Nicht jeder Plan wird Wirklichkeit

Gohliser Baugeschehen – Nicht jeder Plan wird Wirklichkeit
In der Rubrik „Gohliser Baugeschehen“ haben wir seit 2018 häufig auch von geplanten Baustellen berichtet – es gibt ja immer einen längeren Vorlauf, der dann mit der Baugenehmigung und ihrer Umsetzung endet. Allerdings bleiben auch manche Projekte in diesem Prozess stecken, so dass jahrelang auf der Fläche nichts passiert. Das bekannteste Beispiel ist sicher das Projekt „Leipzig 416“ am Chausseehaus, das mit städtebaulichem Vertrag, Bürgerbeteiligung und etlichen Fachkonzepten bis Sommer 2023 zum Bebauungsplan mit städtebaulichem Vertrag führte, aber seitdem ist nichts Neues zu sehen.
Manche Gohliser Projekte sind auch noch weiter vorangekommen, indem eine Baugenehmigung erteilt wurde, wie etwa in der Max-Metzger-Straße 3. Das war allerdings schon im Frühjahr 2022. Eine Baustelle gab es trotzdem nicht, denn wenn nicht innerhalb von drei Jahren nach Erteilung der Baugenehmigung begonnen wird, erlischt die Baugenehmigung wieder (sächsische Bauordnung, § 73). Es gibt zwar die Möglichkeit, die Genehmigung auf Antrag um zwei Jahre zu verlängern, und falls Nachbarn einen „Rechtsbehelf“ einlegen, verlängert sich die Frist auch – trotzdem können wir davon ausgehen, dass für einige Projekte die Baugenehmigung inzwischen erloschen ist, weil sie nicht verwirklicht wurden.
In der Witzlebenstraße 19-23 wurde z. B. schon 2019 die Baugenehmigung für ein Mehrfamilienhaus verlängert – gebaut wurde bis heute nicht. Auch das Konzept, das 2021 einen städtischen Wettbewerb gewann und mit Erbpacht auf dem städtischen Grundstück Gothaer Straße 42 gebaut werden sollte (vgl. Gohlis-Forum 5/2021), wurde nicht realisiert. Hauptgründe sind meist stark gestiegene Baukosten bzw. Kreditzinsen oder weggefallene Förderprogramme, so dass der Bau unrentabel wird. In solchen Fällen ist heute wieder völlig offen, ob, wann und was auf diesen Grundstücken gebaut wird. In der Max-Metzger-Straße 3 parken derweil Autos, in der Witzlebenstraße 19 wachsen Brombeeren.
von Mattias Reichmuth

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