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Gohlis Forum 5/2022

Gohlis Forum – Ausgabe 5 für 2022 erschienen

Liebe Leser und Leserinnen,

die letzte Ausgabe für das Kalenderjahr 2022 ist da. Erhältlich an den bekannten Auslagestellen in Gohlis oder in unserem Mitnahmekaste am Eingang des Budde-Hauses. In den letzten drei Monaten ist viel im Verein und im Viertel passiert – wir haben einen neuen Vorstand gewählt, unser 30jähriges Jubiläum begangen und den Gohlis Kalender „30 Jahre Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ veröffentlicht. Der Kulturkalender November und Dezember zeigt, was alles im Viertel in den nächsten Wochen los ist und die Reiche „Advent in den Gärten und Höfen von Gohlis“ wird endlich fortgesetzt. Aber auch unsere Kooperationspartner waren nicht untätig – das Budde-Haus hat einen mobilen Kunst-Tauschschrank eingeweiht, die Erich Kästner-Schule ist europäischer Preisträger für innovativen Unterricht 2022 und die Friedrich-Schiller-Schule ist auf dem Weg zur Klimaschule. Es bewegt sich also etwas in Gohlis!

der neue Vorstand (v.l.n.r.: Tino Bucksch, Hannes Meißner, Petra Voigt, Robert Seehawer, @Bürgerverein Gohlis/Agnes Niemann)

Bürgerverein Gohlis wählt neuen Vorstand

Projekte und Veranstaltungen für 2023 beschlossen

Am Freitag, den 14. Oktober trafen sich die Mitglieder des Bürgervereins im Großen Saal des Budde-Hauses zur turnusgemäßen Wahl des Vorstandes. Der bisherige 1. Vorsitzende Tino Bucksch wurde einstimmig im Amt bestätigt. Als 2. Vorsitzende steht diesem Petra Voigt und der Kassierer Hannes Meißner zur Seite. Mit Robert Seehawer als Beisitzer wurde der Vorstand komplettiert. Auf die Beantragung im Vereinsregister wird noch die Konstituierung des Vorstandes als nächste formale Schritte folgen. Zusätzlich zur Wahl erfolgte die Verabschiedung des Wirtschaftsplans 2023.

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer der Versammlung des auf 157 Mitglieder angewachsenen Vereins über die Arbeitsweise und die Veranstaltungen für 2023. Neben dem Ziel weitere neue Mitglieder zu gewinnen und die bestehenden stärker zu aktivieren, einigte sich die Versammlung darauf, prägende Projekte wie das Familien- und Sommerfest, die Reihe Advent in den Gärten und Höfen von Gohlis, dem Gohlis Kalender oder die Teilnahme an der Nacht der Kunst fortzusetzen. Die lang ersehnte 2. Auflage des sehr erfolgreichen Ortslexikons wurde von der Versammlung unterstützt. Dank der AG Umwelt und Klima, Stadtteilgesichte, Mobilität und Verkehr und der Initiative Weltoffenes Gohlis, die teilweise weitere eigene Projekte in Planung haben, ist der Bürgerverein auch für die nächsten zwei Jahre gut aufgestellt.

Gohliser Kalender 2023 erschienen

Mit „30 Jahre Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ Rückblick auf bewegte drei Jahrzehnte im Stadtteil

Seit einigen Jahren gibt der Bürgerverein Gohlis e.V. einen Fotokalender heraus, der ausgewählte Themen im Stadtteil beleuchtet. In diesem Jahr hat sich der Bürgerverein im Zuge seines 30. Jubiläums dafür entschieden, auf die Entwicklung der letzten 30 Jahre im Stadtteil und den Beitrag, den der Verein an diesem Prozess hatte, zu blicken.

