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Schillerhaus

Bild Sommer im Schillergarten

Wiederöffnung Schillerhaus – Kulturprogramm 2024

Der Götterfunke strahlt wieder!

Am 1. März öffnet das Leipziger Schillerhaus nach der Winterpause wieder seine Pforten. Die größte Neuerung dabei: der Eintrittspreis fällt weg! Sie können die Ausstellung „Götterfunken“ von nun an jederzeit kostenfrei genießen. Lediglich für Veranstaltungen oder thematische Führungen werden weiterhin Entgelte erhoben. Um die Ausstellung kennenzulernen, bieten sich die thematischen Führungen durchs Museum an, die am ersten Mittwoch im Monat um 15 Uhr angeboten werden. Neu im Programm ist der Stadtrundgang „Auf Dichterspuren durch das alte Gohlis“, der Sie jeden 2. Samstag im Monat um 14 Uhr vom Schillerhaus bis zum Gohliser Schlösschen führt. Natürlich können Sie auch weiterhin zu Ihren Wunschterminen Führungen im Schillerhaus buchen. Ob Familienfeier, Firmenausflug oder der Besuch mit einer Kindergruppe. Hier ist Vieles möglich. Sprechen Sie uns einfach an.

Kulturprogramm im Kalenderjahr 2024

Im Garten des Schillerhauses erwartet Sie wieder ein buntes Sommer-Open-Air Theaterprogramm. Neben den bewährten Ensembles Kulturbeutel, TheaterPACK, Action & Drama oder den Fischelanden Gaffeedanden, wird der junge Leipziger Schauspieler David Leubner Goethes „Leiden des jungen Werther“ auf die Bühne bringen. Das Theaterkollektiv „Freie Radikale“ von der Gohliser Schiller-Schule wird ihr an Schillers „Kabale und Liebe“ angelehntes neues Stück „Der Liebeskomplex“ im Schillergarten spielen.

Musikalisch zelebriert das Schillerhaus am 15. Mai das 200. Jubiläum der Uraufführung von Beethovens Neunter Sinfonie mit einer Abendveranstaltung, bei der der Musikjournalist Claus Fischer Vertonungen dieses musikalischen Klassikers vorstellt und mit Ihnen diskutiert. Am 25. September um 16 Uhr stellen Ihnen Franziska Jenrich-Tran und Museumsbibliothekar Marko Kuhn die neueren Forschungen zum Schiller-Fälscher Heinrich von Gerstenbergk vor, der in großem Stil Schillers Handschriften fälschte und veräußerte. Kritisch befragen sie die museumseigene Sammlung von Schillermanuskripten und präsentieren Ihnen die Ergebnisse in einem Vortrag. Weitere Vorträge am 25. April und am 25. Oktober um jeweils 16 Uhr sind Schillers Mäzen und Lebensfreund Christian Gottfried Körner sowie den bildlichen Darstellungen des großen Dichters gewidmet.

Kooperation mit dem Bürgerverein Gohlis

Auch die bewährte Zusammenarbeit mit dem Gohliser Bürgerverein wird fortgesetzt. Den Auftakt bildet der Frühjahrsputz im Schillergarten, zu dem am 20. April ab 10 Uhr aufgerufen wird. Alle freiwilligen Helfer sind willkommen, sich erst im Garten zu betätigen und anschließend am Grill zu laben! Am 16. August um 16 Uhr liest der Schriftstellers Reinhard Bohse aus seinem Historischen Report 1945-1989 „Von einem, der auszog in eine nicht vergangene Zeit“. Das Team des Schillerhauses freut sich darauf, Sie zahlreich wiederzusehen!

Das Schillerhaus sucht einen neuen Winzer!

Leipzig ist nicht nur eine Stadt, in der gern Wein getrunken wird, er wächst auch an einigen Stellen in der Stadt. Ein Standort befindet sich im Garten des Leipziger Schillerhauses. Aktuell kümmert sich der Gohliser Robert Severin ehrenamtlich um die Weinstöcke und produziert daraus seinen eigenen Tropfen. Perspektivisch möchte er diese Aufgabe jedoch übergeben. Daher werden nun Interessierte gesucht, die sich zunächst mit ihm gemeinsam um die Weinstöcke kümmern und dabei die grundlegenden Kenntnisse von Weinbau und -herstellung erlernen. Wer einen grünen Daumen besitzt und Lust hat, sich im Garten des Schillerhauses zu engagieren, meldet sich bitte unter: Schillerhaus-leipzig@leipzig.de oder unter 0341/5662170.

