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Gohlis Forum 3/2020

Was tut sich im Kunst- und Kreativzentrum in der Lindenthaler Straße?

von Kerstin Herrlich

In der letzen Ausgabe des Gohlis Forums war über das künftige Kunst- und Kreativzentrum in der Lindenthaler Straße berichtet worden und es kam die Kritik auf, dass dort noch immer nichts passieren würde.

Ja, so sieht es von außen wohl auch aus und die notwendigen Beschränkungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie haben ihr Übriges dazu getan.

Aber in Wirklichkeit und hinter der Glasfassade hat sich bereits sehr viel getan.

Nachdem das ehemalige Autohaus am 4. September 2019 durch die Kulturbürgermeisterin und weitere Vertreter der Stadt und der Kreativwirtschaft eröffnet wurde, nutzten bereits am 7. September viele Künstler die bis dahin eher an ein Krankenhaus erinnernden Räume für Ausstellungen im Rahmen der Nacht der Kunst. Die Besucherresonanz war überwältigend. Ganz viele nutzen die Gelegenheit, sich teils ungewöhnliche Ausstellungen anzusehen. Ergänzt wurde das bunte Treiben durch Konzerte, Mitmachaktionen, die Möglichkeit für Rikschafahrten und das Team vom Georgier sorgte für das leibliche Wohl der Künstler und Gäste.

Inzwischen ist es wieder ruhig geworden, aber langsam füllt sich das Haus mit Dauermietern – darunter zahlreiche Maler, Grafiker, Fotografen, eine Figurenbauerin, Musikern und vielen anderen „Kreativköpfen“. Im Eingangsbereich verweist ein geflügeltes Fahrrad auf seine Schöpferin – eine Architektin und die galerie k. – eine Galerie für zeitgenössische Kunst hat bereits die zweite Ausstellung eröffnet.

Ein erstes Treffen Ende Februar nutzten ca. 40 Mieter zum gegenseitigen Kennenlernen und der Ideenschmiede, wie man das Haus in der Öffentlichkeit bekannt machen kann. Dabei ging es auch um die Namensfindung, denn alle waren sich einig, dass der bisherige Name „Kunst- und Kreativzentrum“ zu sperrig erscheint und nicht das zum Ausdruck bringt, was hinter den Glasfassaden zukünftig passieren wird. Wenn sich ein passender Name gefunden hat – die Findung läuft im Übrigen sehr demokratisch ab – wird es auch eine entsprechende Markierung an der Außenfassade geben. Bei dem Treffen, an dem auch der Vertreter der Hausverwaltung teilnahm, ging es um Ideen, wie sich das Haus zukünftig in der Öffentlichkeit darstellen kann, welche Möglichkeiten es für Anwohner und Besucher gibt, die Arbeiten und Ateliers der Künstler, die Galerie und mögliche andere Ausstellungen zu besichtigen und welchen Beitrag die „Hausgemeinschaft“ zur Entwicklung der Kunst- und Kulturszene im Leipziger Norden leisten kann.

Als eine der ersten Maßnahmen war die Öffnung des Hauses im Rahmen der Tage des Europäischen Kunsthandwerks Anfang April geplant, was aber nun leider auf Grund der aktuellen Situation abgesagt werden musste.

Sobald es die aktuelle Lage ermöglicht, werden wir den ersten „Tag des offenen Hauses“ nachholen und dazu schon jetzt alle Anwohner herzlich einladen.

Daneben wird auch die galerie k. wieder für alle dienstags und samstags sowie zu den aller 6 Wochen stattfindenden Vernissagen die Türen öffnen. Die aktuelle Ausstellung mit Arbeiten des Leipziger Bildhauers und Grafikers Gunther Bachmann wird verlängert und daneben ist die Dauerausstellung mit Arbeiten von Marc-Antoine Petit, Natalia Simonenko und Franziska M. Köllner zu sehen.

Und spätestens zur 11. Nacht der Kunst, die nach jetziger Planung am 5. September 2020 stattfindet, wird im ehemaligen Autohaus wieder ein buntes Treiben mit Ausstellungen, Liveaktionen, Konzerten, vielen Überraschungen und natürlich leckerem Essen und Getränken die Gäste in ihren Bann ziehen.

Kerstin Herrlich ist Leiterin der galerie k. und Mitglied im Organisationsteam der „Nacht der Kunst“

DAS ist Leipzig

von Maria Köhler

Es trifft uns derzeit alle, dieser sich ausbreitende, krank machende und allerorts beschränkende Corona-Virus. Er beeinträchtigt uns nicht nur in unserer persönlichen Freiheit, er macht nicht nur unseren KIEZgeschäften zu schaffen, sondern er sorgt auch dafür, dass die Leipziger Kulturlandschaft zusammenbricht und zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, Kultur- und Kreativschaffende sowie Kulturstätten in Leipzig in wirtschaftliche Not geraten.