Jedes Kalenderblatt steht für ein Thema oder für einen prägenden Ort in Gohlis. So wird u.a. auf die Geschichte des Gohliser Schlösschens, des Schillerhains oder des Buddes Hauses seit 1992 zurückgeblickt. Auch übergreifende Themen wie Mobilität und Verkehr werden aufgegriffen. Die Kalenderblätter sind mit unzähligen Fotos aus dem Archiv des Bürgervereins bestückt. Ergänzt werden diese durch spannende Fakten oder Anekdoten zu den jeweiligen Kalenderblättern. Weiterführende Geschichten zu den unterschiedlichen Themen können auf der homepage nachgelesen werden. Dahin führt ein extra abgedruckter QR-Code.
Ab sofort gibt’s diesen Wandkalender im A4-Querformat für 9 EUR in ausgewählten Buchhandlungen wie dem „Bücherwurm“, Gohliser Straße 20, oder der Verlagsbuchhandlung Bachmann, Markt 1.

Direkt beim Bürgerverein kann man den Kalender via buergerverein@gohlis.info oder telefonisch unter 0341 | 20018556 montags bis freitags zwischen 10 bis 17 Uhr bestellen. Wir liefern bzw. versenden frei Haus! Eine Abholung ist während unserer Sprechstunde möglich (Fr 10-12 Uhr, Lützowstraße 19) möglich. Hier kann der Kalender auch im Büro des Budde-Hauses, während der Öffnungszeiten erworben werden (Mo-Fr, 10-16 Uhr).

Themenblätter:
Januar: 30 Jahre Bürgerverein – 30 Jahre Denkmalschutz
Februar: Der alte Ortskern von Gohlis
März: Das Gohliser Schlösschen
April: Die Revitalisierung des Gohliser Mühlengrundstückes
Mai: Plätze und Plätzchen in Gohlis
Juni: Die alte Brauerei Gohlis
Juli: Das Budde-Haus
August: Das Schillerhaus
September: Der Bürgerverein Gohlis im interkulturellen Dialog
Oktober: Mobilität und Verkehr
November: Die Georg-Schumann-Straße
Dezember: Radverkehrsverbindung Bahnbogen Nord

Mobiler Kunst-Tauschschrank eingeweiht

von Jürgen Schrödl

Es gibt Bücher-Tauschschränke, Verschenkeschränke, Give-Boxen – nun gibt es auch einen Kunst-Tauschschrank in Leipzig. Er wurde am 21. September 2022 auf der Grünfläche am S-Bahnhof-Gohlis eingeweiht. Viele Neugierige kamen, nahmen Pinsel in die Hand, um den Schrank äußerlich zu gestalten, und die ersten kleinen Kunstwerke wurden auch schon hineingestellt. Es gab Musik, Kaffee und Kuchen (gebacken von Mitgliedern des Bürgervereins Gohlis!) und viele Begegnungen.

Nun wandert der Kunst-Tauschschrank durch Leipzig und wird an verschiedenen Orten jeweils für ca. zwei Monate aufgestellt – um Kunst zu tauschen. Selbst-gemachte, kleine Kunstwerke, um andere damit zu erfreuen: Getöpfertes, Gemaltes, Fotografiertes, Geschriebenes, Gestricktes, Upcycling … Jede*r kann etwas reinstellen, jede*r kann etwas rausnehmen.

Bis Ende November steht der Kunst-Tauschschrank am Atelierhaus Kunsttanker in der Lindenthaler Straße, ab Dezember im Budde-Haus. Das Projekt wurde gemeinsam von der naTo, der Makerspace und dem Budde-Haus im Rahmen des Gemeinschafts-projektes MOBILEE der AG Soziokultur Leipzig initiert und umgesetzt.

Zukunftsmusik! auf dem Kirchplatz

von Matthias Weidel

Am Nachmittag des 17.09.22 wurde vor der Friedenskirche ein Straßenfest unter dem Motto „Zukunftsmusik! – Initiativen für eine lebenswerte Stadt“ gefeiert. Trotz unsicherer Wetterlage mit heftigen Windböen und drohenden Regenwolken waren der Platz vor der Kirche und die anliegende Straße zwischen 15 und 18 Uhr voller Leben.

