Stadtteil

Gohlis hat eine interessante Geschichte …
Das 1317 erstmals urkundlich erwähnte Dorf entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem der beliebtesten „Vergnügungsörter“ vor den Toren der Stadt Leipzig. Wohlhabende Bürger ließen sich hier Sommerhäuser bauen. Das prunkvollste unter ihnen ist das Gohliser Schlösschen. 1785 war Friedrich Schiller in Gohlis zu Gast und dichtete hier die „Ode an die Freude“.

1890 wurde das Dorf nach Leipzig eingemeindet. Industriebetriebe siedelten sich an. Seilbahnen und selbstspielende Musikinstrumente wurden von hier aus in alle Welt exportiert. In Gohlis hergestellt wurden Motorrad-Seitenwagen der international renommierten Firma Stoye, ebenso das legendäre Behinderten-Fahrzeug Krause-Duo. Begehrt waren auch Schokolade, Spirituosen und Bier aus hiesiger Produktion. An der Flurgrenze zu Möckern entstand zwischen 1875 und 1901 Sachsens zweitgrößter Kasernenkomplex. In der Springerstraße wurde von 1946 bis 1999 Rundfunkgeschichte geschrieben. Auch wichtige Ereignisse der Sportgeschichte sind mit Gohlis verbunden: 1884 wurde hier eine der ersten Radrennbahnen Mitteldeutschlands eingeweiht, 1893 der Fußballclub „Lipsia“ gegründet, Sachsens erster Fußballverein.

In Gohlis lebten und wirkten bekannte Kulturschaffende, unter ihnen die Insel-Verleger Anton und Katharina Kippenberg, der Architekt Hubert Ritter, der Dichter Georg Maurer, der Schriftsteller Erich Loest, die Dirigenten Herbert Kegel und Václav Neumann, Thomaskantor Hans-Joachim Rotzsch sowie die Maler Max Schwimmer und Werner Tübke. Zu Hause in unserem Stadtteil waren auch Helmut Richter, Textautor des Karat-Hits „Über sieben Brücken musst du gehen“, ebenso der Renft-Sänger Peter „Cäsar“ Gläser sowie der Jazzmusiker und Bigband-Chef Fips Fleischer.