Die aktuellen Einschränkungen betreffen alle, ich werde es nicht müde zu sagen, die Solidarität untereinander ist in dieser Zeit von enormer Wichtigkeit. So viele Menschen aus wenigen Berufsgruppen sind unaufhörlich im Einsatz, damit wir aktuell im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben Freiheit genießen dürfen. Danke dafür! Und trotzdem merken wir – gerade in diesen Tagen, wo wir zwar noch frische Luft schnappen und Sport treiben dürfen (egal ob auf dem Balkon oder im Hinterhof), wo wir in den Garten (falls vorhanden) flüchten können, neue Kochrezepte oder uns als Hilfslehrerin oder Hilfslehrer ausprobieren dürfen oder uns dem Wochenhighlight „Einkaufen“ stellen – der Geist flacht intellektuell ab, derweil er von der Informationsflut systematisch überfordert wird. Ich bringe es mal auf den Punkt: Es fehlt an kulturellem Input jenseits des Geige übenden Nachbarskindes!

Sicher, das kann auch im „normalen“ Alltag passieren, aber hier hat jeder normalerweise die Wahl. Die Wahl, ob, wo und was wir uns gönnen: Ein Konzert, ein Schauspiel, ein Kneipenquiz oder einfach einen gemeinsamen Abend mit Familie und Freunden.

In Gohlis – so will es das Klischee – geht nicht sooo viel kulturell und szenisch gesehen. Aber ganz ehrlich, dies stimmt so nicht! In den letzten Jahren haben sich wundervolle Angebote etabliert, kleine Formate entwickelt und längst klappen die Bürgersteige nicht mehr allerorts 22 Uhr hoch. Wenn ich beginne aufzuzählen, vergesse ich sicherlich die falschen, aber viel Live gibt es inzwischen auf jeden Fall im Budde-Haus, im Kulturhof Gohlis oder bei unseren an der Anzahl überschaubaren, aber großartigen Kulturgastronomen im #Gohliser KIEZ. Ja, und natürlich fahren wir aus dem KIEZ raus und tummeln uns in allen Teilen der Stadt um Kultur zu genießen, logisch. Aber egal ob hier bei uns in Gohlis, oder anderswo in der Stadt: Die kulturproduzierenden Häuser und die Kultur- und Kreativschaffenden sind noch da, auch wenn sie ihre Arbeit nicht tun können, wenn sie ihr Publikum nicht auf gewohntem Wege erreichen und damit ihre Einkünfte sichern können. Und wir, das Publikum, sind auch noch da. Aber wie finden wir in der aktuellen Lage zueinander?

#DASistLeipzig

Zum 27. März 2020 ging das Portal www.dasistleipzig.de online, initiiert von Verbänden der Kultur- und Kreativschaffenden hier in Leipzig. Die Initiative Leipzig plus Kultur, die IG Livekommbinat Leipzig e.V. und der Kreatives Leipzig e.V. bündeln und zeigen seit Ende März, welche Veranstaltungen es in Leipzig aktuell gibt, welche Kulturstätte, Musikspielstätte, Künstlerinnen und Künstler aktiv Unterstützung benötigt und welche Menschen aus und für Leipzig Hilfsangebote für die Kultur- und Kreativschaffenden organisieren und initiieren.

Nachdem der erste Schock des Veranstaltungsverbotes verdaut ist, finden nicht nur Soziokulturelle Zentren, Clubs und Kunst- und Kulturschaffende wieder zu einander (unter Einhaltung der Vorschriften!) und realisieren, dass wir Konzerte und kulturelle Beiträge online via Youtube, Facebook oder Instagram miterleben dürfen. Auch die etablierten Häuser, wie das Schauspiel Leipzig oder das Gewandhaus zu Leipzig, ermöglichen wieder Kulturgenuss. So stellen sie z.B. ausgewählte und temporär verfügbare Mitschnitte von Konzerten und Theateraufführungen online auf ihren Internetseiten zur Verfügung.

Mein Appell an uns alle: So wie wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn unterstützen, bei unseren Lieblingsläden bestellen um sie lokal zu unterstützen, und so wie wir auf einander in dieser herausfordernden Zeit Acht geben, so schenken Sie den Leipziger Kulturschaffenden in der aktuellen Situation ihre Aufmerksamkeit.
Auf dem Portal www.dasistleipzig.de können wir gezielt Kulturstätten, Künstlerinnen und Künstler und ganz gezielt Kampagnen und Initiativen unterstützen. Und natürlich gibt es hier im Veranstaltungskalender einen Überblick, welche Kulturveranstaltungen wir derzeit online genießen können. Bleiben Sie gesund!

Maria Köhler ist Vorstandsmitglied von Kreatives Leipzig e.V., dem Branchenverband für Kultur- und Kreativschaffende in Leipzig und Region, Einzelunternehmerin, Initiatorin des Stadtteilblogs Gohliser KIEZgeflüster, Mutter einer schulpflichtigen Tochter und wahnsinnig gerne in Gohlis lebend.