Eingeladen hatte ein breites Bündnis engagierter Bürger*innen, Gohliser Vereine, der Kirchgemeinde und der PAX-Jugendkirche. Anlass war eine erneute, von der Familie Walter-Zedelius Anfang des Jahres gestellte Petition zur Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 in der Lützow- und der Gohliser Straße. Diese wurde zum Schuljahresanfang, zumindest teilweise, von der Stadt umgesetzt. Ziel der Zusammenkunft war, mit den Anwohnern über zukünftiges Leben und Verkehrsplanung im Stadtviertel ins Gespräch zu kommen. Ein Infostand von Omas for Future und Plakate mit Ideen zur Stadtgestaltung boten Anlass zur vielfältigen Diskussion miteinander.

Begonnen wurde das Fest mit der 3. Fahrrad-Schiebe-Demo auf der Lützow- und Gohliser Straße, mit der u.a. auf die Forderung der AG Mobilität und Verkehr des Bürgervereins zur Ausweitung von Tempo 30 auf die Gohliser Straße aufmerksam gemacht werden sollte, an der einige Gohliser mit Fahrrad und zu Fuß teilnahmen.

Im Anschluss füllten sich der Kirchenvorplatz und die anliegende Straße mit Erwachsenen und Kindern, die von dem abwechslungsreichen Live-Musikprogramm vom Kammerchor capella vocalis, zweier Jazzensembles der Musikschule Neue Musik und einem Gundermann-Programm zweier Schauspieler vom Neuen Theater Halle angelockt wurden.

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt, denn Hennas Unverpackt-Laden, Mein Eis, der Verein Parapar und der BioKaufmannsladen boten Kuchen, Kaffee, Waffeln und Eis an. Für Kinder (und Erwachsene) gab es außerdem Kreativ- und Spielangebote wie eine Malstation, Kicker und Kinderschminken.

Dank der zusätzlich aufgestellten Tempo-30-Schilder in der sonst so befahrenen Kurve um die Friedenskirche wurde eine Lärmreduzierung erreicht, die einen stimmungsvollen Nachmittag mit guter Musik und intensiven Gesprächen erst ermöglichte.

Der Gohliser Kirchplatz war an diesem Nachmittag Bühne eines bunten, fröhlichen Festes, das Mut machte und Lust auf noch viele weitere Begegnungen, um gemeinsam Zukunftsmusik zu komponieren.

Jubiläumsempfang "30 Jahre Gohlis, 30 Jahr Bürgerverein"

30 Jahre Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein – Bürgerverein Gohlis lud zu Jubiläumsempfang ins Gohliser Schlösschen

Unter dem Motto „30 Jahre Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ lud der Bürgerverein Gohlis am Freitag, den 23.09.2022 seine Mitglieder sowie Kooperationspartner, Vertreter der Stadtpolitik und der Stadtverwaltung ins Gohliser Schlösschen ein.

Mit einer unterhaltsamen Rede eröffnete der Vereinsvorsitzende Tino Bucksch den Abend und nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die wechselvolle Geschichte des Bürgervereins von 1992 bis in die Gegenwart. Ergänzt wurde die Rede durch einen kurzen Film des Jubiläumsfestes anlässlich 675 Jahre Gohlis aus dem Jahr 1992, das als Auslöser der Vereinsgründung angesehen werden kann. Zahlreiche Fotos zeigten Einblicke in die bisherige Arbeit des Vereins und die Entwicklung des Stadtteils der letzten drei Jahrzehnte.
Emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung war die Auszeichnung der Gründungsmitglieder Gerd Klenk, Irmgard Gruner und Hansgeorg Herold. Ebenso gewürdigt wurde Peter Niemann, der als Vorsitzender 2014 die Auflösung des Vereins verhinderte.

