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Gohlis Forum 4/2023

musikalischer Beitrag vom Musik schenkt Lächeln e.V. auf dem Gohliser Kinderfest

Gohlis Forum – Ausgabe 4 für 2023 erschienen

Liebe Leserinnen und Leser,

bevor in Sachsen ab dem 10. Juli die Sommerferien anfangen, hat sich im Stadtteil noch einiges ereignet – nicht nur mit dem Kinderfest am 10. Juni auf dem Park zwischen Budde-Straße und Corinthstraße hatten eine Vielzahl an Akteure und Gewerbetreibenden aus Gohlis den großen und kleinen Gästen ein tolles, buntes Programm geboten. Auch im Kleinen gab es mit der Eröffnung des sanierten Gohliser Angers oder der Eröffnung der Fitnessanlage auf der Sportfreifläche Sasstraße einiges zu berichten. Beide Themen begleitet der Bürgerverein seit Jahren – im Fall des Angers sogar schon seit 30 Jahren. Ein paar Impressionen zu diesen Veranstaltungen finden Sie im Heft.

Ansonsten widmen wir diese Ausgabe den Terminen in den kommenden Sommermonaten im Stadtteil. Für alle Heimaturlauber gibt es spannende Angebote und Veranstaltungen – vom Budde-Haus oder dem Gohliser Schlösschen, über den Mediencampus der Sparkasse bis zum Makerspace. Alle Termine finden Sie wie gewohnt im Kulturkalender und auf den Seiten 13 und 14.

Aber auch die Kleingärtenvereine laden alle Gohliserinnen und Gohliser – ob Groß oder Klein – zu ihren Kinder- und Sommerfesten ein. So wird der KGV „Goldene Höhe“ 125 Jahre alt und feiert dies gebührend. Auch im KGV „Germanus“ gibt es neben dem selbstgebauten Brotofen und der Murmelbahn vieles zum Kinder- und Sommerfest zu sehen.

Mit dem Bericht aus dem Geschäftsleben und der Vorstellung der Pax-Jugendkirche präsentieren wir zwei neue Akteure im Stadtteil.

Die AG Mobilität und Verkehr hat gleich zwei wichtige Anliegen – zum einen die Anmeldung für unser Radelteam für das Stadtradeln 2023 und der Aufschlag zur Verbesserung der Situation der Linie 12  unter dem Motto „12 Probleme entlang der Linie 12“

In eigener Sache möchte ich noch einmal dafür werben, dass wir jederzeit Mitstreiterinnen und Mitstreiter für das Redaktionsteam des Gohlis Forums suchen. Dabei muss nicht Jeder Alles können – ob Texte schreiben oder Korrekturlesen, Fotos machen, Ideen für Themen der kommenden Hefte Sammeln oder mit offenen Augen durch den Stadtteil gehen, jede Unterstützung ist gerne gesehen! Besonders freuen wir uns auf Interessenten an dem Aufbau eines social media-Teams für Gohlis. Wenn Sie schon immer als Gohlisinfluencerin oder -influencer aktiv sein wollten, dann melden Sie sich bei uns unter der Redaktionsadresse gohlisforum@gohlis.info.

Ihnen noch viel Spaß beim Lesen und ein paar angenehme, sonnige Sommerwochen!

@David-Leubner

Budde-Haus: Open Flair-Sommerbühne

von Jürgen Schrödl

Es ist wieder Zeit für sommerlichen Kulturgenuss unter freiem Himmel. Vom
4. bis zum 13. August öffnen sich dafür die Vorhänge der „Open Flair-Sommerbühne“ des Budde-Hauses. Im wunderschönen Kunstgarten gibt es an zehn Abenden, jeweils ab 19.30 Uhr, einen Mix aus Theater und Musik.

Den Anfang machen „Die drei Musketiere“ vom TheaterPack, gefolgt von den „Leiden des jungen Werther“ als Solostück mit dem viel versprechenden Schauspieler David Leubner. Weitere Sommertheaterabende gestalten das Theater Wagemut, Caroline Fischer und Ralf Bärwolf von den academixern, das Ensemble Jedermensch und das Theater Illustris.

