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Gohlis Forum 2/2023

Gohlis Forum – Ausgabe 2 für 2023 erschienen

Liebe Leserinnen und Leser,

dem Aufruf zur Mitarbeit im Redaktionsteam des Gohlis Forum in den letzten Ausgaben sind erfreulicherweise sowohl Mitglieder als auch interessierte Gohliserinnen und Gohliser gefolgt. In den Händen halten Sie nun die zweite Ausgabe, die unter der Zusammenarbeit des neuen Teams entstanden ist. Wer die Köpfe und Gesichter dieser neuen Redaktion sind, werden Sie in einer der kommenden Ausgaben erfahren. Was Sie schon in dieser Ausgabe merken werden, sind neue Rubriken, die eingeführt und weiter ausgebaut werden. So wird das Thema Kultur mit der neuen Reihe „Was macht die Kunst?“ neben dem gewohnt ausführlichen Kulturkalender eine weitere Verankerung im Gohlis Forum finden. Mit der Reihe „Ein Stück Gohlis“ und „Wussten Sie schon? – Straßennamen in Gohlis“ werden weitere folgen.

Aber auch Kontinuität ist angesagt! Mit der Vorstellung der Jahresplanung der AG Umwelt und Klima sowie der Veranstaltungsankündigungen der Initiative Weltoffenes Gohlis und unserem Büchercafé können Sie Einblicke in die spannenden Vereinsangebote im März und April gewinnen.

Auch einen Themenschwerpunkt werden Sie in dieser Ausgabe finden – wir haben dem Stadtgeschichtlichem Museum die Möglichkeit geboten, über die Hintergründe der Sanierung der Ausstellung im Schillerhaus zu berichten aber auch Raum gegeben auf geplante Veranstaltungen hinzuweisen. Das Schillerhaus ist für den Bürgerverein ein langjähriger wichtiger Kooperationspartner im Stadtteil und wir freuen uns daher, dass auch wir weiterhin Teil dieser Veranstaltungsplanung sind. Wenn ich Ihr Interesse wecken konnte, dann schauen Sie einfach in die Terminübersicht des Schillerhauses. Als besonderes Schmankerl kann ich die gemeinsame Lesung mit dem SOKO-Leipzig-Star Johannes Hendrik Langer am 24.06. empfehlen.

Sie sehen, die Ausgabe 2/2023 ist wieder voller, spannender Inhalte. Ich wünsche Ihnen daher viel Spaß beim Lesen! Die Ausgabe kann hier in Auszügen gelesen werden oder im Archiv komplett heruntergeladen werden.

Neujahrsauftakt Bürgerverein Gohlis e.V.

Mit viel Elan ins neue Jahr: Neujahrsauftakt des Bürgervereins Gohlis

Von Tino Bucksch

Was macht eigentlich so ein Bürgerverein? Was haben die Mitglieder von einer Mitgliedschaft in unserem Verein? Zwei große Fragen über das Vereinswesen, auf die der Bürgerverein Gohlis im Rahmen seines Neujahrsauftaktes Antworten bot. Dazu lud der Verein am 21. Januar seine Mitglieder ins Foyer des Kunsttankers in der Lindenthaler Straße ein. Die Antwort auf die erste Frage erhielten die anwesenden Mitglieder in Form einer Präsentation zu den Sanierungsplänen der Landsberger Straße.  Nach dem Neujahrsauftakt erreichte uns leider die Info, dass der für März diesen Jahres geplante Sanierungsbeginn Landsberger Straße vorerst abgesagt und verschoben werden muss. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation mit Rohstoffengpässen, stark gestiegenen Baupreisen und Mangel an ausführenden Baufirmen, konnte im EU-weiten
Vergabeverfahren kein wirtschaftlich tragbares Angebot realisiert werden. Nach mehreren Jahren unserer Beteiligung im Diskussionsprozess zur Planung der Baumaßnahme und einer öffentlichen Anhörung, konnten die Mitglieder nun die Ergebnisse des Engagements des Vereins erfahren. Hier zeigte sich, wie wichtig Bürgervereine als Träger öffentlicher Belange in Planungs- und Beteiligungsprozessen sind. Auch wenn am Ende nicht alle Ergebnisse aus Sicht des Vereins zufriedenstellend sind, so hat sich das lange Engagement gelohnt. Die zweite Frage wurde in geselliger Form beantwortet – bevor sich die Mitglieder bei Getränken und einem kleinen Imbiss zu Gesprächen zusammenfanden, gab es eine exklusive Führung durch das Haus und die Räumlichkeiten des Makerspace. Viele der Mitglieder waren dabei von der Vielfalt der dort ansässigen Kunst- und Kulturschaffenden überrascht. Noch mehr Begeisterung rief der Einblick in Werkräume des Makerspace hervor. Dass im Herzen von Gohlis solch ein spannendes (Mitmach)Angebot existiert, hatten viele noch gar nicht gewusst.