Autorin: Franziska Jenrich-Tran

 

SOKO-Leipzig Kommissar Johannes Hendrik Langnerr

Lesung im Schillerhaus – Krimilesung mit SOKO-Leipzig Kommissar Johannes Hendrik Langer

von Tino Bucksch und Bettina van Suntum

Lesungen im und mit dem Schillerhaus haben Tradition beim Bürgerverein – sei es mit Peter Gosse, dem Autor, Dozent a.D. für Lyrik am Institut für Literatur in Leipzig und dessen kommissarischer Direktor, ehemaliger Vizepräsident der Sächsischen Akademie der Künste und Mitglied des PEN oder mit Gerhard Pötzsch, dem Leipziger Romancier und Hörspielautor unter der Moderation von Arno Köster, ehemaligen Manager von Udo Lindenberg.

Auch wenn die Buchmesse gerade vorbei ist – gelesen wird immer! Deswegen haben wir einen ganz besonderen Sommer-Leseabend für Gohlis vorbereitet: ZDF-SOKO-Kommissar Moritz Brenner alias Schauspieler Johannes Hendrik Langer liest für uns im Garten des Schiller-Hauses aus einem Krimi:

Samstag, 24. Juni 2023
18 Uhr Lesung
im Garten des Schiller-Hauses,

Der Gohliser glänzt nicht nur in seiner Paraderolle als ZDF-Kommissar, sondern engagiert sich auch ehrenamtlich für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Er liest für uns aus einem Krimi, der vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe im Ahrtal spielt und damit aufzeigt, wie real die Klimakrise nun bereits in unserem Leben angekommen ist.

„Inzwischen ist das Rennen um die Klimakatastrophe ja schon ein bisschen zu einem echten Krimi geworden: Schaffen wir es am Ende, das Schlimmste noch abzuwenden?“, beschreibt Langer seine Idee für die Lesung. „Für mich als Schauspieler und Familienvater ist es ein wichtiges Anliegen, öffentlich für mehr Klimaschutz einzutreten und das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen, wie wir alle gemeinsam handeln können und müssen, um für unsere Kinder und Enkel eine lebenswerte Zukunft zu erhalten.“ ergänzt der Vater von drei Kindern.

Die Lesung wird veranstaltet vom Gohliser Bürgerverein, AG Umwelt und Klimaschutz, in Kooperation mit dem Klimabuchmesse e.V. und dem Schiller-Haus. Der Eintritt kostet 2€, Karten können über das Schillerhaus unter … gekauft werden.

Stand des Bürgervereins, Tag der offenen Tür im Schillerhaus

Rückblick Tag der offenen Tür im Schillerhaus

von Tino Bucksch

In der 2. Ausgabe unseres Gohlis Forums haben wir dem Schillerhaus 4 Sonderseiten gewidmet. Diese sollten dem inhaltlichen Auftakt für die Wiedereröffnung des so wichtigen kulturellen Kleinodes in Gohlis dienen. Seit September 2022 war das Schillerhaus für Besucherinnen und Besucher nicht zugänglich und es fanden auch keine weiteren Veranstaltungen statt. Umso mehr hat es den Bürgerverein gefreut, am 1. April zum Tag der offenen Tür und Wiedereröffnung des Schillerhauses mit einem Stand dabei gewesen zu sein. Mit unserem Gohliser Historischen Heft Nr. 6 „Straßennamen in Gohlis“ (mehr dazu auf Seite 5) sowie unserem Gohlis Kalender konnten wir den ca. 850 Gästen die Arbeit des Vereins präsentieren. Die besondere Beziehung zum Schillerhaus und die jahrelange gute Kooperation aber symbolisierte eines von 12 Roll-Ups unserer Ausstellung „30 Jahre in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“, bei der extra eine Stellwand dem Schillerhaus gewidmet ist. Unzählige interessierte Gäste sind davor stehen geblieben und haben die eine oder andere neue Information mitgenommen.

