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Neues vom „Zwickel“ – Einmündungsbereich Lützow-/Virchowstraße

Die AG Mobilität berichtet über Sicherheitsmaßnahmen am Einmündungsbereich Lützowstraße und Virchowstraße in Gohlis - dem Zwickel

Die AG Mobilität berichtet über Sicherheitsmaßnahmen am Einmündungsbereich Lützowstraße und Virchowstraße in Gohlis - dem Zwickel
Zwickel Lützowstraße Virchowstraße Gohlis

Was ist denn ein Zwickel? Eine Internetsuche ergibt als Definition: „Ein meist keil- oder rautenförmiger Einsatz in Nähten, der für mehr Weite oder eine bessere Passform sorgt.“ Womit schon klar sein dürfte, warum in der AG Mobilität und Verkehr die spitze Einmündung der Virchow- in die Lützowstraße diesen Spitznamen oder Arbeitstitel erhielt.

Seit 8 Jahren beschäftigt uns dieser Ort. Anlass war Ende 2018 der Besuch des Fußverkehrsverantwortlichen der Stadt Leipzig in unserer AG. In der Vorbereitung hatten wir einige Punkte im Stadtteil gesammelt, an denen es Zufußgehende besonders schwer haben. Am Zwickel kommen viele Aspekte zusammen: Die Gestaltung sorgt für weite Wege über den Platz, der im Grunde gar nicht sicher gequert werden kann. Die Verkehrssituation ist unübersichtlich, mit zwei Ein- und Ausfahrten von der Lützow- und Rückertstraße, einer nicht nutzbaren Verkehrsinsel (weil meist zugeparkt), einer großen Sperrfläche, die zum Überfahren verleitet, was Zufußgehende und Radfahrende gleichermaßen gefährdet. Im Herbst 2019 steuerten wir beim Rundgang mit OBM Jung den Platz an und besprachen die Gefahrenlage. Ich habe noch seine Worte im Ohr, im Grunde helfe nur, „die gesamte Sperrfläche abzupollern“. Man wolle das prüfen…

In dieser Zeit arbeitete die Stadt Leipzig an einer Mobilitätsstrategie, die als Maßnahme ein „Stadtplatzprogramm“ enthielt. Das hat uns ermuntert, weitere Aspekte dieses wenig einladenden Bereichs zu thematisieren. Mit einigen Geschäften und einem Café könnte der Platz als Kieztreffpunkt ein gutes Bild abgeben – wenn er nicht rein vom Autoverkehr her gedacht würde. Wie erreicht man dort Aufenthaltsqualität, schattenspendendes Grün, mit Sitzgelegenheit für Senioren und Familien?

Zum Glück konnten wir Oliver Draxler gewinnen, uns dazu verschiedene Ideen aufzubereiten. Diese besprachen wir 2023 mit interessierten Bürger/innen und einem Vertreter der Stadt bei unserem Rundgang „12 Probleme entlang der Linie 12“. Weil das Besprechen nicht weiterzuführen schien, entschloss ich mich, wenigstens den Aspekt der Verkehrssicherheit durch einen Antrag zum Stadtbezirksbudget voranzubringen. Anderswo in der Stadt waren „Leitschwellen“ aufgestellt worden, um Autofahrer vom Überfahren des Radweges abzuhalten. Das sollte doch bei uns auch möglich sein?

Die Verwaltung verstand das Anliegen und sagte das Platzieren von 4 „Leitbaken“ wie am Gohliser Kirchplatz zu, so das Radfahrende und Zufußgehende sich dort sicherer fühlen können. 2 Jahre und viele nachhakende Mails später wurden diese im April 2026 endlich gesetzt.

Hartnäckigkeit zahlt sich also aus – auch wenn dies nur ein erster Schritt sein kann. Der „Zwickel“ hat es übrigens nicht ins Stadtplatzprogramm geschafft. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf, dass aus der großen Sperrfläche mal ein Platz wird, an dem sich Menschen gerne treffen und verweilen, der erholsamen Schatten und Grün in einer sich weiter aufheizenden Stadt bietet. Wir bleiben dran.

von Tilman Schenk

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