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Mobilität und Verkehr

Das Thema Mobilität und Verkehr gehört zu einen der Themen, die den Bürgerverein seit seiner Gründung bewegt hat. Dabei war das Thema sehr vielschichtig.

Früh setze sich der Verein für die Einführung von Tempo 30 im Wohngebiet ein. Grundlage dafür war ein Beschluss des Rates vom 17. Juli 1991 bis 1996 in allen Leipziger Wohngebieten Tempo 30 einzuführen. Ein Vorhaben, dass in der Form nur im Ansatz realisiert wurde. Als erstes Gebiet wurde dafür das Areal zwischen Coppistraße, Max-Liebermann-Straße, Landsberger Straße und Virchowstraße auserkoren und ein entsprechender Antrag beim Verkehrsplanungsamt der Stadtverwaltung gestellt. Schon damals wurde in dem Zuge auf eine dringend erforderliche Verkehrsplanung für den Coppiplatz verwiesen, der die Bedürfnisse des Auto-, Rad-, Fuß- und Personennahverkehr berücksichtigt.

Immer wieder tat sich der Bürgerverein als mahnender Akteur vor Ort hervor, der aber leider auch die Erfahrung machen musste, von den entsprechenden Ämtern nicht gehört zu werden. Schon im November 1992 wies der Verein auf die Konsequenzen der Inbetriebnahme der Autobahnabfahrt Radefeld hin, die ohne die Realisierung der Umgehungsstraße für die Landsberger Straße durch das Kasernenviertel, eintreten würden. Auch wenn der Verein mit dem Amt für Verkehrsplanung und dem Tiefbauamt in der Beurteilung dieser Situation einig war, war es umso unverständlicher, dass trotzdem der zweite vor dem ersten Schritt getan wurde. Das Problem der unzufriedenstellenden Terminierung, Koordination und Abfolge der Baumaßnahmen musste dann auch der Stadtrat für Stadtentwicklung und Raumplanung Niels Gormsen auf dem Bürgerforum „Verkehrskollaps in Gohlis fest eingeplant“ vor knapp 100 Bürger:innen in der Aula der 37. Grundschule eingestehen.

Auch der Ausbau der Radverkehrsverbindungen spielte schon 1993 eine große Rolle. So wurde gefordert, dass die Lindenthaler Straße zwischen Gothaer und Georg-Schumann-Straße entgegen der Einbahnstraßenregelung auch für Radfahrer:innen zu öffnen sei. Eine Ergänzung durch entsprechende Beschilderung und einer Radfahrerampel an der bestehenden Ampel wären dabei die einfachsten Mittel zur Realisierung dieser Forderung. Diese Idee wurde aber Anfangs von der Stadtverwaltung mit der Begründung abgeschmettert, langsam fahrende Radfahrer:innen behindern den ÖPNV. Dies ist umso absurder als diese Darstellung ebenso für den Abschnitt der Lützowstraße zwischen Kirchplatz und Georg-Schumann-Straße galt – ein Zustand der übrigens bis heute andauert. Mit genug öffentlichem Druck konnte die Forderung des Vereins dennoch durchgesetzt werden. Auch wenn sich die AG Verkehr des Bürgervereins eine geregelte Querung an der Sasstraße gewünscht hätte, so war die neue Führung in der Lindenthaler Straße eine Entlastung für die konfliktreiche Verkehrssituation.

Aber auch die Landsberger Straße, die den Bürgerverein sogar im 30. Jahr seines Bestehens beschäftigte, war früh ein Problemfall im Viertel. Gerade im Abschnitt Coppiplatz bis zur Kreuzung Viertelsweg gab es zum damaligen Zeitpunkt auf einer 1,4km langen Strecke keine geregelten Querungsmöglichkeiten und darunter litten laut Bürgerverein gerade Kinder und ältere Menschen. Dabei wurde ein ampelgerechter Umbau beider neuralgischen Kreuzungen erst auf das Jahr 1996 terminiert. Natürlich in den Augen des Bürgervereins viel zu spät.