Unsere Ausstellung geht auf Wanderschaft im Stadtteil: Auftakt wird am 03. Mai bis zum 30. Juni die Ambulantis Sylvia Ohnesorge (Foyer der Einrichtung in der Breitenfelder Straße sein) sein. Danach vom 05. Juli bis 25. August in der Stadtteilbibliothek „Erich Loest“ (Georg-Schumann-Straße 105) und im Budde-Haus (Lützowstraße 19) wird sie im Rahmen des Tages des offenen Denkmals bzw. dem Tag der Industriekultur 10. bis 15. September zu sehen sein.

Mal ohne Lorbeerkranz

Von Steffen Poser, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

»Wir stehen an einer Stätte, die ein großer und edler Mann betrat … Unser großer Schiller, … er steht uns in heiliger und unnahbarer Ferne; … Aber an dieser Stelle …, die alle an das gewöhnliche Leben erinnern, fühlen wir es lebhafter als je: daß auch Schiller Mensch war; wie wir; … hier ist er aus- und eingewandert, hier hat er sich erfreut …, in diesen freundlichen Räumen hat er dieselbe Luft geathmet, die uns erquickt, in unserm traulichen Rosenthale haben ihn dieselben Schattengänge gekühlt, die uns erfreuen.«

Treffender, als es Robert Blum anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel an Schillers kurzzeitigem Quartier in Gohlis im November 1841 tat, kann man kaum zusammenfassen, warum auch heute noch im mittlerweile Schillerhaus geheißenen alten Bauernhaus in der Menckestraße Gebäude und Ausstellung an den Sommeraufenthalt des Dichters im Jahre 1785 erinnern.

Dieses Jahr hatte für den späteren Dichterfürsten genauso bedrückend begonnen, wie das alte geendet hatte. Aus dem Job als Militärarzt, den er hasste, hatte er sich davongeschlichen, aus dem nächsten, den er wirklich mochte, war er rausgeflogen. Die Behörden waren ihm wegen Fahnenflucht auf den Fersen, der Geldbeutel war flach und zu allem Überfluss plagte er sich mit einer Malariaerkrankung. Kurzum, die Welt war schlecht und das Leben, kaum dass es richtig begonnen hatte, schien aschgrau.

Und dann, von jetzt auf gleich, änderte sich alles. Schiller nahm eine überraschende Einladung von zwei ihm bis dahin vollkommen unbekannten Pärchen an, die ihn, voll der Bewunderung für seine ersten schriftstellerischen Erfolge nach Leipzig baten. 1785 zog er für einige Wochen im Haus des Bauern Schneider als Sommergast ein. Dort erlebte er beglückende Nähe, bedingungslose Freundschaft und ehrliche Bewunderung, im nahen großstädtischen Leipzig eine verheißungsvolle Ahnung der weiten Welt. Hier sah er sein eigenes Stück im Theater, machte die Bekanntschaft zahlreicher Künstler, gewann neue Zuversicht und verlor seine Schulden. Plötzlich schien alles eitel Sonnenschein und im Hochgefühl des Glücks wuchsen in ihm Verse, die einmal seine bekanntesten sein sollten – das Lied »An die Freude«.
Rund 50 Jahre später ist es der Leipziger Theatersekretär und Homo Politicus Robert Blum, der Schillers einstige Sommerfrische zu wenig beachtet findet. Blum nimmt den „kräftigste(n) Kämpfer für … Wahrheit, Recht und Freiheit“ beim Wort und setzt ihn als subversive Waffe gegen politische Bevormundung, Despotie und Zensur ein. Man beschäftigt sich im Kreise Gleichgesinnter mit dem Werk eines der größten deutschen Dichter und ruft doch mit dessen Worten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit laut in den abgestandenen Mief der deutschen Kleinstaaten nach dem Öffnen der Fenster.