Musikalisch bereichern Leipziger Liedermacher*innen das Sommerbühnenprogramm: Am 8. August gastiert Paula Linke mit ihrer „Schön durcheinander-Tour“ und am 11. August treffen beim Liederladen des Liederszene Leipzig e. V. zwei Liedermenschen-Generationen aufeinander.

Sommerkulturevents

Sa, 01.07. | 10 Uhr | Makerspace Leipzig
Makerspace Sommerfest – ein Fest für eure Kreativität, Gemeinschaft und nachhaltige Innovation
Ein unvergesslicher Tag erwartet dich, an dem wir gemeinsam unsere Leidenschaft für Handwerk, Technologie und nachhaltige Innovationen feiern. Erlebe die vielfältigen Möglichkeiten unseres Makerspace und entdecke spannende Kurzworkshops, bei denen du neue Fähigkeiten erlernen und deine kreativen Talente entfalten kannst. Ob Holzbearbeitung, Keramik, Siebdruck oder 3D-Druck – wir haben für jeden Interessensbereich etwas dabei.
Auch die jüngsten Einwohner:innen des Stadtbezirks sind herzlich willkommen! Für sie bieten wir spezielle Bastelangebote an, um ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entwickeln und ihre Kreativität zu entfachen.
Als besonderes Highlight wird ein mitreißendes Puppentheaterstück aufgeführt, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern wird. Tauche ein in die zauberhafte Welt der Puppen und erlebe ein Theatererlebnis voller Spaß und Magie.

 

Sa, 01.07. | 20 Uhr | Mediencampus Villa Ida
Campus Jazz | Orpheus Has Just Left The Building. Heute würde man den „Orpheus Britannicus“ Henry Purcells wohl bei den Liedermachern verorten, Peter Fulda, den Komponisten und Pianisten, als zwischen Jazz und Neuer Musik changierend. Und doch eint beide eines: die dem Briten nachgesagte „tiefe Glut“, die ihn zum größten und modernsten Barockkomponisten des Inselreichs machte, obgleich er in seiner Ästhetik ein Konservativer war. Peter Fulda hingegen ist kein Konservativer, doch die „tiefe Glut“ einer Melodie, einer Harmonie, eines Liedes, bringt auch ihn zum Leuchten. In ihrer Vielseitigkeit und Erfindungskraft treffen sich beide. So erheben sich überraschende Kongruenzen zwischen den Jahrhunderten und ihrer jeweiligen Musik, die uns aufmerksam Zuhörenden neue Facetten des Briten bescheren und gleichzeitig die zeitgenössische Kunst im Barocken grundieren. Peter Fulda – p, perc | Johannes Reichert – Countertenor | Pegelia Gold – voice | Christine Riessner – lt | Ulrike Koch – hpsd | Alex Bayer – b, violone. Reservierungswünsche an: info@mediencampus-villa-ida.de. 20 Euro | 15 Euro ermäßigt | 10 Euro Schüler & Studenten

 

So, 02.07. | 16 Uhr | Friedenskirche
Kunstfest an der Friedenskirche Gohlis, Gohliser Verein für Kunst und Kultur e.V. (KuK Gohlis)
Das Thema des diesjährigen Bildhauer Pleinairs war BALANCE. Die beim Bildhauer Pleinair entstandenen Arbeiten sind während des Sommers an der Friedenskirche Gohlis zu sehen. Am 2. Juli findet auf dem Kirchplatz die Vernissage statt, zu der die Skulpturen durch Performance, Musik, Text etc. in einen Dialog treten und zum Leben erweckt werden.
„BALANCE“ – Skulptur, Performance, Musik, Malerei, Rundgang, Café. Rainer Jacob, Frank Mühlfriedel, Joachim R. Niggemeyer, Susann Schade, Uta Schlenzig, Sebastian Schneider (Skulpturen). Performance mit Torsten Pfeffer (perc) & Jakob Petzl (bass). Maria Schüritz (upcyclophone). Stéphanie Weppelmann (Aquarellmalen). Marlies Doehler-Bischoff & Uta Schlenzig (Malen zur Musik live) u.a.

