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Gohlis Forum 3/2022

Jubiläumsheft des Gohlis Forums – Ausgabe 3 für 2022 erschienen

von Tino Bucksch

Liebe Leserin, lieber Leser,
liebe Freundin, lieber Freund des Bürgerverein Gohlis,

mit dieser Ausgabe des Gohlis Forums halten Sie unser Jubiläumsheft in der Hand. Wir wollen Ihnen einen ersten Einblick in die Dokumentation der Entwicklung von Gohlis in den letzten 30 Jahren und der damit verbundenen Vereinsarbeit geben – drei Jahrzehnte, die für unseren Stadtteil hinsichtlich der Verkehrspolitik, der Stadtteilentwicklung und der Architekturgeschichte prägend waren. Und immer mittendrin war unser Verein.

Seinen Anfang hat dies alles in dem ersten Engagement zur Organisation der 675-Jahrfeier von Gohlis und der Rettung des Budde-Hauses vor dem Verkauf an Private genommen. Um es offiziell zu machen, haben sich am 22. April 1992 unzählige aktive Gohliserinnen und Gohliser zusammengefunden, um den Bürgerverein Gohlis e.V. zu gründen. Dies war Ausgangspunkt für inzwischen 30 Jahre engagierter und leidenschaftlicher Arbeit für den Stadtteil und die Menschen, die darin leben. Ein Engagement, das oft zeitraubend und mühsam war aber auch ereignisreich und am Ende in vielen Punkten erfolgreich. Aus heutiger Sicht oft beeindruckend, mit welchem Engagement die Aktiven der ersten Stunde sich für eine Gestaltung von Gohlis eingesetzt haben. Natürlich in einem Umfeld der demokratischen Aufbruchstimmung in den Anfängen der 90er Jahre aber unter ähnlichen Herausforderungen, das berufliche und familiäre Umfeld mit dem ehrenamtlichen Vereinsleben in Balance zu bringen, wie unsere Mitglieder es heute tun müssen.

Was genau die engagierten Mitglieder der ersten Stunden bewogen hat, sich einzubringen, kann noch einmal anhand der Reihe „Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört“ ab Seite 6 nachvollzogen werden. Damit spannen wir einen Bogen von der ersten Stunde bis hin zu prägenden Ereignissen der neueren Zeit der Vereinsgeschichte, als 2014 die Auflösung drohte. Dies konnte glücklicherweise abgewendet werden und seitdem setzt der Verein seine Arbeit für Gohlis erfolgreich fort. Welche Projekte und Ideen sich seit 2014 in die Liste der Erfolge aber auch Rückschläge einreihen, kann ab Seite 20 nachgelesen werden. Mit der geplanten Ausstellung und dem traditionellen Gohlis Kalender für 2023 werden wir diesen ersten Einblick erweitern.

Viel Spaß beim Lesen!

Glückwünsche zum Jubiläum – 30 Jahre Bürgerverein Gohlis

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30 Jahre Bürgerverein Gohlis – das ist schon eine Leistung!
Herzlichen Glückwunsch zum großen Jubiläum und herzlichen Dank für das riesige Engagement!
Der Förderverein Georg – Schumann-Straße e.V. schätzt die schon langjährige gute Zusammenarbeit und Unterstützung durch den Bürgerverein im Rahmen der Nacht der Kunst und begrüßt das Zusammenwirken zur weiteren Etablierung der Kunst- und Kulturszene im Leipziger Norden.
Wir wünschen dem Verein und seinen Mitgliedern auch zukünftig viel Erfolg und alles Gute!

Vorstand
Förderverein Georg-Schumann- Straße e.V.

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Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist eine der ganz großen Herausforderungen unserer Zeit. Genau aus diesem Grund engagiere ich mich im Bürgerverein Gohlis e.V. – ein Verein, den ich vor allem als gut funktionierendes, kreatives und inspirierendes Netzwerk wahrnehme. So unmittelbar zu spüren, was man als Gemeinschaft erreichen und auch in kürzester Zeit auf die Beine stellen kann, begeistert mich immer wieder aufs Neue.

Thomas Roßdeutscher, Geschäftsführer Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gGmbH

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Ich arbeite gern mit dem Bürgerverein Gohlis zusammen, weil sich hier Persönlichkeiten zusammenfinden, die für den Stadtteil etwas bewegen. Mit Umsicht und vor allem mit Blick auf Menschen, die Unterstützung benötigen, arbeitet der Verein an der Integration und Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger, die im Stadtteil leben. Sei es die Nacht der Kunst oder aber die Arbeit mit Geflüchteten oder mit Sportvereinen – immer geht es um die Entwicklung der Vielfalt und Lebendigkeit im Leipziger Norden: meinen allerherzlichsten Glückwunsch zum Jubiläum!

Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin für Kultur Stadt Leipzig

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Viele Grüße aus der Friedrich-Schiller-Schule an den Bürgerverein Gohlis zum 30. Geburtstag. Unsere Schule hat 1992 ihren Namen erhalten – wir feiern den 30. also mit! Die vergangenen Jahre waren geprägt durch punktuelle Begegnungen, aber – beispielsweise durch die von der AG Zeitgeschichte organisierten Zeitzeugengespräche – auch intensivere Berührungen, die wir in der Zukunft auf jeden Fall erhalten bzw. ausbauen wollen. Unter anderem die neu gegründete AG Umwelt und Klima des Bürgervereins bietet sich für gemeinsame Aktivitäten geradezu an – beschäftigt sie sich doch mit Themen, die den Gohliser Bürger von heute und morgen (und damit auch unsere Schiller-Schüler) auf jeden Fall angehen. Also auf geht’s in weitere (mindestens) 30 Jahre Bürgerverein Gohlis.

Knut Schleicher, Schulleiter Friedrich-Schiller-Schule

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Das Stadtgeschichtliche Museum gratuliert dem Bürgerverein Gohlis zu seinem 30 jährigen Bestehen. Der Verein hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen und verlässlichen Kooperationspartner für das Schillerhaus entwickelt. Wir danken dem Bürgerverein für die gemeinschaftlich organisierten Veranstaltungen, die zu einem lebendigen Austausch zwischen dem Museum und den Gohliser Bürgerinnen und Bürgern beitragen. Besonders in Erinnerung bleibt uns der „Frühjahrsputz“ von Mitgliedern des Bürgervereins im Garten des Schillerhauses. Zwischen Unkrautjäten, Harken und dem Grill ergaben sich ganz zwanglos viele gute Gespräche. Auch für die Möglichkeit unsere Veranstaltungen und laufenden Projekte regelmäßig im Gohlisforum zu präsentieren, sei dem Bürgerverein herzlich gedankt. Das Stadtgeschichtliche Museum freut sich auf eine weiterhin produktive Zusammenarbeit.

