Straßennamen in Gohlis: Natonekstraße

Die 381 m lange Straße führt von der Eisenacher über die Georg-Schumann- zur Magdeburger Straße. Im Haus Nr. 2 befand sich die Büttnersche Höhere Mädchen Schule, seit 1926 Institut für höhere Mädchenausbildung.
In der Straße stehen 13 Häuser unter Denkmalschutz (2, 10, 12, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29 und 30).
Hans Natonek
geb. 28.10.1892 in Prag (Tschechische Republik)
gest. 23.10.1963 in Tucson/Arizona (USA)
Schriftsteller und Journalist
Natonek besuchte das Deutsche Gymnasium in Prag und studierte in Prag und Wien Philosophie. Danach arbeitete er als Redakteur, 1914 bei der „Saale-Zeitung“ in Halle, 1917 bis 1919 bei der „Leipziger Abendzeitung“, danach beim „Leipziger Tagesblatt“, ab 1921 bei der „Prager Presse“ und schließlich von 1923 bis 1933 bei der „Neuen Leipziger Zeitung“ als Feuilletonchef und Theaterkritiker. Von 1910 bis 1933 veröffentlichte er viele seiner Arbeiten unter den verschiedensten Pseudonymen. Für sein Gesamtschaffen wurde er 1931 von der Stadt Leipzig mit dem Goethepreis ausgezeichnet. Als getaufter Jude und Mitarbeiter der „Weltbühne“ (1914 bis 1935) wurden seine Bücher 1933 durch die Nazis öffentlich verbrannt.
Er wurde für staatenlos erklärt und ging 1933 nach Hamburg, musste 1935 emigrieren und floh über Prag und Frankreich in die USA, wo er auf Fürsprache von Thomas Mann aufgenommen wurde. Ab 1944 lebte er in Tucson.
Zu seinen bekanntesten Werken zählte „Geld regiert die Welt oder die Ausbeutung des Gewissens“ über das IG-Farben-Kartell und „Kinder einer Stadt.
von Dr. Uwe Maaß


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