Schiller und sein Werk trifft auch nach Jahrzehnten noch den Nerv der Zeit bei jenen, die am politischen Prozess teilhaben wollen. Man zitiert den Dichter und münzt ihn auf die Gegenwart. Wer je in der DDR den trotzigen Applaus nach Posas Gedankenfreiheits-Forderung bei einer Aufführung des Don Karlos erlebte, weiß, was gemeint ist. Man macht einen über siebzigjährigen Gohliser ausfindig, der des Dichters einstige Sommerwohnung identifiziert, die man 1841 mit einer für das schmalbrüstige Häuschen etwas überdimensionierten Ehrenpforte samt Eisengusstafel schmückt. Die erklärt, er habe hier nicht nur gewohnt, nein, sein populärstes Werk, das (bitte im Fettdruck) Lied sei hier entstanden. Später disputiert man darüber. Hat er es hier nur im Herzen getragen, allenfalls knapp skizziert, vielleicht zunächst im Freundeskreis im sommerlichen Schatten alter Linden nur einzelne Verse gesungen und das Ganze erst jenseits Gohlis‘ vollendet? Heute Nebensächlichkeit, damals an diesem Ort unverzichtbar für die Identifikation mit Mann und Werk.

Von nun an gibt es alljährlich Schillerfeste, Wettbewerbe für Schüler und Ausstellungen von »Schiller-Reliquien«. 20 Taler lässt sich der Schillerverein die Miete für die beiden windschiefen Stuben kosten, in denen der Verehrte einst logierte und als 1856 der Abbruch des ganzen Hauses droht, erwirbt er kurzerhand Haus und Grundstück und setzt es instand. Fast einhundert Jahre später wird der Schillerverein aufgelöst und die Stadt übernimmt das Gebäude. Unsachgemäßer Umgang mit der Bausubstanz und verwalteter Mangel in der DDR lassen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erneut um den Fortbestand des Hauses fürchten, den eine grundhafte Sanierung 1998 sichern kann. Nachvollziehbar, dass sich im Laufe von mehr als anderthalb Jahrhunderten Gedenkstättenexistenz auch mehrfach die Art und Weise wandelt, mit der Friedrich Schiller an diesem Ort dem Publikum begegnen soll. Vom Freiheitskämpfer, über den entrückten Dichterfürsten zum Revolutionär ist da Vieles dabei. Vielleicht ist es heute an der rechten Zeit am rechten Ort, in der neuen Ausstellung den Wortgewaltigen als Menschen kennenzulernen, ehe er vollständig zu Marmor erstarrt.

Schöne Aussichten: das Kulturprogramm im neu gestalteten Schillerhaus

Von Franziska Jenrich-Tran

Das Jahr 2023 steht im Schillerhaus ganz im Zeichen der Freude. Zunächst einmal freuen wir uns sehr, Sie nach einer längeren Umbauphase in unserer neuen Ausstellung „Götterfunken“ wieder begrüßen zu können. Dies soll am 1. April mit einem Tag der offenen Tür für Groß und Klein gebührend gefeiert werden. Entdecken Sie die Ausstellung unter sachkundiger Führung, genießen Sie musikalische Beiträge von jungen Musizierenden, gehen Sie auf einen digitalen Schillerrundgang oder nutzen Sie unser Kreativangebot.

Auch über den Publikumstag hinaus werden an jedem ersten Mittwoch im Monat sowie an besonderen Tagen öffentliche Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. Bei Interesse vereinbaren wir auch gern individuelle Führungen an Ihrem Wunschtermin. Zudem wurde das Programm für Bildungseinrichtungen überarbeitet und erweitert. Es reicht nun von spielerischen Angeboten für Kindergartenkinder bis zu Workshops für die Oberstufe. Alle Informationen dazu finden Sie auf der Museumswebseite oder Sie sprechen uns direkt an.

Der malerische Bauerngarten wird im Sommer wieder Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen sein. Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Unter anderem werden die Papiertheaterkünstlerin Ulrike Richter, die Sängerin Cora Chilcott, die Schüler und Schülerinnen der Musikschule Johann-Sebastian Bach sowie das Kabarett „De fischelanden Gaffeedanden“ ihre neuen Programme zeigen. An den beiden letzten Augustwochenenden präsentiert das beliebte Theater-Ensemble Kulturbeutel sein alljährliches Sommertheaterstück. Ein weiteres Highlight wird die Aufführung des Stücks „Der Räuber-Komplex“ durch die Theater-AG des Gohliser Friedrich-Schiller-Gymnasiums.