Franziska Jenrich-Tran, Koordinatorin des Leipziger Schillerhauses

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Die Erich Kästner-Schule gratuliert dem Bürgerverein Gohlis ganz herzlich zum 30-jährigen Jubiläum. Unsere Grundschulkinder sind in ganz besonderer Weise tagtäglich mit unserem gemeinsamen Stadtteil verbunden. Dabei gibt es viel zu entdecken. Ob es um historische Dinge oder Alltägliches geht, der Bürgerverein ist dafür seit Jahren unser Ansprechpartner. Schon unsere ersten Grundschul-Projekttage im Mai 1993 standen unter dem Thema „Kennst Du Gohlis“? Oder unser erster Spendenlauf vom Herbst 2020 wäre ohne Hilfe des Bürgervereins nicht möglich gewesen. Mit einer Hälfte unterstützen wir nun die Rekonstruktion der Handschwängelpumpe in der Fritz-Seger-Straße. Von der andere Spendenhälfte konnten wir mit weiterer finanzieller Unterstützung des Schulfördervereins in diesem Schuljahr zwei neue Spielgeräte auf dem Schulhof errichten.
Wir wünschen dem Bürgerverein und seinen Mitgliedern gute Ideen, Tatkraft, Hartnäckigkeit und viele aktive Mitstreiter. Wir hoffen auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit zum Wohl aller großen und kleinen Gohliserinnen und Gohliser.

Eyke Hiersemann, Stellv. Schulleiter

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Herzliche Glückwünsche sendet der Bürgerverein Möckern und Wahren zum 30-jährigen Jubiläum nach Gohlis. Als direkte Nachbarn verbindet unsere beiden Bürgervereine vieles. Beispielsweise feiern wir gemeinsam das gleiche Gründungsjahr. Außerdem arbeiten wir seit vielen Jahren, etwa mit Blick auf die Georg-Schumann-Straße, als große Magistrale von Gohlis bis Wahren, eng zusammen. Wir wünschen dem Bürgerverein Gohlis daher alle Gute und freuen uns auf mindestens 30 weitere Jahre!

Rick Ulbricht, Vorsitzender des Bürgervereins Möckern/Wahren e.V.

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Der Bürgerverein Gohlis war vor 30 Jahren maßgeblich am Erhalt des Budde-Hauses als öffentliches Kulturzentrum beteiligt. Heute ist er wieder im Budde-Haus ansässig und ist mit seinen vielfältigen Aktivitäten ein wichtiger Partner für uns. Es ist verdient Hochachtung, was Vorstand und Vereinsmitglieder des Bürgervereins ehrenamtlich auf die Beine stellen und mit welchem Engagement, sie sich mit verschiedenen Thematiken für den Stadtteil Gohlis einsetzen. Großartig! Wir arbeiten super gerne mit euch zusammen und gratulieren ganz, ganz herzlich zum 30jährifen Jubiläum! Wir wünschen euch weiterhin viele Ideen, Tatkraft und Durchhaltevermögen!“

Leitung des Budde-Hauses und Geschäftsführung FAIRbund e. V.

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Was sonst so noch geschah – Aktionen und Veranstaltungen in Bildern

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Ein Plätzchen am Schlösschen – Am 6. April waren wir im GOHLISER SCHLÖSSCHEN | MUSENHOF AM ROSENTAL zu Gast, um die zwei neuen Sitzbänke einzuweihen. Diese stehen nun rechts und links neben dem Haupteingang des Hauptgebäudes und bieten endlich Sitzgelegenheiten auf dem Hof zur Menckestraße hin. Realisiert wurden die Bänke von der Gemeinschaftswerkstatt MakerSpace Leipzig und wesentlich mitfinanziert durch das Stadtbezirksbudget des Stadtbezirksbeirats Nord. Die ersten NutzerInnen waren Kinder vom Patenkindergarten des Schlösschens.

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Am 9. April fand unsere alljährliche CleanUP-Aktion statt. Diesmal haben wir uns um den Rad- und Fußweg zwischen Sasstraße und Lindenthaler Straße sowie die Sportplatzanlage Sasstraße gekümmert. Das Wetter hat gehalten, es gab viele helfende Hände und leckeren Kuchen. Auch das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

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Klimaquiz der OMAS FOR FUTURE – Am 21. Mai lud die AG Umwelt und Klima zu ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung ein. Mit den Omas for future als Quizmaster konnte bei Kaffee und Kuchen über Fakten rund um die Themen Gesundheit, Müll, Umwelt, Klima, Verbraucher usw. geraten und diskutiert werden. Dabei wurde der Bogen über die globale bis hin zur lokalen Ebene vor Ort gespannt.

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Am 7. Mai stand ein gemeinsamer Frühjahrsputz im Garten des Schillerhauses an. Viele fleißige Hände halfen dabei, den Innenhof und den Garten dieses einmaligen Kleinodes in unserem Stadtteil fit für die schöne Jahreszeit zu machen. Anschließend wurde gegrillt. Abgerundet wurde unser offenes Mitgliedertreffen mit einer exklusiven Führung.

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Am 1. Mai packten viele Mitglieder des Vereins gemeinsam mit den Kulturakteuren aus Gohlis wie etwa dem Gohliser Schlösschen, dem Budde-Haus, dem Gohliser KIEZgeflüster, der Kreativwerkstatt uvm. tatkräftig mit an und halfen das im Rahmen des Stadtbezirksbudget geförderte Projekt des Frühlingserwachens auf dem Richterplatz zu realisieren. Dank vieler fleißiger Helfer:innen aus der umliegenden Nachbarschaft aber auch von Mitgliedern des Stadtbezirksbeirates konnten die zwei großen Baumscheiben bunt bepflanzt werden.

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Auch dieses Jahr nahmen wir am 8. Mai am Stadtteilrundgang Jane´s Walk teil. Dank unserer Stadtbezirkskonservatorin Annekatrin Merrem und unseres langjährigen Vereinsmitglieds Hansgeorg Herold konnte der Rundgang unter dem Motto „30 Jahre Entwicklung in Gohlis“ auf spannende Details in der Historie unseres Stadtteils hinweisen. Von der Alten Mühle, über den Schillerweg und die Schorlemmerstraße bis zum Stadtplatz konnten die beiden den Teilnehmer:innen spannende Geschichten und Hintergrundinfos liefern. Immer mit dabei die Frage, wie und an welcher Stelle hat sich der Bürgerverein in die Entwicklung eingebracht.

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Am 10./11. Mai fand auf der Sportfreifläche an der Sasstraße unser bereits dritter Gohliser Spendenlauf als Kooperationsveranstaltung mit einer Gohliser Schule statt. Dieses Mal gewannen wir die Geschwister-Scholl-Schule als Partner und knapp 400 Schüler:innen liefen überaus motiviert ihre Runden. Die Spendengelder sollen in Teilen für ein Baumhaus auf dem Schulhof der Schule zu Gute kommen.

