Stadt im Fluss. 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte

Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig zeigt vom 11.03. bis 17.05.2026 eine Studioausstellung im Haus Böttchergäßchen 3, die sich mit dem Thema „Wie formt das Wasser eine Stadt – und wie formt die Stadt ihr Wasser?“ beschäftigt.
Im Mittelpunkt stehen die Flussläufe von Pleiße, Elster und Parthe und die tiefgreifenden Eingriffe des Menschen: vom mittelalterlichen Ausbau der Mühlgräben über frühe Trinkwassersysteme und technische Innovationen bis hin zu Konflikten um Nutzung, Verschmutzung und Hochwasser. Eindrucksvolle Kartenwerke des 16.–18. Jahrhunderts lassen die Vielfalt und Dynamik der Leipziger Auenlandschaft lebendig werden.
Wer schon immer einmal wissen wollte, was es mit den Leipziger Gräben und dem Auwald auf sich hat, erfährt das in dieser Ausstellung, welche anhand diverser Ausstellungsstücke die Geschichte erlebbar macht.
Auch das damals noch nicht eingemeindete Dorf vor den Toren Leipzigs spielt eine Rolle, nämlich wenn es um Mühlen geht, die mit dem Wasser der durch Leipzig fließenden Flüsse, angetrieben wurden.
Bereits 1354 – also 67 Jahre nach der Ersterwähnung des Dorfes Gohlis – wurde über die Existenz der Gohliser Mühle berichtet. Anfangs wurde die Wassermühle von der Nördlichen angetrieben, später wurde durch das Anlegen eines Wehrs und des Gohliser Mühlgrabens Parthewasser in die Rietzschke umgeleitet.
Die Ausstellung wirft zugleich einen Blick auf Risiken und Umweltprobleme der Vergangenheit – extreme Hochwasser, fehlende Hygiene oder die Belastung der Gewässer durch Handwerksbetriebe. Ein eigener Bereich widmet sich dem Entstehen und Wandel wissenschaftlichen Wissens: Sedimentbohrkerne, Mikroskoppräparate und moderne Analysen zeigen, wie Forschende heute Flussgeschichte rekonstruieren und Umweltveränderungen sichtbar machen.
von Dr. Uwe Maas


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