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Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Leipzig (Teil 2)

Gebäude des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie in Leipzig, Außenansicht in der Karl-Rothe-Straße.

Gebäude des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie in Leipzig, Außenansicht in der Karl-Rothe-Straße.
Gebäude des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie in Leipzig, Außenansicht in der Karl-Rothe-Straße.

Das rote Gebäude in der Karl-Rothe-Str. 10-14 gehört zum Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG). Die Hauptstelle des Bundesamtes ist in Frankfurt am Main, in Leipzig besitzt es eine Außenstelle. Das Bundesamt gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. In Leipzig arbeiten ca. 100 der insgesamt etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Bundesamt stellt amtliche Geodaten als Grundlagen für Vermessung und Kartographie für Deutschland bereit.  

Jeder kennt ihn – den „blauen Punkt“ auf unseren Handys, der uns sicher durch unbekannte Straßen leitet. Woher weiß das Handy, wo wir uns befinden? Es empfängt die Daten von bis 100 Navigationssatelliten, die in ca. 20.000km Höhe über unseren Köpfen kreisen. Die bekanntesten Satelliten gehören zum amerikanischen Global Positioning System (GPS) aber auch das europäische Galileo-System ist inzwischen voll funktionstüchtig. Weitere Systeme kommen aus Russland (GLONASS) und China (Beidou). Die Position des blauen Punktes in unseren Straßen ist einige Meter genau. Wer dies nachprüfen möchte, kann am Wilhelm-Leuschner-Platz unweit des Eingangs zur S-Bahn-Station in der Petersstraße eine Plakette finden. Die Plakette gibt exakte Koordinaten an, die man mit den Koordinaten des Handys vergleichen kann.

Für viele Anwendungen ist eine Positionsgenauigkeit von einigen Metern jedoch nicht ausreichend. Grundstücksgrenzen müssen mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern bestimmt werden, aber auch moderne Maschinen in der Landwirtschaft, Drohnen zur Geländeaufnahme bei Katastrophen wie Überschwemmungen oder Vermessungsschiffe in der Nord- und Ostsee benötigen zentimeter-genaue Koordinaten. Wie schafft es das BKG, die Genauigkeit der Positionierung von einigen Metern auf wenige Zentimeter zu steigern? Während das Handy sogenannte Codemessungen in den Satelliten auswertet, verwendet das BKG die zugrunde liegenden Trägerwellen mit einer Wellenlänge von 20cm. Desweiteren berücksichtigt das BKG verschiedene Einflüsse, die auf das Satellitensignal wirken. Auf dem Weg vom Satelliten zum Empfänger auf der Erde muss das Signal die Erdatmosphäre durchdringen, wobei die verschiedenen Schichten der Atmosphäre das Satellitensignal beeinflussen, z.B. von der Aktivität der Sonne und dem aktuellen Wetter. Diese Einflüsse werden entsprechend korrigiert.

Ein Satellitenpositionierungsdienst stellt diese Korrektionen bereit. Gemeinsam mit den Vermessungsverwaltungen der Bundesländer betreibt das BKG unter dem Namen SAPOS® I GEPOS™
einen Satellitenpositionierungsdienst für das gesamte Bundesgebiet einschließlich der Meere. Für die Berechnung der Korrekturen nutzt das BKG bis zu 300 fest installierte Satellitenmessstationen aus ganz Deutschland. Aus all diesen Daten wird dann im BKG in Echtzeit ein Korrektionsmodell für ganz Deutschland berechnet und kostenfrei über mobiles Internet und Digitalradio DAB+ an Nutzer abgegeben. Mit geeigneter Empfangstechnik können Behörden, Firmen und auch Privatpersonen den Satellitenpositionsdienst SAPOS® I GEPOS™nutzen. Nähere Informationen lassen sich auf den Webseiten www.gepos.sapos.de und www.bkg.bund.de finden.

von Dr. Axel Rülke und Wolfgang Ripper

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