Kunstfest an der Friedenskirche @KuK
Kunstfest an der Friedenskirche @KuK

 

So, 02.07.2023 | 17 Uhr | Barockgarten | Gohliser Schlösschen
Duo Stiehler/Lucaciu | Open Air. Sascha Stiehler, Klavier Synthesizer | Antonio Lucaciu – Saxofon, Gesang | Dominique „Gaga“ Ehlert – Schlagzeug. Hinter jedem Ton ein Wort, hinter jedem Song eine Geschichte.
Duo Stiehler/Lucaciu erzählen sie, diese kleinen Geschichten des Alltags, die auf dem Gehsteig liegen und darauf warten, entdeckt zu werden – mehr mit dem Instrument als mit dem Mund. Denn Deine Fantasie sind ihre Texte. Es sind die großen Melodien der kleinen, verrückten Dinge – Klanggeschichten, erzählt von den Instrumenten des Duos.
Instrumentaler Pop zwischen dem Mut zum Augenschließen und Tobsucht im Sitzen!
Clueso, Elif, Max Prosa, Daniel Hope, Udo Lindenberg, Sarah Lesch, Max Herre, Amarcord, Günther „Baby“ Sommer – die Liste der Musiker mit denen Sascha Stiehler & Antonio Lucaciu bereits auf einer Bühne standen ist lang. Das Duo Stiehler/Lucaciu ist dabei wie eine Keimzelle und das Herzensprojekt beider Musiker, die seit 18 Jahren gemeinsam musizieren.
Nach der Veröffentlichung der EP’s „Traumfresserchen“, „Clara Park“, „Soviel du brauchst“, ihren
Zur Zeit arbeitet Duo Stiehler/Lucaciu an ihrem dritten Studioalbum, welches im Frühjahr 2023 im Zuge einer Deutschlandtournee und zahlreichen Sommer- & Festivalkonzerten erscheinen wird. Eintritt: 20,00 € | ermäßigt 15,00 €

Duo StiehlerLucaciu(c)Sandra Ludewig
Duo StiehlerLucaciu(c)Sandra Ludewig

 

Mi/Do, 05/06.07. | 19.30 | Gohliser Schlösschen
Sommertheater. Alexandre Dumas. Die drei Musketiere. TheaterPack
Linda Gwendolyna Lütkemüller, Lukas Martin, Katja A. Pohl, Mario Rothe-Frese u. a., Regie: Frank Schletter
Auf der Suche nach Abenteuern und der großen weiten Welt gerät der Gascogner d’Artagnan an die drei Musketiere Porthos, Athos und Aramis. Der ungestüme Jüngling provoziert durch seine draufgängerische Art die drei Pariser Platzhirsche, so dass eine Reihe von Duellen unvermeidlich scheint … Eine angemessene Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten und das Abenteuer beginnt, im Dienste der Königin und zur Rettung Frankreichs: Einer für alle, alle für eine. Eintritt: 20 € | ermäßigt 15 €

die Drei Musketiere Frank Schletter
die Drei Musketiere Frank Schletter

 

Sa, 26.08. | 19.30 Uhr | Mediencampus Villa Ida
Blüthner Classics mit Tanya Gabrielian (USA).
Tanya Gabrielian, in Kalifornien geborene Pianistin armenischer Abstammung, war eine der ersten, die in der Blüthner Classics-Reihe im Mediencampus Villa Ida auftraten. Das ist jetzt runde fünfzehn Jahre her, und seither war sie noch zwei weitere Male im Campus zu Gast. Jedes Mal mit dem herausragenden pianistischen Können und dieser intelligenten künstlerischen Präsenz, die sie zu einer weltweit gefragten Interpretin machten und ihr zahlreiche Auszeichnungen zuteilwerden ließen. Tanya Gabrielian bewegt sich mit ihrer Kunst und ihrem Können nicht nur in den hochkulturellen Bereichen. Vielmehr ist es ihr innigstes Anliegen – sie selbst hat es nach einer schweren Sportverletzung erfahren – die Kraft und die Hoffnung, die Musik vermitteln kann, auch anderen erlebbar zu machen und nahe zu bringen. Reservierungswünsche an: info@mediencampus-villa-ida.de. 20 Euro | 15 Euro ermäßigt | 10 Euro Schüler & Studenten