Den Abschluss fand die Feier beim anschließenden Sektempfang und der Eröffnung der Ausstellung „30 Jahre Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“. Auf 14 roll-ups wird die wechselhafte Entwicklung von Gohlis in Verbindung mit den Aktivitäten des Vereins nachgezeichnet. Gezeigt wird u.a. die Geschichte des Gohliser Schlösschens, des Schillerhauses, der Alten Mühle oder des Gohliser Angers aber auch der Georg-Schumann-Straße oder der Verkehrs- und Willkommenspolitik im Stadtteil allgemein. Die Ausstellung wird in Gohlis auf Wanderschaft gehen. Geplant ist es, diese u.a. im Gohliser Schlösschen oder dem Schillergymnasium zu präsentieren.

Gohliser Baugeschehen: Baustellen aus Gegenwart und Zukunft

von Matthias Reichmuth

Einige Baustellen, die in den letzten Beiträgen dieser Serie erwähnt wurden, haben zwischenzeitlich große Fortschritte gemacht und ihre Bauhöhen erreicht:

In der Blumenstraße 68 schließt der Neubau mit seinen großen Wohnungen nahtlos an seine beiden Nachbargebäude an. Das ist nicht ganz banal, denn in der Lützowstraße 30a ist das ein über 100 Jahre altes Gebäude mit Schrägdach und Erkern, während es in der Blumenstraße 66 um einen Bau aus den 1990er Jahren in eher postmoderner Architektur geht. Daher bekommt die Blumenstraße 68 entlang der Lützowstraße auch einen Abschnitt mit Schrägdach, das aber von den Etagen weiter südlich (einschl. Penthouse mit Flachdach) überragt wird.

In der Landsberger Straße 120-126 sind die ersten Mieter in die neuen LWB-Wohnungen eingezogen. Auch wenn das Gebäude schon zu Möckern zählt, wird die Kindertagesstätte „Zwergenland“ (hier im Bild) durch ihre Lage sicher auch bald für viele Eltern aus Gohlis-Nord zu einer Option, ihre Kinder wohnortnah betreuen zu lassen.

Für Gohlis-Mitte wächst eine neue Kita-Option dagegen gerade in der Benedixstraße 9-11 heran, als Teil eines massiven Baukomplexes, der auch mehrere behindertengerechte Wohnungen umfassen wird.
Ebenfalls im Rohbau sichtbar waren bei Redaktionsschluss das Mehrfamilienhaus „Etkar“ in der Etkar-André-Straße 37, das Zweifamilienhaus in der Oldenburger Straße 1 und der Neubau in der Schlotterbeckstraße 5. Zusammen mit dem Neubau in Nr. 2 (fertig) und Nr. 6 (Erdgeschoss fertig) haben die drei Baustellen zu einer starken Verwandlung der ehemals viel grüneren Schlotterbeckstraße geführt. Auch der Neubau in der Lüderstraße 10 ist mittlerweile bezogen, nichts erinnert mehr an den großen Kran, der monatelang zu einer Vollsperrung der Fahrbahn geführt hat. Und im Hinterhaus („Gartenhaus“) der Georg-Schumann-Straße 91 wurden die neuen Wohnungen Anfang September für eine Kaltmiete von mehr als 10,-€ je Quadratmeter angeboten.

Eher weniger Neuheiten gibt es zu beginnenden Baustellen, wenn man davon absieht, dass an der Möckernschen Straße Ecke Pölitzstraße ein halbes Jahr nach den Bäumen auch die Garagen verschwunden sind. Sicherlich wurden einige Vorhaben auch wegen steigender Baupreise und steigender Zinsen vorläufig auf Eis gelegt.