Demokratieecke

von Tino Bucksch

Bevor der Corona-Virus das gesellschaftliche Leben so beeinträchtigte, dass auch der Stadtbezirksbeirat Nord im April nicht tagen durfte, fand im März eine Sitzung statt, die mit dem Budde-Haus und dem Gohliser Schlösschen zwei Themen auf der Tagesordnung aufwies, die für den Stadtteil von enormer Bedeutung sind.

Für den Erhalt des Budde-Hauses in öffentlicher Hand und die Umwandlung in ein Stadtteilzentrum kämpfte der Bürgerverein schon seit Jahren. Dies konnte bisher erfolgreich umgesetzt werden. Aktuell ist die dringend notwendige Sanierung im Fokus, um noch mehr der Nutzungspotenziale des Hauses zu heben. Umso erfreuter waren die anwesenden Stadtbezirksbeiräte, als auf der Sitzung am 05. März die anwesende Kulturamtsleiterin Brodhun berichten konnte, dass mittels einer Vereinbarung zwischen dem Kulturamt und dem Amt für Gebäudemanagement im September 2019 das Einstellen von ca. 2,5 Millionen Euro für den kommenden Doppelhaushalt 2021/22 vereinbart wurde. Mit diesen notwendigen Mitteln kann die Ertüchtigung des Brandschutzes, der 2. Rettungsweg, die Erneuerung der Elektrotechnik sowie die Barrierefreiheit mittels eines Aufzugs an der durch den Krieg zerstörten Außenfront realisiert werden. Gerade die Barrierefreiheit ist immer ein Thema bei der Planung von Veranstaltungen im Budde-Haus und stellte in der Vergangenheit ein nicht unerhebliches Hindernis dar.

Im selben Atemzug berichtete die Amtsleiterin über den Entwicklungsstand zur Neuausschreibung der Nutzung des Gohliser Schlösschens. Der ambitionierte Zeitplan sieht dabei vor, dass bis zum 31. März die beauftragte Agentur die Potenzialanalyse vorlegen soll, um dann die Ausschreibung nach einem neuen Träger zu ermöglichen. Vom 01. Oktobr bis zum 31. Dezember wird das Haus für Besucherinnen und Besucher gesperrt, um ein paar Schönheitsrenovierungen vorzunehmen, um dann hoffentlich am 01.01.2021 mit dem neuen Betreiber starten zu können. Dazu ist am 11. Mai eine erneute Veranstaltung im Rahmen derselben Teilnehmer des ersten SchlösschenCamps geplant (Anmerkung der Redaktion: mittlerweile abgesagt). Grundsätzlich befürworteten die Mitglieder des Stadtbezirksbeirates das Vorgehen und betonten, dass es definitiv weiterhin eine öffentliche, kulturelles Nutzung des Schlösschen geben muss und dass das Konfliktpotenzial der getrennten Schloss- und Gastronutzung dringend aus der Welt geschaffen werden muss.

Zum Abschluss der Sitzung brachte noch ein Vertreter des Jugendparlamentes der Stadt Leipzig einen Antrag ein, der einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung und den Stadtrat vorsieht, in welchem untersucht werden soll, wie und in welcher Intensität in Zukunft Kinder und Jugendliche in die demokratischen Entscheidungsprozess auf der Stadtbezirksbeiratsebene eingebunden werden können. Dabei diskutierten die Mitglieder des Beirates intensiv und kontrovers über das Spannungsfeld zwischen grundsätzlichem Prüfauftrag und konkreter Ausgestaltung solch einer Beteiligung. Gerade letzteres bewegte sich entlang der offenen Fragen wie denn solch eine Beteiligung erfolgen solle, wie diese pädagogisch begleitet werden könnte und wie es möglich gemacht werden müsse, dass die Kinder und Jugendlichen die teilweise rechtlich komplexen Sachverhalten auch nachvollziehen könnten. Am Ende votierte der Stadtbezirksbeirat mit großer Mehrheit für den Prüfauftrag.

Auf Parkbanksuche in Gohlis

von Ursula Hein

Wer durch Gohlis spazieren geht, stellt leicht fest, dass er sich gar nicht so leicht ausruhen kann, denn Bänke sind Mangelware. Zwar gibt es in den Parks Bänke und auch an den Haltstellen gibt es in den Häuschen recht bequeme Bänke, jedoch ohne einen Abfallkorb! Ich möchte einmal einen Spaziergang in Gohlis-Süd beschreiben:

Von der Berggartenstraße hinunter bis zum ehemaligen Schillerhain an der Weinligstraße ist es nicht sehr weit. Das schaffen wir als Rentner noch ganz gut. Dort ist die erste Ruhepause fällig. Dann geht es durch die Menckestraße. Der schöne Anger lädt eigentlich zum Sitzen ein, aber… hier gibt es zwar Bäume und Rasenfläche, umstanden von Autos, aber Bänke gibt es nicht. Vor zwei Wochen konnte man noch ins Gohliser Schlösschen ausweichen. Dort an der Menckestraße gibt es zwei Steinbänke, wenn auch benachbart den Abfallsäcken, zur Not konnte man hier Station machen. Aber jetzt ist es damit vorbei. Der Schlösschen-Park ist zugesperrt. Man kann sich höchsten an das Mäuerchen anlehnen, ein schlechter Ersatz. Wenn man dann weitergeht den Schlösschenweg hinunter zum Poetenweg, dann wäre vor der Villa Ida ein schöner Platz für zwei Bänke, aber da gibt es nur Fahnenstangen, nicht wirklich geeignet fürs Ausruhen. Jetzt folgen wir dem Poetenweg, vorbei am Gohliser Schlösschen und endlich sehen wir zwei Bänke. An der Ecke Poetenweg/ Kickerlinsgberg kann der müde Spaziergänger rasten. Wären wir allerdings der Menckestraße in Richtung Kirche gefolgt, dann hätten wir erst am Kirchplatz eine Ruhestätte gefunden.

Sicher denken jetzt viele, das sind doch jede Menge Bänke, aber die Entfernung zwischen den einzelnen ist für schwache Rentner oder Gehbehinderte recht weit. Und wenn man sich die Nebenstraßen in Gohlis-Süd ansieht, dann kann man sich höchstens auf einem Mäuerchen einmal kurz ausruhen. Vielleicht könnte doch zumindest auf dem Anger und vor der Villa Ida Ruhebänke aufgestellt werden. Man möge bedenken, dass die Anzahl der Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, wohl noch zunehmen wird, denn unsere Gesellschaft wird ja immer älter und hoffentlich trotz Corona.

Neues aus der Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forums,

die Leipziger Stadtbibliothek, alle Stadtteilbibliotheken sowie die Fahrbibliothek bleiben ab Montag, den 16. März, bis einschließlich 20. April 2020 geschlossen. Ob und wie lang die Schließung über den 20. April hinaus andauert, ist derzeit nicht absehbar. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der Leipziger Städtischen Bibliotheken (http://www.stadtbibliothek.leipzig.de). Die Leipziger Städtischen Bibliotheken werden täglich von bis zu 5.000 Menschen aufgesucht. Die Schließung ist notwendig, um auch hier die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Coronavirus zu verlangsamen. Alle zurzeit ausgeliehenen Medien bleiben auf dem Leserkonto, bis eine Rückgabe wieder möglich ist. Es entstehen keine Versäumnisgebühren.
Die wichtigsten Informationen für Bibliotheksbenutzer:

Rückgabetermine werden „eingefroren“
• Entliehene Medien bleiben auf dem Konto, bis eine Rückgabe wieder möglich ist. Dazu ist durch die Entleiher nichts weiter zu veranlassen.
• bitte Medien nicht per Post zurückschicken

Keine neuen Säumnisgebühren
• In der Schließzeit fallen keine neuen Säumnisgebühren an.
• Bereits angefallene Säumnisgebühren können erst bezahlt werden, wenn die Bibliotheken wieder geöffnet haben.

Vormerkungen und Bestellungen
• Vormerkungen und Bestellungen bleiben erhalten. Die Bereitstellung der Medien erfolgt je-doch erst ab Wiedereröffnung.
• Vorgemerkte/bestellte Medien, die bereits vor der Schließzeit abholbar waren, gehen nicht verloren und können ab Wiedereröffnung abgeholt werden.
• Neue Vormerkungen sind während der Schließung nicht möglich.

Wir danken für Ihr Verständnis. Bleiben Sie gesund!

Bibliothek Gohlis „Erich Loest“
Stadtteilzentrum Gohlis
Georg-Schumann-Str. 105
04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 123 5255
E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de

Zeitzeugen-Projekt in der Schillerschule: 30 Jahre Wende und Einheit – erlebte Geschichte in Gohlis

von Wolfgang Leyn

Wende und Einheit haben 1989/90 im Westen Deutschlands wenig, im Osten aber fast alles verändert. Über ihre Erlebnisse und Erfahrungen sprechen Zeitzeugen aus Leipzig-Gohlis im Frühjahr 2020 mit Schülern einer 10. Klasse des Schiller-Gymnasiums. Welche Hoffnungen von damals sind Wirklichkeit geworden? Welche nicht? Und was waren die Gründe? Was ist gut gelaufen? Was hätte besser laufen können oder müssen? Wenn ja, wie? Vorbereitet wurde das Projekt seit Herbst vorigen Jahres vom Geschichtslehrer und Klassenleiter Burkhardt Geyer gemeinsam mit der AG Stadtteilgeschichte des Bürgervereins Gohlis. Am 4. März haben wir es in der Klasse 10/1 vorgestellt.

