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Zwischen Tradition und Zukunft: Der Betrieb des Gohliser Schlösschens wird neu aufgestellt

Von Maria Köhler

Das Gohliser Schlösschen ist bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ein Zentrum für Kunst und Kultur. Als Treffpunkt für Intellektuelle, als Ort für Theater, Oper und Lichtspiel und als ehemaliger Standort des Bach-Archivs blickt es auf eine spannende Geschichte zurück.

Seit dem Jahr 2005 wird das Gohliser Schlösschen durch den Freundeskreis Gohliser Schlösschen e.V. betrieben. Unter der Leitung des ehrenamtlich geführten Vereins belebten Kunst- und Kulturveranstaltungen, Schlossführungen und Feierlichkeiten das Rokokobaukunstwerk im Gohliser Süden und ermöglichten den Genuss von Konzerten, Lesungen, Ausstellungen und Sommertheater in stilvollem Ambiente. Zum 30.9.2020 läuft der Pachtvertrag zwischen der Stadt Leipzig, Kulturamt und dem Freundeskreis Gohliser Schlösschen e.V. aus.

Anlässlich des Auslaufens des Pachtvertrages wurde bereits im Sommer 2019 vom Kulturamt die Erstellung einer Potenzialanalyse ausgeschrieben, um den Betrieb des Haues in Anbetracht sich verändernder kultureller, touristischer und auch gastronomischer Ansprüche zu evaluieren und neue Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft auszuloten. Den Zuschlag erhielt die Agentur projekt2508 GmbH mit Sitz in Berlin und Bonn. Das Ziel der Analyse bestand in der Erarbeitung verschiedener Varianten für den zukünftigen Betrieb des Gohliser Schlösschens, mit konkreten Empfehlungen für ein Gesamtbetriebskonzept.

In den Veränderungsprozess sollten von Beginn an auch die Gohliser Kultur- und Stadtteilaktiven sowie Kunst- und Kultureinrichtungen aus anderen Stadtteilen mit einbezogen werden. Nach einem Auftaktgespräch im November 2019 fand im Januar 2020 das sogenannte „SchlösschenCamp“ statt, bei dem die interessierten Anwohnerinnen sowie Leipziger Kunst- und Kulturakteure in moderierten Workshops Hinweise zum Status Quo, sowie Wünsche und Bedarfe für die zukünftige Betreibung des Schlösschens einbringen konnten.

Die Ergebnisse des SchlösschenCamps wurden seitens der projekt2508 GmbH als wesentliche Grundlage für die Erstellung der Standort- und Potentialanalyse aufgegriffen und sie mündeten in Empfehlungen für ein zukünftiges  Nutzungs- und Betriebskonzept, die im Mai 2020 sowohl dem Fachausschuss Kultur (Kulturamt) als auch den beteiligten Schlösschen-Interessierten coronabedingt digital präsentiert wurden.

Auf der Grundlage der Potenzialanalyse wurde im Juni 2020 die Ausschreibung zum Interessensbekundungsverfahren für eine künftige Betreibung im Leipziger Amtsblatt veröffentlicht. Bis einschließlich zum 31.07.2020 besteht noch die Möglichkeit, sich für die Betreibung des Gohliser Schlösschens inkl. Gastronomie zu bewerben.
Alle Informationen dazu gibt es auf der Seite der Stadt Leipzig

Bereits Anfang September soll die Auswahl des neuen Betreibers/ der neuen Betreiberin bzw. der Betreibergemeinschaft erfolgen. Dabei wird das Kulturamt von einer Jury beraten (beteiligt sind Vertreter/-innen vom Bürgerverein Gohlis, Stadtbezirksbeirat Nord, Fachausschuss Kultur, Stadtgeschichtlichen Museum, von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH und dem Branchenverband der Kultur- und Kreativwirtschaft – Kreatives Leipzig e.V.).

Von Oktober bis einschließlich Dezember 2020 werden Instandsetzungsarbeiten durch die Stadt realisiert, das Haus bleibt unterdessen geschlossen.
Es wird angestrebt, dass der/die neue Betreiber/-in ab Januar 2021 die Arbeit aufnimmt, sodass das Gohliser Schlösschen im ersten Quartal 2021 für die Öffentlichkeit wieder eröffnet werden kann.