Murmelbahn KGV Germanus

Kinder – und Sommerfest am 01.07.2023 im Kleingartenverein Germanus

von Wolfgang Koristka

Sommer, Sonne und dann im Garten an der frischen Luft sein…wie schön! Und dann noch ein Fest dazu, was gibt es Besseres. Am 01. Juli findet im Kleingartenverein Germanus in Gohlis gleich neben der Versöhnungskirche unser alljährliches Sommerfest statt. Der Gartenverein hat eine Cateringfirma beauftragt, die köstliche Erbsensuppe zubereitet, welche man sich von 12 bis 14 Uhr schmecken lassen kann. Später kann man es sich im Familiengarten an der Vogelvoliere gemütlich machen bei Kaffee und Kuchen. Dieses Jahr gibt es auch noch Crêpes dazu. Im Laufe des Nachmittags zieht allmählich der Duft von frisch gebackenem Brot aus dem Steinofen durch das Gelände. Dieses kann man mit leckerem Aufstrich verzehren. Und ab 17 Uhr wird im gleichen Ofen Flammkuchen gebacken. Auch die Kinder kommen nicht zu kurz. Auf dem Spielplatz können sie die in diesem Jahr neu aufgestellte Murmelbahn erkunden. DJ Dani begleitet durch das Nachmittagsprogramm mit Kasperle Theater, einer Bastelstation, Kinderschminken und vielem mehr.  Wenn es Einem ein bisschen zu trubelig wird, macht man einfach einen Spaziergang durch den Gartenverein und bewundert die verschiedenen gestalteten Gärten. Am Abend schmeißt der DJ ab 18 Uhr die Musik an, zu dem das Tanzbein geschwungen wird. Kommen Sie vorbei und genießen Sie einen schönen Nachmittag und Abend. Es ist alles für Sie und Ihre Kinder vorbereitet.

Sommerfest KGV Golde Höhe

KGV „Goldene Höhe“ feiert 125. Jubiläum

von Christian Bradatsch

Der Kleingartenverein „Goldene Höhe“ im Leipziger Norden (Gohlis/Eutritzsch) begeht am 8. Juli 2023 den Jahrestag seiner 125-jährigen Gründung mit einem Festakt.
Der ursprünglich 1898 als Schreber-Verein gegründete Zusammenschluss ist vermutlich einer der ältesten Vereine seiner Art in Leipzig.

„Heute sind wir zwischen der Virchowstraße im Westen, dem Grünen Weg und der Max-Liebermann-Straße im Norden und der Kleiststraße im Süden angesiedelt. Wir sind ein verhältnismäßig kleiner Verein und betreuen derzeit ca. 130 Parzellen sowie 200 Vereinsmitglieder“ sagt der Vorstandsvorsitzende, Tobias Seydel. „Wir legen großen Wert auf Tradition und möchten deshalb das Gründungsjahr vor 125 Jahren mit einem entsprechenden Festakt begehen, bevor wir uns dem jährlichen Sommerfest zuwenden“.

Der Festakt beginnt um 13 Uhr. Neben Bürgermeister Heiko Rosenthal werden Tommy Brumm vom Landesverband Sachsen der Kleingärtner und Robby Müller vom Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V. Reden halten. Geplant ist, gemeinsam den historischen Garten Nummer 74 mit der Gartenlaube zu besichtigen, die später einmal ein Mini-Museum werden soll. Auf den Beeten wurden liebevoll alte Kulturen ausgebracht die vor 100 Jahren en vogue waren. Außerdem arbeitet der Verein derzeit an einer komplett überarbeiteten Version der Chronik: Mit ein wenig Glück können Teilnehmer ein gedrucktes Exemplar für einen kleinen Groschen erstehen. Das aktuelle Schaufenster wird grafisch erneuert und so platziert, dass es nun besser als vorher sichtbar ist.

Nach dem offiziellen Festakt soll das diesjährige Sommerfest stattfinden, zu dem alle Vereinsmitglieder aber auch Anwohner und andere Gäste herzlich eingeladen sind.

