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Mobilität_Positionen

Kreuzungsbereich Lützow- / Virchowstraße

Ein Stadtplatz für Gohlis-Mitte!

Die Stadtverwaltung befürwortet den Vorschlag des Bürgervereins zu mehr Verkehrssicherheit an der Einmündung Lützow- / Virchowstraße

Der Bürgerverein Gohlis sieht in dem Einmündungsbereich Lützow- / Virchowstraße schon seit Jahren einen Abschnitt mit hohem Handlungsbedarf. Für Fußgänger, die von der Lützowstraße in die Virchowstraße einbiegen wollen, entstehen lange Umwege mit mehrfachen Fahrbahnüberquerungen. Ein Betreten der großen Sperrfläche birgt hohes Gefahrenpotenzial, da viele Autofahrende, die in nördlicher Fahrtrichtung in der Lützowstraße weiterfahren, die Sperrfläche mit hoher Geschwindigkeit geradeaus überfahren. Dabei ist es auch mit in die Virchowstraße abbiegenden Radfahrenden zu Unfällen gekommen.

Beim Fußverkehrsrundgang mit Oberbürgermeister Burkhard Jung im Oktober 2019 wurde bereits auf die Gefahren hingewiesen. Herr Jung regte damals eine Abpollerung der Sperrfläche an, um wenigstens die Autofahrenden zum langsamen Fahren und Einhaltung des vorgesehenen Abbiegevorgangs anzuhalten. Dieser Anregung ist bislang kein Verwaltungshandeln gefolgt.

Deshalb wurde vom Bürgerverein Gohlis e.V. ein entsprechender Antrag für das Stadtbezirksbudget gestellt. Dies wurde nunmehr befürwortet und eine Realisierung der Abpollerung im 3. Quartal 2024 in Aussicht gestellt.

Mit einem Folgeantrag im Jahr 2024 kann aus dem Stadtbezirksbudget die nötige Finanzierung bereitgestellt werden. Das große Ziel bleibt, den Einmündungsbereich zu einem attraktiven Stadtplatz für alle umzugestalten. Gute Beispiele dafür findet man etwa in Schleußig entlang der Könneritzstraße. Immerhin hat das Verkehrs- und Tiefbauamt zugesagt, eine Aufnahme des Kreuzungsbereichs in das Stadtplatzprogramm zu prüfen.

 

„12 Probleme entlang der Linie 12“

von Tilman Schenk

Am Verlauf der Straßenbahnlinie 12 in Gohlis häufen sich die Benachteiligungen für die umweltfreundlichen Verkehrsmittel – Fuß-, Rad- und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) derart, dass sich die AG Mobilität & Verkehr des Bürgervereins Gohlis entschlossen hat, diese zum Thema eines Rundgangs mit Vertretern der Stadtverwaltung zu machen. Stattfinden wird dieser am Dienstag, 27. Juni ab 17 Uhr. Treffpunkt ist die Haltestelle Gottschallstraße.

Die Straßenquerschnitte entlang der Virchow- und Lützowstraße entsprechen noch weitestgehend der Gestaltung aus dem 19. Jahrhundert. Seitdem hat sich das Verkehrsgeschehen massiv verändert, vor allem Kraftfahrzeuge kamen in der damaligen Stadtplanung noch gar nicht vor. In der Folge wurde der Platz für alle immer enger, und hat heute eine Situation geschaffen, in der Zufußgehende, Radfahrende und ÖPNV-Fahrgäste entlang dieser Straßenzüge mit einer Reihe von Barrieren und Hindernissen zu kämpfen haben. Bei unserem Rundgang wollen wir an den folgenden Orten Station machen und über die Probleme sprechen:

1) Radweg Virchowstraße

Generell mangelt es in Gohlis-Nord und Gohlis-Mitte an leistungsfähigen und sicheren Nord-Süd-Verbindungen für den Radverkehr. Als Hauptverkehrsstraße ist die Virchowstraße mit 50 km/h befahrbar und wird täglich von 12.650 Kfz genutzt. Bei dieser Verkehrsstärke, so empfehlen die einschlägigen Richtlinien, kann Radverkehr nicht mehr im Mischverkehr mit den Autos geführt werden, sondern benötigt eine eigene Spur. Diese fehlt aber in der Virchowstraße auf ganzer Länge. Mit einem Pop-Up Radweg am 1.6. haben wir auf diesen Mangel hingewiesen.

2) fehlende Barrierefreiheit Haltestelle Gottschallstraße

Die Haltestelle Gottschallstraße ist eine von vielen der Linie 12 an der nach wie vor wie im 19. Jahrhundert auf die Fahrbahn ausgestiegen werden muss. Durch die Aufweitung des Straßenzuges ist der Haltestellenbereich für Autofahrer in stadtauswärtiger Richtung schwer einsehbar und hier kommt es besonders häufig zu gefährlichen Situationen, weil Autos an der haltenden Bahn vorbeizufahren versuchen: Viele Autofahrer scheinen zu denken, sie hätten nun „endlich freie Fahrt“. Der Haltestelleninsel in stadteinwärtiger Richtung fehlt ein ordentlicher Übergang vom Gehweg mit abgesenkten Bordsteinkanten.

3) fehlende Barrierefreiheit und Falschparker Haltestelle Virchow-/Coppistraße

Ein ähnliches Problem stellt sich an der Haltestelle Virchow-/Coppistraße. Zudem wird im Haltestellenbereich häufig regelwidrig geparkt. Ein- und aussteigende Fahrgäste müssen sich durch parkende oder haltende Fahrzeige hindurchschlängeln. Dabei handelt es sich bei dieser Haltestelle um eine recht wichtige – man kann hier zwischen Bus und Straßenbahn umsteigen und sie befindet sich mitten im kleinen Quartierszentrum rund um den Konsum.

4) Gestaltung der Einmündung Virchow-/Lützowstraße

Der Einmündungsbereich Lützow-/Virchowstraße gibt insgesamt ein tristes Bild ab: Er besteht fast ausschließlich aus versiegelten Fahrbahnen und einer nicht nutzbaren Verkehrsinsel. Für Zufußgehende, die von der Lützowstraße in die Virchowstraße einbiegen wollen, entstehen lange Umwege mit mehrfachen Fahrbahnüberquerungen. Ein Betreten der großen Sperrfläche birgt hohes Gefahrenpotenzial, da viele Autofahrende, die in nördlicher Fahrtrichtung in der Lützowstraße weiterfahren wollen, die Sperrfläche mit hoher Geschwindigkeit geradeaus überfahren. Dabei ist es mit in die Virchowstraße abbiegenden Radfahrenden schon mehrfach zu Unfällen mit schweren Verletzungen gekommen. Die Kreuzung ist auch Teil vieler Schulwege im Umfeld der 35. Oberschule.