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Der alte Ortskern von Gohlis

von Hansgeorg Herold

Das Dorf Gohlis, erstmals urkundlich 1317 erwähnt und mit Sicherheit älter, ist vermutlich aus einer slawischen Siedlung hervorgegangen. Bereits diese Siedlung passte sich der natürlichen geografischen Gegebenheit auf einer kleinen Anhöhe nördlich der Pleißeniederung an und ist im Verlauf der Menckestraße (früher Hauptstraße) noch heute erkennbar. Die Führung der Straße mit der leichten Krümmung in der Mitte des Straßenzuges folgt noch immer dem historischen Verlauf. Sie hat sich über Jahrhunderte hinweg nicht verändert und selbst der wechselnden Bebauung stand gehalten. Auch Veränderungen bei den Verkehrsmitteln, von der Pferdebahn zur „Elektrischen“, haben den Platz in seiner ursprünglichen Gestalt nicht beeinflusst. Auf der platzartigen Erweiterung kurz vor der Krümmung befand sich früher der Anger des Dorfes. Der Anger lag meist in der Mitte des Dorfes, war im Gemeinbesitz und diente im Regelfall als Viehweide oder Versammlungsplatz. Auch öffentliche Gebäude wurden am oder auf dem Anger errichtet.
Der Anger in der Menckestraße war seit 1685 mit einem flachen Gebäude bebaut, indem sich die Dorfschule und eine kleine Wohnung für den Lehrer befanden. 1774 wurde das Gebäude aufgestockt und im ersten Stock wurde ein Beetsaal eingerichtet. Außerdem erhielt das Gebäude einen Anbau für den Spritzenwagen der Feuerwehr und eine Arrestzelle. An der Außenwand befand sich ein Pranger mit Hals- und Fußeisen für Straffällige zwecks Strafverbüßung. 1818 wurde das Schulgebäude umgebaut und die Lehrerwohnung vergrößert. Lehrer Johann Gottlieb Fleischer, über 30 Jahre der einzige Lehrer in Gohlis, legte 1826 auf der östlichen Spitze des Angers einen kleinen Garten an. Nach 1830 wurde der Anbau erneut vergrößert und erhielt im ersten Stock eine Gerichts- und Gemeindestube. Im Erdgeschoss des Anbaus verblieben Gefängnis, Sektionslokal sowie der Raum für Feuerspritze und Leichenwagen. Das Gefängnishäuschen wurde 1885 abgerissen. Da das Schulgebäude weder den Bedürfnissen des Unterrichtes noch denen einer angemessenen Lehrerwohnung genügte, wurde es 1861 für diese Zwecke aufgegeben. Dafür wurde ein neues Schulgebäude am Lindenplatz (heute Kirchplatz) errichtet. Der Beetsaal wurde gottesdienstlich weiter genutzt, bis zur Einweihung der heutigen Friedenskirche am 31. Oktober 1873. Bis zum endgültigen Abriss des Gebäudes im Jahre 1887 wurden die Schulräume als Kinderbewahranstalt (Theresienstift) genutzt. Der ehemalige Anger war danach ein freier Platz, der 1890 zur Grünanlage, einem sogenannten „Schmuckplatz“ umgestaltet wurde. 1902 wurde die Anlage gestalterisch überarbeitet und mit der noch heute vorhandenen Umfassung versehen. Von Schäden durch Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg blieb der Anger zum Glück verschont. Allerdings wurde der Platz nach dem Krieg vorübergehend zur Trümmerablagerung genutzt.
Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des neuen Sächsischen Denkmalschutzgesetzes von 1993 wurden zahlreiche Wohnhäuser der Menckestraße sowie der Dorfanger Gohlis mit der Kurzcharakteristik „Alter Gohliser Dorfanger als Sachgesamtheit“ in der Denkmalliste verzeichnet. Leider hat dieser aber seinen Denkmalcharakter 2005 wieder verloren. Er wurde vom Landesamt für Denkmalpflege in Dresden ohne Begründung von der Denkmalliste gestrichen. Trotz zahlreicher Anfragen und Hinweise durch Anwohner und den Bürgerverein Gohlis e.V. hat sich die Situation für den Anger bis heute nicht verändert. In der Mitte der Anlage befindet sich eine kleine Freifläche, die missbräuchlich als Parkplatz genutzt wird, obwohl sie nicht als solche ausgewiesen ist.

Auf Grund einer Initiative der Fraktion Freibeuter wurde 2019 ein Stadtratsbeschluss zur Neugestaltung des Gohliser Angers herbeigeführt. Über die Bereitstellung der erforderlichen finanziellen Mittel sollte im Haushaltplan 2021/2022 entschieden werden.

Am 08.04 2021 erfolgte durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer (Frau Christiansen und Herr Zech) sowie durch Frau Müller vom renommierten Landschaftsarchitekturbüro Seelemann eine öffentliche Bürgerinformation über die für 2022 vorgesehene Umgestaltung des Gohliser Angers. Drei Varianten der Umgestaltung standen zur Auswahl, wurden ausführlich erläutert und konnten durch ein Votum bewertet werden. Die Anwesenden hatten die Möglichkeit, Vorschläge zu unterbreiten und Wünsche zu äußern. Es soll ein Platz mit denkmalpflegerischen Anspruch und hoher Aufenthaltsqualität entstehen. Die Realisierung soll 2022 erfolgen, dafür wurden Investitionsmittel von 185.000 € geplant, von denen 90 % durch Förderung abgedeckt werden.

Nachdem sich der Bürgerverein Gohlis e.V. über nahezu 30 Jahre durch Initiativen und Aktionen für den Erhalt und die Gestaltung des Gohliser Angers engagiert hat, wird die konkrete Planung und Realisierung des Vorhabens ausdrücklich begrüßt. Die vorgesehene Stele, die auf die Bedeutung des Dorfangers hinweisen wird, entspricht den Vorstellungen des Bürgervereins und sollte, der Eigenständigkeit der historischen Anlage angemessen, auch auf dem Anger ihren Platz finden. Der ehemaligen Anger ist ein historischer Ort, der seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild von Gohlis-Süd prägt. Ihm würde mit der Neugestaltung ein würdiges Aussehen verliehen.

Die Revitalisierung des Gohliser Mühlengrundstückes

von Annekatrin Merrem

Die Existenz einer Wassermühle im südwestlichen Teil des ehemaligen Leipziger Vorortes Gohlis an der Flurgrenze zu Leipzig ist bereits seit dem Jahr 1384 urkundlich belegt. Der Mühlenbetrieb wurde über 500 Jahre lang aufrechterhalten. Seit 1852 war das Mühlengrundstück mit Unterbrechungen im Besitz der Stadt Leipzig. Der Gohliser Industrielle Adolf Bleichert war zwischen 1856 und 1870 einer der letzten Pächter des alten Mühlgebäudes. Als Ersatz für diesen Vorgängerbau entstand das heute noch bestehende Mühlengebäude im Jahr 1877. Das danebenliegende, Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete ehemalige Wohngebäude beherbergte seit etwa 1870 bis in die 1960er Jahre den dem Mühlengut zugeordneten Gasthof. Der gastronomisch bewirtschaftete Mühlgarten war nach dem Abbruch der Wasserschenke und der Oberschenke am Gohliser Anger beliebtes Ausflugsziel für die Leipziger Bürger. Erst 1907 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt und der Mühlgraben verfüllt. Im Zuge der großstädtischen Entwicklung Leipzigs nach der Eingemeindung 1890 plante die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts eine städtebauliche Umgestaltung des Mühlengrundstückes und des dazugehörigen Mühlholzes und der Mühlwiese, der sämtliche Gebäude zum Opfer gefallen wären. Nachdem von diesem Plan Abstand genommen war, wurden die Gebäude bis in die 1990er Jahre als Schlosserei, Lager und Wohngebäude genutzt.