Erstmalig wagen wir uns dieses Jahr mit den Ensembles „Action & Drama“ und „Uschis Erben“ in die Sphären des Improvisationstheaters. Das Publikum wirkt als Impulsgeber mit seinen Ideen, die dann spontan auf der Bühne in Geschichten umgewandelt werden.

Friedrich Schiller war ein großer Weinliebhaber, der dem Rebensaft auch literarisch ein Denkmal setzte. Was liegt also näher als eine öffentliche Weinprobe im Garten des Schillerhauses, zu der Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger in diesem Jahr wieder herzlich einlädt.

Schillers Gedicht „An die Freude“ steht im Fokus zweier Veranstaltungen. Ich werde in einem öffentlichen Vortrag auf die Entstehungsumstände und das musikalische Nachleben des berühmten Gedichts eingehen. Der Lyriker Ralph Grüneberger gestaltet eine musikalisch umrahmte Lesung mit modernen Lesarten der Ode an die Freude. Auch die Leipziger Theodor-Fontane-Gesellschaft und der Verein für Sächsische Landesgeschichte sind mit Lesungen im Schillerhaus vertreten.

Wer sich für weitere Schiller-Orte in Gohlis interessiert, kann sich künftig mit seinem Smartphone auf eine Spurensuche rund um das Schillerhaus begeben. Den digitalen Rundgang haben Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums in Kooperation mit dem Museum entwickelt.

Ganz besonders freuen wir uns über die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Gohliser Bürgerverein, der uns schon in der Vergangenheit tatkräftig unterstützt hat. Als gemeinsame Veranstaltungen sind dieses Jahr ein Stand beim Publikumstag, ein Frühjahrsputz im Schillergarten, eine Lesung mit dem Schauspieler Johannes Hendrik Langer sowie ein Liedersingen im Advent geplant.
Kommen Sie also vorbei und lassen Sie sich vom Charme des Schillerhauses verzaubern. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Veranstaltungshighlights 

1. April, ab 10 Uhr Tag der offenen Tür zur Wiedereröffnung des Schillerhauses
30. April, 17 Uhr „An die Freude“, Lesung mit Ralph Grüneberger
6. Mai, ab 18 Uhr Museumsnacht Halle – Leipzig
2. Juni, 18 Uhr Heinrich Heine: Atta Troll. Papiertheater mit Ulrike Richter
10.6., 19 Uhr „Der Räuber-Komplex“. Theater mit Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Schiller-Gymnasiums
18.6./ 2.7., jeweils 15 Uhr Sommermusik mit der Musikschule Johann Sebastian Bach
23.6., 19 Uhr Improvisationstheater mit „Uschis Erben“
1.7., 14 Uhr Lesung mit dem Verein für Sächsische Landesgeschichte
8.7., 18 Uhr Schiller-Abend mit Cora Chilcott
9.7., 16 Uhr Weinprobe im Schillergarten mit Dr. Anselm Hartinger und Franziska Jenrich-Tran
5.8., 19 Uhr Improvisationstheater mit „Action & Drama“
18.-20.8. sowie 25.-27.8. Sommertheater mit dem Kulturbeutel
27.9., 16 Uhr Vortrag „Alles über Schillers Ode an die Freude“ von Franziska Jenrich-Tran
21.10., 19 Uhr/ 22.10, 17 Uhr: Kabarett „De fischelanden Gaffeedanden“
25.10, 16 Uhr Lesung zu E.T.A. Hoffmann mit dem Fontane-Kreis-Leipzig

 

 

Schiller unter der Lupe, Foto Christian Hofmann

Schiller unter der Lupe: Vortrag zu Friedrich Schillers Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“

Der Leiter des Schillerhauses Rudolstadt besucht das Leipziger Schillerhaus und stellt mit der heutzutage wenig bekannten Erzählung „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ ein Werk des großen Dichters, Dramatikers und Philosophen vor. Was inspirierte Schiller zu diesem Stück? Wie waren Schillers Lebensumstände während der Entstehung? Wie könnte das Werk verstanden werden? Mitunter werden Schillers Werke in ganz neue Beziehungen zu Werken anderer Künstler gesetzt, sodass ein überraschender Dialog entsteht. Natürlich sind Sie dabei herzlich eingeladen, sich einzubringen oder mitzudiskutieren und Ihre Gedanken mit uns zu teilen.