Peter Petzka Fotografie

Neue Fitnessanlage erweitert das Angebot auf der Sportfreifläche Sasstraße

von Tino Bucksch

Die Fitnessanlage auf der Sportfreifläche Sasstraße ist eröffnet! Die ersten Klimmzüge hat der zuständige Bürgermeister für Sport, Heiko Rosenthal selber gemacht. Wir glauben, dass viele Gohliserinnen und Gohliser dem Beispiel folgen werden.

Am Rande der Anlage haben Jugendliche des Jugendclubs Ufo, der sich ebenfalls auf der Anlage der Sportfreifläche befindet, friedlich gegen die Schließung des Clubs demonstriert. Herr Rosenthal hat im Gespräch die Sorgen und Nöte der Jugendlichen aufgenommen und versprochen, diese an das zuständige Jugendamt weiterzuleiten. Auch wir als Bürgerverein bedauern die Entscheidung der Schließung. Wir wollen aber nun nach vorne blicken und setzen uns daher für eine Nachnutzung des Gebäudes ein, die möglichst weitere sinnvolle Angebote für die Jugendlichen im Kiez einbezieht. Bedarf besteht, das hat der gestrige Tag gezeigt.

Anno dazumal: Historie und Histörchen – Die Lehensherren von Gohlis

von Heidrun Zinecker

Gohlis, erstmals urkundlich erwähnt 1317, war im Spätmittelalter ein grundherrschaftliches Lehen des Bischofsstifts Merseburg und dann des Wettin‘schen Lehnsherrn, dem Markgrafen von Meißen. Lehen wurden, etwa von (Kur)Fürsten und Herzogen, im Gegenzug zu militärischer Gefolgschaft und politischer Treue an sog. Vasallen „verliehen“. Im Fall von Gohlis geschah das zunächst dem Ritter und markgräflichen Vogt Johannes Porzk/Porzig (auch Lehensnachfolger der Herren von Wahren) und dann, für mehr als zwei Jahrhunderte, der Adelsfamilie Pflugk (Meißen‘sche Linie). Die Pflugks stammten aus Böhmen/Prag und waren bereits zuvor in Strehla an der Elbe belehnt worden. Gohlis gelangte 1349 in ihre Hände. Insbesondere die Brüder Tham/Thammo/Dam (Damianus) (*ca. 1385 Knauthain – †1426 Aussig) und Otto Pflugk (*ca. 1382 Knauthain – †1426 Aussig) nahmen sich des Lehens an. Beide waren Söhne des Nickel Pflugk auf Knauthain, dem Herrn von Wildenfels, Strehla und Frauenhayn. Während Tham Amtmann von Quedlinburg und als Rat dem Markgrafen von Meißen, Friedrich d. IV. Streitbaren, verpflichtet war, diente Otto Pflugk selbigem als Hofmarschall. Die Brüder fielen in den Hussitenkriegen in der Schlacht bei Aussig, das damals zur Mark Meißen gehörte. Später übernahm Ururenkel Benno Pflugk (*ca. 1510 Zschocher – † vor 1579), seines Zeichens Oberaufseher der Grafschaft Mansfeld, Amtmann bzw. Hauptmann zu Sangerhausen sowie kursächsischer Rat, das Gut Gohlis, das er dann seinerseits seinem Schwiegersohn Carl Dieskau (*1528 Zschocher – †1620 Zschocher) vermachte. Ab 1393 fand die Pflugk‘sche Familiendynastie ihr Grab in einer eigens errichteten Marienkapelle an der Nordwand der Leipziger Paulinerkirche. Beide Familien, die Pflugks wie die Dieskaus, sollen „wenig Sorgfalt“ (Otto Moser) auf Gohlis verwendet haben, zumal sie dort weder Sitz noch Hof hatten. Den Dieskaus schließlich verursachte der Dreißigjährige Krieg, der in den Dörfern des Leipziger Umlands etwa zwei Drittel der Bevölkerung dahinraffte, derart viel Schaden – Gohlis wurde dabei fünfmal niedergebrannt –, dass sie das Gut 1659 an einen Bürgerlichen, den Professor der Medizin Dr. Michael Heinrich Horn, weiterverkauften.

Peter Petzka Fotografie

Gohliser Anger strahlt im neuen Glanz

von Tino Bucksch

Am 17. April wurde es für einige Mitglieder sentimental – ein fast 30 Jahre andauernder Einsatz für die würdevolle Gestaltung und Nutzung des Gohliser Angers in der Menckestraße fand sein vorläufiges Ende.