Bis zum weitgehenden Einsturz des Hauses im Jahr 2006 in Folge von Brandstiftung waren am Giebel der ehemaligen Gastwirtschaft die Buchstaben „Zur Mühe“ befestigt (das „L“ war bereits vorher abgefallen). Sie erinnerten fragmentarisch an die ursprüngliche Nutzung und wurden zum Motto eines langen Weges der Planung zur Revitalisierung des Ensembles seit Beginn der 1990er Jahre. Bereits bei der Neuerfassung der Kulturdenkmale der Stadt nach der Wende waren die Gebäude und der verfüllte ehemalige Mühlgraben als Kulturdenkmale vermerkt. Denkmalschützer und Stadtplaner plädierten daher für die Erhaltung der Gebäude in ihrer überkommenen Gestalt. Auch die Mitglieder des Gohliser Bürgervereins wiesen im Laufe der Jahre immer wieder auf den besorgniserregenden Zustand der Gebäude hin. Auch dem Engagement des langjährigen Mitglieds des Bürgervereins Dr. Manfred Hötzel, der regelmäßig, u.a. im „Gohlis Forum“ über die Bedeutung der Gohliser Mühle informierte, ist es zu verdanken, dass der bau- und ortsgeschichtliche Wert des Ensembles unter den Gohlisern nicht in Vergessenheit geriet.

Mehrere Investoren bekundeten seit den 1990er Jahren Interesse an der Revitalisierung des Mühlengrundstückes, z.B. als Standort für kleinteiliges Gewerbe, Wohnanlage oder Hotel. Aufgrund des erheblichen Sanierungsstaus war der Gebäudekomplex aber akut gefährdet. Trotz des besorgniserregenden Zustandes setzte sich der damalige Leiter des Amtes für Bauordnung und Denkmalpflege Hans Gerd Schirmer noch im Jahr 2006 nach Beurteilung durch einen erfahrenen Statiker gemeinsam mit Denkmalpflegern und Gohliser Bürgern für die Sicherung des ruinösen Gasthofs ein. Kurz darauf wurde das Gebäude durch gezielte Brandstiftung nahezu zerstört.

Es vergingen Monate, bis im September 2009 durch die Stadtverwaltung endlich der Beschluss gefasst werden konnte, die Gebäude an eine Investorengemeinschaft, die ATRIUM Baubetreuungsgesellschaft mbH, zu verkaufen. Die „über den Wert der einzelnen Gebäude hinausgehende Bedeutung als Ensemble mit identitätsstiftender Charakteristik für den Stadtteil“ wurde mit einem Ideenwettbewerb für einen Kindergarten mit Wiederaufbau des ehemaligen Gasthofgebäudes mit modernem Anbau gewürdigt. Als Sieger des Wettbewerbs ging unter drei Teilnehmern das Architekturbüro „Mehner Architekten“ hervor, dessen Konzept der „gelungenen Verbindung von Alt und Neu“ schließlich zur Realisierung kam. Es gelang, den alten Gasthof in seinem äußeren Erscheinungsbild detailgetreu nach dem historischen Vorbild neu zu errichten. Als Ergänzungsanbau wurde ein abgewinkelter, zweigeschossiger moderner Gebäuderiegel mit Flachdach angefügt.

Heute befinden sich im ehemaligen Wohntrakt der Mühle Wohn- und Büroräume. Im Hauptgebäude sind Arztpraxen und ein Weinhandel untergebracht. Im kleinen Anbau, in dem sich vorher jahrzehntelang eine Schlosserei befand, ist heute eine Gaststätte. Die im Hof angrenzenden Freiflächen werden wieder als Biergarten bewirtschaftet, der im Sommer ein beliebter Treffpunkt der Leipziger ist.
An die ehemalige Nutzung erinnern heute die während der Sanierung im Bereich des Mühlgrabens gefundenen, jetzt im Hof aufgestellten Mühlsteine. Zur Eröffnung des Kindergartens trugen die gerade eingezogenen Kindergruppen ein Programm mit Liedern und Spielen zum Thema „Mühle“ vor. Das war auch für die am Bau Beteiligten die Bestätigung, dass sich alle Mühe zur Wiederherstellung des Ensembles gelohnt hat.

Annekatrin Merrem

 

30 Jahre Bürgerverein – 30 Jahre Denkmalschutz

von Annekatrin Merrem und Hansgeorg Herold

Der durch jahrzehntelange Mangelwirtschaft besorgniserregende Zustand der historischen Bausubstanz ganzer Stadtteile und damit auch die persönlichen Wohnverhältnisse waren im Jahr 1989 auch Gründe für viele Leipziger Bürger, ihren Unmut über das gesellschaftliche System der DDR zum Ausdruck zu bringen und die politische Wende zu fordern. Im Mittelpunkt der Aktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit der Anfang der 1990er Jahre neu entstehenden Stadtteilbürgervereine in Leipzig standen dementsprechend Aktivitäten zur Erforschung der Stadtteil-, Architektur- und Nutzungsgeschichte. Diese und weitere Erwägungen führten dazu, dass am 10. Januar 1992 der Bürgerverein Gohlis unter großer Beteiligung der Bürgerschaft gegründet wurde.

In Gohlis wurde unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen schon Anfang der 1990er Jahre durch das Landesamt für Denkmalpflege eine Schnellerfassung der Kulturdenkmale durchgeführt. Die bestehende Denkmalliste der Stadt Leipzig wurde um zahlreiche Einzeldenkmale, insbesondere Wohnhäuser der Entstehungszeit zwischen 1870 und 1910 erweitert.

Aufgrund wechselnder Eigentumsverhältnisse und wegen des hohen Investitionsdrucks war schnelles und gemeinschaftliches Handeln erforderlich. Von Beginn an fanden regelmäßig Treffen zwischen Mitgliedern des Gohliser Bürgervereins und der Leipziger Denkmalschutzbehörde statt. Der Bürgerverein übernahm es, durch Aushänge in den Häusern, Mieter und Eigentümer über die Denkmaleigenschaft der Gebäude zu informieren. Er unterstützte die Denkmalschutzbehörde ebenso durch Hinweise zu ungenehmigten Aktivitäten an Kulturdenkmalen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Bewahrung der Typik des alten Ortskerns um die Menckestraße gelegt. Der Bürgerverein unter den damaligen Vorsitzenden Gerhart Passolt und Dr. sc. Dieter Götze legte bereits im Jahr 1994 einen entsprechenden Entwurf für eine Satzung zur Erhaltung und Gestaltung des alten Ortskerns vor, mit der Bitte, bei allen größeren baulichen Veränderungen beteiligt zu werden. Darüber hinaus wurden auch frühzeitig Kontakte zum Landesamt für Archäologie bezüglich der Bodendenkmaleigenschaft der alten Ortslage geknüpft. Es wurde angeregt, den alten Ortskern in seiner Gesamtheit einschließlich der Bebauung zum Denkmalschutzgebiet zu erklären. Zum damaligen Zeitpunkt war der Bereich des historischen Angers noch in der Denkmalliste erfasst.

