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OL 8. Menschen in Gohlis

Adolf Bleichert

von Matthias Judt

Adolf Bleichert (voller Name: Hermann Adolf Bleichert) (1845 *Buch b. Bitterfeld (1) – +1901 Davos/Schweiz)

Der Unternehmer Adolf Bleichert wurde am 31. Mai 1845 in Buch bei Bitterfeld als Sohn eines in Wittenberg und in Gohlis (bei Leipzig) tätigen Mühlenpächters geboren. Er wuchs in Gohlis auf. Nach dem Studium am Königlichen Gewerbeinstitut in Berlin, einem der Vorläufer der heutigen Technischen Universität Berlin, trat er 1870 in die Martinsche Maschinenfabrik in Bitterfeld ein. 1872 wechselte er zur Halle-Leipziger Maschinenfabrik und Eisengießerei AG in Schkeuditz. Im gleichen Jahr baute er seine erste Drahtseilförderbahn. (2)

Am 1. Juli 1874 gründete er mit seinem Studienfreund Theodor Otto im Zentrum Leipzigs ein kleines Ingenieurbüro für Drahtseilbahnen, dessen erster technischer Erfolg der Bau einer Materialseilbahn in Teutschenthal war. Bereits am 23. August 1876 trennten sich ihre Wege. Bleichert führte das Unternehmen als „Adolf Bleichert. Technisches Büro. Fabrik für Drahtseilbahnen“ zunächst allein weiter. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1877 trat dann jedoch sein Schwager, der Kaufmann Peter Heinrich Piel, in das Unternehmen ein. Es entstand die Adolf Bleichert & Co., Fabrik für Drahtseilbahnen in Neuschönefeld, das Technische Büro wurde weiter im Leipziger Zentrum betrieben. (3)

Vier Jahre später (1881) verlagerten Bleichert und Piel ihr Unternehmen nach Gohlis und beschäftigten dort 20 Angestellte sgn „Beamte“ und 70 Arbeiter. Das Unternehmen firmierte als „Adolf Bleichert & Co oHG Gohlis“. (4) Nach Piels Tod am 30. Juli 1887 übernahmen dessen Frau Anna, eine Schwester Bleicherts, und ihre gemeinsamen Kinder die Anteile, wurden jedoch bereits im darauffolgenden Jahr von Adolf Bleichert ausbezahlt. (5)

Adolf Bleichert starb, erst 56jährig, am 29. Juli 1901 während eines Kuraufenthaltes in Davos. Er wurde auf dem Friedhof Leipzig-Gohlis beigesetzt. (6), wo das Grab vom BV Gohlis gepflegt wird.

(1) vgl. Herbert Pönicke, „Bleichert, Adolf“ (im Folgenden „Pönicke 1955“), in: Neue Deutsche Biographie, Band 2. Behaim – Bürkel, Berlin (West) 1955 (Nachdruck 1971), S. 298-299 (Onlineversion: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11620141X.html#ndbcontent). In anderen Quellen wird Dessau als Geburtsort Bleicherts angegeben (vgl. http://www.vonbleichert.eu/bleichert/; https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Bleichert; http://www.bergbahngeschichte.de/bleichert.htm.
(2) vgl. http://www.bergbahngeschichte.de/bleichert.htm; https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Bleichert; Pönicke 1955.
(3) vgl. „Adolf Bleichert & Co“, in http://www.vonbleichert.eu/bleichert/ (aufgerufen am 29. Juni 2017); Manfred Hötzel, Adolf Bleichert & Co. Leipzig-Gohlis. Kleine Beiträge zu einer großen Geschichte (=Gohlis Forum, Sonderausgabe, Dezember 2010), Leipzig 2010 (abzurufen unter www.buergerverein-gohlis.de/media/…/Sonderausgabe-Bleichertausstellung.pdf, im Folgenden „Hötzel 2010“), S. 8.
(4) vgl. http://www.leipzig-gohlis.de/tourismus/bleichert.html; André Winternitz, „Drahtseilbahnfabrik Adolf Bliechert“ (im Folgenden „Winternitz 2012“), in: http://www.rottenplaces.de/main/drahtseilbahnwerk-adolf-bleichert-3370/.
(5) vgl. Manfred Hötzel, „Die Firma Adolf Bleichert & Co. Leipzig-Gohlis und die Nachfolgebetriebe SAG Bleichert und VEB Verlade- und Transportanlagen Leipzig (VTA)/Verlade- und Transportanlagen GmbH“ (im Folgenden „Hötzel 2017a“), in Bürgerverein Gohlis (Hg.) 700 Jahre Gohlis. 1317 – 2017. Ein Gohliser Geschichtsbuch, Markleeberg 2017 (im Folgenden „Bürgerverein 2017“), S. 159-164, hier S. 160; Hötzel 2010, S. 9 und 16, „Adolf Bleichert & Co“, in http://www.vonbleichert.eu/bleichert/ (aufgerufen am 29. Juni 2017).

