Bäume im Innenhof wurde verschont, während der restliche grüne Innenhof für den Tiefgaragenbau gerodet wurde, über der Tiefgarage soll jedoch eine 60 bis 80 cm dicke Bodenschicht für die Zukunft eine neue Begrünung ermöglichen. Wer sich zum Bauprojekt näher informieren will, findet in größeren Abständen auch die Berichte der Bauherren unter https://vlw-eg.de/baublog oder in der Mitgliederzeitschrift „Umschau“, die auch als PDF auf der VLW-Internetseite zu finden ist. Erste Wohnungen sollen bis September 2023 bezugsfertig sein, bis Weihnachten 2024 dann alle. Schon über 200 Reservierungswünsche liegen vor, auch wenn den Mietpreisen nicht unter 11,- Euro je Quadratmeter liegen werden, war in der der LVZ zu lesen.

Noch früher fertig wird „Etkar“, ein Neubauprojekt mit 27 Eigentumswohnungen und 14 Tiefgaragenstellplätzen mit Blick auf den namenlosen kleinen Platz, an dem die Gottschallstraße, Etkar-André-Straße, Rudi-Opitz-Straße und Michael-Kazmierczak-Straße aus vier Richtungen zusammentreffen. Anfang Februar waren 23 der Eigentumswohnungen vom Investor verkauft. Die übrigen standen noch für Preise zwischen 4.919 und 5.124 Euro je Quadratmeter zum Verkauf. Bezugsfertig sollen die Wohnungen im zweiten Quartal dieses Jahres sein.

Auch in Gohlis-Süd gibt es bald wieder neuen Wohnraum, wenn auch etwas kleinteiliger: So wird das Eckhaus Gohliser Straße 32 (Ecke Fritz-Seger-Straße) nach Jahren des Leerstands endlich saniert. Schon vor Jahren mussten Gerüste die Passanten vor absturzgefährdeten Fassadenteilen schützen, lange hingen am Gerüst große Plakate über mehrere Etagen hinweg. Inzwischen wurde mit der Sanierung begonnen, das Dach wird komplett neu aufgebaut, im Innern wurde stark entkernt, da auch die bestehenden Geschossdecken nicht mehr zu retten waren. So gewinnt die Gohliser Straße an dieser markanten Stelle.

Wesentlich unauffälliger wäre eine andere Baustelle, hätte es nicht in den Wintermonaten auf der Eisenacher Straße einen Kran gegeben, der Umleitungen für den Autoverkehr mit sich brachte. Hinter den Hausnummern 56 bis 60 entsteht – innerhalb des Baublocks und daher von keiner Straße aus zu erkennen – ein Ensemble aus vier Einfamilienhäusern im Innenhof. An gleicher Stelle wurden zwischen 2015 und 2017 größere Flachbauten abgerissen (möglicherweise frühere Werkstätten). Die Rohbauten haben jeweils zwei Vollgeschosse und darüber eine etwas kleinere Etage mit Dachterrasse.

Es entstehen aber nicht nur Wohngebäude: Baumfällungen Ende Februar an der Georg-Schumann-Straße Ecke Bleichertstraße zeigen, dass bald ein langes geplantes Bauvorhaben beginnt: Die Leipziger Ahmadiyya-Gemeinde errichtet hier demnächst eine Moschee und damit den fünften Gohliser Sakralbau nach den vier Gohliser Kirchen verschiedener christlicher Konfessionen. Einen Architekturwettbewerb hatte es dazu bereits 2015 gegeben, auch die Finanzierung hatte die Gemeinde über Spenden bereits längere Zeit gesichert.

Neue Bäume wurden dagegen seit Jahresanfang längs der Cöthner Straße gepflanzt. Ähnlich wie in der Kasseler Straße wird der Straßenraum aus Sanierungsmitteln umgestaltet, der Abschnitt zwischen Mottelerstraße und Wiederitzscher Straße war im Februar als erster abgeschlossen.

Wiederitzscher Straße Baugrube

Blick in die Baugruben

von Matthias Reichmuth

Das neue Jahr beginnt mit einem Blick in zwei Baugruben und auf zwei Straßenbaustellen.