Planungen für die Line 6 in Gohlis Süd
Ein besonderer Aufreger Mitte der 90er Jahre waren die Planungen des Streckenverlaufs der Linie 6 (heute Linie 4) zwischen Georg-Schumann-Straße und Platnerstraße. Dabei legte die Stadtverwaltung im Mai 1995 Untersuchungsergebnisse in Form von 3 Varianten vor. Zwei der drei Varianten sahen die Streckenführung über die Eisenacher Straße ohne Eingriff in die vorliegende Bausubstanz. Die dritte Variante hatte es aber in sich. Diese sah die kürzeste Verbindung in Form eines direkten Durchbruchs der Strecke quer durch die Bergartenstraße, Lüderstraße, Knauerstraße, Endnerstraße bis zur Ecke Lindenthaler und Wolfner Straße vor. Gastronomische Einrichtungen wie die Drogerie oder das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Frida hätte es somit nie gegeben! Denkmalgeschütze Gebäude und Bäume wären ebenso zum Opfer der Variante gefallen wie die deutliche Trennung zwischen privatem und öffentlichem Raum, welche Kennzeichen des ÖPNVs ist. Absurder weise wäre diese Variante doppelt so teuer gewesen wie die anderen beiden Varianten, würde aber zu 75% von Bund und Land gefördert, da es sich um eine sogenannte „Beschleunigungsvariante“ (1,5 Minuten) handelte. Daher lud der Bürgerverein am 28. November 1995 zu einer Bürgerversammlung ins Gemeindehaus der Friedenskirche ein. Eine explosive Stimmung erzeugte die Stadtverwaltung unter den 100 anwesenden Bürger:innen mit der Ankündigung der Durchbruchvariante 3 den Vorzug gegeben und sogar schon ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet zu haben. Selbst betroffene Gründstückseigentümer:innen erfuhren darüber erst an diesem Tag oder aus der Presse. Ziel der Stadtverwaltung war es bis Herbst 1996 einen städtebaulichen Vorentwurf auszuarbeiten und dann 1997 die bearbeiteten Pläne nach Auslegung gegenüber den Bürger:innen als Bebauungsplan zu veröffentlichen. Bemerkenswert dabei war, dass die anwesenden Gohliser:innen forderten, dass die „Bimmeln nicht schnell sondern regelmäßiger und pünktlicher“ gebraucht werde. Ein Punkt, den die LVB scheinbar selbst nach 30 Jahren nicht verstanden hat, sieht man deren Präferenzen zum (Haltestellen)Ausbau zwischen Lützwostraße und Chauseehaus. Am Ende konnte Mitte 1996 nach massivem öffentlichem Druck die Variante 3 verhindert werden. Realisiert wurde die auch vom Bürgerverein unterstütze Variante 2 in der heute bekannten Linienführung.

Auf dem Bürgerforum „Ordnung und Sicherheit in Gohlis“ am 13. Mai 1997 standen Themen auf der Tagesordnung, die aktueller nicht sein könnten – durch parkende Autos eingeengte Gehwege sowie zugeparkte Kreuzungsbereiche klangen wie eine Beschwerdemeldung aus unserem Jubiläumsjahr 25 Jahre später. Forderungen des Vereins nach Abmarkierungen zur Schaffung von Stellplätzen oder der Einrichtung verkehrsberuhigter Bereiche trafen damals wie heute auf wenig Gehör bei den betroffenen Ämtern der Stadtverwaltung.

Wem´s zu wohl ist der radelt durch Gohlis
Schon auf seinem Bürgerforum am 23. Juni 1998 musste der Verein feststellen, dass das Radverkehrsnetz in Gohlis erhebliche Mängel aufwies. Zwar konnte in der zurückliegenden Zeit eine Verbesserung vor allem in Gohlis Nord (Max-Liebermann-Straße, Landesberger Straße) festgestellt werden, wohingegen in Gohlis Mitte und Süd weiterhin erhebliche Gefahrenstellen vorlagen. Gerade die Tatsache, dass die Querung der Lützowstraße und Lindenthaler Straße nicht geregelt wurde, führte dazu, dass die Georg-Schumann-Straße auch für den Radverkehr eine alternativlose Ost-West-Verbindung blieb. Diese sah aber zum damaligen Zeitpunkt in keinster Weise geeignete Radverkehrsanlagen vor, womit mit wachsenden Verkehrsaufkommen Konflikte vorprogrammiert waren. Nach ganzen 7 Monaten erhielt der Bürgerverein dann eine Antwort der Stadtverwaltung. Zwar stimmte diese der Problemanalyse zu, sehe aber für Verbesserung der Radverkehrsanlagen keine Möglichkeiten. Somit blieb die Georg-Schumann-Straße aber auch die Lützowstraße zwischen Kirchplatz und Georg-Schumann-Straße für Radfahrer eine Problemzone. Wenigsten konnte beim Thema Begrünung mehr Einigkeit hergestellt werden. So sollten in den Wohnstraßen verkehrsberuhigte Bereichen entstehen deren Eingangsbereiche in die Tempo-30-Zone durch Gehwegnasen eingeengt werden sollten. Wo es der Straßenquerschnitt erlaubte, sollten Straßenbäume gepflanzt werden und dort, wo noch vorhanden die erhaltenen Vorgärten sogar mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt revitalisiert werden. Bei einer obligatorischen Stimmungsbild stimmten 80% der anwesenden 90 Gohliser:innen der Verkehrsberuhigung zu und sogar 95% der geplanten Begrünung. Weiterhin offen bliebt aber leider die Frage des Zustandes der Breitenfelder und der Schumann, die zum damaligen Zeitpunkt sehr in Mitleidschaft gezogen waren.

