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Gohlis Forum 2/2021

Gohlis Forum – Ausgabe 2 für 2021 erschienen

Die komplette Ausgabe 2/2021 finden Sie hier

Liebe Leserinnen und Leser,

vor gut einem Jahr hatte sich der Vorstand des Bürgervereins entschieden, die damalige Ausgabe des Gohlis Forums nur in digitaler Form zu veröffentlichen. Es wurde damit reagiert auf die lockdownbedingt geschlossenen Läden und andere Auslagestellen unseres Heftes. Zudem wollten wir unsere Helferinnen und Helfer nicht unnötig durch Personenkontakte beim Verteilen gefährden. Nun – trotz zahlreicher abgesagter Termine und Veranstaltungen haben wir das Heft gut füllen können. Und so ging es auch mit den folgenden Ausgaben weiter – dann wieder in gedruckter Form. Die anfängliche Sorge, wir hätten nichts zu berichten, erwies sich bis heute als unbegründet. Das Leben geht ja weiter: die AGs des Bürgervereins sind im Rahmen der Corona-Schutzverordnung weiterhin aktiv, der Stadtbezirksbeirat berät und trifft Entscheidungen, es wird gebaut und neue Ladengeschäfte öffnen ihre Türen im Stadtteil (oder zumindest ihre Schaufenster und Onlineshops). Auch die Kulturschaffenden sind aktiv, haben Onlineformate entwickelt und planen hoffnungsvoll mit Aussicht auf einen aktiven Sommer.

Die Leipziger Buchmesse wurde indes bereits vor einigen Monaten vorsorglich abgesagt. Stattdessen soll es vom 27.-30. Mai mit „Leipzig liest extra“ ein pandemieverträgliches Format geben, damit die Literaturfreunde und -freundinnen nicht ganz auf das große Event verzichten müssen. Wir sind natürlich mit dabei! Es freut uns sehr, dass wir nach einer Pause im vergangenen Jahr wieder unser Büchercafé im Budde-Haus durchführen können. Gleich zwei Lesungen bieten wir an einem Nachmittag an. Lesen Sie dazu mehr auf Seite 3 und drücken Sie die Daumen, dass uns die Infektionszahlen keinen Strich durch die Rechnungen machen.

Auch beim Gohliser Schlösschen gibt es Neuigkeiten: Die Ratsversammlung hat sich bereits am 25. März für einen neuen Betreiber entschieden. Wir hatten noch davor die Gelegenheit, ein Interview mit Thomas Roßdeutscher, einem der beiden Geschäftsführer zu führen.
Dieses Heft hält noch zwei weitere spannende Interviews für Sie bereit: eines aus der Reihe der „Zeitzeugenberichte“, das in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Schiller-Gymnasiums entstand.

Ebenso finden Sie ein drittes Gespräch, das den Auftakt einer Reihe anlässlich des 30jährigen Gründungsjubiläums des Bürgervereins bildet. Hier sprechen wir mit Gerd Klenk, einem der Gründungsmitglieder über die Anfänge unseres Vereins und über sein vielfältiges Engagement für unseren Stadtteil.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen – bleiben Sie gesung!

Ein Gohliser Jubiläum… und wer dazu gehört TEIL 1 – Gerd Klenk

von Peter Niemann 

Bereits in der vergangenen Ausgabe haben wir darauf hingewiesen, dass uns am 22. April 2022, also ziemlich genau in einem Jahr, ein sehr wichtiges Jubiläum ins Haus steht. Genau dann wird der Bürgerverein nämlich 30 Jahre alt! Weil so viel Geschichte aber schwer verdaulich ist und kaum in einem einzigen Heft Platz finden könnte, fangen wir einfach schon in diesem Jahr an, Sie mit Informationen aus der Historie des Vereins zu versorgen. Schwerpunktmäßig soll es dabei zunächst ein-mal um ein paar besondere Menschen gehen, die sich nicht nur bereits seit Jahren, wenn nicht so-gar Jahrzehnten im Verein tummeln, sondern in all dieser Zeit auch noch dazu beitragen konnten, dass unser Stadtteil so lebenswert ist… wie er eben ist.
In dieser Ausgabe des Gohlis Forums beginnen wir mit einem der ersten Vereinsmitglieder. Sein Name ist Gerd Klenk und ich habe mich Ende März zu einem kurzen Interview mir ihm treffen können.

Hey Gerd. Ich freue mich natürlich sehr, dass es so kurzfristig mit einem Interview geklappt hat. Die Umstände sind ja Dank Corona nicht ganz so günstig für die zwischenmenschliche Kommunikation. Vielleicht fangen wir mit einer kurzen Vorstellung an.

Ich bin der Gerd, 72 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Söhne. Ich wohne seit 1980 in Gohlis. Zu-erst in der Breitenfelder Straße, dann in der Lindenthaler und seit 1996 im Schillerweg in Gohlis Süd. Ich habe in verschiedenen Berufen gearbeitet. Zum einem war ich als Elektriker, als Ingenieur in der Projektierung und als Abteilungsleiter in einer Färberei tätig. Später dann Projektleiter bei Beschäftigungsprojekten und am Ende Migrations- und sozialer Schuldnerberater bei der Caritas. Jetzt bin ich aber im Ruhestand. (lacht)

Eine kleine Familie und reichlich Arbeit also. Trotzdem warst Du ja in Deiner Freizeit recht emsig und hast Dich engagiert. Wann ging das los? Warum?

