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Gohlis Forum 4/2019

Richtfest – Gastro-Kultur unterm Ginkgo-Baum

von Wolfgang Leyn

Am 5. Juni wurde Richtfest gefeiert für den „schicken Holzbau“ im Biergarten des Budde-Hauses, der Küchen- und Schankeinrichtung aufnehmen soll. Antje Lenke, die Gastronomie-Chefin im Team, musste dabei mit einem kleinen Hammer einen ziemlich großen Nagel einschlagen, neben ihr ein grinsender Zimmergeselle… Als nächstes folgt der Innenausbau. Die neue Küche soll winterfest werden, Wege bekommen rollstuhlfreundliches Pflaster. Läuft alles nach Plan, dann öffnet der beliebte Biergarten unterm Gingko-Baum Anfang Juli wieder, und zwar täglich ab 12 Uhr. Künftig sollen Gastro- und Soziokultur am und im Budde-Haus enger verknüpft werden. Na, denn, wohl bekomm’s!

Eine Performance zur Nacht der Kunst

von Peter Niemann

Vor vier Jahren erwuchs aus einem Kulturprojekt mit dem Titel „Denk mal! Im öffentlichen Raum für Demokratie, Nachbarschaft und Integration“ eine interaktive Installation, die noch heute an der Georg-Schumann-Straße / Ecke Lützowstraße, auf der Grünfläche vor der Erich Kästner-Schule zu bewundern ist. Realisiert werden konnte das Projekt dank des Engagements zahlreicher zivilgesellschaftlicher Akteure aus unserem Stadtteil und unter der Mitwirkung von Geflüchteten wie auch alteingesessenen Bürgerinnen und Bürgern.

Anlässlich der Nacht der Kunst am 7. September 2019 laden die Initiative Weltoffenes Gohlis und der Bürgerverein Gohlis herzlich zur Neugestaltung des Holzobjektes ein. Ab 16:00 Uhr möchte der Künstler Joachim R. Niggemeyer die Gelegenheit nutzen, die Symbolkraft seines Werkes farbig zu verstärken und damit für Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Miteinander werben. Dies soll live vor den Augen der Gäste und sogar unter Einbeziehung dieser erfolgen.

Für ein kulinarisches und musikalisches Rahmenprogramm ist gesorgt.

Gohliser Geschäftsleben – Vier Neueröffnungen

von Günter Krap und Matthias Reichmuth

WulleWupp, ne Supp!

Seit 3 Monaten gibt es ihn, den Ableger der Suppenbar Wulle Wupp In Gohlis-Süd, Breitenfelder Str. 20, zwischen Schumann- und Elsbethstraße gelegen. Der Laden stand zuvor sehr lange leer, der Einzug eines italienischen Ladens war dort lange angekündigt, aber nie eingetreten.
Hier wird täglich von Montag bis Freitag zwischen 11:30 Uhr und 15:00 Uhr leckeres und frisches Mittagessen in Form von Suppen und Eintöpfen nach Omas altbewährten Rezepten angeboten. Und das zu moderaten Preisen. Liebevoll, täglich frisch zubereitete Eintopf- und Suppengerichte, Milchreis, Chile-con-carne, jede 2. Woche warten die beliebten und begehrten Senfeier auf hungrige Gäste, die bisher durchweg zufrieden und gut gesättigt, die Suppenbar wieder verlassen haben.

Schuster bleib bei deinen Leisten
Wo 2017 die letzte Buchhandlung in Gohlis ihre Pforten geschlossen hat, in der Georg-Schumann-Str. 54, zwischen Lützow- und Sasstraße gelegen, präsentiert sich seit einigen Monaten die HANS SACHS Orthopädie-Schuhtechnik mit einem interessanten Leistungsangebot, das deutlich über Schuhe hinaus geht. Das Geschäft wirkt modern und attraktiv. Wir bleiben dran und werden im Heft 6 des Gohlisforums die HANS SACHS Orthopädie-Schuhtechnik näher vorstellen.

Neuer Frisör in der Landsberger Straße
Das Aus für die Biowelt Gohlis-Nord in der Landsberger Straße 46 (direkt an der Straßenbahnhaltestelle „Viertelsweg“) bedeutete den Neuanfang für ein Frisörgeschäft an gleicher Stelle. Frisör Wiegner hat von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr geöffnet, ohne Voranmeldung geht hier allerdings nichts.

Bestatter folgt auf Bürgerverein
Kurz vor Redaktionsschluss wurde noch erkennbar, wer in die Lindenthaler Straße 34 als Nachmieter unseres Bürgervereins eingezogen ist: Es handelt sich um das Bestattungshaus Süd-Ost, das von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 16:30 Uhr geöffnet ist.

Europa praktisch erlebt – Gohliser Grundschüler vom Schüleraustausch erfolgreich zurückgekehrt

von Eyke Hiersemann

Erschöpft, aber mit vielen bleibenden Erinnerungen kehrten Jonah und Kasimir aus der 3. Klasse sowie Leni, Pia, Ella, Nora, Nayla und Leopold aus der 4. Klasse der Erich Kästner-Schule zusammen mit ihren Lehrer- und Erzieherinnen auf dem Leipziger Flughafen vom Schüleraustausch aus Spanien zurück. Im Rahmen des Erasmus+ Projektes der Schule nahm die Delegation vom 12. bis 18.05 2019 an dem Austauschtreffen an der Sant Jordi-Schule in Mollet del Vallès teil.

Die Vorfreude und Anspannung waren riesig. „Alle Kinder lebten für eine Woche in ihrer spanischen Gastfamilie, mit der im Vorfeld per WhatsApp, E-Mail oder Skype Kontakt aufgenommen worden war. Dementsprechend herzlich und liebevoll war der Empfang der Eltern auf Zeit bereits bei der Ankunft am Bahnhof in der spanischen Stadt unweit von Barcelona.“ erklärt Marlene Möritz, Englischlehrerin an der Grundschule. Auch der Bürgermeister begrüßte die Gäste. Tagsüber besuchten die Kinder gemeinsam mit den Schülern der anderen teilnehmenden Partnerschulen aus Griechenland, Italien, der Slowakei und der Tschechischen Republik die gastgebende Schule. Trotz der sechs verschiedenen Sprachen knüpften die Kinder schnell die ersten Kontakte. Gemeinsame Aktionen und viele sportliche Spiele halfen dabei. „Man kann mehrere Leute kennenlernen, viel entdecken.“ sagte Leni einem katalanischen Fernsehteam und Ella fand: „Es ist einfach nur ein voller Erfolg“.

Finanziert wird das Projekt über Erasmus+, dem EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport. Seit Beginn des Schuljahres pflegt die Erich Kästner-Grundschule im Rahmen des Projektes Partnerschaften zu den Schulen in den genannten europäischen Ländern. Dabei geht es um die gesunde Lebensweise. „Verschiedene Aspekte wie Sport und Ernährung werden interkulturell aufgearbeitet und untereinander verglichen“, sagt Eyke Hiersemann, stellvertretender Schulleiter. So erhielt jede Schule im Dezember eine Box mit verschiedenen kleinen Spielgeräten. Die Schüler erfanden daraus verschiedene Spiele, die sie ins Englische übersetzten und die in einem gemeinsamen Spielebuch gedruckt worden. Jetzt können die Spiele im Sportunterricht der beteiligten Länder gespielt werden.

Zuletzt tanzten Anfang Mai alle 467 Grundschüler und ihre Lehrer auf dem Schulhof der Gohliser Schule, aufgezeichnet von einem Filmteam. Was sich erst einmal nicht so spektakulär anhört, ist auch Teil eines größeren Programmpunktes gewesen. „Im Rahmen unseres Projektes haben wir den Welttanztag zum Anlass genommen und einen Flashmob mit unseren Partnern organisiert“, sagt Ulrike Sacher, Projekt-Verantwortliche an der Bildungseinrichtung. An den fünf europäischen Partnerschulen wurden die Schüler beim gleichen Tanz ebenfalls auf Video aufgezeichnet. Alle Beiträge der Schulen wurden dann zusammengeführt und es entstand ein Videoclip, welcher die Kinder aller sechs Länder zu einem gemeinsamen Tanz vereint, zu sehen unter https://childhoodinabox.blogspot.com/ oder zum Schulfest am 14. Juni, von 15.00 bis 18.00 Uhr.

Kontakt
Telefon: 0341 58 61 45 011
Telefax: 0341 58 61 45 030
E-Mail: hallo@kaestnerschule.de
www.kaestnerschule.de
Erasmus-Blog: https://childhoodinabox.blogspot.com/
Ansprechpartner: Eyke Hiersemann (Stellv. Schulleiter)
Ulrike Sacher (Erasmus – Beauftragte)
Marlene Möritz (Delegationsleiterin)

Rege Beteiligung am ersten „Jane’s Walk“ in Gohlis

von Wolfgang Leyn

Etwa 50 Interessierte erkundeten am 5. Mai auf Einladung des Bürgervereins das historische Zentrum von Gohlis. Auf dem Weg durch Menckestraße, Poetenweg und Schillerweg erzählte Stadtteilkonservatorin A. Merrem kenntnisreich von Baudenkmalen. Wichtige Station war der frühere Dorfanger in der Menckestraße. Der frühere Vereinsvorsitzende G. Klenk berichtete, wie sich engagierte Gohliser 1992 dort zusammenfanden, um die denkmalgerechte Sanierung verfallener Wohnhäuser zu erreichen.

Der Zuspruch und die vielen Gespräche beim Gehen ermutigen uns, auch im Mai 2020 zu einem solchen Nachbarschaftsspaziergang einzuladen.

Garten-Flohmarkt in Gohlis-Süd

von Ursula Hein

Mit dem Mai beginnt auch die Zeit für Flohmärkte, oft eine Fundgrube für Raritätensammler, aber häufig dominieren kommerzielle Anbieter. Daneben gibt es Garagenflohmärkte, in denen oft nur das Gerümpel der Nachbarn entsorgt werden soll. Jetzt wurde in Gohlis-Süd eine neue Variante aus der Taufe gehoben, der Gartenflohmarkt. In der Marbachstraße haben sich unter Leitung der Denkmalpflegerin Annkathrin Merrem die Bewohner des Hauses Nr. 6 zusammengefunden und für die Nachbarschaft im Garten hinter dem schönen Gründerzeithaus einen ausnehmend hübschen Flohmarkt arrangiert. Was es hier zu sehen gibt: Spielzeug und Kleidung für Kinder ab dem Babyalter, Bücher, Schallplatten für Groß und Klein. Porzellan und Keramik, Glas und Schmuck, auch eine Fahne mit der DDR-Emblem ist auszumachen. Bei schönem Sonnenschein finden sich Gohliser mit Kind und Kegel hier zusammen, um auch bei einer Tasse Kaffee und Kuchen zu plauschen, zu kaufen und zu verkaufen. Und was noch wichtiger ist, sich zum nächsten Gartenflohmarkt noch in diesem Sommer und wieder in Gohlis zu verabreden.

Leserbrief: Das Gohliser Abfallentsorgungsproblem

von Peter Staude

Seit Sommer 2018 häufen sich bis heute die Fälle der Verweigerung der Abfallentsorgung durch den Eigenbetrieb der Stadt. Das betrifft vor allem die Anwohner in der Siedlung am Eutritzscher Park in Gohlis, aber unterdessen auch andere Stadtteile mit engen Straßen. Das Abfallentsorgungsproblem für Rest- und Bioabfall, aber auch für Gelbe und Blaue Tonne ist zu einem gesamtstädtischen Problem geworden, unter dem zuerst die Anwohner leiden. Sie nämlich bleiben auf Ihrem Müll sitzen, der im günstigsten Fall in zwei Wochen oder im ungünstigsten Fall erst in vier Wochen, möglicherweise noch später entsorgt werden kann. Ein absolut untragbarer Zustand!

Seit nunmehr 50 Jahren bin ich Anwohner in der Siedlung und war noch nie mit einem derartigen bürokratischen Problem sowie einer sturen und permanenten Verweigerungshaltung der Stadtverwaltung konfrontiert. Jeder Betroffene fragt sich, was ist eigentlich bei der Stadt passiert, dass es dazu überhaupt kam? Die äußerst spärlichen und zum Teil völlig ausbleibenden Informationen der Stadt verweisen lediglich auf eine neue deutlich größere Mindestdurchfahrtsbreite von 3,55 m für die 3-achsigen größeren Müllfahrzeuge, die es bisher so nicht gab. Sobald nur irgendein PKW in einer Siedlungsstraße parkt oder hält, ist die Mindestdurchfahrtsbreite nicht mehr ausreichend und die Entsorgung des Mülls wird verweigert. Die einfachste und bequemste Lösung seitens der Stadt! Außer einer sogenannten schriftlichen Anhörung der Stadtreinigung zu geplanten Sammelbereitstellungsplätzen vom Sept. 2018 gab es keinerlei weitere Kommunikation. Es hagelte darauf unzählige Beschwerden und Proteste – die sinnlose Aktion wurde daraufhin abgeblasen. Alle Vorschläge der Anwohner wurden bisher ignoriert bzw. zurückgewiesen. Auf eine wirkliche Einbeziehung der Anwohner in die Findung einer gemeinsamen Lösung werden wohl alle Betroffenen noch lange warten müssen und auf ihrem Müll sitzen bleiben!

Engpässe der Abfallentsorgung in Gohlis nur Symptom stadtweiter Verkehrsprobleme

von Tino Bucksch

Ausgehend von Engpässen in der Abfallentsorgung durch die Leipziger Stadtreinigung in der Gohliser Siedlung am Bretschneider-Park (Eduard-von-Hartmann-Straße, Steffenstraße, Hegelstraße, Schopenhauerstraße und Nietzschestraße) vor fast zwölf Monaten erwartet der Bürgerverein Gohlis endlich ein Ende des Stillstandes in der Kommunikationspolitik und Lösungssuche seitens der Stadt Leipzig und der Stadtreinigung.
Dazu Tino Bucksch, Vorsitzender des Bürgervereins Gohlis: „Im April beschloss die Ratsversammlung einen Prüfantrag für eine Ausnahmegenehmigung der Beschilderung im Rahmen der StVO gegenüber der entsprechenden Landesbehörde. Damit wird in unseren Augen das Thema an die nächste Ebene abgeschoben und eine Lösung rückt in weite Ferne.

Maßnahmen und Vorschläge, die die Stadtverwaltung selbst ergreifen kann, sind scheinbar gar nicht in Betracht gezogen worden. Dabei gab es sowohl von Seiten der betroffenen Bürgerinnen und Bürger als auch vom Stadtbezirksbeirat Nord infolge einer öffentlichen Sitzung genügend Vorschläge, das Problem zu entschärfen.“

Der Bürgerverein Gohlis erwartet, dass Stadtverwaltung und Stadtreinigung nicht erst bis zum dritten Quartal 2019 warten, sondern zeitnah in die Offensive bei der Lösungssuche gehen und dabei das direkte Gespräch mit den Gohlisern und Gohliserinnen suchen.
„Was aus Vorschlägen wie einer Abmarkierung von Parkmöglichkeiten, der Prüfung der rechtlichen Verbindlichkeit von Vorgaben der Wagenbreite durch die Berufsgenossenschaft sowie der Aufstellung von Hinweisschildern durch die Stadt außerhalb der Vorgaben der StVO geworden ist, bleibt ein Rätsel. Gerade in der Frage der Kommunikation sehen wir noch großen Nachholbedarf.“ so Bucksch abschließend.

Gesprächs-Café – Zeitzeugen über 30 Jahre Friedliche Revolution

Das nächste Gesprächs-Café des Bürgervereins Gohlis findet am Mittwoch, dem 4. September, um 17 Uhr im Budde-Haus statt. Bisher hatten wir uns in diesem Rahmen vor allem über das Alltagsleben früher in Gohlis ausgetauscht, über Ladengeschichten, Schulerfahrungen und ähnliche Dinge. Nun möchten wir anlässlich des runden Jahrestages der Friedlichen Revolution auch politische Akzente setzen.

Wir haben das Gesprächs-Café deshalb unter das Motto gestellt „Zeitzeugen erzählen über ihr 1989 in Leipzig-Gohlis“. Was haben sie damals erhofft und angestrebt? Und was ist in den folgenden 30 Jahren daraus geworden? Unsere Gesprächspartner sind diese drei Gohliser:

Gotthard Weidel, Pfarrer i. R. der Friedenskirchgemeinde. Sie war am 9. Oktober 1989 für das Friedensgebet in der Nikolaikirche verantwortlich.

Reinhard Bernhof, Schriftsteller und Dichter. Er gehörte im September 1989 in Leipzig zu den Mitbegründern des Neuen Forums.

Gerd Klenk, Diplomingenieur für Elektrotechnik, 1992 Mitbegründer und später von 1998-2014 Vorsitzender des Bürgervereins Gohlis e. V.

Sie sind herzlich zum Gesprächs-Café eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Unbenannte Plätze in Gohlis – vierter Teil

von Ursula Hein und Wolfgang Leyn

Es gibt mehrere Plätze in Gohlis, die eigentlich einen Namen verdient hätten. Nach dem (vergessenen) Schillerhain folgt ein kleiner grüner Platz an der Grenze von Gohlis-Mitte zu Gohlis-Nord. Begrenzt wird er von Virchowstraße, Viertelsweg und Wilhelm-Plesse-Straße. Die den Platz umgebenden Wohnhäuser aus den 1930er-Jahren sprechen für den Namen „Fritz-Riemann-Platz“ (wohlgemerkt mit dem Vornamen, sonst käme es zu Verwechslungen mit der Riemannstraße in der Südvorstadt, die nach dem Musikwissenschaftler und Lexikographen Hugo Riemann benannt ist).

Wer war Fritz Riemann?
Eigentlich sollte man diese Frage in Leipzig nicht stellen müssen, denn er war hier in den 20er- und 30er-Jahren der bedeutendste private Architekt und Städteplaner. 1881 im thüringischen Schlotheim geboren, studierte Riemann an der TU Darmstadt und kam 1908 nach Leipzig, wo er 1911-17 im Architekturbüro von Georg Lubowski arbeitete. Neben Häusern für private Auftraggeber plante Fritz Riemann dort für die Eisenbahnersiedlung in Lindenthal. Ab 1919 war er selbständiger Architekt.

Von 1921 an ging es dann mit Aufträgen Schlag auf Schlag: die Wohnanlage in der Blochmannstraße (ebenfalls für die Eisenbahner-Baugenossenschaft in Lindenthal), ab 1922 mehrere Wohnanlagen im Auftrag der neu gegründeten Baugenossenschaft für die Reichsfinanzbeamten, der heutigen Vereinigten Wohngenossenschaft e.G. (VLW) in Gohlis, Eutritzsch, Connewitz und Leutzsch mit insgesamt rund 2.000 Wohnungen. Dazu gehören die Wohnhäuser in der Coppistraße 23-31 und die Häuser entlang der Gottschallstraße sowie in der Kroker-, Ecke Renkwitzstraße, der wohl eindrucksvollste Genossenschaftsbau in Leipzig und darüber hinaus. Daneben entwarf Fritz Riemann auch etwa 500 Wohnungen und Einfamilienhäuser für andere Auftraggeber, darunter die Blöcke zwischen Rückert- und Wilhelm-Sammet-Straße. Nach 1945 sind keine Bauvorhaben von Riemann mehr bekannt. Er starb 1955 in Leipzig und wurde auf dem Südfriedhof bestattet, wo noch heute sein Grab zu finden ist.

Weshalb dieser Platz?
Warum soll es gerade dieser kleine Platz am Viertelsweg sein? Wie gesagt, an drei Seiten ist er von Gebäuden eingefasst, die Fritz Riemann entworfen hat, von den inzwischen privatisierten Genossenschaftsbauten des „Gohlis-Carrés“ entlang der Wilhelm-Plesse-Straße sowie weiteren Bauten für die VLW aus den 1930er-Jahren. Für die Benennung dieses grünen Fleckchens in Gohlis als Fritz-Riemann-Platz spricht außerdem, dass der Architekt eben dort den städtischen Bebauungsplan erheblich korrigiert hat, der ursprünglich eine andere Einmündung der Wilhelm-Plesse-Straße (damals Gravelottestraße) vorsah. Mit anderen Worten, der Platz, so wie wir ihn heute kennen, wurde von Fritz Riemann geplant.