Bürgerforum zur Verkehrssituation an der Platnerstraße
Ein besonderes und konflikthaftes Thema zwischen Stadtverwaltung und Bürgerverein war der Bereich um die Platnerstraße. So lud der Verein am 25. Mai 2000 Anwohner:innen, und Vertreter:innen der Stadtverwaltung, Stadtrat und Stadtbezirksbeirat zu einem Bürgerforum ein. Ausgangspunkt war die Entwicklung entlang Platnerstraße, Menckestraße und Möckernsche Straße, die eine hohe Verkehrsbelastung und kaum sichere Querungen aufwiesen. Der Bürgerverein forderte daher schon länger eine Neuordnung der Verkehrsströme, geregelte Querungsmöglichkeiten und die Umgestaltung der neuralgischen Kreuzungen Stallbaumstraße/Platnerstraße/Poetenweg sowie Möckernsche Straße/Stockstraße/Berggartenstraße/Menckestraße. Dies wurde dem Verein schon 1995 zugesagt. Leider erfolgte dies nach 5 Jahren immer noch nicht. Speziell eine Fußgängerampel an der südlichen Kreuzungsseite der Platnerstraße wurde vehement gefordert. Empörung brach hervor als die Vertreter:innen der Stadtverwaltung zugeben musste, dass Planungen zu den Verkehrsströmen in den betroffenen Gebieten zum Erliegen gekommen waren. Zwar erfolgten bauliche Veränderungen aber die Betrachtung der Verkehrsströme wurde nicht in Betracht gezogen. Der Unmut der Gohliser:innen war greifbar, da die Verwaltung jegliche Lösungen mit Hinweis auf knappe finanzielle Mittel abschmetterte, obwohl aus Sicht der Anwesenden andere Prestigeprojekte in Millionenhöhe realisiert werden konnten. Kurzeitig erklärten sich sogar anwesende Gohliser:innen bereit, mittels Sitzblockade auf der Straße auf die unzumutbaren Umstände hinzuweisen. Am Ende lenkte die Stadt ein und am 27. Juni 2000 beschloss der zuständige Fachausschuss die Aufstellung einer Lichtzeichenanalage an der Kreuzung Platnerstraße/Stallbaumstraße sowie bis zur Realisierung in 2001 eine transportable Ampel einzusetzen. Am 31. März 2001 wurde dann endlich die Ampelanlage installiert.

Öffentlicher Fuss- und Radweg entlang der nördliche Rietzschke entsteht
Als Erfolg konnte der Bürgerverein das Ergebnis der öffentlichen Beratung zwischen Grünflächenamt und den betroffenen Kleingartenvereinen am 13. März 2001 zum Thema der Fuß- und Radwegverbindung entlang der nördlichen Rietzschke (von Max-Liebermann-Straße bis zur Martinshöhe und evtl. bis zur Krochsiedlung) ansehen. Lange setzte sich der Verein mit dem Bürgerverein Eutritzsch dafür ein, dass ein 2,5 Meter breiter, mit sandgeschlemmter Schotterdecke versehener kombinierte Geh- und Radweg gebaut werden sollte. Damit konnte nach dem Abwenden der sogenannten Gartenstadt Gohlis der Kompromiss zwischen Naturschutz und Erholung in der Rietzschkeaue bewahrt werden.

Auch den Ausbau des S-Bahnhaltepunktes Gohlis begleitet der Bürgerverein von Anfang an. Am 10. November 2004 lud der Verein die Gohliser:innen zu einer Info-Veranstaltung mit der DB Projekt GmbH ein. Schnell wurde klar, dass aus technischen Gründen eine Verbindung beider Haltepunkte nicht möglich sei und es daher notwendig ist, bei Umstiegen die Lützowstraße zu queren. Sofort war damit ein neuer Auftrag für den Bürgerverein geboren – eine Fußgängerampel an der Lützwostraße / Blochmannstraße, um so eine sichere Querung zu ermöglichen.