Es zeigt sich also, Engagement im Bürgerverein kann eigentlich nur Gutes für die Entwicklung unseres Stadtteils bringen. Zudem erlangen unsere Mitglieder exklusive und einzigartige Einblicke hinter die Kulissen so mancher Einrichtungen im Stadtteil. Teil davon zu sein, geht ganz einfach! Auf Seite 14 findet sich der Mitgliedsantrag. Wenige Minuten genügen zum Ausfüllen. Lernen Sie nette, engagierte und gleichgesinnte Gohliserinnen und Gohliser kennen und leisten Sie mit uns gemeinsam einen Beitrag im Stadtteil.

Was Makerspace und Kunsttanker noch so alles zu bieten haben, wird Thema der aktuellen aber auch kommenden Ausgaben sein.

Mal ohne Lorbeerkranz

Von Steffen Poser, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

»Wir stehen an einer Stätte, die ein großer und edler Mann betrat … Unser großer Schiller, … er steht uns in heiliger und unnahbarer Ferne; … Aber an dieser Stelle …, die alle an das gewöhnliche Leben erinnern, fühlen wir es lebhafter als je: daß auch Schiller Mensch war; wie wir; … hier ist er aus- und eingewandert, hier hat er sich erfreut …, in diesen freundlichen Räumen hat er dieselbe Luft geathmet, die uns erquickt, in unserm traulichen Rosenthale haben ihn dieselben Schattengänge gekühlt, die uns erfreuen.«

Treffender, als es Robert Blum anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel an Schillers kurzzeitigem Quartier in Gohlis im November 1841 tat, kann man kaum zusammenfassen, warum auch heute noch im mittlerweile Schillerhaus geheißenen alten Bauernhaus in der Menckestraße Gebäude und Ausstellung an den Sommeraufenthalt des Dichters im Jahre 1785 erinnern.

Dieses Jahr hatte für den späteren Dichterfürsten genauso bedrückend begonnen, wie das alte geendet hatte. Aus dem Job als Militärarzt, den er hasste, hatte er sich davongeschlichen, aus dem nächsten, den er wirklich mochte, war er rausgeflogen. Die Behörden waren ihm wegen Fahnenflucht auf den Fersen, der Geldbeutel war flach und zu allem Überfluss plagte er sich mit einer Malariaerkrankung. Kurzum, die Welt war schlecht und das Leben, kaum dass es richtig begonnen hatte, schien aschgrau.

Und dann, von jetzt auf gleich, änderte sich alles. Schiller nahm eine überraschende Einladung von zwei ihm bis dahin vollkommen unbekannten Pärchen an, die ihn, voll der Bewunderung für seine ersten schriftstellerischen Erfolge nach Leipzig baten. 1785 zog er für einige Wochen im Haus des Bauern Schneider als Sommergast ein. Dort erlebte er beglückende Nähe, bedingungslose Freundschaft und ehrliche Bewunderung, im nahen großstädtischen Leipzig eine verheißungsvolle Ahnung der weiten Welt. Hier sah er sein eigenes Stück im Theater, machte die Bekanntschaft zahlreicher Künstler, gewann neue Zuversicht und verlor seine Schulden. Plötzlich schien alles eitel Sonnenschein und im Hochgefühl des Glücks wuchsen in ihm Verse, die einmal seine bekanntesten sein sollten – das Lied »An die Freude«.
Rund 50 Jahre später ist es der Leipziger Theatersekretär und Homo Politicus Robert Blum, der Schillers einstige Sommerfrische zu wenig beachtet findet. Blum nimmt den „kräftigste(n) Kämpfer für … Wahrheit, Recht und Freiheit“ beim Wort und setzt ihn als subversive Waffe gegen politische Bevormundung, Despotie und Zensur ein. Man beschäftigt sich im Kreise Gleichgesinnter mit dem Werk eines der größten deutschen Dichter und ruft doch mit dessen Worten von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit laut in den abgestandenen Mief der deutschen Kleinstaaten nach dem Öffnen der Fenster.