Langfristig ist aber noch ein größeres Baugebiet geplant, das auf der ehemals militärisch genutzten Brachfläche an der Bremer Straße gegenüber der Krochsiedlung entstehen soll. Manche Bereiche sind abgesperrt, teilweise dient das Gebiet heute aber auch der fußläufigen Naherholung. Im Frühjahr wurde nun der Vorentwurf zum Bebauungsplan Nr. 433 „Stadtquartier östlich Bremer Straße“ bekannt. Vorgesehen sind eine weiterführende Schule (Gymnasium) nahe der nördlichen Bremer Straße, eine Kita, Mehrfamilienhäuser in der Nähe der Krochsiedlung, dann nach Osten hin erst Reihenhäuser und dann Einfamilienhäuser. Der Bürgerverein Gohlis hat dazu im Mai Stellung genommen und den Vorentwurf abgelehnt. Insbesondere die Nahverkehrsanbindung ist dort ungünstig, insbesondere, so lange es an der Bremer Straße keine Ampel über die vierspurige Max-Liebermann-Straße gibt, kommt niemand gut zur südlichen Bushaltestelle „Bremer Straße“. Wenn sich im neuen Quartier viele Beschäftigte ansiedeln, die in den Industrie- und Gewerbegebieten entlang der Autobahn arbeiten, wird das Quartier vermutlich nicht so „autoarm“, wie es im Vorentwurf beschrieben ist. Da der Parkdruck in der Krochsiedlung schon heute übergroß ist und der Garagenhof an der südlichen Bremer Straße demnächst geschlossen wird, ist dann eine Verschärfung des Problems geparkter Autos absehbar. Zudem rechnet der Bürgerverein dann insbesondere in der Bremer Straße wegen der fehlenden Ampel mit ernsthaften Problemen im Berufsverkehr. Im Bereich ganz im Nordosten (nördlich der Bundesnetzagentur), wo großzügig vorgesehene Einfamilienhausgrundstücke vorgesehen sind, plädiert der Bürgerverein dafür, gar nichts zu bauen, sondern die in den letzten 30 Jahren gewachsene Artenvielfalt zu erhalten (vgl. Foto). In diesem Sinne hatte sich auch der Naturschutzbund (NABU) geäußert, der eine Bebauung auf der gesamten Fläche mit dieser Begründung ablehnt. Wegen der absehbar notwendigen Schul- und Kita-Kapazitäten und der höheren Bebauungsdichte direkt an der Bremer Straße geht die Ablehnung des Bürgervereins nicht ganz so weit. Es ist aber zu hoffen, dass der endgültige Bebauungsplan das Gebiet verkleinert und durch ein Mobilitätskonzept für alle Verkehrsarten ergänzt wird.

Erich Kästner-Schule Leipzig ist europäischer Preisträger für innovativen Unterricht 2022

von Eyke Hiersemann

Am 25. Oktober 2022 steht Grundschulrektorin Carola Wirth von der Gohliser Erich Käst-ner-Schule in Brüssel mitten zwischen den Preisträgern aus den EU-Ländern auf der Bühne und wird den diesjährigen Award für innovativen Unterricht in Empfang nehmen. Die Leipziger Bildungseinrichtung hat sich in der Kategorie Grundschule mit ihrem dreijährigen Erasmus-Projekt „Childhood in a box“ (Kindheit in einer Kiste) deutschlandweit durchge-setzt. „Dieser Preis macht uns wahnsinnig stolz“, berichtet Wirth. „Zum einen haben alle Lehrer*innen und Horterzieher*innen der Schule die Projektideen mit umgesetzt und den Kindern tolle Erlebnisse und Erkenntnisse verschafft. Zum anderen wurde trotz der Corona-Pandemie nach Lösungen gesucht, möglichst viele der Ideen dennoch umzusetzen bzw. diese kreativ neu zu denken“, so Wirth weiter. „Der Projektgedanke von „Childhood in a box“ war, dass die Kinder der beteiligten Schulen ihren Mikrokosmos näher betrach-ten, miteinander vergleichen und durch unterschiedliche Aktivitäten erfahrbar gestalten“, berichtet Ulrike Sacher als maßgebliche Initiatorin der Erasmus-Teilnahme der Schule. Gemeinsam mit den 5 beteiligten Partnerschulen aus Griechenland, Italien, Slowakei, Spanien und der Tschechische Republik wurden die Projekt-Ideen entwickelt und umge-setzt. „Die Kinder aller Länder haben sich im Projektzeitraum u.a. mit Themen wie gesun-der Bewegung, Helden des Alltags und einem Museum der Heimatstadt in vielfältiger Weise beschäftigt“, erzählen die Lehrerinnen Katharina Krell und Marlene Möritz aus dem Erasmus-Team der Grundschule. Die Ergebnisse des Projektes, welches von 2019 bis 2021 realisiert wurde, sind dann fortlaufend im Projekt-Blog geteilt worden und können auch heute noch dort abgerufen werden.