Seit der Gründung des Bürgervereins setzen wir uns dafür ein, dass der historische Kern des Dorfes Gohlis entsprechend seiner Bedeutung gestaltet und den Gohliserinnen und Gohlisern zur Nutzung übergeben wird. Dies war nun am 17. April nach 6-monatiger Sanierungszeit soweit. Natürlich waren wir als Bürgerverein mit vielen Mitgliedern bei der Eröffnung dabei und durften mit einem Redebeitrag die langjährige Arbeit an diesem Projekt würdigen. In dem Zusammenhang danken wir für die jahrelange gute Zusammenarbeit an diesem so wichtigen Thema Frau Merrem, der Stadtbezirkskonservatorin und Herrn Zech, zuständiger Projektleiter beim Amt für Stadtgrün und Gewässer. Ohne deren fachlichen Einsatz und die Zusammenarbeit mit uns als Bürgerverein wäre die Sanierung nicht in dem Maße erfolgreich zu Ende gebracht worden.

Jetzt heißt es an die Gohliserinnen und Gohliser: Nutzen Sie den neuen öffentlichen Raum!

„12 Probleme entlang der Linie 12“

von Tilman Schenk

Am Verlauf der Straßenbahnlinie 12 in Gohlis häufen sich die Benachteiligungen für die umweltfreundlichen Verkehrsmittel – Fuß-, Rad- und öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) derart, dass sich die AG Mobilität & Verkehr des Bürgervereins Gohlis entschlossen hat, diese zum Thema eines Rundgangs mit Vertretern der Stadtverwaltung zu machen. Stattfinden wird dieser am Dienstag, 27. Juni ab 17 Uhr. Treffpunkt ist die Haltestelle Gottschallstraße.

Die Straßenquerschnitte entlang der Virchow- und Lützowstraße entsprechen noch weitestgehend der Gestaltung aus dem 19. Jahrhundert. Seitdem hat sich das Verkehrsgeschehen massiv verändert, vor allem Kraftfahrzeuge kamen in der damaligen Stadtplanung noch gar nicht vor. In der Folge wurde der Platz für alle immer enger, und hat heute eine Situation geschaffen, in der Zufußgehende, Radfahrende und ÖPNV-Fahrgäste entlang dieser Straßenzüge mit einer Reihe von Barrieren und Hindernissen zu kämpfen haben. Bei unserem Rundgang wollen wir an den folgenden Orten Station machen und über die Probleme sprechen:

1) Radweg Virchowstraße

Generell mangelt es in Gohlis-Nord und Gohlis-Mitte an leistungsfähigen und sicheren Nord-Süd-Verbindungen für den Radverkehr. Als Hauptverkehrsstraße ist die Virchowstraße mit 50 km/h befahrbar und wird täglich von 12.650 Kfz genutzt. Bei dieser Verkehrsstärke, so empfehlen die einschlägigen Richtlinien, kann Radverkehr nicht mehr im Mischverkehr mit den Autos geführt werden, sondern benötigt eine eigene Spur. Diese fehlt aber in der Virchowstraße auf ganzer Länge. Mit einem Pop-Up Radweg am 1.6. haben wir auf diesen Mangel hingewiesen.

2) fehlende Barrierefreiheit Haltestelle Gottschallstraße

Die Haltestelle Gottschallstraße ist eine von vielen der Linie 12 an der nach wie vor wie im 19. Jahrhundert auf die Fahrbahn ausgestiegen werden muss. Durch die Aufweitung des Straßenzuges ist der Haltestellenbereich für Autofahrer in stadtauswärtiger Richtung schwer einsehbar und hier kommt es besonders häufig zu gefährlichen Situationen, weil Autos an der haltenden Bahn vorbeizufahren versuchen: Viele Autofahrer scheinen zu denken, sie hätten nun „endlich freie Fahrt“. Der Haltestelleninsel in stadteinwärtiger Richtung fehlt ein ordentlicher Übergang vom Gehweg mit abgesenkten Bordsteinkanten.