Schiller und sein Werk trifft auch nach Jahrzehnten noch den Nerv der Zeit bei jenen, die am politischen Prozess teilhaben wollen. Man zitiert den Dichter und münzt ihn auf die Gegenwart. Wer je in der DDR den trotzigen Applaus nach Posas Gedankenfreiheits-Forderung bei einer Aufführung des Don Karlos erlebte, weiß, was gemeint ist. Man macht einen über siebzigjährigen Gohliser ausfindig, der des Dichters einstige Sommerwohnung identifiziert, die man 1841 mit einer für das schmalbrüstige Häuschen etwas überdimensionierten Ehrenpforte samt Eisengusstafel schmückt. Die erklärt, er habe hier nicht nur gewohnt, nein, sein populärstes Werk, das (bitte im Fettdruck) Lied sei hier entstanden. Später disputiert man darüber. Hat er es hier nur im Herzen getragen, allenfalls knapp skizziert, vielleicht zunächst im Freundeskreis im sommerlichen Schatten alter Linden nur einzelne Verse gesungen und das Ganze erst jenseits Gohlis‘ vollendet? Heute Nebensächlichkeit, damals an diesem Ort unverzichtbar für die Identifikation mit Mann und Werk.

Von nun an gibt es alljährlich Schillerfeste, Wettbewerbe für Schüler und Ausstellungen von »Schiller-Reliquien«. 20 Taler lässt sich der Schillerverein die Miete für die beiden windschiefen Stuben kosten, in denen der Verehrte einst logierte und als 1856 der Abbruch des ganzen Hauses droht, erwirbt er kurzerhand Haus und Grundstück und setzt es instand. Fast einhundert Jahre später wird der Schillerverein aufgelöst und die Stadt übernimmt das Gebäude. Unsachgemäßer Umgang mit der Bausubstanz und verwalteter Mangel in der DDR lassen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts erneut um den Fortbestand des Hauses fürchten, den eine grundhafte Sanierung 1998 sichern kann. Nachvollziehbar, dass sich im Laufe von mehr als anderthalb Jahrhunderten Gedenkstättenexistenz auch mehrfach die Art und Weise wandelt, mit der Friedrich Schiller an diesem Ort dem Publikum begegnen soll. Vom Freiheitskämpfer, über den entrückten Dichterfürsten zum Revolutionär ist da Vieles dabei. Vielleicht ist es heute an der rechten Zeit am rechten Ort, in der neuen Ausstellung den Wortgewaltigen als Menschen kennenzulernen, ehe er vollständig zu Marmor erstarrt.

Schöne Aussichten: das Kulturprogramm im neu gestalteten Schillerhaus

Von Franziska Jenrich-Tran

Das Jahr 2023 steht im Schillerhaus ganz im Zeichen der Freude. Zunächst einmal freuen wir uns sehr, Sie nach einer längeren Umbauphase in unserer neuen Ausstellung „Götterfunken“ wieder begrüßen zu können. Dies soll am 1. April mit einem Tag der offenen Tür für Groß und Klein gebührend gefeiert werden. Entdecken Sie die Ausstellung unter sachkundiger Führung, genießen Sie musikalische Beiträge von jungen Musizierenden, gehen Sie auf einen digitalen Schillerrundgang oder nutzen Sie unser Kreativangebot.

Auch über den Publikumstag hinaus werden an jedem ersten Mittwoch im Monat sowie an besonderen Tagen öffentliche Führungen zu verschiedenen Themen angeboten. Bei Interesse vereinbaren wir auch gern individuelle Führungen an Ihrem Wunschtermin. Zudem wurde das Programm für Bildungseinrichtungen überarbeitet und erweitert. Es reicht nun von spielerischen Angeboten für Kindergartenkinder bis zu Workshops für die Oberstufe. Alle Informationen dazu finden Sie auf der Museumswebseite oder Sie sprechen uns direkt an.

Der malerische Bauerngarten wird im Sommer wieder Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen sein. Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Unter anderem werden die Papiertheaterkünstlerin Ulrike Richter, die Sängerin Cora Chilcott, die Schüler und Schülerinnen der Musikschule Johann-Sebastian Bach sowie das Kabarett „De fischelanden Gaffeedanden“ ihre neuen Programme zeigen. An den beiden letzten Augustwochenenden präsentiert das beliebte Theater-Ensemble Kulturbeutel sein alljährliches Sommertheaterstück. Ein weiteres Highlight wird die Aufführung des Stücks „Der Räuber-Komplex“ durch die Theater-AG des Gohliser Friedrich-Schiller-Gymnasiums.

Erstmalig wagen wir uns dieses Jahr mit den Ensembles „Action & Drama“ und „Uschis Erben“ in die Sphären des Improvisationstheaters. Das Publikum wirkt als Impulsgeber mit seinen Ideen, die dann spontan auf der Bühne in Geschichten umgewandelt werden.