Der Vortrag ist kostenfrei und findet im Garten des Schillerhauses statt.

Zum Schillerhaus
Im Jahr 1785 verbrachte der 25-jährige Friedrich Schiller einen Sommer in dem ehemaligen Dorf Gohlis in einem Bauernhaus. Hier schrieb der junge Autor seine Ode An die Freude und arbeitete am Don Carlos. Das Schillerhaus selbst ist nicht nur ein charmanter Originalschauplatz, der mit der Ausstellung Friedrich Schiller in Leipzig und Gohlis 1785 vom Leben und Wirken des jungen Rebellen in Leipzig berichtet, sondern gleichzeitig ein Zeugnis der gesellschaftlichen und politischen Bewegungen im 18. und 19. Jahrhundert.

Termin: So. 29.5.2022
Uhrzeit: 15 Uhr
Ort: OPEN AIR im Garten des Schillerhaus Leipzig, Menckestraße 42, 04155 Leipzig
Kosten: kostenfrei
Anmeldung: möglich unter 0341/5662170

Gohliser Frühlingserwachen

Gohlis hat kulturell mehr zu bieten, als es vielen bekannt ist. Dies war auch ein Grund dafür, warum sich auf Initiative des Bürgervereins Gohlis im Herbst letzten Jahres das Kulturnetzwerk Gohlis gründete. Es ist ein offener Zusammenschluss von Kulturakteuren des Stadtteils, unter anderem mit dem Kulturhof Gohlis, dem Gohliser Schlösschen und dem Budde-Haus. Gemeinsam soll mehr Öffentlichkeit für den „Kulturstandort Gohlis“ geschaffen werden.

Eine erste gemeinsame Aktion gibt es am 1. Mai: das Gohliser Frühlingserwachen. Von 11.00 bis 14.00 Uhr sind alle Gohliserinnen und Gohliser zu einer „Kultur-Pflanz-Aktion“ auf dem Richterplatz (zwischen Richter-, Ehrenstein-, Fricke- und Trufanowstraße) eingeladen. Dabei werden echte und gebastelte Blumen gepflanzt, um den Platz zu verschönern und temporär künstlerisch zu gestalten.

Die Aktion wird begleitet von einem kulturellen Rahmenprogramm, Bastelständen zum Gestalten der „Kunst-Blumen“, Infoständen von Kulturakteuren des Stadtteils und ökologischen Vereinen und Initiativen sowie einem gastronomischen Angebot.

Im Schillerhaus: Lesung und Gespräch mit Gerhard Pötzsch

Im Schillerhaus | Lesung und Gespräch mit Gerhard Pötzsch

Freitag, 24. September 2021 | 18.00 Uhr

Inhalt (lang): Der Leipziger Romancier und Hörspielautor Gerhard Pötzsch nimmt die Leserschaft in seinem neusten Roman Zwischenzeitblues mit auf eine Reise, die schließlich von der Pleiße bis ans Grab des russischen Schriftstellers Pasternak bei Moskau führt. Das Alter Ego des Autors sucht nach Antworten auf die großen Fragen: Wie führt man ein Leben? Wodurch wurde ich der, der ich heute bin? Kann ich mein vergangenes Leben überhaupt in der Erinnerung finden?
In zehn Erinnerungs-Scheiben, in denen die Musik etwa oder der jeweilige »Duft« der Epoche eine erhebliche Rolle spielen, schildert Pötzsch die Summe von Erfahrungen und die Sehnsucht, sie zu begreifen.

Moderation: Arno Köster (Autor und Journalist)

Ort: Im Garten des Schillerhauses | Menckestraße 42, 04155 Leipzig

Veranstalter: Stadtgeschichtliches Museum & Bürgerverein Gohlis e.V.