5) Radverkehrsführung in der Bahnunterführung am S-Bahnhof Gohlis

Bereits länger bekannt ist die problematische Radverkehrsführung hinter dem Wartebereich an der Straßenbahnhaltestelle S-Bahnhof Gohlis und gemeinsam mit dem Fußverkehr. Radfahrende sind hier häufig zu schnell unterwegs, und auch wenn die Nutzung des Fußweges für die Radfahrenden nicht verpflichtend ist, ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn zwischen die Schienen auch nicht attraktiv.

6) Verkehrsführung Gohlis-Arkaden

Vor den Gohlis-Arkaden befindet sich die nächste Straßenbahnhaltestelle, die nicht barrierefrei ist und die Fahrgäste vollständig den Gefahren des Autoverkehrs ausliefert. Häufig bildet sich vor der Ampel Kfz-Rückstau, die Fahrgäste schlängeln sich hindurch, nicht alle Autofahrer halten sich daran, hinter der haltenden Bahn zu warten, wenn sie befürchten, die Ampel würde nicht mehr lange grün sein.
Der Fahrgastwechsel sollte hier mindestens durch eine so genannte „Zeitinsel“, eine zusätzliche Ampel, die die Autos hinter der Bahn anhält, geschützt werden. Zur Herstellung der Barrierefreiheit wäre ein überfahrbares Kap wie an der Haltestelle Georg-Schumann-/Lindenthaler Straße der Linie 4 nötig.

7) Lieferverkehr Gohlis-Arkaden auf Fußwegen

Auf gleicher Höhe werden die an sich schon schmalen Gehwege häufig zusätzlich durch haltende Lieferfahrzeuge verstellt. Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen können hier nicht mehr passieren. Ein Ausweichen auf die Fahrbahn scheidet wegen der hohen Verkehrsdichte aus. Dabei verfügen die Gohlis-Arkaden eigentlich über Anlieferbereiche in ihrem Innern. Diese werden aus uns nicht bekannten Gründen aber nicht von allen Lieferfahrzeugen genutzt.

8) Elterntaxis auf Gehweg vor Glascontainer und fehlende Gehwegnasen an der Einmündung Lützow-/Eisenacher Straße

Der glücklicherweise recht großzügige Gehwegbereich in der Lützowstraße vor den Glascontainern und dem Durchgang zur Erfurter Straße als Zugang zur Erich-Kästner-Grundschule wird leider von „Elterntaxis“ zu oft als Halteoption genutzt. Der Einmündungsbereich zur Eisenacher Straße ist autofreundlich für zügiges Abbiegen aufgeweitet – das Überqueren der nicht besonders breiten Eisenacher Straße wird dadurch unnötig verlängert. Hier sind viele Kinder unterwegs, zur Erich-Kästner-Schule, zur freien Oberschule oder zu den Räumlichkeiten der Musikschule „Neue Musik“ im Haus der Urania.

9) Drängelgitter am Eingang der Freien Oberschule

Die „Drängelgitter“ vor den Eingängen der Freien Oberschule Gohlis verengen die sowieso schon sehr engen Gehwege zusätzlich. Hier passen nicht einmal zwei Zufußgehende aneinander vorbei.

10) Radverkehr zwischen den Schienen und Kontrolle Tempo 30 in der unteren Lützowstraße

Die Einführung von Tempo 30 in der unteren Lützowstraße hat sicher zur Verkehrssicherheit positiv beigetragen. Wir habe den Eindruck, dass dennoch viele Autos hier noch zu schnell unterwegs sind und sich Autofahrende zu riskanten Überholmanövern hinreißen lassen, wenn sich Radfahrende in den schmalen Streifen zwischen Straßenbahnschienen und Fahrbahnrand zwängen. Wir regen deshalb an, zum Radfahren zwischen den Schienen „auf dem Gleis“ anzuregen, durch Anbringen entsprechender Radpiktogramme.

11) Querung Kirchplatz / Einmündung Berggartenstraße für Fußgänger

Die Gestaltung des Krichplatzes ist auch schon lange Gegenstand der Arbeit des Bürgervereins. Insbesondere das Überqueren der Berggartenstraße war schon immer schwierig und ist durch die vor einigen Jahren markierten Sperrflächen nur etwas leichter geworden. Da die Poller recht weit auseinander stehen, werden die Sperrflächen auch gerne zum Parken von Autos missbraucht.

12) Radverkehr zwischen Kirchplatz und Ehrensteinstraße

Zwischen Kirchplatz und Ehrensteinstraße, wo der Radweg Richtung Zoo beginnt, fehlt auch noch eine angemessene Radverkehrsführung, obwohl der Platz im Querschnitt der Straße dafür ausreichend wäre. Hier hat die AG bereits im letzten Jahr mit einem Pop-up Radweg aufmerksam gemacht.

Positionspapier zum Gohliser Anger – Chance für ein städtebauliches Vorzeigeprojekt

Dieses Positionspapier des Bürgervereins und seiner Arbeitsgemeinschaften Stadtteilgeschichte, Mobilität und Verkehr sowie Umwelt und Klima ist an den Bürgermeister Rosenthal und Dienberg, die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Stadtrat und an die Fachabteilungen versandt worden.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dienberg,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Rosenthal,

mit Spatenstich am 5. September 2022 begann die von unserem Bürgerverein und vielen Anwohnerinnen und Anwohnern schon lang ersehnte Sanierung des Gohliser Angers. Darüber freuen wir uns sehr, wird doch nun aus dem wilden Parkplatz wieder eine ansehnliche Grünfläche im Herzen der Menckestraße. Auch die Idee, mit einem Trinkbrunnen Menschen vor der zunehmenden Hitze zu schützen, begrüßen wir. Allerdings wird aus unserer Sicht bislang mit dem Umbau des Angers eine große Chance vertan, über die Sanierung der Grünfläche hinaus ein Modellprojekt für einen modernen, klimagerechten und autoarmen Stadtumbau zu wagen. Das möchten wir ändern.

Im Frühjahr erhielt die Stadt den Zuschlag von der EU, als eine von 100 Modellkommunen „Klimaneutrale Stadt 2030“ zu werden. In der Ratsversammlung am 13. Oktober beschloss der Stadtrat das Energie- und Klimaschutzprogramm 2022. Beide Ereignisse begrüßen wir sehr. Doch: Wie will Leipzig diese sehr ambitionierten Ziele so kurzfristig erreichen?