Friedrich Schiller war ein großer Weinliebhaber, der dem Rebensaft auch literarisch ein Denkmal setzte. Was liegt also näher als eine öffentliche Weinprobe im Garten des Schillerhauses, zu der Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger in diesem Jahr wieder herzlich einlädt.

Schillers Gedicht „An die Freude“ steht im Fokus zweier Veranstaltungen. Ich werde in einem öffentlichen Vortrag auf die Entstehungsumstände und das musikalische Nachleben des berühmten Gedichts eingehen. Der Lyriker Ralph Grüneberger gestaltet eine musikalisch umrahmte Lesung mit modernen Lesarten der Ode an die Freude. Auch die Leipziger Theodor-Fontane-Gesellschaft und der Verein für Sächsische Landesgeschichte sind mit Lesungen im Schillerhaus vertreten.

Wer sich für weitere Schiller-Orte in Gohlis interessiert, kann sich künftig mit seinem Smartphone auf eine Spurensuche rund um das Schillerhaus begeben. Den digitalen Rundgang haben Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums in Kooperation mit dem Museum entwickelt.

Ganz besonders freuen wir uns über die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Gohliser Bürgerverein, der uns schon in der Vergangenheit tatkräftig unterstützt hat. Als gemeinsame Veranstaltungen sind dieses Jahr ein Stand beim Publikumstag, ein Frühjahrsputz im Schillergarten, eine Lesung mit dem Schauspieler Johannes Hendrik Langer sowie ein Liedersingen im Advent geplant.
Kommen Sie also vorbei und lassen Sie sich vom Charme des Schillerhauses verzaubern. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Veranstaltungshighlights 

1. April, ab 10 Uhr Tag der offenen Tür zur Wiedereröffnung des Schillerhauses
30. April, 17 Uhr „An die Freude“, Lesung mit Ralph Grüneberger
6. Mai, ab 18 Uhr Museumsnacht Halle – Leipzig
2. Juni, 18 Uhr Heinrich Heine: Atta Troll. Papiertheater mit Ulrike Richter
10.6., 19 Uhr „Der Räuber-Komplex“. Theater mit Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Schiller-Gymnasiums
18.6./ 2.7., jeweils 15 Uhr Sommermusik mit der Musikschule Johann Sebastian Bach
23.6., 19 Uhr Improvisationstheater mit „Uschis Erben“
1.7., 14 Uhr Lesung mit dem Verein für Sächsische Landesgeschichte
8.7., 18 Uhr Schiller-Abend mit Cora Chilcott
9.7., 16 Uhr Weinprobe im Schillergarten mit Dr. Anselm Hartinger und Franziska Jenrich-Tran
5.8., 19 Uhr Improvisationstheater mit „Action & Drama“
18.-20.8. sowie 25.-27.8. Sommertheater mit dem Kulturbeutel
27.9., 16 Uhr Vortrag „Alles über Schillers Ode an die Freude“ von Franziska Jenrich-Tran
21.10., 19 Uhr/ 22.10, 17 Uhr: Kabarett „De fischelanden Gaffeedanden“
25.10, 16 Uhr Lesung zu E.T.A. Hoffmann mit dem Fontane-Kreis-Leipzig

 

 

Weltuntergang im Kopf? Klima fällt aus! – Eine witzig-pointierte Lesung und Diskussion zum Mit- und Nachdenken.

16. März 2023 in der Aula des Schiller-Gymnasiums, Elsbethstr. 2-4

Endlich wieder lesen! Eigentlich ist der März doch der Monat der Leipziger Buchmesse. In diesem Jahr findet sie allerdings erst Ende April statt. So lange sollte niemand warten, haben sich der Klimabuchmesse e. V., die Vereinigung Erneuerbarer Energien (VEE) Sachsen und die AG Umwelt und Klima des Gohliser Bürgervereins gedacht. Gemeinsam laden sie zu einer außergewöhlichen Lesung mit Diskussion ins Schiller-Gymnasium ein.

Die beiden Gäste, Jan Hegenberg und Katharina van Bronswijk, stellen sich auf ganz unterschiedliche Weise der Frage, wie wir als Gesellschaft angesichts der zunehmenden Bedrohung durch Klimakrise und Artensterben endlich die Ärmel hochkrempeln und ins Handeln kommen können.

Wie könnte die ideale Welt in Bezug auf fossile Brennstoffe, Mobilität und Ernährung im Jahr 2040 aussehen? Und wäre sie auch praktisch umsetzbar? In seinem mittlerweile als Bestseller verkauften Buch „Weltuntergang fällt aus“ zeigt Jan Hegenberg alias „Der Graslutscher“ faktenbasiert, aber trotzdem mit einer ordentlichen Prise Humor, wie wir die Energiewende angehen können und wie Städte ohne Autos aussehen und funktionieren würden. Dabei seziert er genussvoll und unterhaltsam die Fehlinformationen, denen wir beim Thema Klimawende aufgesessen sind – und macht Vorfreude auf eine klimaneutrale Welt 2040!

Katharina van Bronswijk stellt in ihrem Buch „Klima im Kopf“ unsere Gefühle in den Mittelpunkt: Angst vor Überflutungen, Schuldgefühle wegen des letzten Urlaubsfluges, Wut über die Untätigkeit der Regierungen: Wir begegnen den ökologischen Krisen mit einem ganzen Bündel an Emotionen – und das ist gut so, sagt die Psychotherapeutin und Gründerin der Psychologists/Psychotherapists For Future. Wir brauchen Gefühle wie Angst, Trauer und Wut, um Motivation für Veränderung zu entwickeln und zu hinterfragen, was wir als Gesellschaft für gut und richtig befinden.

Bei der Lesung mit anschließender Diskussion wird es gleichzeitig ernst und humorvoll, pointiert und tiefgründig zugehen. Die Bücher bieten ausreichend Stoff für Freude am Lesen und zur Diskussion über unsere Gesellschaft – und wie wir aus den Krisen Chancen machen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Buchsignierung. Der Eintritt ist frei. Leserinnen und Leser des Gohlis Forums können mit dem beigefügten Los an der Buchverlosung teilnehmen. Einfach ausschneiden, den Namen ausfüllen und vor Ort in den Lostopf werfen.

 

Umwelt und Klima sind auch wichtige Themen in Gohlis

Von Gerd Klenk

Dass Umwelt und Klima immer stärker Einfluss auf unser Leben nehmen, wird kaum noch jemand leugnen können. Im Februar 2022 wurde deshalb eine AG mit diesen Themen beim Bürgerverein gegründet. Warum aber für Gohlis? Die Motivation dafür ist, zu diesen großen Themen, die ja für unsere Zukunft immer wichtiger werden, auch etwas in unserem Stadtteil und in unserer Stadt zu tun. Das ist zwar nicht global, aber hier vor Ort auch sehr wichtig. Deshalb haben wir uns überlegt, was und mit wem wir dafür hier etwas tun können und welche Themen wir dafür bearbeiten wollen. Da ist als erstes das Thema „Information“, also die Aufklärung über die Auswirkungen der ökologischen Krisen auf uns hier in Gohlis. Als zweites haben wir „Aktion“ gewählt: wir möchten unsere Umwelt und unser Klima mit konkreten Projekten hier vor Ort schützen. Unser drittes Thema ist „Politik“: Wir möchten uns einmischen in Entscheidungen der Stadtverwaltung, die uns betreffen. Und last but noch least ist die „Vernetzung“ mit anderen Akteuren ein wichtiger Baustein unserer Arbeit.

Für die Vernetzung konnten wir als erstes die „Omas for Future“ für uns gewinnen. Mit deren Gründerin Cordula Weimann und ihrem Quiz-Team hatten wir unsere erste Veranstaltung bereits am 21. Mai 2022 im Budde-Haus. Dabei war es uns wichtig, dass bei deren „Zukunfts-Quiz“ auch Bezüge zum Stadtteil vorkamen, genauso wie konkrete Möglichkeiten, was wir persönlich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen tun können.

Natürlich sind die Omas nicht die einzigen Partner für uns geblieben. Das Schiller-Gymnasium ist ein wichtiger Akteur im Stadtteil. Inzwischen gibt es dort eine Klima AG und die Schule möchte sich als Klima-Schule bewerben. Weitere Partner sind die Klimabuchmesse, Wissenschaftler von Scientists for Future Leipzig, Gohliser Eltern aus dem Kreis der Parents for Futur Leipzig, Mitglieder von Kirchgemeinden, Kleingartenvereinen, der Leipziger NABU und andere Akteure.

Außerdem haben wir uns im vergangenen Jahr mit einer Clean-Up-Aktion am 9. April beim Gohliser Bahnbogen aktiv am Frühjahrsputz der Stadt Leipzig beteiligt und am 1. Mai bei der Pflanzaktion „Frühlingserwachen“ auf dem Richterplatz fleißig unterstützt. Auf verschiedenen Veranstaltungen haben wir den Bürgerverein nach außen mit vertreten und zusammen mit der AG Verkehr, der AG Stadtteilgeschichte und dem Vereinsvorstand eine gemeinsame Stellungnahme zur Gestaltung des Gohliser Angers und des Verkehrsraums Menckestraße verfasst, die in Kürze{an anderer Stelle hier im GF} veröffentlicht wird.

Für das Jahr 2023 haben wir auch schon einen schönen Plan aufgestellt. Hier eine Aufzählung:

16. März: Lesung mit der Klimabuchmesse im Schiller-Gymnasium
25. März: Frühjahrsputz/Clean-Up-Aktion
1. April: Stand mit dem Bürgerverein Gohlis zur Wiedereröffnung des Schillerhauses
22. April: Zukunftstag der Omas for Future auf dem Marktplatz
10. Juni: Stand mit dem Bürgerverein Gohlis auf dem Kinder- und Familienfest auf dem Budde-Platz
25. Juni: Lesung mit dem Bürgerverein Gohlis mit dem ZDF-SOKO-Kommissar Moritz Brenner alias Johannes Hendrik Langer im Schiller-Haus (in Kooperation mit der Klimabuchmesse)
15. September: Parking Day am Gohliser Anger

…und vielleicht noch eine gemeinsame Aktion mit dem Schiller-Gymnasium zum Jahresausklang..?

Haben Sie Lust, bei uns mitzumachen? Wir freuen uns über kreative Köpfe und helfende Hände. Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben die AG zu unterstützen, gern auch mit neuen Ideen, freuen wir uns sehr. Wir treffen uns jeden 2. Mittwoch im Monat um 19:00 Uhr online und dazwischen so oft wie möglich persönlich. Ansprechpartnerin für die AG ist Bettina van Suntum. Melden Sie sich bei uns unter umwelt@gohlis.info. Darüber erhalten Sie auch den Zugang zu unserem Online-Treffen. Wir freuen uns auf Sie!

Logo Weltoffenes Gohlis; Reichelt Kommunikationsberatung

Internationale Wochen gegen Rassismus – Migrationspolitik in Sachsen

Mittwoch, 22. März von 19 Uhr bis 21 Uhr

Migrationspolitik in Sachsen zwischen Humanität und Wirtschaftsinteressen – Verspielen wir beides?

Podiumsdiskussion: mit Nadja Sthamer (MdB, SPD), Sylvia Pfefferkorn (Wirtschaft für ein Weltoffenes Sachsen e. V.), Mohamed Okasha (Migrantenbeirat Stadt Leipzig)
Moderation: Dr. Nils Magnus Franke

Migration findet aus unterschiedlichen Gründen statt: Flucht vor Verfolgung und Krieg, Suche nach einer Ausflucht aus Armut und Perspektivlosigkeit oder das Streben nach einem besseren Leben in Freiheit und einer prosperierenden Wirtschaft. Vielfach ist die Gemengelage differenziert. Auch der Blick der sächsischen „Aufnahmegesellschaft“ ist unterschiedlich. Einige Politiker wollen zwischen einer Arbeitsmigration unterscheiden, die sie begrüßen und einer Migration „in unsere Sozialsysteme“, die sie zurückweisen. Insbesondere in ländlichen Regionen mit zurückgehender Bevölkerungszahl scheinen Abwehr und „Überfremdungsängste“ die Debatte zu bestimmen. Andere Teile der Gesellschaft begrüßen eine multikulturelle Perspektive.

Die Podiumsdiskussion soll ein Bild über die verschiedenen Formen der Migration zeichnen und dabei auch die Perspektive von Migrantinnen und Migranten aufnehmen. Stehen Humanität und wirtschaftliches Interesse einander gegenüber? Verspielt unsere Gesellschaft im Versuch, verschiedene Zugangswege nach Deutschland differenziert zu behandeln, am Ende sowohl die humanitären Ansprüche als auch die von großen Teilen der Wirtschaft gewünschte Fachkräfteeinwanderung? Wie wird Sachsen von Migrant*innen wahrgenommen? Welche Möglichkeiten und Beschränkungen für die Integration von Migrant*innen in den sächsischen Arbeitsmarkt gibt es? Wie sind die Erfahrungen aus migrantischer Perspektive und aus der Perspektive von Arbeitgeber*innen? Welche politischen Spielräume und welche Grenzen gibt es im Bund und im Land für positive Änderungen in humanitärer wie in wirtschaftlicher Hinsicht?