Über das Eckgrundstück Magdeburger Straße 1-3 wurde bereits mehrfach berichtet: Nachdem Anfang 2021 noch vorgesehen war, das Gebäude 2022 fertig zu stellen, und seit etlichen Monaten Bauzäune den Gehweg versperren, ist in den letzten Monaten des Jahres 2022 immerhin eine Baugrube ausgehoben worden. Das von einem Gohliser Architekturbüro geplante integrative Mehrgenerationenhaus soll auch Gemeinschaftsräume und betreute Wohngruppen umfassen, die Fertigstellung ist nun für dieses Jahr beabsichtigt.

Ein Neubau entsteht jetzt auch an der Ecke Möckernsche/Wiederitzscher Straße, schräg gegenüber von der 2019 gebauten Kindertagesstätte. Das Grundstück war wohl seit dem letzten Krieg unbebaut, bis 2000 führte dort noch eine Straßenbahnstrecke um die Kurve, einige Jahre länger stand mitten auf dem Gelände noch ein Oberleitungsmast als Zeitzeuge. Fußgänger konnten über einen Trampelpfad diagonal abkürzen, und jahrelang lagen im Januar regelmäßig Christbäume dort, obwohl es kein offizieller Ablageplatz war. Nun wird auf dieser Ecke gebaut, die Bebauung wird dadurch jedoch nicht ganz geschlossen, denn ein Parkplatz an der Möckernschen Straße 24 zählt bereits zu einem anderen Grundstück, bei dem noch keine Bebauung in Sicht ist.

Es ist aber auch über Tiefbauten zu berichten, immerhin ist die Wiederitzscher Straße im Bereich der Bahnbrücken schon seit einigen Monaten gesperrt. Ziel ist hier die Erneuerung der Brücke über die südliche S-Bahn. Um mit den Baufahrzeugen von beiden Seiten an die Baustelle gelangen zu können, war entschieden worden, die Unterführung unter der S-Bahn nach Halle tieferzulegen – mit Blick auf den Aufwand und die entstehende Steigung für den Radverkehr war das umstritten (wir berichteten). Die ersten drei Bäume des Amselparks an der Straßenecke zur Ludwig-Beck-Straße wurden im Herbst 2022 gefällt, um Platz für die Tieferlegung der Fahrbahn zu machen. Damit wurde bis Jahresende 2022 begonnen, Straße und Fußwege waren einer Grube gewichen.

Ein weiteres Tiefbauvorhaben wird uns 2023 lange begleiten: Die Landsberger Straße in Gohlis-Mitte (zwischen Viertelsweg und Coppiplatz) wird grundsaniert und umgestaltet. Der Bürgerverein hatte sich in die Diskussion eingebracht, die Verkehrsführung wäre in einigen Punkten besser lösbar gewesen, die Straßensanierung war aber überfällig. Nun bekommen die Straßenbahngleise einen größeren Mittenabstand (für zukünftig breitere Straßenbahnen) und eine Lücke im Radverkehrsnetz wird (fast) geschlossen.

Es gibt aber auch eine Fertigstellung zu vermelden. Der erst vor wenigen Jahren an der Ecke Sasstraße/Georg-Schumann-Straße gebaute Rewe-Markt hat im Dezember nach erfolgtem Umbau wieder geöffnet. Weggefallen sind die beiden kleinen Ladeneinheiten mit eigenem Zugang an der Georg-Schumann-Straße, ein Handyladen hatte dort längere Zeit seine Niederlassung. Um diese Flächen hat sich jetzt die Verkaufsfläche im Innern vergrößert.