Spendenlaufgelder erfolgreich an der Erich Kästner-Schule eingesetzt

von Eyke HIersemann

In diesem Jahr war es nun endlich soweit. Ein Dreier-Reck und ein neues Spielhaus erfreu-en die Kinder der Erich Kästner-Schule in der Erfurter Straße auf dem Schulhof. In Zusam-menarbeit mit dem Bürgerverein Gohlis e.V. fand im Oktober 2020 der erste Spendenlauf der Schule statt. Gefördert werden sollte zu gleichen Teilen die Erweiterung der Spielmög-lichkeiten auf dem Schulhof und die Rekonstruktion der Handschwengelpumpe in der Fritz-Seger-Straße. Rund 18 000 € wurden damals für beide Projekte durch die Kinder und deren Sponsoren dankenswerterweise auf der Sportanlage in der Sasstraße erlaufen. Nach zahlreichen baubedingten Planänderungen konnten im Frühjahr die Spielgeräte nun end-lich für die Nutzung durch die Kinder freigegeben werden. Der Förderverein der Schule hat den Betrag noch ordentlich aufgestockt, so dass am Ende rund 21 000 € investiert wurden. Der Dank der Schule gebührt den Kindern und ihren Sponsoren, dem Bürgerverein für die Organisation, dem Schulförderverein, der Firma Grünplan für die Planung und Bauüber-wachung sowie den städtischen Behörden für die Zusammenarbeit.

Stadtteilgeschichte erhalten pflegen, Alternativen suchen – Name der Turmgutstraße beizubehalten

von Tino Bucksch

Aus stadtgeschichtlicher Sicht erkennt der Bürgerverein keinen Grund, die seit 108 Jahren bestehende Turmgutstraße in Boris-Romantschenko-Straße umzubenennen. Erst recht, weil kein regionaler Bezug in Gohlis besteht. Es gibt unzählige Bauvorhaben in Leipzig, bei denen neue Wohnareale entstehen und die Potenzial für Straßenbenennungen bieten. Dort sieht der Bürgerverein eher die Chance, entsprechend des Wirkens Romantschenkos ein Zeichen zu setzen. Das aktuelle Vorhaben, eine Straße mit eindeutigem Bezug zum Umfeld zu ersetzen, schafft nur Konfliktpotenzial, senkt die Akzeptanz des Vorhabens und trägt dem Ansinnen keine Rechnung.

Der Bürgerverein Gohlis hat in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit Benennung von öffentlichen Plätzen gemacht. So konnte der Schillerhain oder der Fritz-Riemann-Platz in wenigen Monaten ihren offiziellen Namen erhalten. Wie der Amtsleiter für Statistik und Wahlen, Dr. Schmidt auf der Sitzung des Stadtbezirksbeirates Nord treffend anmerkte, kann der Prozess der Umbenennung einer benannten Straße aufgrund der Widerspruchfristen bis zu mehreren Jahren dauern. Der Bürgerverein bietet sich daher mit seiner Erfahrung als Partner bei der Suche nach Alternativen im Stadtteil an. Der Verein glaubt, dass dadurch eine Boris-Romantschenko-Straße innerhalb einer viel kürzeren Zeit realisiert werden kann.