Kooperationsveranstaltung des Bürgerverein Gohlis e. V. und der Initiative Weltoffenes Gohlis

Eintritt frei
Einlass: ab 18.30 Uhr (freie Platzwahl)
Veranstaltungsort: Die Veranstaltung findet im Saal des Budde-Hauses statt.
Förderer: Die Veranstaltung wird unterstützt von Stadt Leipzig, Kulturamt.
Hinkommen: Sie erreichen das Budde-Haus
mit ÖPNV: Tram 12, S-Bahn S1 und S3 bis Haltestelle „S-Bahnhof Gohlis“ (fußläufig ca. 50 m bis zum Budde-Haus)
mit Fahrrad: Fahrradständer auf dem Gelände vorhanden
mit PKW: begrenzte Parkmöglichkeiten im Wohnumfeld des Budde-Hauses
Hinweise zur Barrierefreiheit: Das Außengelände des Budde-Hauses sowie das Erdgeschoss des Gartenhauses sind barrierefrei. Der Zugang zum Veranstaltungshaus ist mit Unterstützung möglich. Bitte informieren sich dafür unter Telefon 0341 90960037

Büchercafé des Bürgerverein Gohlis

(WICHTIG: Beginn ist 14 Uhr und nicht wie in Teilen der gedruckten Flyer erst 19 Uhr!)

Lesung im Rahmen von Leipzig liest an Leipzig längster Magistrale 2023
Sonntag, 30. April, 14 Uhr, Großer Saal im Budde-Haus, Lützowstraße 19

Art der Lesung: Lesung und Gespräch mit dem Autor

Genre: Märchen (und Teile der Rezeptionsgeschichte)

Autor: Fabian W. Williges
Titel (kurz): OMG – Orientalische Märchen Gestalten

Lesung aus der Ende 2022 herausgebrachten Sammlung orientalischer Märchen, Sagen und Gedichte in historischen Übersetzungen und Nacherzählungen. Wir begegnen den berühmten Gestalten Aladdin, Sindbad, Ali Baba und Mullah Nasreddin genauso wie den weniger bekannten Malik Ibrahim, Nim-Kuni, Sohrab und Esfandiyar und vielen mehr. Zitiert werden Klassiker wie die Märchen aus Tausendundeiner Nacht oder die Shahnameh. Andere Märchen werden von Williges nacherzählt, die er durch die Spieler einer afghanischen Fußballmannschaft in Leipzig kennengelernt hat.

Ein Zeugnis des Orients und der deutschen Orientrezeption – eine Schatzkammer wie die der vierzig Räuber!

Im Rahmen der Veranstaltung wird es Kaffee und Kuchen geben sowie Raum für Gespräche mit dem Autor nach der Lesung.

Was macht die Kunst?

von Peter Petzka

Kunst made in Gohlis

Ich weiß nicht, wie oft ich schon an dem markanten Gebäude in der Lindenthaler Str. 61-65 vorbei gefahren bin. Noch nie hatte ich mich gefragt, was sich in dem Gebäude befindet. Aber irgendwann ist es immer das erste Mal und ich habe im Internet recherchiert. Später hatte ich die Gelegenheit, mit Kerstin Herrlich, einer der ersten Mieter im Haus zu sprechen.

„2018/19 bestand das Orgateam der Nacht der Kunst aus 3 Mitarbeiterinnen, damals noch für verschiedene kleine Locationen zuständig. Wir haben angefangen, alles ein bisschen anders als bisher zu machen. Wir wollten zweigleisig fahren, einmal richtig gute Künstler verpflichten und es gleichzeitig auch für die Besucher interessant zu gestalten. Die Besucher sollten wissen, dort stellen gute Künstler aus! Ganz gleich, ob Freizeitkünstler oder Künstler, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen und sich einfach mal ausprobieren wollen, sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Werke zu präsentieren. Ziel ist es, dass Leute, die sonst nicht unbedingt in eine Galerie gehen würden, trotzdem Zugang zur Kunst finden. Immer wieder wird bestätigt, dass hier für jeden etwas dabei ist.“

„Auf der Suche nach großen Ausstellungsflächen zur Nacht der Kunst – dem großen Kunst- und Kulturfestival im Leipziger Norden, bin ich Anfang 2019 auf eine Anzeige im Leipziger Amtsblatt gestoßen in der es um das Gebäude in der Lindenthaler Str. ging.“

Auf dem Gelände befand sich bis 1990 die Firma Fahrzeugbau Stoye. Sie produzierten Seitenwagengespanne. Aber das ist eine andere spannende Geschichte.  Das jetzige Gebäude, ein ehemaliges Autohaus, wurde als Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Allerdings war der Bedarf an Unterkünften zu der Zeit nicht mehr vorhanden und das riesige Gebäude stand leer.

