Persönlichkeiten aus Gohlis – Siegfried Morenz
Siegfried Morenz (1914–1970) zählt zu den prägenden Gelehrten der Leipziger Ägyptologie des 20. Jahrhunderts. Sein Name ist in Leipzig-Gohlis bis heute sichtbar: Auf dem Friedhof Gohlis (Viertelsweg) gehörte sein Grab zu den bekannten Ruhestätten von Persönlichkeiten, die die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte Leipzigs mitgeprägt haben. Nach Auskunft der Friedhofsverwaltung wurde das Grab 2009 leider aufgegeben und ist deshalb nicht mehr zu besichtigen.
Morenz wurde am 22. November 1914 in Leipzig geboren. Nach dem Abitur am Leipziger Schiller-Gymnasium studierte er an der Universität Leipzig zunächst evangelische Theologie, Philosophie und Religionsgeschichte; ab 1935 kam Ägyptologie hinzu, die rasch zum Schwerpunkt wurde. 1939 legte er das Erste theologische Examen ab. Seine Promotion (1942) widmete er einer koptologischen Arbeit zur „Geschichte von Joseph dem Zimmermann“ (Historia Josephi fabri lignarii), die er übersetzte und wissenschaftlich kommentierte.
1946 habilitierte sich Morenz in Leipzig und wurde Dozent. Ab 1948 leitete er – zunächst kommissarisch – das Ägyptologische Institut der Universität Leipzig; 1952 erfolgte die Berufung zum Professor, 1954 die Ernennung zum Lehrstuhlinhaber. Zwischen 1952 und 1958 übernahm er zusätzlich (nebenamtlich) die Leitung der Ägyptischen Abteilung der Staatlichen Museen zu Berlin. In den Jahren 1961 bis 1966 lehrte Morenz als Professor an der Universität Basel; anschließend kehrte er nach Leipzig zurück und war bis zu seinem Tod erneut als Direktor des Leipziger Ägyptologischen Instituts tätig.
Zu den oft genannten Hauptwerken zählen „Ägyptische Religion“ (1960), „Gott und Mensch im alten Ägypten“ (1964) sowie „Die Begegnung Europas mit Ägypten“ (1968). Darüber hinaus war Morenz in der Leipziger Wissenschaftslandschaft auch institutionell präsent, etwa in der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig.
von Dr. Uwe Maaß
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