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Unser Stadtteil – Unser Gohlis
Hier können Sie Gohlis und die vielseitigen Facetten des Stadtteils erkunden und sich über die aktuellen Ereignisse in der Nachbarschaft informieren.
Gohlis, heute ein Stadtteil im Leipziger Norden zwischen Möckern und Eutritzsch, wurde erstmals 1317 urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte blieb es ein kleines Dorf, bevor es sich im 18. Jahrhundert zu einem beliebten Sommersitz für wohlhabende Leipziger entwickelte. Villen und großzügige Gärten prägten das Ortsbild. Mit der fortschreitenden Industrialisierung und dem starken Bevölkerungswachstum Leipzigs wurde Gohlis 1890 eingemeindet. Zu diesem Zeitpunkt lebten bereits rund 19.000 Menschen hier, und erste Industriebetriebe hatten sich angesiedelt. Besonders prägend waren die Bleichert-Werke, die um 1900 weltweit führend im Bau von Drahtseilbahnen waren und den Stadtteil wirtschaftlich mitprägten.
Während des Zweiten Weltkriegs blieb Gohlis im Vergleich zu anderen Leipziger Stadtteilen weitgehend von Bombenzerstörungen verschont. Nach 1990 veränderte sich die wirtschaftliche Struktur grundlegend: Infolge der Privatisierungen durch die Treuhand wurden sämtliche Industriebetriebe geschlossen. Zwei Jahre später, 1992, zog zudem die russische Armee aus ihren Kasernenstandorten in Gohlis und im benachbarten Möckern ab – ein Einschnitt, der große Flächen für neue Nutzungen freigab.
Wohnen in Gohlis

Heute zählt Gohlis zu den gefragten Wohnlagen Leipzigs. Zwischen 2010 und 2024 wuchs die Einwohnerzahl von etwa 38.000 auf rund 47.000 Menschen. Während Gohlis-Süd und Gohlis-Mitte eine vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur aufweisen, ist der Altersdurchschnitt in Gohlis-Nord höher. Der Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte liegt bei knapp sechs Prozent. Mit Blick auf die Bevölkerungsdichte nimmt Gohlis-Mitte nach Neustadt-Neuschönefeld den zweiten Platz unter den Leipziger Stadtteilen ein.
Charakteristisch für Gohlis ist die Vielfalt seiner Bebauung. Neben repräsentativen Villen finden sich Siedlungshäuser und Eigenheime, großflächige Gründerzeitquartiere, Anlagen des sozialen Wohnungsbaus aus den 1920er- und 1930er-Jahren, DDR-Wohnbauten sowie nach 1990 umgenutzte Fabrikhallen und ehemalige Kasernen. Fünf Seniorenresidenzen bieten betreutes Wohnen an.
Grünes Gohlis
Ein wesentliches Merkmal des Stadtteils ist sein hoher Grünanteil. Parks, baumbestandene Plätze, 14 Kleingartenanlagen sowie größere unbebaute Flächen nehmen mehr als ein Viertel der Gesamtfläche ein. Im Nordosten schließt die Wohnbebauung an den Arthur-Bretschneider-Park an, im Südwesten an das Rosental. Neben diesen Grünräumen tragen auch Alleen sowie private Vorgärten und Hinterhöfe zur Lebensqualität, zum Mikroklima und zur Artenvielfalt bei.
Verkehrlich ist Gohlis gut angebunden. Die Straßenbahnlinien 4, 10, 11 und 12 sowie die Buslinien 80, 85 und 90 verbinden den Stadtteil mit der Innenstadt und den Nachbarquartieren. Hinzu kommen die S-Bahn-Linien S 1 und S 3, außerdem durchquert die Bundesstraße 6 den Stadtteil. Seit den 1990er-Jahren wurde die Radverkehrsinfrastruktur kontinuierlich ausgebaut.
Rund
47.000
Menschen wohnen in Gohlis
Über
5300
Personen sind 2024 zugezogen, 2500 von außerhalb Leipzigs. Das Wanderungssaldo betrug 132.
Etwa
4450
Familien mit Kindern leben hier
422
Neugeborene gab es im letzten Jahr, 33 weniger als im Vorjahr
Seit
135
Jahren gehört unser Stadtteil zu Leipzig
Rund
2600
bei der IHK registrierte Firmen haben hier ihren Sitz, davon rund 300 Handwerksbetriebe
Durchschnittlich
6,61 Euro
pro Quadratmeter kalt kostet eine Mietwohnung, warm sind es rund 9,59 Euro
14
Kleingartenvereine gibt es in Gohlis
Die Nahversorgung ist umfassend: Alle großen Supermarktketten sind vertreten, ergänzt durch traditionsreiche Fachgeschäfte, zwei Wochenmärkte und mehrere Spätverkaufsstellen. Die Gastronomie bietet eine breite Palette – von gutbürgerlicher deutscher Küche bis zu italienischen, französischen, griechischen, kroatischen und verschiedenen asiatischen Angeboten. Vier Eisdielen sowie Biergärten, die vor allem im Sommer stark frequentiert sind, ergänzen das Angebot. Überregional bekannt ist die Gosenschenke, in der seit 1984 wieder Gose ausgeschenkt wird – jenes obergärige Weizenbier, das um 1900 als Leipziger Spezialität galt.
Bildung in Gohlis
Auch die Bildungs- und Freizeitangebote sind vielfältig. Von den rund 20 Kindertagesstätten wurde etwa ein Viertel seit 2019 neu eröffnet. Hinzu kommen sechs Grundschulen, vier Oberschulen, ein Gymnasium und eine Förderschule. Zwei Musik- und drei Tanzschulen ergänzen das Angebot.. Sportliche Aktivitäten sind unter anderem beim MoGoNo e. V. am „Stadion des Friedens“ möglich, daneben stehen Fußball- und Tennisplätze, zwei Schwimmhallen, Fitnessstudios, einer Calisthenics-Anlage sowie gut nutzbare Lauf- und Spazierwege zur Verfügung.
Kultur in Gohlis
Gohlis verfügt über einen reichen Bestand an Baudenkmalen vom Spätbarock bis zur Architektur des Neuen Bauens. Als herausragendes Beispiel gilt das Gohliser Schlösschen, 1756 im Rokokostil als Sommerpalais eines Leipziger Kaufmanns errichtet. Der zugehörige Garten ist der letzte erhaltene barocke Bürgergarten Leipzigs. Kulturhistorisch bedeutsam ist zudem das Schillerhaus, in dem Friedrich Schiller 1785 an der „Ode an die Freude“ arbeitete. Von den vier Kirchen des Stadtteils nimmt die 1932 geweihte Versöhnungskirche als bedeutender Bau der klassischen Moderne eine besondere Stellung ein.
Das kulturelle Leben wird getragen vom soziokulturellen Zentrum Budde-Haus, dem Gohliser Schlösschen, dem Schillerhaus, der Musikschule Neue Musik, dem Mediencampus der Sparkasse, der Stadtteilbibliothek sowie von Kirchen, Vereinen, Galerien und einer Buchhandlung. In Gohlis bestehen Gemeinden verschiedener christlicher Konfessionen.