Die Kreativwirtschaft hatte sich im Stadtrat für die Umnutzung des leerstehenden Gebäudes stark gemacht. Nach einem weiteren ¾ Jahr wurde das Haus Anfang September für die Kreativwirtschaft freigegeben. Schon drei Tage später fand die Nacht der Kunst das erste Mal auch im neuen Gebäude statt. Alles war mit der heißen Nadel gestrickt, wie man so sagt. Die Menge an Besuchern übertraf alle Erwartungen.
Der neue Kulturstandort im Leipziger Norden fand in der Bevölkerung großen Anklang.

Aber noch stand das Haus leer. Ende 2019 zogen die ersten Künstler ein. Das Haus ist zurzeit vollständig belegt mit Malern, Grafikern, Bildhauern, Musikern, Musikinstrumentenbauern, Klavierbauern und vielen anderen Künstlern. Wie soll aber nun das Kind heißen? Ursprünglich hatte das Haus den passenden Namen „Atelierhaus“. Danach wurde es in „Kunst- und Kreativhaus“ umbenannt – es war aber ein bisschen schwierig zu sprechen. Nach vielen, langen Diskussionen einigte sich die Mehrheit der Mieter auf den Namen „KUNSTTANKER“. Die Form des Gebäudes erinnert ein wenig an ein Schiff.

In den nächsten Ausgaben des Gohlis Forums mehr über das Haus, die Künstler und deren Werke. Also – nächste Ausgabe nicht verpassen!

KUNSTTANKER – KUNST TANKEN

 

Neues aus der Bibliothek Gohlis „Erich Loest“

Liebe Leserinnen und Leser des Gohlis Forum,

ein gutes Buch zu lesen, ist immer eine gewinnbringende Erfahrung. Information, Erkenntnisgewinn oder pure Unterhaltung, die Gründe, ein Buch in die Hand zu nehmen, sind natürlich vielfältig. Und vielfältig sind auch die Angebote an Lesestoff in den Buchhandlungen und Bibliotheken. Mit dem Neustart einer besonderen Veranstaltungsreihe rund ums Thema Buch wollen wir Ihnen die Literaturauswahl etwas erleichtern.

Am 24. April, 10 Uhr findet unser erstes Literaturfrühstück für Senioren statt. In gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen präsentieren wir Ihnen die Neuerscheinungen der aktuellen Unterhaltungsliteratur. Egal, ob bewegender Familienepos, spannender Krimi oder historischer Liebesroman. Es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Eine ideale Gelegenheit, um Neues zu entdecken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Anmeldung bis 17. April gebeten.

Spiel mit! Spielenachmittag in der Bibliothek Gohlis

Am Samstag, den 4. März wird die Bibliothek Gohlis zwischen 14 Uhr und 18 Uhr zur bunten Spielewelt. Tretet als Familie oder Freunde gegeneinander an der PlayStation an, versucht euer Glück bei der Tombola oder bastelt euch einfach ein eigenes Spiel. Nehmt an unserem Memory-Turnier teil und werdet zum Gohliser Memory-Champion. Das Turnier startet 14:30 Uhr und richtet sich an alle Gedächtnissportler zwischen 3 und 99 Jahren. (Anmeldung unter 0341-1235255 oder bibliothek.gohlis@leipzig.de)

Deutsches Blatt, Französisches Blatt, Vorhand, Mittelhand, Hinterhand, Ramsch, Schieberamsch, Bock und und und…! Die Profis wissen es sofort: Hier wird Skat gespielt! Wer schon immer wissen wollte, was es mit diesen Begriffen auf sich hat und wie dieses beliebte Kartenspiel eigentlich richtig funktioniert, dem bietet der Skat-Verein Gohlis e.V. mit seinem Skat-Schnupperkurs eine ausgezeichnete Gelegenheit dazu. Dieser beginnt 15:30 Uhr und eignet sich für alle Kartenspielfreunde ab 12 Jahren.

Darüber hinaus warten viele neue Spiele und Überraschungen auf euch! Kommt vorbei und spielt einfach mit.

Die Anmeldung für LeipzigPass-Inhaber ist ermäßigt.
Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 19. Lebensjahr können die Bibliothek kostenlos nutzen.

Bibliothek Gohlis „Erich Loest“
Stadtteilzentrum Gohlis
Georg-Schumann-Str. 105
04155 Leipzig

Tel.: 0341 / 123 5255
E-Mail: bibliothek.gohlis@leipzig.de