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Ein eigenes Auto? Das Ehepaaar Schenk kommt inzwischen ohne aus

von Matthias Reichmuth

In dieser Reihe befragen wir einige Gohliser, die ein Auto besaßen und es später abgeschafft haben, nach ihren Erfahrungen. Kann so die Zahl der Pkw auf unseren Straßen verringert werden? Die Abschaffung eines Autos ist natürlich eine sehr persönliche Entscheidung, daher machen wir dazu Interviews. Für das zweite Interview hat sich das Ehepaar Schenk bereit erklärt.

In welcher Situation haben Sie früher entschieden, ein Auto anzuschaffen?

Wir waren 2007 als Berufsanfänger frisch nach Leipzig gezogen und es bot sich die Möglichkeit, ein gebrauchtes Auto sehr günstig aus der näheren Verwandtschaft zu übernehmen. Ich glaube, wir haben damals gar nicht so sehr darüber nachgedacht, ob wir es wirklich brauchen. Aber wenn man dann eines hat, benutzt man es auch. Gerade für berufliche Wege über die Stadtgrenzen hinaus war das natürlich durchaus praktisch.

Was wurde für Sie zum Auslöser, das Auto abzuschaffen?

Ganz klassisch – der TÜV. Als das Auto ein Alter von 15 Jahren überschritten hatte, häuften sich die Reparaturen und das Auto wurde unzuverlässiger. Nach und nach haben wir weitere Reisen häufiger mit dem Zug zurückgelegt und unsere jährliche Fahrleistung sank auf 6000 km. Als dann der nächste TÜV-Termin ebenso nahte wie die „Volljährigkeit“ des Gefährts, haben wir uns eine Weile mit den Preisen für einen „neuen“ Gebrauchtwagen beschäftigt und uns dann 2015 entschlossen, dem Carsharing eine Chance zu geben.

Wie hat sich die Umstellung auf Ihren Alltag ausgewirkt?

Man überlegt natürlich gründlicher zuerst, ob eine Fahrt mit Fahrrad oder Bus und Bahn möglich ist und wägt das gründlicher ab. Schwierig kann es werden, wenn man früh morgens irgendwo sein muss oder spät abends noch nach Leipzig mit dem Zug zurück möchte. Aber für solche Situationen kann man dann eben ein Auto mieten.
Wir machen jetzt auch anders Urlaub als früher, planen die Ziele eher nach Erreichbarkeit mit dem Zug, oder haben auch schon einen alten Bulli mit Campingausstattung für den Urlaub ausgeliehen.

Sind alle Haushaltsmitglieder im Nachhinein mit der Entscheidung zufrieden?

Wir waren angenehm überrascht, wie gut das mit Carsharing funktioniert. In Gohlis ist gefühlt an jeder zweiten Straßenecke eine Station, die Parkplatzsuche entfällt, man muss sich nicht selbst um den Unterhalt des Fahrzeugs kümmern, und obendrein war es noch deutlich günstiger als ein eigenes Auto. Es gibt hin und wieder Situationen, in denen es angenehmer wäre, sich über die Wege nicht so viele Gedanken machen zu müssen, aber dafür entfallen ja auch viele Gedanken an Reparaturen, Reifenwechsel, Benzinpreise, Parkplatzsuche usw.

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