Befragung ohne Ansteckungsgefahr
Nach Ausbruch der Corona-Krise haben wir überlegt, ob wir die Gespräche ausfallen lassen oder verschieben müssen. Beides wollten wir nicht und wir müssen auch nicht. Um jegliche Ansteckungsgefahr zu vermeiden, verzichten wir jedoch auf persönliche Begegnungen zwischen Schülern und Zeitzeugen. Stattdessen werden die Gespräche per Smartphone geführt. Je drei Schüler bereiten sich gemeinsam auf die Befragungen vor. Die Zeit des aktuellen Unterrichtsausfalls nutzen sie für thematische Internet-Recherchen über das Leben im verschwundenen Land DDR. Wenn die Umstände es zulassen, könnten die Gespräche im Juni stattfinden. Genutzt werden sie dann sowohl im Geschichtsunterricht als auch für historisch interessierte Leser des „Gohlis Forums“.

Pfarrer, Ingenieur, Politikerin, Journalistin …
Die neun Zeitzeugen aus Gohlis sind Männer und Frauen zwischen Mitte 50 und Anfang 80 mit ganz unterschiedlichen Berufen, Ansichten und Erfahrungen. Am 9. Oktober, als in Leipzig 70.000 Demonstranten um den Ring marschierten, hielt Pfarrer Gotthard Weidel von der Friedenskirchgemeinde die Predigt beim Friedensgebet in der Nikolaikirche. Aktivisten aus der kirchlichen Umwelt- und Friedensarbeit wie Gerd Klenk gehörten 1992 zu den Mitbegründern des Bürgervereins Gohlis. Ihnen ist es auch zu verdanken, dass das Budde-Haus als soziokulturelles Zentrum für den Stadtteil erhalten werden konnte.
Gisela Kallenbach engagierte sich 1989/90 in der Bürgerrechtsbewegung und setzte sich später in der Stadtverwaltung, im Landtag und im Europaparlament weiter für ihre Ideale ein. Die Radioredakteurin Adelheid Scholz arbeitete im Funkhaus in der Springerstraße, moderierte dort bei Radio DDR Sendungen zu Umweltthemen, baute 1990 Sachsenradio mit auf und gestaltete später Kultursendungen im Mitteldeutschen Rundfunk.

… Kabarettist, Musiker, Kinderärztin, Schuldirektor, Sparkassen-Chefin
Der Kabarettist Meigl Hoffmann ging Anfang Oktober 1989 mit Ausreiseantrag in den Westen, kam nach der Friedlichen Revolution zurück und betrieb 1990/91 ein Kleinkunstlokal in einer Gohliser Kneipe. Gewandhausmusiker Matthias Schreiber zog mit dem Orchester 1981 in den ersten DDR-Konzerthausneubau ein, sah auf Tourneen mehr von der Welt als die meisten DDR-Bürger und nahm im Herbst 1989 an den Montagsdemos teil. Die Kinderärztin Ute Ziegenhorn arbeitete in der Poliklinik Nord in der Menckestraße und erlebte dort nach 1990 die Abwicklung ihrer Arbeitsstelle mit.
Dr. Karl-Heinz Hagen, Geschichtslehrer an der Schillerschule, wurde in der Wendezeit vom Kollegium zum Direktor gewählt. Brigitte Eichelmann war am 1. Juni 1990 in der von ihr geleiteten Sparkassenfiliale in der Gohliser Straße für den reibungslosen Geldumtausch von DDR-Mark in harte DM verantwortlich.

von Ursula Hein

Großes Interesse und ein wenig Bange

Als wir am 4. März bei unserem ersten Treffen mit den Schülern in der Schiller-Schule das Projekt und den Bürgerverein vorstellten, weilte das Corona-Virus noch in weiter Ferne. Der Klassen- und Geschichtslehrer Herr Geyer hatte schon gut vorgearbeitet, zwei Jahresarbeiten zur DDR-Geschichte waren längst in Arbeit, und die Schüler zeigten sich sehr interessiert und stellten eine Menge Fragen. Ein wenig Bange hatten einige schon vor dem Zusammentreffen mit den Zeitzeugen, ob sie dabei alles auch richtig machen würden, denn solch eine Aufgabe hatten sie in ihrer bisherigen Schullaufbahn ja noch nicht zu bewältigen.
Aber diese Bedenken konnte ich doch zerstreuen, anhand meiner Erfahrungen als Geschichtslehrerin an einem Gymnasium in Mannheim mit Zeitzeugen aus der NS-Zeit und der Nachkriegszeit, anhand der Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und Überlebenden. Herr Leyn und ich freuen uns jedenfalls auf dieses Projekt, auch wenn durch die Corona-Krise einiges schwieriger geworden ist. Im Laufe dieses Jahres werden wir Sie dann im „Gohlis Forum“ über die Ergebnisse der Recherchen informieren.