Baustellen aus Gegenwart und Zukunft

von Matthias Reichmuth

Einige Baustellen, die in den letzten Beiträgen dieser Serie erwähnt wurden, haben zwischenzeitlich große Fortschritte gemacht und ihre Bauhöhen erreicht:

In der Blumenstraße 68 schließt der Neubau mit seinen großen Wohnungen nahtlos an seine beiden Nachbargebäude an. Das ist nicht ganz banal, denn in der Lützowstraße 30a ist das ein über 100 Jahre altes Gebäude mit Schrägdach und Erkern, während es in der Blumenstraße 66 um einen Bau aus den 1990er Jahren in eher postmoderner Architektur geht. Daher bekommt die Blumenstraße 68 entlang der Lützowstraße auch einen Abschnitt mit Schrägdach, das aber von den Etagen weiter südlich (einschl. Penthouse mit Flachdach) überragt wird.

In der Landsberger Straße 120-126 sind die ersten Mieter in die neuen LWB-Wohnungen eingezogen. Auch wenn das Gebäude schon zu Möckern zählt, wird die Kindertagesstätte „Zwergenland“ (hier im Bild) durch ihre Lage sicher auch bald für viele Eltern aus Gohlis-Nord zu einer Option, ihre Kinder wohnortnah betreuen zu lassen.

Für Gohlis-Mitte wächst eine neue Kita-Option dagegen gerade in der Benedixstraße 9-11 heran, als Teil eines massiven Baukomplexes, der auch mehrere behindertengerechte Wohnungen umfassen wird.
Ebenfalls im Rohbau sichtbar waren bei Redaktionsschluss das Mehrfamilienhaus „Etkar“ in der Etkar-André-Straße 37, das Zweifamilienhaus in der Oldenburger Straße 1 und der Neubau in der Schlotterbeckstraße 5. Zusammen mit dem Neubau in Nr. 2 (fertig) und Nr. 6 (Erdgeschoss fertig) haben die drei Baustellen zu einer starken Verwandlung der ehemals viel grüneren Schlotterbeckstraße geführt. Auch der Neubau in der Lüderstraße 10 ist mittlerweile bezogen, nichts erinnert mehr an den großen Kran, der monatelang zu einer Vollsperrung der Fahrbahn geführt hat. Und im Hinterhaus („Gartenhaus“) der Georg-Schumann-Straße 91 wurden die neuen Wohnungen Anfang September für eine Kaltmiete von mehr als 10,-€ je Quadratmeter angeboten.

Eher weniger Neuheiten gibt es zu beginnenden Baustellen, wenn man davon absieht, dass an der Möckernschen Straße Ecke Pölitzstraße ein halbes Jahr nach den Bäumen auch die Garagen verschwunden sind. Sicherlich wurden einige Vorhaben auch wegen steigender Baupreise und steigender Zinsen vorläufig auf Eis gelegt.

Langfristig ist aber noch ein größeres Baugebiet geplant, das auf der ehemals militärisch genutzten Brachfläche an der Bremer Straße gegenüber der Krochsiedlung entstehen soll. Manche Bereiche sind abgesperrt, teilweise dient das Gebiet heute aber auch der fußläufigen Naherholung. Im Frühjahr wurde nun der Vorentwurf zum Bebauungsplan Nr. 433 „Stadtquartier östlich Bremer Straße“ bekannt. Vorgesehen sind eine weiterführende Schule (Gymnasium) nahe der nördlichen Bremer Straße, eine Kita, Mehrfamilienhäuser in der Nähe der Krochsiedlung, dann nach Osten hin erst Reihenhäuser und dann Einfamilienhäuser. Der Bürgerverein Gohlis hat dazu im Mai Stellung genommen und den Vorentwurf abgelehnt. Insbesondere die Nahverkehrsanbindung ist dort ungünstig, insbesondere, so lange es an der Bremer Straße keine Ampel über die vierspurige Max-Liebermann-Straße gibt, kommt niemand gut zur südlichen Bushaltestelle „Bremer Straße“. Wenn sich im neuen Quartier viele Beschäftigte ansiedeln, die in den Industrie- und Gewerbegebieten entlang der Autobahn arbeiten, wird das Quartier vermutlich nicht so „autoarm“, wie es im Vorentwurf beschrieben ist. Da der Parkdruck in der Krochsiedlung schon heute übergroß ist und der Garagenhof an der südlichen Bremer Straße demnächst geschlossen wird, ist dann eine Verschärfung des Problems geparkter Autos absehbar. Zudem rechnet der Bürgerverein dann insbesondere in der Bremer Straße wegen der fehlenden Ampel mit ernsthaften Problemen im Berufsverkehr. Im Bereich ganz im Nordosten (nördlich der Bundesnetzagentur), wo großzügig vorgesehene Einfamilienhausgrundstücke vorgesehen sind, plädiert der Bürgerverein dafür, gar nichts zu bauen, sondern die in den letzten 30 Jahren gewachsene Artenvielfalt zu erhalten (vgl. Foto). In diesem Sinne hatte sich auch der Naturschutzbund (NABU) geäußert, der eine Bebauung auf der gesamten Fläche mit dieser Begründung ablehnt. Wegen der absehbar notwendigen Schul- und Kita-Kapazitäten und der höheren Bebauungsdichte direkt an der Bremer Straße geht die Ablehnung des Bürgervereins nicht ganz so weit. Es ist aber zu hoffen, dass der endgültige Bebauungsplan das Gebiet verkleinert und durch ein Mobilitätskonzept für alle Verkehrsarten ergänzt wird.

