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Vorstellung Kleingartenvereine – Gartenverein „Neu Gohlis“

von Jens George

In Gohlis Nord lädt die vergleichsweise kleinere Gartenverein „Neu-Gohlis“ auf einen gemütlichen Spaziergang ein. Aktuell werden durch ca. 100 Mitglieder 66 Parzellen auf über 18000m² Gesamtfläche gepflegt.

Dies entspricht in etwa 15% der ursprünglichen Größe. Laut Vereinschronik waren z.B. zehn Jahre nach Vereinsgründung (am 27.04.1920 mit dem Namen “Kleinlandpächter e.V.”) auf über 120000m² 424 Gärten verpachtet. Entsprechend lebendig war das damalige Vereinsleben. Vorallem bis Mitte der 1930er entwickelte sich ein reges Kinder- und Familienleben, insbesondere durch Betrieb der vereinseigenen Spielhalle.

Nach den gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen halbierte sich die Anlage auf 54000m² mit 214 Parzellen (1946). Diese wurden hauptsächlich für die Lebensmittelversogung der Bevölkerung eingesetzt. Planungen der Stadt z.B. diverse Neubauten) sowie der NVA ließen das Vereinsgelände bis zum 40. Vereinsjubiläum auf nur noch 87 Gärten schrumpfen. 1965 erfolgte die Umbenennung des Gartenverein in den heutigen Vereinsnamen “Neu Gohlis”. Kurz darauf wurde ein Rekorderntejahr mit ca. 28t Beerenobst und Gemüse verzeichnet.

Noch bis zu den Wendejahren bestand großes Interesse der Gohliser einen eigenen Kleingarten zu pachten. Lange Wartelisten entstanden. Da ab den 1990er Jahren insgesamt mehr Freizeitmöglichkeiten verfügbar wurden, erfolgte weniger Zulauf an neuen Vereinsmitgliedern.

Am 1. Mai verschaffte mir das interview mit den amtierenden Vorstandsmitgliedern einen familiären Eindruck vom Vereinsleben. Der zusätzlich stattgefundene Flohmarkt der Vereinsmitglieder wird, wie auch das Vereinsfest im Herbst, regelmäßig druchgeführt. In der unmittelbaren Nachbarschaft genießen die Festivitäten viel Anklang, wodurch der beanspruchte Zusammenhalt des Vereins gepflegt wird. Bei der Auswahl neuer Pächter wird bei einem ersten Kennenlerngespräch auf Motivation, Vorerfahrungen sowie Eigeninitiative geachtet (Motto: “Was tust du für den Verein?”).

Deshalb geben auch einige Mitglieder ihre Expertise als Gartenfachberater weiter. Die Mitglieder halten überdies kontinuierlich die eigene Infrastruktur wie z.B. Mehrzweck-/Gerätehalle instand. Für weiteres Beisammensein sorgt darüber hinaus die noch bis Ende des Jahres betriebene Gaststätte “Vereinsheim” (früherer Name “Die Pappe”). Aktuell wird also eine Nachfolge gesucht.
Via https://www.kgv-neu-gohlis.de/ freut sich der Verein über jede Kontaktaufnahme, damit auch in Zukunft jeder Besucher Räumlichkeiten und Freifläche für Geburtstage oder Familienfeste nutzen kann.

Wer sich im Verein engagiert, bleibt grundsätzlich länger. Seit der Pandemie kehrt eine Rückbesinnung hinsichtlich Selbstversorgung ein. Jung und Alt finden wieder zueinander, wodurch sich Gestaltungsmöglichkeiten generieren. Seit April existiert z.B. ein Bienenvolk auf einem gemeinschafltich genutzten Garten. Ziel ist die Erzeugung eines Vereinshonigs.
Der Verein beabsichtigt künftig weitere sinnstiftende Kooperationen und begrüßt jeden Impuls des Zusammenwirkens.

 

Kleine Korrektur zur letzten Ausgabe: Wir haben den Kleingartenverein „Schreber-Hauschild“ nach Gohlis Mitte verlegt – das stimmt nur zu einem kleinen Teil. Der größte Teil liegt zwar in der Gemarkung Gohlis, gehört statistisch aber zu Möckern. Ein weiterer kleiner Teil gehört zu Gohlis Süd. Dafür liegt der KGV „Grüne Hoffnung“ e.V. in der Halberstädter Straße 2 tatsächlich als einziger Verein in Gohlis Mitte. Mit nur 22 Parzellen ist er auch recht klein. Das Redaktionsteam

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