Wir meinen: Am besten, indem sie konkrete Projekte in den Stadträumen dafür nutzt. Dabei muss die Stadt das Rad nicht neu erfinden, sondern sollte bei den Projekten, an denen sie bereits arbeitet, gleich Klimaschutz und Klimaanpassung mitdenken und vor Ort umsetzen.

Nach Auffassung des Bürgervereins Gohlis bietet sich die Maßnahme am Gohliser Anger bestens an, um über die reine Sanierung der Grünanlage hinaus zu denken und den gesamten Straßenraum neu zu gestalten.

Was aus unserer Sicht in diesem an sich sehr schönen Projekt fehlt, ist die Berücksichtigung von Fragen wie:

  • Wie kann der eigentlichen Förderzweck, „nachhaltig aus der Krise“ zu kommen, erreicht und die Grünfläche zu einem Raum für soziale Begegnungen und für Bewegung, vor allem für Kinder, werden?
  • Wie kann der Straßenraum zwischen den neuen Gehwegnasen und den Schienen so gestaltet werden, dass er für den Radverkehr sicher ist? Aktuell ist in dem Bereich durch die Pflastersteine kein gradliniger, risikoarmer Radverkehr möglich.
  • Wie kann die Maßnahme dafür genutzt werden, den Menschen Stadträume zurück zu geben und den Zielen des Leipziger Nachhaltigkeitsplans näher zu kommen, die Anzahl der PKW in Leipzig deutlich zu reduzieren?
  • Wie kann die Umgestaltung des Gohliser Angers dafür genutzt werden, nachhaltige Mobilität zu befördern und ein positives Exempel zu statuieren, wie PKW-Stellfläche reduziert, aber gleichzeitig Lebensqualität gewonnen werden kann?

Wir meinen: Das Areal der Menckestraße rund um den Gohliser Anger wäre eine wunderbare Gelegenheit, eine Maßnahme auf viele gesamtstädtische Ziele auszurichten. Wir sehen den Raum zwischen Schlösschenweg und Gohliser Straße als echte Chance, ein Exempel zu statuieren, bei dem vermeintlich so gegensätzliche Interessen wie Aufenthalt und Bewegung im Freien, generationenübergreifendes Quartier, familienfreundliches Wohnen und quartiersnahe Sport- und Freiraumangebote, nachhaltige Mobilität und vor allem klimabewusste Stadtgestaltung miteinander in Einklang gebracht werden können, zum Vorteil aller.

Tatsächlich wurden diese Punkte im Gespräch mit dem Grünflächenamt vor Ort geführt, bei der kurzfristig anberaumten Bürgerveranstaltung im Gohliser Schlösschen im August 2021. Bei der dortigen Vorstellung erster Überlegungen hatten wir bereits darum gebeten, das Projekt über die Grünfläche hinaus zu überdenken und soziale und klimaschützende Aspekte mit einzubeziehen. Dabei baten wir ganz konkret um Abstimmung mit dem VTA, dem Referat für Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz und dem Stadtplanungsamt. Wir hätten uns gewünscht, dass diese Hinweise aufgegriffen und ein Konzept über die Grünfläche hinaus entwickelt würde. Dies war leider nicht der Fall. Nun kommen wir auf diesem Weg darauf zurück.

Wir, der Gohliser Bürgerverein, haben im Nachgang zu der Bürgeranhörung in einem breiten Meinungsbildungsprozess zwischen AG Umwelt und Klimaschutz, AG Verkehr und Mobilität, AG Stadtteilgeschichte und Vorstand eine Vision entwickelt, wie das soziale Leben auf der Menckestraße zwischen Gohliser Straße und Schlösschenweg aussehen könnte. Wir wünschen uns einen Mencke-Kiez, weg von reiner (Auto-) Verkehrsplanung, wo die Begegnung von Menschen und die Aufenthaltsqualität im städtischen Raum im Vordergrund stehen, einen Kiez, bei dem nicht nur der Platz, sondern der gesamte Straßenraum mitgedacht wird. Einen Gohliser Anger, der – wie es seiner historischen Funktion entspricht – ein Platz im Herzen von Gohlis-Süd ist, wo Menschen allen Alters und mit und ohne körperliche Einschränkungen gefahrlos miteinander die Grünfläche nutzen können, sich gern aufhalten, begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.

Dafür bitten wir Sie um Entwicklung eines konkreten Konzeptes. Hierfür haben wir bereits umfangreiche Anregungen und Ideen gesammelt.

Konkret stellen wir uns – beispielgebend – Folgendes vor:

  • Das Projekt Gohliser Anger wird nicht nur als Ausschüttung der in 2022 zur Verfügung stehenden Fördermittel gesehen, sondern mittelfristig als gesamtstädtisches Konzept gedacht, bei dem die nachfolgenden Ideen schrittweise umgesetzt werden.
  • Die Platzgestaltung denkt mittelfristig eine Nutzung auch für Kinder und Jugendliche mit. Bei der Verwendung der Fördermittel wird entweder eine solche Nutzung bereits umge-setzt, mindestens aber vorbereitet und auf jeden Fall nicht durch Umsetzung der bisher ge-planten Gestaltungsvariante verhindert. Aus historischer Sicht wird bei der Platzgestaltung die bauliche Gestaltung der Menckestraße mitgedacht. Der Platz wird so gestaltet, dass der Denkmalschutz einer Weiterentwicklung nicht entgegenwirkt, um perspektivisch weitere Nutzungsmöglichkeiten offen zu halten, wie zum Beispiel als Spielplatz und als generati-onsübergreifender Begegnungsraum.
  • Bereits in Planung ist ein übersichtlicher Zugang: Etwa in der Mitte des Platzes soll ein bar-rierefreier, gut einsehbarer und markierter Übergang vom Fußweg über die Straße zum Gohliser Anger führen. Ergänzend dazu wünschen wir uns, dass neben diesem Übergang die Fläche für ruhenden Verkehr so gestaltet ist, dass hierdurch eine freie Sicht von der Querung in den Straßenraum möglich ist. Unsere Idee ist: Von der Mitte (Querungsmög-lichkeit) nach außen werden auf der Straße, auf der Seite zum Fußweg, Stellflächen für Fahrräder, Lastenräder, Räder mit Kinderanhängern etc. geschaffen. Auf der inneren Stra-ßenseite hin zum Gohliser Anger soll Parken gänzlich untersagt sein. Dadurch soll die Que-rung für Jung und Alt gefahrlos möglich sein und zugleich klimafreundliche Mobilitätsfor-men unterstützt werden. Nach außen folgen dann Stellflächen für Car-Sharing, Parkplätze mit e-Ladestationen und Kurzzeit-Parkplätze für Anwohner-Lieferverkehr. Damit wird der Straßenraum auf der Länge des Angers für PKW-Dauerparker obsolet. Diese Parkflächen werden aber nicht „weggenommen“, sondern in Parkflächen klimafreundlicher Mobilitäts-formen umgewandelt.
  • Der Straßenraum wird insgesamt neu definiert, um die gewünschte Nutzung des Angers zu ermöglichen. Für die Menckestraße wird perspektivisch vom Beginn (ab Gohliser Straße) bis zur Kreuzung Schlösschenweg eine verkehrsrechtliche Lösung gefunden, damit eine Nutzung des Angers, insbesondere Familien, gefahrlos und attraktiv möglich ist. Idealer-weise wäre aus unserer Sicht eine Sachgasse von beiden Seiten her zu schaffen, so dass der Durchgangsverkehr außen vor bleibt. Natürlich muss die Durchfahrt für die Straßenbahn bestehen bleiben.
  • Wir begrüßen, dass auf den historischen Platz und die Menckestraße als historischen Orts-kern von Gohlis (Süd) bei der Umgestaltung in geeigneter Weise hingewiesen werden soll.
    Zur Begründung und zum besseren Verständnis möchten wir auf folgende Punkte hinweisen:
  • In den umliegenden Innenhöfen werden große Teile der Flächen als PKW-Stellflächen ge-nutzt. Daher bieten diese Höfe weder für Kinder noch für Jugendliche die Möglichkeit, sich dort altersgerecht aufzuhalten. Bewegungsfläche für Kleine und Treffpunkte für Große sind daher nicht vorhanden – aber für ein gesundes Heranwachsen unerlässlich.
  • Der Weg ins Rosental ist insbesondere für berufstätige Familien an Werktagen oft unrealis-tisch, eine Spielfläche vor dem Haus, bei dem man die Nachbarn trifft, wäre hingegen sehr alltagstauglich und ermöglicht auch eine spontane, wechselseitige Unterstützung bei der kurzzeitigen Kinderbetreuung. Bei einem sicheren Stadtraum könnten die Kinder sogar oh-ne Betreuung vor dem Haus spielen. Dies würde nicht nur die Familien entlasten, sondern die selbstbewusste Entwicklung der Kinder stärken.
  • Da die Höfe wegen der Parkflächen oftmals auch nicht als Treffpunkt für die Hausgemein-schaften geeignet sind, gibt es in diesen Häusern keinen Ort, der Nachbarschaft zu begeg-nen, außer zufällig im Treppenhaus. Ein gemeinsamer Platz schafft daher auch Räume, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken. An Ereignissen wie dem Parking Day, „Chill & Grill“, hat der Bürgerverein bereits sehr positive Erfahrungen damit gemacht, den Anger als Treffpunkt für die Anwohner*innen zu aktivieren. Diese Aktionen wurden gern ange-nommen und sehr gut besucht.
  • Ein Ort, der allen Generationen Zugang bietet, schafft nicht nur Begegnungen und Kennen-lernen, sondern auch Verständnis füreinander und die jeweiligen Bedürfnisse der anderen Generationen.
  • Die Klimakrise trifft uns bereits jetzt sehr stark mit Wassermangel und Hitze. Die deutliche Verringerung der Anzahl von KFZ ist ein vom Stadtrat beschlossenes Ziel der Nachhaltig-keitsstrategie. Wenn man die bisherigen Stellplätze so neugestaltet, dass man sie nicht ein-fach ersatzlos abschafft, sondern in klimafreundliche Mobilitätsformen umwandelt, kann man zweierlei erreichen: Zum einen können Passanten beim Queren die Straße deutlich besser einsehen (und gesehen werden). Zum anderen fördert man durch die o.g. Umgestal-tung die Flächengerechtigkeit im Verkehr und schafft damit ein positives Beispiel. Auch werden hierdurch die Gesundheit der Leipzigerinnen und Leipziger sowie klimafreundliche Mobilität unterstützt. Das Umsteigen wird für alle leichter und attraktiver. Mit reservierten Kurzzeitparkplätzen könnte man überdies den Anlieferverkehr, Pflegekräfte, Handwerker und das Ärztehaus berücksichtigen.
  • Die Menckestraße ist das ehemalige Dorf Gohlis, der Anger das Herzstück, wo Schule, Ge-betsraum, Gefängnis, Spritzenhaus der Feuerwehr u.v.m. standen. Eine solche soziale Be-deutung dem Ort zurückzugeben, wird ihm auch in historischer Hinsicht gerecht.

Weitere Schritte:

  • Wir bitten um einen konkreten Termin, an dem wir unser Anliegen noch einmal mündlich vortragen können. Gern findet der Termin zusammen mit den zuständigen Fachämtern statt. Angesichts der zu erwartenden Planungszeiträume würden wir es sehr begrüßen, wenn der Termin noch in diesem Jahr zustande käme.
  • Wir bitten um Einstellung von Finanzmitteln in den städtischen Haushalt für die Erstellung des Konzeptes.
  • Wir bitten um die Einstellung von Finanzmitteln für die konkreten Planungsprozesse und die Umsetzungsschritte. Die Sicherung der Finanzierung ist die Voraussetzung für die Umsetzung des Projektes.
  • Wir bitten bei der Planung der Projektrealisierung um ein Bürgerbeteiligungsverfahren, das dieser Bezeichnung auch gerecht wird.

Wir freuen uns sehr, wenn die Ideen, konkrete Projekte, die von engagierten Bürgern vorangetrieben werden, seitens der Stadtverwaltung dazu genutzt werden, den Stadtumbau hin zu einer ökologischen, klimaneutralen und krisenfesten Stadt mit den Menschen im Mittelpunkt schnell und zielgerichtet voranzutreiben. Der Livia-Platz war hierfür ein sehr gutes Beispiel. Wir begrüßen das sehr und bieten gern unsere Unterstützung bei der weiteren Ideenfindung, Bürgerbeteiligung und Umsetzung an.

Herzlichen Dank. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

[Stellungnahme] Bebauungsplan Nr. 433 „Stadtquartier östlich Bremer Straße”

Katja Roßburg und Matthias Reichmuth

Die Arbeitsgemeinschaft Mobilität und Verkehr des Bürgervereins hat sich intensiv mit der Planung des o.g. Bauvorhabens beschäftigt und nimmt wie folgt dazu Stellung:

Dem vorliegenden Vorentwurf zum Bebauungsplan wird widersprochen.

1. Die Anbindung an das vorhandene ÖPNV-Angebot und die Mobilitätsstation an der Endhaltestelle „Virchowstraße“ ist unzureichend. Die Entfernungsangaben in der Begründung sind irreführend, da sie nur die minimalen Laufstrecken vom Planungsgebiet zu den Haltestellen darstellen.

2. Die Nutzung der südlichen Haltestelle „Bremer Straße“ (Linie 80, Richtung Virchowstraße) ist vom Planungsgebiet aus mangels Lichtsignalanlage an der vierspurigen Max-Liebermann-Straße nicht möglich. Die Haltestelle ist gefahrlos nicht erreichbar. Die Laufstrecke verlängert sich um ca. 300 m zur westlich gelegenen Haltestelle „Landsberger Str./Max-Liebermann-Straße“ und um ca. 350 m zur östlich gelegenen Haltestelle „Franz-Mehring-Straße“.

3. Die Situation (Punkt 2) ist bereits jetzt für die Nachbarschaft unzumutbar. (1) Die Haltestelle Bremer Straße wird außerdem von der Hans-Kroch-Schule (Grundschule) frequentiert, um zum Schwimmunterricht in der Schwimmhalle Nord zu gelangen. Durch die Errichtung der weiterführenden Schule (Gymnasium) wird der querende Fußverkehr und die Frequentierung der Haltestelle weiter steigen.

4. An der Kreuzung Max-Liebermann-Straße / Bremer Straße ist mindestens eine Lichtsignalanlage ähnlich wie an der Haltestelle „Franz-Mehring-Straße“ zu errichten.

5. Der geplante Standort der neu zu errichtenden Schule liegt von der Haltestelle „Beyerleinstraße“ (Linie 4) über 500 m entfernt., der der Kita sogar über 700 m. Die Stadtverwaltung Leipzig schreibt sich gern auf die Fahnen „Kurze Wege für kurze Beine“. Demnach wären die Standorte der Schule und Kita sinnvoller direkt hinter der bestehenden Neubebauung an der Max-Liebermann-Straße anzusiedeln wo auch die Linie 80 und das Einzugsgebiet südlich der Max-Liebermann-Straße besser erreichbar sind.

6. Durch die Stichstraßen sind die Laufstrecken aus dem nordöstlichen Teil zu den ÖPNV-Haltestellen besonders weit und mit deutlich über 300 m, teils 700 m Entfernung unattraktiv, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Nutzung der Linie 80 einen Umstieg erfordert, um ins Stadtzentrum zu gelangen. Nach der aktuellen Beschlussvorlage wird hier wieder ein Siedlungsbereich geschaffen, wo die Haushalte „auf ein Auto angewiesen“ sind und es an alternativen Mobilitätsmöglichkeiten mangelt.

7. Die Mobilitätsstation an der Endhaltestelle „Virchowstraße“ ist mit ca. 800 – 1.200 m unzumutbar weit entfernt. Nördlich des Viertelswegs gibt es bis auf diese Station kein Car-Sharing-Angebot. Es ist ein Konzept zu entwickeln, an welchen Stellen und in welchem Umfang in Wohnortnähe (250 bis 300 m) öffentlich ausgewiesene Stellplätze für stationäres Car-Sharing errichtet werden können. Die Wohngebiete westlich der Bremer Straße und südlich der Max-Liebermann-Straße sollten dabei mit einbezogen werden. Eine Bedarfserhebung sollte in Zusammenarbeit mit dem am Markt bereits vertretenen Anbieter teilauto erfolgen.

8. Darüber hinaus ist ein Konzept zu entwickeln zur Förderung für weitere intermodale Angebote wie z.B. Ausweitung des Leihfahrradsystems nextbike, des LVB-Angebots Flexa und/oder der Errichtung eines Quartierbusses, der auch die mit ÖPNV unterversorgten „Kasernenviertel“ in Gohlis/Möckern bedient. Die Begründung zum Vorentwurf bleibt hier sehr unkonkret.

9. Westlich der Bremer Straße herrscht bereits ein hoher Parkdruck mit all seinen negativen Begleiterscheinungen (Falschparken auf Grünflächen und Kreuzungsbereichen, Suchverkehr, …). Die Begründung lässt offen, wie die Errichtung privater und öffentlicher Kfz-Stellplätze im Planungsgebiet geregelt werden soll. Für das Quartier beiderseits der Bremer Straße sollte ein Konzept zur Parkraumbewirtschaftung erstellt werden, dass der Idee einer „autoarmen Quartiersentwicklung“ auch gerecht wird. Das Konzept sollte auch die Veränderungen des Kfz-Stellplatzangebots durch die Errichtung einer Quartiersgarage auf dem ehemaligen Gelände des Heizkraftwerks und den voraussichtlichen Wegfall der Pachtgaragenhöfe südlich der Max-Liebermann-Straße berücksichtigen.

10. Aus der Begründung ist nicht ersichtlich, ob die Erschließungsstraßen so gestaltet sind, dass sie einen klassischen Linienbus aufnehmen können. Der Fahrbahnquerschnitt und ggf. ein benötigter Wendehammer (z.B. für Schulbus) muss ausreichend dimensioniert werden (Schleppkurven). Zu vermeiden ist dabei allerdings, dass diese Bereiche für den Bring- und Abholverkehr („Elterntaxis“) zweckentfremdet werden.

11. Zu erwarten ist, dass sich im Quartier viele Beschäftigte der Arbeitsplatzschwerpunkte Industriepark Nord (mit BMW), Güterverkehrszentrum (mit Porsche) und Flughafen (mit DHL) ansiedeln, weil von dort die Erreichbarkeit über die Max-Liebermann-Straße und über die A14 günstig ist. Es wird also auf der Bremer Straße und auf der neuen Quartiersstraße reger Kfz-Verkehr zu den Stoßzeiten herrschen. Es wird in der Begründung nicht dargelegt, wie das Linksabbiegen des Kfz-Verkehrs in das bzw. aus dem Planungsgebiet bei derzeit fehlenden Lichtsignalanlagen an beiden Einmündungen sichergestellt wird.

12. Der Ansatz ist nachvollziehbar an der Bremer Straße dichter zu bauen als weiter im Osten des Planungsgebiets. Die Grundstückszuschnitte im Nordosten des Planungsgebietes sind allerdings überdimensioniert. Entlang der neuen Erschließungsstraße sollte auch auf der Ostseite mit schmaleren Reihenhausparzellen geplant und auf freistehende EFH-Grundstücke gänzlich verzichtet. Die Grundstücksgrößen der Doppelhaushälften sollten kleiner ausfallen. Die geplanten EFH-Einheiten ließen sich so schätzungsweise auf der Hälfte der Fläche unterbringen und die Erreichbarkeit des ÖPNV etwas verbessern.

13. Die durch die Verdichtung der Bebauung freiwerdenden Flächen sollten als Freiflächen belassen werden, um zumindest einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt zu leisten, die auf den Brachflächen in den letzten 30 Jahren entstanden ist. (2)

 

  1. Siehe hierzu auch Einwohneranfrage VII-EF-06441 https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig_public/vo020?VOLFDNR=2001890
  2. Stellungnahme des NABU Regionalverband Leipzig e.V. https://www.nabu-leipzig.de/stellungnahmen/bremer-straße/

[Stellungnahme] Entwurfsplanung zu den Baumaßnahmen südliche Landsberger Straße

von Katja Roßburg

In 2022/23 wird die Sanierung der Landsberger Straße zwischen Coppiplatz und Hans-Oster-Straße mit einem Investitionsvolumen von fast 10 Mio. Euro eine der wichtigsten Baumaßnahmen im Stadtteil sein. Die LVB beabsichtigen die Aufweitung der Gleisanlagen für den Einsatz von breiteren Straßenbahnen. Parallel ist seitens des VTA der zum Teil grundhafte Ausbau der Fahrbahn vorgesehen. Die Pläne dazu wurden Ende April in der Sitzung des SBB Nord vorgestellt und Ende August im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens veröffentlicht. Die Vorplanung wurde bereits 2017/18 ohne Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. Die AG Mobilität und Verkehr hat sich die Entwurfsplanung einmal genauer angeschaut:

Neuerungen: Fahrbahnsanierung, Gleisaufweitung, Parkstellflächen und Gehwegnasen
Die Gohliser:innen können sich nach Abschluss der Bauarbeiten über mehr als 20 Baumneupflanzungen und eine Reduzierung des Straßenlärms freuen. Zwischen Coppiplatz und Viertelsweg wird die Fahrbahn komplett saniert und Parkstellflächen werden baulich eingefasst. Durch Abmarkieren von Radfahrstreifen erfolgt ein wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz. Die Sanierung auf diesem Abschnitt wurde bereits 2011 im Rahmen „Mach’s leiser“-Projekt des Ökolöwen mit Bürger:innen als Maßnahme zur Lärmminderung identifiziert.

Die LVB wird das Wendegleis im Viertelsweg modernisieren und das separate Gleisbett bis zur Hans-Oster-Straße verbreitern. Stadteinwärts soll ein lärmreduzierendes Rasengleis angelegt werden. Auf der gleichen Straßenseite wird außerdem eine Deckensanierung durgeführt. Der schmale Radweg wird dort auf die Fahrbahn verlegt. Der bisherige gemeinsame Geh- und Radweg bleibt zukünftig dem Fußverkehr vorbehalten. Parkstellflächen werden auch hier baulich eingefasst und befinden sich nach dem Umbau zwischen Radfahrstreifen und Gehweg. Für den Kfz-Verkehr ergeben sich damit keine besonderen Veränderungen, die bisherige Verkehrsführung und der Parkraum bleiben laut den Plänen erhalten.

Im Zuge der Bauarbeiten gibt es für den Fußverkehr einige Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit. An den Einmündungen fast aller Nebenstraßen werden Gehwegvorstreckungen angelegt, die das Überqueren erleichtern und für die Verlangsamung des abbiegenden Kfz-Verkehr sorgen. Dort sowie an den Ampelanlagen und Haltestellen werden Bodenleitsysteme installiert. Außerdem sollen Poller und Radbügel an den Gehwegnasen errichtet werden, damit Querungshilfen und Sichtachsen für den fließenden Verkehr frei bleiben.

Kritikpunkte: Mindeststandards für den Radverkehr nicht erfüllt – Chance für Verdichtung des Haltestellennetzes vertan
Aufgrund der Gleisaufweitung sind an den Haltestellen Anpassungen notwendig. Hier wäre wünschenswert, dass stattdessen die Inselhaltestelle zwischen Hölderlin- und Breitenfelder Straße zu einer Kaphaltestelle umgebaut wird, wie es in einer der Varianten der Vorplanung angedacht war. Ein Kap am Gehweg würde den Ein-/Ausstieg für LVB-Fahrgäste erleichtern. Diese müssten dann nicht auf einem schmalen Streifen mit schnell fahrendem Kfz-Verkehr im Rücken auf die Straßenbahn warten. Ebenso könnte das Passieren für Radfahrende an der derzeitigen Engstelle deutlich sicherer gestaltet werden, da die Anlage eines breiten Radfahrstreifens vor der Haltestelle auf dem Kap realisierbar wäre.

Wenn man bedenkt, dass die grundhafte Erneuerung auf die nächsten 20 bis 30 Jahre ausgerichtet ist, wird für die kommenden Jahrzehnte mit dem aktuellen Planungsstand ebenfalls die Möglichkeit vertan, das Haltestellennetz zu verdichten. So bietet sich an, die LVB-Haltestelle am Umstiegsknoten Coppiplatz zwischen die beiden Bahntrassen näher an den S-Bahn-Haltepunkt zu rücken und eine weitere Haltestelle auf Höhe Stauffenberg-/Matthissonstraße zu legen. Eine schnelle Erreichbarkeit von Haltestellen trägt deutlich mehr zur Attraktivität des ÖPNV bei als kürzere Fahrzeiten durch wenige Stopps.

Obwohl der Straßenabschnitt auch im „Aktionsprogramm für den Leipziger Radverkehr 2021/2022“ aufgeführt ist, kann bis auf den schon erwähnten Lückenschluss im Radwegenetz nur begrenzt von Radverkehrsförderung gesprochen werden. An den vorliegenden Plänen gibt es zahlreiche Kritikpunkte, die typisch für Leipzigs Radverkehrsplanung der letzten Jahre sind:

  • Die neuen Radfahrstreifen (durchgezogene Linie) im südlichen Abschnitt unterschreiten die Mindestbreite von 1,85 m gem. den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA), die als eine Art „DIN-Norm“ den aktuellen Stand der Technik darstellen. Aufgrund der Zunahme von Lastenrädern und Fahrrädern mit Anhängern, wäre gem. ERA sogar eine Breite von 2 m geboten.
  • Die bereits existierenden Radschutzstreifen (gestrichelte Linie) mit teils nur 1,25 m Mindestbreite auf Höhe der Inselhaltestellen sind nicht StVO-konform, da ein Überholen von Radfahrenden durch einen Pkw oder Lkw mit 1,5 m Sicherheitsabstand nicht möglich ist. Abhilfe lässt sich hier durch eine leicht verengte Fahrbahnführung und entsprechende Beschilderung schaffen. Baulich wäre die Umgestaltung zu Kaphaltestellen die bessere Lösung.
  • Durch die Verlegung des Radwegs zwischen Hans-Oster-Straße und Viertelsweg auf die Fahrbahn ist auf Höhe der Konsum-Filiale ein sog. Radfahrstreifen in Mittellage („Angstweiche“) geplant, d.h. Radfahrende, die geradeaus auf der Landsberger Straße weiterfahren wollen, werden an die Ampel zwischen zwei Kfz-Spuren geleitet. Diese Art der Verkehrsführung wird u.a. vom ADFC abgelehnt, da sie von vielen Radfahrenden als gefährlich empfunden wird und wissenschaftlich nicht belegt ist, dass sie zu einer Verringerung von Unfällen beiträgt. Auch hier war in einer Vorplanungsvariante die Führung am rechten Fahrbahnrand vorgesehen.
  • An den Kreuzungen Coppiplatz und Viertelsweg fehlen Möglichkeiten zum sog. indirekten Linksabbiegen, dies ist aufgrund der Gleisanlagen und des damit verbundenen erhöhten Unfallrisikos zwingend erforderlich. Anstatt z.B. von Norden kommenden in die Coppistraße mit dem Kfz-Verkehr direkt nach links abzubiegen, fährt man zunächst mit einem Schwenk nach rechts in die Ludwig-Beck-Straße und wartet dort an der Ampel um anschließend geradeaus in die Coppistraße einzufahren.
  • Vor den Ampeln enden Radfahrstreifen weiterhin im Nichts. Hier waren ebenfalls in den Vorplanungsvarianten zwar nicht optimale, aber sichere Lösungen erarbeitet wurden. In den jüngsten LVZ-Interviews betonen sowohl OBM Burkhard Jung und VTA-Leiter Michael Jana zwar, dass man sich diesen Gefahrenstellen bewusst ist und diese entschärfen müsste, aber auch in dieser Planung ist nicht zu erkennen, dass die Verantwortlichen die Lösung derartiger Probleme in Angriff nehmen.

Die Maxime scheint auch weiterhin zu sein, die Leichtigkeit des Kfz-Verkehrs zu Lasten der Sicherheit aller am Verkehr Teilnehmenden zu gewährleisten. Die Planungen sind bereits weit fortgeschritten und die Einbindung der Öffentlichkeit ist erst auf Anfrage durch Stadtbezirksbeirat und Bürgervereinsvorsitzenden Tino Bucksch über den SBB Nord im Nachgang zur ersten Pop-Up-Radweg-Aktion der AG Mobilität und Verkehr im März 2021 erfolgt. Die AG versucht sich auch weiterhin im Rahmen des laufenden Planfeststellungsverfahrens und über den SBB Nord bis zum Bau- und Finanzierungsbeschluss mit Anregungen und Einwendungen einzubringen.

[Pressemitteilung] Stellungnahme Bürgerverein Gohlis zur Ausbauvariante der Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus

2024 plant die Stadt Leipzig und die LVB die Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus in einer Komplexmaßnahme umzubauen. Dazu fand am 23.11.2020 eine digitale Bürgerinformationsveranstaltung mit der Detailvorstellung der Varianten des Ausbaus statt. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung sind unter www.leipzig.de/schumann-strasse zu finden. Im Nachgang zu dieser Veranstaltung hat sich der Bürgerverein Gohlis für eine Realisierung der Variante 2 ausgesprochen.

Als grundsätzlich positiv sieht die Arbeitsgemeinschaft „Mobilität und Verkehr“ des Bürgervereins die in beiden Varianten vorgesehene Straßenbahnhaltestelle an, die in diesem Teil von Gohlis für eine deutliche Verbesserung der Erreichbarkeit sorgt.
Die AG sieht das Interesse der LVB und ihrer Fahrgäste an einer durch Pkw nicht verzögerte pünktliche Fahrt als berechtigt an, welches scheinbar in der Variante 1 am ehesten realisiert werden könne. Es wird aber davon ausgegangen, dass dieses Ziel auch bei Umsetzung der Variante 2 weitestgehend erreicht wird, da genau die kritischen Abschnitte in beiden Varianten vom Pkw-Verkehr freigehalten werden. Auch die Einführung von Rasengleisen als Instrument der Lärmminderung sieht die AG positiv. In der Variante 2 bietet die Kapform der Haltestelle zudem mehr Komfort für die Fahrgäste und stört den Fußgängerverkehr nicht so wie in Variante 1.

Für die Variante 2 spricht in den Augen der AG besonders der darin auf beiden Seiten vorgesehene Streifen mit Bäumen und Pkw-Parkplätzen. Die Bäume sind für die Aufenthaltsqualität von hoher Bedeutung. Die Parkplätze werden in Variante 2 in vertretbarem Umfang vermindert. In Variante 1 hingegen lässt der fast vollständige Verzicht auf Parkplätze dagegen Ausweichreaktionen befürchten, z. B. vermehrte Falschparker auf den Radstreifen oder Fußwegen sowie das Ausweichen des Parkdruckes in Anliegerstraßen, was am Ende nur eine Verlagerung des Problems darstellt. Eine so massive Reduzierung der Parkmöglichkeiten würde auch gegen die weitere gewerbliche Entwicklung der Magistrale sprechen.

Als Fazit sieht der Bürgerverein in der Variante 2 am ehesten die Entwicklungsziele der Georg-Schumann-Straße als wohn- und lebenswerte Magistrale in Leipzig realisiert und hat dies auch gegenüber dem Verkehrs- und Tiefbauamt in einer Stellungnahme kommuniziert.

Stellungnahme Bürgerverein Gohlis zur Ausbauvariante der Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus

2024 planen die Stadt Leipzig und die LVB die Georg-Schumann-Straße zwischen Böhmestraße und Chausseehaus in einer Komplexmaßnahme umzubauen. Dazu fand am 23.11.2020 eine digitale Bürgerinformationsveranstaltung mit der Detailvorstellung der Varianten des Ausbaus statt. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung sind unter www.leipzig.de/schumann-strasse zu finden.

Kurz zusammengefasst haben beide Varianten folgende Merkmale:

Variante 1: Variante mit komplettem besonderem Bahnkörper für die Straßenbahn (Grobkostenschätzung: – ca. 5,1 Mio €). Vorteil an dieser Variante wäre, dass die Beschleunigung des ÖPNV optimal realisiert werden könnte und es könnte eine sehr gute Lärmreduzierung durch Rasengleis für gesamten Gleisbereich erfolgen. Leider hat die Variante 1 auch schwerwiegende Mängel. So ist die Straßenraumgestaltung unbefriedigend, indem nur schmale Gehwege und wenige neue Bäume (nur 7 neue Bäume im Zuge G.- Schumann-Str., bei 20 neue Bäume gesamt) eingeplant sind. Auch die Haltestelle mit angehobener Fahrbahn und relativ schmalem Wartebereich mit Engstellen erhöht nicht die Aufenthaltsqualität des Straßenabschnitts. Sehr negativ fällt ins Gewicht, dass die Situation der Andienungsmöglichkeiten und Stellflächenanzahl unbefriedigend ist. Eine Einordnung von Andienungsflächen ist nur in den Nebenstraßen möglich. So sollen am Ende nur 6 Stellflächen in Längsrichtung im Zuge der G.-Schumann-Str. entstehen. Im Bestand sind aktuell 82!

