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KUMON: Kreativer Umgang mit dem Lockdown

von Sylvia Harms

In unserem Team im KUMON-Lerncenter in der Lindenthaler Straße 15 haben wir schon Ende Februar begonnen, uns Gedanken über das herannahende Virus zu machen. Wir haben die Verantwortung für über 100 bei uns lernende Kinder und deren Familien – wann ist der Moment, an dem wir sicherheitshalber schließen müssen? Schon vor der Schulschließung beschlossen wir, vorerst keine Kinder mehr zu uns in die Lernräume zu holen, sondern einfach nur Lernmaterial vor Ort auszugeben und kurz einzeln mit den Kindern über ihr bearbeitetes Material zu sprechen.

Grundsätzlich ist KUMON ein Selbstlernkonzept für Kinder, bei dem die Kinder für jeden Tag individuell zusammengestellte Lernunterlagen bekommen und sich ganz in ihrem eigenen Tempo die Welt der Mathematik oder des Englischen erschließen können. Im Lerncenter beobachten und begleiten wir, ermutigen die Kinder zu analysieren, zu probieren und einfach an sich selbst zu glauben. Wir machen also im Wesentlichen motivierendes Lerncoaching mit fachlicher Unterstützung. Manche Kinder sind noch dabei, ganz solide bekannten Schulstoff aufzuarbeiten und zu festigen, andere lernen bereits ein oder zwei Schuljahre im Voraus und schaffen sich somit ein bisschen Luft für die Schule. Einige kleine Mäuse gehen noch in den Kindergarten und haben einfach Lust, sich spielerisch mit Zahlen oder einer spannenden Fremdsprache zu beschäftigen.

Selbstlernkonzept – da müsste eine kurzzeitige Lerncenterschließung doch verkraftbar sein, oder? Von der Dynamik und dem Tempo der Entwicklungen wurden wir trotzdem völlig überrollt. Auf einmal waren wir von heute auf morgen von der kompletten Ladenschließung betroffen und durften keine Materialausgabe vor Ort mehr durchführen. Wir begannen, hinter den Kulissen riesige Mengen an Päckchen zu packen, alle Kontakte auf e-mail und Videoformate umzustellen. Und das „wir“ hieß: Sicherheitshalber war das Team im Homeoffice, zuständig für die Online-Kontakte mit den SchülerInnen, und Frau Dr. Harms, die Lerncenterleiterin, und einer ihrer Söhne wirbelten hinter verschlossenen Türen im Lerncenter, um weiter zu planen, ausgefülltes und zurückgesandtes Material zu analysieren und aus der Ferne coachend Feedback per e-mail zu geben. Als nach den Osterferien klar war, dass wir immer noch geschlossen bleiben müssen, haben wir weiter professionalisiert und die Onlinekontakte intensiviert, so dass wir wirklich alle SchülerInnen gut im Blick haben und uns niemand verloren geht.

Grundsätzlich waren wir die ganze Zeit über auch offen für die Aufnahme von neuen SchülerInnen – aber das ist gar nicht so einfach, wenn auf einmal die Schule in genau demselben Modus wie wir arbeitet. Einige SchülerInnen fühlten sich deutlich mit ihrem Schulmaterial überfrachtet. Andere waren froh, sich endlich in ihrem eigenen Tempo den Schulaufgaben widmen zu können. Wir merkten aber, dass alle Familien Zeit brauchten, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, und dass allerorten die Unsicherheit darüber, wie es weitergeht, so groß war, dass nicht der richtige Moment war, neue Dinge anzufangen. Wir freuten uns einfach darüber, dass unsere Lernkinder bei uns blieben und sich die Familien so gut mit unseren neuen Modalitäten arrangieren konnten. Das hat uns sehr viel Kraft für die Arbeit gegeben.

Seit dem 4. Mai dürfen wir offiziell wieder öffnen, haben aber den Neustart vor Ort auf den 25. Mai (nach Himmelfahrt) verschoben. Jetzt schieben wir Tische hin und her, messen Abstände zwischen Stühlen aus, haben ein ausführliches Hygienekonzept geschrieben und werden bei Neustart unter „Corona-konformen Bedingungen“ arbeiten. Wir nehmen das sehr sportlich. Unser Lächeln wird hoffentlich auch durch die Gesichtsmasken hindurch erkennbar bleiben, und unsere Lernbegleitung so entspannt und normal sein, wie sie es immer war. Händewaschen hat schon immer Spaß gemacht. Wir üben einfach ein paar neue Gewohnheiten ein, an die wir uns sicherlich alle schnell gewöhnen werden. Wir schaffen das. Wir wollen keinen Coronafall in unserem Lerncenter haben, und wir möchten mit Freude das ganze Jahr über geöffnet haben, auch in den herannahenden Sommerferien. Wem das Lernen in unseren Räumen aus persönlichen Gründen derzeit noch zu heikel erscheint, der kann auch weiterhin im Fernlern-/Onlinemodus bei uns lernen.

Ein interessanter Nebeneffekt der neuen Hygieneverordnung: Wir werden ab dem 25.5. an allen fünf Nachmittagen der Woche von jeweils 13.30 – 18.30 geöffnet haben. Zwar müssen wir feste Lernzeiten vergeben, damit sich nicht zu viele SchülerInnen gleichzeitig bei uns aufhalten, aber dadurch wird es pro Nachmittag auch wieder ein bisschen kleiner, gemütlicher und ruhiger. Neue Familien sind ab dem 25.5. herzlich willkommen! Gerne vorab per e-mail oder Telefon Kontakt aufnehmen und einen kostenlosen, unverbindlichen Kennenlerntermin vereinbaren: leipzig-gohlis@kumonlerncenter.de / Tel. 0341 92799331. Weitere Informationen zu unserem Lernkonzept auf www.kumon.de/leipzig-gohlis.