Eintritt frei, ab 12 Jahre

Schillerhaus – Ein- und Ausblicke

von Wilma Rambow (Koordinatorin Schillerhaus und Abt. Bildung und Vermittlung, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig mit seinem charmanten Standort Schillerhaus setzt auch in diesem Jahr wieder verstärkt auf das Potential der attraktiven Außenflächen und öffnet die Gartentore für seine Gäste. Gerade unter den aktuellen Umständen ist der Schillerhaus-Garten von unschätzbarem Wert.

Die in den 1960er Jahren als Bauerngarten angelegte Freifläche mit Kräuter-Obst- und Gemüsebeeten, bunter Blumenpracht und Obstbaumbestand lädt zum Erholen, Verweilen und zum Naturgenuss inmitten des Großstadttrubels ein. Hier können die Gäste Kleingartenatmosphäre, die für jeden offen ist, erleben. Und, was viele noch nicht wissen: es ist ein Nasch- und Bürgergarten. Während der regulären Öffnungszeiten können Gäste kostenfrei in den Garten und das reichhaltige Obst- und Blumenangebot bestaunen und genießen. So können sie in den Sommermonaten – natürlich mit der nötigen Vorsicht – über die Buchsbaumhecken in die Beete steigen, um sich an unseren Beerensträuchern zu laben – so lange der Vorrat der Natur reicht! Trauen Sie sich bei ihrem nächsten Schiller-Garten – Besuch!

Den Vorgarten des Schillerhauses bereichert seit einigen Monaten ein bronzenes Tastmodell der Leipziger Bronzegießerei Noack. Zusammen mit einem Audioguide für Blinde und Sehbeeinträchtigte wurden so neue, attraktive und vor allem inklusive Zugänge zum Haus und seiner rund 300-jährigen Geschichte geschaffen.

Seit Juni werden Haus und Garten wieder von „Wiederholungstätern“ und „Neulingen“ frequentiert. Zum bewährten abendlichen Veranstaltungsprogramm mit Theater, Kabarett und musikalischen Darbietungen, u.a. vom Kulturbeutel e.V., TheaterPACK oder der MUSIKSCHULE Leipzig, gesellen sich neue Angebote. So konnte Die Kulturfabrik Leipzig e.V. – Werk II mit einem Kindertheaterprojekt gewonnen werden. Durch den Kontakt zur Naturschutzstation Parthenaue nahm das Schillerhaus dieses Jahr auch erstmalig am Tag der offenen Gartenpforte im Juni teil.

Der idyllische Bauerngarten lockt in diesem Sommer außerdem vom 20. 7. bis 12. 9. mit einer besonderen Präsentation der GEDOK Mitteldeutschland e.V.. Zwölf kleinplastische Keramik-Büsten der Bildhauerin Ute Hartwig-Schulz erinnern an bedeutende Frauen der Leipziger Kulturgeschichte. Mit diesem kleinen Garten-Highlight ist das Schillerhaus diesjährig zum ersten Mal auch Standort für das Gohliser Kunst- und Kulturfest „Nacht der Kunst“ am 4.9. Dabei wird nicht nur die Ausstellung zu sehen sein, auch für die Ohren können musikalische Genüsse angekündigt werden.

Die museumspädagogische Arbeit mit Schulklassen der Grundschule bis Oberstufe läuft in den Wochen vor den Sommerferien auch wieder auf vollen Touren. Es ist eine große Freude, kleine und große Besucher*innen wieder durch Haus und Garten zu führen. Und selbst die Jugend, der oft mangelnden Interesses an Museumsbesuchen und kulturhistorischen Themen nachgesagt wird, verlässt nach dem Besuch froh und sich bedankend das Schillerhaus. Die Lust auf gemeinsame Erlebnisse, Aktion und Interaktion ist nach der langen Durststrecke bei allen zu spüren!

Für die Sommerferien laden wir insbesondere kleinere Kinder zu Workshops im Garten ein. Dabei können die Teilnehmer*innen vom Fächerbau, über Schreiben wie zu Schillers Zeiten und bei Kräuterkunde-Angeboten kreativ sein, Wissen sammeln und Spaß haben.