3) fehlende Barrierefreiheit und Falschparker Haltestelle Virchow-/Coppistraße

Ein ähnliches Problem stellt sich an der Haltestelle Virchow-/Coppistraße. Zudem wird im Haltestellenbereich häufig regelwidrig geparkt. Ein- und aussteigende Fahrgäste müssen sich durch parkende oder haltende Fahrzeige hindurchschlängeln. Dabei handelt es sich bei dieser Haltestelle um eine recht wichtige – man kann hier zwischen Bus und Straßenbahn umsteigen und sie befindet sich mitten im kleinen Quartierszentrum rund um den Konsum.

4) Gestaltung der Einmündung Virchow-/Lützowstraße

Der Einmündungsbereich Lützow-/Virchowstraße gibt insgesamt ein tristes Bild ab: Er besteht fast ausschließlich aus versiegelten Fahrbahnen und einer nicht nutzbaren Verkehrsinsel. Für Zufußgehende, die von der Lützowstraße in die Virchowstraße einbiegen wollen, entstehen lange Umwege mit mehrfachen Fahrbahnüberquerungen. Ein Betreten der großen Sperrfläche birgt hohes Gefahrenpotenzial, da viele Autofahrende, die in nördlicher Fahrtrichtung in der Lützowstraße weiterfahren wollen, die Sperrfläche mit hoher Geschwindigkeit geradeaus überfahren. Dabei ist es mit in die Virchowstraße abbiegenden Radfahrenden schon mehrfach zu Unfällen mit schweren Verletzungen gekommen. Die Kreuzung ist auch Teil vieler Schulwege im Umfeld der 35. Oberschule.

5) Radverkehrsführung in der Bahnunterführung am S-Bahnhof Gohlis

Bereits länger bekannt ist die problematische Radverkehrsführung hinter dem Wartebereich an der Straßenbahnhaltestelle S-Bahnhof Gohlis und gemeinsam mit dem Fußverkehr. Radfahrende sind hier häufig zu schnell unterwegs, und auch wenn die Nutzung des Fußweges für die Radfahrenden nicht verpflichtend ist, ist ein Ausweichen auf die Fahrbahn zwischen die Schienen auch nicht attraktiv.

6) Verkehrsführung Gohlis-Arkaden

Vor den Gohlis-Arkaden befindet sich die nächste Straßenbahnhaltestelle, die nicht barrierefrei ist und die Fahrgäste vollständig den Gefahren des Autoverkehrs ausliefert. Häufig bildet sich vor der Ampel Kfz-Rückstau, die Fahrgäste schlängeln sich hindurch, nicht alle Autofahrer halten sich daran, hinter der haltenden Bahn zu warten, wenn sie befürchten, die Ampel würde nicht mehr lange grün sein.
Der Fahrgastwechsel sollte hier mindestens durch eine so genannte „Zeitinsel“, eine zusätzliche Ampel, die die Autos hinter der Bahn anhält, geschützt werden. Zur Herstellung der Barrierefreiheit wäre ein überfahrbares Kap wie an der Haltestelle Georg-Schumann-/Lindenthaler Straße der Linie 4 nötig.

7) Lieferverkehr Gohlis-Arkaden auf Fußwegen

Auf gleicher Höhe werden die an sich schon schmalen Gehwege häufig zusätzlich durch haltende Lieferfahrzeuge verstellt. Menschen mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen können hier nicht mehr passieren. Ein Ausweichen auf die Fahrbahn scheidet wegen der hohen Verkehrsdichte aus. Dabei verfügen die Gohlis-Arkaden eigentlich über Anlieferbereiche in ihrem Innern. Diese werden aus uns nicht bekannten Gründen aber nicht von allen Lieferfahrzeugen genutzt.

8) Elterntaxis auf Gehweg vor Glascontainer und fehlende Gehwegnasen an der Einmündung Lützow-/Eisenacher Straße

Der glücklicherweise recht großzügige Gehwegbereich in der Lützowstraße vor den Glascontainern und dem Durchgang zur Erfurter Straße als Zugang zur Erich-Kästner-Grundschule wird leider von „Elterntaxis“ zu oft als Halteoption genutzt. Der Einmündungsbereich zur Eisenacher Straße ist autofreundlich für zügiges Abbiegen aufgeweitet – das Überqueren der nicht besonders breiten Eisenacher Straße wird dadurch unnötig verlängert. Hier sind viele Kinder unterwegs, zur Erich-Kästner-Schule, zur freien Oberschule oder zu den Räumlichkeiten der Musikschule „Neue Musik“ im Haus der Urania.