Johann Gottlieb Böhme

von Matthias Judt

Johann Gottlieb Böhme (*1717 Wurzen – +1780 Gohlis bei Leipzig)

Der Historiker Böhme wurde am 20. März 1717 in Wurzen geboren. Er studierte von 1736 bis 1747 an der Universität Leipzig und schloss sein Studium mit der Promotion ab. Vier Jahre später wurde er von der gleichen Universität zum außerordentlichen und 1758 zum ordentlichen Professor für Geschichte an der Philosophischen Fakultät der Leipziger Universität berufen. Zudem lehrte er Staatsrecht an der dortigen Juristenfakultät. In den Jahren 1760, 1764, 1768 und 1772 leitete er Rektor die Universität. (1)

Im Jahr 1766 wurde Böhme zum kurfürstlich-sächsischen Hofrat und Hofhistoriographen ernannt. (2)

Im Jahr 1771 heiratete Böhme die Witwe des Leipziger Ratsbaumeisters Johann Casper Richter (1708 – 1770) Christiana Regina und kam auf diese Weise in den Besitz des Gohliser Schlösschens. Im Jahr darauf erwarb er aus dem Nachlass des Leipziger Professors Lüder Mencke das Rittergut Gohlis und wurde damit Erb-, Lehn- und Gerichtsherr des Dorfes Gohlis. Böhme starb am 20, Juni 1780 in Gohlis. (3)
Noch heute ist nach ihm eine Straße in Gohlis benannt, die ihren Namen 1875 erhielt. (4)

(1) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottlob_Böhme.
(2) vgl. https://www.leipzig-lexikon.de/biogramm/Boehme_Johann_Gottlob.htm.
(3) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottlob_Böhme.
(4) vgl. https://www.leipzig-lexikon.de/biogramm/Boehme_Johann_Gottlob.htm.

M. Alf Brumme

von Matthias Judt

M. Alf Brumme (voller Name Max Alfred Brumme) (1891 Leipzig – 1967 Braunschweig)

Der Maler und Bildhauer Brumme wurde am 19. Februar 1891 als Sohn eines Buchbinders in Leipzig geboren. Nach seiner künstlerischen Ausbildung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Dresden und Leipzig absolvierte Brumme nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zunächst eine Lehramtsprüfung im Bereich Zeichnen. Danach war er als Lehrer an der Leipziger Kunstgewerbeschule tätig. (1)

Seit 1927 war Brumme freischaffend tätig. Schon wenige Jahre später schuf er eines seiner Hauptwerke – die künstlerische Ausgestaltung der Versöhnungskirche am Viertelsweg in Gohlis, u. a. mit einer vier Meter hohen Christusstatue, einem Altarkruzifix in der Feierkirche und Entwürfen für das Liturgische Gerät. (2) Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schuf er das den Krieg anklagende Triptychon in der Feierkirche „Passion 1945“, zu dem er am 1. Mai 1950 eine Erläuterung lieferte. (3)

In der Zeit des Nationalsozialismus hatte Brumme auch propagandistische Monu-mentalplastiken entworfen und Porträtbüsten von Adolf Hitler geschaffen. So reichte er im Jahre 1935 im Zuge eines Wettbewerbs den – nicht ausgeführten – Entwurf eines Kriegerdenkmals für die Leipziger Peterskirchgemeinde ein, dessen Inschrift lauten sollte: „Heiliger Kampf um deutsches Land, Heiliges Schwert in Kriegers Hand, Heiliges Blut, dem Sieg geweiht, Dank Euch in Ewigkeit!“. Umgesetzt wurde ein Gefallenendenkmal am Portal der Kirche. (4) Zwischen 1937 und 1944 nahm er zudem an allen „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ mit zahlreichen Monu-mentalbronzen teil. (5)

Bereits 1962 erwarb der Künstler an der Ostwand des Friedhofs Leipzig-Gohlis eine Grabstätte, die er mit einem selbst entworfenen Pietà-Relief aus der Hand seines Schülers Hans Joachim Förster ausstatten ließ. Zwar reiste Brumme 1965 nach dem Tod seiner Frau im Rahmen der Familienzusammenführung zu seinem Sohn nach Braunschweig in die Bundesrepublik aus. Nach seinem eigenen Tod am 10. Juni 1967 in Braunschweig wurde seine Asche auf dem Friedhof am Viertelsweg in Gohlis bestattet. (6)

