Umfassender Ausbau der Georg-Schumann-Straße (Böhmestraße bis Chausseehaus)

Der Ausbau der Georg-Schumann-Straße im Abschnitt zwischen der Böhmestraße und der Delitzscher Straße (Chausseehaus) steht bevor. Die Georg-Schumann-Straße ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen im Leipziger Hauptstraßennetz und stellt die zentrale Achse für den Straßenbahn-, Rad-, Fuß- und Kraftfahrzeugverkehr zwischen dem nördlichen Stadtzentrum und den Stadtteilen Gohlis, Möckern und Wahren dar.
Da die Gleis- und Fahrbahnanlagen sowie die Gehwege und die Straßenbeleuchtung erhebliche bauliche Mängel aufweisen, wird der gesamte Straßenraum in diesem Abschnitt grundhaft erneuert. Bei der Baumaßnahme handelt es sich um ein komplexes Gemeinschaftsprojekt der Stadt Leipzig, der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), der Leipziger Wasserwerke sowie der Netz Leipzig.
Zukunftsfähige Mobilität und starker ÖPNV
Ein zentrales Anliegen der Umgestaltung ist die langfristige Sicherung und Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs. Die Gleisanlagen der stark frequentierten Straßenbahnlinie 11 werden vollständig erneuert und für zukünftige, modernere Fahrzeuggenerationen ertüchtigt. Wo es der Straßenraum zulässt, werden die Gleise als grünes Rasengleis ausgeführt. Um den bisher sehr großen Haltestellenabstand von über 700 Metern zu verkürzen und das Viertel besser zu erschließen, wird im Kreuzungsbereich Ehrensteinstraße/Mechlerstraße eine völlig neue, barrierefreie Straßenbahnhaltestelle errichtet.
Mehr Sicherheit und Qualität für Rad- und Fußverkehr
Auch der Fuß- und Radverkehr profitiert maßgeblich von der Neugestaltung. Entlang des gesamten Bauabschnitts werden beidseitig durchgängige, 1,85 Meter breite Radfahrstreifen markiert, ergänzt durch rund 35 neu aufgestellte Fahrradbügel. Die straßenbegleitenden Gehwege werden umfassend erneuert und auf eine Regelbreite von mindestens 2,50 Metern verbreitert, an ausgewählten Stellen sogar auf bis zu 4,00 Meter.
Um das Überqueren der Fahrbahn sicherer zu machen, entstehen an den einmündenden Seitenstraßen sogenannte Gehwegnasen, die die Gehwege im Kreuzungsbereich vorziehen und so die Wege für Fußgänger verkürzen. Neue Ampelanlagen – unter anderem an der Bleichertstraße und der Ehrensteinstraße – sorgen künftig für geordnete und sichere Verkehrsabläufe für alle Beteiligten. Alle Querungsmöglichkeiten und Haltestellen werden zudem mit taktilen Blindenleitsystemen und abgesenkten Borden barrierefrei gestaltet.
Stadtgestalterische und ökologische Aufwertung
Neben verkehrlichen Verbesserung steht die stadtgestalterische Aufwertung des Straßenraums im Fokus. Zur Verbesserung des Stadtklimas werden im Baufeld insgesamt 46 neue Bäume gepflanzt. Darüber hinaus laden künftig 16 neue Bänke sowie zwei öffentliche Trinkbrunnen – einer im Bereich der Prellerstraße und einer nahe der Kreuzung zur Delitzscher Straße – zum Verweilen ein. Die veraltete Straßenbeleuchtung wird durch eine moderne, klimafreundliche LED-Anlage ersetzt. Der ruhende Verkehr wird neu geordnet: Künftig stehen 23 baulich gefasste Längsparkstreifen sowie klar ausgewiesene Lieferzonen für den Gewerbeverkehr zur Verfügung.
Bauablauf, Finanzierung und Bürgerbeteiligung
Die Gesamtkosten für das Großprojekt aller vier Bauherren belaufen sich auf rund 21,5 Millionen Euro. Der städtische Anteil für Planung und Bau liegt bei etwa 9,54 Millionen Euro und soll maßgeblich durch Fördermittel aus dem Sachsenfonds bezuschusst werden.
Um die Beeinträchtigungen für Anwohnerinnen, Anwohner und den Verkehr so kurz wie möglich zu halten, werden die Bauarbeiten gebündelt und konzentriert ausgeführt. Die Hauptbauphase ist von April 2027 bis Anfang 2028 unter Vollsperrung für den Straßenbahn- und Kraftfahrzeugverkehr vorgesehen. Umleitungsstrecken für den Autoverkehr sowie für die Straßenbahn- und Buslinien werden während der Bauzeit eingerichtet; der Fußgängerverkehr sowie der Anlieger- und Lieferverkehr bleiben unter Baustellenbedingungen durchgehend gewährleistet. Restarbeiten an den Nebenanlagen werden witterungsabhängig bis Mitte 2028 abgeschlossen.
Die Bürgerschaft wird eng in den Prozess eingebunden: Nach einer ersten Bürgerinformationsveranstaltung in der Vorplanung folgt Ende 2026 eine Vorstellung der Entwurfsplanung. Anfang 2027 wird die Öffentlichkeit im Rahmen einer weiteren Veranstaltung detailliert über den konkreten Bauablauf und die Verkehrsführung informiert.

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