Gohlis hat keine Kartoffeln mehr

von Ursula Hein

Bevor die Corona-Krise wirklich einbrach, wollte ich Samstag abends noch Kleinigkeiten fürs Wochenende kaufen, im Kaufland um die Ecke.
Aber – gähnende Leere in den Stellagen – keine einzige Kartoffel fand sich in den zahlreichen Behältnissen, die die ganze linke Seitenwand einnehmen. Ich gehe weiter, keine Eier mehr, weiter, keine (billigen) Teigwaren mehr und tatsächlich, was ich ja nicht glauben wollte: kein Toilettenpapier mehr. Und ich dachte, es sei eine Zeitungsente, obwohl ja der 1. April noch nicht angebrochen war.

Sind die Leute wirklich verrückt geworden? Wer braucht schon so viel Klopapier? Wer bunkert jetzt noch Kartoffeln? Kartoffeln, die schon langsam anfangen zu keimen. Oder will man in den Gohliser Fluren Kartoffeln anpflanzen so, wie zu Kriegszeiten? Frage an die sichtlich genervte Kassiererin, ja die Leute kauften wie verrückt. Es gäbe kein Toilettenpapier mehr. Haben sich jetzt meine Vorurteile bestätigt? Wo eine Schlange ist, steht der ehemalige DDR-Bürger an. Wo es etwas reichlich gibt, kauft man so viel wie früher, um dann zu tauschen? Aber nein, auch in anderen deutschen Ländern zeigt sich dieses Hamsterverhalten, auch im befreundeten und nicht befreundeten Ausland die gleichen Paniksymptome.

In der folgenden Woche wird es nicht besser, da kann die Wirtschaft, die Politik noch so viel beruhigen, man hamstert weiter. Inzwischen sind zwei Wochenenden ins Land gegangen. Vieles hat sich verändert. Die Leute halten sich an die Vorgaben. Man hält Abstand, wartet geduldig, bis man in die Geschäfte, in die Post, in die Bank eingelassen wird. Man geht auf die andere Straßenseite, wenn wir alten Leute entgegenkommen, oder wartet, bis wir vorbeigegangen sind. Manche tragen Mundschutz selbstgemacht oder gekauft, andere tragen Handschuhe. Man ist etwas achtsamer geworden im Miteinander.

Aber Toilettenpapier ist immer noch Mangelware. Hoffen wir, dass sich bis zum nächsten GohlisForum im Sommer alles wieder einigermaßen normalisiert hat. Bleiben Sie gesund.

Gohliser Verein für Kunst und Kultur e.V. – KuK Gohlis: Ein Abend voller Kunst und Liebe – „JAZZ + Ein Wirbelwind Lust“

von Uta Schlenzig

Seit 2017 lädt der Gohliser Verein für Kunst und Kultur e.V. „KuK Gohlis“ zu seiner Veranstaltungsreihe „Kultur im Dialog“, mit der er Beziehungen stiften möchte – zwischen Künsten und Künstlern, verschiedenen Genres und Kunstformen, Musik und Wort, Bild und Bewegung, Kunst und Klang.
Noch gerade vor dem Beginn der allgemeinen Kulturpause war Ende Februar der Kölner Rezitator Peter R. Pollmann zu Gast in Leipzig bei „Kultur im Dialog“.

Zwischen Literatur, Musik und Bildern: ein „Tummelplatz“ der Kunst. Dieser Begriff – von Sigmund Freud geprägt für einen Raum, in dem Begegnung zwischen Menschen passiert – beschreibt treffend das Anliegen der Veranstaltungsreihe. Oder wie Pollmann es ausdrückt:

„Denn so und nicht anders treffen wir uns. Auf dem Tummelplatz unserer Liebe. Kunst heißt begegnen. Öffnet Tür um Tür. Scharf. Unverbrüchlich. Gespiegelt. Ein lustvolles Spiel. Nie Kraftakt. Nie Luftbild. Nie keimfreier Zweck. Wir teilen entschlossen. Wir streuen uns aus. Wir entlarven beherzt. Auf Gedeih und Verderb.“

Immer schon war Kunst ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft, jenseits von Selbstsucht und Erfolgszahlen. Wie inspirierend, mitreißend, leidenschaftlich, erbauend und voller Energie solch ein Tummelplatz der Kunst ist, konnten die Besucher des Abends erleben.
Vor den Photozeichnungen „Partitura d’amore“ der Gohliser Künstlerin Christa Manz-Dewald führte Peter R. Pollmann die Zuhörer mit Lyrik und Prosa durch das Auf und Ab der Liebe. Kongenial untermalt durch den jungen Jazzpianisten Richard Brüggemann aus Leipzig, der mit seinen expressiven Klängen am Klavier einen Teppich ausbreitete für die Texte aus dreieinhalb Jahrtausenden Literatur.
Die Zuhörer und Betrachter tauchten ein in einen Wirbelwind der Lust, durch den sich als ein roter Faden Ausschnitte aus dem Hohelied Salomos zogen, verflochten mit Texten von Walt Whitman, Joseph v. Eichendorff, Ingeborg Bachmann, Johann Wolfgang v. Goethe u.v.a.

Auf diesem Tummelplatz konnte es sich erfüllen, das Anliegen des Vereins KuK Gohlis: zum Austausch anzuregen und den Spielraum zu schaffen, den Kunst und Kultur zur Entwicklung dringend benötigen. Denn – um mit Peter R. Pollmanns Worten zu enden – „das ist das Schöne an der Kunst: Sie macht immer Türen auf!“

Denkmalpflege – Zweites Leben für eine Gohliser Wasserpumpe?

von Wolfgang Leyn

Das erste Leben der Handschwengelpumpe in der Fritz-Seger-Straße währte knapp 108 Jahre – vom September 1912 bis zum März 2020. Um 1900 standen in Leipzig, verteilt über das ganze Stadtgebiet, mehr als 280 solcher Wasserpumpen. 25 Standorte gab es allein in Gohlis. Nur wenige deutsche Städte leisteten sich den Luxus, die gusseisernen Pumpenkörper künstlerisch zu gestalten. Die heute noch erhaltenen Exemplare in Leipzig stehen unter Denkmalschutz. Rund 30 wurden seit den 1980er-Jahren restauriert, viele sind aus dem Stadtbild verschwunden, die übrigen sind mehr oder weniger stark beschädigt.

So auch die Pumpe in der Fritz-Seger-Straße, die einzige in Gohlis vom Gehäusetyp „Vogelkäfig“. Am 18. März wurde sie demontiert, um zu untersuchen, was eine Restaurierung kosten würde. Die Schüler der nahegelegenen Erich Kästner-Schule möchten ihr gern ein zweites Leben schenken. Der gemeinsam mit dem Bürgerverein Gohlis geplante Spendenlauf kann zwar wegen des Corona-Virus nicht am 15. Mai stattfinden, er wird aber nicht abgesagt, sondern ins nächste Schuljahr verschoben.

Wann das zweite Leben dieser historischen Handschwengelpumpe anbrechen wird, muss leider offen bleiben. Fest steht aber heute schon: Die Restaurierung des technischen Denkmals wird nicht billig werden. Daher sind Sponsoren unter den Anwohnern wie unter den Lesern dieser Stadtteilzeitung hoch willkommen. Der Bürgerverein wird die Initiative der Schüler, ihrer Eltern und Lehrer zum einen organisatorisch unterstützen, zum anderen eine Ausstellung über die besondere Tradition der Leipziger Handschwengelpumpen und die jeweiligen Standorte in Gohlis ausrichten.

Ein Bildbericht über den fachgerechten Abbau der Pumpe in der Fritz-Seger-Straße am 18. März durch Mitarbeiter der städtischen Bau und Service Leipzig GmbH kann in der pdf-Version des Gohlis Forum 03/2020 eingesehen werden.

 

Gohliser Baugeschehen: Neues vom Hoch- und Tiefbau

von Matthias Reichmuth

Erinnern Sie sich, welcher Eindruck sich im Umfeld des S-Bahnhofs Gohlis vor 10 Jahren bot, wenn der Blick aus dem von Südwesten nach Leipzig einfahrenden ICE auf die linke Seite fiel? Eine große Industrieruinenlandschaft, erst die ehemaligen Bleichertwerke, daran anschließend die Ruine der Wagenfedernfabrik Engelmann. Im September 2008 war in der LVZ erstmals zu lesen, dass die 2,5 Hektar der Bleichertwerke saniert werden sollten.

Sanierung der Bleichertwerke endet
Nach langer Bauphase ist nun das Ergebnis zu bewundern, die Bleichertwerke mit sanierten Teilen und ergänzenden Neubauten sollen im Mai 2020 fertiggestellt werden und die federführende CG-Gruppe (neuerdings: Consus RE AG) war im März auch zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Acht von neun Gebäudeteilen sind inzwischen schon bezogen. Für die noch freien Stadthäuser direkt an der Bahn (95,5 m² Wohnfläche auf 3 Ebenen) wurden in den Immobilienportalen bis zu 14 Euro pro Quadratmeter aufgerufen, was für Gohlis-Mitte weit über dem Preisniveau der letzten Jahre und Monate liegt (für Neubauten lag das bisherige Maximum in Gohlis eher bei 11,- €/m²). Auch direkt am Bahndamm wurden Pkw-Stellflächen und die neue Kindertagesstätte integriert, die im Mai bezugsfertig sein soll. Der spektakulärste Teil des Komplexes sind aber Neubauten, die innerhalb der historischen Fabrikhallen mit großen Glasfassaden entlang der Wilhelm-Sammet-Straße errichtet wurden.