(1) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Alfred_Brumme.
(2) vgl. http://versoehnungs-gemeinde.de/fv/http_docs/Brumme.htm.
(3) vgl. Alf Brumme, Zu meinem Triptychon ‚Passion 1945’“, in: http://versoehnungs-gemeinde.de/fv/http_docs/Text_Triptichon.htm.
(4) vgl. Sebastian Kranich: Das Kriegerehrenmal vor der Peterskirche Leipzig – ein Problem. In: Herbergen der Christenheit, Bd. 28/29 (2004/2005), Leipzig 2006, S. 281–288, darauf verwiesen in https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Alfred_Brumme.
(5) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Alfred_Brumme.
(6) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Alfred_Brumme.

Alfons David

von Matthias Judt

Alfons David 1866 Speyer – 1954 Pasadena (USA)

Der spätere Reichsgerichtsrat Alfons David wurde am 13. Juni 1866 in Speyer/Pfalz geboren. Nach Ablegen der beiden Staatsprüfungen 1888 bzw. 1892 wurde er zunächst Hilfsrichter in Köln, Elberfeld, Trier und Düsseldorf, eher er 1901 zum Amtsrichter beim Amtsgericht Opladen berufen wurde. Fünf Jahre später stieg er als Landrichter am Landgericht Köln die Karriereleiter weiter hinauf und wurde dort im Jahr darauf (1907) zum Landgerichtsrat berufen. Zwei Jahre später wurde er Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf. (1)

Mit Wirkung vom 1. Februar 1918 wurde er zum Reichsgerichtsrat nach Leipzig berufen und elf Jahre später sogar Senatspräsident. David war Vorsitzender des neu geschaffenen VIII. Zivilsenats und Präsident eines der Senate des Ehren-
gerichtshofes der Rechtsanwälte. (2)

1920 kaufte David die ehemalige Röder-Villa im Schillerweg 15. Gut 18 Jahre später verkaufte er sie an seinen Mieter, den Elektrochemiker Max Le Blanc, in einem augenscheinlichen Strohmanngeschäft. Die Villa sollte David „in besseren Zeiten“ zurückgegeben werden, wurde aber im Dezember 1943 bei einem der Luftangriffe auf Leipzig komplett zerstört. (3)

Kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde David im März 1933 durch den Reichsgerichtspräsidenten Erwin Brumke (1874 – 1945) zunächst beurlaubt und zum 1. August des gleichen Jahres in den Ruhestand versetzt. (4) David hatte es nichts genutzt, dass er in einem Brief an Adolf Hitler seine nationale Gesinnung beteuert und um die Gelegenheit gebeten hatte, „auch dem neuen Reiche seine Treue bezeugen zu dürfen.“ (5)

Im Januar 1939 emigrierte David zunächst nach Luxemburg und von dort zwei Monate später in die USA. (6)

Alfons David starb am 11. Juni 1954 im kalifornischen Pasadena. (7)

(1) Alfons David, in https://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_David, aufgerufen am 26. Februar 2018.
(2) Alfons David, in http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/2239672, aufgerufen am 26. Februar 2018.
(3) vgl. Elisabeth Guhr, „David, Alfons“, in Bürgerverein Gohlis (Hg.) 700 Jahre Gohlis. 1317 – 2017. Ein Gohliser Geschichtsbuch, Markleeberg 2017, S. 317.
(4) Alfons David, in http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/2239672, aufgerufen am 26. Februar 2018.
(5) Zusammengestellt und zitiert nach Gerhard Paul, Die Rechtsprechung des Reichsgerichts in Strafsachen zwischen 1933 und 1945 und ihre Fortwirkung in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, Berlin/New York, 1992, S. 13, dort nach Friedrich Karl Kaul, Geschichte des Reichsgerichts. Band IV (1933 – 1945), Berlin (Ost) 1971 (im Folgenden „Kaul 1971“), S. 54.
(6) vgl. Kaul 1971, S.53f.
(7) Alfons David, in https://de.wikipedia.org/wiki/Alfons_David, aufgerufen am 26. Februar 2018.

