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Natürlich – unnatürlich: Beitrag zur Nacht der Kunst 2025

Abstrakte Bilder aus reiner Bildbearbeitung, Ausstellung ‚Natürlich – unnatürlich‘.

Abstrakte Bilder aus reiner Bildbearbeitung, Ausstellung ‚Natürlich – unnatürlich‘.
Abstrakte Bilder aus reiner Bildbearbeitung, Ausstellung ‚Natürlich – unnatürlich‘.

Natürlich – unnatürlich

Was meine ich mit diesem Motto meiner Ausstellung zur »Nacht der Kunst« 2025? Mit 81 Jahren wird mir bewusst, dass ich etwa die Hälfte der fast 200-jährigen Geschichte der Fotografie miterlebt habe. Meine ersten dilettantischen Versuche, Filme zu entwickeln und Papierabzüge herzustellen, erinnerten an die Experimente der frühen Erfinder. Angefangen hat alles in den späten 50ern mit der »Pouva Start« – Schwarz-Weiß, kleinbildformatig. Color-Fotografie lernte ich erst in der DDR als Gebrauchsgrafiker kennen – unter schwierigen Bedingungen in einer fensterlosen Dunkelkammer. Bis zum Ende der DDR war Fotografie für mich »natürlich«: amateurhaft, kaum manipuliert, selten experimentell. Heute umfasst meine Ausstellung drei Gruppen:

 

  • 10 Motive, digital fotografiert, ohne Nachbearbeitung,
  • 5 Motive, in Photoshop bearbeitet – also »natürlich« fotografiert, dann »unnatürlich« verändert,
  • 5 weitere, am Computer aus reiner Bildbearbeitung entstanden, also abstrakt und ohne fotografische Vorlage.

Nach der Wiedervereinigung wurde Photoshop zu einem zentralen Werkzeug meiner Arbeit. Es ersetzte Dunkelkammer und Chemikalien – ermöglichte neue Experimente und »Hybride« zwischen Fotografie und Grafik.

Was einst als Zufallsprodukt im Lernprozess entstand, zeigt heute, wie sehr sich die Fotografie ausgeweitet hat. Nun kündigt sich mit Künstlicher Intelligenz die nächste Revolution an. Vielleicht werde ich sie nicht mehr miterleben, aber die Beispiele, wie KI Gemälde fälscht, sind beeindruckend – und beunruhigend.

Was für eine Entwicklung! Ich erinnere mich, wie ich mich als Kind über das winzige, unbrauchbare Guckfenster der alten Agfa-Kamera meiner Mutter ärgerte – weil es ständig Arme und Beine »abschnitt«.

von Bernd Heyne

 

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