Die Vorbereitungen für eine Neukonzeption der mittlerweile 30 Jahre alten Dauerausstellung im Schillerhaus sind derzeit in vollem Gange. Und so erwartet die Besucher*innen im Verlauf 2022 die neue Dauerausstellung „Götterfunken“, in der uns Friedrich Schiller als junger Mann in den Alltagsfacetten seiner Zeit begegnen wird und eine Nähe zu diesem großen Dichter und Denker auf eine zeitgemäße Weise hergestellt werden soll. Sie dürfen gespannt sein auf die erhellende Wirkung der „Götterfunken“.

Nicht zuletzt sei auf die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bürgerverein Gohlis e.V. selbst hingewiesen. Stadtteilgeschichte und das Interesse an deren lebendigen, bürgernahen Vermittlung ist der große gemeinsame Nenner für die Zusammenarbeit beider Einrichtungen

So wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche gemeinsame Projekte realisiert und wird in 2021 eine Lesung und die Beteiligung des Schillerhauses beim Gohliser Advent in den Höfen und Gärten durch den Verein mit realisiert.

Die Museum-Team sieht der Zukunft des Schillerhauses mit Freude und Elan entgegen! Wir hoffen, sie beim Rundgang durchs Haus, beim Naschen an den Sträuchern, einem Konzert an lauem Sommerabend, an der Feuerschale im Advent oder einfach zu einem Plausch zwischen den Beeten begrüßen zu können!

 

 

Schillerhaus en miniature als Tastmodell in Bronze

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig erweitert inklusive Besucherangebote

Wenn die Museen nach ihrer coronabedingten Schließung wieder öffnen dürfen, wartet das Schillerhaus Leipzig in der Gohliser Menckestraße mit neuen Angeboten auf: Ein Tastmodell aus Bronze im Maßstab 1:100 gleich hinter dem Eingangsportal ermöglicht insbesondere sehbehinderten und blinden Besuchern, sich eine Vorstellung des historischen Gebäudeensembles zu verschaffen. Das eigentliche Schillerhaus wie auch das Kastellanhaus und der Garten sind in ihrer Lage zueinander, ihren Größenverhältnissen und ihrer Beschaffenheit in vielen Details zu ertasten.

Das Tastmodell wurde entworfen und realisiert von dem Bildhauer Jochen Zieger und der Bronzebildgießerei Noack aus Leipzig. Die beiden haben bereits langjährige Erfahrung mit Tastmodellen aus Bronze vorzuweisen, auch die beliebten Modelle vor der Universität am Augustusplatz und an der Thomaskirche beispielsweise stammen aus der Bronzebildgießerei Noack. Die Erfahrung zeigt, dass inklusive Angebote wie diese auch bei allen anderen Besuchern und Neugierigen ausgesprochen beliebt sind.

Zugleich erhalten Besucher die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines mobilen Audioguides auf einen Hörrundgang durch die Anlage und die Ausstellung führen zu lassen, der ebenfalls speziell für sehbehinderte und blinde Gäste entwickelt wurde. Hier versetzen nicht nur Texte und Beschreibungen, sondern auch Musikbeispiele den Besucher in die Sommermonate des Jahres 1785, in denen Friedrich Schiller in diesem Bauernhaus in Gohlis lebte, neue tiefe Freundschaften schloss und unter anderem seine berühmte »Ode an die Freude« dichtete. Für den Hörrundgang zeichnet die Berliner Firma Linon. Medien für Museen verantwortlich.

„Modell und Hörrundgang sind erste inklusive Angebote im Schillerhaus. Weitere Angebote werden in den nächsten Jahren folgen, wobei es in der denkmalgeschützten Anlage aus dem 18. Jahrhundert immer schwer bleiben wird, wirklich Barrierefreiheit herzustellen.“, so Ulrike Dura, stellvertretende Direktorin und Leiterin des Bereich Kunstsammlung des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.

Beide Projekte wurden gefördert durch das Investitionsprogramm Barrierefreies Bauen 2020 „Lieblingsplätze für alle“ des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig.