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Gohlis Forum 3/2019

Zurück zu den Wurzeln

von Wolfgang Leyn

Das Budde-Haus in Gohlis ist eines der drei soziokulturellen Zentren in Leipzigs Norden. Ohne den Bürgerverein Gohlis gäbe es dort heute wahrscheinlich Büros von Steuerberatern oder Rechtsanwälten wie in anderen Gohliser Villen.

Prunkvolle Fabrikanten-Villa

Das Haus, errichtet 1890/91 für den Gohliser Erfinder und Unternehmer Adolf Bleichert als „Villa Hilda“, hat eine wechselvolle Geschichte. Das prunkvolle Gebäude im Stile des späten Historismus war seinerzeit die teuerste Fabrikantenvilla in Leipzig. Ihr gegenüber auf der anderen Straßenseite lag Bleicherts Drahtseilbahnfabrik, damals eine Weltfirma. Ihre Erzeugnisse wurden bis nach Chile, Südafrika und Ozeanien exportiert. Doch 1927 bekam das Unternehmen finanzielle Probleme, und die Bleichert-Söhne mussten die Villa verkaufen.

Volkseigenes Betriebsklubhaus

Im 2. Weltkrieg wurde das Haus beschädigt, 1952 enteignet und kurz darauf zum Volkseigentum erklärt, mit der Stadt als Rechtsträger. Zunächst diente es als Internat für Bauingenieur-Studenten, dann als Heim für „schwer erziehbare Mädchen“. 1956-1990 beherbergte es das Betriebsklubhaus „Heinrich Budde“ des VEB Verlade- und Transportanlagen (vormals Bleichert), benannt nach einem von den Nazis hingerichteten Ingenieur der Bleichert-Werke. 1990 klagten die Erben des enteigneten Villen-Besitzers erfolgreich auf Rückgabe.

„Rettet das Budde-Haus!“

Der 1992 gegründete Bürgerverein Gohlis e. V. sammelte daraufhin Unterschriften unter seinen Aufruf „Rettet das Budde-Haus – Herrensitz oder Kultur für Gohliser?“ und brachte damit die Stadt in Zugzwang. Die kaufte 1993 die sanierungsbedürftige Immobilie zurück und richtete darin ein soziokulturelles Zentrum ein, betrieben durch den Förderverein Heinrich-Budde-Haus. In den Folgejahren setzte der Bürgerverein die Sanierung von Fassade und Balkon durch. 2001-2004 wurde das verfallene Gartenhaus wiederaufgebaut. Rund Million Euro wurden dafür aus Förder- und Eigenmitteln aufgebracht – und aus Spenden, darunter vom Bürgerverein, der seit 1993 sein Büro im Haus hatte.

Auszug und Rückkehr

Doch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein gestaltete sich immer schwieriger. 2014 musste dieser Konkurs anmelden, und das städtische Kulturamt übernahm die Verwaltung des Hauses. Schon 2013 war der Bürgerverein Gohlis ausgezogen und nahm Quartier in einem Ladenlokal in der Lindenthaler Straße. Das war günstig gelegen, geräumig, komfortabel und barrierefrei, aber letztlich doch zu teuer. Daher jetzt die Rückkehr ins (neubelebte) Budde-Haus.

Neustart mit FAIRbund

Seit 2017 betreibt der Verein FAIRbund e. V. das soziokulturelle Zentrum Budde-Haus. Bestehendes wie die Kreativitätswerkstatt im Gartenhaus oder den Skulpturengarten hat er weitergeführt, eine Menge Neues kam hinzu. Der beliebte Biergarten unter dem Ginkgo-Baum, seit Anfang 2019 in Eigenregie des Hauses, wird zurzeit umgestaltet und soll Anfang Juni wieder Gäste empfangen können.

Sanierung steht aus

Noch immer beeinträchtigen Kriegsschäden und spätere unsachgemäße Umbauten die Funktionalität des Gebäudes. Die Elektroanlage muss dringend erneuert werden, Brandschutzauflagen schränken die Nutzung mehrerer Räume ein, der Zugang ist nicht behindertengerecht. Nun stellt die Stadt, wie schon 2016 vom Bürgerverein Gohlis gefordert, endlich Planungsmittel zur Verfügung, um den genauen Sanierungsbedarf zu ermitteln.

Vielleicht könnte man ja aus der Not eine Tugend machen und beim Wiederaufbau der im Krieg zerstörten vorderen Ecke des Gebäudes dort einen Fahrstuhl integrieren, damit die Räume des Budde-Hauses künftig barrierefrei zu erreichen wären. Bis dieser Traum (vielleicht) in Erfüllung geht, müssen Sie leider noch Treppen steigen, um zum Büro des Bürgervereins im 1. Stock zu gelangen.

Lust auf einen Kleingarten?

von Günter Krap

Seit April herrscht wieder reges Treiben in den Kleingartenvereinen der Stadt Leipzig, natürlich auch in unserem Stadtteil Gohlis. Kleingärtnern ist in Leipzig schon seit Ende des 19. Jahrhunderts beliebt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Insgesamt verfügen wir in unserem Stadtteil über 13 Kleingartenvereine. Wer Lust auf das Kleingärtnern hat, eine Oase der Erholung und der Freizeitbeschäftigung in Wohnortnähe mitten in der Großstadt sucht, sollte nicht zögern. Freie Gärten sind größtenteils nicht lange frei. Zur Orientierung geben wir Ihnen in diesem Artikel die Anschriften der Gohliser Kleingartenvereine (so müssen Sie nicht selbst im Internet suchen):

1. KGV „Westgohliser Gartenkolonie 1921 e. V.“, 04155, Herloßsohnstr. 42 a,  vorstand.kgv-westgohlis1921@gmx.de

2. KGV „Am Rosenthal e.V.“, 04155, Herloßsohnstr. 37, 3. KGV „Am Schillerhain“ , 04155, Herloßsohnstr. 35, vorstand.kgv-am-schillerhain@gmx.de

4. KGV „Wanderer“, 04155, Herloßsohnstr. 39, kgv.wanderer@gmx.de

5. KGV „Am Rietzschkestrand von 1932 e. V.“, 04157 Max-Liebermann-Str. 79, Tel. 0341-9115550

6. KGV „Brandts Aue“ e. V., 04155, Heinrothstr. 20

7. KGV „Erdsegen“ e. V., 04157, Virchowstr. 111, kgv.erdsegen@yahoo.de

8. KGV „Germanus“ e. V., 04157, Goslarer Str. 8, Tel. 0341-9116650

9. KGV „Goldene Höhe“ e. V., 04157, Virchowstr. 90, Tel. 0177-8406897, kgv-goldene-hoehe@t-online.de

10. KGV „Grüne Hoffnung“ e. V., 04155, Stoyestr., kgv.gruenehoffnung@googlemail.com

11. KGV „Neu Gohlis“ e. V., 04157, Braunschweiger Str. 35, Tel. 0157-52546291, neu.gohlis@googlemail.com

12. KGV „Seilbahn“ e. V., 04157, Max-Liebermann-Str. 91 – 93 , Tel. 0341-9112616, kleingartenverein-seilbahn@web.de

13. KGV „Volksgesundung“ e. V., 04155, Heinrothstr. 22, Tel. 0341-5397970, kgv-volksgesundung@t-online.de

Freie Gärten finden Sie ausschließlich in den jeweiligen Kleingartenvereinen. Falls Sie noch über keinen Kleingarten verfügen, aber Lust auf einen haben, versuchen Sie es doch einfach mal und steuern Sie eine der oben genannten Adressen an. Am besten geeignet ist dafür der Samstag, weil erfahrungsgemäß an diesem Tag sehr viele Pächter in ihren Gärten und auch verantwortliche Mitglieder der Gartenvorstände zu sprechen sind. Günstig ist, vorher anzurufen, um nach freien Gärten zu fragen und einen Besuchstermin zu vereinbaren. Dabei wünsche ich Ihnen viel Glück. Vielleicht klappt es mit der Suche und Sie sind schon bald glücklicher Pächter eines Kleingartens in Gohlis.
Zum Kennenlernen eignen sich sehr gut die Sommerfeste der Gartenvereine:

Samstag, 29. Juni 2019, ab 10:00 Uhr:
KGV „Seilbahn“: Kinder- und Gartenfest 2019

Samstag, 6. Juli 2019, ab 12:00 Uhr:
Sommerfest KGV Goldene Höhe

Samstag, 13. Juli 2019, ab 10:00 Uhr:
KGV „Brandts Aue“ – Kinder- und Sommerfest 2019

Samstag, 27. Juli 2019, bis Sonntag, 28. Juli 2019, jeweils ab 11:00 Uhr:
KGV „Volksgesundung“: Sommerfest 2019

Samstag, 3. August 2019, ab 14:00 Uhr:
KGV „Westgohliser Gartenkolonie 1921“: Sommerfest 2019

Samstag, 24. August 2019, 10:00-22:00 Uhr
KGV „Naturheilkunde Gohlis“: Vereinsfest 2019

Von der Ladentheke ins Varieté: Max Laube – ein Gohliser Original

von Harald Pfeifer

Vor 25 Jahren tauchte er eines Tages in der Leipziger Szene auf und war da. Max Laube. Sein Gesicht mit Schnauzer und Brille konnte man sich merken, er war freundlich und hatte immer einen flotten Spruch parat. Sein Markenzeichen ist der Smoking. Wohlgemerkt, der müsse passen, sagt er, und auch die Accessoires müssten stilecht sein. Silberne Manschettenknöpfe, keine Armbanduhr, stattdessen eine silberne Taschenuhr. So kann man ihm auch heute noch Abend für Abend im Krystallpalast begegnen. Er strahlt gute Laune aus und ist ein Sinnbild für Seriosität.

Der Laden als Bühne
1954 wurde der freundliche Herr mit Stil in Leipzig geboren. Seit 1980 lebt er in Gohlis. Beruflich ist Max Laube seinen beiden Großvätern gefolgt. Der eine hatte ein Lebensmittelgeschäft, der andere war Elektromechaniker. Diesen Beruf hatte er auch gelernt, aber 1981 schließlich doch einen Lebensmittelladen eröffnet. Denn da war die Versorgung seinerzeit deutlich besser als beim Elektrozubehör. Laubes Laden befand sich an der Gohliser, Ecke Menckestraße, dort, wo heute der Bäcker Wendl verkauft. Lebensmittel aller Art und Feinkost waren in Laubes Laden sorgfältig und eindrucksvoll angeordnet und drapiert. Erwähnt werden muss unbedingt sein vielgelobter Fleischsalat.
Max Laube war nie ein Freund des allgemein Üblichen. „Ich habe immer versucht, mich von der Masse abzuheben“, sagt er, und das fiel in den kollektivorientierten Zeiten der DDR schon auf. Seine Waren verkaufte er beispielsweise stets im blütenweißen Kittel. Die Ladentheke war für ihn eine Bühne. Dort stand er im Mittelpunkt.

Wechsel zum Varieté
So gesehen kam 1994 der Wechsel zum Varieté nicht überraschend. „Ich hatte immer ein Faible für die zwanziger Jahre. Und dann lernte ich Katrin Tröndle kennen.“ Die hatte zu jener Zeit in einem Flachbau am Sachsenplatz ein Zwanziger-Jahre-Programm auf die Bühne gebracht und suchte jemanden, der stilgerecht die Gäste empfing und Eintrittskarten abriss.

Empfangs-Chef im Krystallpalast
Dafür kaufte sich Max Laube seinen ersten Smoking. Im Grunde war sein „Auftritt“ nur für einen Abend gedacht, doch daraus wurden 25 Jahre. Im 1997 gegründeten Krystallpalast Varieté in der Magazingasse ist Laube tätig als Maître de Plaisir, als Fachmann für gute Laune. Er empfängt die Gäste, geleitet sie zu ihrem Platz und verabschiedet sie nach der Vorstellung. Mitunter, wenn es sich ergibt, steht er auch mit einem kleinen Gag auf der Bühne.
Max Laube hat seine Bestimmung gefunden. Im Varieté fühlt er sich wohl. „Das ist wie eine Familie“, sagt er. „Die Künstler kommen aus den verschiedensten Ländern. Und vertragen sich alle. Im Kleinen funktioniert das immer.“ Zunächst war der Krystallpalast Laubes Feierabend-Beschäftigung. „18.30 Uhr habe ich meinen Laden abgeschlossen und bin ins Varieté geeilt.“ Das war sein Alltag, tagsüber im weißen Kittel und am Abend im edlen Zwirn. Bis 2001, dann hat er den Laden aufgegeben.

Schellack-Sammler und Gästeführer
Laube hatte sich auf Wein spezialisiert. Bis 1996 gingen die Geschäfte gut, erinnert er sich. „Dann kauften die Leute zunehmend in den Großmärkten und nicht mehr bei mir. Und die Weine bezogen sie direkt vom Winzer. Von da an habe ich dann ausschließlich beim Varieté gearbeitet“. Das war zwar nur ein Halbtagsjob, doch kamen Nebeneinnahmen hinzu. So legte er bei Zwanziger-Jahre-Partys seine Schellackplatten auf. „Ich hab die schon als Kind geliebt. Meine Großeltern hatten ein Grammophon. Ich hatte ein paar Platten, später habe ich dann systematisch gesammelt.“ Außerdem führt Laube als Schaffner im historischen Straßenbahnwagen Gäste durch Leipzig und unterhält einen Veranstaltungsservice.

Modeln strengt an
Mit Schnauzbart, Fliege und Smoking posierte er für das großformatige Plakat einer Wohnungsbaugesellschaft. Seither ist Max Laube quasi eine öffentliche Person. Das Modellstehen war allerdings ziemlich anstrengend. „Mit der Schminkerei ging es los, dann kam eine Dame mit Stecknadeln, die alle Falten am Smoking verschwinden ließ, dann wird man ausgeleuchtet und immer muss man lächeln… nach einer halben Stunde tut dir das ganze Gesicht weh. Du kannst nicht mehr. Aber es geht weiter. Dann passt das Licht nicht, und du musst noch mal ran. Drei Stunden hat der Fototermin gedauert!“

Gärtnern in Radefeld, Wohnen in Gohlis
Mittlerweile ist für Max Laube die Rente in Sicht, aber an Ruhestand ist bei ihm nicht zu denken. Zu viele Eisen hat er im Feuer. Und da ist auch noch sein Garten in Radefeld, wo er sich nicht nur im Sommer oft aufhält. „Im Winter fahre ich jeden Tag raus, um die Vögel zu füttern.“
Seit fast vier Jahrzehnten ist Laube Gohliser und will es bleiben. „Ich liebe an Gohlis diese gewisse Vornehmheit. Ich würde nie woanders hinziehen. Das hat was. Das Rosental in der Nähe…“ Mehr kann man nicht wollen. Max Laube ist ein zufriedener Mensch.

Flucht auf der Balkanroute

von Peter Niemann

Unter dem Titel „Gestrandet an der EU-Außengrenze – Geflüchtete in Südosteuropa (2015-2018)“ lud die Initiative Weltoffenes Gohlis am 15. März dieses Jahres zu einem wirklich spannenden Vortragsabend ein. Anlass für die Veranstaltung boten die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus in Leipzig. Der Referent Dr. Björn Opfer-Klinger führte die rund 40 Gäste in das Drama der Geflüchteten auf der sogenannten „Balkanroute“ ein, welche bereits seit 2015 immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Außerdem ging es um die heutige Situation von Geflüchteten in verschiedenen südosteuropäischen Ländern und im Angesicht der nunmehr befestigten EU-Außengrenzen.

Speisen und Gespräche: Ma(h)l feiern – Ein interreligiöses Abendessen für den Leipziger Norden, für Jung und Alt

von Peter Niemann

Leckeres Essen, gute Gespräche und eine wirklich stimmungsvolle Atmosphäre. Das alles gab es bei unserem nunmehr zweiten interreligiösen Abendessen im Budde-Haus. Dazu kamen am Abend des 3. April etwa 100 Menschen zusammen. Geboten wurden neben den verschiedensten Speisen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen auch Geschichten rund um die Themen Essen und Religion sowie musikalische Beiträge. Für die Kinder gab es ein umfangreiches Spiel- und Bastelangebot.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal den zahlreichen Helferinnen und Helfern, den Akteuren der Initiative Weltoffenes Gohlis sowie allen beteiligten Gemeinden danken: der Evangelisch-lutherischen Michaelis-Friedenskirchgemeinde, der Ahmadiyya Muslim Jamaat, der Christengemeinschaft, der Katholischen Pfarrei St. Georg, der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, der Evangelisch-Methodistischen Bethesdagemeinde, der Bahá’í-Gemeinde Leipzig.

Wir freuen uns auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!

Buchmesse: Gelungenes Lese-Café

von Peter Niemann

Der 24. März war ein besonderer Tag. Erstmalig hatten wir die Gelegenheit, einen ganzen Nachmittag im Saal des Budde-Hauses mit einem Kulturprogramm auszugestalten. Anlässlich der diesjährigen Buchmesse und unter dem Titel „Lese-Café“ konnten Interessierte gleich zwei Lesungen erleben. Zwischendurch gab es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Die erste Lesung trug den Titel „Die Irrfahrten der Anne Bonnie.“ Dabei nahm die Leipziger Autorin Koschka Linkerhand die etwa 50 Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf die abenteuerliche Reise der legendenhaften Piratinnen Anne Bonnie und Marie Reed. Schon während der Lesung und auch im anschließenden Gespräch verriet uns die Autorin viel über sich und die Hintergründe Ihres Romans.

Anschließend las der Gohliser Autor Günter Gentsch aus einem seiner neusten Essays namens „Der verhängnisvolle Schwur“. Herzstück des Textes sind der Kreterkönig Idomeneus, von dem Homer erzählt, und sein später dramatisch verändertes und von Mozart sogar zur Oper erhöhtes Schicksal. Umrahmt wurde die Lesung von ebenso stimmungsvollen wie passenden musikalischen Beiträgen von Karoline Borleis und Maria Bressel. Auch im Anschluss an diese Lesung machten die etwas mehr 60 Gäste regen Gebrauch davon, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen.
Im kommenden Jahr werden wir wieder gemeinsam mit der Initiative Weltoffenes Gohlis Lesungen zur Buchmesse im Budde-Haus anbieten. Wir freuen uns jetzt schon riesig!

Jane’s Walk Gespräche im Gehen – auch in Gohlis

von Wolfgang Leyn

Jedes Jahr am ersten Maiwochenende beteiligen sich in aller Welt Menschen an Spaziergängen durch ihr Wohnviertel, sogenannten Jane’s Walks. 2018 fanden sie in 200 Städten aller Kontinente statt. In diesem Jahr ist auch Leipzig dabei, mit elf Spaziergängen, organisiert vom BUND und dem Verein FUSS e. V. mit Partnern wie dem Bürgerverein Gohlis. Der gemeinsame Weg zu Fuß bietet die Möglichkeit, den Stadtteil zu erkunden, Nachbarn kennenzulernen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen, was sie an ihrem Quartier lieben oder was sie ärgert.

Den ersten Jane’s Walk gab es 2007 in Toronto (Kanada) im Gedenken an die amerikanisch-kanadische Stadtaktivistin Jane Jacobs (1916-2006). Diese hatte schon 1961 in ihrem international beachteten Buch „The Death and Life of Great American Cities“ die entmenschlichte, autozentrierte Stadtplanung kritisiert. Die Entwicklung einer Stadt dürfe nicht den Experten überlassen bleiben, alle Bürger müssten daran beteiligt werden.

Diese Ansicht teilt der Bürgerverein Gohlis e. V. Aus diesem Grund beteiligen wir uns mit einem „Stadtteilspaziergang für Entdecker“ an der weltweiten Aktion. Wir spazieren am 5. Mai ab 16 Uhr durch die Menckestraße und den Schillerweg, also durch den einstigen Dorfkern. Für unseren Jane’s Walk im nächsten Jahr sind wir gespannt auf Ihre Tour-Vorschläge.

Geburtstag: Picknick für Louise

Am 26. März feierten auf dem Anger in der Menckestraße mehr als 30 Gohliserinnen (auch Gohliser waren dabei) den 200. Geburtstag von Louise Otto-Peters (1819-1895), der Begründerin der deutschen Frauenbewegung. Ungeachtet des nasskalten Wetters ein anregender Nachmittag und Abend mit angeregtem Gespräch bei selbstgebackenem Kuchen und Sekt. Eingeladen hatte Elisabeth Guhr. Das Haus in der Menckestraße, in dem sie wohnt, steht übrigens genau an der Stelle jenes Gohliser Bauerngutes, wo Louise Otto-Peters seinerzeit bei Verwandten zu Gast war. (Mehr über die Jubilarin im Gohlis Forum 2/2019)

Kalender 2020 – Reizvolle Fassaden

Gohlis ist einer der denkmalreichsten Leipziger Stadtteile mit Wohnhäusern aus den verschiedensten Stilepochen. Deren reizvolle Fassaden und Dächer sind Thema beim 2020er Jahreskalender des Bürgervereins. Die Schauseite der Monatsblätter wird das Motiv als Totale zeigen, vielleicht ergänzt um Details, die Rückseite soll über das Haus informieren, dessen Architekten, Auftraggeber, Geschichte oder Baustil. Wenn Sie eigene Bilder zu unserem Kalender beisteuern möchten, dann melden Sie sich bitte per E-Mail bei buergerverein@gohlis.de, Kennwort „Kalender 2020“.

Foto-Rätsel: Kennen Sie Gohlis?

Welches Gebäude schmückt das abgebildete Wappen? Wenn Sie es wissen, dann mailen Sie Ihre Lösung an buergerverein@gohlis.de, Kennwort „Foto-Rätsel“. Unter den richtigen Einsendern verlosen wir ein Exemplar des Stadtteilführers „Leipziger Spaziergänge: Alt-Gohlis“, aus dem Lehmstedt Verlag.