Einige für die Ortsgeschichte bedeutende Bauwerke, u.a. das Mühlenensemble, das „Schillerschlösschen“ mit Ballsaal, die Bebauung des ehemaligen Bauerngehöfts Menckestraße 4 und mehrere vorgründerzeitliche Gebäude im Schillerweg waren schon seit den 1990er Jahren durch fortschreitenden Verfall oder durch Investitionsvorhaben akut gefährdet. Verkehrsplanerische Überlegungen zur Streckenverlegung der alten Linie 6 (heute 4) wären mit dem Abbruch denkmalgeschützter Bausubstanz und erheblichen Störungen der ortsbildprägenden Bebauungsstrukturen verbunden. Eine sogenannte „Durchbruchvariante“ sah sogar den fast kurvenlosen Verlauf der Straßenbahntrasse von der Platner Straße zur Lindenthaler Straße vor.

Das Amt für Stadtsanierung und Wohnungsbauförderung erarbeitete 2000-2001 den Maßnahmeplan Gohlis Süd, der als erster Stadtteilplan den Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung Leipzigs konkretisierte. Hier wurden drei Handlungsschwerpunkte definiert. Neben der Georg-Schumann-Straße und dem Bereich Eisenacher-/Lindenthaler-Straße mit dem zukünftigen Stadtplatz Gohlis wurde als Handlungsfeld auch der Bereich im Umfeld des Schillerhauses mit Schillerweg und Menckestraße und dem Umfeld der Mühle einbezogen und zur Aufwertung vorgesehen. Bei einer in diesem Zusammenhang am 23. Januar 2001 stattfindenden Stadtteilwerkstatt unter Beteiligung von Vertretern von 10 städtischen Ämtern mahnte der damalige Vorsitzende des Bürgervereins Gohlis Gerd Klenk eine zeitigere Berücksichtigung von Vorschlägen der Gohliser Bürger bei städtischen Entscheidungsprozessen in der Zukunft an.

Um 2000 war die historische Bebauung des Schillerwegs durch private Investitionen weitgehend gerettet und Pläne der Abschirmung des Weges für „exklusives Wohnen“ aus den 1990er Jahren lange vom Tisch, aber die Mühle und das Schillerschlösschen waren weiterhin gefährdet und im Bereich des ehemaligen Angers passierte nichts. Im Juni 2003 wurde die Erhaltungssatzung für den Bereich Gohlis-Süd beschlossen. Im gleichen Jahr erfolgte die Streichung des Angers aus der Kulturdenkmalliste durch das Landesamt für Denkmalpflege. Das führte dazu, dass der Bürgerverein, allen voran der Historiker Dr. Manfred Hötzel, in seiner Öffentlichkeitsarbeit vertieft auf die besondere historische Bedeutung des Angers hinwies und auch in den Folgejahren immer wieder die Vertreter der Verwaltung über die bestehenden Missstände informierte.

Das 1926 von Willy Ebert verfasste Heft: „Gohlis, Aus der Geschichte eines Leipziger Vorortes“ und eine durch das Stadtplanungsamt beauftragte Broschüre „Alt-Gohlis – eine historische und städtebauliche Studie“ aus dem Jahr 1996 wurden in den folgenden Jahren durch zahlreiche weitere, durch den Gohliser Bürgerverein herausgegebenen Texte und Broschüren zur Ortsteil- und Architekturgeschichte ergänzt. Zu den in der Reihe „Gohliser Historische Hefte“ erschienen Publikationen gehören u.a. die Festschrift 675 Jahre Gohlis 1317-1992, die Festschrift 680 Jahre Gohlis 1317-1997, Von der Villa Hilda zum Klubhaus „Heinrich Budde“, Die Friedenskirche zu Leipzig Gohlis, Straßennamen in Leipzig-Gohlis und Die Villa Kippenberg in Leipzig-Gohlis. Besonderes Augenmerk wurde bei den Veröffentlichungen auf den größten Gohliser Arbeitgeber und Industriepionier Adolf Bleichert gelegt. Dazu zählen die Hefte: Adolf Bleichert und sein Werk, Max und Paul von Bleichert – Unternehmen und ihre Villen, Industriearchitektur in Leipzig Gohlis und Drahtseilbahnen der Firma Bleichert in Sachsen. Zu den bedeutendsten Publikationen gehört das 2017 erschienene Gohliser Geschichtsbuch 700 Jahre Gohlis 1317-2017. Mit diesen Veröffentlichungen wurden den Gohlisern in besonderem Maß auch Kulturdenkmalwerte und Verständnis für denkmalpflegerisches Handeln vermittelt.

Unter Beteiligung der Gohliser Bürgerschaft und des Bürgervereins wurde in den vergangenen Jahren durch das Amt für Stadtgrün und Gewässer ein Plan zur Qualifizierung des Angers, dem ursprünglichen Ortskern des Dorfes Gohlis, erarbeitet. In seiner Detaillierung und Bezugnahme auf die historische Bedeutung wurde der Platzgestaltung in angemessener Weise Rechnung getragen. Auch der Umgebungsschutz zu den angrenzenden Kulturdenkmalen wurde hinreichend berücksichtigt. Im 2. Halbjahr dieses Jahres soll mit der Umgestaltung des Angers begonnen werden.

Die Mühle, die Kulturdenkmale Menckestraße 4, die Wohnhäuser am Kirchplatz und die straßenbegleitenden Gebäude des „Schillerschlösschens“ konnten gerettet werden. Sie wurden mittlerweile durch Leipziger Bauträger denkmalgerecht saniert. Einige Neubauten entstanden auf Baulücken an der Kreuzung Schillerweg /Berggartenstraße. In nächster Zeit werden auch auf den letzten unbebauten Grundstücken im hinteren Bereich der Menckestraße Wohnhäuser entstehen. Auch die Sanierung des jahrelang ruinösen, notdürftig gesicherten Eckhauses Gohliser Straße 32 steht unmittelbar bevor… eine erfreuliche Bilanz, die auch dem kontinuierlichen Engagement des Gohliser Bürgervereins mit zu verdanken ist.

Radverkehrsverbindung Bahnbogen Nord

von Robert Seehawer

Wer heute durch Gohlis mit dem Fahrrad fährt, dem geht es nicht viel besser als in anderen Leipziger Stadtteilen. Es gibt zwar zunehmend Fahrradwege, allerdings sind diese meistens auf breiten Straßen wie der Gohliser- oder der Coppistraße zu finden. Dann hören diese Radwege vielmals einfach mitten auf der Straße auf, wie an der Kreuzung Georg-Schumann-Straße/ Lützowstraße oder Georg-Schumann-Straße/ Lindenthaler Straße. Vielfach sind sie allerdings gar nicht zu finden, wie auf der Breitenfelder Straße entlang des Kauflands. Warum soll es in Gohlis den Radfahrern auch anders ergehen? Die Aufschrift „Fahrradstraße“, wie man sie aus einigen anderen Stadtteilen Leipzigs kennt, sucht man allerdings vergebens und das, obwohl wir in Gohlis eine prädestinierte Strecke dafür haben.