Peter Gläser

von Matthias Judt

Peter „Cäsar“ Gläser 1949 Leipzig – 2008 Leipzig

Der Musiker Gläser wurde am 7. Januar 1949 in Leipzig geboren. (1) Als Kind erhielt er Musikunterricht an verschiedenen Instrumenten. Ab 1965 erlernte er autodidaktisch das Gitarrenspiel. 1966 konnte er Klaus Jentzsch (1942 – 2006, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Klaus Renft) von seinen musikalischen Fähigkeiten überzeugen und trat mit diesem zusammen als Barmusiker auf. Im Jahr darauf nahm Renft Gläser als Gitaristen in seine „Klaus Renft Combo“ (später als „Renft“ bekannt) auf, in der – nach Ableisten seiner Wehrpflicht bei der NVA ab 1969 bis zum Verbot der Band im Jahre 1975 spielte. Sie wurde einer der führenden Rockbands der DDR, und Titel wie „Wer die Rose ehrt“ und „Zwischen Liebe und Zorn“, die Gläser komponierte, wurden Hits. (2)

Nach dem Verbot von „Renft“, wie die Combo kurz seit 1974 hieß, gründete Gläser gemeinsam mit dem Renft-Schlagzeuger Jochen Hohl (geb. 1944) die ebenso erfolgreiche Rockband „Karussell“, die mehrere erfolgreiche Produktionen aus der Feder Gläsers einspielte. „Die häufig wechselnde Bandbesetzung sowie der Zwang, sich ständig mit den DDR-Behörden arrangieren zu müssen und dennoch an den Traditionen von Renft festhalten zu wollen, machten Gläser, der das Profil der Band maßgeblich geprägt hatte, „müde“, so dass er 1983 schließlich frustriert die Band verließ.“ (3)

Im gleichen Jahr gründete Gläser „Cäsers Rockband“. Mit unterschiedlichen Bandzusammensetzungen versuchte Gläser, an frühere Erfolge mit Renft und Karussell anzuknüpfen. Mit seinen Liedtexten geriet er jedoch erneut in Konflikt mit DDR-Kulturfunktionären. Als Gläser 1985 nach einem Konzert bei der NVA in das Gästebuch des Regiments schrieb, dass man besser ohne Armee auskomme, kam es zum Eklat. Man warf ihm seine pazifistische Haltung vor und sagte deshalb eine geplante Plattenaufnahme und die Konzerte der Band ab. Daraufhin löste er seine Band auf, stellte einen Ausreiseantrag und zog sich zeitweilig aus dem Musikgeschäft zurück. Ab 1987 trat er jedoch wieder auf, unter anderem mit seinen beiden Söhnen. Nach erneuten Auseinandersetzungen mit den DDR-Behörden wurde Gläser schließlich Ostern 1989 nach Berlin-West ausgewiesen. Dort verdingte er sich zunächst als Taxifahrer. (4) Bis zu seiner Ausreise hatte er seit 1981 in der Lindenthaler Straße gewohnt. (5)

Nach dem politischen Umbruch in der DDR versuchte er ab 1991 mit verschiedenen Bands und mit unterschiedlichen Erfolg ein Comeback. 2007 offenbarte er in seiner Autobiografie (6) zum wiederholten Male, von 1967 bis 1989 als „inoffizieller Mitarbeiter“ des MfS tätig geworden zu sein. (7)
Im Juli 2007 musste Gläser ein Konzert abbrechen (seine Band spielte weiter). Wenige Monate später wurde im Dezember bei ihm Krebs diagnostiziert. Er erlag der Krankheit am 23. Oktober 2008 in einer Leipziger Klinik. (8)

(1) vgl. https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3b-1424.html?ID=1003, gedruckt: Rainer Bratfisch, „Gläser, Peter ‚Cäsar’“ (im Folgenden „Bratfisch 2010“), in: Helmut Müller-Enbergs et al. (Hg.), Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biografien (im Folgenden „Müller-Enbergs 2010“). 5., aktualisierte und erweiterte Neuausgabe, Berlin 2010, S. 395f, hier S. 395. (2) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gläser; https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Renft_Combo.
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gläser.
(4) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gläser.
(5) vgl. Annekathrin Merrem, „Gläser, Cäsar Peter. 1949 – 2008“, in Bürgerverein Gohlis 2017, S. 330.
(6) vgl. Peter Gläser, Gerhard Pötzsch: Wer die Rose ehrt. Die Autobiografie, Leipzig 2007.
(7) siehe Bild vom 11. März 2007.
(8) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Gläser; Bratfisch 2010, S. 395.

Hans Kroch

von Matthias Judt

Hans Kroch (voller Name Hans Meyer Zvi Kroch) 1887 Leipzig – 1970 Tel Aviv (Israel)

Der Bankier und Investor Kroch wurde am 3. Juni 1887 als Deutscher jüdischen Glaubens in Leipzig geboren. Er war seit 1922 Bankier in der 1877 von seinem Vater Martin Samuel Kroch (geb. 20. November 1853, gest. 25. Oktober 1926) im Jahre 1877 gegründeten Privatbank Kroch jr. KGaA und wurde später deren persönlich haftender Gesellschafter. Das Bankhaus befand sich am Augustusplatz im Leipziger Zentrum im ersten, in Leipzig errichteten Hochhaus („Krochhaus“). (1)