Das ging eigentlich schon früh los vor der Friedlichen Revolution. War da aktives Mitglied des Friedenskreises Gohlis, weil ich das Geschehen in der DDR so nicht akzeptieren konnte. Dann [war ich] auch im Neuen Forum. Das mit dem Engagement wurde dann viel über die Jahre, wechselte aber auch immer mal. Die Tätigkeit im Bürgerverein war dabei sozusagen auch der Ausgangspunkt, sich für die Menschen im Stadtteil zu engagieren, Gohlis mitzugestalten und hier zunächst einmal Bürgerbeteiligung einzufordern und zu leben. Friedliches Zusammenleben aller Menschen, die hier le-ben ist mir schon immer sehr wichtig gewesen. Ich habe später dann den Flüchtlingsrat Leipzig und auch das Netzwerk Integration-Migranten in Leipzig mit gegründet, das man vielleicht durch die Leipziger Integrationsmessen kennt, welche auch durch die Stadt Leipzig (Referat für Migration und Integration) gefördert werden.

Der Bürgerverein war also ein wichtiger Ausgangspunkt für Dein Bemühen um den Stadtteil. Wann ging das los? Wie muss man sich das vorstellen?

Was die Gründung des Bürgervereins anbelangt war Initiatorin die Frau Dr. Heide Steer, seinerzeit zuständig für Stadtteilkultur im Kulturamt Leipzig. Frau Steer hatte mitbekommen, dass 1992 die Ersterwähnung von Gohlis sich zum 675 mal jährte und suchte nun nach Wegen, ein passendes Jubiläumsfest auf die Beine zu stellen. Die Idee war es unter anderem, dafür einen Verein als Träger zu gründen. Es gab dann ein Gründungstreffen im November 1991 im Gemeindehaus der Friedenskirche. Da bin ich mit Irmgard Gruner, die ja auch heute noch aktives Mitglied ist und die ich vom Neuen Forum her kannte, hin. Wir waren ja beide sehr interessiert an dem Potential von Bürgerbewegungen, von Möglichkeiten der Mitwirkung für uns Bürger in der schnelllebigen Nachwendezeit. Die Gründungsveranstaltung zum Verein fand dann im April 1992 in der Aula der Geschwister-Scholl-Grundschule statt. Die war gut besucht und so haben wir den Bürgerverein Gohlis mit immer-hin 39 Mitgliedern gegründet. Pfarrer Gerhard Passold war der erste Vorsitzende. Ich selber war 1992 – 1998 im Vorstand und dann von 1998 bis 2014 Vorsitzender.

Das war dann sicher ein tolles Jubiläumsfest?

Das auf jeden Fall. Es gab ja damals von der Stadt viel Geld. Manch einer kennt vielleicht das Video vom Jubiläumsfest. Vielleicht sollten wir das mal veröffentlichen. Wir haben die gesamte Menckestraße für das Straßenfest abgesperrt. Höhepunkt für mich war der Auftritt von Peter „Cäsar“ Gläser und seiner Band auf der MDR-Bühne vor dem Gohliser Schlösschen.

Und dann ging es ja offenbar weiter mit dem Verein?

Ja. Eigentlich kann man sagen, es ging bereits auf dem Jubiläumsfest weiter mit dem Verein. Da haben wir ja schon angefangen als Bürgerverein Unterschriften für den Erhalt des Budde-Hauses zu sammeln. Wir wollten verhindern, dass die Stadt das verkauft und dort stattdessen ein soziokulturel-les Zentrum etablieren.

Das hat ja auch geklappt, wenn auch mit ein paar Jahrzehnten Problemen

Hör bloß auf. Die Diskussion mit dem Verkauf gab es ja zwischendurch immer wieder. Wir haben anfänglich den Trägerverein ‚Förderverein Heinrich Budde-Haus e.V.‘‚ mit gegründet, um so den Er-halt des Hauses als soziokulturelles Zentrum zu sichern. Durch eine Kooperation mit dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung Leipzig konnte das Gebäude mit in das Gebiet der verstärkten Sanierung einbezogen werden. Das Nötigste konnte so gemacht werden und vor allem das Garten-haus wieder aufgebaut und der Garten dahinter gestaltet werden. Zwischendurch gab es auch Probleme mit dem Förderverein und den Mietern, die zum Ende der Trägerschaft führten. Ich bin froh, dass nun ein Verkauf schon seit ein paar Jahren ein Verkauf nicht mehr ansteht und sich mit dem FAIRbund nun ein verlässlicher Träger für das Budde-Haus gefunden hat. Auch die Sanierung wird ja weiter vorangetrieben und ist meines Wissens nach im nächsten Haushalt der Stadt Leipzig ein-geplant. An all diesen, ich sage mal jüngsten Entwicklungen hat der Bürgerverein ja auch seinen Anteil.

Was hat der Bürgerverein in den ersten Jahren noch so gemacht?

Eine der ersten Aktionen und wie ich finde auch wichtigsten Aktionen von uns war es auch, alle denkmalgeschützten Häuser in Gohlis zu erfassen und die Mieter/ Vermieter entsprechend zu informieren. Wir wollten ja, dass Gohlis so erhalten bleibt. Wir haben letztendlich auch dafür gesorgt, dass das Schlösschen und das Schillerhaus erhalten bleiben.
Ein großer Erfolg der ersten Jahre war ansonsten die Realisierung der Ampelanlage an der Stallbaumstraße. Besonders interessiert hat mich persönlich aber schon immer die – nicht nur scheinbare – Bürgerbeteiligung. Am Anfang fühlten wir uns nicht immer ernst genommen. Das Handeln der Verwaltung war nicht immer transparent genug. Es gab auch zeitweise den Sprecherrat der Bürgervereine, der die Lokale Demokratiebilanz förderte, dann aber feststellen musste, das es keine konkrete Umsetzung seitens der Stadt gab, zumindest in dieser Zeit nicht. Wir wurden entweder zu spät in den Planungsstand von wichtigen Bauprojekten eingebunden oder es gab dann keine Berücksichtigung der Einwände. Ich finde es auch schade, dass die Bürgerbeteiligung oft nur an konkrete Projekte gebunden war. Allerdings muss man auch sagen, dass sich da in den letzten Jahren was getan hat. Es gibt ja auch verbindliche Regelungen, die ab einem bestimmten Projektumfang Bürgerbeteiligung vorschreiben. Für Bürgervereine gibt es auch eine Förderrichtlinie, die diese finanziell unter-stützt.

Wie siehst Du den Bürgerverein heute, mit ein wenig mehr Abstand und als ‚normales‘ Mitglied? Kannst Du dich mit dem identifizieren was wir ‚jüngeren’ Vereinsmitglieder so verzapfen?

Meiner Meinung nach genießt der Bürgerverein noch immer ein hohes Ansehen. Und es engagieren sich ja noch immer so viele unterschiedliche Charaktere hier. Es findet sich in der Arbeit des Vereins weiterhin eine soziale Komponente, die Seniorenarbeit spielt immer noch eine Rolle. Es erfolgen Reaktionen auf wichtige Bauvorhaben etwa. Die Vernetzung mit den Akteuren im Stadtteil und dem Stadtbezirksbeirat ist nach wie vor sehr gut. Im Rahmen seiner Möglichkeiten ist der Verein sehr aktiv, heute macht ihr ja alles ehrenamtlich und habt keine ABM-Kräfte als Mitarbeiter mehr. Es ist in jedem Fall auch gut, dass es die Initiativen wie das Weltoffene Gohlis noch gibt und ihr das Nordcafé weiterhin unterstützt. Was ich besonders wichtig finde, ist, dass der Bürgerverein aufgeklärt ist und schon immer Stellung bezieht und sich zu wichtigen Themen im Stadtteil eine Meinung bildet. Wir sehen natürlich keine Probleme beim Bau der Moschee und haben auch eine klare ablehnende Position zu Corona-Leugnern und den sog. Querdenkern und sagen bzw. schreiben das auch.

Ja. So ist das! Allerdings interessiert mich nun noch was der Bürgerverein denn in Zukunft besser machen kann? Schließlich wissen wir ja beide, dass es immer auch ein wenig Luft nach oben gibt…

Mmh. Manchmal sollte sich der Bürgerverein vielleicht noch mehr öffnen. Das ist gerade schwierig wegen Corona, aber es braucht mehr Gelegenheiten für Bürgerinnen und Bürger, um Anliegen vorzutragen. Sprechstunden reichen da vielleicht nicht immer. Regelmäßige Bürgerforen und ein Bürgerstammtisch wären vielleicht keine schlechte Idee. So kann man bestimmt noch mehr Menschen bewegen, sich vor Ort einzubringen und Gohlis letztendlich mitzugestalten.

Gerd. Vielen Dank!

Interview: Thomas Roßdeutscher, „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“

Das Gohliser Schlösschen hat nun offiziell einen neuen Betreiber. Der Leipziger Stadtrat stimmte in seiner Sitzung vom 25.3.2021 für die „Gohliser Schlösschen | Musenhof am Rosental gemeinnützige GmbH“ mit dem Team um Thomas Roßdeutscher und Michael Plättner.

Das Interview mit dem Geschäftsführer Thomas Roßdeutscher führte Peter Niemann

Vielleicht können Sie kurz erzählen wie Sie Michael Plättner kennengelernt haben und wie genau die Idee entstanden war, sich mit einem gemeinsamen Konzept als zukünftige Betreiber des Gohliser Schlösschens zu bewerben.

Ich kenne Michael Plättner schon, seit er die „Neue Musik Leipzig“ gegründet hat. Was er hier in privater Initiative auf die Beine gestellt hat, hat mich schon damals stark beeindruckt. Auch die Idee zur gemeinsamen Bewerbung um das Gohliser Schlösschen kam von ihm. Der konkrete Entschluss zur Erarbeitung eines Konzeptes wurde Ende Juni gefasst. Wir saßen im Barockgarten des Schlösschens, es war ein warmer Sommertag. Wir saßen auf einer dieser schönen weißen Holzbänke und beschrieben uns gegenseitig unsere Ideen. Ich weiß nicht mehr, wie lange dieses Gespräch gedauert hat, aber am Ende hatten wir so viel Inspiration und empfanden derart viel Freude, dass wir von diesem Moment an mit voller Energie am gemeinsamen Konzept zur Betreibung des Gohliser Schlösschens gearbeitet haben.

Wie konkret glauben Sie kann das GS mit Ihnen als den neuen Betreibern das Leben der Menschen hier bereichern?

Zum einen schaffen wir mit der Gründung einer gemeinnützigen Betreibergesellschaft Strukturen, die den modernen Erfordernissen an einen regelmäßigen Veranstaltungs- und Spielstättenbetrieb gerecht werden. Damit legen wir die wirtschaftliche und planerische Grundlage für alle Aktivitäten rund um das Gohliser Schlösschen.
Zweitens besitzen Michael Plättner und ich ein sehr breites regionales Netzwerk und ein überregionales Netzwerk vor allem in die Musikszene hinein. Dieses Netzwerk wollen wir aktiv nutzen, um ein frisches, abwechslungsreiches und spannendes Veranstaltungsprogramm zu entwickeln.

Wo liegen die größten Herausforderungen in der Anfangszeit?

Wir wollen Strukturen aufbauen und zeitgleich bestehende und funktionierende Strukturen integrieren. Hierzu müssen viele Gespräche geführt werden. Wir müssen die Menschen von unseren Ideen begeistern und möglichst schnell Vertrauen aufbauen. Wir wollen das Schlösschen zu einem Zentrum bürgerschaftlichen Engagements entwickeln, werden aber nur erfolgreich sein, wenn es uns gelingt, die Bürgerschaft von unserem Projekt zu überzeugen und zur Mitwirkung zu motivieren.
Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Die Pflege des Barockgartens ist enorm zeitaufwendig. Vor allem in den Frühling- und Sommermonaten können wir hier Unterstützung gebrauchen. Wenn also jemand Lust, Zeit und etwas Freude an Gartenarbeit hat, so könnte man die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen. Wir planen auch gemeinsame Arbeitseinsätze zum Beispiel beim „Frühjahrsputz“, wenn unsere Pflanzen aus dem Gewächshaus wieder in den Barockgarten einziehen.

Wie konkret können wir als Bürgerverein behilflich dabei sein?

Vom Bürgerverein wünsche ich mir einen offenen Dialog und einen konstruktiven Austausch. Bei einem so großen Projekt wie dem Gohliser Schlösschen gibt es naturgemäß viele und teilweise auch gegensätzliche Interessen, das ist vollkommen normal. Umso wichtiger ist aber eine sachliche und lösungsorientierte Kommunikation. Ich denke, dass hier der Bürgerverein eine zentrale Rolle einnimmt. Er ist gut vernetzt, versteht die Strukturen des Stadtteils und bringt engagierte Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch.

Wie werden die Menschen im Stadtteil und darüber hinaus darauf aufmerksam gemacht was sich im Schlösschen tut?

Hier haben wir viel vor. Die Website wird aktuell komplett überarbeitet. Wir werden zukünftig regelmäßig über die Social-Media-Kanäle informieren, einen Online-Newsletter erstellen. Auch ein gedrucktes Quartalsprogramm wird es geben, welches man sich kostenlos zusenden lassen kann. Darüber hinaus glauben wir, dass die Medien viel und ausführlich über unsere attraktiven Programme berichten werden.

Wollen Sie wirklich den Zugang von der Menckestraße aus sperren?

Das ist eine falsche Information. Ganz im Gegenteil. Für die neue Betreibergesellschaft ist es ganz wesentlich, den Zugang auch von der Menckestraße zu erhalten. Wir wollen uns dem Stadtteil Gohlis öffnen und möchten den Vorplatz Menckestraße sogar noch attraktiver gestalten. Zusätzliche Pflanzkübel, weitere Sitzgelegenheiten und sogar eine E-Bike-Ladestation sind bereits in Planung.

Wann wird der Veranstaltungsbetrieb im Musenhof eröffnet? Zu Pfingsten mit dem „Gohliser Kunstmarkt“?

Die andauernde Corona-Situation bringt noch einige Unsicherheiten. Zudem können wir ohne Ratsbeschluss noch keine bindenden Verträge abschließen. Den April werden wir sicherlich noch für die Ein- und Umbauarbeiten im Café, zum Einrichten der Büros und für letzten Renovierungsarbeiten benötigen. Hier gibt es noch einige offene Fragen, aber da sind wir dran. Ziel ist es, im Mai das Hauptgebäude mit den attraktiven Festsälen für Veranstaltungen und zumindest den Freisitz im Barockgarten anbieten zu können.
Der Gohliser Kunstmarkt am 24. Juni ist in der Tat eine erste Bewährungsprobe. Er passt perfekt in unser Musenhof-Konzept und mich begeistert, mit wie viel Kreativität der „Kuk Gohlis“ die gemeinsamen Planungen vorantreibt. Der Gohliser Kunstmarkt lädt freischaffende Künstler aus Leipzig und darüber hinaus ein, ihre Arbeiten im Gohliser Schlösschen zu präsentieren – es gibt sogar noch einige freie Plätze.

Für die geplante Dauerausstellung zur Geschichte des Gebäudes und des Ortsteils gibt es natürliche Partner – das Schillerhaus (mit dem Gohliser Dorfmodell), das Stadtgeschichtliche Museum mit Exponaten und Ausstellungs-Know-how, den Bürgerverein Gohlis mit seiner AG Stadtteilgeschichte mit deren Expertise und Netzwerk. Gibt es einen schon Zeitplan für die Ausstellung? In welchen Etappen soll sie realisiert werden? Welche inhaltlichen Schwerpunkte möchten Sie setzen?

In unserem Betreiberkonzept haben wir eine inhaltliche Neugestaltung der Dauerausstellung angeboten und wir haben einige Ideen dazu in den Ring geworfen. Ein solches Projekt entwickelt man seriös aber nicht allein am Schreibtisch. Und Sie haben vollkommen recht, für die Planung und Umsetzung gibt es natürliche Partner vor Ort, deren Expertise maßgeblich sein wird. Mit diesen werden wir uns in den kommenden Monaten austauschen. Selbstverständlich werden wir in diesem Prozess auch die Konzepte und Ideen der genannten Institutionen berücksichtigen. Sobald diese Gespräche geführt wurden, können wir auch einen Zeitplan erarbeiten.

Büchercafé des Bürgerverein Gohlis e.V.

+++ Zugangslinks aktualisiert +++

Büchercafé des Bürgerverein Gohlis e.V.

1. Lesung – Link zu youtube
Datum und Uhrzeit der Lesung: Sonntag, 30. Mai 2021, 14.00 Uhr
Genre: Roman
Titel und Autor des Buches: Zwischenzeitblues // Gerhard Pötzsch
Inhaltsbeschreibung (Annotation): Große Fragen, die von der Pleiße bis zum Grab des russischen Schriftstellers Pasternak bei Moskau führen
Veranstalter: Bürgerverein Gohlis e.V. und Initiative Weltoffenes Gohlis
Zusatzbemerkungen: Eintritt frei, ab 12 Jahre

Inhalt: Der Leipziger Romancier und Hörspielautor Gerhard Pötzsch nimmt die Leserschaft mit auf eine Reise, die schließlich von der Pleiße bis ans Grab des russischen Schriftstellers Pasternak bei Moskau führt. Das Alter Ego des Autors sucht nach Antworten auf die großen Fragen: Wie führt man ein Leben? Wodurch wurde ich der, der ich heute bin? Kann ich mein vergangenes Leben überhaupt in der Erinnerung finden?
In zehn Erinnerungs-Scheiben, in denen die Musik etwa oder der jeweilige »Duft« der Epoche eine erhebliche Rolle spielen, schildert Pötzsch die Summe von Erfahrungen und die Sehnsucht, sie zu begreifen.

2. Lesung – Link zu youtube
Datum und Uhrzeit der Lesung: Sonntag, 30. Mai 2021, 16.00 Uhr
Genre: Belletristik, Essay
Titel und Autor des Buches: Wenn die Lügen überlange Beine bekommen // Günter Gentsch
Mitwirkende: Peter Niemann (Moderator)
Inhaltsbeschreibung (Annotation): Betrachtungen zum menschlichen Verstellungsdrang von antiken Zeiten bis in die Ära der Fake News
Veranstalter: Bürgerverein Gohlis e.V. und Initiative Weltoffenes Gohlis
Zusatzbemerkungen: Eintritt frei, ab 12 Jahre

Inhalt: Hintersinnige Betrachtungen zum menschlichen Verstellungsdrang und zur menschlichen Erfindungskunst in Historie und Gegenwart. Ein ebenso vertracktes wie faszinierendes Thema, das schon mit Blick auf die totale Verdammung der Lüge als „den eigentlich faulen Fleck in der menschlichen Natur“ durch den Philosophen und Aufklärer Kant wie andererseits auf die mit Fake News hantierende „Neusprache“ gegenwärtiger Machtverwalter eine geradezu schockierende Widersprüchlichkeit in sich birgt.

Es handelt sich bei der Veranstaltung um einen Beitrag des Bürgerverein Gohlis e.V. und der Initiative Weltoffenes Gohlis zur Leipziger Buchmesse.
Eintritt frei, ab 12 Jahre

In eigener Sache – Erinnerung „Eine Bank für Gohlis“ / Baumscheibenbepflanzung

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf zwei wichtige Projekte 2021 hinweisen. Wie schon von 2020 in einem Beitrag festgestellt, gibt es in Gohlis kaum Sitzmöglichkeiten für mobilitätseingeschränkte Menschen, Seniorinnen und Senioren oder auch junge Familien. Alle möchten sich auf ihren Wegen durch Gohlis gerne einmal ausruhen. Dies ist leider kaum möglich. Der Bürgerverein möchte nun mit dem Projekt „Eine Bank für Gohlis – viele Bänke für Gohlis“ den Ruhebedürftigen helfen. Wir wollen uns gegenüber der Stadtverwaltung stark machen, planungstechnisch und finanziell Mittel und Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um Sitzbänke im Stadtteil aufzustellen. Erster Schritt hierzu ist es, geeignete Standorte zu finden. Der Bürgerverein selbst hat Ideen und möchte in den wärmeren Monaten und frei von Coronaauflagen mit kleinen Testspaziergängen weitere Standorte ausfindig machen. Neben diesem Vorhaben ruft der Verein aber auch die Gohliserinnen und Gohliser auf, uns ihre Hinweise und Vorschläge zu schicken.

Zwei Jahre hintereinander hat der Bürgerverein die Baumscheibe seines gestifteten Baumes in der Lützowstraße direkt vor dem Bürgerverein mit kleinen Blümchen bepflanzt. Es sollte somit erreicht werden, dass die oft sehr trostlosen grauen Baumscheiben – ob nun mit Bäumen bepflanzt oder nicht – kleine Aufwertungen des Stadtteils darstellen. Auch 2021 wird der Bürgerverein seine Baumscheibe wieder begrünen. Damit dies nicht der einzige bunte Flecken in dem oft grauen Asphalt der Straßenzüge im Stadtteil bleibt, möchte der Bürgerverein die Gohliserinnen und Gohliser mit einbinden. Was ist hierbei zu tun? Schlagen Sie uns Standorte oder Straßenzüge vor, die für dieses Projekt in Frage kommen. Der Bürgerverein kümmert sich um die Materialbeschaffung, Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung des Näheren Wohnumfeldes. Wichtigster Part kommt am Ende den Gohliserinnen und Gohlisern zu, die sich als „Gießpaten“ darum kümmern, dass dieses tolle Projekt nicht nach den ersten heißen Sommertagen beendet wird – gemeinsam können wir durch viele kleine Farbtupfer unseren Stadtteil aufwerten.

Für beide Projekte kann der Bürgerverein per Mail unter buergerverein.gohlis@gmail.com oder zur telefonischen Sprechstunde montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr unter 0341-20018556 kontaktiert werden.

Demokratieecke

von Tino Bucksch

Die März-Sitzung des Stadtbezirksbeirates Nord brachte für die Mitglieder des Gremiums zwei Überraschungen – eine unerwartete und eine lang ersehnte.

Unter dem griffigen Titel „Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 460 „Wohn- und Geschäftshaus Delitzscher Straße/Krostitzer Weg“; Stadtbezirk: Nord, Ortsteil: Eutritzsch; Aufstellungsbeschluss“ berichteten Vertreter der Stadtverwaltung über das geplante Bauvorhaben direkt hinter dem Baumarkt Hornbach und gegenüber von St. Georg. An dieser Stelle soll ein durchgängiges Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen, das neben einem Nahversorger auch Wohnraum und Pflegeeinrichtungen beinhalten soll. Obwohl die Einrichtung des dringend notwendigen Nahversorgers für dieses Gebiet begrüßt wurde, brach eine Debatte an der Frage los, ob sich das vierstöckige Gebäude in die Umgebungsstruktur einfügen wird, die westlich durch das St. Georg und östlich durch eine Einfamiliensiedlung geprägt ist. Genau diese Skepsis spiegelte sich dann in dem gemischten Abstimmungsverhältnis wider. So stimmten nur vier Mitglieder des Gremiums dafür, während zwei dagegen votierten bzw. sich eine Person enthielt.

Harmonischer und mit Erleichterung wurde dem Stadtbezirksbeirat die Vorlage für den neuen Betreiber des Gohliser Schlösschens ab 2021 präsentiert. An dieser Stelle hat der Bürgerverein schon mehrfach über diesen wichtigen und intensiven Prozess berichtet. Um nicht zu viel von dem im aktuellen Heft befindlichen Interview mit den beiden Betreibern vorwegzunehmen, sei nur darauf hingewiesen, dass der Stadtbezirksbeirat der Vorlage mehrheitlich zustimmte.

In eigener Sache – Fazit Pop-up-Radweg auf der Landsberger Straße

von Tino Bucksch

Am 10. März folgte der Bürgerverein mit seiner AG Mobilität und Verkehr dem Aufruf des Ökolöwen zur Thematisierung des sicheren Radverkehrs in Leipzig und ließ auf der Landsberger Straße stadteinwärts zwischen Hölderlinstraße und Hoepnerstaße eine Pop-up Radweg aufploppen. Die vielen Dankeschön-Rufe der Radfahrerinnen und Radfahrer, die im Berufsverkehr zwischen 7 Uhr und 9 Uhr den temporären Radweg nutzten, zeigten deutlich, dass auf diesem Teilstück der Landsberger Straße Handlungsbedarf besteht. Das Stück Straßenraum, der inklusive der Fußwege groß genug ist, bedarf dringend einer Sanierung und Neuordnung. Zum einen ist es nicht nachvollziehbar, warum hier auf diesem Stück der Landsberger Straße der abmarkierte Radweg unterbrochen ist – obwohl dieser ober- und unterhalb des Straßenabschnittes existiert und warum es keine alternative Anordnung und Gestaltung des Straßenraums gibt, die der aktuellen Gewerbestruktur und dem veränderten Nutzerverhalten der Anwohnerinnen und Anwohnern entspricht. Dabei ist noch nicht einmal die Rede davon, dass der löchrige Deckenbelag der Straße und der Zustand der Fußwege für alle Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellt.

Ab 2022 plant die Stadt gemeinsam mit der LVB, die Landsberger Straße ab Coppiplatz bis zur Kreuzung Max-Liebermann-Straße zu sanieren und umzugestalten. So wird die Straßenraumaufteilung zwischen Viertelsweg und Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße die am deutlichsten sichtbare Veränderung nach der Baumaßnahme sein. Die Straßenbahn wird ihr separates Gleisbett beibehalten. Die parkenden Autos hingegen werden eine Reihe nach hinten verlagert. Das ermöglicht die Abmarkierung eines Radweges zwischen den beiden Fahrbahnen für den fließenden und den ruhenden Verkehr.

Die Gestaltung des Abschnittes der Landsberger Straße, auf dem der Pop-up Radweg stattfand, wollen wir die kommenden Monate in Erfahrung bringen und unsere Erwartungen einbringen. Dies beinhaltet natürlich auch eine ausreichende und umfassende Information der betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner der Landsberger Straße.

In eigener Sache – Aufruf Fotowettbewerb Gohlis-Kalender 2022 „Spielen in Gohlis – Großes für Kleine“

von Tino Bucksch

[Anmerkung] entgegen vorangegangener Versionen gehört der Spielplatz in der Hedwig-Burgheim-Straße nicht zu den öffentlich zugänglichen Spielplätzen in Gohlis

Auch 2022 gibt es wieder einen Gohlis-Kalender des Bürgervereins. Dieser steht unter dem Motto „Spielen im Stadtteil“. Wir werden in 12 Kalenderblättern und dem Titelblatt die Spielplätze in Gohlis vorstellen und hinsichtlich ihres Nutzungs- und Spaßfaktors beurteilen. Außerdem wird in deren Umfeld auf kind- und familiengerechte Nutzungsmöglichkeiten hingewiesen. Damit wir genügend Fotomaterial für die Auswahl der Monatsblätter haben, freuen wir uns über die Einsendung von jahreszeitlichen Abbildungen der Gohliser Spielplätze – einfach zu schicken an buergerverein.gohlis@gmail.com oder Abgabe per CD bzw. Stick im Briefkasten unseres Büros in der Lützowstraße 19.

Damit es einfacher ist, die jeweiligen Spielplätze zu finden, hier noch einmal eine Liste der Standorte:

  • „Spielplatz Stallbaumstraße“ – Schillerhain (Ecke Stallbaumstraße/Platnerstraße)
  • Spielplatz Marienweg im Rosenthal
  • Freiligrathplatz – Sasstraße/Daumierstraße/Dietzgenstraße
  • „Spielplatz an der Erbse“ – Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße
  • “Spielplatz Wehrmannstraße” – Sylter Straße/Wehrmannstraße
  • „Spielplatz Platz des 20. Juli 1944“ – Jägerstraße/Stauffenbergstraße
  • „Eisenbahn-Spielplatz“ – Ludwig-Beck-Straße/Breitenfelder Straße
  • „Spielplatz auf dem Platz-ohne-Namen“ – Corinthstraße/Heinrich-Budde-Straße
  • “Spielplatz Budde-Haus” – Lützowstraße 19
  • “Spielplatz Kletterburg” – Arthur-Bretschneider-Park
  • Spielplatz in der Gartenanlage „Schreber-Hauschild“

Seven4Kids

Das rosafarbene Gebäude der evangelisch-methodistischen Bethesdakirche in der Blumenstraße 74 in Gohlis-Süd wird vielen von Ihnen gut bekannt sein. Hinter der farbenfrohen Fassade spielt sich ein aktives Gemeindeleben quer durch alle Generationen ab. Etwas aber ist neu: Seit Januar 2021 besteht zwischen der Bethesdagemeinde und der Bethanien Diakonissen-Stiftung eine Kooperation. Gemeinsam soll im Untergeschoss der Kirche eine offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aufgebaut werden. Der Träger ist die Bethanien Diakonissen-Stiftung. Inzwischen hat die Einrichtung auch einen Namen: Seven4Kids.

Aufgrund der Pandemie konnten bisher keine Präsenzveranstaltungen bei Seven4Kids angeboten werden. Stattdessen wurden andere Formen gefunden, um mit den ersten Kindern / Jugendlichen und ihren Familien in Kontakt zu treten. Neben Online-Angeboten bei YouTube (von A wie Anleitung zum Herstellen von Vogelfutter bis Z wie zuckerfreies Bananenbrot-Rezept) erhielten die Kinder Kreativangebote im Schuhkarton. Ausgestattet mit Materialien und Anleitungen konnten die Kinder / Jugendlichen zuhause mit ihren Händen kreativ werden und sich so etwas die Lockdown-Langeweile vertreiben. Über die positiven Rückmeldungen der Kinder / Eltern haben wir uns sehr gefreut!

Nun wächst die Hoffnung, dass wir unsere Türen unter Berücksichtigung der geltenden Auflagen bald vor Ort öffnen können. Da sich die Einrichtung gerade erst im Aufbau befindet, entwickelt sich das Wochenprogramm noch. Wir möchten darauf eingehen, welche Kinder / Jugendlichen zu uns kommen und unsere Angebote an Ihre Interessen und Bedürfnisse anpassen. Soviel sei aber schon verraten: Seven4Kids möchte vielfältig sein! Neben einer Hausaufgabenhilfe soll es Raum zum Freunde treffen, zum Spielen und für kreative Freizeitangebote geben. Ein Kicker wartet darauf, bespielt zu werden. Der große Garten bietet Platz zum Toben und um sportlich aktiv zu sein. Und irgendwann dürfen wir hoffentlich auch wieder gemeinsam kochen, backen und essen. Neben haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern möchten wir perspektivisch gerne mit freien Mitarbeitern zusammenarbeiten, die unser Angebot z.B. mit musikpädagogischen, theaterpädagogischen oder sport- und medienpädagogischen Projekten bereichern.

Wir arbeiten eng mit dem Nordcafé, einem Begegnungsangebot für Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Nationalitäten, zusammen und freuen uns darauf, uns auch mit anderen sozialen und kulturellen Akteuren im Leipziger Norden zu vernetzen!

Seven4Kids soll ein Ort sein, an dem alle Kinder / Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrem kulturellen Hintergrund und ihrem Glauben willkommen sind. Wir wollen respektvoll, liebevoll und tolerant miteinander umgehen und gemeinsame eine tolle Zeit verbringen. Neugierig geworden? Dann kommt gerne vorbei!

Aktuelle Informationen zum Programm und zu den Öffnungszeiten von Seven4Kids erhaltet Ihr demnächst auf unserer Website und unserer Seven4Kids-Facebook-Seite.

Ihr möchtet unsere Online-Angebote per E-Mail erhalten, Euch ehrenamtlich in der Einrichtung engagieren oder habt ein anderes Anliegen? Dann wendet Euch gerne an:

Elisa Hamm
(Leiterin Seven4Kids)
E-Mail: juze_seven4kids@bethanien-stiftung.de
Mobil: 0152 27783325
Website: https://www.bethanien-stiftung.de/angebote/kinder-und-jugendhilfe/seven4kids-leipzig/

Nordcafé – Ort der Begegnung im Ruhemodus

von Ricarda Berger

Seit vier Monaten ruht nun der Betrieb des Nordcafés im Keller der Methodistischen Bethesdagemeinde.

Ein schönes und wichtiges Ritual, nämlich die wöchentlichen Zusammenkünfte von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Alter, ist plötzlich zum Stillstand gekommen. Wir hatten nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 eine gute Möglichkeit der Begegnung gefunden und uns stets im Freien mit dem gebotenen Abstand getroffen. Dank des stabilen Sommerhochs konnten wir in den Monaten Juli bis Oktober mit bis zu 30 Gästen im Garten oder Hof zusammen kommen. Die Umsetzung des Hygienekonzepts stellte kein Problem dar. Alle Besucherinnen und Besucher hielten sich vorbildlich daran.

Jetzt sind seit November 2020 die Türen wieder verschlossen.
Viele Helferinnen und Helfer sind aber weiterhin aktiv in ihrer Arbeit mit Geflüchteten und halten den Kontakt zu unseren Gästen.
Dank des Internets kann auch in dieser Zeit Hausaufgabenhilfe geleistet werden.

Besondere Unterstützung aber benötigen einige junge und sehr junge Menschen, die während der Schulschließung per Homeschooling unterrichtet werden sollten, bei denen es im Haushalt aber keinen Computer gibt. So wird von den Ehrenamtlichen gelegentlich auch telefonischer Kontakt zu den Lehrkräften aufgenommen, um Probleme zu besprechen.

Auch die Gespräche mit Erwachsenen wurden fortgeführt. Einige Geflüchtete leiden sehr unter den Einschränkungen und den fehlenden sozialen Kontakten. Dort konnten Telefonate oder Spaziergänge etwas Abwechslung vom Alltag und die Möglichkeit zum persönlichen Austausch bieten.
Wöchentliche Einträge auf unserer Facebook Seite soll die Verbindung zu den Gästen wach halten und auf weitere Hilfsangebote hinweisen.

Sachspenden wie Kleidung, Möbel und Nähmaschine konnten an Geflüchtete weitergegeben werden. Unterstützung gab es ebenfalls bei Fragen zum Aufenthalt und bei Angelegenheiten mit Jobcenter, Jugendamt und Familienkasse.

Es gibt in dieser Zeit auch Hilfsangebote und Kontaktpflege durch Geflüchtete. So erledigte ein junger syrischer Mann, der noch in einer Gemeinschaftsunterkunft lebt, die wöchentlichen Einkäufe für eine Mitarbeiterin des Nordcafés. Ein Ehepaar wird mit süßen Leckereien aus der türkischen Küche verwöhnt und regelmäßig kommen Nachfragen, wann es denn endlich wieder weitergeht mit unserem Cafébetrieb.

Wir alle – Gäste und Mitarbeitende – hoffen auf ein baldiges Wiedersehen im Nordcafé.
Viele Pläne liegen in der Schublade, oder vielmehr kreisen in den Köpfen der Beteiligten:
Unser Fest zum vierjährigen Bestehen, das neue Angebot für Kinder im „Seven4Kids-Club“, unser Sommerfest für die Aktiven, sogar über „Advent in den Höfen“ wurde bereits gesprochen, wobei wir natürlich nicht davon ausgehen, dass wir noch solange die Türen geschlossen halten müssen…

Ein schönes Eröffnungsfest ist in Planung und wird rechtzeitig bekanntgegeben!
Bis dahin bleiben Sie bitte gesund!