Am 12. Mai 2005 konnte der Bürgerverein mit dem Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung und dem Grünflächenamt einen weiteren Teilerfolg feiern – das Verbindungsstücke zwischen Breitenfelder und Lindenthaler Straße wurde geschlossen und ist nun für Fuß- und Radverkehr nutzbar. Damit wird ein weiteres Teilstück der Radverbindung Nord realisiert, die der Bürgerverein seit Jahren einfordert: gefahrlos von Eutritzsch über die Theresienstraße, Blochmannstraße, Schlippe längs des Bahnbogens bis Sasstraße, Radweg am Sportplatz Sasstraße, Stoyestraße, Beckstraße entlang des Amselparkes, Wiederitzscher bis Kleingartenanlage Schreber-Hausschuild, Schlippe bis zur Bundesagentur für Arbeit nach Möckern fahren zu können.

2005 konnte der Verein dann einen weitere grundhafte Erneuerung des öffentlichen Raumes feiern: die Lindenthaler Straße wurde von Elsbethstraße bis zur Lindenthaler Bücke umgestaltet. Dabei der vorhandene Straßenraum neu aufgeteilt. Beidseitiger Radfahrstreifen auf der Fahrbahn, die Erneuerung der Gehwege, die Schaffung von 41 Stellplätzen sowie die Pflanzung von 23 Straßenbäumen schufen einen alleeähnlichen Charakter und werteten den Abschnitt des Wohngebietes enorm auf.

Schon am 23. Juni 2011 fand auf Initiative von Gegen Schall und Rauch und Stadthäuser Gohlis e.V. eine Demonstration mit ca. 100 Gohliser:innen statt, um somit auf die wachsenden Verkehrsströme in der Kirschberg-, Möckernsche und Berggartenstraße aufmerksam zu machen. Zentrale Forderung war damals die Einrichtung einer Tempo30-Zone. Dieser Forderung schloss sich der Bürgerverein schnell an. Damals kam auch zum ersten Mal ein Gehzeug zum Einsatz – ein Konzept, dass gerade um die 2020 oft genutzt wurde. Die „Bürger gegen Schall und Rauch“ arbeiteten ebenfalls schon viele Jahre als Initiative, bevor sie 2013 ihren Erfolg sehen konnten: Seither ist die Möckernsche Straße (größtenteils) Teil einer Tempo-30-Zone und nicht mehr Teil des Hauptverkehrsstraßennetzes, ebenso die gesamte Berggartenstraße.
Im Magistralenrat wurde einstweilen die Entwicklung der Georg-Schumann-Straße begleitet, die durch eine neue Markierung im Jahr 2012 erstmals Platz für den Radverkehr bekam, nachdem ein Teil des Verkehrs auf die neue Bundesstraße 6 verlagert worden war. Im Bürgerprojekt „Starke Nachbarschaften durch aktive Beteiligung“ fand seit 2013 ein intensiver Dialog mit der Stadtverwaltung zur Gohliser Straße statt, der unter anderem 2015 in der Einrichtung einer Fußgängerampel an der Springerstraße mündete.

Umgestaltung Kirchplatz
Ein Vorhaben, dass der Bürgerverein vehement seit 2015 forderte, ist die Umgestaltung des Straßenraums am Kirchplatz rund um die Gohliser Friedenskirche, da die unübersichtlliche Kreuzung, erhöhtes Tempo und die abmarkierte Sperrfläche Bergartenstraße eine unübersichtliche Situation hervorruft. Gemeinsam mit der Initiative Schall und Rauch sowie den Starken Nachbarschaften sammelte der Verein 357 Unterschriften für eine Umgestaltung des Verkehrsraum und die Schaffung besserer Aufenthaltsqualitäten. Die entsprechende Petition wurde von der Stadtverwaltung mit Ablehnung bescheinigt. Dem wollte die Kommunalpolitik in der Form nicht folgen und brachte einen Alternativvorschlag ein, der dann auch fast einstimmig im Rat beschieden wurde. Zentral dabei war, dass eine Anordnung auf Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h im Abschnitt Gohliser Straße zwischen Fritz-Seger-Straße und Berggartenstraße geprüft werden sollte. Diese konnte dann 6 Jahre später 2022 partiell realisiert werden. Die versprochene Umgestaltung der Berggartenstraße im Abschnitt zwischen Gohliser Straße und Lindenthaler Straße unter Berücksichtigung der Bürgerbeteiligung erfolgte leider bisher noch nicht.
Das der Bürgerverein auch weiterhin am Radverkehrsthema dran bliebt, zeigte das Bürgerforum zum Radverkehr in Gohlis am 20. April 2016. Schon seit Jahresbeginn 2016 hatte der Bürgerverein kritische Stellen im Stadtteil zusammengetragen, an denen Probleme und Konflikte bestanden. Aber auch Leser:innen des Gohlis Forums konnten Eingaben machen. So kamen 19 Punkte zusammen, deren Fokus folgende Punkte waren: unsanierte Nebenstraßen stellen einen Sicherheitsproblem dar und sind kein Anreiz Hauptstraßen zu umgehen, Falschparker gefährden durch Zuparken der Radstreifen den Verkehr, Lücken im Radverkehrsnetz und abgefahrene Markierungen.

