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Julius Wilhelm von Pittler

Julius Wilhelm von Pittler Gohlis

Grab Familie Pittler

Julius Wilhelm von Pittler (geb. 21. Juni 1854 in Kirschitten, Ostpreußen; gest. 22. September 1910 in London) war ein bedeutender preußischer Erfinder und Industrieller, dessen Wirken eng mit Leipzig, insbesondere dem Stadtteil Gohlis, verbunden ist.

Pittler kam 1876 nach Leipzig und fand zunächst eine Anstellung als Freihandzeichner in einer Fahnenfabrik. Schon 1878 machte er sich mit einer Stickerei selbständig und konstruierte im selben Jahr eine Papierbeutel-Maschine. Er experimentierte mit Dampfmotoren und meldete 1880 einen Omnibus-Dampfmotor zum Patent an. Im selben Jahr gründete er die „Dampfmotorenfabrik W. von Pittler, Elze & Co.“

Der Stadtteil Gohlis spielte eine zentrale Rolle im Leben von Julius Wilhelm von Pittler und bei der Entstehung seines Industrieimperiums. Ab 1887 wohnte Pittler mit seiner Familie in einer kleinen Villa in der Böttcherstraße 10 (heute Lindenthaler Straße) in Gohlis. Zwischen 1886 und 1894 baute Pittler in Gohlis serienmäßig von ihm konstruierte Näh- und Stickmaschinen (1887 erfand er die Doppelstich-Näh-Stick- und Stopfmaschine).

Im Jahr 1889 gründete Julius Wilhelm von Pittler in Gohlis die „Maschinenfabrik Invention“, aus der 1895 die „Leipziger Werkzeugmaschinenfabrik AG vorm. W. v. Pittler“ hervorging. In dieser Zeit konstruierte er die bahnbrechende Universalmaschine zur Metallbearbeitung (1888) und die berühmte Revolverkopf-Maschine (1890), welche die industrielle Fertigung revolutionierte und Pittler zu einem der größten Werkzeugmaschinenhersteller in Deutschland machte.

Obwohl Pittler später in andere Städte zog und 1910 in London verstarb, wurde sein Leichnam nach Leipzig überführt und auf dem Friedhof Gohlis in einer Familiengrabstätte beigesetzt, die er 1892 erworben hatte.

von Dr. Uwe Maaß

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