Auch Plätze ändern sich

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Plätze haben (nicht nur) in Gohlis wichtige Funktionen: Sie stellen oft Treffpunkte dar und bieten meistens auch durch Grünflächen einen Ausgleich zur engen Bebauung. Oft beginnen und enden Straßen an Plätzen, auch für die Orientierung sind sie dadurch wichtig.

Ein Platz, der seit Jahren in der Diskussion ist, ist etwa der Kirchplatz. Die Unterschriftenaktion des Bürgervereins für eine Neugestaltung aus dem Jahr 2015 und die damit verbundene Petition wurde vom Stadtrat weitgehend angenommen, eine Entscheidung dazu wurde in der Stadtverwaltung aber vertagt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Hochbauten ringsum abgeschlossen sind. Nun ist es soweit: Auf beiden Seiten der Berggartenstraße stehen die Hochbauten, auch am Mehrfamilienhaus Berggartenstraße 2 sind nun die Gerüste gefallen. Von dort bis gegenüber der Friedenskirche erstreckt sich die trichterförmige Einmündung der Berggartenstraße, von der seit einigen Jahren eine Sperrfläche durch Baken abgetrennt ist. Dass dies nicht so bleiben soll, daran wird im September eine neue Initiative aus der Anwohnerschaft mit einem Straßenfest erinnern.

Bei einem anderen Platz war der Bürgerverein in den 1990er Jahren schon gut vorangekommen: Rund um den Coppiplatz wurden die Verkehrsströme damals neu geordnet, so dass der Autoverkehr nicht mehr von jeder der sieben Richtungen in jede andere durchfahren konnte. Trotzdem ist die Verkehrsfläche der Fahrbahnen und Haltestellen wesentlich größer als die Grünfläche, die den eigentlichen Kern darstellen soll. Der Fußgängerverkehr rund um diesen Kern wird nun erleichtert, indem die Fußwege verbreitert werden, so dass die Querung der Einfahrt in die Heinrich-Budde-Straße verkürzt wird – ein richtiger Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der Platzqualität.

Die Baustelle am Coppiplatz passt damit auch in die Reihe der Tiefbaumaßnahmen, die in der Kasseler Straße bereits abgeschlossen ist und in der Cöthner Straße und der nördlichen Mottelerstraße noch in diesem Jahr beginnen soll.

Während dort zusätzliche Jungbäume kommen, sind an der Ecke Möckernsche Straße/Pölitzstraße in diesem Winter sehr große alte Bäume gefällt worden: Die dahinter liegenden Garagenhöfe lagen bis dahin völlig versteckt inmitten einer grünen Oase. Manches spricht dafür, dass auch die Garagen abgerissen werden, um einer neuen Bebauung Platz zu machen, die es an dieser Stelle vor dem zweiten Weltkrieg schon gegeben haben muss.