9) Drängelgitter am Eingang der Freien Oberschule

Die „Drängelgitter“ vor den Eingängen der Freien Oberschule Gohlis verengen die sowieso schon sehr engen Gehwege zusätzlich. Hier passen nicht einmal zwei Zufußgehende aneinander vorbei.

10) Radverkehr zwischen den Schienen und Kontrolle Tempo 30 in der unteren Lützowstraße

Die Einführung von Tempo 30 in der unteren Lützowstraße hat sicher zur Verkehrssicherheit positiv beigetragen. Wir habe den Eindruck, dass dennoch viele Autos hier noch zu schnell unterwegs sind und sich Autofahrende zu riskanten Überholmanövern hinreißen lassen, wenn sich Radfahrende in den schmalen Streifen zwischen Straßenbahnschienen und Fahrbahnrand zwängen. Wir regen deshalb an, zum Radfahren zwischen den Schienen „auf dem Gleis“ anzuregen, durch Anbringen entsprechender Radpiktogramme.

11) Querung Kirchplatz / Einmündung Berggartenstraße für Fußgänger

Die Gestaltung des Krichplatzes ist auch schon lange Gegenstand der Arbeit des Bürgervereins. Insbesondere das Überqueren der Berggartenstraße war schon immer schwierig und ist durch die vor einigen Jahren markierten Sperrflächen nur etwas leichter geworden. Da die Poller recht weit auseinander stehen, werden die Sperrflächen auch gerne zum Parken von Autos missbraucht.

12) Radverkehr zwischen Kirchplatz und Ehrensteinstraße

Zwischen Kirchplatz und Ehrensteinstraße, wo der Radweg Richtung Zoo beginnt, fehlt auch noch eine angemessene Radverkehrsführung, obwohl der Platz im Querschnitt der Straße dafür ausreichend wäre. Hier hat die AG bereits im letzten Jahr mit einem Pop-up Radweg aufmerksam gemacht.

Ausstellung „30 Jahre in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“

von Tino Bucksch

2022 feierte der Bürgerverein Gohlis sein 30-jähriges Jubiläum. Dabei schauten wir nicht nur auf die letzten drei Jahrzehnte ehrenamtlichen Engagements zurück. Auch wie sich der Stadtteil in dieser Zeit verändert hat und an welchen Stellen diese Veränderungen durch oder mit dem Bürgerverein vollzogen wurden, stand im Fokus.

Auf dem Jubiläumsempfang des Bürgervereins am 23. September 2022 im Gohliser Schlösschen wurde die Ausstellung „30 Jahre in Gohlis, 30 Jahre Bürgerverein“ – bestehend aus 11 Rollups – präsentiert.

Als Auftakt konnte die Ausstellung vom 04.05. bis zum 30.06. im Pflegedienst Ambulantis Sylvia Ohnsorge besichtigt werden. Danach wird die Ausstellung vom 05.07. bis 25.08. in der Stadtteilbibliothek „Erich Loest“ (Georg-Schumann-Straße 105) Station machen. Vom 10.09. bis zum 15.09. wird die Ausstellung im Rahmen des Tages des offenen Denkmals bzw. dem Tag der Industriekultur im Budde-Haus (Lützowstraße 19) zu sehen sein. Den Abschluss wird die Station im Stadtbüro vom 30.10. bis zum 10.11. (Burgplatz 1) bilden.

Alle interessierten Gohliserinnen und Gohliser sind natürlich herzlich eingeladen, an einem der Standorte vorbeizuschauen. Die Rollups informieren u.a. über das Schillerhaus, das Gohliser Schlösschen, das Budde-Haus, Denkmalschutz in Gohlis, den alten Ortskern, den Radbogen Nord, den Bürgerverein Gohlis, Handschwengelpumpen in Gohlis und Gohliser Plätze.