1923 gehörte Kroch zu den Gründern der Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG, in deren Aufsichtsrat er lange Sitz und Stimme hatte. Er war zudem Hauptaktionär der „Aktiengesellschaft für Haus- und Grundbesitz“, die 1929/30 die Siedlung Neu-Gohlis (heute bekannt als Krochsiedlung) errichtete. (2)

Kroch gehörte neben weiteren Mitgliedern seiner weiteren Familie zu den Gründern und Förderern der orthodoxen Brodyer-Synagoge in der Keilstraße, der einzigen, in Sachsen heute noch existierenden Synagoge.(3)

Unmittelbar nach der Pogromnacht wurde Hans Kroch von den Nationalsozialisten am 10. November 1938 gemeinsam mit seinem Bruder Kurt (Curt) Isaac Kroch (geb. 30. März 1884 in Leipzig, gest. 1960) verhaftet. Sie wurden in die Konzentrationslager Sachsenhausen bzw. Buchenwald verbracht und erst wieder entlassen, als Hans Kroch für sich und seine gesamte Familie eine Verzichtserklärung auf das Gesellschaftsvermögen des Bankhauses Kroch und all ihre Beteiligungen abgegeben hatte. (4) Darunter gehörte nicht zuletzt das Stadttheater in Leipzig, für das die Leipzig 2006 an Krochs Enkel Hillel Tscharni eine Entschädigung zahlte. (5)

Nach seiner Haftentlassung floh Kroch gemeinsam mit seinen Kindern zunächst nach Amsterdam. Dorthin sollte ihnen auch seine Ehefrau Ella Kroch, geb. Baruch (geb. 16. Juli 1896 in Karlruhe, ermordet am 12. Mai 1942 im KZ Ravensbrück (6)) folgen. Sie war jedoch bei ihrem eigenen Fluchtversuch im Februar 1940 an der deutsch-niederländischen Grenze festgenommen und drei Monate später ins Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück gebracht und zwei Jahre später umgebracht worden. (7)

Hans Kroch emigrierte zunächst nach Argentinien und wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel aus. Dort errichtete er in Jerusalem eine Hotelanlage. Hans Kroch starb am 7. Februar 1970 in Jerusalem. (8)

(1) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kroch.
(2) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kroch.
(3) vgl. Elisabeth Guhr, „Kroch, Meyer Hans“ (im Folgenden „Guhr, Kroch 2017“), in Bürgerverein Gohlis 2017, S. 322f, hier S. 322; Barbara Kowalzik, Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs. 1900 – 1933, Leipzig 1999, S. 29f.
(4) vgl. https://www.geni.com/people/Hans-Kroch/6000000002215913862; Guhr, Kroch 2017, S. zz. Näheres zur „Arisierung“ des Bankhauses Kroch jr. siehe Ingo Köhler, Die „Arisierung“ der Privatbanken im Dritten Reich. Verdrängung, Ausschaltung und die Frage der Wiedergutmachung (=Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte. Band 14), 2. Auflage, Münchden 2008, S. 380f.
(5) vgl. http://www.n-tv.de/politik/dossier/Israel-erstattet-nicht-article337496.html.
(6) Guhr gibt als Sterbeort die Tötungsanstalt in Bernburg an (vgl. Guhr, Kroch 2017, S. 323).
(7) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kroch; Guhr, Kroch 2017, S. 323.
(8) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kroch; Guhr, Kroch 2017, S. 323.

Christian „Kuno“ Kunert

von Matthias Judt

Christian „Kuno“ Kunert 1952 Leipzig

Der Musiker Kunert wurde am 20. Mai 1952 in Gohlis geboren. Von 1961 bis 1965 war er Mitglied des Thomanerchores und gründete 1964 seine erste Schülerband. Nach dem Abitur an der Thomasschule und einer gleichzeitig abgeschlossenen Ausbildung zum Betriebsschlosser nahm er ein Musikstudium auf. 1971 stieg er als Keyboarder in die „Klaus Renft Combo“ ein. Er blieb bis deren Verbot im Jahre 1975 Mitglied der Band.

Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann 1976 beteiligte sich Kunert an Protesten dagegen. Das führte schließlich dazu, dass er zur Ausreise aus der DDR gezwungen wurde, die er am 26. August 1977 verließ.

In West-Berlin arbeitete Kunert als Komponist für Filmmusiken (auch fürs Fernsehen) und war 1988/89 musikalischer Leiter des West-Berliner Kabaretts „Die Stachelschweine“. Nach 1990 trat er gehäuft mit Konzerten, gerade auch wieder im Osten Deutschlands, auf. Seit 1993 lebte er im Oberharz und stieg 1998 erneut in die wieder bestehende Klaus Renft Combo ein, der er bis 2005 angehörte. 2006 verlor er indes sein Gehör. (1)

(1) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Kunert; „Christian Kunert“, hrsg. v. Bundeszentrale für politische Bildung und Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., letzte Änderung November 2016, www.jugendopposition.de/145514. Siehe auch: http://www.kuno-kunert.de/main.html.

Max Le Blanc

von Matthias Judt

Max Le Blanc (voller Name Max Julius Louis Le Blanc) 1865 Barten (heute Barciarny/Polen) – 1943 Leipzig

Der Chemiker Le Blanc wurde am 26. Mai 1865 in Barten (damals Ostpreußen) als Sohn eines Baurats geboren. Von 1883 bis 1886 studierte er Chemie an den Universitäten in Tübingen, München und Berlin. Nach der Promotion (1888) in Berlin wandte er sich der Elektrochemie zu. In Leipzig befasste er sich ab 1890 „mit der Frage nach der Zersetzungsspannung von Elektrolytlösungen und wies experimentell nach, dass für jedes Ion eine charakteristische Abscheidungsspannung existiert. In diesem Zeitraum erschienen allein sieben Arbeiten in der Zeitschrift für physikalische Chemie.“ Sein 1895 erschienenes Lehrbuch zur Elektrochemie sollte allein 17 Auflagen erleben. Lebenslang engagierte er sich in der Deutschen Bunsen-Gesellschaft, deren Vorsitzender er in den Jahren 1911 bis 1914 war. (1)

Nach seiner Habilitation 1891 in Leipzig hielt er 1895/96 als außerordentlicher Professor an der Leipziger Universität Vorlesungen, wechselte dann jedoch zu den Farbwerken Hoechst nach Frankfurt/Main, deren elektrochemische Abteilung er mit aufbaute. (2)

Im Oktober 1900 folgte Le Blanc dem Ruf auf den Lehrstuhl für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Technischen Hochschule Karlsruhe. 1903 entstand hier das erste Institut für Elektrochemie an einer deutschen Hochschule. 1926 ernannte die Hochschule Le Blanc zum Ehrendoktor. (3)

1906 kehrte Le Blanc als Direktor des Instituts für Physikalische Chemie an die Universität Leipzig zurück. Er behielt dieses Amt bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1933. Im akademischen Jahr 1925/26 war er zudem Rektor der Universität Leipzig. (4)

Am 11. November 1933 gehörte Le Blanc zu den Mitunterzeichnern des „Bekenntnisses der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“, das an diesem Tag als „Gelöbnis deutscher Gelehrter“ in der Alberthalle in Leipzig vorgetragen wurde. Initiiert vom Nationalsozialistischen Lehrerbund Sachsen wurde das „Bekenntnis“ unter dem Titel „Mit Adolf Hitler für des deutschen Volkes Ehre, Freiheit und Recht!“ publiziert, die damit ein „Bekenntnis freier und politisch nicht gebundener deutscher Gelehrter“, einen „Ruf an die Gebildeten der Welt“ veröffentlichen wollten. (5)

Das öffentlich vorgetragene Gelöbnis hinderte Le Blanc indes nicht, sich 1938 als Strohmann beim Kauf des ursprünglich von Alfons David (1866 – 1954), Senatspräsident am Reichsgericht Leipzig, zu fungieren. David war bereits 1933 als Deutscher jüdischen Glaubens aus Deutschland geflohen und lebte 1938 In Paris, ehe er im Jahr darauf in die USA emigrierte. David verkaufte seine am Schillerweg 15 in Gohlis gelegene Villa 1938 an seinen Mieter Le Blanc, der sie „in besseren Zeiten“ wieder zurückgegeben wollte. (6)

Le Blanc verstarb am 31. Juli 1943 in Leipzig und erlebte deshalb nicht mehr die Zerstörung der Villa beim Luftangriff auf Leipzig im Dezember 1943. (7)

(1) wiedergegeben und zitiert nach Ulf Messow, „Le Blanc, Max Julius Louis, in:
Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V., bearb. von Martina Schattkowsky, 4. April 2014 (im Folgenden „Messow 2014“). Online: http://saebi.isgv.de/biografie/Max_Le_Blanc_(1865-1943), aufgerufen am 29. Dezember 2017.
(2) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Le_Blanc, aufgerufen am 29. Dezember 2017.
(3) vgl. Messow 2014.
(4) vgl. Messow 2014; https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Le_Blanc, aufgerufen am 29. Dezember 2017.
(5) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnis_der_deutschen_Professoren_zu_Adolf_Hitler, aufgerufen am 29. Dezember 2017. Le Blancs Name findet sich dort unter dem Buchstaben „B“.
(6) vgl. Elisabeth Guhr, „David, Alfons“, in Bürgerverein Gohlis 2017, S. 317.
(7) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Le_Blanc, aufgerufen am 29. Dezember 2017; Elisabeth