Eine weitere Baulücke wird demnächst in der Max-Metzger-Straße geschlossen: Im Amtsblatt der Stadt Leipzig wurde vermeldet, dass für die Errichtung eines Mehrfamilienhauses auf dem Grundstück Max-Metzger-Straße 3 eine Baugenehmigung erteilt wurde. Auch Grundstücke mit direktem Blick auf die S-Bahn sind mittlerweile für Investoren attraktiv – wie sich ja auch in der Lindenthaler Straße gezeigt hat.

Von Hinterhauslücken bis zur Erbbaupacht

von Matthias Reichmuth

Während diese Zeilen entstehen, hat die größte europäische Flüchtlingsbewegung seit dem zweiten Weltkrieg begonnen. Nachdem Leipzig in den letzten Jahren deutlich gebremst gewachsen ist, kann wohl allein der Krieg dazu führen, dass unsere Einwohnerzahl bald wieder deutlicher ansteigt. Die weitere Verdichtung von Gohlis, die ja bisher noch aus dem großen Leipziger Aufschwung der letzten Jahre folgt, wird sich damit sicherlich fortsetzen.

Um mit einem erfreulichen Bild zu beginnen, zeigt unser erstes Foto den Neubau in der Fritz-Seger-Straße 10. Das neue Mehrfamilienhaus sieht optisch ansprechend aus und hat nicht das gesamte Grundstück zugebaut – von den beiden größten Bäumen, die erhalten werden konnten, ist einer der als Naturdenkmal geschützte kaukasische Flügelnussbaum.

Eine erste Etage ist mittlerweile in der Benedixstraße 11 zu erkennen: Hier baut der städtische Eigenbetrieb Behindertenhilfe die Komplex-Kita „Naturwerkstatt“ für 190 Kinder. Bis Jahresende soll die Kita mit 5,4 Mio. Euro Investitionskosten in den Betrieb gehen, Interessenbekundungen für Betreuungsplätze werden bereits angenommen.

Bis zur Fertigstellung noch etwas mehr Zeit braucht sicherlich das Projekt „Etkar“; angekündigt ist die Fertigstellung der 27 komfortablen Eigentumswohnungen mit 47 bis 117 Quadratmetern für Frühjahr 2023. Im Februar war an dieser Stelle jedenfalls die aktuell wohl tiefste Gohliser Baugrube zu sehen, der Keller in der benachbarten Michael-Kazmierczak-Straße 42 reicht jedenfalls erkennbar nicht so tief. Zugleich verdeutlicht das Bild den Schwachpunkt an der Lage: Sowohl nach Süden als auch nach Südwesten folgen Nachbargebäude mit Brandmauern, während der schöne Blick auf den noch namenlosen Platz, mit dem die Gottschallstraße beginnt, durch Nordfenster möglich wird.

Noch keine Baugrube zu sehen ist in der Magdeburger Straße 1-3: Während gegenüber in der Lindenthaler Straße 48-50 inzwischen die Gerüste gefallen sind und erste Zimmerpflanzen zeigen, dass der Einzug begonnen hat, wurde auf der gegenüberliegenden Seite bisher nur das Baufeld freigeräumt. Weil das Vorgängergebäude unvollständig abgerissen worden war, waren dafür an der Wand zur Lindenthaler Straße 57 auch noch über drei Etagen einiges an Steinen abzutragen – immerhin dieser Schritt wurde zu Jahresanfang geschafft.

Hinterhäuser gibt es in Gohlis ja an vielen Stellen. In der Regel kleiner, niedriger und dunkler als die Hauptgebäude an der Straße wurden viele seit den 1990er Jahren nicht mit saniert, sondern abgerissen, um etwas mehr Licht und Grün in die Hinterhöfe zu lassen. Etliche wurden aber auch saniert und sind heute besonders gefragt, weil die Vorderhäuser den Straßenlärm gut abschirmen. In der Kasseler Straße 14 wurde jetzt eine Baugenehmigung für ein Hinterhaus erteilt, wo früher schon einmal eines stand. Wie das Foto zeigt, stehen die Hinterhäuser der Nachbargrundstücke noch, während sich hier einige Bäume entfalten konnten, auch der Laubbaum knapp jenseits der Grenze auf dem Nachbargrundstück hat davon profitiert. Die Zeit dieser Bäume ist nun wohl abgelaufen, denn für die „Errichtung eines hofseitigen Mehrfamilienhauses mit Balkonen unter Aufnahme der Kubatur des ehemals vorhandenen Hofgebäudes“ wurde laut Amtsblatt vom 22.02.2022 die Baugenehmigung erteilt.