Die Radverkehrsverbindung entlang des „Bahnbogen Nord“ hat der Bürgerverein Gohlis schon frühzeitig seit Bestehen und regelmäßig im Zusammenhang mit zwei großen Bauprojekten im Stadtteil thematisiert. Mitte der 90er Jahre schon haben sich Mitglieder in der AG „Umwelt, Verkehr und Ordnung“ für sichere und zusammenhängende Radwege in Gohlis eingesetzt. In der Ausgabe vom August 1998 titelte der damalige „Gohliser“ (Vorläufer des Gohlis Forums) „Wem’s zu wohl ist, der radelt durch Gohlis“ und wollte damit auf die schlechte Situation für Radfahrer hinweisen.

Das erste Projekt in der damaligen Zeit war der Umbau der Georg-Schumann-Straße. Mit mehr als fünf Kilometern ist die Trasse durch den Leipziger Nordwesten nicht nur die längste in der Stadt. Diskutiert wurden die Umbaumaßnahmen mit Beteiligung des Bürgervereins, welcher unter anderem regelmäßig Bürgeranhörungen in der Planungsphase veranstaltete. Frühzeitig wurden die misslichen Zustände des Radwegs auf der Straße angesprochen und die daraus resultierenden Gefahren für Radfahrer. Interessanterweise waren damals die Problemstellen entlang der Georg-Schumann-Straße schon die gleichen wie heutzutage. Für die Autofahrer wurde mit der Fertigstellung der B6 (Max-Liebermann-Straße) eine akzeptable Lösung gefunden. Was blieb für die Radfahrer?

Das zweite Projekt war die Festlegung von Gohlis-Süd als Sanierungsobjekt zum Erhalt der Altbauten in diesen Gemarkungen. Auf der Karte kann man leicht erkennen, dass der Bahnbogen Nord (oder auch „Gohliser Bogen“) die nördliche Grenze des Sanierungsgebietes Gohlis – Zentrum Nord II darstellt.

Die Strecke durch Gohlis mit dem Start direkt am Budde-Haus und Sitz des Bürgervereins, entlang der S-Bahn ist vielen Ortskundigen ein Begriff. Guckt man allerdings auf das heutige Resultat, erkennt man leicht, dass der Bahnbogen Nord nicht in eine Fahrradstraße oder ähnliches transformiert wurde. Natürlich lassen sich aus heutiger Sicht die Dinge einfacher bewerten. Zumal, und das wird auch in den älteren Ausgaben des Gohlis-Forums deutlich, es vermutlich keine einheitliche Planung für die Radstrecke (analog der B6 für Autofahrer) gegeben hat. Beispielsweise gab es zur Fertigstellung des Sportplatzes an der Sasstrasse die erfreuliche Meldung der Fertigstellung im Gohlis Forum vom November 1999. Folgen Radfahrer der Strecke, gilt es jetzt viele sehr befahrene Straßen zu überqueren, bevor man über die Lindenthaler-, Breitenfelder- und Wiederitzscher Straße auf das heute noch unwegsamste Teilstück kommt. Am Gartenverein Schreber-Hauschild vorbei, gelangt man schließlich über den Fußweg an der S-Bahn entlang auf die Georg-Schumann-Straße.

Wo das letzte Teilstück an der Stadtteilgrenze zu Möckern auf die Georg-Schumann-Straße mündet, kann man heute der Laubestraße und dem Heuweg folgen und ist direkt auf dem Luppedamm. Die Übergänge an den Straßen und Kreuzungen zwischen den Teilstücken muss man allerdings ohne gute Ausschilderung und ohne Radwegmarkierungen meistern.

Hieraus lässt sich schließen, dass eine einheitliche Planung des Radweges (noch) nicht umgesetzt wurde. Aus heutiger Sicht ist dieses sicherlich sehr bedauerlich, denkt man nur an den geplanten Radschnellweg Halle-Leipzig, größtenteils entlang der S-Bahnlinie 3 nach Halle (radschnellweg.org). Der Bahnbogen Nord wäre ein idealer Zubringer oder Weiterverteiler dieses Weges. Der Radschnellweg soll in verschiedenen Bauabschnitten realisiert werden. Erst wenn der finale Streckenverlauf klar ist, die formellen Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind und die Mittel für den Bau bereitstehen, wird die Umsetzung des Projektes beginnen. Ein konkreter Zeitpunkt oder -plan ist derzeit allerdings noch nicht benannt.

Alte Brauerei Gohlis

von Ilona Feller

Das 4.300 qm große Kaufland mit seinen zahlreichen Geschäften im Stadtteilzentrum Gohlis-Süd an der Georg-Schumann-Str. 105 in Leipzig wurde am 25.02.2010 eröffnet. Auf dem Gelände wurde im Jahr 1871 (damals Hallische Str.) die alte Aktienbrauerei Gohlis mit eigenem Ausschank, dem „Bräustüb`l“ erbaut. Die Inbetriebnahme der Brauerei erfolgte schon im darauffolgenden Jahr. Die Produktion umfasste untergärige Biere wie z.B. Pilsner und Kulmbacher. Neben alkoholfreien Getränken waren auch Eis, Malz, sogar Futtermittel im Angebot. Das damals produzierte Bier wurde in neun Gastwirtschaften u.a. Kaiser Friedrich, Schillerschlösschen, der Goldene Anker usw. ausgeschenkt. Im Jahr 1943 war die Brauerei Großaktionär und unter den Namen Riebeck-Brauerei AG Leipzig bekannt. Nach dem Krieg wurde die Brauerei 1950 zur Aktienbrauerei Gohlis umbenannt und zwei Jahre später zum volkseigenen Betrieb, zur VEB Brauerei Gohlis. Die Bierproduktion wurde 1972 eingestellt. Erfrischungsgetränke wie die Lipsonsa-Limonade und Cola wurden jedoch weiterhin in dem Gohliser Betriebsteil hergestellt. Nach einer weiteren Umbenennung der Brauerei, zur Sachsenbräu AG 1991, erfolgte bald die Gesamtschließung des Betriebes.

Der Ausschank „Bräustüb`l“ in der Georg-Schumann-Str. / Natonekstr. fiel am 29.06.2006 einer Brandstiftung zum Opfer. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. Auch die baulichen Überreste der alten Brauerei mussten 2006 wegen massiver Baufälligkeit abgetragen werden. Von dem Abriss sind nur das ehemalige Pförtnerhäuschen (heute ein Imbiss), das historische Kellergewölbe sowie Teile der Grundmauern und der Zaunanlage verschont geblieben und wurden teilweise rekonstruiert. Die übrig gebliebenen denkmalgeschützten Objekte sind von der Georg-Schumann-Str. neben dem Haupteingang des Kauflandes zu sehen. Neben dem alten Pförtnerhäuschen erinnert eine Gedenktafel an die frühere Brauerei.