Kurt Lisso

von Matthias Judt

Kurt Lisso (voller Name Ernst Kurt Lisso) 1892 Großbadegast – 1945 Leipzig

Der spätere Stadtkämmerer und stellvertretende Bürgermeister der Stadt Leipzig wurde am 7. März 1892 in Großbadegast geboren. Er studierte bis 1914 Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig, promovierte 1922 mit einer Arbeit zur Entwicklung des Jugendstrafrechts in Deutschland und arbeitete bereits seit dem Ende des Ersten Weltkrieges als selbständiger Rechtsanwalt in Leipzig. (1)

Im Dezember 1933 wurde er zum hauptamtlichen Stadtrat und Leiter des Personalamtes der Stadt Leipzig, 1940 dann zum Stadtkämmerer und stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Leipzig berufen. Innerhalb der Stadtverwaltung war Lisso einer der Hauptakteure antisemitischer Politik und profitierte selbst davon: 1942 wurde die Stadt Eigentümerin des zuvor zum „Judenhaus“ erklärten Wohnhauses des jüdischen Kaufmanns Adolf Nathan Bickart (1872 – 1945) in der Gohliser Kleiststraße 111, in das sodann Lisso mit seiner Familie zog. (2)

Lisso versinnbildlichte aber vor allem mit seinem Selbstmord im April 1945 die völlige ideologische Verblendung der kommunalen NS-Funktionärsschicht. Im Angesicht des Einmarsches amerikanischer Truppen hatten im Neuen Rathaus eine ganze Reihe von lokalen NS-Größen den Freitod gewählt – meist gemeinsam mit ihren nächsten Familienangehörigen. Mit Kurt Lisso starben am 18. April 1945 auch seine Ehefrau Renate (1895 – 1945) und seine Tochter Regina (1924 – 1945). (3) Das von Margerete Bourke-White am 20. April 1945 gemachte Foto der toten Familie Lisso wurde nach seiner Veröffentlichung im US-amerikanischen Magazin Life weltberühmt. Es kommentierte dieses und andere Fotos mit den wenig freundlichen Worten: „“Germans stopped killing others and began killing themselves.” (4)

(1) vgl. Kurt Lisso, in https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Lisso, aufgerufen am 26. Februar 2018.
(2) vgl. ebd. und Elisabeth Guhr, „Bickart, Adolf Nathan“, in Bürgerverein Gohlis 2017, S. 316f, hier S. 317.
(3) vgl. Kurt Lisso, in https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Lisso, aufgerufen am 26. Februar 2018.
(4) vgl. Life vom 14. Mai 1945; Time vom 30. April 2015. Zur „Selbstmordepidemie“ unter NS-Funktionären 1945 siehe Florian Huber: Kind, versprich mir, dass du dich erschießt. Der Untergang der kleinen Leute 1945, Berlin 2014.

Max Schwimmer

von Matthias Judt

Max Schwimmer (voller Name Robert Richard Max Schwimmer) 1895 Leipzig – 1960 Leipzig

Der Zeichner und Graphiker Schwimmer wurde am 9. Dezember 1895 (1) in Leipzig als Sohn eines Buchbinders geboren und wuchs in Lindenau auf. Nach kurzer Ausbildung arbeitete Schwimmer ab 1916 als Hilfslehrer außerhalb von Leipzig. Seine Berufung war es jedoch, als Maler, Grafiker, Illustrator zu arbeiten. Bereits 1917 mietete er jedoch Räumlichkeiten in Leipzig für sein erstes eigenes Atelier an. Im gleichen Jahr begann er, die Ausstellungen des „Vereins der Leipziger Jahresausstellungen“ mit eigenen Werken zu beschicken (bis 1922). (2) 1918 arbeitet er in der revolutionären Wochenschrift für Politik, Literatur und Kunst »Die Aktion« mit, 1919 (als Illustrator) in der Zeitschrift „Der Drache“. (3)

1922 werden für Max Schwimmer in Frankfurt/Main und in Mannheim erstmals Einzelausstellungen durchgeführt. Frisch verheiratet, konnte er aber noch nicht den Lebensunterhalt seiner Familie mit seiner Kunst bestreiten, sondern arbeitete weiter als Lehrer. 1923 trat Schwimmer der SPD bei und wurde im Jahr darauf Pressezeichner und Rezensent für kulturelle Ereignisse in deren „Leipziger Volkszeitung“, arbeitet aber weiter auch für andere Zeitschriften. Ab 1925 wohnte Schwimmer in Gohlis (bis 1950), unter anderem in der heutigen Lützowstraße und in der Sassstraße. (4)

1931 wurde Schwimmer Leiter der Klasse für figürliche und andere Bildflächenkomposition und der Werkstatt für alte und neue Farbtechniken/Fresko an der Kunstgewerbeschule. (5) Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 enden sowohl die Tätigkeit für die LVZ als auch die an der Kunstgewerbeschule. (6) Nach mehreren Auslandsreisen wird Schwimmer wieder in Leipzig freischaffend tätig, kann aber nicht ausstellen. Er arbeitete ab 1937 sehr erfolgreich als Buchillustrator und ist bis 1944 an 25 Titeln beteiligt. (7)

Bei den schweren Bombenangriffen auf Leipzig 1943 und 1945 wird sein Wohnhaus schließlich vollständig zerstört. Dabei ging auch ein Großteil seiner Werke und seine Bibliothek verloren. Im August 1944 wird Schwimmer, nach mehreren „UK-Stellungen“ (UK: „unabkömmlich“) zur Wehrmacht eingezogen, musste aber nicht an die Front. Am 24. Juli 1945 kehrte er bereits mit seiner zweiten Ehefrau nach Leipzig zurück und konnte dort noch im gleichen Jahr fünf neue Bücher illustrieren. Am 14. Dezember 1945 trat Schwimmer der KPD bei. (8)

Im April 1946 wurde Schwimmer zum Professor und Leiter der Abteilung Graphik an der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe berufen und gleichzeitig Prorektor der Einrichtung. Dort war er von 1946 bis 1950 tätig, ab 1947 zudem Direktor der Leipziger Kunstgewerbeschule. (8) 1951 wurde er infolge einer gezielten Kampagne von seiner dortigen Tätigkeit entbunden, im Oktober desselben Jahres allerdings als Leiter der Abteilung Grafik an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste berufen. In Leipzig war ihm, der von 1946 bis 1950 sogar für die SED Stadtverordneter geworden war, sein Auftreten gegen dogmatische Kunstauffassungen zum Verhängnis geworden. In Dresden blieb er bis zu seinem Tod tätig. (9)

Ab 1948 beteiligte sich Schwimmer, gemeinsam mit Kollegen, immer wieder an von der Kulturkommission bzw. der (ostdeutschen) Akademie der Künste organisierten Reisen in die Westzonen bzw. die Bundesrepublik, um dort Künstlerkollegen für die Teilnahme an den in der SBZ bzw. DDR stattfindenden (Deutschen) Kunstausstellungen (der DDR) zu werben. Auch privat reist Schwimmer immer wieder in den Westen, um seine Kinder und seinen Galeristen aufzusuchen. 1952 führte ihn eine größere Rundreise quer durch die Bundesrepublik.

Am 10. November 1952 wurde Schwimmer zum Ordentlichen Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (der DDR) gewählt, 1956 (bis 1958) schließlich deren Sekretär und Leiter der Vorsitzender der Sektion bildende Kunst. (10)

Max Schwimmer starb am 12. März 1960 in Leipzig an den Folgen eines Herzinfarkts. (11) Seit November 1995 befindet sich Schwimmers künstlerischer Nachlass und seine Bibliothek in der Obhut der Stadtbibliothek Leipzig. (12)

(1) vgl. Anke Scharnhorst, „Schwimmer, Max“ (im Folgenden „Scharnhorst 2010“), in: Müller-Enbergs 2010, S. 1213.
(2) vgl. http://www.maxschwimmer.de/sein_lebenslauf.html.
(3) vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Schwimmer.
(4) vgl. http://www.maxschwimmer.de/sein_lebenslauf.html.
(5) vgl. Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt/Main 2007, S. 561; Scharnhorst 2010; S. 1213.
(6) vgl. Scharnhorst 2010; S. 1213.
(7) vgl. http://www.maxschwimmer.de/sein_lebenslauf.html.
(8) vgl. http://www.maxschwimmer.de/sein_lebenslauf.html.
(9) vgl. http://www.maxschwimmer.de/sein_lebenslauf.html.
(10) vgl. Manfred Hötzel, „Max Schwimmer“, in Bürgerverein Gohlis 2017, S. 339; Scharnhorst 2010; S. 1213; https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Schwimmer.
(11) vgl. Scharnhorst 2010; S. 1213. Magdalena George: Max Schwimmer: Leben und Werk. Hrsg.: Akademie der Künste der DDR. Verlag der Kunst, 1981, S. 68.
(12) vgl. http://www.maxschwimmer.de/der_nachlass.html.