Zur Verhinderung überschießender Bodenpreise hat die Stadt Leipzig damit begonnen, kommunale Grundstücke nicht mehr zu verkaufen, sondern in Erbbaupacht zu vergeben. 2021 und 2022 sollen auf diesem Wege schrittweise 50 Parzellen vergeben werden. Die Stadt schreibt dazu: „Neben sozialen Kriterien sollen auch ökologische Gesichtspunkte wie energieeffizientes Bauen und eine klimagerechte Dachnutzung im Auswahlprozess berücksichtigt werden.“ In der ersten Tranche gibt es auch in Gohlis-Mitte ein solches Grundstück, allerdings ist es nicht unbebaut: Es handelt sich um die geschlossene Kindertageseinrichtung in der Eduard-von-Hartmann-Straße 29-31. Wer sich hierfür bewirbt, kann also ein Umbaukonzept mitbringen.

Von laufenden und anstehenden Baustellen

von Matthias Reichmuth

Das neue Jahr hat begonnen und Gohlis verändert sich weiter. Die stärkste Veränderung erlebt wohl derzeit die Schlotterbeckstraße, die lange Zeit eine kleine Seitenstraße mit versteckten grünen Oasen war. Zu Jahresbeginn waren im Rohbau des neuen Mehrfamilienhauses Schlotterbeckstraße 2 bereits die Fenster eingesetzt, die Fertigstellung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Schräg gegenüber war die Beton-Bodenplatte für den Neubau Schlotterbeckstraße 5-7 zu sehen, wo vor einem Jahr noch ein großer Garten war. Auf dem Grundstück Schlotterbeckstraße 6 könnte 2022 auch noch ein Baubeginn anstehen, dort waren 2021 alle Bäume gerodet worden.
Ebenfalls deutliche Veränderungen zeichnen sich in der Blumenstraße ab. Ohne irgend eine Fläche zusätzlich zu versiegeln, wird im Haus Nr. 54 Wohnraum geschaffen, indem das Dach um eine Etage aufgestockt wird. Dabei erweist es sich für die Baustelle als praktisch, dass die alten Garagen auf dem Grundstück mit der Nr. 56 bereits abgerissen wurden. Rechts und links des Neubaus mit der Nr. 60a sind ja alle Garagen, Schuppen und Werkstätten, die es dort früher gab, längst abgerissen, so dass auch hier schon Baufreiheit für zukünftige Neubauten besteht. Ein konkreter Baubeginn ist aber zuerst für die Blumenstraße 70 an der Ecke zur Lützowstraße in Sicht. Dort sollen zehn sehr große (111 bis 179 m²) „exklusive“ Neubauwohnungen entstehen, Bohrungen haben schon stattgefunden, das Toilettenhäuschen für die Beschäftigten am Bau stand zu Jahresanfang auch schon bereit.

Weit fortgeschritten sind unterdessen die kleiner dimensionierten Neubauten in der Wolfener Straße 11 / 11a sowie um die Ecke in der Lüderstraße 10, wo jeweils noch vor der Jahreswende die Fenster eingebaut wurden.

Der bereits in Heft 5/2021 ausführlich vorgestellte Umbau der Landsberger Straße hat sich dagegen auf 2023 verschoben. Möglicherweise können einzelne Stellen noch besser gestaltet werden als in den bisher vorgestellten Planungen.