2005 erwarb die Kaufland Stiftung & Co. KG das Areal der alten Brauerei Gohlis, um ein Einkaufszentrum mit Einzelhandels-, Dienstleistungs- und anderen Versorgungseinrichtungen von etwa 16 Millionen Euro zu errichten. Dabei stellte sich ein massives Problem heraus: die erheblich schadstoffbehaftete Bausubstanz musste entsorgt werden.

Nach zwei gescheiterten Verfahren zur Bebauung des Geländes übernahm die Kauflandstiftung selbst die Projektentwicklung des gesamten Gebietes zwischen Georg-Schumann-Str., Breitenfelder Str., Eisenacher Str. und Natonekstr. Die Planung sah auch vor, in den Ortsteilen Gohlis, Möckern, Wahren, Lindenthal, Lützschena und deren Umfeld ca. 66.700 Einwohner zu versorgen. Zur Erschließung gehörte auch, den gesamten Pkw-Verkehr über die Breitenfelder Str. für eine Ein- und Ausfahrt zu einem Parkhaus zu planen. Es erfolgten Informationsveranstaltungen, wo interessierte Bürger und Bürgerinnen ihre Bedenken bezüglich der Verkehrserschließung anbringen konnten. Auch der Bürgerverein Gohlis e. V. brachte Ideen und Vorschläge zur Umsetzung eines attraktiven Wohnumfeldes. 2008 konnte die Baugenehmigung erteilt werden. Um das Gesamtbild des Kauflandgebietes abzurunden, wurden Bäume und Sträucher gepflanzt. Viele Einzelhändler und Dienstleister bereichern die Belange der Menschen im Wohnumfeld. Das Einkaufszentrum umfasst eine Apotheke, einen Blumenladen, eine kleine Poststelle mit Zeitungsshop, Bekleidungsgeschäfte sowie eine Wurstfrischetheke, einen Backshop und einen asiatischen Imbiss gegen den kleinen Hunger.
Sehr schön ist auch, dass in dem Gebäudekomplex in der 3. Etage die Erich-Loest-Bibliothek angesiedelt ist, die am 11.06.2010 feierlich eröffnet wurde. Die Anwohner haben die Bibliothek gut angenommen. Eine Physiotherapie und eine psychologische Praxis befinden sich in der 4. Etage.

Zur Auflage des Bauprojektes Kaufland Gohlis-Süd und zur Aufbesserung des Wohnumfeldes gehörte auch, das Kellergewölbe der alten Brauerei dem Publikumsverkehr zugänglich zu machen. Die Vision war, das Brauereigewölbe für Gastronomie oder für kulturelle Zwecke zu erschließen. Die Umsetzung des Vorhabens sollte bis Ende 2020 erfolgen. Dazu wurde eine Tiefgarage mit 37 Parkplätzen geschaffen. Laut einer Nachfrage bei der Kauflandleitung hatten zwei Investoren Interesse gezeigt, das denkmalgeschützte Gewölbe für gastronomische Zwecke nutzen zu wollen. Die Umsetzung der Gastronomieanbindung scheiterte leider an der Corona-Pandemie Anfang 2020. Das Anliegen der Kauflandleitung besteht weiterhin, dass ungenutzte Gewölbe an interessierte Investoren zu vermitteln.

5 Jahre Nordcafé – ein Rückblick und schöne Ausblicke!

von Ricarda Berger

Die Idee, einen Ort der Begegnung zu schaffen, führte 2016 einige engagierte Menschen des Leipziger Nordens zusammen. Verschiedene Kirchgemeinden, die Initiative Weltoffenes Gohlis und der Bürgerverein Gohlis e. V. brachten sich mit ein, und durch die Unterstützung der Evangelisch-methodistischen Kirche fand man die geeigneten Räumlichkeiten im Haus der Bethesdakirche in der Blumenstraße 74.

Das Nordcafé startete am 9. Mai 2017 als ein regelmäßiges, offenes Begegnungsangebot, das für Offenheit werben möchte und eine Dialogplattform für interkulturellen Austausch bietet. Gleichzeitig sollten Anwohner und Nachbarn die Gelegenheit haben, neuangekommene Menschen kennenzulernen, um Verunsicherungen und Ängste abzubauen.

Seit nunmehr 5 Jahren treffen sich im Nordcafé jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr Menschen mit oder ohne Fluchterfahrung, mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensgeschichten.
Während unsere Gäste zu Anfang mit dem Erlernen der deutschen Sprache zu tun hatten und die Suche nach Wohnraum Geduld erforderte, dreht sich inzwischen viel um die Erfahrungen im Berufsleben und die kleinen und großen Probleme des Alltags.

Einige Menschen sollten nur kurze Zeit bei uns zu Gast sein. Mancher Traum, in Deutschland bleiben zu können, erfüllte sich nicht. Andere Gäste wechselten auf Grund eines Studiums oder Arbeitsplatzes den Wohnort.

Umso mehr freuen wir uns über unsere Stammgäste, die wir so viele Jahre begleiten und seitdem die gute Entwicklung in Sprachkompetenz und Integration miterleben können. Mit großem Fleiß und Ehrgeiz haben gerade die jungen Menschen ihren Weg in ein selbstbestimmtes Leben eingeschlagen.

Seit unserer Wiedereröffnung Ende März 2022 drehen sich viele Gespräche um die entsetzlichen Geschehnisse in der Ukraine und die politischen Entwicklungen weltweit. Traumatische Erlebnisse und Erfahrungen unserer Gäste, zum überwiegenden Teil aus Kriegsgebieten geflohen, kommen durch die aktuellen Bilder wieder in Erinnerung. Immer noch sind Angehörige in Syrien, Afghanistan und Eritrea durch Krieg und Terror bedroht.

Parallel zu unserem Cafébetrieb besteht seit einem Jahr ein Angebot zur Kinderbetreuung im Kinder- und Jugendzentrum „Seven4Kids“ gleich neben dem Caféraum. Dort kann unter Anleitung von erfahrenen, lieben Menschen gebastelt, gemalt, gespielt und gestaltet werden.

Interreligiöses Dankfest

Der Bürgerverein Gohlis im interkulturellen Austausch im Leipziger Norden

von Michael Wagner

Durch einen Pressebericht wurde im September 2013 die Absicht der muslimischen Ahmadiyya Muslim Gemeinschaft (AMJ) bekannt, in Gohlis eine Moschee zu errichten. Die Reaktionen waren heftig. Eine anonyme Facebook-Gruppe „Gohlis sagt nein“ heizte die Stimmung mit antimuslimischen Ressentiments an. Aus der Absicht, ein Gotteshaus für maximal 100 Personen ausschließlich privat zu finanzieren, wurde die „Islamisierung“ von Gohlis herbeifantasiert. Schnell entpuppte sich „Gohlis sagt nein“ als äußerst rechte, zumindest teilweise der NPD nahestehende Gruppierung. Das gesellschaftliche Klima in Gohlis wurde deutlich rauer.