Variante 2: Variante mit halbseitigem besonderem Bahnkörper für die Straßenbahn – versetzt, wechselseitig jeweils in Fahrtrichtung nach der Haltestelle Ehrensteinstraße (Grobkostenschätzung: – ca. 5,4 Mio €. Vorteil dieser Variante wäre die gute Straßenraumgestaltung u.a. in Form einer beidseitigen Einordnung einer Baumreihe. Dabei sollen 45 neue Bäume im Zuge G.-Schumann-Str. gepflanzt werden (gesamt: 57 neue Bäume). Auch der Haltestellen-Wartebereich ist breiter ausgestaltet und mit Bäumen versehen. Geplant sind insgesamt 49 Stellflächen in Längsrichtung. Nachteilig wirkt sich aus, dass die Straßenbahnbeschleunigung nicht optimal ist.

Im Nachgang zu dieser Veranstaltung hat sich der Bürgerverein Gohlis für eine Realisierung der Variante 2 ausgesprochen. Als grundsätzlich positiv sieht die Arbeitsgemeinschaft „Mobilität und Verkehr“ des Bürgervereins die in beiden Varianten vorgesehene Straßenbahnhaltestelle an, die in diesem Teil von Gohlis für eine deutliche Verbesserung der Erreichbarkeit sorgt.

Die AG sieht das Interesse der LVB und ihrer Fahrgäste an einer durch Pkw nicht verzögerte pünktliche Fahrt als berechtigt an, welches scheinbar in der Variante 1 am ehesten realisiert werden könne. Es wird aber davon ausgegangen, dass dieses Ziel auch bei Umsetzung der Variante 2 weitestgehend erreicht wird, da genau die kritischen Abschnitte in beiden Varianten vom Pkw-Verkehr freigehalten werden. Auch die Einführung von Rasengleisen als Instrument der Lärmminderung sieht die AG positiv. In der Variante 2 bietet die Kapform der Haltestelle zudem mehr Komfort für die Fahrgäste und stört den Fußgängerverkehr nicht so wie in Variante 1.

Für die Variante 2 spricht in den Augen der AG besonders der darin auf beiden Seiten vorgesehene Streifen mit Bäumen und Pkw-Parkplätzen. Die Bäume sind für die Aufenthaltsqualität von hoher Bedeutung. Die Parkplätze werden in Variante 2 in vertretbarem Umfang vermindert. In Variante 1 hingegen lässt der fast vollständige Verzicht auf Parkplätze dagegen Ausweichreaktionen befürchten, z.B. vermehrte Falschparker auf den Radstreifen oder Fußwegen sowie das Ausweichen des Parkdruckes in Anliegerstraßen, was am Ende nur eine Verlagerung des Problems darstellt. Eine so massive Reduzierung der Parkmöglichkeiten würde auch gegen die weitere gewerbliche Entwicklung der Magistrale sprechen.

Als Fazit sieht der Bürgerverein in der Variante 2 am ehesten die Entwicklungsziele der Georg-Schumann-Straße als wohn- und lebenswerte Magistrale in Leipzig realisiert und hat dies auch gegenüber dem Verkehrs- und Tiefbauamt in einer Stellungnahme kommuniziert.

Gefährliche Verkehrssituation am Zusammentreffen der Lützow- und Virchowstraße

Problem:
Am Zusammentreffen der Virchow- auf die Lützowstraße herrscht eine unübersichtliche Verkehrssituation. Querende Fußgänger müssen lange Wege zurücklegen, bis sie auf der anderen Seite angekommen sind, die abmarkierte Sperrfläche soll zwar ein umsichtiges „Abbiegen“ von Autofahrern hervorrufen, wird aber häufig ignoriert (s. Bild). Gefährlich ist diese Situation auch für Radfahrende, die von der Lützow- in die Virchowstraße einbiegen möchten, im Sommer 2019 wurde hier eine Radfahrerin schwer verletzt, weil eine Autofahrerin die Sperrfläche überfahren hatte.

Aktivität:
Die AG Mobilität und Verkehr hat auf die Gefahrensituation bereits 2018 in einem Gespräch mit dem Fußverkehrsverantwortlichen der Stadt Leipzig hingewiesen. Bei der Fußverkehrssprechstunde mit Oberbürgermeister Burkhard Jung im Oktober 2019 wurde die Situation erneut thematisiert und verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert.

Ergebnis:
Im Juli 2020 benachrichtigte das Verkehrs- und Tiefbauamt den Bürgerverein Gohlis, dass die Einmündung zu einem Stadtplatz mit Bäumen umgestaltet werden soll. Dabei wird die Einfahrt der Rückertstraße in die Virchowstraße gekappt und die jetzige Sperrfläche begrünt. Eine Finanzierung vorausgesetzt soll im Herbst 2021 mit der Realisierung begonnen werden.

Anger auf der Menckestraße – Denkmalschutz für den alten Dorfkern

Problem:
Der alte Dorfanger Gohlis besteht bis heute als Insel zwischen den Fahrspuren in der Menckestraße. Teilflächen werden entgegen der Straßenverkehrsordnung zum Autoparken genutzt, der Rand der Grünflächen wird durch Befahren zerstört. Der früher vorhandene Denkmalschutzstatus ging verloren.

Aktivität:
Die AG Mobilität und Verkehr hat 2018 und 2019 Bürger-Info- und Grillfeste organisiert. Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge wurden gesammelt. Vorübergehende Ausweisung von Parkverbot während der Veranstaltungen.
Die AG nahm Kontakt zum Amt für Bauordnung und Denkmalpflege und zum Amt für Stadtgrün und Gewässer auf. Beide bekundeten Interesse am Erhalt des Angers und am Denkmalschutzstatus.

Ergebnis:
Die Gestaltungsvorschläge sollen in eine neue, bürgerfreundliche Nutzung des Angers einfließen. Die AG setzt sich für aktives Verhindern des illegalen Parkens ein, dies konnte aber noch nicht erreicht werden. Wir führen weitere Verhandlungen zum Erreichen des Denkmalschutzstatus.