Konkrete Baumaßnahmen 2022 sind dafür in der Mottelerstraße und in der Cöthner Straße in Sicht: Ähnlich wie in der Kasseler Straße werden nun Sanierungsmittel des inzwischen abgeschlossenen Sanierungsgebietes für einen Umbau genutzt, um die Lebensqualität im Straßenraum zu steigern: Es wird in beiden Straßen Parkbuchten und Straßenbäume geben, außerdem einen glatten Straßenbelag statt einen Flickenteppich. In der Mottelerstr. und der westlichen Cöthner Straße waren die Bagger ja erst 2021 unterwegs. Im Abschnitt zwischen Schachtstraße und Natonekstraße wurden solche Arbeiten vor wenigen Jahren mit einer schönen neuen Asphaltdecke abgeschlossen – daher ist die Oberfläche der Cöthner Straße in diesem Abschnitt eigentlich gar nicht sanierungsbedürftig, in anderen Abschnitten dagegen schon. Insgesamt wird der Straßenbau beiden Straßen aber echte Fortschritte in der Aufenthaltsqualität bringen.

Markante moderne Mehrfamilienhäuser

von Matthias Reichmuth

Nach manchen Berichten über versteckte Baustellen stehen diesmal einige Mehrfamilienhäuser im Blickpunkt, die kaum übersehen werden können, weil sie an der Berggartenstraße vom Kirchplatz aus, in der Lindenthaler Straße von der S-Bahn aus und in der Landsberger Straße schon von der Krochsiedlung aus im Blickfeld liegen.

Auf das Gebäude auf der lange brach liegenden Straßenecke von Berggartenstraße und Schorlemmerstraße hatten viele schon gewartet, denn es ist der letzte Neubau, der im Kern von Gohlis rund um den Straßenknoten entstanden ist, zum dem auch die Gohliser Straße, die Lützowstraße und der Schillerweg hinführen. Die Eigentumswohnungen wurden schon vor einigen Monaten für ca. 5.000,- Euro je Quadratmeter angeboten.

Für LWB-Blöcke am Ende der Landsberger Straße wurde am 3. September Richtfest gefeiert. Im Oktober waren in den drei Häusern mit 106 Ein- bis Vierraumwohnungen und einer integrierten Kita auch alle Fenster eingebaut. Da alle Wohnungen gefördert sind, sollten sie auch für niedrigere Einkommen erschwinglich sein. Nun werden in absehbarer Zukunft auch an der benachbarten Straßenbahnendstelle „Gohlis, Landsberger Straße“ (die schon zu Möckern zählt) etwas mehr Fahrgäste in die Linie 4 einsteigen.

Gefallen sind die Gerüste inzwischen in der Lindenthaler Straße 48-50. Die GWH-Gruppe hat dort unter der Bezeichnung „Lindeneck“ 35 Mietwohnungen und 22 Tiefgaragenstellplätze errichtet. Zur S-Bahn hin ist das Gebäude nicht ganz rechtwinklig, auch die Konstruktion mit dem zurückgesetzten Penthouse weicht etwas von den Standardformen ab, die aber entlang der Lindenthaler Straße die Fassade dominieren.
An etwas weniger auffälliger Stelle, aber ebenfalls ohne Gerüste präsentiert sich der VLW-Neubau in der Otto-Adam-Straße 11. Er ähnelt den benachbarten sanierten Altbauten mehr als seinem Vorgänger-Plattenbau. Weil die Straße etwas Gefälle hat, wurde im Erdgeschoss nur die Osthälfte mit Fenstern ausgestattet.

Seine endgültige Höhe erreicht hat auch das Mehrfamilienhaus in der Schlotterbeckstraße 2, wo 2020 einige Garagen planiert wurden, nach den ersten Baggerarbeiten im April 2021 ging es dann im Jahreslauf rasch in die Höhe. Der Quadratmeter in einer der acht Eigentumswohnungen kostet über 5.000,- Euro.