In Reaktion darauf gründete sich im Herbst 2013 die Initiative „Dialoge für Gohlis“. In „Dialoge…“ engagierten sich von Anfang an Mitglieder des Bürgervereins Gohlis, aber auch von politischen Parteien und Kirchgemeinden.

„Dialoge für Gohlis“ wollte die Debatte um die Moschee versachlichen und einen Raum für kritische Fragen bieten, hat sich dabei aber von Anfang an zur Religionsfreiheit bekannt, einschließlich des Rechtes der Ahmadiyya-Gemeinde zum Moscheebau. Dem dienten unsere Aktivitäten, von der Verteilung mehrerer tausend Flyer, der Organisation einer Kundgebung gegen einen NPD-Aufmarsch im November 2013 bis zur Unterstützung der mehrfachen Aufführung des Theaterstücks „Moschee de“ von Kolja Mensing und Robert Thalheim in einer Inszenierung von David Perlbach in der Friedenskirche im Mai 2015. Zusammen mit der Ahmadiyya-Gemeinde wurde der Entwurf des Moscheegebäudes in den Räumen des Magistralenmanagements der Georg-Schumann-Straße öffentlich ausgestellt.

„Dialoge für Gohlis“ gab zugleich den Anstoß für die Etablierung des interreligiösen Dialoges im Stadtbezirk. Dieser umfasste bald die christlichen Gemeinden des Leipziger Nordens, die Ahmadiyya, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig sowie die Leipziger Bahá`í-Gemeinde. Nicht der Austausch über theologische Differenzen steht im Mittelpunkt, sondern die Begegnung, dass Sich-Kennen-Lernen von Menschen aus den verschiedenen Religionen. Wir möchten zeigen, dass religiöse Vielfalt Teil unserer Realität in Gohlis ist, das sie nicht zur Verfeindung von Menschen führen muss, sondern das Leben bereichern kann. Am 11. September 2016 fand vor der Friedenskirche ein interreligiöses Dankfest statt, das seitdem jedes Jahr mit großem Anklang durchgeführt wird. Ergänzt wurde dies in den letzten Jahren durch religiöse Mahlfeiern, organisiert im Dreiklang aus christlichen, jüdischen und muslimischen Gläubigen.

Ein weiteres Thema, bei dem der Bürgerverein öffentlich Farbe bekennt, ist die Aufnahme von Geflüchteten. In Kenntnis der Absicht des Freistaates, in der Max-Liebermann-Straße eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Asylbewerber*innen mit einer Kapazität von 700 Plätzen zu eröffnen, entstand am 6. Oktober 2014 die Initiative Weltoffenes Gohlis, die in der Folgezeit an die Stelle von „Dialoge für Gohlis“ trat. „Weltoffenes Gohlis“ will Geflüchtete unterstützen, demokratische Werte in der Gesellschaft stärken und rechtsradikalen Aktivitäten entgegentreten. Der Kontakt von Menschen unterschiedlicher Herkunft soll rassistischen Pauschalierungen den Nährboden entziehen. Initiator der Gründung war erneut der Bürgerverein Gohlis. Ihm schlossen sich die Kirchgemeinden im Leipziger Norden, die Ahmadiyya Muslim Jamaat, die lokalen Gliederungen von SPD, die LINKE und Bündnis 90/die GRÜNEN sowie viele Einzelpersonen an. Dass WoG von Anfang an auch ein Netzwerk verschiedener Organisationen war, trug zur kontinuierlichen Arbeit der Initiative in den letzten 8 Jahren bei.

Solidarität mit Geflüchteten praktizieren wir durch das im Mai 2017 gegründete Nordcafé im Keller der evangelisch-methodistischen Bethesda-Gemeinde in der Blumenstraße 74. Jeden Dienstag treffen sich hier von 14 bis 16 Uhr Einheimische, Hinzugezogene, Menschen aus den kommunalen Flüchtlingsunterkünften und auch aus der EAE. Wir sind stolz darauf, dass das Nordcafé mittlerweile zu einer Institution im Leipziger Norden wurde und die Corona-bedingten Einschränkungen seines Betriebes gut überstanden hat.

Viel Spaß hatten alle Beteiligten an den über viele Jahre hinweg organisierten interkulturellen Fußballturnieren im Stadion des Friedens. Zusammen mit dem Roten Stern Leipzig haben jeweils bis zu 10 spontan gebildete Fußballmannschaften, größtenteils aus Asylbewerbern bestehend, miteinander gekickt. Selbst kriegerische Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Herkunftsländern haben niemals das gegenseitige friedliche Kräftemessen gestört.

2019 und 2020 haben wir gemeinsam mit anderen Initiativen vor der Erstaufnahmeeinrichtung Begegnungsfeste mit den Geflüchteten durchgeführt, um Abwechslung im eher tristen Alltag zu schaffen und eine Begegnung mit den Anwohner*innen zu ermöglichen.

Weitere Aktivitäten waren die Organisation öffentlicher Kolloquien zu den Themen Migration und interreligiöser Dialog. Hierbei wurde der Bürgerverein Gohlis über mehrere Jahre hinweg durch Mittel aus dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen unterstützt. Dazu kommen regelmäßige Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen im Rahmen Internationalen Wochen gegen Rassismus sowie während der Interkulturellen Woche. Dies hat zur gesellschaftlichen Vernetzung der Menschen und Initiativen vor Ort beigetragen, deren Ziel ein solidarisches Zusammenleben aller Menschen ist. Auch dem ist zu verdanken, dass Gohlis kein leichtes Pflaster für eine rechtsradikale Mobilisierung wurde.

„Weltoffenes Gohlis“ ist nicht unpolitisch. Bei Angriffen auf die demokratische Grundordnung sind wir Teil des gewaltfreien Gegenprotestes. Griffen Aufläufe von „Legida“ oder anderen rechtsradikalen Bündnissen auf den Leipziger Norden über, hat WoG auch selbst Gegenkundgebungen angemeldet. Und selbstverständlich melden wir uns öffentlich zu Wort, wenn Bekundungen des Antisemitismus das gesellschaftliche Klima vergiften.

Neues Thema wurde in den letzten Wochen die Solidarität mit den im Zuge des russischen Angriffskrieges nach Leipzig geflüchteten Ukrainer*innen. „Weltoffenes Gohlis“ hat sich an vielen entsprechenden Aktivitäten beteiligt, beispielsweise an einem Solidaritätskonzert am 2. April vor dem Gohliser Schlösschen.

Mein Fazit des mittlerweile 9-jährigen Engagements des Bürgervereins für religiöse und kulturelle Vielfalt im Leipziger Norden ist, dass es mit viel Engagement gelungen ist, Menschen zum demokratischen und humanitären Engagement zu ermutigen, zu vernetzen sowie durch Dialog das friedliche Miteinander zu fördern.