Davon ließ sich der Verein nicht entmutigen, sondern lud am 21. September 2016 den Radverkehrsbeauftragten der Stadt Leipzig ein, um mit diesem die Ergebnisse des Bürgerforums zu besprechen. Aber auch um den Fußverkehr kümmerte sich der Bürgerverein. Seit August 2016 wurden Hinweise schadhafter Fußwege gesammelt, um diese als Hinweise an die Stadtverwaltung zu geben.
Eine weitere Initiative, unterstützt vom Bürgerverein, fand im Stadtteil schnelle Realisierung. Ausgehend von einer Petition des GeyserHaus e.V. eine barrierefreie Haltstelle an der Kreuzung Virchowstraße/Baaderstraße/Viertelsweg einzurichten fand schnell Gehör bei der LVB. Angesichts der Tatsache, dass zwischen Endhaltestelle und Haltestelle Virchowstraße 750 Meter und Zwischenhalt lagen, konnte eigentlich niemand auch Sachgesichtspunkten die Unterstützung verwehren. Gerade die Barrierefreiheit und der bessere Zugang für das GeyserHaus, die Schwimmhalle Nord und die neuen Wohnquartiere schufen eine breite Zustimmung. Im Herbst 2018 erfolgte dann die Freigabe der neuen Haltestelle.

Anwohnerparken in Gohlis – eine gute Idee?
Schon seit seinem Bestehen beschäftigt den Bürgerverein das Thema Parken im Viertel. Ab Mitte der 2015 nahm diese Problematik immer mehr zu, so dass die teilweise engen Straßen in Gohlis dazu führten, dass die PKWs an Orten abgestellt wurden, die gar nicht dafür vorgesehen waren (Sperrflächen, Gehwegnasen, Straßenecken). Dies führte dazu, dass Einsatzfahrzeuge oder die Müllabfuhr aber auch einfach Fußgänger:inen mit Kinderwagen oder ältere Menschen die Straßen nicht mehr sicher kreuzen konnten. Daher traf sich der Verein am 12. Dezember 2019 mit dem Abteilungsleiter für Generelle Planung beim Verkehrs- und Tiefbauamt um sich über Anwohnerparkzonen zu informieren. Am Ende musste festgehalten werden, dass für Anwohner:innenparken der Anteil an gebietsfremden Parker:innen nicht hoch genug wäre und daher der Parkdruck im Vierteil fast ausschließlich von den Gohliser:innen selbst heraus resultiert. Daher entschied der Verein an dem Thema dranzubleiben und nach Lösungsansätzen wie Informationen über Mietangebote für Dauerparkplätze in Parkhäusern oder auch vermietbaren Parkplätzen in Wohnanlagen.

Im Zuge des Neubaus des Kauflands auf dem ehemaligen Gelände der Alten Brauerei wurde die Verkehrsregelung an unübersichtlichen Knotenpunkten geregelt. Seit Jahren setze sich der Verein für eine Verbesserung an den Kreuzungen Menckestraße – Bergartenstraße – Stockstraße sowie Möckernsche Straße – Breitenfelder Straße ein. Am Ende übernahm der Investor Kaufland die Kosten der Installation der Ampel, während die Unterhaltskosten von der Kommune getragen wurden.

Immer wieder musste sich der Bürgerverein damit auseinandersetzen, dass es keine einheitliche Linie zwischen Stadtverwaltung und den Gohliser:innen – aber auch unter diesen selbst – bei manchen Gestaltungsmaßnahmen gab. Zum Beispiel wurden Baumpflanzungen oft mit der Begründung des Verlustes von Parkplätzen oder der Unübersichtlichkeit von Kreuzungsbereiche als Folge abgelehnt aber auch die Vorgärten wurden kritisch gesehen, wenn dadurch „unzumutbare Verschattungen“ die Folge wären. (Bürgerforum 25.06.1998)