An der Ecke zwischen Etkar-André- und Michael-Kazmierczak-Straße wurde inzwischen ein Bauplatz für das Projekt „Etkar“, ein Mehrfamilienhaus mit 27 neuen Eigentumswohnungen eingerichtet: Beide Fahrbahnen wurden dafür in der Breite eingeschränkt, über eine Gitterbrücke wird Baustrom herangeführt. Im 2. Quartal 2023 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Baukonzept gewinnt Wettbewerb

von Matthias Reichmuth

Einige Birken an der Straßenecke, Gebüsch neben dem Schuhgeschäft und etwas Wiese – so sieht die Gothaer Straße 42 (Ecke Lindenthaler Straße) heute aus. Städtebaulich gesehen eine Baulücke, direkt an der Straßenbahnhaltestelle bestens angebunden. Dass sie nun bald bebaut werden soll, überrascht nicht. Allerdings gehört das Grundstück der Stadt Leipzig, und die Stadt ist inzwischen dazu übergegangen, Grund und Boden nicht mehr einfach meistbietend zu verkaufen, sondern ein Erbbaurecht für das beste Konzept zu vergeben. Wie für fünf andere Leipziger Grundstücke auch, wurde für das Grundstück daher ein „Konzeptverfahren zur Bestellung eines Erbbaurechts für kooperatives und bezahlbares Bauen und Wohnen“ vergeben. Beworben hatten sich zwei Baugruppen als potenzielle Bauherren, die mit einem Punktesystem bewertet wurden. Einige Punkte wurden nach einem festen Verfahren berechnet (z. B. der Anteil an barrierefreiem Wohnraum). Andere Punkte wurden von einer Jury bewertet, und in dieser Jury habe ich den Bürgerverein Gohlis vertreten. Am Ende gewann das Konzept, das auch aus Sicht des Bürgervereins stärker überzeugte. Hinter dem Konzept steht eine Gruppe von jüngeren Erwachsenen namens „WEforever“, die vor rund 15 Jahren gemeinsam in Weimar wohnten und studierten, derzeit von Berlin bis München in Deutschland verstreut sind und zukünftig wieder zusammen leben möchten. Dafür haben sie Leipzig als besten Standort ausgewählt und in Leipzig die Wolfener Straße 42. Die Gruppe umfasst mehrere Architekten und Künstler, aber auch jemanden, der ein Café betreiben möchte – direkt an der Straßenecke im Erdgeschoss, gut erreichbar für die Gohliser Nachbarschaft.

Das Konzept hat einige Besonderheiten. Zum einen schafft es Clusterwohnungen, also Kombinationen aus individuellen Kleinstwohnungen und gemeinsam genutzten Wohnflächen. Zum anderen plant die Gruppe nicht nur für sich selbst (16 Erwachsene und 5 Kinder), sondern auch mehrere Wohnungen im Bereich des geförderten sozialen Wohnungsbaus in allen Wohngeschossen. Im Erdgeschoss sollen außer dem Café noch ein Atelier, eine Fahrradwerkstatt und vier Pkw-Stellplätze entstehen, darunter zwei Stellplätze für Car-Sharing. Die anderen beiden müssen nachgewiesen werden, damit z. B. Besucher des Cafés auch einmal mit dem Auto kommen können. Unter den 21 Mitgliedern der Baugruppe hat aktuell niemand ein Auto, es entsteht also kein Parkdruck im Umfeld, die Baugruppenmitglieder investieren ihr Geld lieber ins Gebäude – und in einen Dachgarten. Zu ebener Erde wäre der nicht überbaute Teil des Grundstücks zu klein und schattig für einen schönen Garten geworden. Der Dachgarten ist auch nur ein Teil des Gedankens, umweltfreundlich zu bauen, ökologische Baumaterialien waren der Gruppe ebenso wichtig wie die Standortwahl, die es erlaubt, in weniger als 10 Minuten den Leipziger Hauptbahnhof mit dem Fahrrad oder der Straßenbahn zu erreichen.

Nachdem die Sieger (sowohl hier als auch für fünf Grundstücke außerhalb von Gohlis) klar sind, werden als nächstes die Konzepte konkretisiert und Fördermittel beantragt. Anfang 2022 soll ein Vertrag mit der Stadt geschlossen und vom Grundstücksverkehrsausschuss des Stadtrats bestätigt werden. Anschließend folgen die Baugenehmigung, die Ausführungsplanung und das Bauen. Drei Jahre nach Vertragsschluss, also bis Frühjahr 2025 müssen die Gebäude dann errichtet sein.