Auf der anderen (Eutritzscher) Seite der Geibelstraße wurden die Industrieruinen 2019 abgerissen und sollen bis 2021 einigen Blöcken mit 80 Wohnungen Platz machen.

Inzwischen sind es zwar nur noch Regional- und S-Bahnen, die hier durch Gohlis fahren, aber der Blick aus dem Zugfenster hat sich nun fundamental gewandelt.

Neue Modulbauten in Gohlis-Nord
Das zweitgrößte Bauprojekt befindet sich in Gohlis-Nord an der Maria-Grollmuß-Straße (Ecke Landsberger Straße). In moderner Fertigbauweise wurden hier in den letzten Monaten zwei größere Wohnblöcke hochgezogen. Die Hälfte der Wohnungen soll mit Mietpreisbindung (6,50 Euro) vermietet werden. Über die Baustelle auf der anderen Seite der Krochsiedlung hatten wir im Märzheft bereits berichtet. Insgesamt ist davon auszugehen, dass die Bevölkerung in Gohlis-Nord in nächster Zeit am stärksten zunehmen wird, wenn man sieht, was besonders nördlich der Max-Liebermann-Straße zuletzt gebaut wurde und noch wird.

Drei neue Mehrfamilienhäuser in Gohlis-Süd
Aber auch in Gohlis-Süd bewegt sich einiges: In der Magdeburger Straße 50 ist das neue Mehrfamilienhaus fast fertig, Ende März standen allerdings noch die Bauzäune bis zur Straßenmitte und Verkehrsschilder, die diesen Teil der Magdeburger Straße zur Einbahnstraße machten. Am anderen Ende der Magdeburger Straße fällt der Blick auch auf eine Baustelle: In der Lindenthaler Straße 48-50 wird nun das Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage gebaut, das 2018 genehmigt worden war. Die bisher ausgegrabene Baugrube an der Lindenthaler Straße 48 entspricht allerdings offenbar noch nicht der endgültigen Dimension des Bauprojekts.

Bei anderen Bauprojekten hat die Zeit von Planungsbeginn bis zur Realisierung noch länger gedauert: Ein sehr exponiertes Beispiel dafür ist die Schorlemmerstraße 2. Ende März begannen Bagger mit den Arbeiten, nachdem die dortige Vegetation seit 2015 dreimal gerodet worden war. An der Ecke zur Berggartenstraße wird dieses Gebäude die letzte noch fehlende Ecke des aufgeweiteten Straßenraumes darstellen – die viel diskutierte Frage nach der Gestaltung der Straßenfläche am Kirchplatz hatte die Stadt Leipzig auf den Tag vertagt, an dem diese Baustelle abgeschlossen sein würde.

Sanierungsfortschritte in Gohlis-Mitte
Um Gohlis-Mitte nicht zu vergessen, werfen wir noch einen Blick auf die Sanierungsfortschritte in der Wustmannstraße: Hier schreitet die Sanierung von Süd nach Nord voran, im März war die Wustmannstraße 3 bereits mit neuem Dach und neuen Fenstern ausgestattet, am anderen Ende war nur die Entfernung des früheren Putzes erkennbar.

Tiefbauthemen
Was stellen Sie sich vor, wenn die Zeitungsschlagzeile lautet: „Bahnbrücke in Gohlis wird saniert“? Es geht um die Brücke der Wiederitzscher Straße über die Bahnstrecke nach Möckern und Weißenfels, die seit Jahrzehnten in einem beklagenswerten Zustand ist: Da die Fußwege nicht mehr standfest waren, wurden diese auf die Fahrbahn verschwenkt, dadurch wurde diese so schmal, dass kein Begegnungsverkehr mehr möglich ist. Die alten Geländer sind verrostet, aber noch zu erkennen – kurzum ein Notbehelf seit mehr als 20 Jahren. Nun teilte das Verkehrs- und Tiefbauamt mit, dass die Brücke wegen massiver Rostschäden gesperrt und saniert werden muss. Aber siehe da: Nach zwei Wochen war die Sanierung abgeschlossen: Es waren nur quer über die Brückenfahrban drei schmale Gräben mit dem Bagger gezogen worden, um offenbar stabilere Stahlträger einzusetzen. Seit Anfang März rollt der Verkehr wieder – auf dem ansonsten unveränderten Provisorium.

Zuletzt noch ein Blick in die Kasseler Straße: Hier haben die Mittel der Stadtsanierung gereicht, um nach dem Westabschnitt (Bothestr. bis Mottelerstr.) auch den Rest des Straßenraums umzugestalten, aktuell wird im Bereich Mottelerstraße bis Wiederitzscher Straße gearbeitet. Bis zum Jahresende wird dann das Ostende an der Kasseler Straße gegenüber dem größten Gohliser Einkaufszentrum erreicht, in allen Abschnitten sind Baumpflanzungen vorgesehen.